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Im Kino arbeiten – ein Traumjob?

Von , 18. Dezember 2009 15:36

Einmal an dem Ort zu arbeiten, wo man schon als Kind sich so gerne gewesen ist. Ein Job im Kino – das ist doch ein Traum, oder? Ich gebe zu, bei mir wäre es das. Allerdings kann sich der Traumjob wohl ziemlich schnell in einen Albtraumjob verwandeln, wenn man bei einer gewissen großen Multiplex-Ketten arbeitet. So zumindest kann man es in einem interessanten Artikel mit dem Titel “Mobbing beim Cinemaxx” nachlesen, der jüngst in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Dort tun sich Abgründe auf, welche unangenehme Erinnerungen an die negativen Schlagzeilen über Lidl und Schlecker hervorrufen, die im März letzten Jahres so hohe Wellen geschlagen haben.

Da der Bericht auch Bremen-Bezüge hat, stelle ich ihn hier einmal ausschnittsweise rein.

(…) Mitarbeiter und Betriebsräte in Hannover, Göttingen, Bremen und Hamburg berichten, dass Mitarbeiter bespitzelt, Kassierer illegal überwacht, Betriebsräte “massiv erpresst” würden. Es ist eine lange Reihe von Vorwürfen. Zugleich beklagt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, dass in zahlreichen Cinemaxx-Kinos Tarifverträge nicht eingehalten werden.

(…)

Beispielsweise in Bremen: In der Hansestadt sind laut dem Betriebsratsvorsitzenden Thomas Adick wegen der mangelhaften Informationspolitik momentan “diverse Gerichtsverfahren” gegen Cinemaxx anhängig. “Betriebsräte erhalten alle Informationen, die ihnen zustehen”, heißt es hingegen aus dem Unternehmen. Immerhin: Kurz nachdem Cinemaxx mit den Recherchen für diese Geschichte konfrontiert wurde, hat die Unternehmensleitung dem Gesamtbetriebsrat eine neue Vereinbarung zur Informationspolitik angeboten.

Quelle: sueddeutsche.de

Fairerweise muss man aber auch erwähnen, dass gerade das Cinemaxx Bremen sehr viel in Sachen Kundenbindung und Marketing auf die Beine stellt, was den Standort Bremen sicherlich zugute kommt. Wobei dies natürlich nicht als Entschuldigung für einen miserablen Umgang mit den Mitarbeitern gelten darf.

Den kompletten, höchst lesenswerten Artikel “Mobbing beim Cinemaxx” von M. Bognanni und J. Pennekamp, kann man auf der Homepage der Süddeutschen Zeitung lesen.

Hans-Christian Schmid über die Situation der Programmkinos

Von , 2. November 2009 16:39

Im Online Angebot der Süddeutschen Zeitung findet sich ein sehr schöner Artikel des Filmmachers Hans-Christian Schmid (“23“, “Lichter“, “Requiem“). Er berichtet darüber, wie er durch die Arthouse-Kinos der Republik tingelt, um seinen neuen Film “Sturm” vorzustellen. Das Essay ist eine schöne, aber auch beängstigende, Bestandsaufnahme, wie es um die kleinen Programmkinos und das anspruchsvolle Filmprogramm im Jahre 2009 steht.

(…) Ein klassischer Arthouse-Film findet in Deutschland heute kaum mehr als 80 000 Zuschauer. Das ist in etwa die Zielgruppe, die sich jeden neuen Film von Christian Petzold ansieht und sich darauf freut wie auf ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. “Alle Anderen” von Maren Ade zählt mit 180 000 Zuschauern schon als kleines Kinowunder, für Caroline Links “Im Winter ein Jahr” galten 220 000 Zuschauer als enttäuschend. Nur selten geht es darüber hinaus. Bei Andreas Dresen etwa, der es schafft, mit Augenzwinkern vom Ernst des Lebens zu erzählen. Oder bei Fatih Akin, der mit seiner ungestümen erzählerischen Kraft das Publikum umarmt.

Viele Berlinale- und Cannes-Gewinner, vorausgesetzt sie finden überhaupt einen Verleih, laufen in deutschen Kinos unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Filme wie “Red Road” von Andrea Arnold, “Grbavica” von Jasmila Zbanic, “Hunger” von Steve McQueen, “4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage” von Cristian Mungiu. Braucht überhaupt noch irgendjemand Arthouse-Kinos, in einer Zeit, in der Filme nicht mehr an Abspielstätten gebunden sind? In der sie zunehmend an jedem Ort und in jedem Format zur Verfügung stehen? (…)

Quelle: sueddeutsche.de

Der vollständige Artikel: Hier.

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