Category: Allgemein

Das Bloggen der Anderen (14-06-13)

Von , 14. Juni 2013 21:35

bartonfink_type2– Letzten November hatten wir die Ehre, beim Phantastival Bremen den Film „Berberian Sound Studio“ in einer Deutschen Kinopremiere auf 35mm zu zeigen. Leider hielt sich das Interesse an dem Film in Grenzen und auch unsere Bewerbung war unabsichtlich irreführend. Aufgrund der Berichterstattung in diversen Medien dachten wir, einen lupenreinen Giallo zu zeigen und führten den Film auch dementsprechend ein. Am Ende gab es lange Gesichter, denn die Erwartung, welche wir und das Publikum in den Film hatten, wurde nicht im Geringsten erfüllt. Als wir nachher im Foyer standen, hörten wir eigentlich nur enttäuschte Kommentare. Darum ist meiner Meinung nach wichtig, dass man von vornherein weiß, dass „Berberian Sound Studio“ eben NICHT der von der Werbung versprochene böse Giallo ist, sondern eher eine traumwandlerische, experimentelle Geschichte, die zwar in Musik und Stimmung den Giallo zitiert, aber keinesfalls einen behandschuhten Mörder hinter schönen Frauen hinterher schickt. Oliver Armknechts Besprechung auf film-rezensionen.de deckt sich recht gut mit meinen Gedanken nach dem Film. Zusätzlich wird der Film auch von Carsten Happe auf filmgazette rezensiert.

– Normalerweise interessieren mich die hart-bizarre japanische Splatterwelle nicht besonders. Aber „Vampire Girl Vs. Frankenstein Girl“, den wir letzten Jahr in unserer Reihe „Weird Xperience“ gezeigt haben, hat mich doch überraschend gut unterhalten. Der Intergalactic Ape-Man stellt auf Intergalaktische Filmreisen die beiden 2008 entstandenen, für dieses Genre richtungsweisenden Filme vom gleichen Produzenten-Team: „Tokyo Gore Police“ und „Machine Girl“vor.

– Auf Reihe Sieben gibt es eine kurze Vorschau auf Bong Joon-hos neuen Film „Snowpiercer“ (sein englischsprachiges Debüt) in dem u.a. Tilda Swinton und John Hurt mitspielen.

– Zur Abwechslung mal eine Buchrezension. Ulrich Kriest ist auf filmgazette nicht vollends überzeugt vom ersten Band der neuen Reclam-Reihe „Stilepochen des Films“, der sich mit dem Neuen Deutschen Film beschäftigt.

– Auf Hard Sensations ist Michael Schleeh sehr angetan vom – auch von mir heiß erwarteten – neuen Rob-Zombie-Film: „The Lords of Salem“. Die Review macht mein Begehren nur noch größer. Wie gerne wäre ich zwischen dem 9.-12. Mai 2013 bei den B-Film Basterds in Nürnberg gewesen. Ich hatte sogar eine nette Einladung erhalten, aber aufgrund meiner neuen familiären Situation brauchte ich noch nicht einmal darüber nachzudenken. Silvia Szymanski aber war da und gibt auf ihre unnachahmliche Weise einen wunderbar zu lesenden Bericht, bei dem es nicht nur um die Filme geht, sondern auch um… ähhh.. anderes. Es war wohl sehr heiß in Nürnberg. Über die Frage, ob ich es wohl wagen würde, mich im Kino neben Silvia  zu setzen, werde ich jetzt wohl noch einige Nächte sinnieren. Und Joris Julius-Sabinus bespricht die scheinbar sehr sehenswerte Doku „Die Königin von Versailles“, den ich jetzt gerne sehen würde.

– Vorsicht: Ironie. Ein Lob von Thomas Groh auf die deutsche Filmförderung gibt es auf Negativ. Des Weiteren: Ciprian David setzt seine Reihe über die neue rumänische Welle mit dem Film „Tuesday after Christmas“ fort und Michael Brodski schreibt über „The Land of Hope“ von Sion Sono (von dem ich – ich mag es kaum schreiben – bisher noch keinen Film gesehen habe), der sich mit der Situation in Japan nach der Katastrophe von Fukushima beschäftigt.

– Dass der deutsche Film – aller Unkenrufe zum Trotz – lebt, unterstreicht Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film, wo er “Tore tanzt” von Karin Gebbe bespricht, der auch in Cannes gezeigt wurde. Ferner berichtet er auch über den lang ersehnten neuen Film des großen Alejandro Jodorowski.

– Auf Eskalierende Träume unterhalten sich über Alexander Schmidt und Sano Cestnik über das spannende Kino des Mamoru Oshii, der mehr für seine Animes, als für seine Realfilme bekannt ist. Aber gerade diese stehen im Mittelpunkt des Gesprächs, welches mit „The Red Spectacles“ von 1987 beginnt.

– In dieser Woche findet in Ludwigshafen das Festival des Deutschen Films statt. Harlad Mühlbeyer von screen/shot ist dabei und liefert eine gute Vorberichtserstattung und bespricht die beiden Auftaktfilme „Schwestern“ und den bereits im Kino (fragt sich nur wo?) gelaufenen Gruselfilm „Du hast es versprochen“.

– Eine schöne Besprechung für einen großartigen Film liefert Robin Schröder auf Mise en cinema: Takeshi Kitanos Meisterwerk „Sonatine“.

– Einen interessanten Artikel hat Sascha auf PewPewPew geschrieben. Darin geht es um einige Geschichten, die mit Steven Spielberg zu tun haben. Richtig spannend wird es dann im letzten Drittel, wo einige Kommentare von Spielberg und seinem Spezi George Lucas wiedergegeben werden, wo sich die beiden an der University of Southern California vor den Studenten Gedanken über die Zukunft des Kinos gemacht haben.

– Den Film „Running On Empty“, den Sidney Lumet 1988 gedreht hat, kannte ich bisher nicht und hatte auch noch nichts drüber gelesen. Darum war ich jetzt überrascht, gleich an zwei Stellen einen Text über ihn zu finden. Einmal von Ekkehart Knörer auf cargo und dann von Nikolaus Perneczky auf Kinolaus.

– Ebenfalls auf Kinolaus: Walter Hills unterschätzter „Johnny Handsome“ mit Mickey Rourke.

– Merkwürdig, merkwürdig. Larry Cohens „God Told Me To“ habe ich gesehen. Ich besitze sogar die US-DVD. Aber ich kann mich beim besten Willen nicht an ihn erinnern. Gut, dass The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte ihn noch einmal bespricht. Da kommen dann zumindest einzelne Bilder wieder hoch und der Vorsatz, den Film beizeiten ein zweites Mal zu sichten.

Das Bloggen der Anderen (08-06-13)

Von , 8. Juni 2013 19:58

bartonfink_type2Allesglotzer kümmert sich um den ersten Film der Shaw-Brothers-Welle, die Anfang der 70er in die deutschen Bahnhofskinos schwappte: „Das Schwert des gelben Tigers“. Die Besprechung des Filmes bettet er in den historischen Kontext ein.

– Neulich war in dieser Rubrik vom belgischen Kino die Rede und davon, dass es dort noch einige interessante Filme zu entdecken gibt. Alex Klotz hat einen solchen Film der Vergessenheit entrissen und bespricht auf Hard Sensations den provokanten „Les tueurs fous“ von 1972.

