Das Bloggen der Anderen (14-11-16)

bartonfink_type2– Schwanenmeister informiert auf Negative Space über das Radio-Hörspiel „Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“, welches mit Bela B. und Oliver Rohrbeck (unter anderem) zugkräftig besetzt wird, und bei dem neben dem legendären Rainer Brandt auch der wunderbare Christian Keßler seine Feder im Spiel hatte.

– Einer der für mich besten und interessantesten deutschen Regisseure ist Roland Klick, der es leider nur auf eine Handvoll Filme brachte, die allerdings alle sehenswert (oder mehr) sind. „Supermarkt“ ist und bleibt einer meiner Lieblingsfilme. Gregor Torinus stellt auf Hard Sensations den Mann und sein Werk vor.

– Lukas Foerster widmet sich auf Dirty Laundry nicht nur Hubert Franks Film „Vanessa“, sondern auch dem ganzen Phänomen deutscher Erotikfilm der ausgehenden 70er Jahre.

– Michael Brandtner beschäftigt sich auf Freude am Film mit G.W. Pabsts „Westfront 1918“ und klopft ihn auf die These ab, dass Pabsts Film gelungener als „Im Westen nichts Neues“ sei.

– Udo Rotenberg untersucht auf Grün ist die Heide den deutschen Tourismusfilm und nimmt sich als einen der ersten Prototypen Hans Deppes „Unter Palmen am blauen Meer“ vor.

– Oliver Armknecht interviewt auf film-rezensionen.de den Regisseur Sebastian Hilger, dessen Sci-Fi-Mystery-Film „Wir sind die Flut“ derzeit überall sehr positiv besprochen wird. Außerdem stellt er den indischen Thriller „Psycho Raman“ vor, der eindrucksvoll zeigt, dass Bollywood nicht nur Drama und Musik ist, sondern auch finstere Themen kann.

– Thomas Ressel schreibt auf Daumenkino über Chan-Wook Parks neuen Film „The Handmaiden“.

– Lucas Barwenczik stellt auf B-Roll die Filme des irischstämmigen Regisseurs und Drehbuchautors John Michael McDonagh vor. Patrick Holzapfel mit einem kurzen Nachruf auf den großen Leonard Cohen.

– Auf dem Blog des frischgebacken Gewinner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums Patrick Holzapfel, Jugend ohne Film, schreibt sein Kollege Rainer Kienböck über den neuen Film von Woody Allen und das DOK Leipzig Festival.

– Von der DOK Leipzig 2016 berichtet auch Lukas Stern auf critic.de

– Romano Scavolini ist (leider) immer noch ein Regisseur, der hierzulande – wo man in der Regel nur seinen „Nightmare in a Damaged Brain“ kennt – entdeckt werden muss. L’amore in città leistet dazu einen beitrag und stellt seinen avantgardistischen Mafiafilm „Servo suo“ von 1973 vor.

– Christian entdeckt auf Schlombies Filmbesprechungen das Werk Mario Bavas. Darunter auch unbekanntere Werke wie „Vampire gegen Herakles“ und „Eine Handvoll blanke Messer“.

– Heiko Hartmann schreibt auf Allesglotzer über Duccio Tessaris eher ungewöhnlichen Giallo „Das Messer“, besser bekannt als „Blutspur im Park“, der ihm ausgesprochen gut gefallen hat.

– Ich liebe es einfach. Mauritia Meyer von Schattenlichter war mal wieder unterwegs. Bei ihren Ausflügen zu diversen Filmfestival hat sie immer mal wieder hier und dort einen Zwischenstopp eingelegt und kurzerhand alle Drehorte des Grusel-Giallos „Die rote Dame“ mit Barbara Bouchet aufgesucht. Die wundervolle Bildgalerie findet man hier.

– Sean S. Cunnighams „Freitag, der 13.“-Nachfolger „A Stranger is Watching“ war mir bisher gänzlich unbekannt. Dank Oliver Nöding und seinem Blog Remember It For Later habe ich jetzt zumindest mal etwas darüber gelesen. Vom Alice-Cooper-Vehikel „Monster Dog“ des berüchtigten Claudio Fragasso kannte ich zumindest das Cover. Werde ich mir als alter Alice-Fan auch irgendwann mal anschauen. Vielleicht gefällt er mir ja sogar besser als Oliver. Immerhin mag ich ja auch das stumpfe „Raise Your Fist and Yell“-Album.   Zudem sei hier auch auf das Buch „Sauft Benzin, ihr Himmelhunde“ hingewiesen, bei dem Oliver Co-Autor ist.

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DVD-Rezension: „Ausgeburt der Hölle“

ausgeburtEine außerirdische Intelligenz will im Alleingang die Erde erobern. Dazu will es zunächst die Gedanken der Tiere und der nicht ganz so klugen Menschen kontrollieren. Sein Raumschiff geht in der Ödnis der kalifornischen Wüste nieder. Dort hält sich die Familie Kelley gerade so mit ihrer Dattelplantage über Wasser. Besonders die Frau des Hauses, Carol (Lorna Thayer) leidet unter der schlechten Lage und der Einsamkeit so weit draußen. Ihr Frust entlädt dabei sich immer wieder an der Tochter Sandra (Dona Cole). Und dann gibt es noch „Er“, ein stummer Farmarbeiter (Leonard Tarver) der in einem Schuppen lebt. Bald schon kommt es zu unerklärlichen Vorfällen: Die Tieren greifen die Menschen an! Als der Nachbar der Kelleys seiner Kuh zum Opfer fällt, versucht Familienvater Allan Kelley (Paul Birch) Hilfe zu holen…

