Aufruf: Die Schauburg sucht dringend Zeitzeugen!

Von , 29. Juli 2012 17:52

Im September feiert die heutige Schauburg ihr 30-jähriges Jubiläum.
Zu diesem Anlass soll es im Foyer eine Ausstellung über die lange und wechselhafte Geschichte des Kinos – das 1929 das erste für Tonfilme eingerichtete Kino in ganz Bremen war- geben.

Momentan wird dafür Material gesammelt, doch vor allem aus der Zeit Ende der 70er bis 1982, als die Schauburg zu einem schmuddeligen Pornokino verkommen war, fehlen noch Bilder und Geschichten.
Generell freuen sich die Veranstalter aber über jede Erzählung oder jedes Foto, das noch etwas von der Geschichte und dem Wandel der Schauburg in den letzten 83 Jahren erzählen kann.

Wer etwas dazu beitragen möchte, kann eine Email entweder ans Filmforum Bremen schicken (ich leite diese dann weiter) oder gleich direkt an

Jule Osten, j.osten@hfk-bremen.de
Lisa Späthe, l.spaethe@hfk-bremen.de

DVD-Rezension: „Der Mönch“

Von , 29. Juli 2012 15:21

Spanien im 18. Jahrhundert. Ambrosio wird als Findelkind vor der Tür eines Klosters gefunden. Die Mönche nehmen ihn auf, und Ambrosio entwickelt sich zu einem gottesfürchtigen und tugendhaften Mönch mit einem natürlichen Talent für Predigten. Von überall her kommen die Menschen, um ihn sprechen zu hören. Als eines Tages ein neuer Novize, der sein schrecklich entstelltes Gesicht hinter einer Maske verstecken muss, ins Kloster aufgenommen wird und gleichzeitig eine junge Nonne durch Ambrosios Schuld ums Leben kommt, scheint das Böse Einzug ins Kloster zu halten…

Mit „Der Mönch“ realisierte der französische Regisseur Dominik Moll nach „Harry meint es gut mit Dir“ und „Lemming“ seinen dritten Spielfilm und realisiert damit erstmals einen Kostümfilm. Seinen Stil hat er dabei aber beibehalten. Wie im direkten Vorgänger „Lemming“ zeichnet sich auch „Der Mönch“ durch eine dichte, aber langsame Erzählweise aus, bei der nie so richtig klar wird, ob sich die Geschehnisse nun in der Realität oder nur in der Vorstellung des Protagonisten abspielen. Erstmals arbeitet Moll mit einer Vorlage. Sein aktueller Film basiert auf einer berühmten „Gothic-Horror“-Novelle des Engländers Matthew J. Lewis aus dem Jahre 1796. Den Horror kann man auch in der Adaption fühlen, aber hier kommt dieser eher aus dem Inneren des Mönches Ambrosio. Der Roman ist bereit 1972 unter dem Titel „Der Mönch und die Frauen“ von Adonis Kyrou mit Franco Nero und Nathalie Delon in der Hauptrolle verfilmt worden (1990 gab es noch eine kleine spanisch-englische Produktion, die ebenfalls auf dem Buch beruhte). Dies sollte scheinbar ursprünglich ein Projekt des großen Luis Buñuel werden, da dieser das Drehbuch zusammen mit seinem langjährigen Partner Jean-Claude Carrière schrieb. Auch in Molls Version sieht man, was den Kirchenkritiker Bunuel an dem Stoff gereizt haben muss.

Ist es nur Ambrosios unterdrückte Lust, die die scheinbaren Geister und finsteren Mächte auf den Plan rufen? Existieren die fantastischen Elemente dieser Geschichte wirklich oder sind sie Ausläufer eines durch einen Insektenbiss hervorgerufenen Fiebers, welches Ambrosios stoische Ehrbarkeit erschüttert und ihn zum Sklaven seiner verborgenen Triebe macht? Hat ihn wirklich der Teufel verführt oder haben die Erzählungen der Sünder bei der Beichte etwas in ihm zum Leben erweckt, was er nur mühsam unterdrücken kann? Stammen daher seine mörderischen Kopfschmerzen?

Moll inszeniert das Ganze zwar als klassischen Gruselfilm, lässt aber nie einen Zweifel daran, dass die ganze Geschichte auch ganz natürliche Ursprünge haben kann. Dass es eigentlich die lustfeindliche und lustunterdrückende Kirche ist, die den tugendhaften Mönch Ambrosio zerstört und nicht irgendwelche Teufel und Dämonen aus der Hölle. Manchmal verzettelt sich Moll etwas in kleinen Spielereien, bringt seine Geschichte ansonsten aber ruhig und konsequent zu Ende.

Zunächst ist man als Zuschauer etwas irritiert, da drei – scheinbar nur am Rande miteinander verknüpfte -Geschichten erzählt werden. Neben dem ehrbaren Mönch wird noch über ein junges Pärchen berichtet, welches sich über Standesunterschiede hinwegsetzen muss, und von einer jungen, entehrten Nonne. Doch relativ schnell wird klar, wie diese Geschichten miteinander in Verbindung stehen. Und dies ist dann auch ein Punkt, den man durchaus kritisieren kann. Überraschungen gibt es in „Der Mönch“ keine. Wenn erst einmal die ersten kleinen Knoten entwirrt sind, sieht man schon gleich das ganze Strickmuster vor sich. Wenn der geheimnisvolle, maskierte Valerio im Kloster auftaucht, dann wird es wohl nur sehr wenige Zuschauer geben, die nicht sofort dessen Maskerade durchschauen (insbesondere in der deutschen Fassung, wo die Synchronstimme einen gleich auf die richtige Fährte lockt). Und von diesem Punkt aus führt die Linie ganz schnell zum endgültigen Untergang Ambrosios, welches dann ebenfalls komplett überraschungsfrei bleibt.

