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Am Freitag: WEIRD XPERIENCE ist zurück und hat etwas GROSSES mit dabei

Von , 10. Mai 2017 21:41

Zusammen mit meinem Kollegen Stefan organisiere ich seit 2011 die Filmreihe WEIRD XPERIENCE. Nachdem wir am Anfang des Jahres einige Schwierigkeiten mit unserem Veranstaltungsort hatten, geht es nun endlich weiter und wir werden einmalig in der Schwankhalle zu Gast sein. Hier der Text dazu, den ich auch auf unserem Weird-Xperience-Blog gepostet habe.

Darauf haben wir alle sehr lange gewartet: WEIRD XPERIENCE ist zurück. Weiter geht es am 12. Mai um 21:30 Uhr. Dann sind wir erstmals in der Schwankhalle zu Gast. Hintergrund ist das Projekt A.r.G.da.Na.ni (Aus rechtlichen Gründen darf Name nicht genannt werden) des Bremer Künstlers Jan van Hasselt, welches am 18. und 19.5. in der Schwankhalle läuft. Ein Ton-Bild-Vortrag über „eine Art Dino mit Stacheln auf dem Rücken, der eine Kulisse aus Miniaturhäusern zertrampelt und einen Schrei ausstößt, der klingt, als wäre ein Grammophon kaputt. Er darf nicht gezeigt werden, und sein Name nicht genannt. Denn die japanische Produktionsfirma Toho achtet peinlich genau auf den Schutz der Trademark. Was fasziniert so an Argdanani? Wer ist er? Und was will er eigentlich hier? Antworten sucht der Filmemacher Jan van Hasselt auf der Bühne und im Video-Interview mit Experten wie Jörg Buttgereit, Sebastian Krehl, Dietrich Kuhlbrodt, Jürgen Palmtag und Christoph Spehr.“ Im Vorfeld hatte uns Jan gefragt, ob wir von WEIRD XPERIENCE nicht einen Film mit diesem ominösen Dino zeigen könnten. Und dieser Bitte sind wir nur zu gerne nachgekommen. Und wir haben sogar dafür gesorgt, dass wir den Namen des Untieres nennen dürfen!

Laut einer alten Legende aus Okinawa, soll wenn ein schwarzer Berg in den Bergen hoch über die Wolken hinaus ragt, ein Monster auftauchen und versuchen, die Welt zu zerstören. Als diese Prophezeiung eintrifft ist es zum allgemeinen Erstaunen Godzilla, der dort als Weltenzerstörer agiert. Erst zertrümmert Godzilla einige Häuser, dann bringt er fast seinen alten Kumpel, den Igel-ähnlichen Anguirus, um. Doch schnell ist das Geheimnis gelüftet. Dieser Godzilla ist gar nicht der echte Godzilla, sondern ein riesiger Roboter namens „King Kong“ (zumindest in der deutschen Fassung), der von Außerirdischen hergestellt wurde, um ihnen zu helfen, die Erde zu unterjochen. Da hat die Menschheit Glück, dass bald schon der echte Godzilla auftaucht und sich schließlich zusammen mit Okinawas Schutz-Gottheit King Caesar dem stählernen Unhold stellt…

Der Ruf der in den 70er Jahren unter der Regie von Jun Fukuda entstanden Godzilla-Streifen mag nicht der beste sein. Tatsächlich sind sie sehr viel bunter, kindischer und lustiger als jene Filme aus den 50er und 60er, für die noch Godzilla-Schöpfer Ishirô Honda verantwortlich war. Wer darüber hinwegsehen kann und sich ein junges Gemüt bewahrt hat, wird aber besonders mit „King Kong gegen Godzilla“ seine Freude haben. Insbesondere, da hier auf nervige Kinderdarsteller verzichtet wurde und mit Mech-Godzilla einer der coolsten Gegner Godzillas seinen ersten Auftritt hat. GoMecha-Godzilla hört in der deutschen Fassung – wie vor ihm schon der Roboter Jet Jaguar – auf den Namen „King Kong“. Ob man in Deutschland – wo der Film am 20. Dezember 1974 anlief – darauf spekulierte, dass er von dem damals erwarteten Erfolg des amerikanischen „King Kong“-Remakes, partizipieren könne oder einfach eine Kontinuität zum Vorgänger herstellen sollte (die 60er Filme waren ja in Deutschland durch einen imaginären „Frankenstein“ im Titel miteinander verbunden) sei dahingestellt.

