Nachrichten getagged: Takeshi Kitano

Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2

Von , 27. Oktober 2017 06:41

Der zweite Tag auf dem 24. Internationalen Filmfest Oldenburg begann weitaus ruhiger als der chaotische Vortag. Diesmal war ich allein unterwegs, aber so früh in Bremen losgefahren, dass mich selbst die langwierige Parkplatzsuche nicht aus der Ruhe bringen konnte. Schnell wurden noch die letzten Tickets gekauft, dann glitt ich ganz entspannt in den Kinosessel des kleinen cineK Muvi, um mit einem amerikanischen Independent-Film in den Tag zu starten.

A VIOLENT MAN – „A Violent Man“ ein Film, der irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Ein kleiner B-Film, ein Neo-Noir, ein Film, der in den 40er Jahren wohl als Double-Feature gelaufen wäre. Regisseur Matthew Berkowitz nahm sich dann auch seinen Lieblings-Noir „Ein einsamer Ort“, ebenso wie Fitz Langs „Strasse der Versuchung“ (von dem im Film dezent ein Plakat platziert wurde) zum Vorbild, und lässt lange offen, ob nun sein beschädigter Held nun Opfer oder Täter ist. Angesiedelt hat er seinen Film ganz klassisch in der undurchsichtigen Welt des Boxsports, die upgedated als Mix Martial Arts (MMA). Ein MMA-Fighter wird in die schmutzige Welt hinter den Kulissen hineingezogen und in den Mord an einer Journalistin verwickelt, den er eventuell selber begangen hat oder auch nicht. Er kann sich nach einer Nacht voller Alkohol und Sex daran nicht recht erinnern.

Im Grunde ist „A Violent Man“ ist die prototypische Geschichte eines lächerlichen Mannes, der glaubt alles im Griff zu haben und sich doch sein Leben durch allzu selbstsicheres Verhalten und grenzenlose Naivität selber kaputt macht. Ein Coup ist Regisseur Berkowitz mit der Besetzung der Hauptrolle gelungen, MMA-Kämpfer Ty wird von Ex-Football-Star Thomas Q. Jones gespielt, der in dieser Rolle einerseits wie ein netter Teddybär wirkt, andererseits aber auch sehr dunkle Seiten durchscheinen lässt, die den Zuschauer immer wieder zwischen großer Sympathie für den netten Kerl und Abgestossenheit vor der muskelbepackten Kampfmaschine mit ihren plötzlichen Gewaltausbrüchen und ihrer seltsamen Unehrlichkeit schwanken lässt.

Jones gelingt es perfekt die Ambivalenz dieses typischen Noir-Charakters zu verkörpern. Jederzeit trauen wir ihm den Mord zu, fiebern aber trotzdem mit Weiter lesen 'Bericht vom 24. Internationalen Filmfest Oldenburg – Teil 2'»

19. Internationales Filmfest Oldenburg: Weitere Filme im Programm

Von , 14. August 2012 21:11

Auf der heutigen Pressekonferenz des Internationalen Filmfests Oldenburg wurde nicht nur der Trailer für das Filmfest 2012 vorgestellt, sondern auch noch weitere Filme angekündigt.

Meine Hoffnung, dass diese weniger US-zentriert sind, hat sich dabei leider nicht bestätigt. Schmerzhaft vermisse ich neben den US-Produktionen auch Filme aus Frankreich, Spanien, Skandinavien oder Osteuropa. Immerhin ist Asien mit einem Highlight vertreten: Das Filmfest wird den neuen Film von Takeshi Kitano zeigen: „Outrage Beyond„, die Fortsetzung seines Yakuza-Streifens „Outrage“. Darin geht es um einen Bandenkrieg innerhalb der Yakuza. Hierauf freue ich mich bisher am meisten, und noch sind ja nicht alle Filme im Programm verkündet.

Als „GoldenEye“ in die Kinos kam, war Famke Janssen für mich eine der schönsten Frauen der Welt. Auch in „Lord of Illusions“ und „City of Industry“ war ich von ihr hingerissen. Ebenso, wie ich es dann später (und heute noch) von Milla Jovovich im “5. Element” (und in der Resident-Evil-Reihe… aber bitte nicht weitersagen) war. „Bringing up Bobby“ ist nun das Regiedebüt von Famke Janssen und Milla Jovovich spielt die Hauptrolle. Trickbetrügerin Olive versucht in Oklahoma, ihrer kriminellen Vergangenheit zu entfliehen, um ihrem Sohn Bobby ein besseres Leben zu ermöglichen. Doch als diese sie einholt, steht sie vor einer Entscheidung, die ihr ganzes Leben verändern wird.

Ebenfalls interessant könnt der irische Film „Dollhouse“ von Kristen Sheridan sein. Darin bricht eine Gruppe von Jugendlichen aus der irischen Unterschicht in eine Upper-Class-Wohnung in einem noblen Vorort Dublins ein. Der Film wurde komplett mit Laiendarstellern besetzt.

Mit dem Filmfest-Maskottchen Seymour Cassel (der ja dieses Jahr den neuen, nach ihm benannten Schauspielerpreis überreichen wird) wird „Booster“ gezeigt. Der Film von Regisseur Matt Ruskin widmet sich den kriminellen Verstrickungen einer Bostoner Familie.

Weitere Filme: Die Dokumentation „Gazzara“, der in Taiwan spielende US-Film „The Taiwan Oyster“ und die deutsch/österreichische Kurzfilmanthologie „Zero Killed“ von Michal Kosakowski.

Eine thematische Sonderreihe ist in diesem Jahr Musikdokumentationen gewidmet. Unter anderen wird dort der Film „Butch Walker out of Focus“ zu sehen sein. Shane Valdés und Peter Harding nehmen den Zuschauer mit auf Tour und porträtieren einen Musiker, der vor allem als Songwriter für Popgrößen geglänzt hat. Walker wird nicht nur beim Festival zu Gast sein, sondern als besonderes Highlight ein Konzert in der JVA spielen.

Desweiteren: „Don’t stop Believin‘: Everyman’s Journey“ über Arnel Pineda auf seiner Reise von einer Internet-Bekanntheit zum angesagten Frontmann einer Rockband. Der Klassiker „Stony Island“ von 1978  in komplett digital überarbeiteter Fassung. „Lil‘ Buck“ über einen Teenager aus den Straßen Atlantas, dessen Tanzkunst ihn bis nach China führt. Und „The Punk Syndrome“ über die Tour der finnische Punkband „Pertti Kurikan Nimipäivät“, deren Bandmitglieder alle geistig behindert sind.

Panorama Theme by Themocracy