Nachrichten getagged: D.W. Griffith

Bericht vom 33. Braunschweig International Film Festival – Tag 1

Von , 21. Dezember 2019 16:52

Wie im Vorjahr zog es mich auch dieses Jahr wieder zum Braunschweig International Filmfestival (BIFF). Wieder aus einem guten Grunde. Unsere Zeitschrift „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“, bei dem ich ehrenamtlich als stellvertretender Chefredakteur tätig bin, war zum zweiten Mal Medienpartner des BIFF. Da ist es natürlich Ehrensache, zumindest zu jenen beiden Veranstaltungen, welche die 35MM mit dem BIFF durchführt, anwesend zu sein. Diese fanden wieder am Samstag, also dem vorletzten Tag des Festivals, statt. Im Gegensatz zu 2018, als ich Sonntagmorgen in aller Herrgottsfrühe wieder abgereist bin, gönnte ich mich diesmal auch noch den Sonntag. Zusammen mit meinem Bremer Filmfreund Holger machte ich mich also am Samstagmorgen auf den Weg nach Braunschweig – um umgehend von der Deutschen Bahn ausgebremst zu werden. Der direkte Zug nach Braunschweig hatte 40 Minuten Verspätung, und es war nicht ganz klar, ob er überhaupt fahren würde. Also umdisponieren und mit dem Bummelzug über Hannover ans Ziel der Reise. Ich ersparen den werten Leserinnen und Lesern nun die lange Geschichte dieser Odyssee durch Niedersachsen und springe gleich ins Astor-Kino, welches wir dank eines todesmutigen Taxifahrers gerade pünktlich zum Beginn des ersten Filmes erreichten. Während Holger schnell ins Kino durchlief, hatte ich noch mit meiner Akkreditierung zu kämpfen, die nicht aufzufinden war. Auch hier verkürze ich schnell – mir wurde schnell ein Ersatz ausgestellt und die „echte“ Akkreditierung fand sich nach dem Film dann doch noch an. Abgekämpft und noch mit dem gesamten Gepäck beladen, konnte ich mich endlich in die sehr gemütlichen Sessel des frisch umgebauten und in ein Luxuskino verwandelten ehemaligen C1 und heutigem Astor sinken lassen.

She’s Missing – Heidi (Lucy Fry) und Jane (Eiza Gonzalez) sind beste Freunde. Zumindest sieht das Heidi so. Eine einsame Seele, die irgendwann in einem kleinen Wüstenkaff hängen geblieben ist, als ihr Freund sie sitzen gelassen hat. Jane ist die einzige Person zu der sie eine tiefgreifendere Beziehung hat. Jane hingegen ist nicht so sehr auf Heidi Weiter lesen 'Bericht vom 33. Braunschweig International Film Festival – Tag 1'»

Nachbetrachtung: Der Stummfilmabend am 25.6. im Kino 46

Von , 28. Juni 2010 20:07

Eigentlich sollte der folgende Text Teil eines neuen „Filmtagebuch“-Eintrags werden. Zusammen mit einer Review des Films „Shopping Girls“. Aber jetzt ist er so lang geworden, dass ich a) keine Zeit mehr für die „Shopping Girls“ habe und b) er es eigentlich wert ist, einen eigenständigen Artikel zu bilden.

Am vergangenen Freitag gab es einen Stummfilmabend im Kino 46. Das Kino war leider nicht voll. Aber das war klar, bei diesen Temperaturen und vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig bei der WM Chile gegen Spanien spielte. Trotzdem war die Veranstaltung recht ordentlich besucht, wobei ein Großteil der Zuschauer sicherlich Verwandte und Freunde der vortragenden Musiker waren.

Zunächst gab der Organisator des Abends, Ezzat Nashashibi, eine, wie ich finde, zu kurz geratene Einführung. Was ich schmerzlich vermisste waren Hintergrundinformationen zu dem Unikurs, dessen Abschluss der Abend war (etwas, was ich nur wusste, weil ich mich vorher im Netz informiert hatte), was genau Ziel des Kurses war, eine etwas ausführlichere Vorstellung der Vortragenden und ihrer Rolle, wie es zu der Idee zu dem Event kam. Da die jungen Studenten selber auch etwas mundfaul waren, erfuhr man auch hier nichts weiter über sie selber, ihre musikalischen Wurzeln und weshalb sie überhaupt an diesem Abend auftraten. Auch wäre es sehr schön gewesen, wenn man zumindest erfahren hätte, wieso sie gerade diese Filme vertont haben. War das vorgegeben oder eine persönliche Auswahl? Besonders frustrierend war dies bei dem vorzüglichen Gitarrenduo, welches „The Tramp“ begleitete. Hier kam lediglich der lapidare Hinweis, dass die beiden nicht zum Kurs gehörten und durch Zufall dabei waren. Auch hier wäre etwas mehr Information sehr nett gewesen.

