Hamburg: „Surrealistischer Sonntag“ im Metropolis

Als Bremer hat man ja in der Regel ein zwiegespaltenes Verhältnis zur anderen freien Hansestadt. Somit ist es auch nicht die Regel, dass ich hier auf Filmereignisse in Hamburg hinweise. Wenn, dann muss das schon etwas ganz Besonderes sein. So wie am  kommenden Sonntag (3.4.), wenn unter dem Motto „Der surrealistische Sonntag“ der us-amerikanische Filmsammler Dennis Nyback im Hamburger Kommunalkino Metropolis einen Vortrag über den Einfluss von Dada und Surrealismus auf das Hollywood Kino der 30er Jahre hält. Ein hochspannendes Thema, welches mir selber sehr nahe steht.

In den frühen 1930er Jahren war Hollywood nicht nur eine perfekt laufende Illusionsmaschine, die die darbende Bevölkerung von den Entbehrungen der Depressionszeit ablenkte, sondern auch Produktionsstätte vieler erstaunlich anarchischer und ambivalenter Filme. Der Filmsammler Dennis Nyback weist in diesem Programm anhand von Spielfilm-Ausschnitten nach, dass sich damals auch viele Regisseure, zum Beispiel Leo McCarey, Ernst Lubitsch und Busby Berkeley, stark von Dada und Surrealismus beeinflussen ließen. Vor allem in Produktionen der Paramount finden sich unvermittelt eingebettete surreale Sequenzen, etwa im Bing-Crosby-Film The Big Broadcast oder in Komödien mit W.C. Fields. Aber auch in Filmen der MGM wie etwa dem Marx-Brothers-Meisterwerk Duck Soup und in den von Warner Brothers produzierten Musicals von Busby Berkeley finden sich erstaunliche Reminiszenzen an Künstler wie Man Ray, Luis Buñuel und Salvador Dalí, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben.

Quelle: Metropolis Programm

Im Anschluss daran werden noch zwei Filme des großartigen Buster Keaton gezeigt. Erst der Kurzfilm „One Week“ (der meiner Meinung nach auch sein bester Kurzfilm ist) und danach der eher selten gezeigte Spielfilm „The Navigator„.

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