Am kommenden Montag, den 07. November, stellt die Regisseurin Karin Kaper um 18:30 Uhr ihren Dokumentarfilm “Aber das Leben geht weiter” im Cinema Ostertor vor.
Die Dokumentation über drei polnische und drei deutsche Frauen aus mehreren Generationen, deren Familiengeschichte sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf Art kreuzte, hat Karin Kapers zusammen mit Dirk Szuszies u.a. in Syke und Kirchweyhe gedreht.
Ein Film über Heimat, Krieg, über das Überleben in der Fremde, darüber wie die große Geschichte in das Dasein der Menschen hineinblitzt und die Lebensbahnen durcheinanderwirbelt.
Der Film erzählt sehr privat ein jahrzehntelanges besonderes Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen. Kommentarlos kommen die Frauen zu Wort und lassen den Betrachter Anteil nehmen an ihrer subjektiven Sicht der Ereignisse.
Der Film berücksichtigt nicht nur die erschütternden Vorkommnisse in den Kriegswirren bis zur endgültigen Vertreibung der deutschen Familie aus ihrem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946. Er wirft auch ein Licht auf die Entwicklungen der Nachkriegszeit sowie spätere Jahrzehnte bis heute.
Dem Schicksal der Deutschen wird das der polnischen Familie gegenübergestellt, die ihrerseits 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostgebieten Polens nach Sibirien verschleppt wurde. Nach einer unglaublichen sogar bis Kirgistan führenden Odyssee bekam sie schließlich im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugesprochen. Das ehemalige Niederlinde heißt heute Platerówka und liegt nur 25 km von Görlitz entfernt.
Ein Film, der auch für die Debatte über aktuelle Flüchtlingsströme und Migrationsbewegungen von großer Bedeutung ist! Ein Film, der rein aus dem Blick der betroffenen Frauen Machtmissbrauch und Verletzung elementarer Menschenrechte bewegend veranschaulicht.
Quelle: http://www.karinkaper.com/
Und weiter geht’s mit meinem kleinen Bericht über das 26. Internationale Filmfestival in Warschau.

"Kinoteka" im Kulturpalast am Abend
Mein fünfter Tag begann gleich am frühen Vormittag mit dem argentinischen Animationsfilm “Boogie, the Oily“, der auf einer in seiner Heimat sehr erfolgreichen Comicserie von Roberto Fontanarrosa beruht. Hierin geht es um den Auftragskiller Boogie, der den Zeiten nachtrauert, als er noch in echten Kriegen Menschen abschlachten durfte, der sich in seinem Träumen auch schon mal über grüne Wiesen tänzelnd sieht, mit MG im Anschlag und flüchtende Vietnamesen niedermähend. Boogie tötet alles, was ihm in die Quere kommt: Auch Omas und kleine Hunde. Eines Tages kommt ein neuer Killer in die Stadt und Boogie zeigt ihm erst einmal, wo die Panzerfaust hängt. Mehr Inhalt muss man eigentlich nicht wiedergeben, denn die ist nur Vorwand für eine unglaubliche Ansammlung von Brutalitäten, Menschenverachtung, Sexismus, Rassismus und eiskaltem Zynismus. Die Schraube hierbei so weit überdreht, dass der Film wirklich lustig ist. Zwar fällt es einem schwer sich irgendwie mit der Hauptperson, dem gefühllosen und egozentrischen Killer “Boogie”, zu identifizieren und bei den ersten Geschmacklosigkeiten bleibt einem noch das Lachen im Halse stecken, aber dann gewöhnt man sich sowohl an den bösen und politisch extrem unkorrekten Humor, wie auch an die leicht groteske Animation. Was man “Boogie” vorwerfen kann ist, dass er eigentlich nur ein großer, fieser Witz ist. Und diesen dann 90 Minuten dauern zu lassen, kann auch mal anstrengend werden und hier und da wiederholt sich vieles einfach nur. Andererseits zaubert der Film dann immer wieder einige Szenen aus dem Hut, die wirklich gelungen sind und einem mit staunendem Lachen zurücklassen. Das große, blutige Finale ist dann vielleicht etwas zu sehr over-the-top geraten, aber insgesamt weiß der Film absolut zu unterhalten.
Danach musste ich ein wenig zittern, um eine Karte für die folgende Vorstellung zu bekommen.
Weiter lesen 'Filmtagebuch: “Filmforum Bremen” unterwegs – Filmfestival Warschau Teil 2'»
Wie nun schon öfters erwähnt, war ich in der letzten Woche auf Tour im Ausland. Genauer gesagt in Warschau beim 26. Internationalen Filmfestival. Da der Grund meiner Reise nicht allein das Filmfest, sondern durchaus auch “privater” Natur war, wusste ich von Anfang an, dass ich diesmal nicht rund um die Uhr im Kino sitzen würde können. Mein Ziel war es daher in sieben Tagen auch mindestens sieben Filme zu sehen. Zehn wäre das Optimum gewesen, geschafft habe ich letztendlich neun. Was auch nicht so schlecht ist, wie ich finde.
Das 10-tägige Internationale Filmfest Warschau findet seit 1985 immer im Oktober statt. Es wurde damals als “Warschauer Filmwoche” von Studenten ins Leben gerufen, von 1990-1999 firmierte es unter dem Namen “Warsaw Film Festival” und seit 2000 heißt es nun endgültig “Warsaw International Filmfestival”. Fand das Festival bis vor Kurzem noch in verschiedenen, altehrwürdigen Kinos statt, so besaß es in diesem Jahr (das Kinosterben und der Multiplex-Wahn macht auch im Osten nicht halt) nur noch zwei Abspielstätten. Diese sind allerdings durchaus repräsentativ: Die “Kinoteka” im Warschauer Wahrzeichen, dem “Kulturpalast“, und dem brandneuen, Ende 2007 eröffneten, Multiplex-Kino “Multikino” im Einkaufszentrum Złote Tarasy (Goldene Terrassen).

