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DVD-Rezension: „Als Hitler den Krieg überlebte“

Von , 26. August 2020 20:42

Hitler (Fritz Diez) ist es gelungen alle zu täuschen. Sein Selbstmord war nur vorgetäuscht, und nun wartet er auf Schloss Lilienburg in der Schweiz ab, dass seine Zeit wieder kommen wird. Dieses private Sanatorium gehört Professor Doktor Rolf Harting (Jirí Vrstála), der Hitler bei seiner Flucht half. Doch Harting und seine Männer haben ihre ganz eigene Pläne mit dem selbsternannten „Führer“. Er soll für seine unzähligen Verbrechen und die Millionen Tote grausam büßen. Für ihren Plan benötigen sie allerdings den Prager Doktor Josef Herman (Karel Höger), der einem verstorbenen Leibarzt Hitlers namens namens Wollmann ähnelt. Dieser wird kurzerhand von Hartings Gruppe entführt. Und da gibt es um das Schloss herum noch Partisanengruppen ehemaliger Nazis, die ihren Diktator zurück haben wollen.

Kann man bei Zbynek Brynych eigentlich noch immer von einem „Geheimtipp“ sprechen? Seit vielen Jahren schon ist „dieser wundersam fröhliche tschechische Herr“ (so der Titel eines wunderbaren Featurettes auf der Bildstörung-Blu-ray von „Die Weibchen“) in den Kreisen der Filmliebhaber ein Begriff. Umso mehr verwundert es, dass es außer „Die Weibchen“ bisher kaum weitere Auswertungen seiner Filme auf DVD oder gar Blu-ray gibt. Zwar kann man seine legendären Inszenierungen früher „Der Kommissar“- oder „Derrick“-Folgen in entsprechenden Serien-Boxen finden, doch gerade seine in Deutschland gedrehten Spielfilme „O Happy Day“ und vor allem „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ fehlen schmerzlich. Immerhin, mit etwas Suchen findet man bei nicht ganz umstritteneren Anbietern noch die DVDs „KZ Theresienstadt – Transport aus dem Paradies“ und „Höllentor Sahara 1943“, aber das war es bis jetzt schon. Umso schöner ist es, dass Brynychs grandioser „Als Hitler den Krieg überlebte“ nun in einer anständigen DVD-Veröffentlichung bei Ostalgica erschienen ist.

„Als Hitler den Krieg überlebte“ ist eine eigenwillige politische Parabel, bei der man sich unwillkürlich fragt, wie solch ein Film 1967 in der Tschechoslowakei entstehen konnte. Die Umkehrung mit der Brynych arbeitet (die ehemaligen Gegner der Nazis sind die Faschisten von heute, während die alten Nazis plötzlich die Gestalt idealistischen Widerstandskämpfer einnehmen) ist leicht als Gleichnis auf die Machtverhältnisse in den sogenannten Ostblock-Staaten der Nachkriegszeit zu dechiffrieren. Hier wie dort bedienen sich diejenigen, die eigentlich mit den alten Gegnern abrechnen wollen und für eine „bessere Welt“ stehen, der Methoden der Faschisten. Strenge Hierarchien, kein Widerspruch duldend, Überwachung, Gewalt, Folter, Weltherrschaftsanspruch. Das Leben eines Menschen zählt nichts, überall lauern Feinde. Auch in den SS-Uniformen scheinen sich Harting und seine Männer sehr wohlzufühlen. Es geht also immer weiter mit dem Totalitärismus – egal welches Gesicht er sich gibt. So offensichtlich die Gruppe um Harting für die Machthaber des Ostblocks stehen, so interessant ist die Frage, wenn die faschistische Gruppe um Inge repräsentiert. Jung, gut aussehend und voller fanatischem Idealismus mag man an radikalisierte Gruppen der Studentenbewegung denken, die ja tatsächlich in den 70ern in den Terrorismus drifteten. Die Aussage des Filmes ist daher recht eindeutig: Faschismus verbirgt sich hinter vielen unterschiedlichen Gesichtern.

