Kurzfilmfestival “Filmsalat 9″ in Verden – die Preisträger

Am Wochenende fand – wie an anderer Stelle angekündigt – der neunte „Filmsalat“ in Verden statt. Leider war, wie man in der Tagespresse liest, die Anzahl der Zuschauer recht übersichtlich. Was sicherlich daran liegt, dass das Genre „Kurzfilme“ (insbesondere aus Deutschland) bei der Masse nicht besonders populär ist und sich eher in größeren Städten wie Berlin, Hamburg oder München – die es sich auch leisten können internationale Produktionen zu zeigen – genug Filminteressierte finden, die die Kinosessel bei solch ein Festival füllen können. Aber auch die großen Kurzfilmfestivals haben eher das Flair eines großen Klassentreffens von im Kurzfilmbereich tätigen Filmern. „Normales“ Publikum erscheint auch hier kaum. Trotzdem, oder vielmehr gerade darum, sollte man die Macher des „Filmsalats“ für ihr Engagement und Enthusiasmus bewundern und hoffen, dass noch viele „Salate“ folgen werden.

Was traurig ist, ist auch ein gewisses Desinteresse der Filmemacher, die Filme eingereicht haben. So entgingen zwei Filmemachern (Ruben Kempter für „Backstage“ und Dave Lojek für „Flussaufwärts“ ihre Gewinne von jeweils 666 Euro, weil weder sie, noch ein Teammitglied anwesend waren. Dies eine Bedingung, um die Prämie für einen der drei von der Jury vergebenen Förderpreise auch wirklich mit nach Hause nehmen zu dürfen. Das nicht abgeholte Preisgeld wird nun für einen guten Zweck gespendet.

Cleverer waren da die beiden anderen Preisträger, die zwar auch nicht persönlich nach Verden gekommen waren, aber immerhin ein Teammitglied entsendeten. Einen weiteren Förderpreis und damit 666 Euro erhielt „Nur eine Nacht“ von Matthias Krumrey. Dieser schickte einen Produktionsassistenten zum Kurzfilmfestival.

Den mit 1000 Euro dotieren Hauptpreis erhielt der Film „Beine brechen“ von Florian Krautkrämer aus Braunschweig. Auch dieser war nicht anwesend. Für ihn nahm der für Schnitt und Produktion verantwortliche Sebastian Neubauer den Preis entgegen. Die Jury begründete die Preisentscheidung so: „Beine brechen ist ein herausragender experimenteller Spielfilm, der das nach wie vor aktuelle Thema der politischen Unentschiedenheit mit ästhetischen Anleihen an die zwanziger Jahre darstellt. In Schwarz-Weiß-Bildern mit integrierten Texten erzählt der Film die Geschichte eines Protagonisten, der zwischen die Fronten eines repressiven Systems und einer Widerstandsbewegung gerät und scheitert. Der Film zeichnet sich aus durch eine innovative Gestaltung und seine differenzierte, eindrucksvolle Musik“.

Der Publikumspreis ging an Philipp Scholz und Florian Gregor aus Hamburg. Die beiden drehen seit über zehn Jahren Kurzfilme und waren mit ihrer Anti-Raucher-Komödie „Clint“ im Wettbewerb vertreten und erhielt den mit 500 Euro dotierten Publikumspreis von 500 Euro.

Juror Harald inHülsen aus Hannover fasste zusammen, dass diese Wettbewerbe für die jungen Filmer ungeheuer wichtig sind und Verden kann wirklich stolz darauf sein, dass es ein Kommunalkino hat und sich Filmfreunde hier ehrenamtlich derart engagieren.

Und in Hinblick auf das ehrenamtliche Engagement der Filmfreunde aus Verden, kann man da hier in Bremen direkt ein wenig neidisch werden.

Auf den regionalen Seiten des „Weser Kurier“ Online-Angebots gibt es noch zwei ausführlichere und sehr lesenswerte Artikel von Gabriele Tetzner zum Thema:

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Landkreis+Verden/229172/Straffes+Programm+fuer+die+Jury.html

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Landkreis+Verden/229585/%22Beine+brechen%22+gewinnt+Kurzfilmfestival.html

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