Zeitungsartikel über Originalfassungen in Bremen

In der „Kreiszeitung“ findet sich heute ein interessanter Artikel über das Bremer Angebot an Filmen in der Originalfassung. Wobei sich der Artikel auf das Angebot im Cinemaxx konzentriert und der Schwerpunkt auf den türkischen Filmen liegt.

Hochinteressant ist dabei, dass auch einmal Zuschauerzahlen genannt werden. So scheinen die englischsprachigen Filme doch sehr erfolgreich zu sein, was – glaube ich – jeder, der einmal eine O-Ton-Vorstellung besucht hat, bestättigen kann. Jedes mal, wenn ich da war, ist der Kinosaal sehr gut gefüllt gewesen.

(…) „Wir versuchen, jede Woche mindestens einen Film in Originalversion im Programm zu haben,“ heißt es aus dem Cinemaxx, „das läuft.“ Gegenwärtig etwa „72 Stunden“, der Thriller, in dem eine Angestellte wie aus heiterem Himmel unter Mordverdacht gerät. Und kürzlich erst „Black Swan“, das Drama um die Primaballerina Nina. An die 300 Besucher pro Tag zählte dieser Film. Das internationale Publikum etwa an der Jacobs-Universität machte es möglich.(…)

Quelle: kreiszeitung.de

Ich denke auch, dass die Jacobs-Universität den Trend unterstützt. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, dass es neben den internationalen Studenten auch sehr viele Bremer und Bremerinnen gibt, die einen Film lieber im Original, statt in der deutschen Synchronisation sehen wollen. Aus der persönlichen Beobachtung heraus würde ich sogar sagen, dass der überwiegende Teil des Publikums bei den Originalfassungen in der Tat „Einheimische“ sind.

Man darf auch nicht vergessen, dass die Sneak-Preview in der Schauburg (wo die Filme ja auch in der Originalfassung und nicht synchronisiert gezeigt werden) fast jedes mal ausverkauft ist. Und auch die französischsprachige Sneak-Preview im Atlantis läuft so gut, dass nun auch ein zweiter Termin in der „Gondel“ etabliert wurde.

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Originalfassungen in Bremen: 18.02.- 23.02.11

Absolut nichts Neues in Bremer Landen, was die Originalfassungen angeht. Natürlich sei hier noch einmal auf die Cinéfête verwiesen, das französische Filmfest welches in der Schauburg, dem Atlantis und der Gondel läuft. Die Filme, die im Rahmen des Festivals in französischer Sprache gezeigt werden, führe ich jetzt nicht noch einmal gesondert auf und verweise stattdessen auf mein Posting hier.

72 Stunden – The Next Three Days – Cinemaxx, Fr., 22:40 und So. 19:40 – Der neue Film von Paul Haggis. Remake des gerade einmal zwei Jahre alten französischen Films “Pour Elle” von Fred Cavayé. In der Hauptrolle spielt Russell Crowe einen unbescholtenen Bürger, der seine Ehefrau aus dem Gefängnis befreien will.

Tal der Wölfe – Palästina – Cinemaxx, Fr.-Mi. 23:05 -Mittlerweile drittes Sequel der sehr erfolgreichen, aber auch politisch höchst umstrittenen türkischen Actionserie.

Ask Tesadüfleri Sever – Cinemaxx, Fr.-Di., 22:30 und mi. um 22:50 – Die Inhaltsangabe erinnert leicht an “Harry & Sally“. Seit ihrer Kindheit kenne sich Özgür und Deniz. Sie sind für einander bestimmt, aber immer trennen sich ihre Wege auch wieder.

La Danse – Das Ballett der Pariser Oper – Schauburg, So. 20.2., 12:30 – Und sie tanzen und tanzen. Dokumentation des berühmten Doku-Filmers Frederick Wiseman über das Ballet der Pariser Oper.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 21.02., 21:45

Französische Sneak Preview, Mi., 23.02. um 18:00 Uhr in der Gondel und um 21:00 Uhr im Atlantis

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Cinéfête-Festival 2011: 17.02.-23.02.11

Es ist wieder soweit, das Cinéfête-Festival zieht wieder durch die Lande und macht zwischen heute und nächsten Mittwoch auch wieder in Bremen Station.