– Die japanischen „Pinky Violence“-Filme sind ein Genre, welches, zumindest in Deutschland, nur Wenigen bekannt ist. Einen dieser wilden Filme bespricht der Intergalactic Ape-Man auf seinem Blog Intergalaktische Filmreisen. Der schöne Titel: „Terrifying Girls’ High School: Lynch Law Classroom“.

– Kurzfilme sind eine Filmkunst, die nur selten im Fokus steht. Zwar gibt es reichlich Kurzfilm-Festivals – wie gerade wieder in Hamburg -, doch seitdem es im Kino keine Vorfilme mehr gibt, bleiben diese Fingerübungen nur einem kleinem, speziell daran interessierten Publikum vorbehalten. Auch in Cannes lief ein Kurzfilmprogramm, Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat es sich angesehen und sich dazu so seine Gedanken gemacht.

– Der gerade in unseren Kinos angelaufene Animationsfilm „Epic“ veranlasst Alexander Gajic dazu, sich mit dem aktuellen Status des US-Animationsfilms auseinanderzusetzen. Seinen sehr interessanten Text dazu findet man auf real virtuality.

– Auch spannend. Sir Donnerbolds Bagatellen gehen in einem langen Essay auf die „Disney Princess“-Linie ein, in der die weiblichen Hauptfiguren der berühmter Disney-Filme „mädchenkonform“ umgestaltet und „verbarbiet“ werden. Nachdem nun auch Merida aus „Brave“ dort eingemeindet und einer modischen Generalüberholung unterworfen wurde, liefen die Fans Sturm.

– Oliver Nöding verweist auf seinem Blog Remember it for later, auf ein sehr schönes Zweitprojekt von ihm: „Marquees in movies“ zeigt Screenshots aus Filmen, in denen die klassischen weißen Kino-Anzeigetafeln zu sehen sind. Schöne Idee.

The Hooded Justice hat eine kleine Liebeserklärung an Billy Wilder verfasst, die zwar nicht ganz frei von kleinen Fehlern ist (z.B. sind die beiden Musiker in „Some like it hot“ nicht hauptsächlich auf der Flucht vor der Arbeitslosigkeit, sondern vor der Mafia), aber schön zu lesen.

– Michael Schleeh empfiehlt auf Schneeland jeweils einen aktuellen Film von den Philippinen („Graceland“) und einen aus Thailand („Yaowarat“).

– Auf Revolver findet sich ein langes Interview mit dem großartigen Sounddesigner Walter Murch, der gerade das Werk des italienischen Autors Curzio Malaparte übersetzt hat. Darüber wird in diesem Interview gesprochen, aber natürlich auch Bezug auf Murchs Filmarbeit genommen.

– Auf seinem filmtagebuch hat Thomas Groh drei lange Essays von Philipp Stiasny über die Geschichte des Deutschen Exploitationfilms zur Verfügung gestellt. Diese tollen und interessanten Texte sind für mich das Highlight der Woche und erstmals in der filmhistorischen Zeitschrift Filmblatt (auch eine spannende Entdeckung, die ich jetzt durch den Artikel gemacht habe) erschienen.

– Auf Whoknowspresents bespricht david die Ende der 50er Jahre für das deutsche Fernsehen gedrehte James M. Cain-Verfilmung „Konto ausgeglichen“ von Franz Peter Wirth, welche gerade in der „Pidax Krimi-Klassiker Kollektion #1“-Box erschienen ist. Von dieser rät david zwar leidenschaftlich ab, da er die anderen dort enthaltenen Filme für ganz fürchterlich hält, den „Noir“-Krimi „Konto ausgeglichen“ fand er jedoch recht respektabel.

– Auf Filmgazette begeistert sich Ulrich Kriest für den neuen Film des mittlerweile 91-jährigen Großmeisters Alain Resnais. „Ihr werdet Euch noch wundern“.

– Sebastian stellt auf review-corner das Projekt Filmblogosphäre vor, eine Review-Sammlung, in der jeder Blogger die Möglichkeit bekommt, seine eigenen Rezensionen zu verlinken. Mal abwarten, was daraus wird. Die gleichnamige Facebook-Seite ist zumindest zur Zeit ziemlich tot.

– Weitere Bestätigungen für das Fantasy Filmfest findet man bei Frau Flinkwert sieht alles. Europa Report und Hatchet III, sowie Byzantinum und Cold Blooded.

Kam ein Stöckchen geflogen…

Von , 4. Juni 2013 22:37

Autsch, da hat mich ein Stöckchen getroffen. Geworfen wurde es vom Intergalatic Ape-Man. Bisher wusste ich nicht, was im Internet ein „Stöckchen“ ist, geschweige denn, dass es so etwas gibt. Jetzt bin ich etwas schlauer. Das ist eine Art Staffelstab, der von Blog zu Blog weitergereicht wird. Und dieser „Stab“ besteht aus einem Fragebogen. In diesem Falle 11 Fragen, die ursprünglich von The Sweet Nonsense stammen und nun ihre Runden ziehen. Ich habe den Stab angenommen und mich an den nun folgenden Fragen abgearbeitet.

1. Was ist dein Lieblingsfilm?

Die Frage beantworte ich in der Regel gar nicht. Warum? Weil es so viele tolle Filme da draußen gibt, dass ich mich gar nicht auf “den einen” festlegen will. Zudem hat – wie das Wort “Liebling” schon sagt – das auch viel mit der Gefühls- und Stimmungslage zu tun, und die kann immer mal wieder wechseln. Und für jeden Film, den ich hier nennen würde, fallen mir gleich ein Dutzend andere ein, die dort genauso gut stehen könnten. Da man als Filmfan aber ständig mit dieser einen Frage konfrontiert (ich schreibe jetzt extra nicht “belästigt”) wird, habe ich mir einen Film zurecht gelegt, den ich nennen kann, wenn der Frager gar nicht aufhören will zu bohren: “Spiel mir das Lied vom Tod“.

2. Wieso ist das dein Lieblingsfilm?

Wie gesagt, das ist sozusagen eine Antwort, die aus Notwehr heraus geboren wurde. Es ist nicht wirklich DER Lieblingsfilm. Aber eben einer, den ich sehr gerne mag und der mich schon sehr lange begleitet. Also kann ich damit ganz gut leben. Wieso ich ihn so mag? Abgesehen davon, dass ich eine gewisse Liebe für das Westerngenre von meiner Familie väterlicherseits (Großvater, Vater und Onkel) geerbt habe, gefällt mir an diesem Film, dass man sich, je nach Lebensabschnitt, immer mit jemand anderen identifiziert: Als Teenie war man Bronson, der Rächer, später dann gerne der böse Fonda mit den eiskalten, blauen Augen. In meinem jetzigen Alter halte ich es mit dem abgeklärten Cheyenne. Irgendwann bin ich dann bei Jack Elam und spiele mit Fliegen… Zudem beeindruckt mich bei dem Film auch immer wieder das grandiose Zusammenspiel von Musik und Bild.

3. Was war(en) deine Lieblingsfilm(e) als Kind?

Kommt drauf an, wie man “Kind” definiert. Vor der Pubertät, auch noch als Teenie? Ich schränke das mal auf die Zeit von ca. 10-14 ein. Da waren es “El Dorado“, “Zwei glorreiche Halunken“, “Der unsichtbare Dritte“, die erste “Krieg der Sterne“-Trilogie, “Jäger des verlorenen Schatzes” und die Bond-Filme.

