Nachrichten getagged: Weser Kurier

Lommel/Bremen

Von , 8. Dezember 2017 21:03

In der letzten Zeit habe ich das Kino in Bremen ziemlich vernachlässigt. Sowohl was das „echte Leben“ angeht, als auch die Berichterstattung hier im Blog. Dabei ist in unserer schönen Hansestadt mehr los, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Auch wenn man erst viele Jahre später davon erfährt. So war ich ausgesprochen überrascht, als ich gestern in der Stadtteil-Beilage des Weser Kuriers in einem Artikel lass, dass es 2011 in der Schwankhalle scheinbar einen Auftritt von Ulli Lommel gab.

Jener ist leider am letzten Samstag überraschend verstorben. Ich hatte ihm hier keinen Nachruf gewidmet, da ich einerseits mit Lommel, seinem Leben und Werk nicht so gut vertraut bin (bis auf seine schauspielerische Arbeit bei Fassbinder und seinen schönen Film „Die Zärtlichkeit der Wölfe“, den ich hier besprochen habe). Andererseits gibt es bereits einen ganz fantastischen Nachruf von Doris Kuhn auf der Seite der Zeit.

In dem erwähnten Artikel geht es auch nicht so sehr um Ulli Lommel, sondern um den Bremer Schauspieler und Musiker Denis Fischer. Als damaliger Künstlerischer Leiter der Schwankhalle in der Neustadt holte er 2011 Ulli Lommel nach Bremen und produzierte hier mit ihm „The Factory“. Darin ging es um Lommels Begegnungen mit Fassbinder, Warhol, Romy Schneider, Jackie Kennedy Onassis, Truman Capote, Frank Sinatra und anderen Stars der damaligen Zeit. Und ich frage mich heute, warum ich davon nichts mitbekommen habe? Ulli Lommel hier in Bremen – das hätte ich zu gerne gesehen. Aber obwohl ich aufgrund dieses Blogs mich regelmäßig über kinorelevante Themen informiere und Lommel spätestens seit seinen Fassbinder-Filmen (und dem schönen „Rumhänger“-Film „Detektive“ von Rudolf Thome) ein mir sehr bekanntes und gern gesehenes Gesicht war, hatte ich das nicht auf meinen Radar bekommen. Eine Gelegenheit, die jetzt leider nie wiederkommt.

Aber immerhin: Lommel selber scheint die Produktion hier in Bremen sehr viel Freude gemacht zu haben, denn eine Verfilmung von „The Factory“ – mit Denis Fischer in der Rolle von Andy Warhol – ist nun sein letzter Film geworden. Und dieser soll im Februar tatsächlich auf der Berlinale vorgestellt werden. Das wäre dann der erste Lommel-Film (zumindest meines Wissens nach, man korrigiere mich, wenn dem nicht so ist), der seit 2004 in Deutschland zu sehen ist. Das war damals der berühmt-berüchtigte „Daniel, der Zauberer“, welcher bei der IMDb zwar immer noch auf Platz 4 der schlechtesten Filme aller Zeiten steht, nun langsam seine Rehabilitierung erfährt. Bis dahin kann man Warhol-Darsteller Denis Fischer aber noch – soviel Werbung für das Viertel in dem ich lebe muss sein – im Bremer Kriminaltheater in Walle sehe. Dort spielt er die Hauptrolle in „Die Falle“. Ein Stoff an dem sich Alfred Hitchcock einst kurz vor seinem Tod die Rechte sicherte, aber nicht mehr realisieren konnte.

Die „Gondel“ öffnet heute wieder ihre Türen – und weitere Gedanken zum Thema Kino

Von , 11. September 2014 21:29

Der Umbau des Kinos „Gondel“ im Stadtteil Schwachhausen ist abgeschlossen. Heute soll das Kino nach knapp zweiwöchiger Renovierung wieder eröffnet werden – und zwar mit der Ambition ein „Luxuskino“ zu sein, wie der „Weser Kurier“ plakativ auf seiner Online-Seite berichtet. Demnach wurde die komplette Einrichtung des 176 Plätze fassenden Saals komplett erneuert. Was auch nötig war. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es war dort einmal im tiefsten Winter bei ausgefallener Heizung, mit einem Heizlüfter und dem Hinweis besser nicht zu weit vorne zu sitzen, einen Film schaute.

