Das Bloggen der Anderen (02-12-13)

Von , 2. Dezember 2013 21:52

bartonfink_type2– Wieder Belgien. Alex Klotz hat wieder im Schlamm der Filmgeschichte gewühlt und „Draguse ou le manoir infernal“ ans Licht gezogen. Einen sehr merkwürdigen Sex-Horror-Film von 1975. Bizarr, bizarr und damit genau richtig für Hard Sensations. Dort hat Michael Schleeh über Hideo Nakatas neuen Film „The Complex“ geschrieben und ist genauso enttäuscht, wie auch alle anderen auch. Schade.

– Mal zur Abwechslung etwas Fernsehen. Thomas Groh schrieb auf filmtagebuch über eine Episode der Serie „Sperling“ mit Dieter Pfaff aus dem Jahre 1997. Habe ich immer verpasst, weil ich so gut wie kein Fernsehen gucken. Nicht aus Überzeugung – im Gegensatz zu anderen, glaube ich fest daran, dass man auch im TV großartige Dinge findet, wenn man denn nur Geduld hat und fleißig genug sucht – sondern weil das viele DVD gucken mir keine Zeit lässt. Ferner verlinkt er auf ein Videoessay über die Filme von Dario Argento, erstellt von Hélène Cattet und Bruno Forzani („Amer“).

– Auf der B-Roll von kino-zeit.de gibt es ein weiteres Interview mit der Regisseurin Katrin Gebbe, die gerade mit ihrem kontroversen Film „Tore tanzt“ für einigen Wirbel sorgt.

– Der Aussenseiter widmet sich auf Final Frontier Film diesmal ganz dem Jahre 1903 und dort insbesondere Edwin S. Porters Verfilmung von „Onkel Toms Hütte“. Sehr interessant.

– Vor Kurzem habe ich hier im Blog meine Review zu „Die letzte Rechnung schreibt der Tod“ gepostet. Hier nun die Meinung des Intergalactic Ape-Man auf Intergalaktische Filmreisen zum selben Film. Mit einem herzlichen Dankeschön für die freundliche Erwähnung.

– Alexander Matzkeit hat auf real virtuality ein Interview mit dem Online-Filmkritiker und Kracauer-Preisträger Nino Klingler geführt.

– schwanenmeister spekuliert auf Movies & Sport wild vor sich hin, wie wohl der nächste Tarantino-Film aussehen könnte.

– Nach Tarantinos „Django Unchained“ kennt ja auch das breitere Publikum den Begriff „Mandigo“. Aber wohl kaum jemand den Film „Die Sklavenhölle der Mandingos“. Totalschaden sorgt hier auf Splattertrash für Abhilfe. Ferner: Die Stephen-King-Verfilmung „Feuerkind“. Das Buch war damals eines der ersten, welches ich von King gelesen hatte und mir gefiel dieser Action-SF-Mix in geschriebener Form recht gut. Vom Film war ich aber, wie totalschaden, auch eher enttäuscht. Müsste den mal wieder gucken.

– Währenddessen macht sich Sir Donnerbold auf Sir Donnerbolds Bagatellen Gedanken darüber, wie sinnvoll es ist in Genres zu denken und ob man nicht aufhören sollte in Genre-Begriffen zu denken.

– Eine Wiederentdeckung gibt es auf Remember it for later. Ein lokaler Anbieter von Köln-DVDs hat Ernst Hofbauers „Heisses Pflaster Köln“ ausgegraben und in seinem Programm, welches hauptsächlich aus Köln-Dokus besteht, aufgenommen. Was Oliver Nöding von dem Film hält, lest selber. Ich möchte an dieser Stelle aber eine Passage aus dem Text zitieren, die mir aus dem Herzen spricht. Aber so etwas von. „Während man in der Gegenwart immer wieder versucht, das weit verbreitete Bild des deutschen Films als langweilige Ansammlung spießiger Beziehungskomödien und Problemfilme durch die Produktion von nach Hollywood schielendem Eventschrott zu korrigieren, wusste man damals ganz genau, wie genuin deutsche Exploitation auszusehen hatte. Leider eine Tradition, die komplett abgerissen ist.“. So, ihr neuen deutschen Genrefilmer, schreibt Euch das bitte mal hinter die Ohren! Nun etwas völlig andres: Inspiriert von Udo Rotenbergs Artikel auf L’Amore in cità (siehe letztes „Bloggen der Anderen“) hat Oliver Nöding sich der Comedia sexy all’italiana und den flotten Teens angenommen: „Die frechen Teens dreh’n ein neues Ding“ und „Flotte Teens – Jetzt ohne Jeans“. Ersterer mit der Göttlichen: Edwige Fenech Dagmar Lassander und Femi Benuss, letzterer mit Gloria Guida.

– Apropos L’Amore in cità. Dort wird diesmal der Film „Triumpfmarsch“ von Marco Bellocchio mit Franco Nero und Michele Placido vorgestellt.

– Auf auf Grün ist die Heide beschäftigt sich Udo Rotenberg mit einem unbekannteren Film von Edgar-Wallace-/Karl-May-/Johannes-Mario-Simmel-Regisseur Alfred Vohrer: Das Gesellschaftsdrama „Bis dass das Geld Euch scheidet“.