Trailer für A.r.G.da.Na.ni

News: 5. Favourites Film Festival vom 24.-28. Mai im Cinema Ostertor

Von , 16. März 2017 06:30

Das ist ja eine Überraschung. Nachdem das Favourites Film Festival nun schon vier Mal sehr erfolgreich im Kommunalkino City 46 lief, ziehen die beiden Festivalleiterinnen Anna Jurzik und Paula Syniawa für die fünften Ausgabe des beliebten Festivals um. Und zwar in das nicht minder sympathische Cinema Ostertor.

Die Beiden begründen ihre Entscheidung so: „Wir wollen nicht nur bewegende, internationale Festivalfilme nach Bremen bringen, es war von Anfang an eines unserer wichtigsten Ziele, einen einladenden Ort des Austauschs und der Kommunikation für Besucher mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zu schaffen, die sich sonst vielleicht gar nicht treffen würden. Der Umzug ins Cinema im Ostertor entspricht unserem Wunsch, ein lebendiges Festivalzentrum zu schaffen“.

Dass das City 46 ihrer Meinung nach kein „einladender Ort des Austauschs und der Kommunikation“ ist, stimmt mich recht traurig. Ich habe dies zu meiner aktiven Zeit dort immer anders empfunden, war aber leider auch seit einem Jahr nicht mehr dort, da sich Kinobesuch und Familie nicht immer gut unter einen Hut bringen lassen. Zudem bin ich Ende letzten Jahres schweren Herzens und aus rein finanziellen Gründen (vorläufig) aus dem Förderverein ausgetreten und daher nicht mehr „nah dran“. Der Kommentar der beiden Festivalleiterinnen erfüllt mich aber gerade mit großer Sorge.

Aber genug davon, wenden wir uns wieder dem Favourites Film Festival zu, welches dann vom 24. bis zum 28. Mai 2017 im Cinema Ostertor stattfindet.

“Weird Xperience”: Freitag 13.05. im Lagerhaus/etage3 – STAR CRASH

Von , 12. Mai 2016 16:33

Am morgigen Freitag, den 13., zeigen Stefan und ich in unserer Filmreihe „Weird Xperience“ im Lagerhaus mal wieder nicht den gleichnamigen Film, dafür haben wir ein kunterbuntes Science-Fiction-Spektakel italienischer Prägung im Gepäck.

Die Sterne duellieren sich am Freitag, den 13. Mai in unserer mittlerweile gar nicht mehr neuen, sondern gewohnten Heimat, der etage3 im Lagerhaus. Einlass ist 20:00 Uhr, los geht es um 20:30 Uhr – wie gewohnt mit einer kleinen Einführung.

Die berüchtigte Schmugglerin Stella Star und ihr treuer Robotorfreund Akton werden vom Chef der galaktischen Polizei gefangen genommen. Doch der galaktische Imperator lässt sie wieder frei. Dafür sollen sie ihm helfen, seinen einzigen Sohn Simon zu finden, der auf der Suche nach dem bösen Graf Zarth Arn war, welcher eine Superwaffe entwickelt hat. Damit beginnt für Stella Star eine aufregende und gefährliche Reise kreuz und quer durchs Weltall, bei der sie auf wilde Amazonen, Höhlenmenschen und die geheime Basis des bösen Grafen trifft.

starcrash4Wir schreiben das Jahr 1978. Die ganze Welt staunt noch über den phänomenalen Erfolg von George Lucas‘ Sternenoper „Star Wars“. Die ganze Welt? Nein. Die Italiener haben schon längst die Ärmel hochgekrempelt und frei nach dem Motto „Selbst ist der Mann“ damit begonnen, ihre eigenen Sternenkriege zu inszenieren. Natürlich mit einem Bruchteil des Budgets, welches Lucas zur Verfügung stand, dafür mit viel Enthusiasmus. Unter ihnen ein junger Mann, der zuvor vor allem als Mitarbeiter von Horror-Maestro Dario Argento aufgefallen war und 1975 mit dem wundervollen – und leider in Deutschland bis heute nicht erhältlichen – Giallo „The Killer Must Kill Again“ auf dem Regiestuhl debütierte. Luigi Cozzi ist ein riesiger Fan des phantastischen Films und kann sich bei „Star Crash – Sterne im Duell“ nach Herzenslust austoben. Er baut eine Hommage an den großen Stop-Motion-Künstler Ray Harryhausen mit ein, lässt quietschbunte Raumschiffe durch ein ebenso buntes All gleiten, in dem die Sterne in allen Farben leuchten.