Wie das „Luxuskonzept“ aussehen soll, wird aus dem Artikel nicht so ganz klar. Die Bezeichnung „Luxuskino“ könnte auch irreführend sein. Ein Projekt wie das hochpreisige Luxuskino „Residenz-Kino“ in Köln, mit Portier, Clubsesseln und Bedienung, ist hier sicherlich nicht zu erwarten. So wird Besitzer Manfred Brocki auch nur mit den Worten zitiert, die Gondel sei seine Version eines Luxuskinos, und der Zuschauer wolle eben etwas Besonderes geboten bekommen. Gegen das heraufbeschworene Bild vom teuren „Luxuskino“ sprechen Gottseidank auch die Eintrittspreise, die weiterhin identisch mit denen von Schauburg und Atlantis sind.

Damit spricht er mir aus dem Herzen. Ich vertrete schon seit Jahren die These, dass ein Kino heute nur noch erfolgreich sein kann, wenn es sich als Event, und nicht als bloße Abspielstätte inszeniert. Bei der Gondel scheint dieses „Event“, welches auch vom Publikum angenommen wird, scheinbar durch die geschickte Anbindung der Gastronomie gefunden worden zu sein. Laut dem „Weser Kurier“-Artikel sei die Zahl der Zuschauer sprunghaft um 25 Prozent gestiegen, als im Foyer der Gondel ein Café errichtet wurde, welches im vergangenen Jahr noch erweitert wurde. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dieses Café auch tatsächlich zum Verweilen einlädt. Es ist nett eingerichtet. An den Wänden hängen stilvolle Bilder aus klassischen Filmen und auch das Essen ist in Ordnung. Man kann sich hier also gemütlich mit anderen Leuten treffen, etwas essen, gemeinsam einen Film anschauen und danach noch bei einem Getränke in netter Atmosphäre über den Film plaudern. Dazu kommt eine Filmauswahl, die einem Publikum, welches gerne gemeinsam einen netten Abend verbringen möchte, sehr entgegenkommt.

Das ist das Herausstellungsmerkmal der Gondel, die – auch das darf man nicht vergessen – das letzte Stadtteilkino Bremens ist und eben nicht im Zentrum, sondern etwas abseits liegt – und trotzdem überlebt, weil sie ihrem Publikum ein auf sie zugeschnittenes Event bietet. Davon können andere Kinos lernen, auch wenn ich mir natürlich wünsche, dass dann nicht abgekupfert, sondern mit einer ganz eigenen, innovativen Idee, wie aus dem Kinobesuch etwas besonderes gemacht werden kann, um die Ecke gekommen wird. Genau so kann der Betrieb Kino auch heute noch funktionieren.

Open-Air-Kino in Bremen 2014 – Vegesack

Von , 30. Juli 2014 21:22

Und auch in Vegesack findet in diesem (heißen) Sommer wieder Open-Air-Kino statt. Präsentiert vom Weser Kurier.

Vom 7. August  bis 10. August 2014 gibt es im Stadtgarten / Vegesacker Balkon wieder Kino. Erstmals präsentiert mit neuester, digitaler Ton- und Projektionstechnik auf einer 6,00 x 3,60 Meter großen Leinwand.

Gezeigt wird:

Do., 07.08. – European Outdoor Film Tour 13/14 – Extremsport-Videos

Fr., 08.08. –Fack ju Göhte – Der große Überraschungserfolg des letzten Jahres

Sa., 09.08. – Der Hobbit – Smaugs Einöde – Der zweite Teil des großen „Hobbit“-Zweiteilers von Peter Jackson. Das Prequel zu „Herr der Ringe“.

So., 10.08. – Gravity – Einer der schönsten SF-filme der letzten jahre. Sollte man allerdings unbedingt auch mal in 3D sehen, da hier diese Technik endlich mal ganz in den Diesnt der zu erzählenden Geschichte gestellt wird.