Trotzdem schafft es Moll den ganzen Film über, sein Publikum durch seine Inszenierung mit sicherer, ruhiger Hand und durch sein Auge für ausdrucksstarke Bilder in den Bann zu ziehen. Dabei hilft ihm auch die unwirkliche, karge, spanische Landschaft, die das Kloster umgibt. Ein Symbol für das asketische, lustfeindliche Denken der Mönche hinter ihren Klostermauern. Demgegenüber ist die Welt, in der sich die Liebenden tummeln, bunt. Auch Ambrosio hat sich mit seinem kleinen Rosengarten ein Stück Gefühlsleben, abgetrennt vom Klosterleben, bewahrt. Viel Symbolismus also, aber keiner, der dem Betrachter ständig penetrant ins Gesicht springt.

Große Unterstützung hat Moll in seinem Hauptdarsteller Vincent Cassel. Dessen hagere, asketische Gesichtszüge – hinter denen das permanente Lodern einer unterdrücken Leidenschaft zu spüren ist – passen perfekt zu seiner Rolle. Zudem spielt Cassel dankeswerterweise sehr zurückhaltend, ja fast minimalistisch. Dies tut der Rolle gut und bietet einen angenehmen Kontrast zu seinen übertrieben körperlichen Darbietungen in z.B. „Eastern Promises“.Ferner sollte noch die passende Musik von Almodovars Hauskomponist (und Träger des Bremer Filmpreises 2010) Alberto Igleasias erwähnt werden, die natürlich – wie sollte es bei diesem Thema auch anders sein – Choräle benutzt und die Handlung punktgenau kommentiert.

Wer allerdings einen ausgewachsenen Horrorfilm erwartet, der wird zwangsläufig enttäuscht und gelangweilt sein. Wer allerdings offen für ein feingesponnenes, psychologisches Drama mit übernatürlichen Akzenten, über Selbstverleugnung und die Repressionen des Zölibats, ist, der wird belohnt werden.

Die DVD ist bis auf die bei Ascot Elite fast schon standardmäßige leichte Schwarzschwäche – zumindest sind auf meinem Panasonic Plasma-Fernseher die Schwarztöne immer nur ein sehr dunkles Grau – mit einem sehr guten Bild ausgestattet. Der O-Ton ist dynamisch und in den Musikpassagen vielleicht etwas zu laut abgemischt. Einen richtigen Bock hat Ascot Elite allerdings bei den Extras geschossen. Da wird ein „Making Of und Interviews mit Vincent Cassel und Dominik Knoll (sic!)“ angekündigt. Dieses 33-minütige Dokument befindet sich auch tatsächlich auf der DVD, leider wurden hier die Untertitel vergessen. So sind das, sicherlich spannende und aufschlussreiche, Making Of und die Interviews für Nicht-Französischsprechende vollkommen nutzlos.

Rezension: „The Dark Knight Rises“

Von , 28. Juli 2012 23:26

Acht Jahre sind seit „The Dark Knight“ vergangen. Nachdem Batman die Schuld am Tod Harvey Dents auf sich genommen und diesen dadurch zu einem Helden gemacht hat, ist es ruhig in Gotham City geworden. Batman ist seitdem verschwunden, auf den Straßen sorgt die Polizei für Sicherheit. Doch ein Sturm zieht auf. Der Söldner Bane fällt über Gotham her und ihm folgen Zerstörung und Anarchie. Als Batman aus den Schatten zurückkehrt und Bane stellen will, scheint er seinen Meister gefunden zu haben…

Nachdem der dritte Teil der Nolan’schen „Batman“-Saga nun vom einfachen Sequel zum gesellschaftlichen Ereignis hochgejazzt wurde, stellt sich die Frage, ob der Film die gewaltigen Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, überhaupt stemmen kann. Vorab geisterten ja schon die ersten durchaus auch kritischen Meinungen zum Film durch das Netz. Ebenso wurden die idiotischen Kommentare einiger Pubertierender auf der Seite „Rotten Tomatoes“ zum Anlass genommen, ein – leider absolut typisches – Internetphänomen zu einer großen Geschichte vom wütenden Mob aufzublasen. Die Tragödie von Aurora im US-Bundesstaat Colorado, bei der  ein Irrer während der „The Dark Knight Rises“-Premiere ins Publikum schoss,  tat ein Übriges dafür, den Film tagelang in den Schlagzeilen, nicht nur des Feuilletons, zu halten.

Aber was ist nun mit dem Film selber? Erst einmal ist er ein erschlagendes 169-Minuten-Bombardement der Sinne. Man hat permanent das Gefühl, in Bewegung zu sein, da die Handlung mal diesem, mal jenem Charakter folgt. Batman selber ist nur eine Figur von vielen, ja, er wird fast schon zum Nebendarsteller in seinem eigenen Film. Der Polizist John Blake (tadellos gespielt von Joseph Gordon-Levitt) ist mindestens gleichwertig angelegt. Auch vermeintliche Nebencharakter wie Jim Gordon (wieder einmal überzeugend: Gary Oldman) und Catwoman (umwerfend sexy:  Anne Hathaway) sind elementar wichtig für die Handlung und werden mit einer erstaunlichen Tiefe ausgestattet.

