Das Bloggen der Anderen (30-03-15)

Von , 30. März 2015 18:10

bartonfink_type2– „Die Herren Dracula“ war ein Film, den ich schon lange kannte, bevor ich überhaupt eine Minute davon sah. Der Grund dafür war, dass mein Vater mir immer wieder von einzelnen Szenen erzählt hatte. Eigentlich sehr ungewöhnlich, denn normalerweise war Film nie ein Thema zwischen uns – vielleicht mit Ausnahme seines geliebten „Valdez kommt“. Als ich den Film dann endlich sah, fand ich ihn nett, aber nicht umwerfend. Jacko XL von den Drei Muscheln schreibt dann auch: „Zum Schluss baut der Film dann nur sichtlich ab“. Das mag stimmen, denn all die Sachen von denen mein Vater so lebhaft berichtete, finden gleich zu Beginn statt. Trotzdem würde ich ihn gerne mal wieder sehen.

– Annika Stelter wird auf Die Filme, die ich rief von Peter Greenaways „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“ ziemlich umgeworfen und rät: „Nehmt euch eine Woche frei, sammelt Appetit auf Kunst, Essen und Skandale und schmeißt euch in die Party im „Les Hollandais“.“

– Tobef versucht sich auf Deep Red Radio an einer Liste mit den besten Horrorfilmen des 21. Jahrhunderts. Auch wenn das überhaupt nicht meine Liste wäre: Wer daran Spaß hat und sich inspirieren lassen möchte findet seine Titel hier. David bespricht den deutschen Kurzfilm „Au Pair“ und führt ein Interview mit Hauptdarstellerin Yvonne Yung Hee Bormann.

– Passend zum Thema des oben genannten Kurzfilms, hat sich Schlombie von Schlombies Filmbesprechungen DES Klassikers des Kannibalen-Films angenommen: Ruggero Deodatos „Nackt & Zerfleischt“ und meint zu Recht: „„Nackt und zerfleischt“ ist ein anklagender, moralischer und kritischer Film.“

– Bleiben wir beim Horror. Oliver Armknecht schreibt für film-rezensionen.de über zwei Filme, die auch schon im Rahmen des „Cinema Obscure“-Festivals durch die Kinos getingelt sind: „Let Us Prey“ und „Housebound“. Während er den ersten gut, aber nicht überragend fand, hat „Housebound“ es ihm doch sehr angetan.

– Auf Eskalierende Träume macht sich Sven Safarow an Lamberto Bavas TV-Film „Il Maestro del Terrore“ und nutzt dies, um auf den Drehbuchautoren Dardano Sacchetti einzugehen.

– Alex Klotz ist auf Hypnosemaschinen hin und weg von dem jugoslawischen Spielfilm“ Jovana Lukina“. Ein „großer, magischer, atemberaubender Film“. Toll bebildert ist seine Liebeserklärung auch.

– Sascha Nolte bespricht auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte mit „Baba Yaga“ einen „einen kühlen, surrealen Erotikgrusler mit jeder Menge kurioser Ideen“.

Kino mal ganz anders. Cinekie.de berichtet über eine Truppe, die auf der Bühne Filme vorliest. Richtig, die Dialoge werden vorgelesen, dazu gespielt. Also quasi das legendäre Vollplayback-Theater mit Film statt Kassetten. Die „Krieg der Sterne“-„Lesung“ scheint ganz großartig zu sein, wie man hier nachlesen kann.

– Auch ein Kinoerlebnis und eins, welches ich selber leider noch nie erlebt habe (Delmenhorst wurde 1993 geschlossen) ist das Autokino. Andreas Köhnemann stellt auf B-Roll das älteste noch in Deutschland existierende Autokino Frankfurt Gravenbruch vor. Und kaum zu glauben: Der coolste Mann der Welt, Steve McQueen, wäre 85. Jahre geworden. Eine Hommage.

– Josef Lommer berichtet auf critic.de über die Diagonale 2015 in Wien, dem Festival des österreichischen Films.

– Natürlich waren auch die Jungs von Jugend ohne Film auf ihrem „Heimfestival“. So fragt sich Andrey Arnold: „Diagonale 2015: Was bleibt von einem Festival?“ und führt mit Rainer Kienböck einen interessanten „Diagonale-Abschlussdialog“.

