Das Bloggen der Anderen (23-06-14)

Von , 23. Juni 2014 21:20

bartonfink_type2– Auf Negativ macht sich ein leider ungenannter Autor Gedanken über den Status des Kinos in Deutschland, sowie die hierzulande noch immer nicht ausgereiften Video-on-Demand-Möglichkeiten. Und Dennis Vetter antwortet in einem offenen Brief auf einen Artikel von Andreas Dosch vom Stadtmagazin Journal Frankfurt, der das u.a. von Dennis ins Leben gerufene „Manifest für Aktivistische Kritik“ etwas ins Lächerliche zieht.

– Eine gute Idee. Alex Matzkeit hält auf seinem Blog real virtuality fest, was sich in Bezug auf einige Artikel von ihm seit deren Veröffentlichung getan hat.

– Nicht nur das Meisterwerk „The Image“ hat es erwischt, nein, auch Dario Argentos Giallo-Klassiker „Tenebre“ wurde in Deutschland erneut beschlagnahmt. Screen/read berichtet.

– Rehabilitation für einen geschmähten Film. Gregor Torinus‘ Verteidigung von Ridley Scotts „The Counselor“ auf Hard Sensations. Sehr interessante Lektüre, wenn nur das etwas aufdringliche Tarantino-Gebashe nicht wäre. Aber nun gut, das ist sicherlich Geschmackssache.

– Rehabilitation 2: Sir Donnerbold auf Sir Donnerbolds Bagatellen über einen meiner Lieblings-Bonds: Den nicht besonders wohl gelittenen „Lizenz zum Töten“.

– Weiter geht es mit der intensiven Vorbereitung auf den Hofbauer-Kongress, an dem ich jetzt leider definitiv nicht teilnehmen kann, da ich mich zu der Zeit im Urlaub befindet. Schade, aber vielleicht ein anders Mal. Auf Eskalierende Träume gibt es wieder sehr spannende „Aufrisse“. Über „Das Recht zu lieben“, über die Pflichtlektüre „SigiGötz-Entertainment“, hinter der weit mehr als nur die gleichnamige Zeitschrift steht, über „Eis am Stil“ und letztendlich den „tristen Überraschungsfilm“, inklusive Erklärung, was man sich darunter vorzustellen hat.

– Durch den Urlaub werde ich es auch nicht schaffen zum Cinestrange nach Braunschweig zu fahren, was sehr schade ist. Insbesondere, wenn man die Ankündigung auf Deep Red Radio liest. Dort ebenfalls zu finden eine schöne Besprechung von Udo Rotenberg, der sich den spanischen „The Body“ vorgenommen hat (meine Kritik dazu gab es neulich hier).

– Apropos Deep Red. Da gibt es ja noch einen älteren Blog, der sich Deepreds Kino nennt. Dort zu finden ist eine längere Besprechung von Michael Winners „Ein Mann sieht rot“.

Neuigkeiten aus Hollywood? Bei Der Kinogänger.

– Sehr neugierig hat mich Sascha Nolte auf seinem Blog Die seltsamen Filme des Herrn Nolte gemacht. Er schreibt über den russischen SF-Film „Die Hässlichen Schwäne“, den der ehemalige Tarkowsky-Mitarbeiter Konstantin Lopushanskiy in Szene setzte. Den möchte ich jetzt auch gerne sehen.

– Oliver Armbrust führt auf film-rezensionen.de seine Animationsfilm-Reihe mit dem Marionettenfilm „Strings“ weiter, der mich von dem, was Oliver schreibt, stark an den Kurzfilm „Marionetten“ von Boris von Borresholm erinnert, der zu den sogenannten „Oberhausenern“ gehörte. Auch wenn Oliver nicht 100% überzeugt ist, klingt „Strings“ recht spannend. Ebenfalls spannend klingt der schwarz-weiße Dokumentarfilm „Still“, der über zehn Jahre gedreht wurde und das Leben einer Milchbäuerin zeigt.

– Eine ziemliche Aufgabe hat sich Der Außenseiter auf seinem Blog Final Frontier Film gestellt. Er bespricht in chronologischer Reihenfolge alle Tonfilme John Fords, beginnend mit dem 1929 entstandenen „The Black Watch“. Bisher ist er bis zu Nr. 15, „Judge Priest“, gekommen. Alle Artikel sind sehr zu empfehlen und lassen einen ganz neue Seiten an John „Ich mache Western“ Ford entdecken.

– Den neuen Film von Dante Lam, „That Demon Within“, nennt Thorsten Krüger auf Komm & Sieh trotz einiger Schwächen „ (einen) handwerklich und ästhetisch prächtigen Alptraum.“. Geradezu ins Schwärmen kommt er bei dem dänischen „When Animals Dream“, den er sogar mit den Frauenportraits des großen Carl Theodor Dreyer vergleicht. Wow.

– Und auch Frank Schmidke auf cineastic.de kann „When Animals Dream“ weiterempfehlen. Peter Gutting hat Dominik Grafs Schiller-Film „Geliebte Schwestern“ gesehen und ist recht angetan.

Die drei Muscheln fragt: Was ist eigentlich aus Steve Guttenberg geworden, der ja Anfang/Mitte der 80er einen recht erfolgreichen Lauf mit diversen Komödien hatte? Das habe ich mich auch schon mal gefragt und jetzt bin ich schlauer.