starcrash5Und mittendrin sie: STELLA STAR! Die wunderschöne, aufregende Caroline Munro. Schwerbewaffnet und im Lederbikini gibt sie die harte Schmugglerin. Da kann Han Solo einpacken. Wie vielen Heranwachsenden hat diese Überfrau wohl die Nächte geraubt? Auch Joe Spinell (als böser Graf Zarth Arn) sollte zwei Jahre später für schlaflose Nächte sorgen. Allerdings aus anderen Graden, denn da spielte er die Titelrolle im berüchtigten Slasher „Maniac“.

Des Weiteren mit am Bord des Sternenkreuzers „Star Crash“: Christopher Plummer als guter Imperator und ein blutjunger David Hasselhoff (!) als sein einziger Sohn Simon. Ja, für „The Hoff“ gab es ein Leben vor „Knight Rider“, auch wenn er da heute vielleicht nicht mehr gerne drüber spricht. In der Rolle von Stellas treuen Robotorfreund Akton sieht man Marjoe Gortner, einen ehemaliger Erweckungsprediger, der im Alter von nur vier Jahren der jüngste ordinierte Prediger geworden war und sich in den 70ern als Sänger und Schauspieler versuchte. Erwähnenswert auch die grandiose Musik, denn sie stammt aus der Feder des berühmten „James-Bond“-Komponisten John Barry!  

Wenn das alles keine verdammt guten Gründe sind, morgen bei Weird Xperience vorbeizuschauen, dann wissen wir auch nicht weiter.

“Weird Xperience”: Freitag 08.04. im Lagerhaus/etage3 – TURBO KID

Von , 6. April 2016 16:22

Nach dem sensationell erfolgreichen „Der Bunker“ im letzten Monat, gibt es in der von Stefan und mir seit einigen Jahren betreuten Reihe WEIRD XPERIENCE noch einmal eine Bremen-Premiere. Am Freitag, den 08. April, wie immer um 20:30 Uhr (Einlass: 20:00 Uhr), zeigen wir in der etage3/Lagerhaus die Mad-Max-und-Co-Hommage „Turbo Kid“.

Wir schreiben das Jahr 1997, die Apokalypse fand schon längst statt. „The Kid“ (Munro Chambers) schlägt sich als Plünderer durch, ist Einzelgänger und vor allem Comicfan. Als er ein geheimnisvolles Mädchen trifft, ist es vorbei mit seinem Einzelgängerleben. Er findet ein Superheldenkostüm und kämpft mit ihr an seiner Seite gegen den Wasteland-Diktator, der mit allen Mitteln die Macht über alles Wasser bekommen will.

Kommt einen bekannt vor? Ja, die kanadischen Regisseure François Simard, Anouk Whissell und Yoann-Karl Whissell ließen sich für ihr Spielfilm-Debüt vom 80er-Jahre- Endzeit-Film inspirieren. Nicht nur in seiner Deluxe-Ausführung a la MAD MAX, sondern auch und gerade von den Filmen aus der zweiten Reihe, gerne aus Italien, die uns damals meist in Form einer VHS-Kassette erreichten.

„Turbo Kid“ wurde mit Hingabe und Detailreichtum gefilmt und inszeniert. Da wird auf alles geachtet: Inhalt, Musik, Ausstattung, Kamera. Und der Film hat mit Michael Ironside („Scanners“, „Starship Troopers“) auch einen kongenialen oberbösen Wüstenlord.

Wir freuen uns, Euch diese wahnwitzige Splatter-Trash-Komödie zu zeigen.
Oder wie schrieb critic.de: „Wenn Nostalgie aufhört, nur Pastiche zu sein, und in purer Liebe aufgeht.“

Die letzten Worte gehören aber André Becker von Das Manifest: „Ein toller, bombastisch unterhaltsamer Film, der aus jeder Pore das Herzblut aller Beteiligten atmet. Ein waschechter Crowd pleaser der nicht nur dazu einlädt, sondern der es auch zu 100% verdient hat ausgiebig gefeiert zu werden.“

In diesem Sinne: Welcome to the Wasteland!