Einlass immer ab 20:00 Uhr, Beginn dann ab 21:00 Uhr

Eintrittspreise:

7,00 € Normalpreis

6,00 € für alle AboCard-Inhaber vom WESER-KURIER, Bremer Nachrichten und Verdener Nachrichten.

Aussnahme ist die European Outdoor Film Tour. Diese kostet 9,00 €  ohne Ermäßigung.

Zombie-Kurzfilm aus Bremen: „Spread and Infect: The Escape“

Von , 10. Januar 2014 20:37

In Bremen gibt es einige sehr aktive und dabei auch recht erfolgreiche Genre-Filmemacher, wie z.B. Daniel Flügger, dessen „Zombie Warrior“ wir vorletztes Jahr im Rahmen unserer Reihe „Weird Xperience“ als Vorfilm gezeigt haben, und der auch auf dem vorletzten Phantastival mit einem Beitrag präsent war. Doch der großen Allgemeinheit bleiben deren Werke leider oftmals vorenthalten. Morgen hat man im City 46 die Gelegenheit, mal wieder einen Bremer Zombiefilm auf der großen Leinwand zu sehen.

Wie im „Weser Kurier“ zu lesen war, haben Andreas Schmitz und Sven Nienaber in und vor der Capri-Bar im Viertel einen Zombie-Kurzfilm mit dem Titel „„Spread and Infect: The Escape“ gedreht. Dieser war ursprünglich für das Super-8-Festival des Bremer Filmbüros geplant, doch aufgrund eines technischen Defekts war das Super-8-Material unbrauchbar geworden, so dass nun morgen die Videofassung bei der 49. Young Collection im Kommunalkino City 46 seine Premiere feiert (Sonnabend, den 11. Januar, 20.30 Uhr).

Mehr darüber auf der Seite des Weser Kuriers: http://www.weser-kurier.de/

Pssst… wer’s gar nicht erwarten kann, hat auch die Möglichkeit, den knapp 3,5-minütigen, schön gemachten Film auf YouTube zu sehen.

YouTube Preview Image

Cinespace: Öffentliche Team-Premiere des Bremer Filmes „Die Nächte des Verführers“

Von , 23. Mai 2013 17:11

Potzblitz, das gibt es doch gar nicht! Da wird direkt vor meiner Haustür ein Spielfilm gedreht und ich bekomme davon gar nichts mit. Wie heute in der Stadtteilbeilage des „Weser Kuriers“ zu lesen war, hat Reiner Matzker, seit 2002 Professor im Bereich Kulturwissenschaften der Universität Bremen, sein Filmprojekt „Die Nächte des Verführers“ abgeschlossen, welches er im Bremer Westen drehte.

Allein das Drehbuch nahm drei Jahre Zeit in Anspruch, insgesamt hat er fast sechs Jahre an dem Film gearbeitet. Ende 2010 war ein erster „Teaser“ für die potentielle Sponsoren fertig. Doch dann musssten die wichtigsten Rollen komplett umbesetzt werden, da die Hauptdarstellerin schwanger wurde und eine weitere aufgrund eines anderen Engagements nicht mehr zur Verfügung stand. Also mit neuem Team frisch ans Werk. Eine Hauptrolle übernahm die Gröpelinger Laienschauspielerin Patricia Nickel, gedreht wurde in Gröpelingen, dem Walle Center und dem portugisischen Bistro „Jomani“ in der Vegesacker Straße. Echte Waller (und in Walle wohnen sie ja alle) und Gröpelinger dürften sich also ganz Zuhause fühlen.

Der 85-minütige Film ist für das Fernsehen gedacht, und gerüchteweise ist er auch für Dänemark im Gespräch.