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Ausgeburt der Hölle“ ist eine jener 50er-Jahre-Billig(st)-Produktionen, die Roger Cormans Ruf als einfallsreicher und effizienter Produzent festigten. Der Film macht große Versprechungen – laut Originaltitel soll er von einer „Bestie mit einer Million Augen“ handeln – die natürlich nie eingehalten werden. Die titelgebende „Ausgeburt der Hölle“ stellt sich als niedliche Puppe heraus, die keine 50cm groß ist. Die „Millionen Augen“ als telepathische Fähigkeiten, die sich aber nur auf Tiere und geistesschwache Menschen anwenden lässt. So fällt „Ausgeburt der Hölle“ dann prinzipiell mehr in die Rubrik Tierhorror, auch wenn hier nur Vögel (fast immer offscreen), eine Kuh, ein Hund und der merkwürdige Typ im Schuppen unter den Einfluss einer teuflischen, außerirdischen Intelligenz fallen. Dabei kann man dann erleben, dass Kühe sich wahrlich nicht besonderes für Grusel und Schrecken eignen. Ebenso wenig wie Hunde, die freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn sie angeblich Menschen bedrohen.

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Das fehlende Budget merkt man an allen Ecken und Enden. Dass der sinistere Außerirdische als Ausgangspunkt für seine Invasion keine Großstadt, sondern ein gottvergessenes Fleckchen Erde irgendwo im Niemandsland wählt, ermöglicht es Corman und seinen „Einmal und nie wieder“-Regisseur David Kramarsky – von Haus aus eigentlich Produzent – das Ganze als Kammerspiel mit sehr reduziertem Personal zu drehen. Die Darsteller bemühen sich dann auch redlich, die dünne Geschichte und die teilweise haarsträubenden Dialoge mit einem souveränen Ernst zu füllen. Allerdings lässt sie dabei das von Tom Filer verfasste Drehbuch ein ums andere Mal im Stich. So wird die Mutter zunächst als frustrierte Ehefrau mit eifersüchtigem Hass auf die Tochter eingeführt, nur um diesen potentiell spannenden Konflikt schnell wieder zu vergessen. Der Vater darf das Hohelied auf die amerikanischen Familienwerte anstimmen und dass er seine Frau und Tochter allein mit einem unheimlichen Kerl, der der Tochter heimlich nachstellt und in seinem Schuppen unzählige Pin-Up-Poster anstarrt, zurücklässt, ist auch weniger glaubhaft.

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Doch um Glaubhaftigkeit geht es hier auch gar nicht, sondern um Ökonomie. Und wie hier mit den nicht vorhandenen Mitteln umgegangen wird, nötigt einem doch einigen Respekt ab. Auch wenn das Resultat eher komisch als gruselig geraten ist. Die schönste Innovation ist es da sicherlich, dass das unheimliche Funkeln in den Augen der unter Einfluss stehenden Tiere, durch einfaches Zerkratzen des Filmmaterials entstand. Und dass der Höhepunkt der außerirdischen Bedrohungsszenarien – ein Angriff tausender Vögel auf einen Pick-Up-Truck – einfach nur erzählt, aber nicht gezeigt wird. Das muss man sich auch erst einmal trauen. Trotz seiner kurzen Spielzeit von nur 75 Minuten muss man „Ausgeburt der Hölle“ allerdings auch einige Längen attestieren, die daraus resultieren, dass man die Zeit mit Elementen des Familiendramas strecken wollte, was leider gar nicht funktioniert.

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Mehr ein faszinierendes Stück Filmgeschichte als ein wirklich guter Film. „Ausgeburt des Bösen“ ist ein Paradebeispiel für die Ultra-Low-Budget Filme der 50er, für das Schüren von falschen Erwartungen durch Titel und Werbung, sowie der Kunst ohne Geld doch irgendwie einen Film auf die Beine zu stellen. Für den geneigten Filmfreund daher durchaus interessant.

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Der Film ist als Nummer 4 in der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ erschienen. Die Bildqualität ist erstaunlich gut. Viel besser, als es der Film eigentlich verdient. Was die Extras angeht, so hat Anolis dem Film gleich zwei Audiokommentare spendiert. Einen mit Wicked-Vision-Chef Daniel Peree und Ingo Strecker. Und der zweite mit Dr. Rolf Giesen. Neben der deutschen Kinofassung ist noch die amerikanische Kinofassung enthalten, die sich beide minimal voneinander unterscheiden. Der „Bonus“ der deutschen Fassung ist es vor allem, dass sich hier die leuchtenden Augen der besessenen Tiere finden, welche durch ein zerkratztes Negativ entstanden. Ferner gehören zu den Extras noch eine animierte Bildergalerie mit seltenem Fotomaterial, sowie der deutsche und der amerikanische Trailer zum Film. Ein 16-seitiges Booklet von Ingo Strecker mit vielen Abbildungen und interessanten Hintergrundinformationen runden die Veröffentlichung ab.

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„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 17 erhältlich

35mm-17Das neue „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ ist nun käuflich zu erwerben. Titelthema ist das britische Kino. Hierzu habe ich diesmal einen längeren Artikel über die sogenannte „Sadean Trilogy“ (das sind die Filme „Das schwarze Museum“, „Der rote Schatten“ und „Augen der Angst“) und die damalige Zensur-Situation, in der sie entstehen konnten, verfasst.

Übrigens, wer sich es sich zutraut und einmal selber einen Artikel für das „35 Millimeter Retro-Filmmagazin“ schreiben möchte, kann sich gerne an mich (als stellvertretenden Chefredakteur) oder direkt ans Magazin unter info@35mm-retrofilmmagazin.de wenden.

TITELSTORY: BRITISH CINEMA

– Eine kurze Geschichte der Filmförderung in Großbritannien.
– Alexander Korda – Ein Ungar mischt die britische Filmindustrie auf.
– Augen der Angst – Britanniens Psycho.
– THE PRODUCT OF A DISEASED MIND – Die „Sadean Trilogy“ der Anglo-Amalgamated und die britische Filmzensur.
– The Archers Rundgang durch das Werk.
– GAINSBOROUGH PICTURES – Wo Frauenherzen höher schlugen und Alfred Hitchcock deutsch lernte.
– British New Wave und Tony Richardson Von Spülbecken-Realismus und zornigen, jungen Männern.
– Margaret Rutherford – Die Grande Dame des britischen Kinos.