Fast fühlt man sich wie in einer dieser TV-Serien um eine Hauptperson und sein Team, wo auch immer wieder das eine oder andere Team-Mitglied im Vordergrund steht. Durch diese Vorgehensweise behält der Film ein durchgängig hohes Spannungsniveau, was allerdings zu Lasten klassischer Dramaturgie geht. Der Film bildet einen permanenten Höhepunkt, ohne dass es  einzelne Auf und Abs, oder die eine spektakuläre Szene gäbe, über die am Ende alle sprechen. Das kann auf die Dauer ziemlich erschöpfend sein.

Nolan hat ein sehr gutes Gespür für Architektur und Räume. Damit gelingt es ihm, Gotham City als einen Ort zu erschaffen, in dem man sich recht schnell heimisch fühlt. Der einen einlädt, einzutreten in die Welt von Bruce Wayne, seinen Freunden und Feinden. Dabei hilft es sehr, wenn man die beiden vorangegangenen Teile gesehen hat. Denn bereits dort wurden Figuren wie Lucius Fox oder der treue Butler Alfred Pennyworth so liebevoll und lebendig gezeichnet, dass man sich ihnen jetzt sofort wieder nah fühlt, wenn sie die Leinwand betreten.

Zudem ist es angenehm erfrischend, dass hier auf das mittlerweile übliche 3D-Brimborium bewusst verzichtet wird. Überhaupt versprüht der Film einen angenehm klassisch-handfesten Charme. Die CGI werden nicht inflationär eingesetzt und wenn – bis auf die Szene im Football-Stadion – eher dezent. Bei den vielen Verfolgungsjagden lässt Nolan richtiges Blech und keine Pixel krachen. So etwas kennt man von den großen Sommer-Blockbustern schon gar nicht mehr und das führt einmal mehr vor Augen, warum Filme früher mehr „Gewicht“ hatten.

Christopher Nolan baut seinen Film in mehreren Schichten auf, bei der jede einer Figuren zugeordnet ist. Diese Schichten sind aber durchlässig und interagieren miteinander. Man könnte fast sagen, dass „The Dark Knight Rises“ ähnlich funktioniert, wie die verschiedenen Traumebenen in seinem „Inception“ (mit dem er sich auch viele Darsteller teilt: Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Michael Caine, Marion Cotillard und Cillian Murphy).

Da ist einmal Batman, dessen vermeintlicher Sieg im zweiten Teil der Saga („The Dark Knight“) in Wirklichkeit eine Niederlage war. Er hat sich für eine Lüge geopfert, und nur diese Lüge hält Gotham zusammen. Er selber kann nicht wieder zurückkehren, ohne diese Lüge zu gefährden. Seine dunkles „Alter Ego“ muss unterdrückt werden, der menschliche Halt für seine Bruce Wayne-Seite (Rachel Dawes, gespielt  von Maggie Gyllenhaal ) konnte er nicht retten, was Schuldgefühle in ihm hervorruft. Ohne „Batman“ ist Bruce Wayne nicht vollständig. Bruce Wayne weiß das und hat doch Angst davor, etwas zu ändern. Dann gibt es die Ebene mit Jim Gordon, der ebenfalls unter der Lüge Harvey Dent leidet. Er ist als Polizist der Wahrheit verpflichtet und muss doch lügen, um den Status Quo zu halten. Sein stoischer Kampf gegen das Böse ist auch ein Versuch, sich davon rein zu waschen.

Die heimliche Hauptfigur des Filmes, John Blake, kämpft ohne Maske gegen das Böse. Er ist Polizist, ein einsamer Wolf ohne Beziehungen (darin Batman nicht unähnlich) und aufgrund einer privaten Tragödie ebenso besessenen davon, das Richtige zu tun, wie Batman.  Aber er ist kein Superheld, sondern ein einfacher Mensch. Was zeigt, dass in jedem ein Superheld stecken kann, auch wenn er sich dessen nicht bewusst ist und dies auch gar nicht anstrebt.

Und dann haben wir da noch das Proletariat (Bane, Catwoman), das sich gegen die herrschende Klasse (Börse, Firmenvorstände) auflehnt. Die Reichen, die nur für ihren Hedonismus leben (schön gezeichnet auf der Wohltätigkeitsparty oder in den Dialogen der Börsianer) und das „Volk“, das gefrustet ist und von den Mächtigen daran gehindert wird,  ein besseres Leben führen zu können (Catwoman/Selina Kyle, die genau dies dem Milliardär Bruce Wayne vorwirft; Bane der dieses Gefühl als skrupelloser Agitator ausnutzt). Dieser Zusammenstoß zwischen Arm und Reich führt unweigerlich zur Katastrophe, zur Zerstörung, Anarchie und Gesetzlosigkeit (bei diesen Szenen steht eindeutig die Französische Revolution Pate, Nolan selber nennt auch „Eine Geschichte aus zwei Städten“ von Charles Dickens als Inspirationsquelle). Gerettet werden kann die Welt nur, wenn Arm (Selina Kyle/Catwoman) und Reich (Bruce Wayne/Batman) zusammenarbeiten. Nur dann gibt es Hoffnung, das Chaos zu bewältigen. Dies erinnert dann schon sehr an das Ende von Fritz Langs „Metropolis“, mit seiner Aussöhnung zwischen den Bewohnern der Oberstadt und den Arbeitern. Und wem diese Interpretationsansätze dann aber zu viel und zu weit hergeholt sind, für den kann „The Dark Knight Rises“ immer noch eine hervorragende Comic-Verfilmung sein , bei der für den Fan viele kleine Anspielungen auf die Comic-Serie (Banes erster Kampf mit Batman, die Verwendung von Elementen der „Knightfall“ und „No Man’s Land“-Storylines u.ä.) zu finden sind.