Marco & Stefan

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“Weird Xperience”: Freitag 11.3. im Lagerhaus/etage3 – DER BUNKER

Von , 10. März 2016 20:44

Am morgigen Freitag, den 11. März wie immer um 20:30 Uhr (Einlass: 20:00 Uhr) haben Stefan und ich bei Weird Xperience in der etage3/Lagerhaus ein echtes Highlight zu bieten.

Wir sind sehr stolz darauf, die Bremen-Premiere eines in den letzten Monaten allerorten enthusiastisch gefeierten deutschsprachigen Genre-Highlight zu präsentieren. Die Rede ist von „Der Bunker“.

Thomas Groh schrieb in der taz: „Einer der derzeit aufregendsten deutschen Filme … ein vorbildlich bizarres Meisterstück des sonderbaren Kinos. Gerade so als hätten Wenzel Storch und Helge Schneider gemeinsam mit David Lynch exzessiv am Kleber geschnüffelt und sich dabei „Ekel Alfred” in Endlosschleife reingepfiffen.“

Ganz ähnlich formuliert es auch der Spiegel: „Als ob David Lynch ein Drehbuch von Helge Schneider verfilmt hätte. Ein stilsicheres, düsterabsurdes Kammerspiel.“

Das bizarre Meisterstück ist wie gemacht für unsere Reihe und hat nach seiner Premiere auf der letztjährigen Berlinale nicht nur bereits auf vielen Festivals abgeräumt, sondern steht auch in der Vorauswahl zum Deutschen Filmpreis 2016! Co-produziert wurde der Film übrigens von „Lindenstraße“-Erfinder Hans W. Geißendörfer, der bereits mit der Produktion des Cannes-Gewinners „Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben“ und Peter Stricklands „Berberian Sound Studio“ sein gutes Näschen für ungewöhnliche Stoffe bewies.

Worum geht es? Der 8jährige Klaus wird von seinen Eltern zu Hause unterrichtet. Meist hält er sich in dem unterirdischen Bunker auf. Ein junger Student (der großartige Pit Bukowski, der schon in der Titelrolle des ebenfalls sehr empfehlenswerten „Der Samurai“ auf sich aufmerksam machte) mietet sich bei der Familie ein, um sich in Ruhe auf seine Abschlussarbeit vorzubereiten und wird von den Eltern als Hauslehrer eingespannt. Mehr kann man von der Handlung eigentlich nicht verraten, nicht nur, weil man dann zu viel spoilern würde, sondern auch weil es so unglaublich und unbeschreiblich ist. Das gesamte schwierige neurotische Beziehungsgeflecht purzelt munter durcheinander.

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“Weird Xperience”: Freitag 8.1. im Lagerhaus/etage3 – FRANKENHOOKER

Von , 7. Januar 2016 21:55

Morgen, Freitag, den 8.1., präsentieren Stefan und ich wieder WEIRD XPERIENCE  im Lagerhaus. Diesmal zeigen wir die US-Splatter-Komödie „Frankenhooker“ von 1990.

Um allen Bremern und Buten-Bremer etwas Appetit zu machen, kopiere ich hier mal ganz frech Stefans Text zum Film rein, den er auf unserer Weird Xperience-Seite gepostet hat.

Am 8. Januar, 20:30 Uhr ist es wieder soweit, Weird Xperience ist in der Etage 3 und zeigt eine amerikanische Version des klassischen Frankenstein-Stoffs im Fun-Splatter-Style.

frankenhooker-resurrection3Der schüchterne Hobby-Chirurg John Franken verliert durch einen Unfall den einzigen Lichtblick in seinem Leben: Seine Verlobte Elizabeth. Nur ihren Kopf kann er retten. Die Lösung liegt nah, er lädt Prostituierte auf eine Party mit Versprechen auf Geld und prima Drogen. Die Drogen gibt es auch wirklich, doch lassen sie leider die anwesenden Frauen platzen. Aus den übriggebliebenen Teilen bastelt John sich einen Körper für seine Geliebte, doch die verhält sich anders als zuvor.