Die Cinéfête ist ein französisches Filmfestival, welches sich an Kinder und Jugendliche wendet. Das Festival tourt durch über 100 deutschen Städten. Schüler und Schülerinnen aller Jahrgangsstufen können dann je eine Woche lang französische Filme im Original mit Untertiteln sehen.

In Bremen sind die Filme des Cinéfête-Festivals in den Bremer Filmkunsttheatern Schauburg, dem Atlantis und der Gondel zu sehen. Zudem gibt es am Donnerstag nächster Woche noch eine Sonderveranstaltung des Kino 46 in den Räumen des Institut français.

Das komplette Programm mit allen allen Zeiten und Veranstaltungsorten findet man hier.

Ein Highlight ist dabei sicherlich die Wiederaufführung des Meilensteins „Außer Atem„. Dem Spielfilmdebüt von Jean-Luc Godard nach einer Geschichte von Francois Truffaut. Der Film, der nicht nur Jean-Paul Belmondo zum Star machte, sondern auch den Startschuss zu einer der wichtigsten Bewegungen des Kinos gab: Der Nouvelle Vague.

Am Donnerstag, den 24.02. gibt es dann noch einen Epilog zur diesjährigen Cinéfête. Dann kann man im Institut français um 19:00 Uhr zwei experimentelle, kurze Stummfilme zu einer Live-Musikbegleitung von Ezzat Nashashibi (Piano) sehen. Gezeigt werden die wegweisenden Werke „Paris qui dort“ (1925) von René Clair und „A propos de Nice“ (1930) von Jean Vigo. Vorweg gibt es noch eine Einführung von Karl-Heinz Schmid vom Kino 46. Und das Beste: Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei!

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Kino 46 – Der Weg für den Umzug ins „City“ ist frei!

Jetzt wird es endlich final. Am Dienstag Abend war der neue Standort des Kommunalkinos „Kino 46“ noch einmal eins der Hauptthemen der Sitzung der Kulturdeputation. Im November wurde das neue Konzept und der Umzug in die Innenstadt ja schon einstimmig abgenickt. Offen war weiterhin der Punkt „Finanzierung“. Aber auch dafür wurde nun eine Lösung gefunden.

„(…) Danach erhält das Kino 46 statt wie bisher 475.000 Euro für das Jahr 2011 institutionelle Zuschüsse in Höhe von 375.000 Euro. Für die Jahre ab 2012 will das Ressort 275.000 Euro pro Jahr bereitstellen. Somit sinkt der Zuschussbedarf durch den Umzug mittelfristig um 200.000 Euro pro Jahr.

Im Gegenzug erwartet das Kino auf der Grundlage der neuen inhaltlichen Ausrichtung deutlich höhere Erlöse als auch eine verbesserte Akquise von Drittmitteln. Hinzu kommt ein im Vergleich zum alten Standort reduzierter Mietzins. Der Senator für Kultur hat in diesem Zusammenhang klargestellt, dass das Kino für die veranschlagten Einnahmen auch Verantwortung tragen muss. Bürgermeister Böhrnsen hob hervor: „Ich begrüße es, dass das Kino 46 eine solch ambitionierte Planung vorgelegt hat. Ich mache vorsorglich darauf aufmerksam: Eine Erhöhung des Zuschusses über den genannten Finanzrahmen hinaus ist ausgeschlossen.“

Hinzu kommt ein einmaliger Investitionskostenzuschuss von 180.000 Euro für die Herrichtung der neuen Immobilie. Darin enthalten sind unter anderem eine Grundsanierung des Kinosaals sowie die Erneuerung der sanitären Anlagen. Das Kino 46 hat für diese Maßnahmen weitere 40.000 Euro privat einwerben können.(…)“

Quelle: Senatspressestelle

Nach einem Jahr am neuen Standort, soll dann im März 2013 überprüft werden, ob das inhaltliche und finanzielle Konzept so umgesetzt werden konnte und wie in Zukunft weiter verfahren wird.

