Das Bloggen der Anderen (02-11-15)

Von , 2. November 2015 19:51

bartonfink_type2– In der vergangenen Woche gab es in den Blogs vor allem zwei Schwerpunkte: Halloween & Bond. Bei Die Nacht der lebenden Texte fand man beides. Einmal eine recht positive Besprechung des immer wieder nicht sehr wohl gelittenen, aber von mir sehr gemochten „Halloween III“ und Simon Kyprianou schreibt über seine Lieblings-Bond-Filme.

– Wie das überhaupt mit diesem importierten „Event-Tag“ Halloween aussieht und welchen Einfluss er auf die Filmgeschichte hat, zeigt Martin Beck auf B-Roll auf. Joachim Kurz macht sich Gedanken über die Zukunft des Kinos und verwendet in seinem lesenswerten Artikel ein schönes Zitat des Philosophen Harald Welzer, welches ich hier gerne mal zitiere. Für alle, die nicht auf den Link klicken: „Wollen wir so wirklich leben? Oder sollten wir nicht lieber endlich anfangen, wieder eigene Zukunftswelten zu entwerfen, Welten, wie sie sein sollten – soziale Utopien, die zugleich eine Ästhetik des Widerstands gegen die infantile Konsumhölle entwickeln würden? Und zwar nicht nach den öden Fantasien technischer Machbarkeit, sondern nach den Überraschungen des Entdeckens.“

– Auch Michael André macht sich Gedanken. Und zwar über den deutschen Film. Als Replik auf die, im Rahmen der Cologne Conference vorgetragenen, Thesen von Dominik Graf und Rainer Knepperges, schreibt er auf critic.de über seine Sicht davon, warum der deutsche Film heute so aussieht, wie er aussieht, und nicht anders. Und Michael Kienzl berichtet von der Viennale 2015.

– Von der Viennale berichten auch weiterhin die beiden Blogger Ioana Florescu und Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film in kurzen Notizen. Claudia Siefen schreibt über das Schauen in Hitchcocks „Psycho“  und Rainer Kienböck über G.W. Pabsts wundervollen „Tagebuch einer Verlorenen“.

– Noch mehr „Bonditis“. Timo Kießling hat auf cereality eine hübsche und gut zusammengefasste Chronologie der Bond-Geschichte eingestellt. Und hier gibt es auch noch – passend zu Halloween -etwas John Carpenter. „Christine“ fand ich damals beim ersten Gucken eher schwach, „Die Mächte des Wahnsinns“ hingen kreuzunheimlich. Das ist aber lange her. Wahrscheinlich würde sich die Erfahrung heutzutage eher annähern.

– MacReady hat auf Die drei Cineasten einen Blick auf Carpenters letzten Spielfilm „The Ward“ geworfen, der nach einer 10jährigen Pause entstand und heute auch schon wieder 5 Jahre alt ist. Fazit: Okay. Sehr gefreut hat mich DeDavid Einschätzung des nicht wirklich beliebten „Halloween II“ von Rob Zombie. Meisterwerk. Ja, kann man so sagen.

– Noch mehr Grusel? Der Kuleschow-Effekt hat sich der kompletten „Reitende Leichen“-Reihe angenommen. Von Debüt „Die Nacht der reitenden Leichen“ bis zum vierten Film „Das Blutgericht der reitenden Leichen“, welcher hier so gut weg kommt, wie ich finde es auch gerecht ist. Ich mochte den jedenfalls auch.

– „Echten“ Grusel garantiert Maurita Mayer von Schattenlichter. Denn sie hat Burg Kreuzenstein besucht, die die Kulisse u.a. für Mario Bavas „Baron Blood“ lieferte.

– Sebastian empfiehlt auf Nischenkino nachdrücklich den Horror-Western „Bone Tomahawk“ mit Kurt Russell, den man allerdings schwer zu Gesicht bekommt. Den Film, nicht Kurt Russell.

– Eins der angsteinflößendsten Erlebnisse im Kino hatte ich einst bei einer mitternächtlichen Vorstellung des koreanischen Gruselers „A Tale of Two Sisters“, den Robin Schröder auf Mise en cinéma bespricht.

– Christian Genzel schreibt auf Wilsons Dachboden über John Woos „City Wolf“ und den enormen eindruck, den dieser Streifen Anfang der 90er hinterließ. Heute kenne ich kaum noch jemanden, der bei den Namen Woo und Chow Yun-Fat glänzende Augen bekommt. Irgendwie scheinen mir diese epochalen Werke vergessen. Oder kommt es mir nur so vor? Damals jedenfalls war Heroic Bloodshed aus Hongkong nicht nur ganz heißer scheiß, sondern eine cineastische Offenbarung. Zumindest für mein jüngeres Ich.

– Im Rahmen seiner Untersuchung über die Entstehung der „Commedia sexy all’italiana“ hat sich Udo Rotenberg auf L’amore in città Luigi Zampa  „Verrückter Sommer“ von  1964 angesehen.

– Harald Mühlbeyer schreibt auf screenshot über ein Grindhouse-Double-Feature im Mannheimer Cinema Quadrat, bei dem der „Der Mann mit der Stahlkralle“ zu Gast war und „Das Todeslied des Shaolin“ gesungen wurde.

– Bianca hat auf Duoscope unter dem schönen Titel  „Aufstieg und Fall einer Kinoelfe“ ein sehr schönes Porträt von Winona Ryder gezeichnet.

– Lukas Foerster hat auf Dirty Laundry einige interessante Anmerkungen über Allan Dawn formuliert.

Hans Helmut Prinzler empfiehlt das Buch „Filmskandale in der Weimarer Republik“. Ursprünglich die Dissertation von Kai Nowak, die an der Universität Gießen entstanden ist.

– Michael Schleeh von Schneeland ist das koreanische Drama „Unsere kleine Schwester“ einer der schönsten Filme des Jahres.

– Oliver Armknecht stellt auf film-rezenionen.de den Grusel-Animee „Boogiepop Phantom“ vor, der sich sehr vielversprechend anhört. Ähnlich wie die halb als Realfilm, halb als Animation entstandene Dokumentation „Die Hälfte der Stadt“ über das Leben des polnisch-jüdischen Fotografen Chaim Berman.

– Oliver Nöding setzt auf Remember It For Later seine John-Ford-Retro mit “Just Pals“ fort. Außerdem stellt er einen meiner Lieblingsfilme vor: “Der Mieter” von Polanski. Und auch an den technisch bahnbrechenden und für die Filmgeschichte immens wichtigen „Birth of a Nation“ hat er sich gewagt, auch wenn ihm die rassistische Ausrichtung dieses Filmes schwer im Magen liegt. Die DVD liegt bei mir auch schon seit Jahren im Schrank – aber aufgrund eben jener Thematik habe ich den bis heute nicht ausgepackt.

– Bei „Tetsuo“ sind Schlombie und ich uns einmal einig, was mich sehr freut. Auch die Erwähnung bei seinen Filmbesprechungen der Anderen. Alles nachzulesen auf Schlombies Filmbesprechungen.

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