Die "Kinoteka" im Kulturpalast

Das "Multikino" im Einkaufszentrum Złote Tarasy
“Mein” Warschauer Filmfest begann am Sonntag mit dem französischen Roadmovie “Robert Mitchum is dead“. Einem sehr durchschnittlichen Film, dessen Regie-Duo Olivier Babinet und Fred Kihn offensichtlich zu viele Jim-Jarmusch- und Aki-Kaurismäki-Filme gesehen haben. Denn an diese beiden Großen ihrer Zunft erinnert die Bildkomposition und die Atmosphäre des Filmes. Aus “Dead Man” hatte man sich z.B. die Figur des geheimnisvollen “Nobodys” entliehen, der hier ein Farbiger mit langen Fingernägeln ist, welcher ein merkwürdiges Moog-ähnliches Instrument spielt. Von Kaurismäki übernahm man die zeitlose Ausstattung und die sehnsuchtsvoll tönende Rockabilly-Musik. Aber irgendwie fügt sich das alles nicht zusammen, denn im Gegensatz zu den beiden Vorbildern sind die Figuren hier ständig am Quatschen und die angestrebte traumhafte Stimmung will sich nicht wirklich einstellen. Wobei der Film nicht gänzlich ohne seine Meriten ist.
Weiter lesen 'Filmtagebuch: “Filmforum Bremen” unterwegs – Filmfestival Warschau Teil 1'»
Endlich finde ich die Zeit mein Filmtagebuch weiterzuführen. Sozusagen passend als Wochenend-Lektüre. Da mir auch in den letzten 3 Wochen kein toll klingender Name für das Filmtagebuch eingefallen ist, nenne ich es jetzt: *tusch* “Das Filmtagebuch”. Bring es doch auf den Punkt, oder?
Wie schon erwähnt, gab es eine dreiwöchige Pause vom letzten Eintrag bis zu diesem hier. In der Zeit habe ich natürlich auch so manchen Film geschaut. Um den Eintrag hier aber nicht in eine allzu episch Länge zu ziehen, lass ich ein paar dieser Filme einfach mal weg. Vielleicht baue ich sie dann beim nächsten Mal ein. Mal guck’n.
Beginnen möchte ich meine filmische Reise durch die letzten drei Wochen in Łódź (deutsch ausgesprochen “Lodsch”, genau, da wo der Theo hinfahren soll). Und welcher Film eignet sich dort am Besten für einen Kinobesuch? Genau, der neue Film von Roman Polanski. Weiter lesen 'Das Filmtagebuch – Folge III'»