Als Stimme der Vernunft dient in dieser Parabel ein Wissenschaftler: Der Arzt Dr. Herman. Diese Stimme wird aber zwischen den verschiedenen Fraktionen zerrieben und letztendlich mundtot gemacht. Es ist kein optimistisches Bild, welches Brynych hier zeichnet. Im Gegenteil. Die Welt ist schlecht und wer die Chance hat, die Macht zu ergreifen, wird dies ohne zu zögern tun, dabei über Leichen gehen und eine totalitäres Schreckenssystem etablieren. Wirkliche Alternativen gibt es nicht. Diejenigen, die an Werte wie Demokratie, Menschlichkeit, Mitleid und Gerechtigkeit glauben, werden zu Spielbällen derjenigen, die eben jene Werte mit Füßen treten oder gleich ganz pervertieren. Der Originaltitel (und deutsche Alternativtitel) bedeutet „Ich, die Gerechtigkeit“ – ein Anspruch, den Harting erhebt und gleichzeitig so dreht, dass eben nur er – der „Führer“ der Bewegung – die einzige Deutungshoheit über den Begriff „Gerechtigkeit“ besitzt, der ihn gleichzeitig dazu befugt, sein System der Unterdrückung, Unterwerfung und Folter zu etablieren.

Obwohl Brynych in diesem Film noch nicht jenes exzentrisches und delirierendes Feuerwerk abbrennt, wie z.B. in „Die Weibchen“ oder späteren „Derrick“-Folgen, zeigt dieser Film bereits seine hohe Kunst. Die Kamera ist immer dicht dran an den Gesichtern, jede Einstellung ist so komponiert, dass sie beispielsweise in Dialogszenen nicht im harten Schuß-Gegenschuß sondern filmisch-bewegt umsetzt. Brynych forscht die Möglichkeiten aus, die ihm das Bild bietet, erfindet immer wieder neue, spannende Tableaus und haucht ihnen eine faszinierende Dynamik ein. Die harten schwarz-weiß Kontraste erinnern an die frühen „Kommissar“-Folgen, wie z.B. die Episode „Die Schrecklichen“, welche eine ähnlich bedrohlich-traumgleiche Atmosphäre versprüht, wie „Als Hitler den Krieg überlebte“. Man spürt deutlich, dass Brynych große Freude daran hatte, mit Bildern zu experimentieren und in jeder Einstellung das Besondere zu suchen.

Unterstützt wird er dabei von großartigen Schauspielern. Besonders Angelica Domröse sticht hervor, als Mischung aus geheimnisvoller Femme Fatale und leidenschaftlicher Rebellin. Die Domröse hat ein wunderbares, abgründiges Gesicht, welches die Kamera einfach liebt. Vergleichbar einer spröden Romy Schneider. Wenn sie die Möglichkeit gehabt hätte, in den 60ern nach Frankreich zu gehen und dort die richtigen Regisseure zu treffen, sie hätte ein ähnlich großer Star werden können. So wurde sie immerhin mit „Die Legende von Paul und Paula“ in der DDR zum Star. An ihrer Seite spielt ihr damaliger Ehemann Jirí Vrstála mit viel dunklem und furchteinflößendem Charisma den Harting. Sein Landsmann Karel Höger verkörpert mit väterlichem Gestus und einer skeptischen Distanziertheit die einzige positive Figur des Filmes, den moralisch standhaften, aber letztendlich erfolglosen Dr. Herman. Eine besondere Erwähnung verdient der aus Thüringen stammende Fritz Diez, der nicht nur eine unfassbare Ähnlichkeit mit Hitler hat, sondern auch dessen Habitus perfekt imitiert. Fast glaubt man sich tatsächlich eines Wiedergängers dieses Verbrechers gegenüber. Diez spezialisierte sich offenbar auf Hitler-Porträts und verkörperte Hitler in mehreren Filmen der DEFA, als auch in ausländischen- und Fernsehproduktionen. Wenn man der IMDb Glauben schenkt ganze 14 Mal.

Endlich liegt ein weiterer Film des großartigen Tschechen Zbynek Brynych in einer soliden DVD-Veröffentlichung vor. Brynych politische Parabel über die Verhältnisse im sogenannten Ostblock der 60er Jahre ist ebenso intelligentes, wie kurzweiliges Kino mit überzeugenden Darstellern und bereits allen Zutaten, die in den letzten Jahr(zehnt)en zu einer Wiederentdeckung Brynychs führten.