Jetzt muss „nur noch“ der Papierkram erledigt werden und dann können Renovierung und Umzug endlich vonstatten gehen.

Dementsprechend wird der Umzug jetzt aber doch nicht so schnell wie gewünscht in Angriff genommen werden können. Ursprünglich hieß es ja, dass das „City“ bestenfalls Anfang/Mitte April bespielt werden könne. Das wird definitv nicht der Fall sein und nun plant man für einen Termin im Herbst.

Bis dahin ist die Versorgung des filmhungrigen „Kino 46“-Publikums aber gesichert. Im Februar gibt es ja einige hochinteressante Veranstaltungen „ausser Haus“ und ab März nimmt auch der Kinosaal in Walle wieder seinen Betrieb auf. Dort wird es dann bis zur mittlerweile traditionellen Sommerpause im Juli weiterhin ein Filmprogramm geben. Über dieses kann man auf den Veranstaltungsseiten im „Mix“ oder auf der Homepage des Kino 46 informieren. Eine Flyer wird es in der Übergangszeit nicht geben.

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Weniger Kinobesucher in Bremen

Laut eines Berichts auf radiobremen.de mussten die Bremer Kinos 2010 deutliche Besucherrückgänge hinnehmen. Rund 11% wurden 2010 im Vergleich zum Vorjahr verkauft. Immerhin: Im Bundesdurchschnitt waren es 13%. Das hatte allerdings keinen großen Einfluss auf den Umsatz: Durch den unverschämt hohen Preis für 3D-Vorstellungen blieb dieser fast unverändert.

Die Schuld für den Besucherschwund sollen die Fußball-WM und der kalte Dezember tragen. ABER: Interessanterweise blieb die Zuschauerzahl der Programmkinos konstant. Der Verlust betrifft also fast ausschließlich die großen Mulitplexe. Und da frage ich mich doch ernsthaft, ob nicht auch die Qualität der Filme, die dort gezeigt werden, ihr Scherflein dazu beitragen. Vielleicht haben die Leute ja einfach keine Lust mehr auf das x-te Sequel und das 100ste Remake? Zumal diese Filme ja vor allem ein Klientel anlockt, welches auch keine Probleme damit hat, sich diese Sachen aus dem Internet zu besorgen oder auf die BluRay für die High-Tech-Heimkinoanlage zu warten.

Ich denke, dass das „ältere“ Publikum (ab 30) weiterhin dem Kino treu ist, aber einerseits mit dem Programm der Mulitplexe nichts anfangen kann und sich dort andererseits auch nicht besonders wohl fühlt. Aufgrund von unangenehmen Erlebnissen mit lauten Besuchern und klebrigen Böden, zieht es mich auch eher z.B. ins kuschelige Cinema Ostertor, um nur mal eins der wirklich schönen Bremer Programmkinos heraus zu greifen.

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Kino im Rathaus: „The Prison Where I Live“.

Am nächsten Montag, dem 14.2.  kann man sich in der oberen Rathaus einen Dokumentarfilm von Rex Bloomstein mit Michael Mittermeier (ja, DEM Michael Mittermeier) über den burmesischen Comedian Maung Thura ansehen.  Im Rahmen der Verleihung des Bremer Solidaritätspreises für Freiheit und Menschenrechte an Maung Thura, einen Tag später, wird um 18:00 Uhr in Kooperation mit dem Kino 46 der Film „The Prison Where I Live“ gezeigt. Da das Kino 46 zur Zeit umzugbedingt geschlossen ist, findet die Vorführung in der oberen Rathaushalle statt. Der Eintritt ist frei.