Und darum geht es in der, lose auf einem frühen Werk des dänischen Philosophen Søren Kierkegaard beruhenden, Geschichte:

Der Mann ist ein Fremdling in seiner Stadt. Er lebt in einem möblierten Zimmer, zieht einsam durch die Straßen, in den Tagen, in den Nächten. Als eines Tages seinem Blick die leuchtenden, freundlichen Augen einer Frau an der Kasse eines Supermarkts begegnen, verändert sich sein Alltag. Der Supermarkt scheint ihn fortan magnetisch anzuziehen. Er ist dort häufiger zu sehen, häufiger auch an der Kasse. Auf dem Namenschild der Mitarbeiterin steht Cordelia Keller. Eines Tages überwindet er sich und lädt sie in ein Restaurant ein. Cordelia lehnt nicht ab. Doch zum verabredeten Zeitpunkt erscheint sie nicht. Enttäuscht sucht der Mann ein nahegelegenes Lokal auf. Hinter dem Tresen arbeitet Katie, die sich mit gebrochenem Charme auf die zotigen Bemerkungen ihrer Gäste einlässt. Es entsteht ein Gespräch mit dem Mann. Sie fühlt sich gleichermaßen angezogen und abgestoßen von seinem verschrobenen, unzeitgemäßen Charakter. Er berichtet ihr von seiner Begegnung mit Cordelia, spricht über seine Verführungsabsichten. Er begreift nicht, dass Katie, die sich nach und nach zu seiner Komplizin macht, mehr als Sympathie für ihn empfindet. Und er erkennt nicht, dass seine Gefühle für Cordelia auf Projektionen beruhen. Dass sich Cordelia schließlich doch auf seine Verführungen einlässt, resultiert aus ihrer existentiellen Situation. Es entwickelt sich zwischen ihr und dem wesentlich älteren Mann ein seltsames Arrangement. Sie planen eine heimliche Verlobungsfeier mit wenigen Gästen. Zu vorgerückter Stunde kommt es zum Eklat.

Quelle: Uni Bremen Presseinfo

Am morgigen Freitag, den 24. Mai 2013 findet um 20 Uhr im Cinespace die öffentliche Teampremiere statt. Neben dem Regisseur sind die Hauptdarsteller Christian Kaiser, Pegah Kazemi, sowie Patricia Nickel anwesend. Es ist ein kleiner Eintrittsbeitrag vorgesehen.

Den ganzen Weser-Kurier-Artikel von Anne Gerling, mit zahlreichen Hintergrundinformationen, kann man hier lesen: „Bremer Westen dient als Filmkulisse„.

Kommentar zur Fusion des Cinema Ostertor mit den Bremer Filmkunsttheatern

Von , 31. März 2013 21:30

cinema1Während meiner fast zweiwöchigen Informationsabstinenz ist einiges passiert. Für viele meiner Leser sicherlich bereits ein alter Hut, möchte ich trotzdem etwas zu der Fusion des Cinema Ostertor mit dem Bremer Filmkunsttheater von Manfred Brocki schreiben. Nicht-Bremer kennen das Cinema Ostertor vielleicht aus dem Roman „Neue Vahr Süd“ von Sven Regener, wo es häufig erwähnt wird, da die WG des Protagonisten Herrn Lehmann, sich direkt über dem Kino befindet.

Ich muss sagen, dass mich diese Meldung sehr traurig gemacht hat. Das Cinema Ostertor war für mich immer weniger Programmkino (was es jetzt wohl werden wird), als vielmehr ein Alternatives Kino. Und zugleich das letzte wirklich unabhängige Kino in Bremen. Alle anderen gehören ja entweder zu Brockis Filmkunsttheater oder sind Teil einer Multiplex-Kette. Und das Kommunalkino City 46 hängt ja (leider) am Tropf der Stadt. Das Cinema Ostertor war in meinen Augen immer eine letzte Bastion der Cineasten vom alten Schlag. Wirft man einen Blick auf das Programm in den letzten Jahren, so unterscheidet es sich doch stark von dem, was andere Kinos zeigten. Das Kommunalkino einmal ausgenommen, aber dieses hat ja auch einen staatlichen Bildungsauftrag.

Beim Cinema Ostertor hatte ich immer das Gefühl, dass man die Ideologie pflegt, man könne mit Kino etwas verändern. Menschen aufrütteln und eine starke Meinung vertreten. Ich erinnere hier nur an das Balkan Film Festival oder die vielen Dokumentationen, die häufig auch von den Filmemachern präsentiert wurden. Allein letztes Jahr waren 25 Filmemacher zu Gast, um ihre Filme vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren. Leider ist der Zuspruch für derartige Veranstaltungen am Ende wohl am Ende so gering gewesen, dass sich der Aufwand nicht mehr lohnte.