DAS WERK EINES MEISTERS IST ZU ENTDECKEN Friedrich Wilhelm Murnau – Teil 3: Ein Dichter, der einem Schatten nachjagt.

RUBRIK: ORIGINAL & REMAKE – Ben Hur

RACHE IST SÜSS Der frühe Rape-Revenge-Film

OPFERGANG UND IMMENSEEZeugen einer gefährlichen Zeit

DIE RACHE DER GALERIE DES GRAUENS Schrei wenn der Tingler kommt & Ausgeburt der Hölle

KOLUMNE: CINEMAZZURRO – Der Kampf um Troja (1961)

OLIVE THOMAS – Eine Moritat aus den frühen Tagen Hollywoods  – Teil 3: Skandal in Paris

Heft #17 kann man HIER für € 4,00 zzgl. Versand beziehen.

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Das Bloggen der Anderen (07-11-16)

bartonfink_type2– So, Stifte fallen lassen, zurücklehnen und lesen. Heiko Hanel hat für Hard Sensations ein langes und sehr interessantes Interview mit Dominik Graf geführt, bei dem auch ausführlich auf die neusten Filme „Am Abend aller Tage“ und „Zielfahnder: Flucht in die Karpaten“ eingegangen wird.

– Passend darauf weist schwanenmeister auf negative space darauf hin, dass die neuste Ausgabe des Magazins „Revolver“ aus einem sehr, sehr langen Gespräch besteht, an dem auch viele Autoren aus dem Hard Sensations-Umfeld teilnahmen.

– Normalerweise verlinke ich auf nichts, was nicht im weitesten Sinne „Blog“ ist . Daher behelfe ich mir hier mal mit einer Krücke und erwähne, dass Christoph Hochhäusler auf seinem Blog Parallel Film auf ein Interview verlinkt hat, welches er mit dem Musikexpress zum Thema Genrekino in Deutschland führte.

– Nochmal Dominik Graf: Simon Kyprianou bespricht auf Die Nacht der lebenden Texte dessen Polizeiruf-Folge „Some on the Water“.

– Christian Witte hat ja letzte Woche schon auf den „Heimatfilme“-YouTube-Kanal hingewiesen. Lukas Foerster stellt nun auf Dirty Laundry den dort zu findenden Film „Höllische Liebe“ von Geza von Cziffra vor.

– Ebenfalls weiter mit dem Output des „Heimatfilm“-Kanals beschäftigt sich auch wieder Christian Witte selber in seinen Wöchentlichen Tipps.

– Harald Mühlbeyer berichtet für B-Roll von den Hofer Filmtagen. Während ihn Thomas Stillers „Die Haut der Anderen“ trotz interessanter Prämisse enttäuscht hat, gefiel ihm der neue Film von Chris Kraus, „Die Blumen von Gestern“, sehr gut. Sehenswert ist wohl auch die Doku „Frank Zappa: Eat That Question!“ von Thorsten Schütte. Rochus Wolff schreibt über die Magie imaginärer Freunde in Kinderfilmen.

– Auf seinem eigenen Kinderfilmblog stellt Rochus Wolff drei seiner Meinung nach besonders sehenswerte Kinderfilme vor. Da spitze ich schon mal die Feder und schreibe mit…

– Lukas Stern war für critic.de auf dem DOK Leipzig.

– Bedingt filmrelevant, doch da der Musiker vor allem als beliebter und einflussreicher Regisseur bekannt ist, möchte ich hier auf einen Konzert-Bericht von Christian Genzel auf seinem Blog Wilsons Dachboden hinweisen. Denn bei dem Musikus handelt es sich um niemand geringeren als John Carpenter.

– Klingt gut. „Wir sind die Flut“ ist ein SciFi-Mystery-Drama aus deutschen Landen und hat Oliver Armknecht von film-rezensionen.de sehr gemundet.

– Interessant, aber auch herausfordernd klingt auch der japanische Film „Forma“ von Ayumi Sakamoto, über den Yavuz Say auf Schneeland schreibt.

– Nach China verschlägt es diesmal david von Whoknows presents. Er hat sich den Film „Frühling in einem kleinen Haus“ von 1948 vorgenommen und sich sehr ausführlich mit diesem spannenden Kleinod beschäftigt.

– Den muss ich auch mal wieder gucken: Sergio Martinos Okkult-Giallo „Die Farben der Nacht“ (irgendwie vergesse ich bei dem ständig die Handlung – macht nix, kann ich den halt öfter mal gucken). Funxton fand den jedenfalls prima.  Ebenfalls bei funxton zu finden: Eine spannende und wie ich finde überraschende Interpretation des tollen Austro-Thrillers „Ich seh, ich seh“. Sehr lohnenswert.

„Harte Ziele“ im Doppelpack gibt es bei JackoXL auf Die drei Muscheln.

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Blu-ray-Rezension: “Der Pirat von Shantung”

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Ma Yung Cheng (Cheng Kuan-Tai) ist ein armer Bauernsohn aus der Provinz Shantung, der mit seinem Freund Hsiao Chiang-pei (Cheng Kang-Yeh) nach Shanghai kommt, um hier sein Glück zu machen. Hier geraten sie schnell zwischen die Fronten, denn die Stadt ist zwischen den beiden Gangsterbossen Yang (Nan Chiang) und Tan Sze (David Chiang) aufgeteilt. Der böse Yang nutzt die „vier Meister“, um seinen Teil der Stadt unter der Knute zu halten. Als Ma Yung Cheng einen der Meister besiegt, ist der Konflikt vorprogrammiert. Tan Si hingegen ist ein ehrenvoller Gangster und wird schnell zum Vorbild für Ma. Nachdem Ma ihn mit seinen Kampfkünsten und seiner unerschütterlichen Ehre beeindruckt hat, überlässt ihm Tan Si ein kleinen Teil seines Gebiets. Ma klettert die Gangsterkarriere-Leiter schnell herauf und ist sehr beliebt. Doch Yang schmiedet bereits einen teuflischen Plan, um Ma Yung Cheng und Tan Si für immer loszuwerden.