Maung Thura, besser bekannt als Zarganar, ist Burmas berühmtester Comedian. Vom burmesischen Militärregime verfolgt, verhaftet und aufgrund irrwitziger Anschuldigungen zu 59 Jahren Haft verurteilt – zuletzt aufgrund humanitärer Hilfe für seine Landsleute nach dem Zyklon Nargis – sitzt er derzeit im Gefängnis. Michael Mittermeier dagegen ist frei darin, seine Kunst auszuüben und mit seinem speziellen Humor und Provokationen einer der größten Comedians Deutschlands.

Quelle: kino46.de

Im Anschluss an den Film erläutert Dr. Marco Bünte die Situation der Opposition in Myanmar (früher Burma).

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=rsu9WznApKY[/youtube]

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Originalfassungen in Bremen: 10.02.- 16.02.11

In dieser Woche gibt es bis auf den neuen Film von Paul Haggis nichts Neues zu berichten. Was mir die Arbeit ungeheuer erleichtert. Es lebe der „copy&paste“-Vorgang!

72 Stunden – The Next Three Days – Cinemaxx, Do., 22:00; Fr. 17:20 und Die. 20:30 – Der neue Film von Paul Haggis. Remake des gerade einmal zwei Jahre alten französischen Films „Pour Elle“ von Fred Cavayé. In der Hauptrolle spielt Russell Crowe einen unbescholtenen Bürger, der seine Ehefrau aus dem Gefängnis befreien will.

Tron: Legacy 3D “IMAX” – Cinemaxx, Die., 15.2., 23:00 – Fortsetzung des 80er-Jahre Kultfilms. Aus dem Original sind Jeff Bridges (große Rolle) und Bruce Boxleitner (winzige Rolle) dabei. Grandioser Soundtrack von Daft Punkt, schönes Design… schwache Story.

Tal der Wölfe – Palästina – Cinemaxx, Do.-Mi. 19:50 und 22:30 & Cinestar, Fr.-Mi., 18:10 und 20:40 -Mittlerweile drittes Sequel der sehr erfolgreichen, aber auch politisch höchst umstrittenen türkischen Actionserie.

Ask Tesadüfleri Sever – Cinemaxx, Do.-Mi., 22:50 – Die Inhaltsangabe erinnert leicht an “Harry & Sally“. Seit ihrer Kindheit kenne sich Özgür und Deniz. Sie sind für einander bestimmt, aber immer trennen sich ihre Wege auch wieder.

La Danse – Das Ballett der Pariser Oper – Schauburg, Fr. 11:50 und So. 06.2., 12:30 – Dokumentation des berühmten Doku-Filmers Frederick Wiseman über das Ballet der Pariser Oper.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., 14.02., 21:45

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Kino 46: Solidarität mit dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi

Als vermutlich letzte Vorstellung im alten Kino 46 in der Waller Heerstr., wird am nächsten Samstag (12.2.) um 19:30 Uhr der iranische Film „Offside – Frauen im Abseits“ gezeigt.

Die Vorstellung findet im Rahmen einer Solidaritätsveranstaltung für den seit Dezember in iranischer Haft befindlichen Regisseur Jafar Panahi statt.

Der iranische Regisseur Jafar Panahi wurde im Dezember im Iran wegen Propaganda gegen die iranische Staatsordnung zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. Panahi gehört zu den renommiertesten iranischen Filmemachern der »nouvelle vague«. Für seinen Film »Der Kreis« erhielt er bei den Filmfestspielen von Venedig im Jahr 2000 den Goldenen Löwen und 2006 den Silbernen Bären der Filmfestspiele Berlin für »Offside«.

Der preisgekrönte Regisseur sollte bereits beim Festival in Cannes 2010 Mitglied der Jury sein, was durch seine damalige Untersuchungshaft verhindert wurde. Jetzt in 2011 sollte er der Berlinale-Jury angehören. Jafar Panahi wird trotz Abwesenheit seinen Platz in der Jury der 61. Berlinale behalten, teilten die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit. Damit setze das Festival ein Zeichen, Panahis Freiheitskampf zu unterstützen. Außerdem wird am 11. Februar, dem Jahrestag der iranischen Revolution, sein Film »Offside« in Berlin gezeigt.

