Das Bloggen der Anderen (26-08-13)

Von , 26. August 2013 20:52

bartonfink_type2– Wenn es nur einen Link gibt, den ihr in dieser Ausgabe anklickt, dann lasst es bitte diesen hier zu Leena May Peters Gedanken über „Drive“ auf Hard Sensations sein. Wobei es darin eigentlich gar nicht mehr um den Film geht, sondern um das Schreiben darüber und der in einer persönlichen Note endet, die mich sehr berührt hat.

– Silvia Szymanski hat ebenfalls etwas auf Hard Sensations geschrieben. Sie berichtet sehr ausführlich über ein Event, welches ich hier und anderswo schon sehr häufig erwähnt habe: Den Hofbauer-Kongress in Nürnberg, bei dem einige geladene Gäste sich vier Tage lang Filme ansehen, die häufig unter die Rubrik „schmierig“ fallen. Eines Tages, ja eines Tages… Ich hoffe weiterhin, einmal daran teilnehmen zu können, wenn sich meine neue familiäre Situation etwas entspannt hat. Ein paar Kontakte habe ich schon geknüpft, mal gucken, wie das weitergeht. Silvias sehr langer Bericht macht einem zumindest den Mund wässerig und deckt bei mir einige „Bildungslücken“ auf. So muss ich jetzt wohl dringend „Der Perser und die Schwedin“ finden, sonst ist es um meinen Seelenfrieden schlecht bestellt.

– Michael Schleeh hat auf nachtsichtgeräte den sehr frühen Fritz-Lang-Film „Harakiri“ von 1919 ausgegraben. Dieser galt als verschollen, ist jetzt aber in Amsterdam wieder aufgetaucht. Weitaus berühmter und sehr empfehlenswert: „Im Westen nichts Neues“, den er ebenfalls bespricht.

– Christian Liemke hat auf DVDuell eine 55-minütige Doku über den genialen Titeldesigner und Filmemacher Saul Bass gefunden.

– Harald Steinwender empfiehlt auf seinem Blog Themroc einige Bücher, an denen er mitgeschrieben hat. U.a. das Argento-Buch, welches ich beim letzten Mal bereits erwähnt und zu dem es hier demnächst auch eine Kritik geben wird.

– Roger Corman hat sehr viele Filme gedreht und die allermeisten sind billige Unterhaltung. Aber einmal wollte er ein Zeichen setzen und drehte einen Film mit einem ernsten Anliegen. Das war dann auch prompt derjenige, der als einziger Verluste einspielte. Das Rassismus-Drama „The Intruder“ mit William „Captain Kirk“ Shatner. Oliver Nöding hat ihn sich für Remember it for later angesehen.

– Nochmal Oliver Nöding und Remember it for later. Einen Reisebericht nach Zürich zu einer Vorstellung von „Andy Warhol’s Frankenstein“ im originären 3D. Aber eigentlich geht es um eine der schönsten Sache der Welt: Wenn man mit Gleichgesinnten unterwegs ist, endlich mal Blogger/Foren-Kollegen kennenlernt, zusammen eine tolle Zeit hat, stundenlang fachsimpeln kann und gemeinsam etwas erlebt. Darum freue ich mich auch schon wie Bolle auf das alljährliche Forentreffen von Deliria Italiano, welches mich in ein paar Wochen nach Magdeburg führen wird. Generell ist Internet ja schön und gut, aber nichts geht über einen persönlichen Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Und wie ich bei Oliver lesen kann, ist das nicht nur meine Meinung 🙂

– Was für ein Zufall. Sascha Nolte hat „Andy Warhol’s Frankenstein“ auch gerade gesehen (vermutlich allerdings nicht in 3D in Zürich) und auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte darüber geschrieben.

– Eigentlich bespricht Patrick Holzapfel auf seinem Blog Jugend ohne Film den deutschen Film „Gold“ von Thomas Arslan, welchen er nicht besonders mag. Doch am Beispiel von „Gold“ lässt er auch seiner Enttäuschung über angepasste Filmemacher, die um Fördergelder zu bekommen Kompromisse eingehen – was zu den immer gleichen Standards führt -, freien Lauf. „Und dann sind wir beim weichgespülten deutschen Kino von Regisseuren, die sich den Förderlandschaften anpassen müssen statt gegen sie zu rebellieren. Es gibt immer wieder Ausnahmen natürlich, aber es scheint mir schon ein Problem zu sein, wenn Deutschlands beste Regisseure nicht mehr gegen das System kämpfen, damit sie drehen können und dürfen.“ Wieder einmal lesenswert.

– Den abschließenden Bericht von Lukas Foerster über das Filmfestival in Locarno findet man wie gewohnt auf cargo.

– Seijun Suzuki kennt man von seinen irrsinnigen Yakuza-Filmen aus den 60ern. 1980 drehte er einen schönen Film, der auf den ersten Blick so gar nicht in sein bisheriges Werk passen will: Die Literaturverfilmung „Zigeunerweisen“, welche Klaus Wiesmüller auf seinem Blog Japankino vorstellt.