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

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Mit „Der Pirat von Shantung“ startete Cheng Kuan-Tai seine langlebige Karriere bei den Shaw Brothers. Zuvor auf kleine Neben- und Statistenrollen beschränkt, konnte der hochtalentierte Kämpfer nun in seiner ersten Hauptrolle zeigen, dass er locker einen ganzen Film allein tragen kann. Wobei er hier noch prominente Hilfe in Gestalt von David Chiang bekommt. Dieser spielt die kleine, aber sehr prägnante Nebenrolle eines Gangsterbosses, der dem von Cheng Kuan-Tai gespielten Ma Yung Cheng als Idol und Vorbild dient. Gegenüber dem sehr physischen, bodenständigen Cheng Kuan-Tai, der einen stoischen, rauen Schauspielstil mitbringt, hebt sich David Chiang nicht nur durch seine extrem geschmackvolle Kleidung und ein gewinnbringendes Lächeln hervor. Wenn es daran geht, Füße und Fäuste zu schwingen, so ist es eine Freude beiden zuschauen. Wobei Cheng Kuan-Tais Stil kraftvoller und athletischer wirkt, während Chiang mehr geschmeidig und tänzerisch daherkommt. Für die Rolle des Ma Yung Cheng kann man sich kaum einen besseren als Cheng Kuan-Tai vorstellen, der mit stoischer Wucht und einer gewissen bäuerlichen Naivität durch Shanghai pflügt. Die damals ausgesprochen populären Darsteller David Chiang und Ti Lung wären hier vollkommen fehl am Platze gewesen, Allenfalls Alexander Fu-Sheng könnte man sich noch als „Pirat von Shantung“ vorstellen, aber dessen Zeit war noch nicht gekommen.

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„Der Pirat von Shantung“ war eine der erfolgreichsten Produktionen der Shaw Brothers und legte den Grundstein zu einer ganzen Flut von Filmen, die sich mit Aufstieg und Fall eines Gangsterbosses beschäftigten. Cheng Kuan-Tai selber sollte noch im selben Jahr wieder auf die Straßen von Shanghai zurückkehren, um im Sequel „Der Mann mit der Tigerpranke“ nochmals einen aufstrebenden Gangsterboss zu spielen. Trotz der epischen Dauer von 130 Minuten schafft es der Film, durch ein durchgehend hohes Tempo keine große Längen aufkommen zu lassen. Positiv fällt dabei auf, dass die Story nicht primär dazu dient, einzelne Kampfszenen miteinander zu verbinden, sondern sich diese organisch aus der Handlung ergeben. Was aber nicht heißen soll, dass die Kämpfe nicht spektakulär wären. Besonders in Erinnerung bleibt der exotische Kampf zwischen Cheng Kuan-Tai und dem riesigen Italiener Mario Milano, der schon ein wenig den legendären Fight zwischen Bruce Lee und Kareem Abdula Jaba in „Bruce Lee – Mein letzter Kampf“ vorweg nimmt. Herzstück ist aber das 15-minütge Finale, welches zu den blutigsten, brutalsten und spektakulärsten Schlachtszenen gehört, die je in den Shaw Brothers Studios entstanden sind. Hier spritzt der rote Lebenssaft als ob damit das ganze Studio undekoriert werden sollte. Und Cheng Kuan-Tais Ma Yung Cheng beweist Nehmerqualitäten und Steh-Auf-Mentalität, die ihres Gleichen sucht.

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Regisseur Chang Cheh teilte sich bei diesem Film den Regiestuhl mit Choreograph Hsueh Li Pao (wobei auch der spätere Regiesuperstar John Woo hier als Regieassistent beteiligt war, ebenso wie der später berüchtigte Viel- und Billigfilmer Godfrey Ho). Angeblich schoss Chang Cheh aufgrund seines engen Terminkalenders nur die Nachtszenen, während er die Tagszenen seinem, in den Titeln unerwähnten, Co-Regisseur überließ. Auch wenn dem so sein sollte, „Der Pirat von Shantung“ ist ein echter Chang Cheh geworden. Nicht nur, was das blutige Todesballett und die routiniert-stilsichere Inszenierung angeht. Auch liegt Chang Chehs Fokus wieder mehr auf den Männerfreundschaften, als auf der hastig eingeflochtenden Liebesgeschichte, die sich nie wirklich entwickelt. Was sehr schade ist, denn mit Li Ching hatte man eine gute und charismatische Darstellerin zur Hand. Hier wird sie aber auf den Status eines dekorativen Ausstattungsstückes reduziert. Lediglich in einer Szene, wenn unser Held in einem Bordell zu sehr dem Alkohol frönt und seine Geliebte in eine der dortigen Damen hinein imaginiert, wird überhaupt darauf Bezug genommen, dass sich dort zarte Bande bilden. Sehr viel sorgfältiger wird da die gegenseitige Faszination zwischen Ma Yung Cheng und dem „guten“ Gangster Tan Sze thematisiert, ja romantisiert. Ebenso wie die brüderliche Liebe zwischen Ma Yung Cheng und seinem besten Freund Hsiao Chiang-pei, der von dem auf diese Art von Rollen spezialisierten Kang-Yeh Cheng gespielt wird.