1990 war die Hochzeit des Fun-Splatters. Nachdem Mitte der 80er sich der todernste, immer härter werdende Splatter sich einerseits kaum noch selbst übertreffen konnte, andererseits im Mainstream („The Silence oft the Lambs“) angekommen war, versuchten ein paar Regisseure mit Humor und exploitativen Zugaben dem Genre neues Blut zu geben. Am bekanntesten sind hier wohl die Filme von Peter Jackson („Bad Taste“, „Meet the Feebles“, „Braindead“). Doch auch Frank Henenlotter schuff hier ein Exploit-Monster. Bekannt geworden durch seine bizarren Filme „Basket Case“ und „Brain Damage“ lässt er es bei „Frankenhooker“ richtig krachen. So verstand er sich auch nie als Horror-Filmer, sondern viel mehr als Exploitationsregisseur, da er mit diesen Mitteln seine Filme rauer und ein wenig gemeiner anlegen kann, um den Zuschauer anders zu reizen. Neben seinen Filmen kümmert er sich auf seinem eigenen Videolabel um unbekannte Roughies aus den Siebzigern.

frankenhhoker6In der Hauptrolle als moderner Doktor Frankenstein begeistert James Lorenz, der trotz seiner Ausstrahlung nie den großen Durchbruch schaffte, aber einige Filme durch seine Anwesenheit veredelte: STREET TRASH, LAST EXIT TO BROOKLYN, ROBOCOP 3, KING OF NEW YORK. Des Weiteren sehen wir in der zweiten Hauptrolle Patty Mullen, Penthouse Pet des Jahres 1988, die hier alles gibt, inklusive Fat Suit.

Wir freuen uns mit euch auf eine kleine Zeitreise in die unglaubliche Welt und Phantasien ins Jahr 1990. Deutscher Untertitel: „Verschraubt und vernagelt

USA 1990, R: Frank Henenlotter, D: James Lorinz, Joanne Ritchie, Patty Mullen, J. J. Clark, Carissa Channing, Shirl Bernheim, 81 Min.

“Weird Xperience”: Morgen im Lagerhaus/etage3 – ein Herschell-Gordon-Lewis-Double-Feature

Von , 10. September 2015 21:20

Wie die meisten sicherlich wissen, organisiere ich seit einigen Jahren zusammen mit meinem Kollegen Stefan die Kino-Reihe „Weird Xperience“. Am 11. September feiern wir Premiere in unserer neuen Spielstätte, der etage3 im Kulturzentrum Lagerhaus. Für das erste Mal haben wir, zusammen mit unserem neuen Gang-Mitglied Andreas, etwas besonderes im Programm: Ein Herschell-Gordon-Lewis-Double-Feature.

Herschell Gordon Lewis ist nicht nur der „Erfinder“ des Gore-Films, sondern für den Papst des schlechten Geschmacks, John Waters, einer der beiden größten Regisseure der USA. Der andere ist Russ Meyer, mit dessen „Faster Pussycat, kill, kill..“ wir unsere Reihe vor vier Jahren im City 46 begannen. Da ist es nur logisch, wenn die erste Vorstellung in der etage3 sich nun dem Herrn Lewis widmet.

two-thousand-maniacsWir starten mit einem seiner bekanntesten Film: „Two Thousand Maniacs!“, den er selber als seinen gelungensten Film ansieht. Hier geht es um eine Gruppe Touristen aus dem Norden der USA, die es in die kleine Stadt Pleasant Valley im tiefsten Redneck-Süden verschlägt. Dort sollen sie die Ehrengäste einer großen Feier sein, die dem 100sten Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch Yankee-Truppen gedenkt. Mit größter Freundlichkeit und Zuvorkommen werden die Gäste von den Bewohnern des Städtchens Pleasant Valley empfangen. Da wir uns aber in einem von Herschell Gordon Lewis Gorefilmen befinden und dieser auch noch „Two Thousand Maniacs!“ (mit Ausrufezeichen) befinden, kann man sich denken, dass hinter der südstaatlichen Gastfreundschaft ein blutiges Geheimnis steckt…