4. Wer ist dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Hier sage ich jetzt aber definitiv: Den einen gibt es nicht. Mein Pantheon besteht aus drei Stufen. Oben sitzen drei, die ich ganz besonders verehre: Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick und Lars von Trier. Darunter gibt es dann noch die Ebene mit Göttern, die quasi Anwärter auf den Gipfel sind: Tarkowski, Herzog und Lynch. Dann folgen all die anderen großartigen Meister, die ich ebenfalls nicht missen möchte: Zulawski, Kaurismäki, Haneke, Bergman, Wilder, Preminger, Lang, Murnau, Keaton, Leone, Kurosawa, Kitano, Polanski, Welles, Bava, Madden, Allen, auch dePalma (trotz einiger Fehltritte) und die jungen Wilden Winding Refn, Tarantino (ja) und Noe. Und noch so viele mehr. Wer mich kennt, fragt sich wahrscheinlich, wo Leute wie Franco oder Rollin bleiben. Die liebe ich natürlich. Aber auf eine andere Art und Weise, die persönlicher ist, und welche ich schwer beschreiben kann.

5. Wieso ist das dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Weil ihre Filme etwas in mir bewegen. Sowohl vom gefühlsmäßigen, wie auch intellektuellen Standpunkt aus. Ihre Filme sind Schlösser in denen es noch viele verborgene Türen gibt. Bei Hitchcock ist es z.B. so, dass ich die Filme alle schon x-Mal gesehen habe, aber jedes erneute Sehen immer wieder wie ein erstes Mal ist. Bei Kubrick und von Trier ist es ebenso. Ihre Filme bringen meinen Puls dazu, schneller zu schlagen und mich in einem Rausch zu verlieren. Witzigerweise will ich ihre Filme immer kühl analysieren, werde dann aber wieder so tief in den Film hineingezogen, dass ich es während des Anschauens vollkommen vergesse.

6. Hattest du schon vorher eine(n) Lieblingsregisseur(in)?

Hitchcock begleitet mich schon mein ganzes Leben. Als Kind habe ich das Truffaut-Buch “Mr. Hitchcock, wie haben sie das gemacht?” unzählige Male durchgelesen und das hat mich wahrscheinlich auch dazu gebracht, mich intensiv mit Film zu beschäftigen. Aber ich denke mal, die Frage zielt mehr darauf, ob es einen Regisseur gibt, den man früher verehrte, aber heute nicht mehr. Da fällt mir (leider!) als erstes Dario Argento ein, dessen Frühwerk ich noch immer in Ehren halte. Ach, und als zweites kommt mir jetzt noch John Woo in den Sinn, wobei ich von ihm die letzten Filme gar nicht mehr gesehen habe und damit auch nicht sagen kann, ob er wieder zu alter Form zurückgefunden hat.

7. Warum ist das nicht mehr dein(e) Lieblingsregisseur(in)?

Leider haben es die Jahre mit Dario nicht gut gemeint und heute scheint er alle Fähigkeiten, die ihn einst auszeichneten, verloren zu haben. Das ist traurig und darum kann ich ihn heute nicht mehr zu meinen Lieblingsregisseuren zählen. Es sei denn, man würde Früh- und Spätwerk radikal voneinander trennen, Dann wäre der “frühe” Argento (bis “Stendhal Syndrome”) immer noch einer meiner Lieblingsregisseure.

8. Wer ist dein(e) Lieblingsschauspieler(in)?

Habe ich eigentlich nicht. Klar, gibt es einige, die ich gerne sehe, aber ich würde jetzt nicht wegen eines bestimmten Schauspielers in einen Film gehen. Von den aktuell aktiven muss ich sagen, dass mich der Herr DiCaprio immer wieder beeindruckt. Ich hoffe sehr, er verfällt nicht in den De Niro/Pacino-Modus und fängt an, auf Autopilot eine Parodie seiner selbst zu werden.

9. Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?

James Bond. Wie diese Figur, die durchaus prägend für das Kino war, sich über 50 (!) Jahre halten konnte und immer wieder erfolgreich dem Zeitgeist angepasst wurde, sagt eine Menge über die letzten Dekaden aus. Sowohl gesellschaftlich, als natürlich auch, was das Kino und den sich wandelnden Publikumsgeschmack angeht. Und um noch einmal den Bogen zu Frage 2 zu schlagen: Jason Robards als Cheyenne in “Spiel mir das Lied vom Tod”.

10. Auf welche(n) kommende(n) Filme freust du dich am meisten?

Natürlich auf Von Triers “Nymphomaniac“. Und jetzt in nächster Zeit “Fliegende Liebende” von Almodóvar, “Only God Forgives” von Winding Refn, sowie “La Vénus à la fourrure” von Polanski und mein jährlicher Woody Allen, der diesmal “Blue Jasmin” heißt.

11. Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was würdest oder wen du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?

Das habe ich in der Tat schon gemacht. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann ja mal googeln.

Weitere Blog-Autoren, die auch noch von dem Stöckchen getroffen wurden, sind:

Filmherum

Medienjournal

Moviescape

Xanders Blog

Going to the Movies

Leons Filmreviews

Review-Corner.de

Mehr habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Wer nachgetragen werden möchte, möge sich bitte kurz melden.

Jetzt müsste ich Ihn nur noch weitergeben. Ich schließe also fest die Augen, dreh mich 10x um die eigene Achse und lasse los…. Oh, sieht so aus, als hätte ich das Couchmonster getroffen. Sorry!!!!

Edit: Ich fühle mich gerade wie Robert Fleming aus dem wunderbaren Roman “High Fidelity”. Nach zwei Stunden pausenlosem “Ach, den/das habe ich noch vergessen”, habe ich in den Antworten zu Frage 4 und 10 noch etwas geändert.

Das Bloggen der Anderen (03-06-13)

Von , 3. Juni 2013 22:13

bartonfink_type2- Und ein letztes Mal Cannes. Einen Rückblick auf die Festivalwoche von Frédéric Jaeger gibt es auf critic.de

- Der zuvor in Cannes von den Kritikern so arg gescholte „Only God Forgives“ findet mittlerweile einige Fürsprecher, wie z.B. Splatting-Image-Autor Sebastian Selig auf Hard Sensations, Ronny Dombrowski auf cinetastic.de oder Patrick Holzapfel auf Jugend ohne Film.

- Auf Japankino gibt es zunächst ein kleines Fazit des Japanischen Filmfests in Hamburg, auf das ich früher auch immer gerne gegangen bin. Und dann folgen noch einige wertvolle Tipps für das nächste Großereignis in Sachen japanischer Film: Die Nippon Connection in Frankfurt. Welche Filme sollte man sich dort nicht entgehen lassen?

- Wie schon oft erwähnt, mag ich das Konzept des Filmgesprächs sehr gerne und bin daher sehr dankbar, dass es auf Hard Sensations so wunderbar gepflegt wird. Zunächst einmal stellen Silvia Szymanski und Maria Wildeisen in ihrer Reihe “Forced Entry – Vergewaltigung im Film” einen Heuler vor dem Herrn vor, der zu Recht absoluten Kult-Status genießt und aufgeschlossenen Filmfreunden als einer der besten und wahnwitzigsten „schlechten“ Filme ans Herz gewachsen sein dürfte: Jorge Graus „Mad Foxes“, produziert von Erwin C. Dietrich. Ganz besonders charmant finde ich die Idee von Oliver Nöding, sich zusammen mit seiner Ehefrau Leena May Peters den berüchtigten Rape&Revenge-Streifen „Ich spuck auf Dein Grab“ (der ebenfalls hervorragend in die „Forced Entry“-Reihe passen würde) anzuschauen, und danach darüber einen sehr langen Dialog zu führen, der den Film aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Unbedingt lesenswert. 