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„Der Pirat von Santung“ gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Filmen des fleißigen Shaw Brothers Studios, sondern katapultierte den bis dahin unbekannten Cheng Kuan-Tai in die erste Liga der Kung-Fu-Stars. Zurecht, denn der Film liefert nicht nur die Blaupause für unzählige Nachahmer, sondern steuert zielsicher und trotz seiner Länge ausgesprochen kurzweilig einem extrem blutigen Finale zu, welches zu den spektakulärsten seiner Gattung gehört.

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Wie immer ist „Der Pirat von Shantung“ in der empfehlenswerten „Shaw Brothers Collector’s Edition“-Reihe als Blu-ray/DVD-Kombo erschienen. Das Bild der Blu-ray lässt keine Wünsche offen. Neben der alten deutschen Kinosynchronisation, ist noch eine 2. deutsche Synchronisation von 2005 mit dabei. Die alte deutsche Kinofassung war damals um satte 40 Minuten Handlung erleichtert worden. Wie das dann aussah, kann man man sich hier ebenfalls anschauen, denn die Kinofassung wurde auf Basis des neuen HD-Masters rekonstruiert und ist auf der Scheibe ebenfalls enthalten. Die Stellen, die damals für die deutsche Kinofassung nicht synchronisiert wurden, werden auf der „Kinofassung-Tonspur“ mit der Zweisynchronisation von 2005 aufgefüllt, was recht irritierend wirkt, da die Unterschiede echt deutlich zu hören sind. Bis auf ein Booklet mit Aushangfotos und Trailern gibt es keine weiteren Extras.

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Das Bloggen der Anderen (31-10-16)

bartonfink_type2– Das wichtigste Thema der Woche ist bevorstehende Vernichtung des deutschen Filmerbes. Vielleicht ist das etwas hart ausgedrückt, denn immerhin soll das Material ja vorher noch digitalisiert werden. Doch alle Experten sind einig: Analoge Filme müssen analog bewahrt werden. Frédéric Jaeger schreibt auf critic.de über die deprimierenden Hintergründe. Sonja M. Schultz berichtet von den Hofer Filmtagen und verreisst nebenbei Werner Herzogs neuen Spielfilm.

– Alex Matzkeit stellt auf real virtuality das Langfilmdebüt seines Freundes Sebastian Mattukat vor.

– Patrick Holzapfel berichtet auf Jugend ohne Film weiterhin von der Viennale, die eins seiner liebsten Filmfestivals ist. Allerdings gibt es auch „Störungen“.

– Manfred Krug ist tot. Einen kurzen, aber schönen und persönlichen Text hat Christoph Hochhäusler auf Parallel Film geschrieben.

– Lucas Barwenczik schreibt auf B-Roll darüber, wie problematisch Technologiekritik im Kino und in Serien ist.

– Es ist immer wieder faszinierend, wie viele interessante Filme das vielgescholtene deutsche Nachkriegskino hervorgebracht hat, die heute fast vollständig aus dem Gedächtnis verschwunden sind. Gut, dass es Udo Rotenberg und seinen Blog Grün ist die Heide gibt, der sich dieses Missstandes annimmt und diesmal Wolf Rillas Film „Die zornigen jungen Männer“ von 1960 vorstellt.

SDB-Film erinnert daran, dass es auch immer wieder gute Genrefilme aus Deutschland gibt. Und das nicht erst seit gestern. 2010 kam z.B. „Rammbock“ in die Kinos und ins Fernsehen. Sidney Scheringist von „dem kleinen Fernsehspiel“ des ZDF noch immer sehr angetan.

– Vom Filmemacher Axel Ranisch habe ich bisher noch keinen Film sehen können, er steht aber mit seinem deutschen Mumblecore hoch im Kurs. Abspannsitzenbleiber konnte er mit seinem vierten Spielfilm „Alki Alki“ begeistern.

Etwas vorhersehbar, aber trotzdem recht gelungen finden Morgen Luft von Cinematographic Tides das Langfilmdebüt „Schrotten!“ von Max Zähle, der bereits für seinen Kurzfilm „Raju“ oscar-nominiert war.

– Aktuell sorgen zwei deutsche Genre-Filme für Furore: „Der Nachtmahr“ und „Wild“. Völlig zurecht findet auch Oliver Armknecht von film-rezensionen.de

– Mauritia Meyer stellt auf Schattenlichter einen der besten italienischen Thriller der 70er Jahre vor: „Der Tod trägt schwarzes Leder“.

– Überraschung! Mel Gibson hat wieder einen neuen Film gedreht und laut funxton ist „Blood Father“ auch so richtig gut geworden.

– Matthias Holm macht sich auf Die Nacht der lebenden Texte viele Gedanken über den Meta-Horror „Cabin in the Woods“. Und Volker Schönenberger entdeckt „Dracula in Pakistan“.

– Candyman, Candyman, Candyman, Candyman, Candym..! Oliver Nöding auf Remember It For Later mit einigen klugen Gedanken zu Bernhard Roses Horrorfilm-Klassiker.

– Er hat seit seiner Premiere vor 28 Jahren kaum etwas an Aktualität eingebüßt: John Carpenters „Sie leben!“, den totalschaden auf Splattertrash noch einmal bespricht.