Mit „She-Devils On Wheels“ drehte Lewis 1968 einen hierzulande wenig bekannten Beitrag zum weiblichen Biker-Gang-Film. Die Regeln der female Outlaw Gang The Man Eaters sind einfach: Die schnellste Bikerin sucht sich einen Mann aus für eine Nacht aus und verlieben ist nicht. Als Neuzugang Karen letztere Regel bricht, bekommt das ihrem Favoriten schlecht und sie muss ihre Loyalität beweisen. Die Lage spitzt sich weiter zu, als plötzlich eine männliche Biker Gang auftaucht und den Man Eaters ihr Territorium streitig macht. Herschell Gordon Lewis mischt in diesem Film she-devils-on-wheelstypische Juvenile-Delinquency-Elemente mit Horror und Gewalt und lässt dies alles in ein großartiges Finale münden.

Nachdem Herr Lewis seine Karriere mit einer Reihe Nudisten-Filme begann und dann mit seinem frühen Splatterfilmen Kultstatus erlangte, wandte er sich Ende der 60er auch „sozial relevanten“ Themen zu. Allerdings in der ihm eigenen Art. D.h. viel Exploitation und wenig Geld. Neben Jugendkriminalität, Geburtenkontrolle, Frauentausch oder der Musikindustrie, eben auch den populären Bikerfilmen. Nebenbei inszenierte er noch Kinderfilme (!), bevor er 1970 wieder zum Geschmatter zurückkehrte. Nach einer langen Pause in den 80er und 90er Jahren, war er im neuen Jahrtausend mit der Fortsetzung seines ersten Hits „Blood Feast“ und der splatterigen „Uh! Oh! Show“ wieder zurück auf dem Regiestuhl.

Einlass ist am Freitag, den 11. September ab 20:00. Die Show beginnt um 20:30 Uhr. Natürlich gibt es von Stefan und mir vorweg wieder eine kleine Einführung und nach dem zweiten Film haut Euch Andreas alias DJ Wolfinger die passenden Töne um die Ohren. Wer noch Lust hat zu bleiben, kann das Tanzbein schwingen oder sich gemütlich niederlassen, um bei einem süffigen Getränk ein wenig zu

“Weird Xperience”: Morgen im City 46 – „Nude on the Moon“ mit Gast Christian Keßler

Von , 24. September 2014 16:59

Nude_on_the_moontZum Auftakt des zweiten Halbjahres zeigt Weird Xperience morgen, Donnerstag, den 25. September, um 20:30 Uhr einen ganz besonderen Leckerbissen des Sexploitation-Films: Doris Wishmans zweiten Spielfilm “Nude on the Moon”, der 1961 in die Kinos kam und umgehend im Staate New York verboten wurde. Die kuriose Begründung: Es sei zwar legal, Nacktheit in einem Nudistencamp zu zeigen – Nacktheit in einem Nudistencamp auf dem Mond ginge aber zu weit.

Trotzdem (oder gerade drum) wurde “Nude on the Moon”, der für ein paar Dollar in einem Freizeitpark in Miami gedreht wurde, ein großer Erfolg. Doris Wishman sollte danach noch weitere sechs “Nudisten”-Filme drehen, die so schöne Titel trugen wie “Blaze Starr Goes Nudist”, “Gentleman Prefer Nature Girls” oder “Behind the Nudist Curtain”. Danach avancierte sie mit Werken wie “Bad Girls Go to Hell”, “The Amazing Transplant” und vor allem “Deadly Weapons” (deutscher Titel: “Teuflische Brüste”) und “Double Agent 73″ (beide mit Chesty Morgan) endgültig zur Grand Dame des amerikanischen Sexploitationkinos .

“Nude on the Moon” handelt von den beiden Wissenschaftlern Professor Nichols und Dr. Jeff Huntley, die mit ihrer Rakete zum Mond fliegen, um dort eine erdähnliche Vegetation und Gold zu entdecken. Dummerweise ist der Mond von einer Kolonie telepathisch begabter Nudisten besiedelt, die unsere beiden Helden , umgehend gefangen nehmen und zu ihrer Königen bringen. Werden sie sich die Beiden aus den Klauen der Nudisten befreien können und zur Erde zurückkehren?