- Wieder einmal einen schönen Film gibt es auf hypnosemaschinen zu entdecken, wo die unbekannte Henry-James-Verfilmung „La redevance du fantôme“ (basierend auf “The Ghostly Rental” ) von 1965 ausgebuddelt wurde.

- Da ich wieder in die Organisation des Phantastivals eingebunden bin, sind für mich die Neuigkeiten auf Frau Flinkwert sieht alles, welche Filme für das Fantasy Filmfest bereits bestätigt wurden, natürlich von besonderem Interesse, denn wir wollen diesmal möglichst keine Doubletten haben. Eben dort findet man auch eine Review mit Bremen-Bezug. Frau Flinkwert bespricht den Film „Fünf Jahre Leben“, der auf dem Fall des, von den Boulevardmedien gerne und ungerechtfertigter Weise „Bremer Taliban“ genannten, Murat Kurnaz beruht.

- Vorletzten Sonntag haben Stefan und ich, im Rahmen unserer Weird Xperience-Reihe im City 46, noch „The Human Centipede“ gezeigt. Auf screen/read kann man jetzt Neuigkeiten zum lange angekündigten, und aufgrund von Zwistigkeiten zwischen Laser und Sixx verschobenen, dritten Teil nachlesen.

- Krypton McKracken ärgert sich auf Videoraiders.net über die Auswüchse des Crowdfunding-Phänomens, welches seiner Meinung nach zu oft von den falschen Leuten in Anspruch genommen wird.

- The Hooded Justice stellt den mir bisher gänzlich unbekannten, malaysischen Filmemacher Tsai Ming-liang vor. Das klingt alles sehr interessant. Werde ich mal im Auge behalten.

- Passend zu meinem letzten Review, gibt es auf Remember it for later die Besprechung des „Maniac“-Originals und des aktuellen Remakes.

- Über einen frühen Film mit Gérard Depardieu schreibt Manfred Polak auf Whoknowspresents. „Den Mörder trifft man am Buffet“ von Bertrand Blier. Peinlicherweise habe ich bisher immer Bertrand Blier für identisch mit Bernard Blier (spielt auch mit) gehalten.Jetzt weiß ich es besser. Bertrand ist der Sohn von Bernard.

- Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist Clouzots „Lohn der Angst“. L’Amore in città hat sich jetzt das Remake von William Friedkin vorgenommen: „Sorcerer“, der damals ziemlich Schiffbruch erlitt, weil jeder aufgrund des Titels einen zweiten „Exorzisten“ erwartet hatte. Habe ich bisher auch nicht gesehen, aber aufgrund der Besprechung werde ich das demnächst einmal nachholen.

- Unheimlicher Zufall. Am 29.Mai verstarb die französische Schauspielerin Françoise Blanchard, die den meisten sicherlich aus Jean Rollins „Living Dead Girl“ bekannt ist. Genau einen Tag vorher besprach totalschaden auf Splattertrash den Eurocine-Trash-Film „Oase der gefangenen Frauen“, in dem sie die Hauptrolle spielte.

Das Bloggen der Anderen (25-05-13)

Von , 25. Mai 2013 21:52

bartonfink_type2- Und weiter geht es mit Cannes. Rüdiger Suchsland setzt auf Negativ seine Berichterstattung fort. Während ihm der neue Film von Claude Lanzman und vor allem Grand Central von Rebecca Zlotowski sehr gut gefallen haben, hasst er den neuen Winding Refn. „Only God Forgives“ spaltet die Kritiker ja zur Zeit extrem. Suchsland gehört zu denen, die ihn aus tiefstem Herzen ablehnen, was ihn in seiner Wut sogar zu der Aussage hinreißt, solche Meisterwerke wie „Valhalla Rising“ und „Drive“ müssten nun aufgrund der „Zumutung“ neu bewertet werden. Also, mich macht das jetzt ehrlich gesagt eher noch neugieriger.

- Auch Michael Sennhauser ist auf Sennhausers Filmblog von „Only God Forgives“ nicht unbedingt begeistert, kann aber auch einige positive Seite ausmachen, wenn ihm die Geschichte auch viel zu flach ist. Sein Geheimtipp ist “Borgman” von Alex van Warmerdam. Und auch der neue Film der Coen Brothers hat ihm gut gefallen. Dafür fühlte er sich vom neuen Miike gelangweilt. Gibt’s denn sowas!

- Einen interessanten Ansatz verfolgt Paul auf La vie cinéphile. Er wirft einen Blick zurück auf Cannes vor 10 Jahren und schaut, welche Filme von damals es geschafft haben, irgendwo eine Auswertung zu bekommen. Sehr spannend.

- Alexander Gajic schreibt auf real virtuality einige kluge Worte darüber, dass es eigentlich ziemlich sinnlos ist, die Berichterstattung über ein Filmfestival zu lesen, welches man nicht selber besucht. Da hat er ja auch irgendwie recht. Allerdings überwiegt bei mir mir immer die Neugier, wie die neuen Filme meiner Lieblinge ankommen und welche Geheimtipps man sich merken sollte.  Und abseits von Cannes macht sich Alexander Gajic auch Gedanken darüber, was da auf uns zurollt, wenn demnächst jedes Jahr Star-Wars-Filme und ihre Spinoffs in die Kinos gebracht werden.

- Auf Sir Donnerbolds Bagatellen setzt Sir Donnerbold seine interessante Serie über die Geschichte der Comic-Verfilmungen fort. Diesmal mit Schwerpunkt DC und Marvel. Und noch eine Reihe startet, die ich ganz hervorragend finde: Sir Donnerbold begibt sich auf die Suche nach den Quellen der Disneyfilme. Den Auftakt bildet „Das Dschungelbuch“ und Rudyard Kiplings zugrundeliegende Kurzgeschichtensammlung. Tolle Idee.

- Filmosophie besucht die Reihe Kinostalgia in Berlin. Filmklassiker (in diesem Falle „Moderne Zeiten“) werden mit einem Event verbunden. Die Gäste kleiden sich passend zum Film, es gibt spezielle Cocktails und danach noch einen Tanzabend. Eine ähnliche Idee hatte ich auch schon mal und bin weiterhin davon überzeugt, dass solche Veranstaltungen ein guter Weg sind, neues Publikum für das Kino zu begeistern und kleinen Kinos das Überleben zu sichern.

- Der Jürgen-Enz-Wiederentdeckungsirrsinn nimmt kein Ende. Jetzt hat Lukas Foerster auf Dirty Laundry Enz’ “Waidmannsheil im Spitzenhöschen” von 1982 besprochen. Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf.

- Zwei „Evil Dead“-Besprechungen: Oliver Nöding auf Hard Sensations und totalschaden auf Splattertrash. Fazit bei beiden: Obwohl es jetzt nicht die große Offenbarung ist, die überall herbeigeschrieben wird, ist „Evil Dead“ doch ein toller, geradliniger Non-Nonsense-Film

- Nochmal zwei Besprechungen des gleichen Filmes. Michael Schleeh hat auf nachtsichtgerät Thomas Vinterbergs „Die Jagd“ gesehen, und Robin Schröder für Mise en cinéma. Beide sprechen eine Empfehlung aus.

- Zwei Filme – ein Blog. Das Magazin des Glücks vergleicht die beiden „Der große Gatsby“-Verfilmungen von 1974 und 2013.