Aber auch ein Film wie „The Dark Knight Rises“ ist nicht ganz ohne Makel. So hat man das Gefühl, dass aus dem Bösewicht Bane noch sehr viel mehr hätte gemacht werden können. Die Figur ist natürlich in keinster Weise mit dem, von Heath Ledger so genial verkörperten, Joker zu vergleichen – dazu sind sie einfach zu verschieden – aber trotzdem fehlt das letzte Quäntchen, um Bane als einen wirklich bedrohlichen Gegner darzustellen. Was verwundert, da Tom Hardy eigentlich in allen seinen Filmen durch eine große Präsenz auf der Leinwand aufgefallen ist. Vielleicht ist es die Maske, die den größten Teil seines Gesichtes verdeckt oder die fürchterliche deutsche Synchronstimme. Wer Tom Hardy jemals im Original gehört hat, kennt seine markant, raue-heisere Stimme. Seine Synchronstimme hier ist weitaus heller, überschlägt sich sogar manchmal und wirkt dadurch eher lächerlich-komisch. Wobei dies im Original ähnlich sein kann, da Hardy in Interviews betonte, die Stimme an einen irischen Boxer angelegt zu haben.

Und selbstverständlich könnte man Christopher Nolan vorwerfen, dass er im Grunde simple Geschichten erzählt, die er nur dadurch verkompliziert, dass es so viele sind und er sie dann so geschickt übereinanderstapelt, dass ihre Einfachheit  nicht auffällt. Man kann aber auch sagen, dass gerade darin Nolans  großes Talent besteht und er seinen Zuschauern genau das gibt, wonach sie lechzen: Großartige und gar nicht dumme Unterhaltung.

Schade, dass „The Dark Knight Rises“ der letzte Teil der Serie sein soll, den er weckt großen Appetit auf mehr. Wie auch – um ein letztes Mal diesen Vergleich zu ziehen – eine gute TV-Serie das Warten auf die neue Staffel zur Qual machen kann.

Zum Abschluss ein paar Worte zur Vorstellung im Bremer „IMAX“. Die speziell für das IMAX hergestellten Szenen in 1:1,44 warten mit einer unglaublichen Brillanz auf und nutzen die Leinwand komplett aus. Die normal gefilmten Szenen in 1:2,35 sind von der Bildqualität auch sehr gut, fallen gegenüber den IMAX-Szenen aber etwas ab. Ein echtes Manko ist allerdings der Ton. Bei der Vorpremiere im IMAX war dieser viel zu laut und weit jenseits der Schmerzgrenze. Gleich bei der fulminanten Eröffnungsszene taten einem die Ohren weh. Und das nicht nur bei den Effektszenen, sondern auch bei den Dialogen (insbesondere, wenn Bane spricht). Das ist sehr anstrengend und macht keinen Spaß. Zumal der Lärm auch die Boxen im IMAX deutlich überlastete.

“Weird Xperience” im City 46: „Ich, ein Groupie“

Von , 26. Juli 2012 17:49

Und wie jeden Monat folgt nun der kurze Werbeblock für die Reihe, die Stefan Mibs und ich gemeinsam im Kommunalkino Bremen machen.

Dieses Mal werde ich, urlaubsbedingt, die Einleitung alleine bestreiten müssen. Statt Stefan habe ich dann aber den neuen Trailer zur Reihe dabei. Sozusagen als „Weltpremiere“.

Diesen Monat gibt es wieder was aus den guten, alten 70ern und zwar einen schier unglaublichen Streifen mit Ingrid Steeger, Rolf „Big“ Eden, Hell’s Angels und den Bands „Birth Control“ und „Murphys Blend“: „Ich, ein Groupie“.

Ich zitiere mich mal schnell selber:

Zwei junge Mädchen nehmen in London an einem Open Air Konzert teil. Eine von ihnen, Vicky, verliebt sich dabei in den Sänger einer Rockband. Nach einer Nacht voller Sex und Hasch bleibt sie aber am nächsten Morgen alleine zurück. Im Glauben, dass ihre Gefühle erwidert werden, folgt sie der Band durch Europa. Doch diese Reise führt sie geradewegs in eine Hölle aus Drogen und Gewalt.

Kaum ein Film erfüllt das Versprechen Sex, Drugs & Rock’n’Roll so umfassend, wie dieser Schweizer Bergdiamant. Ich – ein Groupie“ ist ein wilder Ritt durch die Zeit der Hippies und der sexuellen Revolution. Dabei zeigt der Film aber keinen „Summer Of Love“, wie in Woodstock, sondern die große Desillusion nach Altamont. „Ich – ein Groupie“ ist eine aufregende Mischung aus Sex und Rockern, Musik und Drogen. Garniert mit Auftritten echter Hells Angels und der legendären Krautrocker „Birth Control“. Mittendrin eine blutjunge Ingrid Steeger, auf dem Weg zu der deutschen Sex-Ikone der 70er Jahre. Und das delirende Finale dieses Filmes ging die Filmgeschichte ein. Zumindest in die Filmgeschichte, welche in den Bahnhofskinos geschrieben wurde.