– Oliver Armknecht hat sich für film-rezensionen.de James Francos und Travis Mathews Experiment „Interior. Leather Bar.“ angesehen.

– Überraschung. Auf Going to the movies wird „Fack ju Göhte“ sehr wohlwollend besprochen. Hätte ich jetzt nicht erwartet, da ich den Film unter „alberne Prollkomödie“ abgespeichert hätte. Wollte ich deshalb mal erwähnt haben.

– Einer der Filme, die mich sehr lange beschäftigt haben und den ich sehr gerne weiterempfehle ist Per Flys „Das Erbe“ mit Ulrich Thomsen. Schön, dass Zeilenkino das auch so sieht.

– Bei der Ankündigung des letzten Internationalen Filmfestes in Oldenburg konnte ich mit dem Film „Staudamm“ nichts anfangen und schrieb, dass könne vielleicht in die Lynchesque Ecke gehen. Weit gefehlt. Laut Frank Schmidke auf cineastic.de ist „Staudamm“ ein „wichtiger und emotional wuchtiger Film, der sich dem Thema Amoklauf auf ungewöhnliche, aber sehr gelungene Weise nähert“.  Und Ronny Dombrowski hat Spike Lees „Oldboy“-Remake gesehen und findet es gar nicht so schrecklich, wie im Vorfeld befürchtet.

– Ähnliches schreibt auch Dennis auf Filmosophie bei seiner „Oldboy“-Review.

Stubenhockerei beschäftigt sich diesmal mit Werner Herzogs „Bad Lieutenant“ und passenderweise dazu „The Cage of Nicholas“ von George Kuchar.  Aber viel wichtiger ist die Vorstellung des unglaublichen, extrem merkwürdigen, unheimlichen, fiesen, grotesken, bizarren „Begotten“ von Elias Merhige. Unglaublich, dass der Kerl danach „Shadow of a Vampire“ drehte.

– Ich kann nicht oft genug auf „The Act of Killing“ hinweisen. Hier eine Review von Philip Stroh auf wieistderfilm?.de.

Zwei Gangsterfilme von José Bénazeraf auf Magazin des Glücks. Ich muss mich endlich näher mit dem Mann beschäftigen, nachdem mir sein Werk schon durch das enorm wichtige Buch „Prominente und Pioniere des modernen Sexfilms“ schmackhaft gemacht wurde.

– Was läuft demnächst in der Reihe Bizarr Cinema in Hamburg? The Wayward Cloud weiß Bescheid.

– Michael Schleeh stellt auf Schneeland den japanischen Film „Live Today, Die Tomorrow“ von Kaneto Shindo vor, der nicht viel mit seinen berühmten Werken wie „Naked Island“ oder „Onibaba“ zu tun hat. Scheinbar ein rauer, beinahe neorealistischer Film aus dem Milieu der Kleingangster.

– Hui, ich wusste gar nicht, dass der mexikanische „Alucard“ in Deutschland herausgekommen ist. Dank Yzordderrexxiii und seiner Rezension weiß ich das jetzt und werde mich mal nach der Scheibe umsehen. Auch wenn Yzordderrexxiii dem Film nicht so viel abgewinnen konnte. Klingt trotzdem wie für mich gemacht.

– Jedes Jahr listet John Waters seine 10 Lieblingsfilme des Jahrgangs auf. Seine aktuelle Liste findet man bei den Fünf Filmfreunden. Platz 1 und 10 sind keine Überraschungen, Platz 6 schon.

4 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (02-12-13)”

  1. Oliver sagt:

    Hallo Marco,

    danke für die erneute Erwähnung! 🙂

    Eine kleine Korrektur habe ich aber: „Die frechen Teens dreh’n ein neues Ding“ ist (leider) nicht mir der göttlichen Edwige Fenech, sondern mit Dagmar Lassander und Femi Benussi. Das Missverständnis kommt wohl daher, dass ich in meinem Text auf einen Eintrag von Udo Rotenberger verweise, in dem er eben einen Film mit Edwige Fenech bespricht.

  2. Marco Koch sagt:

    Das kann sein. Aber, wenn ich irgendwo „Edwige Fenech“ lese, spielen die Schaltkreise in meinem Hirn eh verrückt 😉

  3. MANDINGO, an dessen Erfolg sich DIE SKLAVENHÖLLE DER MANDINGOS anhängte, hatte seinerzeit enorme Medienpräsenz, wegen des Themas (zwei Jahre vor ROOTS), und weil mit Ken Norton einer der damals besten Schwergewichtsboxer (irgendwann auch mal Weltmeister) in einer tragenden Rolle mitspielte. Die etwas gesetzteren Leser (ächz, hust) kannten das Wort also schon vor Tarantino.

  4. Marco Koch sagt:

    An „Roots“ kann ich mich erinnern, wenn ich auch bewusst erst „Roots – The Next Generation“ verfolgt habe. „Mandingo“ war mir zuvor vor allem durch das Filmplakat zum italienischen Rip-Off „Mandinga“ ein Begriff, wusste aber nicht, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Ich dachte immer das wäre ein Name.

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