Das Bloggen der Anderen (27-01-14)

Von , 27. Januar 2014 21:36

bartonfink_type2– Wenn die meisten Leute das hier lesen, weiß man sicherlich schon mehr darüber, wie es mit der Deutschen Filmförderung weitergeht. Denn morgen tagt das Bundesverfassungsgericht in dieser Sache. Dazu gibt es auf critic.de ein spannendes und sehr aufschlussreiches zweiteiliges Gespräch zwischen Festivalleiter Lars Henrik Gass, Produzent Martin Hagemann und Frédéric Jaeger über den momentanen Status Quo. Unbedingt lesenswert! Teil 1 hier und Teil 2 hier. Und Nino Klingler ist zur Zeit auf dem Filmfestival in Rotterdam und führt dort ein Sehtagebuch.

– Einen schönen Beitrag über die Rolle (auch die eigene) des Kritikers hat Joachim Kurz für B-Roll verfasst. Ferner findet man dort auch ein Interview mit Marina Anna Eich über den neusten Film aus der Roland Reber-Factory: „Illusion“.

– Einen sehr gelungen Text über Jess Francos „Der Teufel kam aus Akasava“ hat Oliver Nöding für Remember It for Later verfasst. Darin merkt man deutlich die zwiespältigen Gefühle, die man einem Werk des spanischen Kultregisseurs entgegen bringen kann. Zwischen unerklärbarer Faszination und Hand gegen die Stirn schlagen. Darin dürfte sich so mancher dann auch wiedererkennen.

– Peter Stricklands Regie-Debüt „Katalin Varga“ muss ich mir auch noch anschauen. „Berberian Sound Studio“ hat mich zwar schwer enttäuscht, aber trotzdem hatte der Film etwas. Und „Katalin Varga“ klingt in der Kritik von Robin Schröder auf Mise en cinema auch sehr interessant.

– Vor Kurzem habe ich hier ja Alain Robbe-Grillets „Eden und danach“ besprochen und mich dafür intensiv mit diesem Regisseur beschäftigt. Sehr erfreulich, dass Sebastian Schubert auf Das Magazin des Glücks eine kleine Werkschau veranstaltet.

– Auf cargo findet man das Sehtagebuch von Ekkehard Knörer , der zwei sehr spannende – und einen scheinbar eher mittelmäßigen – Filme aus Indien bespricht.

– Ich liebe Bill Plympton seit den frühen MTV-Tagen, als seine surreal-absurden Animationen als Pausenfüller und Übergänge genutzt wurden (oh, was waren das noch für glückliche Zeiten). Umso beschämender, dass ich keines seiner Werke im Regal stehen habe. Das muss geändert werden! Gerade auch nach Sano Cestniks aufschlussreichen Essay auf Eskalierende Träume.

– Sir Donnerbold macht sich auf Sir Donnerbolds Bagatellen Gedanken über das abgelaufene Kinojahr 2013.

– Nochmal 2013. Filmgazette hat die Kritiken und Punkte all seiner Mitarbeiter ausgewertet und hat daraus eine ultimative Gesamtliste erstellt. Platz 1 mit weitem Abstand: „Spring Breakers“.

– Noch mehr Rückschau. La vié cinephilie mit seiner Bestenliste für 2013. Platz 1 hier: „L’image manquante“.

– Und nun die Vorschau auf 2014. Filme Welt freut sich auf diese fünf Produktionen. Not my cup of tea, aber bitte.

– Ich hatte ja „Psychomania“ auch schon mal rezensiert. Hier Alex Klotz‘ Meinung zu diesem britischen „Zombie-Biker-Kult-Film“ auf Hard Sensations.  Nochmal „The Wolf of Wall Street“: Diesmal einige Gedanken von Jamal Tuschick.

Splattertrash hat einen zu unrecht vergessenen Klassiker am Wickel: „The Bronx“. Immerhin mit Paul Newman und Ken Wal. Da erinnere ich mich sogar noch an das Filmplakat, das damals in einem der Bremer Kinos hing.

– Wenn es um Hongkong-Filme aus den 70ern und frühen 80ern kommt, denkt man zu allererste an die Kung-Fu-Epen der Shaw Brothers. Aber jenseits davon gibt es eine wahnsinnig interessante Welt, in der auch die Shaws ihre Finger im Spiel hatten: Den Horrorfilm. Vor einige Jahren habe ich da auch alles gesammelt, was mir in die Finger gekommen ist, denn die Filme waren sowohl exotisch als auch faszinierend radikal und durchgeknallt. Ob „The Boxer’s Omen“ damals dabei war, weiß ich gar nicht mehr. Vielversprechend klingt er auf jeden Fall auch, wie man auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte nachlesen kann.

– Auf Schneeland liest man eigentlich immer etwas aus der Welt des asiatischen Films. Diesmal aber wird ein deutscher Kurzfilm vorgestellt: „Hermann“ von „Splatting Image“-Autor Gerd Reda. Das passt aber trotzdem in Michael Schleehs Blog, denn hier gibt es auch einen Verweis nach Japan. Welchen? Lesen.

