15. Internationales Bremer Symposium zum Film 21.–24.01.2010

Zwischen dem 21. und dem 24. Januar findet wieder das alljährliche Internationale Bremer Symposium zum Film in den Räumen des Kinos 46 statt.

Thema ist diesmal das Bild des „Public Enemy“:

Das 15. Internationale Bremer Symposium zum Film widmet sich der Verschränkung von Identitätsbildung und Kontrolle. Beide Aspekte sind auf besondere Weise mit der Ästhetik des Films verbunden. Auf der einen Seite sind Prozesse der Selbststeuerung und Ich- Konstitution gemeint. Auf der anderen Seite geht es um Formen der Fremdsteuerung und Kontrolle. Selten überlagern sich beide Aspekte so deutlich wie in der Figur des „public enemy“ (öffentlicher Feind / Staatsfeind), in der kontrollierende Abwehr und faszinierte Identifikation aufeinander treffen.

(…)

Die Figur des public enemy, die skizzierten Anordnungen des Kamerablicks und die Frage der filmischen Wahrnehmung machen den Film selbst zu einem Schnittfeld von Identitätsbildung und Kontrolle, in dem das Ineinander-Greifen des Ästhetischen und des Politischen anschaulich wird. Das 15. Internationale Bremer Symposium zum Film untersucht diesen Zusammenhang. Es umfasst Vorträge, Diskussionen, Arbeitsgruppen und ein ausführliches Filmprogramm. Mit diesem Wechselspiel der Formate richtet es sich an eine breite Öffentlichkeit. Das Symposium wird veranstaltet von Kino 46/ Kommunalkino Bremen und Universität Bremen.

Quelle: Kino 46

Im Rahmen des Symposiums werden wieder zahlreiche Filme gezeigt.

Public Enemy – der Gangsterfilmklassiker von 1931 mit dem unvergleichlichen James Cagney in der Hauptrolle. Ein großartiger Film, den ich selber weitaus mehr schätze, als den zeitgleich entstandenen „Little Caesar“ mit Edward G. Robinson. Überhaupt lohnt Cagney der Wiederentdeckung – für diejenigen, die ihn vergessen haben sollten. James Cagney war ein unglaublich energetischer und sehr „moderner“ Schauspieler, der seine Rollen wirklich lebte und noch heute auf der Leinwand Funken sprüht. Sich am 20.1. um 20:30 „Public Enemy“ in der O-Fassung im Kino 46 anzusehen, wäre da schon mal ein guter Anfang 🙂

Die Dämonischen – die erste „Body Snatchers“-Verfilmung. Ein Klassiker des paranoiden Kinos des 50er Jahre. Regie führt Don Siegel.

Caché – von Michael Haneke.

Les vampires – leider nur zwei Episoden des berühmten französischen Stummfilm-Serials von Louis Feuillade („Fantômas“) um eine geheimnisvolle Verbrecherbande und einen konkurrierenden Meisterdieb, der sich in die schöne Irma Vep verliebt. Live-Klavierbegleitung: Eunice Martins, Berlin

Super Fly– Blaxploitation-Klassiker um einen schwarzen Zuhälter, der sich mit der (weißen) Mafia anlegt. Die mitreisende Musik stammt von Curtis Mayfield.

Ein Spezialist – französische Dokumentation über den Prozess gegen Adolf Eichmann. Der Film wurde vom Bremer Institut Film Fernsehen / Mira Filmproduktion co-produziert und erhielt 1999 den Grimme-Preis.

The Manchurian Candidate – Remake des Thriller-Klassikers von John Frankenheimer. In der neuen Version spielen Denzel Washington und Meryl Streep die Hauptrollen. Regie führt der Oscar-Preisträger Jonathan Demme. Der Film läuft in der O-Fassung.

Freeze Frame – lief mal auf dem Fantasy Filmfest. Britisch-irische SF-Film.

Battle Royale – der letzte Film des großen Kinji Fukasaku. Mittlerweile ist dieser Film über eine Gruppe Schüler, die sich einer verwilderten Insel drei Tage lang gegenseitig töten müssen bis es nur noch ein Überlebenden übrig ist, zum Kultfilm geworden. Gezeigt wird die ungeschnittene Fassung im Original mit Untertiteln.

Dawn of the Dead – „Zombies im Kaufhaus“. ‚Nuff said! Gezeigt wird scheinbar eine 126 Minuten lange Fassung, was dem von George R. Romero intendierten, US-Cut entspricht, denn die europäische Schnittfassung, die von Dario Argento erstellt wurde, geht nur 117 Minuten. D.h., der Film büßt zwar gegenüber der in Deutschland bekannten „Euro“-Fassung einiges an Rasanz und vor allem den brillanten „Goblin“-Soundtrack ein, hat dafür mehr Handlungselemente und ist deutlich satirischer angelegt.

Aus den zahlreichen Vorträgen während des Symposiums möchte ich exemplarisch mal einen herausgreifen. „The Eye & The Undead: Untote als Entwicklungshelfer des kinematografischen Subjekts“ am 23.1. um 20:00. Gehalten wird der Vortrag von Georg Seeßlen & Markus Metz. Hierzu eine kleine persönliche, biographische Anmerkung. Bereits im zarten Kindesalter habe ich in den frühen 80ern – wahrscheinlich so um 1982 herum – angefangen Bücher über den Film zu verschlingen. Auf zwei Personen hatte ich dabei ein besonderes Augemerk gelegt: Joe Hembus (dessen „Western Lexikon“ schon mal hoffnungslos zerfleddert und zerlesen war und den ich insbesondere für seine Mitarbeit an der „Western von gestern“ TV-Reihe und vor allem für die Herausgabe der wunderbaren „Citadel“-Filmbücher verehrte) und eben Georg Seeßlen, dessen bei Rowohlt erschienen, in schwarzem Einband gehaltenen Bücher der Reihe „Enzyklopädie des populären Films“ ich tief ins Herz geschlossen hatte. Die meisten Bücher dieser Reihe hatte ich aus der Schul-Bibliothek ausgeliehen, aber zwei („Mord im Kino“ und „Der Asphalt Dschungel“) habe ich mir von meinem schmalen Taschengeld gekauft und beide stehen immer noch auf einen Ehrenplatz bei mir Zuhause. Vielleicht werde ich da tatsächlich noch zum Fanboy und lasse ich mir eins davon signieren. Mal gucken 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Film, Kino 46, Veranstaltungen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu 15. Internationales Bremer Symposium zum Film 21.–24.01.2010

  1. Scob sagt:

    Auf das Bremer Filmsymposium darf man sehr gespannt sein – wegen der Filme, die dort gezeigt werden! Die Themenbeschreibung im Exposé hingegen klingt reichlich akademisch-angestrengt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.