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14. Aktionstag der Kommunalen Kinos im Kino 46

Von , 5. November 2008 17:45

Am 26.Oktober fand bundesweit der 14. Aktionstag der Kommunalen Kinos statt. Dieses Jahr unter dem Motto: Erlebnisort Kino.

Im Kino46 wurde eine interessante Mischung aus Kurzfilmen zum Thema, Lesungen zum Thema “der Ort Kino” und einer experimentelle Installation geboten.

Begonnen wurde der Abend mit drei historischen Kurzfilmen. Zunächst “Those Awful Hats” von D.W. Griffith. Ein humoristisches Kurzfilmchen von 1909 zum Thema: Bitte versperren sie ihrem Vordermann im Kino nicht die Sicht. Dem folgte “Uncle Josh at the Moving Picture Show”. Ein Fundstück von 1902 , welches für die Edison Company produziert wurde und in dem ein Simpel vom Lande das Leinwandgeschehen für real hält. Highlight des Abends war der Stummfilm “Movie Night”  mit dem heute zu Unrecht fast vergessenen Charley Chase. Dieser 2-Akter besticht durch ein ausgeklügeltes Timing, subtilen Witz und eine höchst gelungene Kameraführung. Allein für diese brillante und auch heute noch modern wirkende Komödie hat sich der Eintritt schon gelohnt. Wie immer sehr passend am Piano begleitet wurden die Stummfilme von Herrn Ezzat Nashashibi.

Nach diesem ersten Filmblock wurden von Herrn Peter Lüchinger (Schauspieler bei der Bremer Shakespeare Company) literarische Texte zum Thema “Kino” gelesen. Leider wurden Titel und Autoren der Texte nicht immer deutlich genannt. Hier wäre es von Vorteil gewesen, wenn es einen Handzettel mit dem Programm und den Titeln der Filme/Texte gegeben hätte. Quasi zum Nacharbeiten im trauten Heim. Der Vortrag von Herrn war sehr ausdrucksvoll mit angenehmer Stimme. Ab und zu hat er sich mal ordentlich verhaspelt, aber das passierte nur gelegentlich im 1. und 2. Block. Die Texte selber waren mir bisher (außer Kafka) unbekannt und hier und da war die Verbindung zum Kino als Erlebnisort nicht direkt ersichtlich. Hier wäre es schön gewesen, wenn man die Chance gehabt hätte, die Texte noch einmal nachzulesen.

Der 2. Block begann mit der “Clay-mation” “Rattenskat”, welche ich meine, schon als Trailer für das Filmfest in Oldenburg gesehen zu haben. Nett, aber etwas zu sehr gewollt. Es folgte “Die auf die Nüsse gehen”, eine hübsche, in wunderschönen schwarz-weiß gedrehte Satire auf den allabendlichen Wahnsinn vor der Kinokasse und im Kinosaal. Wirklich nett gemacht, sehr spaßig, aber dann am Ende mit eine unpassenden und verkrampften Pointe abgeschlossen, die den guten Gesamteindruck leider arg trübt.  Abschluss dieses Blockes bildete dann der englische 2-Minüter “Two Minutes Warning”, welcher quasi eine Mischung aus “Die auf die Nüsse gehen” und “Those Awful Hats” darstellte. 2 kurzweilige Minuten, bei denen die Pointe dann weitaus besser sitzt, als beim Film zuvor.