Ich gebe gerne zu, dass mich das ziemlich enttäuscht, sich aber auch mit meinen eigenen Beobachtungen deckt. Es gibt in Bremen keine „Cineasten-Szene“. Also Gruppen, die sich treffen, um gemeinsam ins Kino zu gehen, über Filme zu diskutieren oder gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Die Film als mehr, als bloße Verstreuung und Zeitvertreib ansehen. Das habe ich in anderen Städten schon anders erlebt. Vielleicht sehe ich da auch zu schwarz. Aber wenn ich im Weser Kurier lese, dass Thomas Settje sagt, dass es als Kino mit einer Leinwand zur Zeit unglaublich schwierig ist, allein zu überstehen, und die Zielgruppe für Programmkinos nur klein ist, dann fühle ich mich leider doch bestätigt.

Das alternative, politische Profil ist schon bei der Gründung des Cinema Ostertor angelegt worden. Am 7. November 1969 gründete der, im letzten Jahr im Alter von 81 Jahren verstorbene, Gert Settje das Cinema zusammen mit Lore Bertuleit, Hero Burmeister, Manfred Lohrengel, Robert Franke, Konrad Huchting und Jürgen Behrends. Neben dem Cinema war Settje in den 60er Jahren auch Geschäftsführer der legendären “Lila Eule”. Dort zeigte er zusammen mit Olaf Dinné auch Filme, was quasi die Keimzelle des Cinemas darstellte.1973 gründete Gert Settje mit Reinhold Garske das Bremer Kommunalkino, das bis zu seinem Umzug nach Walle 1993 (ab da “Kino 46″, heute “City 46″) im Cinema beheimatet war. Zuletzt haben seine Kinder, Andrea und Thomas Settje, das Kino als Familienbetrieb weiter geführt.

cinema2Nach der Fusion mit Manfred Brockis Filmkunsttheatern wird Thomas Settje weiterhin das Kino leiten. Die Programmplanung wird allerdings von den Filmkunsttheatern übernommen. Trotzdem soll das Profil des Cinema auch weiterhin erhalten bleiben. Vor dem Hintergrund, dass es für Manfred Brocki, der nun fünf Leinwände in Bremen besitzt, einfacher ist, Verhandlungen mit Filmverleihern zu führen und attraktive Filme zu besseren Konditionen zu bekommen, macht diese Fusion durchaus Sinn. Trotzdem bin ich etwas traurig, denn mit dem Ende des Familienbetriebes stirbt wieder einmal ein Stück Bremer Kinokultur, und die Kinolandschaft wird um eine unabhängige Stimme ärmer.Und für den alten 35mm-Romantiker in mir ist auch die Nachricht, dass

die Fusion nur deshalb zustande kommen konnte, weil das Cinema Ostertor gerade ein digitales Abspielgerät installiert hat und damit der Austausch der Filme zwischen den Häusern erst möglich wurde, etwas betrüblich. Aber damit werde ich in der Zukunft wohl leben müssen. Zelluloid stirbt, Pixel herrschen.

Open-Air-Kino 2012 – Teil 3: Delmenhorst, Vegesack und Bremen-Neustadt

Von , 18. Juli 2012 22:07

Hoffen wir mal, dass Ende des Monats doch noch die Sonne rauskommt und einen sonnigen August einläutet. Ansonsten muss man wohl das Open-Air-Kino des „Weser Kuriers“ unterm Schirm und im Anorak verfolgen. Also: Die Hoffnung nicht aufgeben.

Wie jedes Jahr ist der „Weser-Kurier,“ powered by Cinemaxx, wieder in und um Bremen herum aktiv.

Der Startschuss erfolgt in Delmenhorst auf der Burginsel. Dort wird am 28. Juli um 22:00 Uhr der Film „Russendisko“ gezeigt (der ja auch zwei Wochen später am Schlachthof läuft). Zur Erinnerung: Matthias Schweighöfer spielt die Hauptrolle in diesem, auf dem bekannten Roman von Wladimir Kaminer basierenden, Film, welcher von den Schwierigkeiten russischer Immigranten, im Berlin nach dem Fall der Mauer, handelt.