– Donpozuelo hat einen Lieblingsfilm: „Vanilla Sky“. Auf seinem Blog Going to the movies beschäftigt er sich daher nun mit Filmen, die in „Vanilla Sky“ zitiert werden. Den Anfang macht „Jules und Jim“. Er schreibt „Doch nachdem ich jetzt endlich den Film selbst gesehen habe, steckt ja soviel mehr von „Jules und Jim“ in „Vanilla Sky“ als ich jemals gedacht hätte. Aber ich will hier nicht mit Vergleichen langweilen“, was ich ausgesprochen bedauerlich finde, da gerade dies mich – und sicherlich auch andere – ziemlich interessiert hätte, und ich das spannender finden würde, als eine weitere Besprechung von Truffauts Klassiker. Nichtsdestotrotz ist diese aber sehr gelungen.

B-Roll ist auf dem 10. Festival des Deutschen Films zu Gast. Von dort aus wird der Schauspieler Christoph Bach vorgestellt und von der Verleihung des Preises für Schauspielkunst (an das Schauspieler-Ehepaar Anna Loos und Jan Josef Liefers) berichtet.

– Auf critic.de gibt es anlässlich ihres neuen Films „Night Moves“ ein langes Interview mit Kelly Reichardt, bei dem auch auf ihre vorherigen Arbeiten, wie „Meek’s Cutoff“ und „Old Joy“ eingegangen wird.

– Lukas Foerster schreibt auf Dirty Laundry über „The Desert Fox“, einen Film von Henry Hathaway, der 1951 den deutschen Feldmarschall Rommel zum Protagonisten machte.

– Anlässlich der WM in Brasilien unterhalten sich YP und PD auf Film im Dialog über zwei Fußball-Filme. Einmal „Maradonna by Kusturica“, der seine gnadenlose Subjektivität ja schon im Titel trägt, und „Zidane – A 21st Century Portrait“. Wobei mich wundert, dass sie zu „Zidane“ schreiben: „Wobei es Douglas Gordon und Philippe Parreno, die Macher von “Zidane” viel leichter haben. Erstens machen sie etwas noch nie Dagewesenes mit ihrem experimentellen Film. Vor allem den Sportfilm betreffend. Dann aber auch lassen sie einfach die Bilder für sich sprechen.“ Ich vermute mal, Hellmuth Costards „Fußball wie noch nie“ von 1971 – der ja exakt den gleichen Ansatz wie „Zidane“ hat, nur 35 vorher und mit George Best – war ihnen nicht bekannt.

– Sehr schöne Idee. Cutrin hat auf filmosophie eine Rubrik namens „Tonspur“ ins Leben gerufen, in der sie ihre liebsten Songs aus Filmen vorstellt.

– Sebastian Schubert hat die nächste ausführliche Beschreibung eines Filmstandbilds auf Magazin des Glücks online gestellt. Okay, ohne die netten Hinweise in den Kommentaren wäre ich nicht auf den Ursprung gekommen.

– Einen amtlichen Verriss hat Michael Schleeh auf Nachtsichtgeräte geschrieben. Die französische Komödie „Maman und ich“ hat ihn geärgert.

– Der Intergalactic Ape-Man hat auf Intergalaktische Filmreisen den frühen Giallo „Tödliches Erbe“ (der in der ersten Koch-Media-Giallo-Box zu finde ist – Kritik hier) besprochen und ist etwas enttäuscht.

Hauptsache Stummfilm hat diesmal wieder einen Tonfilm am Start. Und zwar „Der alte Mann und das Kind“, den Claude Berri 1967 drehte. Neben der Besprechung gibt es auch wieder viele Details zu Darsteller und Regisseur, sowie generelle Hintergrundinfos zum Film.

– david hat auf Whoknows presents einen frühen Film des legendären Ernst Hofbauer ausgegraben, der nichts mit seinen späteren „Schulmädchen-Reports“ zu tun hat und zeigt, dass Hofbauer – trotz seines durch die Sexfilme eher schlechten Ruf – ein talentierter und ganz eigener Regisseur war. „Tim Frazier jagt den geheimnisvollen Mister X“ tut so, als wäre er eine Durbridge-Adaption, welches er aber nicht ist.

– Ich habe mich schon gewundert warum ich von dem Blog Jugend ohne Film nichts mehr lese. Jetzt habe ich die Erklärung: Die URL hat sich geändert und dadurch hat ihn mein Feed-Reader verloren. Jetzt habe ich mal gezielt gesucht und bin fündig geworden. Dadurch wäre mir fast der interessante Artikel über den Einsatz der Tiefenschärfe in „Snowpiercer“, bzw. der nicht genutzten Möglichkeiten diesen Effekt poetischer/filmsicher einzusetzen, entgangen.

3 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (23-06-14)”

  1. Danke für die Erwähnungen Woche für Woche. Zu dem Hinweis auf „Fußball wie noch nie“. Dieser war mir tatsächlich unbekannt.

  2. donpozuelo sagt:

    Danke für die Erwähnung! Die Vergleiche mit „Vanilla Sky“ werden wahrscheinlich irgendwann gesondert noch einmal kommen, nachdem ich auch „To Kill A Mockingbird“ gesehen habe. Dann macht das alles noch ein bisschen mehr Sinn! 😉

  3. Jugend ohne Film sagt:

    Danke fürs Finden der neuen Adresse=) Sehr schöne Zusammenstellung wie immer!

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