Nach einem weiteren Vortrag von Herrn Lüchinger begann der dritte und letzte Filmblock mit “Der Hahn ist tot”. Ein simpler, aber hoch effektiver Kurzfilm über einen Menschen, der das Kinopublikum auffordert mit ihm zusammen den titelgebenden Kanon zu singen. Im Kino 46 ging das Publikum auch prima mit und die Stimmung war (trotz der recht wenigen Menschen im Publikum) regelrecht am brodeln. Klasse! Dem folgte mit “Rod Gröth”, ein kleiner Dämpfer. Hier wird ein Pseudofilm plötzlich durch “Diebe” im Vorführraum unterbrochen, was zu Filmstörungen und “falsche” Bilder führt. Als Idee, den Vorgang der Projektion so fühlbar zu machen, ganz nett, aber viel zu lang geraten und mit der “Off-Rahmenhandlung” der “Diebe” auch ein wenig albern. Zum Abschluss der Filmblöcke gab es noch den Film “Fight for Cinema”, eine Mischung aus Standbildern und durch Animation verfremdete Filmszenen, welche mit Warnungen über die schädlichen Einflüsse des Kino auf den Menschen unterlegt wurde. Nett, aber nicht mehr.

Es wurde dann noch eine längere Geschichte vorgelesen, die sehr stimmungsvoll rüber kam und das Publikum sichtlich gefangen nahm (leider kenne ich den Titel der Geschichte nicht. Es ging um einen Drehbuchautor und einem “Dr. Kinova”. Falls jemand den Titel/Autoren kennt, bitte im Kommentar posten).

Nun wurde der Kinosaal mit Rauch gefüllt (leider saßen wir direkt vor der Nebelmaschine, was den Genuss etwas schmälerte) und die Installation “Line describing a cone” gezeigt. Hierbei wanderte eine Lichtstrahl im Uhrzeigersinn über die Leinwand, wodurch im Rauch erst ein schmaler Strahl entstand, welcher sich in den folgenden 30 Minuten zu einem Kegel vervollständigte. Im Vorwege gab es eine, wie immer sehr kompetente, Einleitung von Frau Prof. Dr. Inge Marszolek, welche allerdings recht leise war, so dass ich leider nicht alles verstehen konnte. Die Idee dahinter war, zu zeigen, was Film ist, wenn es wirklich “nur” Film ist – sprich projiziertes Licht. Hier wurde das Publikum dann zur Interaktion aufgerufen, um das Licht herumzugehen und es aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten/zu erfahren. Das Publikum war mit merklicher Freude am Ausprobieren dabei. Eine Begeisterung die ansteckend und ebenso greifbar wie der Lichtkegel war. Als dann wieder das Licht anging, der Rauch verflogen waren, stand das Publikum fast gesammelt vor der Leinwand und es fiel allen Beteiligten sichtlich schwer, den sehr schönen, erfüllenden Abend nun für beendet zu erklären. Wie lange die Letzten dann noch im Erlebnisort Kino verweilten, kann ich leider nicht sagen, da wir nun schnell die Beine in die Hand nehmen mussten, um die letzte Straßenbahn gen Heimat zu erwischen.

“Intolerance”-DVD von Absolut Medien

Von , 5. November 2008 17:45

Laut Informationen im DVDuell-Forum  und im Stummfilm-Forum handelt es sich bei der “Intolerence”-Fassung, die Anfang des Monats bei Absolut Medien veröffentlicht wurde NICHT um die kürzlich bei ARTE zu sehende restaurierte Fassung mit neuer Musik, sondern um eine ältere, von der Bildqualität her weitaus schlechtere Fassung mit einem Standard-Orgel-Score.

Es scheint so, als ob man nicht mehr blind jede Absolut-Medien-DVD kaufen könnte. Bereits bei der sonst vorbildlichen “Dekalog”-Box gab es Grund zum Ärger. Hier wurden die Untertitel weggelassen, so dass man nur die Wahl zwischen der deutschen Synchronisation oder dem polnischen Originalton ohne Untertitel hatte. Ich frage mich ernsthaft für wen denn diese Box produziert wurde. Grade die Zielgruppe, die mit ein Produkt wie der “Dekalog”-Box angesprochen wird, ist doch auch diejenige, welche einen Film unverfälscht von einer deutschen Synchronisation genießen möchte.

Ich kann nicht verstehen, wie dermaßen man den potentiellen Kunden vorbeiproduzieren kann. Gerade ein Nischen-Label wie Absolut Media sollte doch eigentlich immer bemüht sein, ein möglichst optimales Produkt auf den Markt bringen, um die ohnehin nicht besonders große Kundschaft nicht zu vergraulen.

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