Weiter geht es am 11. August in Vegesack im Stadtgarten. Diesmal um 22:30 Uhr startet der Film „Für immer Liebe“. Der Film ist eine US-amerikanische Romanze über ein junges Ehepaar, bei dem die Frau nach einem Verkehrsunfall ihr Gedächtnis verliert. Somit muss der Ehemann von neuem um ihre Liebe kämpfen, was sich als nicht so einfach herausstellt.

Und zu guter Letzt kann man am 25. August in der Bremer Neustadt in den Neustadtswallanlagen/Südbad um 22:00 UhrTürkisch für Anfänger“ lernen, wenn der erfolgreiche Kinofilm zur deutschen TV-Serie gezeigt wird.

„Weser Kurier“-Artikel über die Lautstärke im Kino

Von , 13. Juni 2012 16:20

Gestern stand im Weser Kurier ein interessanter Artikel von Mona Stephan mit dem Titel „Kinobesucher klagen über zu hohe Lautstärke“, den man seit letzten Freitag auch schon online lesen konnte.

Zusammengefasst geht es in dem Artikel darum, dass viele Kinobesuchern die Lautstärke der Filme als zu hoch empfinden. Es gibt zwar eine Dolby-Norm 7.0, die regelt, wie laut Filme im Idealfall sein sollten, aber die Kontrolle liege beim Einlass-Mitarbeiter individuell. Dieser ist auch immer, zumindest im Cinemaxx, als Ansprechpartner im Empfangsbereich des Saales. Im IMAX-Saal ist aber eine Änderung der Saal-Lautstärke technisch nicht möglich. Grundsätzlich kann man es aber niemals allen Kinogängern recht machen, da Lautstärke immer subjektiv empfunden wird. Vom medizinischen Standpunkt her, führt ein Kinobesuch, auch wenn dieser sehr laut wird, nicht zu dauerhaften Hörschäden, „dafür müsste man schon rund um die Uhr im Kino sitzen“.

Den vollständigen Artikel kann man hier nachlesen: http://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/604848/Neue-Kinosaele-werden-immer-lauter.html

Mich stört es im allgemeinen viel mehr, wenn ein Film zu leise ist, als zu laut. Aber was meint ihr dazu?

Open-Air Kino 2011 – Teil 2: Worpswede, Neustadt, Delmenhorst, Vegesack

Von , 9. Juli 2011 14:36

Eines werde ich wohl nie verstehen. Da sponsert der „Weser Kurier“ zusammen mit dem Cinemaxx vier Open-Air-Kino-Events.. . und WEDER der Weser Kurier NOCH das Cinemaxx kündigen das irgendwo an. (Anmerkung: Mittlerweile habe ich erfahren, dass das so nicht stimmt. Am 2.7. war im WK eine Anzeige drin. Ebenso heute. Leider habe ich letzteres aber erst gesehen, nachdem ich den Artikel geschrieben hatte. Wie dem auch sei, zumindest online findet man bisher weder beim Weser Kurier, noch beim Cinemaxx, etwas über die Veranstaltungen). Stattdessen findet man die Ankündigung im „Bremer Anzeiger„, der zwar überall in der Stadt kostenlos verteilt wird, aber – geben wir es doch mal zu – in den meisten Haushalten direkt in den Müll wandert. Mein Dank hier an Wolfgang, der mich darauf aufmerksam gemacht hat.

Also, zwischen dem 23. Juli und dem 13. August finden die folgende vier Vorführungen statt:

23. Juli, Worpswede, Schützenplatz, ab 22:30: „Ich – einfach unverbesserlich„. Animationsfilm aus dem Hause Universal Pictures, über einen Super-Bösewicht… der allerdings sehr liebenswerte Züge trägt. Vorweg gibt es ab 18:00 Uhr eine Open-Air-Grill-Party.

30. Juli, Bremen-Neustadt, Neustadtswallanlagen/Südbad, ab 22:00 Uhr: Der Gewinner des deutschen Filmpreises 2011 und eine sehr gelungene Komödie um einen am Tourette-Syndrom leidenden jungen Mann, der mit zwei ebenfalls an psychischen Störungen leiden Mitpatienten nach Italien fliehen will: „Vincent will Meer„.