– Christian Witte weist auf Witte’s wöchentliche Tipps auf den sehr interessanten Youtube-Kanal „Heimatfilme“ hin, welcher der Kineos GmbH gehört, „die offiziell aus dem KirchMedia-Bestand lizensierte Versionen von Filmen wie „Komm mit zur blauen Adria“, „Holiday in St. Tropez“, „Sterne über Colombo“, „Die Gefangene des Maharadscha“, „Klassenkeile“ oder „Zwanzig Mädchen und die Pauker“ in recht fixer VÖ-Rate hochladen. Außerdem ist die Qualität MAZ-tauglich bis ausgezeichnet, was dem hiesigen Leser einige Freudentränen abringen dürfte.“

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Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

ol16_bAm zweiten Tag in Oldenburg stieß mein Weird-Xperience-Kollege Stefan zu mir und unser ähnlicher Filmgeschmack sorgte dafür, dass wir größtenteils dieselben Vorstellungen besuchten. Den Anfang machte ein walisischer Film im „Studio“. Ein Kino, welches ich bisher nicht kannte, und das seit diesem Jahr in der Kulturetage, gleich neben dem cineK, zu finden ist. Dafür wurde der Raum, in dem sich vor zwei Jahren noch die VIP-Lounge des Filmfestes befand, umgebaut. Man merkt deutlich, dass der sehr geräumige Raum ursprünglich nicht als Kino gedacht war, denn das Kino macht einen ähnlich „improvisierten“ Eindruck wie die Spielstätte im Theaterhof oder in der Exzerzierhalle. Aber die gerade im Gegensatz zur Exzerzierhalle sehr intelligent angebrachten Sitzreihen erlauben nicht nur einen hervorragenden Blick auf die große Leinwand, sondern sind auch sehr bequem. Etwas, was man durchaus zu schätzen weiß, wenn man im „Studio“ drei Filme hintereinander anschaut.

Regisseur Euros Lyn hat mit The Library Suicides seinen ersten Kinofilm realisiert. Vorher hatte er eine „Sherlock„- und diverse „Dr. Who“- und „Daredevil„-Episoden inszeniert. Das merkt man dann auch, da dem Film eine eigene Handschrift fehlt, und er tatsächlich auch stark an eine Folge einer ambitionierten TV-Serie erinnert. Das ist alles sehr professionell gemacht und schön fotografiert, aber sticht dabei nicht wesentlich aus ähnlich gelagerten, kompetent gefilmten Thrillern hervor. Punkten kann „The Library Suicides“ aber mit seinen wirklich lebendigen und liebenswerten Charakteren. Insbesondere Catrin Stewart spielt die optischen identischen, aber charakterlich sehr unterschiedlichen Zwillinge einfach sensationell gut. Aber auch Dyfan Dwyfor als sympathischer, etwas chaotischer Nachtwächter ist absolut liebenswert und lädt den Zuschauer ein, mit ihm mitzufiebern.

Der Film handelt von Weiterlesen

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Bericht vom 23. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 1

ol16_aWie jedes Jahr, zog es mich auch in diesem September wieder in das schöne Oldenburg. Das mittlerweile 23. Internationale Filmfest rief, und ich folgte dem Ruf nur allzu gerne. Und der Ruf war in diesem Jahr ungewöhnlich laut. Festivalleiter Torsten Neumann war ein schier sensationeller Coup gelungen. Ließen die bisherigen Stargäste des Festivals vor allem cineastisch interessierte Besuchern das Wasser im Munde zusammenlaufen, hatte er diesmal einen absoluten Megastar an die Ems locken können: Nicolas Cage. Böse Zungen werden nun behaupten, dass Herr Cage seine glanzvolle Zeit schon lange hinter sich hätte und nun mit billigen, direkt für das Heimkino produzierten Filmchen seine Brötchen verdienen muss. Diejenigen vergessen allerdings, dass Nicolas Cage mit dem richtigen Regisseur und einem guten Drehbuch noch immer ein grandioser Schauspieler ist. Und die Filme, in denen er dem Affen ordentlich Zucker gibt, sind gerade auch wegen ihm immer noch unterhaltsam. Dieser sehr schöne Text von Thorsten Bruns bringt es gut auf den Punkt. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Auf jeden Fall sorgte Cage sowohl für positive, wie auch zumindest diskutierbare Begleiterscheinungen. Positiv sind auf jeden Fall die Schlagzeilen, die das Filmfestival Oldenburg damit auch überregional machte und der daraus resultierende, gewaltige Enthusiasmus in der Stadt. Überall hörte man die Menschen über Cage sprechen, und natürlich machten auch die Filmemacher in den Frage-und-Antwort-Runden immer wieder Bemerkungen über den Superstar. Und vor allem: Die Leute strömten ins Kino! Die Filme mit Nicolas-Cage-Beteiligung waren im Nu ausverkauft. Und das färbte auch auf das restliche Programm ab. Erstmals passierte es mir, dass mein sorgsam zusammengestellter „Guck-Plan“ in sich zusammenbrach, weil die Karten im Vorverkauf alle weg waren. Das war für mich persönlich zwar in diesem Fall negativ, aber für das Filmfest natürlich klasse. Und da ich hier einmal an der Abendkasse noch erfolgreich war und dort auf interessante Alternativen ausweichen konnte, war es am Ende auch gar nicht so schlimm.

Diskutierbar ist die übermächtige Strahlkraft eines Nicolas Cage, die beispielspielweise die nicht minder großartige Amanda Plummer (die eigentlich nirgendwo in der Berichterstattung mehr auftauchte) vollkommen in den Schatten stellte. Und auch der junge französische Filmemacher Christophe Honoré, dem die Retrospektive gewidmet war, bekam dadurch nicht die Plattform, die er verdient hätte. Das ist schade, aber am Ende dürfte die Freude über die gelungene Werbung und die Zuschauerzahlen überwiegen. Wie immer, war ich nur zwei volle Tage anwesend. Freitag und Samstag. Ersteren musste ich noch ganz allein bestreiten, da mein Weird-Xperience-Kompagnon erst am Samstag dazustoßen sollte, und ich am Freitag leider auch sonst kein bekanntes Gesicht erblicken konnte. Also stürzte ich mich zunächst allein ins Getümmel und machte mich auf Richtung Casablanca.