Quelle: kino46.de

Der Film „Offside“ handelt von einigen junge Frauen, die sich als Männer verkleidet in das Fussballstadion von Teheran geschmuggelt haben, um das WM-Qualifikationsspiel Iran – Bahrein zu sehen. Sie werden dabei entdeckt und verhaftet, denn Frauen ist im Iran der Zutritt zu Fußballspielen strengstens untersagt.

Die Solidaritätsveranstaltung beginnt mit einer Einführung durch Behzad Abbassi (Übersetzer, Schauspieler und Theaterregisseur) u.a. über die Situation im Iran, speziell über Kunst und Film bereits um 19:00 Uhr.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=jqOZ1yxwQQ4[/youtube]

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Nachrufe: Maria Schneider, Lena Nyman und Tura Satana

Im Abstand von nur zwei Tagen starben gleich drei Schauspielerinnen, die gleich durch ihre ersten Hauptrollen zu Sexsymbolen ihrer Ära wurden: Maria Schneider, Lena Nyman und Tura Satana.

Maria Schneider (27.03.1952 - 03.02.2011)

Maria Schneider wurde durch Bernardo Bertoluccis „Der letzte Tango von Paris“ auf einen Schlag weltberühmt. In dem damals hochkontroversen (und heute eher harmlosen) Film spielte sie eine junge Frau, die sich in einem Pariser Apartment für vier Tage einem von Marlon Brando gespielten, Witwer hingibt, was letztendlich in einer Katastrophe endet. Dies tat sie vorzugsweise nackt. Zudem wartete der Film mit damals (für ein Hochglanz-Kunstfilm) sehr gewagten Szenen auf, bei denen z.B. ein Stück Butter eine wichtige Rolle spielt. Maria Schneider wollte aber nicht auf die hübsche Nackte festgelegt werden. Später wetterte sie heftig gegen Bertolucci und Brando, dass beide sie für diesen Film ausgenutzt und manipuliert hätten. Für ihre Filme nach dem „Letzten Tango“ weigerte sie sich, sich noch einmal vor der Kamera auszuziehen. Obwohl sie danach noch in Michelangelo Antonionis  wunderbaren „Beruf: Reporter“ oder in Jacques Rivettes „Merry-Go-Round“ mitspielte, blieben doch die großen Rollen und die große Karriere aus. Berühmt ist sie heute vor allem für ihre freizügige Rolle in dem Film, den sie am meisten hasste: „Der letzten Tango in Paris“. Sie starb mit 56 Jahren am 3.2. in Paris an Krebs.

Lena Nyman (23.05.1944 - 04.02.2011

Lena Nyman erinnert vom Aussehen her ein wenig an Maria Schneider. Beide waren etwas pummelig und pausbäckig. Wie Maria Schneider wurde sie mit ihrer freizügigsten Rolle berühmt. Sie spielte die Lena in Vilgot Sjömans Skandalfilmen „Ich bin neugierig – gelb“ und „Ich bin neugierig -blau“ die neugierige „Lena“, die nicht nur Sex mit einem verheirateten jungen Mann hat, sondern vor allem auch viele Frage nach der Politik und Gesellschaft stellt. die Sexszenen waren für damalige Verhältnisse schon recht explizit – so dass der Film in den USA als Pornographie eingestuft wurde -, aber der wahre Skandal waren Lenas scheinbar naive kritische Fragen. Nach dem Skandal um „Ich bin neugierig“ wurde Lena Naman eine der berühmtesten Theaterschauspielerinnen und Komödiantinnen Schwedens. 1978 spielte sie (kam erkennbar und absolut überzeugend) die behinderte Schwester von Liv Ullman in Ingamr Bergmans „Herbstsonate„. Sie starb am 4.2. nach langer Krankheit mit 66 Jahren in Stockholm.