– Dieses Wochenende fand in Nürnberg das tolle Terza Tisione – Festival des Italienischen Genrefilms zu zweiten Mal statt. Oliver Nöding war dabei und schreibt auf Remember It For Later über einige der Schätze, die er dort sehen durfte: Wie Lucio Fulcis „Don’t Torture a Duckling“ und Mario Bavas „Die toten Augen des Dr. Dracula“. Außerdem gibt es einen schönen Text über Eckhard Schmidts „Alpha City“, dessen Fazit „Ein beeindruckender Brocken, visuell herausragend und voller schüttelfrostiger Gänsehaut-Momente“, ich aus vollem Herzen unterschreiben kann. Und: Wolfgang Büld ist immer eine Erwähnung wert. Auch oder gerade sein „Ich gib Gas – Ich will Spaß“.

– Wo gerade Italien erwähnt wurde. Das Magazin des Glücks nimmt sich zweier Filme des Regisseurs Camillo Mastrocinque an. „Ein Toter hing am Glockenseil“ (mit Christopher Lee, nicht mit dem ebenfalls dort hängenden Zombie zu verwechseln) und „Ein Engel für den Teufel“ mit der Traumbesetzung Barbara Steele und Anthony Steffens.

– Nochmal Italien. Ich gebe es zu, mit der Figur des in elf (!) Filmen von Tomas Milian gespielten „Superbullen“ Nico Giraldi konnte ich noch nie viel anfangen. Nachdem Udo Rotenberg auf L’amore in città aber über den zweiten Giraldi-Film „Hippie Nico von der Kripo“ geschrieben hat, hätte ich Lust, denen noch einmal eine Chance einzuräumen.

– Ein Chance räume ich auch Going to the movies noch einmal ein, nachdem mich sein Geständnis geschockt hat, dass er wären des Filmeschauens Zuhause gerne nebenbei irgendwelche Spiele auf seinem iPad daddelt. Sakrileg! Aber seine schöne Kritik zum sehr tollen „Coherence“ hat mich wieder etwas versöhnt.

Gar nicht versöhnen will sich Rochus Wolff mit dem französischen Kinderfilm „Der kleine Nick und die Ferien“. Warum erläutert er auf seinem Kinderfilmblog.

– Ich habe gerade das Werk Michael Verhoevens für mich entdeckt. Seinen Film „Verführungen“ kannte ich noch nicht, dafür jetzt Lukas Foersters Text darüber auf Dirty Laundry.

– Dafür kenne ich Khavn De La Cruz, dessen bemerkenswerten Wutschrei „Mondomanila“ wir hier in Bremen mal im Kino zeigten. Darum bin ich auch höchst gespannt auf seinen neuen Film „Ruined Heart“, auch wenn Stefanie Schneiders Kritik auf Cereality eher lauwarm ist.

– Stefan Borsos auf Schneeland über das südindische Mainstreamkino: „ Bunter, wilder, lauter, unterhaltsamer als all das, was der interessierte Laie außerhalb Indiens unter dem Etikett ,Bollywood‘ zu Gesicht bekommt. Ein Kino der Exzesse, ein Kino der Extreme; und ein Kino, dessen DarstellerInnen im Industrie- und Fanjargon gewöhnlich als HeldInnen firmieren.“ Als Bespiel dafür schreibt er über den Film „Bhajarangi“.

– Zwei Todesfälle gab es in der letzten Woche: Gene Saks (1921-2015) und Rik Battaglia (1927-2015). Der Kinogänger hat beiden Nachrufe gewidmet.

– Zwei Kritiken zu Ryan Goslings vielgeschmähtem Regie-Debüt „Lost River“. Während LZ auf screenread schreibt: „Goslings Debüt als Regisseur (und Autor) hat sicher seine Fehler, aber insgesamt besteht aller Grund, die Verdienste hinter der träumerischen Bilderwelt dieses dunklen Märchens zu würdigen anstatt sich über sie hinwegzusetzen“, ist Kollege Ronny Dombrowski auf cineastic sehr viel kritischer: „Ryan Gosling versucht in seinem Regiedebüt eine Vielzahl der großen Meister und dessen Ideen zu kopieren, lässt dabei aber eine klare Linie und ein gewisses Konzept vermissen“.

– Und zum Schluss: Totalschaden auf Splattertrash mit einem interessanten Artikel über meine Lieblings.-Guilty-Pleasure: „Flash Gordon“. Ich liebe diesen grandiosen camp.

2 Antworten für “Das Bloggen der Anderen (30-03-15)”

  1. rrho sagt:

    Vielen Dank für die Blumen! (Aber ich kaufe ein zweites „f“ für meinen Nachnamen, bitte. 😉 )

  2. Marco Koch sagt:

    @Rochus: Bekommst Du umsonst 😉

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