Neben Ingrid Steeger ist auch der Edel-Playboy Rolf Eden, Besitzer des sagenumwobenen „Big Eden“-Nachtclubs in Berlin, zu sehen.

Mehr Text zum Film gibt es unter: http://weird-xperience.de/

Achtung: Aufgrund des abgespeckten Sommerprogramms im City 46, fängt die Sause diesmal schon eine Stunde eher, also um 21:30 Uhr, an.

Originalfassungen in Bremen: 27.07.12 – 01.08.12

Von , 25. Juli 2012 13:16

Der dunkle Ritter schlägt alle Konkurrenten in die Flucht. Nur das kleine, tapfere Kommunalkino leistet noch Widerstand. Ja, die Woche steht ganz im Zeichen von „The Dark Knight Rises“. Da möchte ich gerne an eine andere, fledermausaffine Spezies erinnern: Im City 46 läuft Roman Polanskis „Tanz der Vampire“. Im Original und auf 35mm. Freude!

The Dark Knight Rises – Cinemaxx, Do.-Mi. immer um 19:30 und in der Schauburg, So. und Mi. um 21:00 – Durch unzählige Teaser und Trailer im Internet schon seit Monaten als DAS Ereignis 2012 angepriesen, kehrt Batman ein letztes (?) Mal auf die große Leinwand zurück. Das bewährte Team um Christopher Nolan und Christian Bale verspricht: Größer, mächtiger, epischer. Anne Hathaway ist als Catwoman dabei, der großartige Tom Hardy als Bane und Liam Neeson gibt ein zweites Mal den Ra’s al Ghul. Da bleibt nur zu hoffen, dass auch gekleckert und nicht nur geklotzt wird. Ein Übermaß an Schurken und Action brach ja schon Sam Raimis drittem „Spider-Man“ das Genick. Mal schauen, heute Abend gehe ich rein. Allerdings gewungenermaßen in die deutsche Fassung.

Woody Allen: A Documentary – Gondel, So., 29.7. um 15:00- US-amerikanische Dokumentation über einen der großen Meister des Kinos: Woody Allen. Diese Doku bekommt zwar gemischte Kritiken, soll aber für Einsteiger in das Thema sehr geeignet sein.

Beginners – City 46, Do.-Mi. immer um 20:00 – US-amerikansiche Komödie, über die ich schon viel Gutes gehört habe. Ewan MacGregor muss sich damit zurecht kommen, dass sein Vater (Oscar für Christopher Plummer!) totkrank ist… und einen jungen Liebhaber hat.

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Wilhelm S. Burroughs: The Man Within – City 46, Do.-Mi. um 19:30 – Dokumentation über den bedeutenden Autoren und Künstler. Eine Ikone mit einem bewegenden Leben.

Tanz der Vampire – City 46, Do. und So.-Mi. immer um 21:30 – Roman Polansikis großartige und legendäre Vampirfilm-Parodie. Mit der wunderschönen Sharon Tate und Musik von Krzysztof Komeda. Endlich mal in der O-Fassung und nicht der verfälschenden deutschen Synchro zu sehen. Und das Ganze noch in 35mm… ein Traum!

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Sneak Preview – Schauburg, Mo. 30.07. um 21:45

DVD-Rezension: „Der komische Kintopp“

Von , 24. Juli 2012 12:15

Charlie Chaplin, Buster Keaton, Laurel & Hardy… vielleicht noch Harold Lloyd. Diese Komiker aus der goldenen Stummfilmzeit kennt man noch heute. Wer in den 70ern und frühen 80ern aufgewachsen ist, erinnert sich sicherlich auch an die beliebten ZDF-Reihen „Männer ohne Nerven“ oder „Väter der Klamotte“, in denen die Torten flogen,  Männlein und Weiblein akrobatisch durch die Luft flogen oder sich mit Fußtritten in den Hintern wilde Duelle lieferten. Slapstick wird diese Filmkunst genannt und eigentlich ausschließlich mit US-amerikanischen Kurzfilmen, z.B. der oben genannten Künstler, assoziiert.

Dass es schon sehr früh eine deutsche Slapstick- und Komödienszene gab, dürfte selbst Kennern der Materie eher unbekannt sein. So verwundert es nicht, dass die großen Komödienstars aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg heute – mit Ausnahme des großartigen Karl Valentin – allesamt schon lange in Vergessenheit geraten sind. Dabei war die deutsche Komödien-Produktion durchaus produktiv. Allein ein Gerhard Dammann brachte es zwischen 1913 und 1925 auf sagenhafte 200 Filme. Ganz ähnlich sein Kollege Rudi Bach, der ab 1912 in nur 10 Jahren 78 Komödien fertigstellte.