“The B-52s”-Sänger Fred Schneider, der auch mit Doris Wishman befreundet war, ist ein riesiger Fan dieses Films und benannte ein “The B-52s”-Best-Of-Doppelalbum nach “Nude on the Moon”.

nude-on-the-moon-2Wir freuen uns sehr, nicht nur dieses bisher nie in Deutschland veröffentliche Juwel des frühen amerikanischen Sexploitation-Films zeigen zu können, sondern gleichzeitig auch einen kompetenten Gast zu präsentieren, der wie kein anderer in Deutschland die Botschaft des “anderen” Films unter ein begeistertes Volk bringt: Christian Keßler. Christian wurde bekannt mit seinen Artikeln zum Exploitationkino, die er der legendären Zeitschrift “Splatting Image” veröffentlichte und mit den zahlreichen Audiokommentare, die er für zahlreiche DVD-Veröffentlichungen eingesprochen hat. Ferner hat er Bücher über den italienischen Genrefilm, den Italo-Western und den amerikanischen Pornofilm der 70er Jahre geschrieben. Im Herbst erscheint sein neustes Buch “Wurmparade auf dem Zombiehof: Vierzig Gründe, den Trashfilm zu lieben”, in dem er auch so einiges über “Tante Doris” Wishman zu erzählen hat.

„Weird Xperience“: Morgen im City 46 – Wenzel Storch mit einer Lesung und dem Film „Die Reise ins Glück“

Von , 23. April 2014 13:14

Morgen ist es wieder soweit. Die u.a. von mir mitbetreute Reihe „Weird Xperience“ im Kommunalkino Bremen, dem City 46, geht in die nächste Runde. Und wir haben diesmal endlich wieder einen Gast. Und zwar einen, auf den wir uns ganz besonders freuen: Wenzel Storch. Er wird zunächst aus seinem Buch Die Filme“ (meine Rezension dazu hier) lesen und danach wird sein magnus opus „Die Reise ins Glück“ gezeigt.

Ich übernehme hier mal den Ankündigungs-Text meines Kollegen Stefan, den er für unseren „Weird Xperience„-Blog geschrieben hat.

Im April begrüßen wir den Regisseur und Autor Wenzel Storch.

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“Die Reise ins Glück” ist der dritte Teil der sogenannten Jürgen-Höhne-Trilogie. Doch keine Angst, man muß nicht Teil 1 und 2 kennen, da sich die Filme nicht inhaltlich aufeinander beziehen. Jürgen Höhne ist in allen drei Filmen der Hauptdarsteller und es sind seine einzigen Filme.

In “Die Reise ins Glück” geht es um die Reisen Gustavs, Knuffis und Evas in ihrem Schneckenschiff zu unentdeckten Inseln und weit entfernten Schlössern. Auf diesen begegnen sie Ungeheuern, Schneemännern, Tyrannen und eine schwimmende Leinwand.

Mehr von der Handlung zu verraten hieße, euch jetzt schon den staunenden Mund zu schließen. Denn es ist unglaublich, was und wer in diesem Film alles so passiert. Es flimmert zwischen Märchen und Surrealismus, es ist schön und seltsam zugleich.

Allein die Ausstattung, die über Jahre liebevoll zusammengesammelt und -gebaut wurde, erinnert an tschechische Märchenfilme der 70er ebenso wie an Werke Jean-Pierre Jeunets und Terry Gilliams. Sie sind aber vor allem Teile des unverwechselbaren  Kosmos Wenzel Storchs.

StorchbunteranzugWenzel Storch, geboren 1961 in Braunschweig, drehte nicht viel neben den Filmen der Trilogie, “Der Glanz der Tage” (1989), “Sommer der Liebe” (1993) und eben “Die Reise ins Glück” (2004). Durch den extrem niedrigen Produktionsetat dauerten die Dreh- und Produktionsarbeiten auch immer sehr lang, zur “Reise ins Glück” ganze 12 Jahre. Die ehrenamtliche Arbeit der Schauspieler und die Hilfe von anderen Künstlern wie Max Raabe, Jörg Buttgereit oder Friedrich Schoenfelder sowie seine eigene Arbeit an Regie, Kamera, Drehbuch, Produzent und Verleiher machten diese Filme möglich. Trotz seinem weitestgehenden Verzicht auf professionelle Schauspieler (“Selbst wenn mir zehn Heiner Lauterbachs zur Verfügung ständen, ich würde Jürgen Höhner nehmen.” Storch in der ZEIT 04/2000) sind seine FIlme keine Amateurarbeiten, sondern fantasievoller Ausdruck eines Künstlers.