The Noonday Witch von Jiri Sádek ist eine tschechische Psychodrama-Horrorfilm-Melange. Eine alleinstehende Mutter zieht mit ihrer kleinen Tochter in jenes Dorf, aus der ihr Ehemann stammt. Wo sich dieser aufhält, erfährt man zunächst nicht. Die Mutter behauptet ihrer kleinen Tochter gegenüber, er würde zu Ostern zurück kommen. Doch man kann rasch erahnen, dass dies nicht stimmt. Tatsächlich Weiterlesen

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Das Bloggen der Anderen (24-10-16)

bartonfink_type2– Da Christian Witte sehr enttäuscht darüber ist, dass sein Blogbeitrag der letzten Woche kaum angeklickt wurde, schiebe ich meine Empfehlung mal ganz nach oben (auch wenn seine Auslassungen über Guy Maddin mich hörbar mit den Zähnen knirschen ließen). Witte’s wöchentliche Tipps beschäftigen sich diesmal mit dem japanischen Gruseler „Curse of the Dog God“, mit der „Once Upon a Time in China“-Reihe und ihrer latenten Fremdenangst, Jet Li in „The One“ und vieles mehr.

– Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film war auf der Viennale und hat dort die neuen Filme von Jia Zhang-ke und Paul Thomas Anderson gesehen und fragt nach dem Sinn der dort ausgestellten Luftbilder. Andererseits hat er auf der Vienna aber auch wunderschöne Bilder gesehen, die gleichzeitig einfach, aber auch komplex sind. Ferner hat er einen langen Text über die Darstellung von Häusern und Heim im Film geschrieben, von dem er behauptet, er wäre „ein idealistischer Text, den einige wenige Personen womöglich verstehen können.“

– Patrick schreibt auch bei B-Roll und hat hier einen Text verfasst, der davon handelt, wie man Landschaft filmt. Über die Viennale berichtet hier dann Joachim Kurz. Lucas Barwenczik wettert zurecht gegen „Wohlfühlfilme“ mit eingebauter Glücksgarantie. http://www.kino-zeit.de/blog/b-roll/koenigreich-des-festgetackerten-laechelns-ueber-das-gluecksversprechen-des-wohlfuehlkinos

– Christian Genzel hat auf Wilsons Dachboden „Shaft in Afrika“ gefunden und setzt sich mit eingehend mit dieser Blaxploitation-/James-Bond-Melange auseinander.

– Endlich gibt es wieder Neuigkeiten auf L’amore in città! Diesmal schreibt Udo Rotenberg über Pasquale Festa Campaniles „La matriarca“ (deutscher Titel: „Huckepack“), der mir bisher noch unbekannt war. Die Hauptrolle spielt Catherine Spaak und unterstützt wird sie von einem Who-is-who des europäischen Kinos der 60er Jahre.

– An dieser Stelle mache ich jetzt einmal eine Ausnahme. Normalerweise verlinke ich keine Podcasts, da es hier um Blogs geht und man auch irgendwo eine grene ziehen muss. Doch heute weise ich mal auf Deep Red Radio hin, wo ein Interview mit meinem Bekannten Alex Wank zu hören ist, der neben seinem tollen Musik-Label Cineploit (gerade jetzt läuft bei mir die neuste Veröffentlichung, das Debüt von PAN/SCAN) auch Chef von Cinestrange Extreme ist, wo gerade eine Doku über den Kannibalenfilm Premiere feierte.

– Dass Joe D’Amatos „Sado – Stoss das Tor zur Hölle auf“ ein Remake ist, wissen die eingefleischten Italo-Fans. Christian von Schlombies Filmbesprechungen hat sich nun einmal das Original, „Das dritte Auge“ mit Franco Nero, angeschaut und fand es „sehenswert“.

Hauptsache (Stumm)Film nimmt sich diesmal des Michael-Curtiz/Errol-Flynn-Klassikers „Der Herr der sieben Meere“ an. Und ich bekomme direkt Lust auf etwas „Swashbuckler“-Action.

– Bluntwolf schreibt auf Nischenkino über den Niedergang der Hammer Studios und eine ihrer letzten klassischen Produktionen: „Frankensteins Höllenmonster“.

– Ich finde es immer wieder bewundernswert, wie viel und trotzdem immer sehr profund Oliver Nöding auf Remember it For Later schreibt. Diesmal fiel es mir wieder schwer, eine Auswahl der interessantesten Besprechungen zusammenzustellen. Letztendlich ahbe ich mich jetzt für den Auftakt einer Reihe von Pinku-eiga-Besprechungen („Female Teacher: Dirty Afternoon“), sowie einen mir bis jetzt unbekannten Spät-Giallo („Mystére“), Lamberto Bavas starken Debüt („Macabro“) und einen Geheimtipp („Lemora“) entschieden.

Funxton hat sich Michele Soavis „The Church“ angesehen. Irgendwie hat „The Church“ immer einen besonderen Platz in meinem Herzen. Funxton mag ihn auch, hat aber auch kritische Anmerkungen. Mario Bianchis berühmt-berüchtigten „Provinz ohne Gesetz“ beschreibt funxton als „bunter Kernblödsinn vom Feinsten“. Dafür hat ihn Larry Peerces „The Incident“ ziemlich aus den Socken gehauen. Letzterem widmet auch Christian Keßler in seinem neuen Buch ein schönes Kapitel. Das nur mal so nebenbei.

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Das Bloggen der Anderen (10-10-16)

bartonfink_type2– Gerade schloss das Filmfest Hamburg seine Pforten. In den Blogs kann man nachlesen, wie es denn so war und welche high- und Lowlights man als Nicht-Besucher verpasst hat. Till Kadritzke von critic.de war da, ebenso wie Rainer Kienböck von Jugend ohne Film, der den Stab von Patrick Holzapfel übernommen hatte, der sich zwischendurch zum Underdox-Festival in München verabschiedet hatte.