Wunderbarerweise gibt es aber das Hamburgische Centrum für Filmforschung – Cinegraph -, welches sich aktiv um das Deutsche Filmerbe kümmert. Dort ist auch der Filmhistoriker Hans-Michael Bock beheimatet, der nun seine Schatzkammer mit Raritäten, die er in europäischen Archiven ausfindig gemacht und zum Teil kurz vor dem Zerfall des Filmmaterials gerettet hat, öffnet. Das Resultat sind die auf dieser DVD, „Der komische Kintopp“  – Kintopp ist volkstümlich vom Begriff „Kinematograph“ abgeleitet-, versammelten 16 deutsche Komödien aus den Pioniertagen des Kinos vor 1920.

Die Zusammenstellung wird musikalisch begleitet von der Stummfilmpianistin Marie-Luise Bolte und dem Opium-Salonorchester. Ursprünglich konzepiert ist das Ganze als sechsteilige TV-Serie für Arte. Die Filme sind daher in sechs Gruppen von jeweils 25 Minuten eingeteilt. Vor jedem Film hört man einen, von Ulrich Tukur eingesprochenen, kurzen Text zur historischen Einordnung und zum Verständnis. Ferner gibt es nach den Filmen immer nette, zeitgenössische Einblendungen, die einem z.B. einen guten Nachhauseweg wünschen oder auf Verhaltensregeln im Kino aufmerksam machen.

Als Extra wird eine sehr kurze Einleitung über das Kino in der Kaiserzeit vorangeschickt. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, für den hält die DVD im CD-ROM-Teil eine ganz besondere Überraschung bereit. Dort findet man eine PDF-Datei, welche das von Hans-Michael Bock und Wolfgang Jacobsen herausgegebene Heft „FilmMaterialen 10: Der komische Kinotopp“ enthält. Hier kann man, neben vielen zeitgenössischen Texten, auch einen Auszug aus Jan-Christoph Horaks „Schadenfreude: Deutsche Filmkomödien und Karl Valentin“, sowie den umfangreichen Text „Frühe deutsche Filmkomödien 1895-1917“ von Thomas Brandlmeier lesen.

 

Die Filme

Die Macht des Walzers (1908)

Dies ist der älteste Film in dieser Sammlung. Er zeigt nicht nur ein Beispiel für die frühe Zeit des humoristischen Films, Weiter lesen 'DVD-Rezension: „Der komische Kintopp“'»

Open-Air-Kino 2012 – Teil 3: Delmenhorst, Vegesack und Bremen-Neustadt

Von , 18. Juli 2012 22:07

Hoffen wir mal, dass Ende des Monats doch noch die Sonne rauskommt und einen sonnigen August einläutet. Ansonsten muss man wohl das Open-Air-Kino des „Weser Kuriers“ unterm Schirm und im Anorak verfolgen. Also: Die Hoffnung nicht aufgeben.

Wie jedes Jahr ist der „Weser-Kurier,“ powered by Cinemaxx, wieder in und um Bremen herum aktiv.

Der Startschuss erfolgt in Delmenhorst auf der Burginsel. Dort wird am 28. Juli um 22:00 Uhr der Film „Russendisko“ gezeigt (der ja auch zwei Wochen später am Schlachthof läuft). Zur Erinnerung: Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle in diesem, auf dem bekannten Roman von Wladimir Kaminer basierenden, Film, welcher von den Schwierigkeiten russischer Immigranten, im Berlin nach dem Fall der Mauer, handelt.

Weiter geht es am 11. August in Vegesack im Stadtgarten. Diesmal um 22:30 Uhr startet der Film „Für immer Liebe“. Der Film ist eine US-amerikanische Romanze über ein junges Ehepaar, bei dem die Frau nach einem Verkehrsunfall ihr Gedächtnis verliert. Somit muss der Ehemann von neuem um ihre Liebe kämpfen, was sich als nicht so einfach herausstellt.

Und zu guter Letzt kann man am 25. August in der Bremer Neustadt in den Neustadtswallanlagen/Südbad um 22:00 UhrTürkisch für Anfänger“ lernen, wenn der erfolgreiche Kinofilm zur deutschen TV-Serie gezeigt wird.

Originalfassungen in Bremen: 19.07.12 – 26.07.12

Von , 18. Juli 2012 21:39

Neben den guten alten Bekannten der letzten Woche spielt die „Zweite Chance“ im City 46 groß auf und bringt, neben dem Thatcher-Portrait „Die eiserne Lady“, auch den neuen Film von Alexander Payne. „The Descendants“ mit George Clooney. Aber das alles wird natürlich überstrahlt von DEM Blockbuster der Saison (zumindest bis „Prometheus“ und der neue Bond anlaufen). Die große Flatter beginnt mit einer Preview in Cinemaxx und Schauburg am 25.07.: „The Dark Knight Rises“.

The Dark Knight Rises – Cinemaxx, Mi. 25.7. um 19:30 und Schauburg, Nacht vom 25. auf den 26. um 0:00 Uhr – Durch unzählige Teaser und Trailer im Internet schon seit Monaten als DAS Ereignis 2012 angepriesen, kehrt Batman ein letztes (?) Mal auf die große Leinwand zurück. Das bewährte Team um Christopher Nolan und Christian Bale verspricht: Größer, mächtiger, epischer. Anne Hathaway ist als Catwoman dabei, der großartige Tom Hardy als Bane und Liam Neeson gibt ein zweites Mal den Ra’s al Ghul. Da bleibt nur zu hoffen, dass auch gekleckert und nicht nur geklotzt wird. Ein Übermaß an Schurken und Action brach ja schon Sam Raimis drittem „Spider-Man“ das Genick. Die Spannung steigt.