Leider liegt der Film von Ostalgica lediglich auf DVD vor. Diese ist aber durchaus empfehlenswert. Das Bild ist scharf, die Kontraste sehr gut. Es gibt einige kleine Filmschäden, welche manche fanatische Pixelzähler vielleicht bemängeln würden, für mich aber durchaus zur Atmosphäre und Kino-Look des Filmes beitragen. Der Ton ist gut verständlich und liegt in Deutscher Synchronfassung und der tschechischen Originalfassung vor. Bei letzterer wurde aber leider bei den Untertiteln gespart, sodass diese Originalfassung für nicht tschechisch sprechende Menschen mehr oder weniger für die Katz ist, auch wenn der Anteil an deutschen Dialogen recht hoch ist. Sehr schade. Da tröstet die sehr gute DDR-Synchro nur ein wenig, da hier jetzt plötzlich alle akzentfreies Deutsch sprechen, während in der Originalfassung eben eine Mischung aus Deutsch und Tschechisch gesprochen wird, was auch mehr Sinn macht. Vor dem Film gibt es ein Intro von 3:12 Minuten, welches anhand einer Kompilation alter Wochenschauen (?) eine zeitliche Einordnung gibt. Leider ist das Bildmaterial hier nicht optimal und recht verschwommen. Ansonsten gibt es außer Trailern für das Ostalgica-Programm keinerlei weitere Extras.

Blu-ray-Rezension: „Die Weibchen“

Von , 27. Juli 2017 08:58

Nach einer unglücklichen Affäre mit ihrem Chef ist die junge Eve (Uschi Glas) einem Nervenzusammenbruch nahe und reist zu einer sechswöchigen Kur nach Bad Marein. Dort begibt sie sich in das Sanatorium von Dr. Barbara (Gisela Fischer). Seltsamerweise scheint es in Bad Marein außer dem unheimlichen Gärtner des Sanatoriums und einem halb verrückten Kommissar nur Frauen zu geben. Eines Tages hat eine dreiköpfige Männergruppe im Ort eine Reifenpanne. Die drei Männer nutzen die Gunst der Stunde, um mit den Damen im Sanatorium zu flirten. Doch bereits in der ersten Nacht entdeckt Eve einen der Männer mit einem Messer im Rücken in einem Schrank liegend und bricht zusammen. Am nächsten Tag ist von der Leiche nichts mehr zu entdecken. Auch der schmierigen Tommy (Giorgio Ardisson) und sein Kumpel Leo (Klaus Dahlen) machen sich keine Sorgen um ihren Freund. Der wäre wohl nach Hause zu Frau und Kindern. Eve macht sich – unterstützt von dem ebenfalls in Bad Marein gestrandeten, gutaussehenden Johnny (Alain Noury) daran, das Geheimnis des Sanatoriums und des Städtchens aufzudecken…

Zbyněk Brynych als „Geheimtipp“ oder „Vergessenen“ zu bezeichnen, ist in den jetzigen Zeiten nicht mehr ganz richtig. Dank der unermüdlichen Arbeit von Cinephilen wie Rainer Knepperges oder dem Regisseur Dominik Graf, ist Zbyněk Brynych mittlerweile (endlich!) ins kollektive Filmgedächtnis der Kino-Republik vorgedrungen. Dort nimmt er nun den Platz ein, der ihm gebührt. Den eines Meisters seiner Zunft. Eines Mannes, der in den frühen 70ern in Deutschland Kino wie kein anderer machte, der TV-Krimiserien wie „Der Kommissar“, „Derrick“ oder „Der Alte“ auf heute unfassbare Höhen trieb. Der sich über den Umweg der Krimiserie austoben konnte und zeigte, dass auch „Routineprodukte“ Raum für große Kunst bieten – wenn man es nur will und die Freiheit genießt, seine Vision umzusetzen. Etwas, das vor 30-40 Jahren noch möglich war und heute fast unglaublich erscheint. Gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, widmet das Zeughauskino und das Tschechische Zentrum in Berlin Zbyněk Brynych eine umfangreiche Retrospektive. Ich selbst kam 1999 erstmals mit dem Tschechen in Kontakt, als ich in der leider viel, viel zu kurzlebigen Fanzine „Absurd 3000“ über seinen großartigen Film „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ lesen konnte. Leider ist dieser Film, den ich persönlich sogar noch knapp dem hier zu besprechenden „Die Weibchen“ überlegen finde, bisher nur auf VHS erschienen. Eine digitale Heimkinoumsetzung (am Besten auf Bluray) steht hier ebenso aus, wie bei dem ersten Film seiner deutschen Kino-Trilogie :“O Happy Day“.

