Das Bloggen der Anderen (16-06-14) – Doppelausgabe

Von , 16. Juni 2014 22:00

bartonfink_type2Wie vielleicht der eine oder andere bemerkt hat, fiel „Das Bloggen der Anderen“ in der letzten Woche aus. Denn das Pfingstwochenende habe ich anders genutzt, als daheim im Internet zu surfen. Aber keine Angst, es ist nichts verloren gegangen und so gibt es diesmal quasi eine „Doppelausgabe“.

Auf Eskalierende Träume gibt es sehr interessante Vorberichte (hier „Aufrisse“ genannt) zum kommenden Hofbauer-Kongress in Nürnberg. Man erfährt schon vorab so einiges wissenswertes (und appetitanregendes) über Filme wie „Dirty Lilly“, „Holiday in St. Tropez“, „Giulia“ oder frühen Film-Jukeboxen (aus den 40ern!).

Schöne Idee. Sebastian Schubert beschreibt auf Magazin des Glücks ein Filmstandbild. Er verrät zwar nicht, aus welchem Film es stammt, ich gehe aber mal fest von „Die geheimnisvolle Gräfin“ aus.

Der Berlinale-Gewinner „Black Coal, Thin Ice“ kommt nun unter dem Titel „Feuerwerk am helllichten Tage“ in die Kinos. Frank Schmidtke von cineastic.de ist allerdings nicht besonders begeistert. Dafür mochte Ronny Dombrowski den zweiten Film von William Eubank („Love“) sehr gerne und vergibt an „The Signal“ 8 von 10 Punkten.

Genau umgekehrt ist es bei Komm & Sieh, wo Sir Real „The Signal“ ziemlich verreißt, Thorsten Krüger „Feuerwerk am hellichten Tag“ aber als recht gelungen einschätzt.  Besser weg kommt allerdings der ebenfalls chinesische Film „A Touch of Sin“, der ebenfalls von Thorsten Krüger besprochen wird.  Und Jochen Plinganz empfiehlt „The Suspect“, ein weiterer „Nordkoreanischer Spion in Südkorea“-Thriller.

Pieces of Emotion stellt den Blog „Leinwandreporter“ vor.

Stubenhockerei befasst sich mit dem Fassbinder-Film „Wildwechsel“, der auf einem Theaterstück vom Franz-Xaver Kroetz beruht (eigene Anmerkung: Der übrigens gar nicht begeistert war und weitere Vorführungen des Films verhinderte). Passend dazu gibt auch noch was zu Peter Fleischmanns „Jagdszenen aus Niederbayern“.

Herzlichen Glückwunsch, Tonight is gonna be a large one. Bullions Blog ist jetzt seit acht Jahren im Netz.

Herzlichen Glückwunsch auch an Donald Duck, der 80 Jahre wurde. Sie Donnerbold von Sir Donnerbolds Bagatellen gratuliert.

symparanekronemoi stellt noch einmal ausführlich die Jodorowsky-Box von Bildstörung und die darin enthaltenen Filmen vor.

Passend zur WM stellt Joachim Kurz auf B-Roll einige Fußballfilme im näheren und weiteren Sinne vor. Und Rochus Wolff schreibt wieder einmal in seiner Kinderfilm-Kolumne eine sehr kluge Worte über das Tempo im Kinderfilm und warum gute Kinderfilme zeitlos sind.

Der Kinogänger hatte zweimal „Neues aus Hollywood“ am Start. Für die 22. und die 23. Kalenderwoche.

Sascha Nolte empfiehlt „die perfekte, fiese Unterhaltung für heiße Sommernächte – ein flirrender, fieberhafter Alptraum vor schwüler Kulisse.“ Auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte bespricht er den merkwürdige (und aufgrund seiner zahlreichen Alternativtitel reichlich falsche Erwartungen weckende) „Macchie solari“ aka „Autopsie – Hospital der lebenden Leichen“. Des weiteren hat er auch einen sehr frühen Film des Sleaze-Meisters Renato „Delirio Caldo“ Polselli gesehen: „Die Geliebte des Vampirs“ von 1960.

Tim ist auf Bad im Bilderstrom ziemlich angetan vom deutschen Gangsterfilm „Harms“, der sonst ja eher durchwachsene Kritiken bekommt.