Desweiteren drehte er einen Videoclip für Bela B. (“Altes Arschloch Liebe”) und schreibt Kolumnen für die Zeitschrift konkret. Diese sind gesammelt als “Der Bulldozer Gottes” erschienen. Weitere Bücher sind “Das ist die Liebe der Prälaten und “Die Filme”, aus welchem er vor dem Film für uns lesen wird.

Wir freuen darauf, ihn begrüßen zu dürfen und mit ihm in seine Welt zu reisen.

reise-ins-glueck-anzugDas Geo schrieb: “Wenn es so etwas gibt wie Recycling durch Fantasie, dann hat Wenzel Storch das Patent darauf. Er nimmt Sperrmüll und Schrott, kreuzt es mit anderem Strandgut des Alltags und erweckt es zu neuem Leben. Das ist Wenzel Storchs Kunst: Er macht aus Mangel Märchen. Das kostet Zeit. Davon hat er eine Menge. Geld hat er keines. So entstehen seine Meisterwerke.”

Und die epd film formuliert: „Wenzel Storchs dritter Film ist sein größter, sein bester und sein versiertester, genau das Meisterwerk, auf das wir so lange gewartet haben. Es gibt eine spezielle Poetik des Lichts in den Storch-Filmen, die die Objekte lebendig macht. Man achte auch bei Gelegenheit auf die Rhythmik der Montage, Helldunkel-Wechsel oder Bewegungslinien. Ganz zu schweigen von Farbkompositionen, Raum-Installationen und Choreographie.  Man könne sogar von der mythischen Tiefenstruktur der scheinbaren Nonsenserzählung reden, die sich Bildelemente und Sprachpartikel in einem dreisten Piratenakt aneigne. Daraus entstehe die unkorrupteste Film-Sprache, derzeit.“

Besucht ihn hier: www.wenzelstorch.de und am Donnerstag, den 24.April 2014, um 20:30 im City46, Bremen.

Filmforum Bremen unterwegs: Beim 4. Offiziellen Deliria-Italiano-Forentreffen in Magdeburg

Von , 25. Oktober 2013 20:27

Bild 034Das Internet ist schon ein merkwürdiger Ort. Hinter dem Schutz von mehr oder weniger originell gewählten Kampfnamen, sitzen irgendwelche Leute hinter ihren PCs und schießen ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Themen in die Welt. Manchmal fundiert, häufig jedoch gnadenlos zynisch, provozierend und auf Krawall gebürstet. Da wird im Schutze der Anonymität gleich unter die Gürtellinie gegangen, und überhaupt gibt es nur eine Meinung, die maßgeblich ist: Die Eigene. Die Anderen sind alles hirnlose Idioten und das sollen sie auch ruhig wissen. Wenn man mal ein Bild davon bekommen möchte, welche Auswüchse so etwas annehmen kann, muss man sich nur die Leserkommentare unter den „Spiegel Online“-Artikeln durchlesen. Danach droht man häufig den Glauben an die Menschheit zu verlieren. Aber muss das so sein? Nein, es gibt auch Oasen der Friedfertigkeit, wo das gemeinsame Interesse im Vordergrund steht, der Spaß und weniger das eigene Ego.

Eine dieser Oasen ist das Internet-Forum „Deliria-Italiano.de“. Warum gerade dieses solche eine Ausnahme bildet – wo es doch in thematischen verwandten Foren manchmal zugeht, wie in der Steinzeit -, darüber spekulieren die Mitglieder selber gerne und oft. Einerseits sind da natürlich die Administratoren und Moderatoren, die recht schnell durchgreifen, wenn jemand über die Stränge schlägt oder das Forum für seinen persönlichen Ego-Trip missbrauchen will. Andererseits ist da etwas, was – zumindest meines Wissens nach – recht einzigartig in der deutschen Internetszene ist.

Einmal im Jahr treffen sich die Forenmitglieder irgendwo in Deutschland, um gemeinsam Weiter lesen 'Filmforum Bremen unterwegs: Beim 4. Offiziellen Deliria-Italiano-Forentreffen in Magdeburg'»

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