DVD-Rezension: “Maximum Conviction – Keiner kann sie stoppen“

Die beiden Söldner Tom Steele (Steven Seagal) und Manning (Steve Austin) überwachen die Schließung eines streng geheimen Hochsicherheitsgefängnisses. Sechs Häftlinge sollen dabei von FBI-Agenten abgeholt und in ein anderes Gefängnis überführt werden. Doch die Männer vom FBI führen ganz etwas anderes im Schilde. Sie wollen eine, erst kürzlich ins Gefängnis eingelieferte Gefangene in ihre Hände bringen und töten, da sie über brisante Informationen verfügt. Aber Steele, Manning und ihre Männer stellen sich ihnen entgegen…

Es gibt da Tage, an denen steht einem der Sinn nach ausgeschaltetem Hirn und anspruchslosem Krach. Für diese Tage ist „Maximum Conviction“ ein idealer Film. Obwohl das ganze Set-Up unnötig kompliziert ist, geht es dann doch recht schnell nur noch darum, dass die Guten gegen die Bösen kämpfen und das war’s. Auf beiden Seiten stehen den Akteuren schwere Handfeuerwaffen, Granaten und – zumindest im Falle der Guten – Martial-Arts-Fähigkeiten zur Verfügung. Kostengünstig wird auf zu viele Außenaufnahmen verzichtet, und die Schlacht findet in den engen Gängen des Gefängniskomplexes statt. D.h. Schleichen durch Korridore, unterbrochen durch einige heftige Gefechte. Der Grund für das ganze Tohuwabohu ist nicht weiter wichtig. Es geht um ein Mädel, das zur falschen Zeit am falschen Ort war und nun zu viel Wissen in sich trägt. Dass sie ausgerechnet in das Gefängnis eingeliefert wird, welches von den beiden Söldnern Steven Segal und Steve Austin geräumt werden soll (man fragt sich kurz, warum die Regierung für ihr ultrageheimes Projekt auf die Hilfe zweier „externer Dienstleister“ zurückgreift, die auch prompt das Kommando über das Militärpersonal haben, – aber im Grunde ist das auch egal), ist natürlich hanebüchen. Dem Drive der Geschichte kommt zugute, dass Segals Söldnertruppe gerade in der Gegend ist, um dem Meister unter die Arme zu greifen. Damit kann der Spaß beginnen.

Nicht erst seit den „Expendables“ ist es Mode, zwei Action-Stars zusammenzukoppeln. Zwar sind Segal und Austin nicht Stallone und Schwarzenegger, aber als B-Movie-Team-Up funktioniert die Sache ganz gut. Große Chemie entwickeln die beiden zwar nicht, dafür haben sie auf dem Bildschirm auch viel zu wenig Zeit miteinander, aber wegen ihrer abgeklärten und ruhigen Art nimmt man ihnen durchaus ab, dass sie seit Jahren zusammenarbeiten. Steve „Stone Cold“ Austin war mir aus seligen „Super Channel“-Zeiten noch als WWF-Wrestler bekannt. Dass er mittlerweile auch als Actionheld seine Rente aufbessert, hatte ich nur am Rande mitbekommen. Steven Segal ist natürlich eine Legende, auch wenn ich gestehen muss, dass ich ihn das letzte Mal bewusst in „Alarmstufe: Rot“ gesehen hatte, als er noch halb so breit war wie heute. Von seinem Auftritt in dem – meiner Meinung nach völlig misslungenen, aber von den Fans geliebten – „Machete“ einmal abgesehen. Segal lebt von seinem Ruf, der ihm seit seinen ersten Filmen Mitte der 80er vorangeht. Dass dieser große, schwerfällige und völlig aus dem Leim gegangene Mann noch zu blitzschnellen Aktionen und körperlich anspruchsvollen Kämpfen fähig ist, dürfte keiner so recht glauben. Aber es ist die Ikone Steven Segal, die hier kämpft und von daher reicht die Behauptung, dass es so wäre, vollkommen aus. Es ist ein wenig wie bei Bud Spencer, dessen mörderischen Dampfhammer in seinen späten Filmen auch niemand hinterfragte, nur weil er sichtbar alt und schwerfällig geworden war.

Eine Schau ist der alten Haudegen Michael Paré, der Anfang der 80er kurz vor einer großen Karriere stand, bevor er plötzlich von der Bildfläche verschwand und nur noch in B- und C-Ware auftauchte. Man merkt ihm an, dass es ihm durchaus Freude bereitet, den Bösen zu spielen und er hat immer noch genug Präsenz, um ein würdiger Gegenspieler für die beiden, sehr physisch agierenden, Hauptdarsteller zu sein. Immerhin ist er das, was Seagal und Austin nie sein werden: Ein Schauspieler. Seagal und Austin sind Seagal und Austin. Mehr nicht. Und mehr müssen sie in diesem Film auch nicht sein. In den Nebenrollen kann niemand wirklich glänzen. Alles bleibt klischeehaft und vorhersehbar. Allein Bren Foster weiß durch einige flott-akrobatische Martial-Arts-Einlagen für hochgezogene Augenbrauen zu sorgen. Der Rest tut das, wofür er bezahlt wird: Ballern und sterben.

Maximum Conviction ist ein kleines, kostengünstiges Ballerfilmchen, das nichts Neues zeigt und es auch mit der Logik nicht so ernst nimmt. In erster Linie ist es ein Vehikel, um seine beiden Stars in Szene zu setzen. Permanente Action und laute Explosionen lassen keine Langweile aufkommen, die Wirkung ist allerdings mit einem Big Mäc vergleichbar. Kurz gesättigt, dann vergessen.

Die Splendid DVD überzeugt mal wieder mit einem brillanten Bild. Der Ton könnte – zumindest in der Originalfassung – besser ausgewogen sein. Dialoge sind zu leise, die Actionszenen hingegen verwandeln das Wohnzimmer in ein Kriegsgebiet. Die Extras sehen zwar nach viel aus, bringen aber keinen wirklichen Erkenntnisgewinn. Mir lag zur Rezension die ungeschnittene „Black Edition“-Ausgabe (SPIO JK / keine schwere Jugendgefährdung) vor. Es scheint noch eine geschnittene FSK 18-Fassung zu geben. Also Vorsicht!

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