- Alex Klotz ist auf hypnosemaschinen irritiert. Sein Lieblingskurzfilm ist Robert Enricos “La Riviére du hibou”. Jetzt hat er den zwei Jahre vorher entstandenen polnischen Film „Most“ (Brücke) von Janusz Majewski gesehen, der zum Teil die gleichen Einstellungen und möglicherweise sogar die gleichen Bilder verwendet.

- Aus der Seele gesprochen: Patrick Holzapfels Plädoyer für Originalfassungen auf Jugend ohne Film. http://jugendohnefilm.blogspot.de/2013/05/stimmen.html

- Japan zum Ersten: Auf Schneeland bespricht Michael Schleeh einen ruhigen, melodramatischen Film des Provokateurs Sion Sono: „Be Sure to Share“. Und dann hat er sich einen ganz besonderes Epos vorgenommen: den dreiteiligen „Barfuss durch die Hölle“ von Masaki Kobayashi.

- Japan zum Zweiten: Auf Japankino wird die Ozu-Hommage „Tokyo Family“ vorgestellt.

- Auf project-equinox bespricht der unvergleichliche „jogiwan“ Jochen Kulmer das Büchlein „Girls with Guns. Rape & Revenge Movies: Radikalfeministische Ermächtigungsfantasien?“ von Julia Reifenberger und spricht durchaus eine Empfehlung aus, auch wenn Umfang und Preis des Büchleins zu Ungunsten der Brieftasche auseinanderklaffen.

- Die Artikel auf Whoknowspresents sind ja zumeist weniger „Postings“ als vielmehr filmhistorische Abhandlungen in Essayform. So auch wieder der Artikel von david über Max Ophüls und seinen Film “La Signora di tutti”, den dieser 1934 in Italien drehte. Und natürlich geht es nicht nur um diesen Film, sondern auch und vor allem um Max Ophüls und seine Jahre im Exil nach 1933.

- Und zum Abschluss noch ein Giallo: The Nolte ist auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte so gar nicht von dem frühen Klassiker des Genres „Il dolce corpo di Deborah“ (dt. „Married to kill“) begeistert. Trotz Carroll Baker, Luigi Pistilli und George Hilton.

Crowdfunding-Projekt: „German Angst“ von Buttgereit/Marschall/Kosakowski

Von , 23. Mai 2013 23:00

poster2.inddDas hört sich doch sehr vielversprechend an. Die Berliner Undergroundfilm-Legende, Theater- und Hörspielmacher, sowie Monsterexperte, Jörg Buttgereit dreht vielleicht wieder einen Film. 19 Jahre nach “Schramm” könnte er Teil einer Horrorfilm-Anthologie namens “German Angst” werden. Könnte, denn da solch ein Projekt keine Filmförderung erhalten würde, soll es rein durch private Investoren und Crowdfunding finanziert werden. Gerade wurde bei Startnext die dazugehörige Kampagne gestartet.

Die beiden anderen Regisseure sind allerdings auch sehr bemerkenswert. Da ist einmal Andreas Marschall, der mit “Tears of Kali” erstmals in der Horrorfan-Szene auf sich aufmerksam machte und letztes Jahr mit “Masks” eine recht erfolgreiche Giallo-Hommage abgeliefert hat, die auch international ihre Fans gefunden hat (meine Review des Filmes hier). Andreas Marschall hatte dann auch die Idee, „German Angst“ auf die Beine zu stellen und sprach Jörg Buttgereit auf das Projekt an. Produziert wird der Film von Michal Kosakowski, dessen international ebenfalls recht erfolgreiches Langfilmdebüt “Zero Killed” letztes Jahr auf dem Internationalen Filmfestival in Oldenburg lief. Dort habe ich ihn leider verpasst, da er zu einer ungünstigen Zeit an einem ungünstigen Ort lief. Tja, da habe ich wohl Pech gehabt.

Buttgereit und Marschall kennen sich schon seit Jahren. Marschall, der vor allem für seine Plattencover, u.a. für Blind Guardian, bekannt wurde, hatte einst das Plakat zu Buttgereits Erstling “Nekromantik” gezeichnet. Kosakowski ist ebenfalls mit Marschall befreundet. Wunsch der Drei ist es, den deutschen Horrorfilm wiederzubeleben, dessen goldene Zeit ihrer Meinung nach, mit dem Ende der Weimarer Republik ein permanentes Ende fand. Dementsprechend betonen die Drei, dass ihr Film von den Klassikern der 20er Jahre inspiriert sei.

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Die erste Episode soll Jörg Buttereit übernehmen. Sie wird sich „Final Girl“ nennen und handelt von einer schönen jungen Frau, die in einem Berliner Apartment erwacht. Im Schlafzimmer nebenan ist ein nackter Mann an das Bett gefesselt. Die junge Frau möchte kein Opfer mehr sein. Die zweite Episode „Alraune“ soll von Andreas Marschall inszeniert werden und heißt „Alraune“. Darin taucht ein junger Mann tief in eine geheime Fetisch-Gesellschaft ein, die ihm den besten Sex, den er jemals hatte, verspricht. Durch die Magie der Alraune-Pflanze wird dieses Versprechen sogar wahr, doch mit fürchterlichen Nebeneffekten. Der Mann wird mit den monströsen und tödlichen Manifestationen seiner sexuellen Obsessionen konfrontiert. Die letzte Story „Make a Wish“ übernimmt Michal Kosakowski. Hier geht es um ein junges taub-stummes Pärchen, dass von einer Gruppe Hooligans angegriffen wird. Doch durch einen geheimnisvollen Talisman können sie die Geschichte ändern und Opfer verwandeln sich in Täter und Täter in Opfer. Dies allerdings zu einem teuren Preis.

GermanAngst_TheThreeDirectorsDa es sich bei den drei Regisseuren um gestandene und international renommierte Filmemacher handelt, die bereits bewiesen haben, was sie können, sollte das Geld für „German Angst“ gut angelegt sein. Also öffnet Eure Brieftaschen und helft mit, dieses spannende Projekt auf die Schiene zu bringen. http://www.startnext.de/german-angst/

Die Internet-Seite zum Projekt: http://www.german-angst.com/

Auf Facebook: https://www.facebook.com/germanangstmovie

Das Bloggen der Anderen (17-05-13)

Von , 17. Mai 2013 21:05

bartonfink_type2- Cannes as Cannes can. Die Filmfestspiele an der Côte d’Azur öffnen wieder ihre Tore, und unzählige Blogger und Filmjournalisten strömen in die Kinosäle. Und ich muss wie jedes Jahr im kalten Bremen sitzen. Na ja, immerhin kann ich mir die Berichte der Auserwählten durchlesen, und mir vorstellen, ich wäre dabei gewesen. Besonders gut eignet sich dafür der Cannes Blog von Rüdiger Suchsland auf Negativ. Folge 1 und Folge 2.

- Auch der Schweizer Michael Sennhauser ist in Cannes und berichtet in seinem Blog Sennhausers Filmblog mit einer ganzen Serie von Artikeln. Über den Eröffnungsfilm von Baz Luhrman, den neuen Ozon, ein hartes mexikanisches Drama und den neuen Film von Sofia Copplola, auf welchen ich mich sehr freue. Und er macht neugierig auf den chinesischen „A Touch of Sin“.

- In meiner „Crawlspace“-Review hatte ich ihn gerade erwähnt: „Puppetmaster“ von David Schmoeller (Regie) und Charles Band (Produktion). Darum passt die Besprechung von Mathias auf Deep Red hier gerade hervorragend rein.