– Der Film über den in Hamburg am Meisten geschrieben wurde war „Elle“ von Paul Verhoeven. Rainer Knieböck nennt Isabelle Hupperts Darstellung „mit Sicherheit eine der besten Schauspielleistungen in Filmen der letzten Jahre“. Auch Christian Witte von cereality ist begeistert und meint: „Das Medium Film kann diese via Überhöhung eben teilweise präziser aussprechen als manch nüchterne Impression, die sich noch auf die Suche nach einer Reflexion begeben muss – und Verhoeven hat als Meister jenes Credos auch in der aktuellen Filmlandschaft kein Stück Kraft eingebüßt.“

– Noch mehr wurde über einen anderen Film geschrieben, der die tage in die Kinos kommt: „Blair Witch“, die überraschende Fortsetzung vom „Blair Witch Project“, welches bei der Produktion noch „The Woods“ hieß, um das Publikum zu überraschen. Regie führt Adam Wingart, das Drehbuch stammt von Simon Barrett. Beide haben schon den unterhaltsamen „You’re Next!“ und den wundervollen „The Guest“ verantwortet. Beste Voraussetzungen eigentlich. Doch die Kritiken sind sehr lauwarm bis abweisend kalt. Volker Schönenberger von Die Nacht der lebenden Texte: „Dass „Blair Witch“ dereinst einen Status haben wird, der über den einer Sequel-Fußnote des Horrorgenres hinausgeht, darf bezweifelt werden.“ stu von Die drei Muscheln: „Insgesamt ist Blair Witch also schon enttäuschend, obwohl er vor allem gegen Ende einige tolle Einstellungen und Momente zu bieten hat.“ LZ auf screen/read: „Wingard und Barrett (…) haben sich eine Menge Mühe gegeben, dem Original gerecht zu werden. Wer sich etwa auf Ostereiersuche begibt, wird reichlich fündig werden. Für einen rund 90-minütigen Fanfilm unter professionellen Bedingungen (unfassbar, wie viele Namen in den End Credits auftauchen) reicht das aus. Für die große Leinwand eher nicht.“ Going to the Movies meint: „„Blair Witch“ ist leider nichts Halbes und nichts Ganzes.“

– Funxton und Oliver Nöding haben zusammen Filme geguckt. Zweimal Action mit Scott Adkins. Und zwei Meinungen. Olivers über „Hard Target 2“ und „Close Range“ findet man wie gewohnt auf Remember It For Later. Funxtons Gedanken über die Fortsetzung des John-Woo-Films hier und seine kritischen Gedanken über den Neo-Western hier.

– Alex Matzkeit hat auf B-Roll einen schönen Text über die Faszination gescheiteter Filme geschrieben. Lucas Barwenczik zeigt auf, dass Untertitel nicht nur ein Mittel zum Zweck, sondern durchaus auch eine Kunstform sein können. Und Andreas Köhnemann fragt sich, ob jeder aktuelle Film wirklich episch lang sein muss und ob in der Kürze nicht auch die Würze steckt.

Ein großartiger Tipp von Sven Safarow auf Eskalierende Träume: Auf YouTube findet man den letzten Teil einer drei-teiligen Dokumentarfilmreihe über den Cannon-Gründer Menahem Golan: „A Farewell to Mr. Cinema“.

– Der Film „Der Schamane und die Schlange“ wurde mir schon von vielen Seiten ans Herz gelegt. Nun auch von Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de. Zudem erinnert er an die unglaubliche Cartoon-Serie „The Maxx“, die einst auf MTV lief, als dieses noch cool war. Die Comics auf welche die Serie basiert, sind mir auch gerade beim Umzug wieder in die Hände gefallen. Das waren seltsame Zeiten…

– Morgen Luft ist auf Cinematographic Tides sehr von dem meisterlichen „Der Bunker“ angetan. Einiges sehe ich etwas anders, aber in unserer Begeisterung sind wir uns einig.

– Christian Witte schreibt auf Witte’s Wöchentlich Tipps sehr ausführlich über Jim Jarmuschs neuen Film „Paterson“ (etwas nach unten scrollen). Interessant.

– Sebstian Schwittay von odd&excluded hat beim dritten Terza Visione Sergio Bergonzelli für sich entdeckt und sah nun dessen Film „La Sposina“, der ihn ebenfalls sehr begeisterte: „Ein wilder Zauber der Sinnesfreuden und eine triumphale Feier des Eros“.

– Den habe ich leider noch immer nicht gesehen, obwohl er zu den „Must-haves“ der italophilen Filmfreunden gehört: „Die rote Dame“ aka „Horror House“ mit Barbara Bouchet. Mauritia Mayer von Schattenlichter ist mir da voraus.

– „Der Nachtmahr ist der Urahn des klassischen, expressionistischen deutschen Horrors. Stylisch, melancholisch. Und auf ACID.“ Schreibt Sir Donnerbold auf sdb-film und ich freue mich jetzt schon sehr auf die kommende Heimkino-Veröffentlichung.

– Christian von Schlombies Filmbesprechungen ist hin und her gerissen von Kevin Smiths „Tusk“. Seine innere Zerrissenheit ist dabei fast mit den Händen zu greifen.

– Lukas Foerster schreibt auf Dirty Laundry über “A naissance de l’amour“ von Philippe Garrel.

– Flo Lieb kann mit Thomas Vinterbergs neuem Film „Die Kommune“ rein gar nichts anfangen. Warum, das erklärt er auf symparanekronemoi.

– Als ich irgendwann Mitte der 80er einmal „Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123“ im ARD-Spätprogramm gesehen habe, hat mich der Film recht verstört. Vor allem, weil der lustige Walter Matthau hier gar nicht so lustig war und der Film recht düster. Wird Zeit für eine Neusichtung. Bis dahin lese ich, was gabelinger auf Hauptsache (Stumm)Film so darüber schreibt.

Nächste Woche gibt es kein „Bloggen der Anderen“, da ich am Wochenende in Düsseldorf beim Delirio-Italiano.de-Forentreffen weilen werde.

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