Tura Satana (10.06.1935 - 04.02.2011)

Tura Satana ist ein ganz anderes Kaliber als die beiden vorgenannten Damen. Geboren 1935 in Japan als Tochter eine japanisch/indianisch-schottischen Paares. Mit 13 Jahren kam sie in die USA und arbeitete dort als Fotomodell (u.a. für Harold Lloyd!) und Burlesque-Tänzerin. Nach kleinen Statistenrollen im Film und Fernsehen kam ihre große Stunde 1964 als sie in Russ Meyers unvergleichlichen „Faster Pussycat! Kill! Kill!“ (dt. „Die Satansweiber von Titfield“). Hier spielte sie die Anführerin eine gnadenlose Mädchenbande. Dieser Film sollte sie unsterblich machen (und bin meiner Jungessellen-Bude hinge über viele Jahre das Poster dieses Filmes). Danach war sie noch in Ted V. Mikels „Astro Zombies“ (auch so ein Kultfilm, aber eher von der Sorte „So schlecht, dass er schon wieder gut ist“) und „The Doll Squad“ zu sehen. Dann wurde es still um sie. Nach bewegenden Jahren mit vielen privaten Katastrophen (u.a. wurde sie von einem Ex-Liebhaber angeschossen!), tauchte sie 2002 in einer Fortsetzung von „Astro Zombies“ wieder auf.

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Rezension: “Tron: Legacy”

Der erste „Tron“ war kein großer Erfolg als er 1982 in die Kinos kam. Aber er hatte Potential. Über die Jahre erwuchs dem Film eine große Fangemeinde, was vor allem an seiner, damals noch arg „fantastischen“ erscheinenden, Handlung (Menschen dringen in einen Computerwelt ein) lag, die später durch Cyberspace und Internet gar nicht mehr so fantastisch, sondern visionär wirkt, sowie seinem  revolutionären Design und Computereffekten.

Lange wurde über eine Fortsetzung oder ein Remake spekuliert. Nun ist es soweit: 28 Jahre nach seiner Uraufführung erhält „Tron“ ein Sequel. Und wie das Original verspricht auch das Sequel ein atemberaubendes visuelles Ereignis zu werden. In Bremen ist die Stadt mit Plakaten gepflastert, die für einen „IMAX“-Besuch werben, wo der Film mit speziell für „IMAX“-Kinos aufbereiteten, digital verbesserten 43 Filmminuten aufwarten kann. Dazu ist der Film in 3D und für den Soundtrack wurden die weltberühmten Soundtüftler „Daft Punk“ verpflichtet.

Mit anderen Worten: Die Werbung verspricht ein wahrhaft umwerfendes, bisher nicht gekanntes, richtungweisendes und sinnliches Erlebnis. Aber hält der Film auch sein Versprechen? Die Antwort lautet: Nicht wirklich.

Im Film geht es um den Sohn des Programmierers Kevin Flynn, der im ersten Teil in die Computerwelt eingetaucht war und zusammen mit Tron gegen das MCP (Master Control Program) gekämpft hat. Nun ist er seit fast 30 Jahren verschwunden. Ein Signal aus seiner alten Werkstatt bringt den jungen Sam Flynn auf seine Spur und nun wird auch dieser in die „Tron“-Welt gezogen. Dort herrscht mittlerweile Clu, ein digitales, junges Abbild seines Vaters, der die Welt zwischen den Bits und Bytes in ein totalitäres System verwandelt hat.

Den Film kann man auch verstehen, wenn man (wie ich) den ersten Teil nicht kennt. Zwar entgehen einem einige Querverweise, aber das ist nicht weiter schlimm. Aus dem Original wurden Jeff Bridges und Bruce Boxleitner (der aber nur eine winzige Rolle spielt) übernommen. Beide erhalten im Film ein jüngeres, computergeneriertes Ich, wobei das Bridges-Double weitaus näher am Original ist. Es ist schon erstaunlich, wie gut dies gelungen ist, auch wenn man nie vergessen kann, dass man nicht den echten Jeff Bridges, sondern nur ein digitales Spiegelbild vor Augen hat. Aber so ist ja auch die Rolle des Clu angelegt und es beruhigt doch einigermaßen, dass Schauspieler nicht ohne weiteres von CGI-Klonen übernommen werden können. Noch nicht.

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