- Respekt zum Ersten: Krypton McKracken, der Kopf hinter Videoraiders.net hat im Alleingang ein Print-Magazin aus dem Boden gestampft, welches nun fertig ist und jetzt auch bald zu beziehen sein soll.

- Respekt zum Zweiten: Buttgereit dreht wieder. Zusammen mit Andreas „Masks“ Marschall und Michal Kosakowski, dessen „Zero Killed“ ich auf dem Filmfestival in Oldenburg sehen wollte, der dann aber der schlechten Programmierung und dem ungünstigen Abspielort zm Opfer gefallen ist. Das Projekt soll ein Epsisodenfilm werden und „German Angst“ heißen. Finanzier wird er teilweise über Crowdfounding. Thomas Groh hat auf seinem filmtagebuch ein Statement der Drei verlinkt.

- Auf Splattertrash schreibt totalschaden über Francos „Frauen für Zellblock 9“. Darüber hatten wir uns schon im Deliria-Italiano-Forum ausgetauscht. Ich finde den Film ja ganz außerordentlich und schrieb: „Den “Frauen für Zellblock 9″ finde ich super. Ich habe selten ein so misanthropisches und zutiefst hoffnungsloses Werk gesehen. Danach scheint die Sonne erst mal für lange Zeit nicht mehr…“. totalschadens Meinung kann man dann hier lesen. Desweiteren: Der King-Kong-Rip-Off „Der Koloss von Konga“ aus Hongkong. Dazu ein persönlicher Aufruf. Als ich neulich nach „Invasion aus dem Innern der Erde“ recherchierte, stiess ich auf eine Box, die neben diesem Film auch „Konga“ und Juan Piquer Simóns „Supersonic Man“ enthielt. Leider gibt es die nicht mehr zu zivilen Preisen. Wenn sie also jemand günstig los werden möchte: Bitte kurze Mitteilung an mich.

- Ein schlechter Lauf bei Hard Sensations? Andreas Poletz hat den ersten argentinischen Horrorfilm (von 1934) gesehen und war trotz des hohen Trashfaktors nicht unbedingt begeistert. Und Silvia Szymanski erklärt, warum ihr der Gay-Porn „Falconhead 2“ nicht gefallen hat.

- Lukas Foerster hat auf Dirty Laundry zwei Einführungen zu Filmen veröffentlicht, die in der Reihe „American Eighties“ im österreichischen Filmmuseum lief: „Thief“ von Michael Mann und einer meiner Lieblingsfilme: „Blow Out“ von Brian de Palma.

- Okay, das mag trocken und staubig klingen und mich als richtigen Langweiler outen. Aber der Beruf des Filmarchivars wäre doch etwas, was mich sehr reizen könnte. Und die Suche nach verschollenen Schätzen ein echter Traumjob. Dennis schreibt auf Filmosophie über das Thema.

- Mit italienischen Komödien habe ich so meine Probleme. Das gilt auch und insbesondere für die „Superbullen“-Filme von Bruno Corbucci mit Tomas Milian als Nico Giraldi. Die Besprechung von „Der Superbulle jagt den Ripper“ auf L’Amore in città könnte mich aber zumindest neugierig machen.

- Neugierig macht auch die Besprechung des mir unbekannten französischen Rape&Revenge-Thrillers „Ein wildes Wochenende“ von Serge Leroy mit Mimsy Farmer auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte.

- Eine weitere Bildungslücke: Wenzel Storch. Seine Filme noch nicht gesehen, seine Werke noch nicht gelesen. Muss ich mal ändern. Die Besprechung seines neuen Buches „Das ist die Liebe der Prälaten“ auf Screenshot erhöht den Leidensdruck.

- Der lief auch sehr lange hier in Bremen. Sogar im O-Ton. „No“ von Pablo Larraín. Patrick Holzapfel bespricht ihn auf Jugend ohne Film.

 

DVD-Rezension: “Das Kommando”

Von , 14. Mai 2013 10:05

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Nachdem SAS-Captain Peter Skellen (Lewis Collins) bei einer Übung zwei ausländische Beobachter foltern ließ, wird er unehrenhaft aus seinem Regiment entlassen. Doch dieses Täuschungsmanöver dient lediglich dazu, ihn bei einer Gruppe Friedensaktivisten einzuschleusen, die im Verdacht stehen, von Terroristen unterwandert worden zu sein. Und tatsächlich stellt sich dieser Verdacht mal als richtig heraus. Obwohl es Skellen gelingt, das Vertrauen der Anführerin Frankie Leith (Judy Davis) zu gewinnen, finden ihre Mitstreiter schnell heraus, dass mit Skellen etwas nicht stimmt. Als die Bande plant, die amerikanische Botschaft in London zu besetzten, spitzt sich die Situation zu…

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Wenn man die neue Scheibe von “Das Kommando” in den Player legt, dann starten automatisch Trailer zu den drei Söldner-Filmen, die Lewis Collins Mitte der 80er in Italien unter der Regie von Antonio Margheriti gedreht hat. Bunte Krawum-Action mit einem hohen Spaßfaktor. Wer nun erwartet, dass “Das Kommando” in eine ähnliche Kerbe haut, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Die Action steht hier bei weitem nicht im Vordergrund und wird nur spärlich – dann aber intensiv – eingesetzt. “Das Kommando” ist ein dialoglastiger Thriller, der mit 120 Minuten leider auch deutlich zu lang geraten ist. Insbesondere die schier unendlich dauernden Musik – und Performancenummern könnten gut mehr, als nur ein wenig, Kürzung vertragen.

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Leider muss man auch sagen, dass es Lewis Collins nicht gelingt, diese Art von Film allein zu tragen. Dazu ist er dann darstellerisch doch zu limitiert und wird von seiner Kontrahentin Judy Davis locker an die Wand gespielt. Collins ist ein cooler Typ, der für Hau-Drauf-Action wie bei Margheriti bestens geeignet ist und in der Serie “Die Profis” mit den passenden Partnern eine gute Figur abgibt. Hier steht er aber die meiste Zeit nur in der Gegend herum und entwickelt nicht das nötige Charisma, welches er bräuchte, um seiner Figur wirklich Persönlichkeit zu verleihen. Judy Davis – später Stammschauspielerin bei Woody Allen- hingegen glänzt als fanatische Terroristin, der die Konsequenzen ihres Handelns gar nicht bewusst sind, und die sich blind vor Idealismus zum Werkzeug von Mächten macht, von denen sie gar keine Ahnung hat. Hier empfiehlt sich unbedingt die Originalfassung, in der die Davis mit ihrer wohltönenden, dunklen Stimme spricht. In der deutschen Fassung ist ihre Synchronstimme ein Tick zu schrill und hysterisch, was die Ambivalenz ihres Charakters zunichte macht. Denn während sie in der englischen Fassung einen durchaus selbstsicheren und kontrollierten Eindruck macht, wirkt sie in der deutschen lediglich hysterisch-fanatisch. Neben Judy Davis trumpft insbesondere Kultstar Ingrid “Comtesse des Grauens” Pitt als eiskalte Killerin Helga auf. Leider sieht man von ihr insgesamt aber recht wenig. Als amerikanischer Außenminister darf Richard Widmark einige Sätze knurren und sich ein Rededuell mit Judy Davis liefern. Alle anderen kommen und gehen, ohne einen größeren Eindruck zu hinterlassen.