– Eine recht interessanten Blick auf „Die Nacht der reitenden Leichen“ hat Yzordderrexxiii.

. Etwas unbemerkt ist Louis Malles Meisterwerk „Herzflimmern“ endlich in Deutschland auf DVD erschienen, womit eine weitere Lücke geschlossen wird. Herausgekommen ist der Film bei CMV und jogiwan hat ihn auf project-equinox besprochen.

– Hups. Spike Jonesz hat einen neuen Film draußen? Habe ich gar nicht mitbekommen. Leider stammt das Drehbuch zu „Her“ nicht von Charlie Kaufman, aber na ja. Rainer Kienböck hat ihn für Jugend ohne Film gesehen. Der Film gefiel ihm, haut ihn aber auch nicht völlig vom Hocker. Patrick Holzapfel macht sich einige kluge Gedanken zum Thema Filmende.

– Miriam Eck ist auf Daumenkino begeistert von der Allen-Ginsberg-Biographie „Kill Your Darlings“ und Daniel Radcliffes Darstellung des Beat-Dichters.

– Der chilenische Filmemachers Raoul Ruiz war mir bisher vollkommen unbekannt. Daher geht mein Dank an Michael Brodski von Negativ, der diesen „erklärten Feind des klassischen Erzählkinos“ – der es immerhin auf über 100 Filme brachte – und seinen Kurzfilm „Colloque des chiens“ vorstellt.

Screen/read wirft einen vergleichenden Blick auf die beiden modernen Frankenstein-Variationen „Frankenstein’s Army“ und „I, Frankenstein“. Ersteren finde ich ja um einiges fürchterlicher als der Autor hier (siehe meine Review). Von letzterem habe ich bisher nur vernichtende Kritiken gelesen und auch hier kommt er nicht besonders gut weg.

The Hooded Justice ist sehr begeistert von Winding Refns „Drive“. Ich ja auch.

– Steht auch schon seit ewiger Zeit auf meiner „Muss-ich-gucken“-Liste: Der japanische Anime-Thriller „Perfect Blue“. Den sollte man wohl gehen haben, findet auch Flo Lieb auf symparanekronemoi.

– Wer wissen möchte, was es Neues aus Hollywood gibt, schaut am besten einmal bei Der Kinogänger vorbei.

– Als ich den Trailer zu „47 Ronins“ mit Keanu Reeves (Was macht der da?) sah, passten die Bilder nicht im Geringsten zu der vielverfilmten Legende, die ich kenne. Laut Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de hat der Film das auch nicht und ist zudem auch eher mäßig umgesetzt.

– Manfred Polak stellt auf Whoknows presents eine DVD mit lateinamerikanischen Avantgardefilmen von 1933 bis 2008 vor und bespricht die darauf enthaltenen Filmen in Detail. Hochinteressant! Diese DVD würde mich auch sehr reizen.

– Mal etwas „Nicht-filmisches“: Heute Abend um 23:05 läuft auf WDR3 das neue Hörspiel von Jörg Buttgereit „Das Märchen vom unglaublichen Super-Kim aus Pyöngyang“. Thomas Groh hat es schon gehört und auf filmtagebuch besprochen.

– Zu guter Letzt: Da will ich demnächst auch noch was zu schreiben und PewPewPew hat schon mal vorgelegt. Der neue Film von Huan Vu seht in den Startlöchern. Die Lovecraft-Verfilmung „Die Traumlande“.

3 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (27-01-14)”

  1. Sebastian sagt:

    Ich finde diese Rubrik wirklich toll. Wollte ich nur mal (wieder) gesagt haben. 🙂 Als ich neulich Deine Eden-Besprechung las und dadurch realisierte, daß es nun eine DVD-Edition auf dem deutschsprachigen Markt gibt, hatte ich gerade die schöne französische Box mit allen Robbe-Grillet-Filmen (leider ohne irgendwelche Untertitel) bestellt. Merkwürdige Überschneidungen manchmal … Die weiteren Robbe-Grillets werde ich in Bälde schauen (und etwas dazu schreiben), aber jetzt habe ich gerade noch Carlos Saura und seine surreal-melancholischen Welten entdeckt.

  2. Diese DVD würde mich auch sehr reizen.

    Greif ruhig zu. Wie ich im Fazit schon schrieb, ist die Scheibe günstig zu haben – bei amazon.es für weniger als 10 €, die Versandkosten sind auch gemäßigt, und der Bestellvorgang läuft natürlich genauso ab wie bei amazon.de. Nicht dass ich jetzt Werbung für Amazon machen möchte, aber so kommt man halt am einfachsten daran, wenn man (wie ich) nicht Spanisch kann.

    Und Sebastians Lob schließe ich mich hiermit an – wollte ich auch nur mal wieder gesagt haben! 😉

  3. Marco Koch sagt:

    Danke für den guten Tipp. Die liegt jetzt schon im Amazon.es Einkaufswagen, zusammen mit der Doppel-DVD mit spanischen Experimentalfilmen, die Du vorher mal besprochen hattest. Jetzt muss ich nur noch meinen Finanzminister überzeugen, dass wir die unbedingt auch im DVD-Regal brauchen 😉

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