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Ice Age 4 – Cinemaxx, Fr., So. und Mi. jeweils 20:15 – Die drei fröhlichen Eiszeit-Kumpels Manni, Diego und Sid gehen in die vierte Runde. Natürlich, wie es heute Usus ist, in 3D. Das Eichhörnchen Scrat verursacht auf seiner ewigen Suche nach der Nuss eine globale Katastrophe und unsere Helden müssen gegen Piraten bestehen.

The Amazing Spider-Man – Cinemaxx, Sa. und Mo. um jeweils 19:30 – Meine Filmbesprechung.

Woody Allen: A Documentary – Schauburg, Fr., So. und Mo. jeweils 14:45 – US-amerikanische Dokumentation über einen der großen Meister des Kinos: Woody Allen. Diese Doku bekommt zwar gemischte Kritiken, soll aber für Einsteiger in das Thema sehr geeignet sein.

The Descendants – City 46, Do.-Mi. immer 20:00 –  Der Film war dieses Jahr einer der großen Favoriten bei Oscars. Gewonnen hat er letztendlich nur die Trophäe für das beste adaptierte Drehbuch. In dem Film von Alexander Payne (About Schmidt, Sideways) spielt George Clooney einen Familienvater, der nach dem Unfall seiner Frau versucht, eine Beziehung zu seinen beiden Töchtern aufzubauen.

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Die eiserne Lady – City 46, Do.-Mi. immer 19:30 – Biographie der britischen Premierministerin Margaret Thatcher, die für ihre knallharte Politik den Spitznamen “Eiserne Lady” bekam und beim einfachen Volk nicht gerade beliebt war. Der Film beschäftigt sich auch mit ihren späten Jahren, in denen sie an Alzheimer erkrankte. Für ihre Thatcher-Darstellung wurde Meryl Streep umjubelt und mit dem Oscar ausgezeichnet. Der Film selber hat eher zwiespältige Kritiken erhalten.

Sneak Preview – Schauburg, Mo. 23.07. um 21:45

DVD-Rezension: “14 Schwerter”

Von , 16. Juli 2012 15:04

China im 11. Jahrhundert. Der Yang-Clan beschützt seit Jahrhunderten das Land vor Feinden. Als Yang Zongbao, der Anführer der Yangs, im Kampf gegen die feindlichen Xia fällt, machen sich die Witwen des Yang-Clans auf, den Xiao gegenüberzutreten.

Jackie Chan produziert das Remake eines Shaw-Brothers-Klassikers.  Und dann noch eines des sehr beliebten „14 Amazons“ aka „Die Rache der Gelben Tiger“. Garniert wird das Ganze mit vielen wunderschönen Frauen und der große alte Dame des Martial-Arts-Kinos, „Golden Swallow“ herself, Cheng Pei-Pei. Was soll da schon großartig schief gehen? Die Antwort lautet leider: Alles.

Regisseur Frankie Chan scheint von allen guten Geistern verlassen gewesen sein, als er „14 Schwerter“ drehte.  Mit dem vielen Geld, das er zur Hand hatte, weiß er rein gar nichts anzufangen. Sein Film sieht trotzdem aus wie eine Low-Budget-Laienspielvorführung. Und in Sachen Schauspielführung muss Herr Chan ebenfalls noch kräftig lernen. Wenn in „14 Schwerter“ jemand stirbt, gibt er gleich den sterbenden Schwan. Auch sonst ist viel zu viel Enthusiasmus in den Darstellungen vorhanden. Vom technischen Standpunkt aus gesehen muss man leider konstatieren, dass „14 Schwerter“  auch hier einen eher amateurhaften Eindruck macht. Das fängt bei den grottenschlechten CGI-Effekten an, die beinah schon an selige C64-Zeiten erinnern, und geht über die Kampfchoreographie weiter, die noch nicht einmal den Anschein erwecken möchte, als würden hier reale Menschen reale Kämpfe durchführen. Sofern man bei den schnellen Schnitten, Computergrafiken und an Seilen hängenden Darstellern überhaupt noch von so etwas wie Choreographie sprechen mag.

Und was, bitte schön, ist mit Frankie Chans Augen los? Sieht er denn nicht, dass seine Figuren in JEDER Actionszene viel zu schnell aufgenommen sind, und egal, ob sie nun durch die Wüste laufen, reiten oder kämpfen, sich wie Figuren in einem Stummfilm, der zu schnell abgespielt wird, bewegen? Was soll das? Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass sich alle Darsteller in den Kampfszenen sehr langsam bewegt haben müssen und jetzt mit Zeitraffer Tempo erzeugt werden soll. Das sieht einfach nur dämlich aus. Wie die Keystone-Cops auf Speed. Die These, dass Frankie Chan seines Augenlichts beraubt wurde, untermauert auch die Wahl seiner Darsteller. Der junge Yang Wenguang soll laut Geschichte 18 Jahre sein, sein Darsteller Xiao Ming Yu sieht aber aus wie Mitte 20 und damit fast so alt, wie die auf jung geschminkte, 32jährige Cecilia Cheung, die seine Mutter (!) spielt. Dem Fass den Boden ausgeschlagen wird aber mit der Besatzung der Großmutter von Yang Wenguang. Eine wunderschöne Dame, gewiss, aber sie sieht aus, wie gerade einmal um die 40.  Gänzlich verschwendet ist  Cheng Pei-Pei, als Urgroßmutter (!), die aussieht, wie ein unter einem Gummihelm gepresster Teletubby, und die zumeist nur dekorativ in der Gegend herumsitzen darf.