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Darüber hinaus wirkt der Film an vielen Stellen auch arg zusammengeschustert. Es gibt einige Szenen, die schlichtweg langatmig und für die Handlung nicht unbedingt relevant erscheinen. Andere sind zwar interessant, enden aber abrupt oder wirken, wie nachträglich eingefügt. Dies mag an der Art und Weise liegen, wie das Drehbuch entstand. Ein erster Entwurf stammte vom Co-Schöpfer der legendären Serie “Nummer 6“, George Markstein. Dieses wurde vom britischen Autoren James Follett in einen Roman umgesetzt, welcher noch während seiner Entstehung, von Reginald Rose, dessen berühmtestes Werk “Die zwölf Geschworenen” ist, in ein Drehbuch umgeschrieben wurde. Sicherlich nicht die optimalen Voraussetzungen für einen dichten und stringenten Film.

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Von der politischen Seite her, kann man dem Film sicherlich eine erzkonservative Einstellung unterstellen. Dass gerade die Friedensbewegung als Hort von Terroristen und Fanatikern vorgestellt wird, und die anfänglich gezeigten Bilder einer Demonstration dieses Bild einer verblendeten, fremdgesteuerten Masse noch unterstreicht, mag sauer aufstoßen. Andererseits hat aber auch die Gegenseite bis auf gute Ratschläge und hohle Phrasen keine Antworten auf die – durchaus berechtigten – Fragen der Friedensaktivisten. Deren Idee, den Weltfrieden mit einer Atomexplosion herzustellen, darf allerdings als ziemlicher Unfug bezeichnet werden. Interessanter ist dann aber die Rolle der mächtigen Männer hinter den offensichtlichen Vorgängen. Hier findet der Film am Ende tatsächlich noch den Mut zu einer kritischen Aussage darüber, wie die Reichen und Mächtigen ihre Mitmenschen zu reinen Marionetten ihrer ureigensten Machtinteressen degradieren. Vor diesem Hintergrund erscheinen dann auch Männer wie Skellen nicht unbedingt heldenhaft, sondern wie stumpfsinnige Werkzeuge. Dieser Anflug von Paranoia-Kino macht den Film dann doch etwas doppelbödiger, als es zunächst den Anschein hat.

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Was die Action angeht, hält sich der Film, wie eingangs erwähnt, eher zurück. Wenn es aber dann mal zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, so setzt Regisseur Ian Sharp diese kompromisslos und hart in Szene. So wird z.B. an einer Stelle, wo es bei einer öffentlichen Kundgebung in einer Kirche zu Tumulten kommt, mal eben beiläufig gezeigt, wie einem der Teilnehmer der Kopf eingeschlagen wird. Alle Trümpfe werden dann im kurzen und knackigen Finale ausgespielt, das nicht nur gut choreographiert ist, sondern einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise des SAS gibt. Da hat sich dann das lange Warten doch noch gelohnt.

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„Das Kommando“ ist leider mit 120 Minuten viel zu lang geraten. Viele Szenen wirken wie Füllmaterial oder sind einfach zu geschwätzig. Zudem leidet der Film darunter, dass er stellenweise zusammengestückelt wirkt. Ein hier leider eher schwacher Hauptdarsteller wird von der souverän aufspielenden Judy Davis und einer leider viel zu kurz eingesetzten Ingrid Pitt wieder aufgewogen. Die Action ist zwar nur rar gesät, in ihrer Umsetzung aber hart und knackig. Dies gilt insbesondere für das kurze, aber intensive Finale.

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Der Film ist neu in der Reihe „Cinema Treasures“ erschienen. Zuvor war bereits eine DVD von 2005 erhältlich, die allerdings ein falsches Bildformat aufwies und keinerlei Extras. Auf der neuen Scheibe findet man nun einen Audiokommentar mit Regisseur Ian Sharp & Produzent Euan Lloyd und eine Trailershow. Das Bild ist laut Angaben von Ascot “remastered” und sieht altersbedingt recht gut aus. Mehr kann man aus dem vorhandenen Material wahrscheinlich auch nicht herausholen.

Das Bloggen der Anderen (11-05-13)

Von , 11. Mai 2013 20:58

bartonfink_type2- Letzten Dienstag verstarb Ray Harryhausen. Meinen Nachruf hatte ich ja schon am Mittwoch zusammen mit einigen Links online gestellt. Hier kommen noch zwei Nachzügler. David Kugler bespricht aus diesem Anlass auf Mann beißt Film den Dino-Western „Gwangis Rache“ und der Intergalactic Ape Man hat auf Intergalaktische Filmreisen einen sehr umfassenden und persönlichen Nachruf auf Harryhausen verfasst.

- Ebenfalls auf Intergalaktische Filmreisen: Ein kurzes Essay zum „Sein und Nichtsein des deutschen Films“, welches u.a. aufgrund des Artikels „Warum der deutsche Film ist wie er ist“ von Thilo Röscheisen entstanden ist, den ich ja das letzte Mal an dieser Stelle vorgestellt habe. In den Kommentaren habe ich übrigens auch einigen Senf dazu gegeben.

- Die Zeit, in der die sogenannten Oberhausener das deutsche Kino revolutionieren wollten, sind lange vorbei, aber noch immer bringt das Kurzfilmfestival in Oberhausen interessante neue, experimentelle und avantgardistische Filmemacher in den Fokus einer filminteressierten Öffentlichkeit. Auf critic.de hat Frédéric Jaeger über das diesjährige Filmfestival und seine Erlebnisse dort berichtet. Zudem sprach er mit dem Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage, Lars Henrik Gas, über neue Formen des Kinos, welche losgelöst sind vom traditionellen Abspielort.

- Lukas Foerster war auch in Oberhausen und stellt auf Dirty Laundry in Kurzform einige dort gesehene Filme vor.

- Zum Thema deutsche Filmgeschichte hat der großartige Rainer Knepperges auf new filmkritik eine schöne Kollage aus Zitaten erstellt, die sich zwischen 1965 und 1967 in der Zeitschrift „film“ befanden. Und hier kam gerade die Fortsetzung rein.

- Noch ein später Rückblick auf die Berlinale. Alexander Gajic nimmt sich auf real virtuality die drei Filme vor, die Pornographie zum Thema hatten. Alle drei stammen aus den USA und sind mit bekannten Namen besetzt. „Don Jon’s Addiction“ von und mit Joseph Gordon-Levitt, „Lovelace“ mit Amanda Seyfried und „Interior. Leather Bar“ von James Franco.

- Als ich meine heutige Ehefrau kennen lernte, war das erste Geschenk, welches ich von ihr bekam, eine wunderbare Doppel-DVD mit Filmen der „Schwarzen Serie“ polnischer Dokumentarfilme aus den späten 50er Jahren. Kein Wunder also, dass ich sie später geheiratet habe :) Wer sich näher mit der spannenden Geschichte dieser wegweisenden Filmbewegung beschäftigen möchte, dem möchte ich den entsprechenden Artikel von Louise Burkart auf Negativ empfehlen. Michael Brodski schreibt ebenfalls über die „Schwarze Serie“ mit Schwerpunkt auf Filmsprache und Politik. Beide Artikel sind höchst lesenswert. Bleiben wir in Osteuropa und gehen sehr viel weiter in den Süden. Ciprian David kümmert sich um die neue rumänische Welle und bespricht den Film „Police, adjective“.

- Mit großem Genuss habe ich den Artikel „Ich erinnere mich“ gelesen, den Sebastian auf Magazin des Glücks veröffentlicht hat. Darin erinnert er sich an die Kinos seiner Kindheit. Toll. Und wenn wir schon mal da sind, weise ich auch gerne auf seine Besprechung der vier Eurospy-Filmen von Claude Chabrol hin.

- Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Sofia Coppola, die ich sehr schätze, einen neuen Film draußen hat. Felix von Filmosophie von ihn bereits gesehen.

- Etwas Schönes hat Allesglotzer ausgegraben. Poster von Peter Stults, der Plakate berühmter Filme malt, diese aber einige Jahrzehnte vorher ansiedelt. So spielt plötzlich Richard Burton in „28 Days Later“ oder Frank Sinatra in „Scanners“.

- Zufall oder Gedankenübertragung? Nachdem sich letzte Woche Simon Frauendorfer und Sano Cestnik über Ernst Hofbauers „Maria – Nur die Nacht war Zeuge“ unterhalten haben, haben fast zeitgleich Silvia Szymanski und Maria Wildeisen denselben Film in ihre Reihe „Vergewaltigung im Film“ auf Hard Sensations aufgenommen. Ebenfalls auf Hard Sensations schreibt Alex Klotz über den japanischen „pinky violence“-Film „Jeans Blues: No Future“ mit der göttlichen Meiko Kaji.

- Dreimal „Dragon Gate Inn“ (1967/1992 und 2011) stellt Paul auf La vie cinéphile vor.

- Noch ein Film, den ich schon seit langer Zeit sehen will: Der seltsame „Ganja & Hess“, der passenderweise auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte besprochen wird.

- Ekkehard Knörer mag Mario Bavas wundervollen „Lisa und der Teufel“ und schreibt darüber auf cargo.

- Und zum Abschluss noch einmal Italien. L’Amore in città stellt zwei denkbar unterschiedliche Filme vor: „Lockende Unschuld“ von Luciano Salce mit Ugo Tognazzi aus dem Jahre 1962 und „Rocker sterben nicht so leicht“ aus 1971 von Ernesto Gastaldi.

Nachruf: Ray Harryhausen (1920-2013)

Von , 8. Mai 2013 22:20

harryGestern starb im stolzen Alter von 92 Jahren einer der größten Magier des Kinos: Ray Harryhausen. Mit seinem Tod ist nun eine Ära zu Ende gegangen, an die sich viele von uns sicherlich mit viel Sonne im Herzen erinnern. Jüngere werden vielleicht Harryhausens Kunst mit einem Lächeln abtun und sich mit einem Schulterzucken wieder ihren Monstern aus Bits und Bytes zuwenden. Doch wer zur Generation 40+ gehört, erinnert sich bestimmt noch gerne an Sonntagnachmittage, an denen Sindbad gegen Zyklopen kämpfte, fliegende Untertassen auf Washington stürzten oder ein Saurier durch New York stapfte.

Ray Harryhausen war ein Meister, wenn es um die Kunst des Stop-Motion ging. Er tüftelte lange an seinen Modellen von Medusen, Skeletten oder Außerirdischen, die er dann selber Stück für Stück zum Leben erweckte. Und wie lebendig sie wurden! Jede seiner Gestalten hatte Persönlichkeit. Und obwohl sie im Original nur einige Zentimeter hoch waren, wirkten sie doch auf der Leinwand stets riesig. Und sie hatten Gewicht. Man merkt einfach, dass da etwas war, was man anfassen konnte. Was mich heute bei vielen CGI-Geschichten – die die klassische Stop-Motion schon seit langer Zeit abgelöst hat – so stört, ist die Tatsache, dass sie keine “Schwere” haben. Man spürt nicht, dass es sich hier um etwas Reales handelt. Die physische Präsenz ist einfach nicht da. Bei Harryhausens Modellen ist das anders. Hier springt die Liebe, die ihr Schöpfer in sie gesteckt hat, auf den Zuschauer über. Natürlich wirkt das alles nicht naturalistisch, aber Harryhausens große Kunst bestand auch darin, dass er seine Zuschauer dazu brachte, dies einfach nicht zu sehen. Nicht sehen zu wollen. Das ist seine Magie. Der Ymir ist im Film „Die Bestie aus dem Weltraum“ genauso echt wie Hauptdarsteller William Hopper. Mit dem riesenhaften Gorilla Joe Young in „Panik um King Kong“ fühlt man genauso mit, wie mit Heldin Terry Moore. “Suspension of disbelief” nennt man das wohl.

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Ray Harryhausen wurde am 29. Juni 1920 in Los Angeles geboren. Sein Leben änderte sich radikal als er mit 13 Jahren “King Kong” sah. Fortan experimentierte er mit der Stop-Motion-Technik und drehte einige experimentelle Kurzfilme, in denen er seine Technik verfeinerte. 1947 erfüllte sich sein großer Traum und er wurde Assistent des großen Willis O’Brien, dem Schöpfer des King Kong. Gemeinsam arbeiten sie an „Panik um King Kong“, bei dem ihm O’Brien den Großteil der Animation überließ. Für diesen Film erhielt O’Brien den Oscar für die besten Spezialeffekte.

1952 begann die Welle der „Monsterfilme“ in Hollywood und Harryhausen wurde engagiert, um den Oktopus und die Spezialeffekte in „Das Grauen aus der Tiefe“ anzufertigen. Es folgte “Dinosaurier in New York” nach einer Kurzgeschichte seines Freundes Ray Bradbury (beide hatten mit 19 zusammen mit Foorey Ackermann einen SF-Club gegründet und blieben ein Leben lang enge Freunde). Dieser Film wurde weltweit ein riesiger Erfolg und Harryhausen perfektionierte darin die Technik des Stop-Motions, indem er neue Aufnahmetechniken und Möglichkeiten entwickelte, die Modelle mit Schauspielern interagieren zu lassen.

Seinen größten Erfolg bei Publikum und den Filmkritikern feierte er 1963 mit „Jason und die Argonauten“, dessen legendärer Kampf der Helden mit einer Armee Skeletten unzählige Filmemacher (unter ihnen Steven Spielberg, George Lucas und Tim Burton) inspirierte und von Sam Raimi in „Armee der Finsternis“ und Stephen Sommer in seinem Blockbuster „Die Mumie“ direkt zitiert wurde.

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1981 war Harryhausen das letzte Mal in Filmarbeiten involviert. Schon damals war „Kampf der Titanen“ altmodisch und völlig unzeitgemäß. Die Computer hatten Einzug ins Spezialeffekte-Geschäft gehalten und Industrial Light and Magic setzte mit den Star Wars Filmen neue Maßstäbe. In vielerlei Hinsicht war „Kampf der Titanen“ das Ende einer Ära und der Abgesang auf die handgemachte Magie des Kinos. Will man einen Eindruck vom Charme der von Harryhausen erschaffenen Effekte bekommen, muss man nur das Original mit dem 2010 erstanden Remake vergleichen, das fast vollständig im Computer entstanden ist.

Nachdem sich Harryhausen Anfang der 80er aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte, blieb er als lebende Legende bis zum Schluss ein von den Fans hochverehrtes und geliebtes Relikt aus der Zeit, in der noch mit viel Liebe von Hand gearbeitet wurde. Und viele namhafte Fans haben ihm seitdem Tribut gezollt. Neben Sam Raimi in „Armee der Finsternis“, seien hier noch Tim Burton (das Klavier in „Corpse Bride“ trägt den Namen „Harryhausen“) und die Leute von Pixar (in „Monster AG“ geht man natürlich im „Harryhausen’s“ essen) erwähnt. Goodbye Ray und danke für alles.

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