Apropos deutscher Genrefilm. Themroc hat sehr viele gute Worte über „Stereo“ zu verlieren und hat schon leichte Hoffnungen auf ein Wiederauferstehen des deutschen Genrefilms (wobei ich ja der Meinung bin, dass der nie wirklich weg, sondern nur gut versteckt war). Dazu passen dann im historischen Rückblick die Besprechungen von fünf Genrefilmen aus den 30ern, die u.a. bereits Wallace- und Karl-May-Stoffe verwendeten.

Alex Klotz stellt auf Hypnosemaschinen wieder zwei unbekannte Film vor, die scheinbar ganz meine Kragenweite sind. Den mexikanischen Film „El escapulario“ und „Rendezvous in Bray“ von André Delvaux, dessen leicht surreales Werk Alex schon des öfteren empfohlen hat.

Die zur Zeit beste Reihe in deutschen Filmblogs findet man auf Hard Sensations, wo Marco Siedelmann unter dem Titel „Reden über Schreiben über Film“ lange und sehr interessante Interviews mit Menschen führt, die im Netz über Film schreiben. Diesmal: Hasko Baumann, ehemaliger Mitgründer der seligen „Schnitt“, Redakteur des Online-Magazins „Das Manifest“ und Macher solch innovativer TV-Sendungen wie dem grandiosen „Durch die Nacht mit…“. Was er zu sagen hat ist auch sehr sympathisch und interessant. Sehr hintergründig und spannend ist auch das Interview mit einem des bekanntesten deutschen Filmkritiker: Ekkehard Knörer.

Lukas Foerster hat eine sehr kritische und ausgewogene Besprechung zu Douglas Limans „Edge of Tomorrow“ auf Dirty Laundry veröffentlicht.

Andreas Köhnemann bespricht auf critic.de die Doku „I Am Divine“, die auch auf meiner Liste ganz oben steht. Frédéric Jaeger schreibt über das Buch „Der Dokumentarfilm ist tot – es lebe der Dokumentarfilm: Über die Zukunft des dokumentarischen Arbeitens“, welches im Mai im Schüren Verlag ein Sammelband anlässlich des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München erschienen ist und für das er auch einen Beitrag verfasst hat. Michael Kienzl wiederum stellt die Filme von Kô Nakahira vor, dem auf der diesjährigen Nippon Connection die Retrospektive gewidmet war.  Auch eine tolle Reihe: „Bewegte Bilder“ – Kunstwerke die häufig in Filmen zitiert werden. Diesmal „Orphelia“ von John Everett Millais.

Ulrich Kriest ist auf filmgazette schwer von Götz Spielmanns neuem Film „Oktober November“ begeistert, dem er 9 von 10 Punkten gibt. Dazu passt dann ein ausführliches Interview, das er mit Spielmann geführt hat.

Alex Matzkeit macht sich auf real virtuality so seine Gedanken um die kommende neue Star-Wars-Trilogie und weshalb sie scheitern könnte.

Udo Rotenberg hat sich für seinen Blog L’amore in cittá den Proto-Giallo „Die Mörderklinik“ von Elio Scardamaglia mit William Berger vorgenommen, der kurz nach Bavas „Blutiger Seide“ entstand.

Eine wunderbare Mischung aus Giallo und Polizeifilm bespricht totalschaden auf Splattertrash, nämlich einen meiner persönlichen Lieblinge: „Der Tod trägt schwarzes Leder“.

Wer zu viel Geld übrig hat, kann dieses in einen Film über außerirdische Brustimplantate namens „Killer Rack“ investieren, bei dem auch Lloyd Kaufman mitmischt. Screenread berichtet darüber. Ebenso wie über den mexikanischen Gruseler „Here comes the Devil“, zu dem ich hier die Tage auch ein paar Gedanken schweifen lassen werden.

Den hat auch Deep Red Radio am Wickel. Ebenso wie Ralph Bakshis kontroversen Animationsklassiker „Coonskin“, über den ich hier geschrieben hatte.

„Coonskin“ wird auch von Oliver Armbrust auf film-rezensionen.de besprochen. Das passt auch sehr gut in seine Reihe mit Animationsfilmen, die mit dem Anime „Perfect Blue“ fortgeführt wird.

Ebenfalls einen Anime – wenn auch mit eher jüngeren Zielgruppe – bespricht Robin Schröder auf Mise en cinéma: „Welcome to the Space Show“, dem er etwas ambivalent gegenüber steht.