Überhaupt mal ein Wort zur Handlung: Verworren, zu lang und dann auch noch völlig ohne irgendwelche Empathie für einen der Charaktere. Manchmal bekommt man gar nicht mit, wer jetzt gerade gestorben ist und welche Funktion er oder sie in der Geschichte ausgeübt hat. Es ist einem auch egal. Von den dümmlichen und platten Dialogen spreche ich jetzt gar nicht erst. Interessanterweise soll der Film ja scheinbar zeigen, dass Frauen ebenso gut kämpfen können wie Männer. Dieser, na ja, nennen wir ihn mal wohlwollend „feministische“, Ansatz wird aber ad adsurdum geführt, weil sich durch die Bank ALLE Damen wie hysterische, kleine Teenie-Mädchen verhalten.

Regelrecht nervtötend  ist die monotone Art, mit der Frankie Chan Bedeutung und Action vorgaukelt. Die Einstellung beginnt immer irgendwo im Nichts und dann wird die Kamera dramatisch herumgerissen und mit einem schrecklich bedeutungsvollen WUUUUUMMMSSS auf eine Person gezoomt. Das mag beim ersten Mal, und wenn man noch nie einen Film gesehen hat, noch Wirkung erzielen. Aber auch der gutmütigste Zuschauer aller Zeiten dürfte dieser Mätzchen spätestens beim 10x überdrüssig sein.

Aber vielleicht hat Frankie Chan auch die ganze Sache missverstanden und glaubte, er solle eine Parodie drehen. Dies würde nicht nur das hemmungslose Overacting, sondern auch die, sagen wir mal „fantasievollen“, Kostüme erklären. Wenn dem so sein sollte, dann ist er allerdings auch mit diesem Versuch gescheitert, denn diese Ansammlung an Blödsinn und Inkompetenz lädt hier und dort zwar in der Tat zum Lachen ein, aber es ist ein freudloses, mittleidiges Lachen.

Ich gebe zu, ich habe es nicht geschafft, den Film in einem Rutsch zu gucken. Nach 45 Minuten war erst einmal Pause und Erholung angesagt. Zu den restlichen 100 Minuten konnte ich mich nur mit schier masochistischer Selbstüberwindung zwingen. Aber, was soll ich sagen? Es wurde nicht besser. Somit ist der Abspann am Ende noch das einzig Positive. Denn nicht nur ist der Film endlich aus, es werden auch, nach guter, alter Jackie-Chan-Manier, nette und lustige  Impressionen vom Dreh gezeigt.

Mehr lohnt es sich nicht, über dieses Desaster zu schreiben. Deshalb zum Abschluss nur noch ein paar kurze Worte zur DVD. Diese liegt in einer sehr ansprechenden Bild- und Tonqualität vor. Die Synchro ist okay. Als einziges Extra hat es der Trailer auf die Scheibe geschafft.

Open-Air-Kino 2012 – Teil 2: Schlachthof

Von , 15. Juli 2012 16:25

Nach dem verregneten Juli sollten alle Kinofreunde die Daumen drücken, dass es im August endlich schöne, laue Abendstunden gibt. Dann nämlich öffnet wieder das Open-Air-Kino am Schlachthof in Findorff seine Pforten.

Stilecht werden in der Arena alle Filme als 35mm-Kopien gezeigt.

Den Auftakt macht am Samstag, den 11. August, um 22:00 Uhr, der skurrile, irische Krimi „The Guard – Ein Ire sieht schwarz„, welcher von einem alten, dickköpfigen, zynischen Landpolizist in Irland handelt, der mit einem farbigen FBI-Beamten aus den USA zusammenarbeiten muss. Über den Film habe ich an dieser Stelle schon ausführlich geschrieben.

Weiter geht es am Samstag, den 18. August, wieder um 22:00 Uhr, mit der deutschen Bestsellerverfilmung „Russendisko„. Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle in diesem, auf dem bekannten Roman von Wladimir Kaminer basierenden, Film, welcher von den Schwierigkeiten russischer Immigranten, im Berlin nach dem Fall der Mauer, handelt.

Update: Am Samstag, den 25. August, wird der Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ gezeigt. Der Film hatte im März schon mit 6,5 Millionen mehr Zuschauer als der erfolgreichste Film des Vorjahres, immerhin „Harry Potter“. Und in einigen Kinos läuft der immer noch hat hat die 8 Mio.-Grenze hinter sich gelassen.

Update 07.08.: Der Homepage des Kulturzentrums Schlachthof ist zu entnehmen, dass der – mittlerweile für den 31.08. angekündigte – Film „Ziemlich beste Freunde“ aus „technischen Gründen“ ausfällt.

Und zu guter Letzt wird es witzig-gruselig, wenn Tim Burtons „Dark Shadows“ am Freitag, den 31. August um 22:00 Uhr über die Leinwand huschen.  Johnny Depp, Eva Green, Michelle Pfeiffer und natürlich „Frau Burton“, Helena Bonham-Carter, spielen die Hauptrollen in dieser Neuverfilmung einer Grusel-Soap-Opera aus den späten 60er/frühen 70er-Jahre. Auch hierüber habe ich schon so einiges geschrieben.

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