06. August, Delmenhorst, Burginsel, ab 22:00 Uhr: Der neue Film von Til Schweiger: „Kokowääh„. Not my cup of tea….

13. August, Bremen-Vegesack, Stadtgarten, ab 22:30 Uhr: Und noch einmal „Kokowääh„.

Der Eintritt ist bei allen Vorstellungen frei!

Frohes neues Jahr… und weiter geht’s!

Von , 6. Januar 2011 19:55

Ich hoffe alle meine Leser sind gut ins neue Jahr gekommen.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mich wieder im tristen Alltag zurechtzufinden, hat mich das Hamsterrad jetzt wieder 🙁

Für das neue Jahr habe ich mir für das „Filmforum Bremen“ so einiges vorgenommen. Aber da man über ungelegte Eier noch nicht sprechen soll, verkneife ich mir dies auch hier. Lasst Euch einfach mal überraschen, wenn es soweit ist.

Den Jahreswechsel habe ich im Ausland verbracht und es nach 17 Jahren geschafft, endlich mal wieder die Cinémathèque française zu besuchen. Ich kannte nur die alte Cinémathèque nahe Trocadéro und war nun in der neuen Cinémathèque in Bercy. Ein beeindruckendes Gebäude, aber den Charme und vor allem die bewegte Geschichte der alten Cinémathèque spürt man hier leider gar nicht mehr. Natürlich habe ich auch nach den Überresten der alten Cinémathèque gesucht, aber da hat mir mein Gedächtnis böse Streiche gespielt. Zwar habe ich etwas gefunden, von dem ich sicher war, das es der alte Eingang war – die Recherche Zuhause hat mir aber gezeigt, dass das höchstens ein abgelegener Nebeneingang war. Schade, hätte ich mich doch mal vorher informiert.

Die Cinémathèque française

Das aktuelle Programm der Cinémathèque française

Was DVDs angeht ist Frankreich übrigens Paradies und Hölle zugleich. So viele tolle Filme in wunderbaren Editionen, die in Deutschland entweder gar nicht oder nur in suboptimaler Form erhältlich sind. Da läuft einem solange das Wasser im Munde zusammen, bis man die DVD umdreht und feststellt, dass der Ton ausschließlich auf Französisch ohne Untertitel vorliegt. Wer (wie ich) also nur ein paar Brocken Schul-Französisch kann, bricht dabei in Tränen aus. Ich hätte so viele Lücken schließen können, habe letztendlich aber nur zwei Filme von Jacques Demy (Les parapluies de Cherbourg und Les demoiselles de Rochefort, beide mit englischen Untertiteln) mitgenommen. Ersteren gibt es auch in einer schönen deutschen Ausgabe bei Kinowelt – und wie ich jetzt gesehen habe, zu fast identischem Preis. Ach ja, und eine DVD-Box mit den 1914er Keystone-Filmen von Charlie Chaplin habe ich auch gekauft. Damit habe ich Chaplin jetzt endlich komplett. Die Keystone-Filme gab es ja zuvor zum größten Teil nicht auf DVD, und wenn dann nur in katastrophaler Verfassung. Die DVDs sind auch auf Deutsch und werden sicherlich bald als Arte-Edition erscheinen. Zumindest kann man schon als Option „Deutsch“ auswählen und bekommt dann den bekannten „Arte Stummfilm Edition“-Vorspann. Einziger Wermutstropfen – das schöne Booklet ist (natürlich) komplett auf französisch.

Ein Schock bekam ich, als ich Montag wieder nach Hause kam und den Weser Kurier aufschlug. Im Feuilleton wurden die kulturellen Highlights für 2011 aufgelistet. Und welche Highlights wurden dort im Ressort Film aufgeführt? Pirates of the Caribean 4, Harry Potter 8, Transformers 3 usw. Kein neuer Arononfsky, keine Coen Brothers… um nur mal die jetzt bald anlaufenden Filme zu nennen. Von dem für Ende Mai angekündigten neuen Film von Lars von Trier mal ganz zu schweigen. Mann, mann, mann…

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