Es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man daran denkt, wie stiefmütterlich dieser großartige Filmzauberer hierzulande noch immer behandelt wird. Von seinen tschechischen Filmen haben es gerade mal zwei auf preisgünstige DVD-Veröffentlichungen geschafft. Dann gibt es nur noch seinen TV-Dreiteiler „Die Nacht von Lissabon“ und seine TV-Krimi-Episoden (neben den oben erwähnten noch gut die Hälfte aller „Polizeiinspektion 1“-Folgen). Umso mehr Anlass zur Freude und großem Applaus liefert die hier vorgestellte, liebevolle Veröffentlichung von „Die Weibchen“ durch das wundervolle Label „Bildstörung“. Dieses hat den Film in perfekter Qualität und mit vielen aufschlussreichen Extras, sowie einer bisher unbekannten Langfassung, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, die weder die VHS besitzen, noch die Möglichkeit hatten, den Film irgendwo auf in einer 35mm-Vorführung zu sehen. Und im TV findet deutscher Film aus den vergangenen Jahrzehnten ja eh so gut wie nicht mehr statt.

In „Die Weibchen“ feuert Zbyněk Brynych mithilfe seines kongenialen Kameramannes Charly Steinberger (der u.a. auch den ganz wundervollen „Deep End“ von Jerzy Skolimowksi fotografierte) aus vollen Rohren. Schon die grandiose Fischaugenfahrt ganz am Anfang des Filmes zeigt, wohin die Reise führt. In ein merkwürdiges, surreales Land des Wahnsinns. Immer wieder schauen Personen direkt in die Kamera und irritieren dadurch den Zuschauer. Seien es von der Kamera scheinbar zufällig eingefangene Passantinnen, die durch das Städtchen Bad Marein flanieren oder harmlos auf Bänken sitzende Gruppen von Frauen jeden Alters, die wie Geheimpolizisten wirken. Immer wieder verleiht ein ungewöhnlicher, fremder Winkel der Kamera ganz normalen Gesten, wie dem Reichen der Hand, eine unheimlich-bedrohliche Qualität. Brynych entreißt Steinbergers Kamera jeglichen Fesseln. Da gibt es lange Plansequenzen mit der Handkamera, es wird wie irre im Kreis gewirbelt und durch kleine Tricks die Grenze von Realität und Traum verschoben. Nie kann man sich sich bei Brynych sicher sein, ob der Boden auf dem sich seine Figuren bewegen, nicht schwankt und gleich das ganze Szenario mit einem Haps verschluckt. Dazu knallt Peter Thomas unglaublich fetzige Musik aus den Lautsprechern und vernebelt einem noch zusätzlich die Sinne. Wobei es nicht fair wäre, Thomas‘ Beitrag ganz auf die direkt vom Ohr über das Hirn in die Beine schießende Mucke zu reduzieren. Denn wer genau hinhört, der bemerkt auch die leisen-bedrohlichen Zwischentöne.