– Ich freue mich immer, wenn ich mal Gelegenheit habe Schlombies Filmbesprechungen hier mit unter zu bringen. Der Anlass diesmal: Eine weitere Besprechung meines Lieblingsfilmes aus meiner Teenager-Zeit. „The Terminator“.

– Genrekino aus Deutschland wird ja an einigen Ecken des Netzes immer wieder vehement geordert. Nun, es gibt regelmäßig Genreproduktionen, die aber entweder vom Publikum nicht angenommen werden und darum untergehen – oder schlicht und ergreifend nicht wirklich toll sind. „Lost Place“ von Thorsten Klein scheint laut Frank Schmidke auf cinetastic zur letzteren Kategorie zu gehören. Das ist schade. Aber mittlerweile erwarte ich das schon fast von deutschen Produktionen, die sich unbedingt einen hippen, englischsprachigen Titel geben müssen.

– Im Übergang von Kindheit zur Jugend war Cary Grant einer meiner liebsten Schauspieler. So wie er wollte ich auch gerne sein. Schön, wenn ich jetzt auf Magazin des Glücks lese, dass es mir nicht allein so ging.

– Auch wenn man es bei dem Titel glauben mag: Der ungarische Film „Szindbád“ von Zoltán Huszárik hat nichts mit orientalischen Abenteuern und Zyklopen zu tun, sondern ist ein melancholisch-düsteres Drama in wunderschönen Bildern, wie die Eule auf Filmtagebuch der Eule zu berichten weiß. Zudem bespricht die Eule den sowjetischen Film „You and Me“ von 1971, der sich sehr interessant anhört.

– Auf stubenhockerei schreibt Malina über den Film „Der silberne Planet“ von einem meiner großen Helden: Andrzej Zulawski. Ein sehr schöner Text, der ziemlich genau auch meine Meinung zum Film (den ich übrigens auch nicht zur Gänze verstanden habe) widerspiegelt.

– Ich freue mich immer, wenn hier auch mal Blogs auftauchen, die bisher nicht vertreten waren. In diesem Falle Freude am Film, auf dem Michael Gruhl Victor Sjöströms „Fährmann des Todes“ vorstellt.

– Und noch ein neuer Name. Seit langem warte ich darauf endlich mal einen Artikel von DasDingAufDerSchwelle vorzustellen. Wer seinen Namen aus einer Geschichte von H.P.Lovecraft entlehnt, hat das mal verdient. Also, hier sein „Festival-Ticker“ vom Fantasy Filmfest.

– Na, wer war alles vor ein paar Wochen auf dem Favourites Filmfestival in Bremen, über das ich hier schrieb? Cutrin von Filmosophie war zwar nicht in Bremen dabei, aber in Berlin und hat einen langen Erlebnisbericht über das „andere FFF“ geschrieben.

– Schon mal als Vorgeschmack auf meinen eigenen OFDb-Artikel, den ich wohl morgen Abend online stelle, hier noch ein kleines Portrait, welches auf screen/read erschienen ist.

2 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (26-08-13)”

  1. Moritz sagt:

    Hm, ich finde ja, bei deutschem Genre darf man ruhig so etwas wie Welpenschutz empfinden. Klar, das meiste ist Schrott. Aber Lost Place, gstern in der Sneak gesehen, gehört echt schon zur besseren Kategorie und erhebt sich weit über den üblichen Plagiatsbrei. Der Film bietet zwar wenig Neues, v.a. für eingefleischte Genrefans, aber es ist halt ein Film für Teenager, das merkt man und das zeigt ja auch schon die FSK ab 12.

    Insofern seltsam, dass der Kollege von cinetastic.de das sogar erkennt, aber zum Makel umformuliert. Ich glaube sehr wohl, dass der Film ausschließlich die Intention hat, deutsches Genre einem jungen Publikum zugänglich zu machenm, und das finde ich gar nicht o verkehrt. Mir hat er trotzdem auch Spaß gemacht, v.a. weil er interessante Themen anreißt und Aspekte deutscher Nachkriegsgeschichte behandelt, die mir gar nicht so bekannt waren. Und er hat durchaus seine spannenden Momente, das muss man ihm schon lassen. So kann es ruhig weitergehen mit dem deutschen Genrefilm.

  2. Marco Koch sagt:

    Ich bin auch dafür, dass man zarte Pflänzchen nicht gleich wieder zertrampelt. Und wenn jemand einmal nicht versucht, krampfhaft Hollywood oder anderen Vorbildern sklavisch nachzueifern, hat er schon mal meine volle Sympathie, auch wenn das Endprodukt vielleicht dann nicht so toll geworden ist. Von „Lost Place“ habe ich bisher nur über cineastic.de gehört, aber Dein Kommentar hat mich jetzt doch neugierig gemacht. Auch wenn ich es weiterhin blöd finde, wenn deutsche Filme unbedingt einen „coolen“ englische Titel haben müssen 😉

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