Und noch ein Anime: Martin Beck gefällt auf Reihe Sieben der letzte Film des großen Hayao Miyazakis: „Wie der Wind sich hebt“.

Und eine Blogparade macht auch wieder die Runde. Going to the movies hat 10 Filme aufgeführt, die er gut fand, aber kein zweites Mal schauen möchte. Da er seine Entscheidung auch kurz begründet hat, weise ich hier mal drauf hin. Hmmmm…. relativ konventionelle Filme. Mich würde mal interessieren, was er zu „120 Tage von Sodom“ oder „Begotten“ sagen würde.

Ich habe ja so meine Probleme mit dem Kino des Eli Roth, welches ich zu gewollt und krampfhaft auf „krass“ getrimmt ist. Darum warte ich auch nicht unbedingt auf seine Kannibalen-Film „The Green Inferno“, den Stefan auf Equilibrium allerdings ausdrücklich lobt.

Auf Daumenkino hat Natalie Wilke eine lesenswerte Kritik zu dem Film „Enemy“ von Denis Villeneuve veröffentlicht.

dennis schreibt auf filmospohie über „Eine kurze Geschichte der (Film)Zeit“. Definitiv kein Text zum mal eben drüber schauen, sondern wert, dass man sich in den Artikel vertieft und etwas Gehirnschmalz in die Theorie investiert.

jogiwan schreibt auf project-equinox eine intelligente Review über „Berberian Sound Studio“, den ich mir wohl einmal ein zweites Mal anschauen sollte. Beim ersten Mal hat es – wohl auch aufgrund der falschen Erwartungshaltung – so überhaupt nicht Klick bei mir gemacht.

Auf Filme im Dialog unterhalten sich PD und YP diesmal über den Regisseur Richard Linklater.

Schlombie hat auf Schlombies Filmbesprechungen einen neue Ausgabe der „Besprechungen der Anderen“ erstellt und ich bedanke mich hier für die nette Erwähnung dort. http://schlombies-filmbesprechungen.blogspot.de/2014/06/die-besprechungen-der-anderen.html

Oliver Nöding nutzt seine Elternzeit um weiterhin regelmäßig interessante Besprechungen auf Remember It For Later zu veröffentlichen. Diesmal u.a. dabei: Harald Reinls Poe-Film „Die Schlangengrube und das Pendel“ und zwei Filme, die ich auch gerade in der Mache hatte: „Loreley’s Grasp“ und „Geheimcode: Wildgänse“.

Nachdem Hauptsache Stummfilm vor Kurzem bereits die Version von 1929 besprochen hat, ist nun eine weitere Fassung der „Three Godfathers“ dran. Richard Boleslawskis „Das Wunder in der Wüste“ von 1938.

Sascha Schmidt berichtet auf Okaeri von der Nippon Connection, wo er die Dokumentation „The Frivolous“ sah. Dieser handelt von den Gouverneurswahl in Osaka handelt, für die sich für rund 30.000 US-Dollar jeder aufstellen lassen kann.

Annika Stelter schaut auf Die Filme, die ich rief Michael Caminos „Die durch die Hölle gehen“, der sie tief einsaugt.

Und zum Schluss gibt es noch einen schönen Text von Rainer Knepperges auf new filmkritik mit der Überschrift „Infrastruktur“.

5 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (16-06-14) – Doppelausgabe”

  1. Vielen Dank für die Erwähnung 🙂

  2. Hayao Miyazaki soll gestorben sein? Davon hab ich noch nichts gehört, und IMDb und Wikipedia auch nicht.

    Mit der Gräfin hast Du Recht, sie ist aber nicht geheimnisvoll, sondern seltsam … 😉

  3. Marco Koch sagt:

    Ja, das mit Miyazaki war ein Misverständnis. Habe ich nun rausgenommen, um nicht noch mehr Leute zu verwirren.

  4. gabelingeber sagt:

    Nun mal ein herzliches Dankeschön von mir für die wiederholten Erwähnungen hier!

  5. themroc sagt:

    Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für die regelmäßige Erwähnung und Verlinkung. Deine Rubrik „Das Bloggen der Anderen“ ist fraglos die hilfreichste und am besten kuratierte Zusammenstellungen der filmrelevanten deutschen Blogosphäre. Ich lesen sie immer gerne und mit Gewinn.

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