Zbyněk Brynych füllt seinen Film mit unzähligen, wunderbar absurden Details. Sei es das markante, schreiend gelbe Buch „S.C.U.M – Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer“ von Valerie Solanas (nebenbei die Frau, die 1968 auf Andy Warhol schoss), welches überall auftaucht. Oder die Gottesbeterinnen-Analogie. Die hohlen Männergestalten, die vor lauter Potenz-Geprotze es gar nicht merkwürdig finden, dass ihre Kumpels plötzlich ohne jede Nachricht verschwinden. Der verrückte Kommissar, dessen offensichtlich nicht wirklich gesunder Geisteszustand niemanden wundert und den Brynych mit einem schmucken Pastorenkragen ausstaffiert hat. Nein, hier sind wir nicht mehr in dieser Welt, sondern in einer bizarren Parodie des muffigen Deutschlands, eine hysterischen Welt des Überfeminismus und der holzköpfigen Männer. Bei Brynych sind es keine Menschen, die durch diesen fremdartigen Ort stolpern, sondern hohle Figuren, die ganz ihrer Funktion untergeordnet sind. Und deren Unfähigkeit (Eve) oder Unwille (Johnny) aus dieser reinen Funktion auszubrechen, letztendlich dazu führt, dass sie von der Geschichte verschlungen werden. Psychisch (wie Eve), oder physisch (wie die Männer). Man kann darüber streiten, ob „Die Weibchen“ nun ein radikal feministischer Film ist, in dem alle Männer als Trottel dargestellt und deren Vernichtung auf Gottesanbeterinnen Art als einziger Weg dargestellt wird, die perfekte Gesellschaft zu erschaffen. In dem die Frauen weitaus intelligenter und raffinierter sind als die triebgesteuerten, arroganten, sich ständig selbst überschätzenden Kerle. Typen, die das andere Geschlecht weder für voll nehmen, noch ihm einen eigenen Willen zugestehen, Oder ist er „Die Weibchen“ das genaue Gegenteil? Ein Film, der durch seinen auf die Spitze getriebenen Feminismus eben jenen einen albernen (oder schlimmer noch bedrohlichen) Anstrich gibt? Der andeutet, dass zu viel Freiheit die Frauen in blutrünstige Bestien verwandelt? Brynychs Film lässt durchaus beide Deutungen zu.

Mit „Die Weibchen“ setzt Bildstörung seine Reihe hervorragender Veröffentlichungen nahtlos fort. Das Bild ist mal wieder makellos und besitzt eine angenehme Kinoanmutung. Ist klar, scharf – aber nicht zu Tode gefiltert. So sollen Veröffentlichungen von über 40 Jahre alten Filmen aussehen. Dass das Bild so gut geworden ist, kann man durchaus als kleines (oder gerne auch größeres) Wunder bezeichnen. Da kein Negativ mehr vorlag, mussten 35mm-Vorführkopien abgetastet werden. Diese hatten aber über die Jahre ziemlich gelitten, wie ein Vorher-Nachher-Ausschnitt im bonusbereich zeigt. Laufstreifen, Filmrisse, Kratzer und Farbstiche mussten mühevoll entfernt werden. Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen und dürfte – solange kein verschollenes Negativ mehr auftaucht – die bestemögliche Fassung bleiben. Auch am Ton gibt es nichts zu mäkeln. Dieser liegt nur im Original (also Deutsch) ohne Untertitel vor. Auch die Extras wissen zu überzeugen. Hier gibt es Interviews mit Charly Steinberger (13 Minuten), der sich allerdings nicht ganz wohl vor der Kamera zu fühlen scheint, sowie Hauptdarstellerin Uschi Glas (15 Minuten), die hier überraschend sympathisch rüber kommt und recht stolz auf den Film ist. Überhaupt redet sie gerne über ihre alten Filme – und hiermit ist nicht nur „Zur Sache, Schätzchen“ gemeint. Also besonders interessant entpuppt sich auch ein Feature, in dem Domik Graf, Olaf Möller und Rainer Knepperges 40 Minuten lang den „wundersam fröhlichen tschechischen Herrn“ Zbyněk Brynych vorstellen. Ein ganz besodnerer Bonus ist eine bisher unbekannte Langfassung des Filmes, die fast 15 Minuten länger läuft. Ferner gibt es ausser den obligatorischen Bildergalerien, dem Kinotrailer und dem italiensichen Vorspann noch einen Audiokommentar mit Gerd Naumann, Bodo Traber, Christopher Klaese und Matthias Künnecke, sowie ein 32-seitiges Booklet mit einem Text von Frank Noack und einem Interview mit Zbynek Brynych. Jetzt kann man nur noch darauf hoffen, dass sich Bildstörung auch irgendwann der beiden anderen Brynych-Film „O Happy Day“ und „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ annimmt. Das wäre dann wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.

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