Nachrichten getagged: Lars von Trier

Mein noch unbetiteltes Filmtagebuch: Woche 11/2010

Von , 23. März 2010 16:59

Zur Zeit macht mir die Entwicklung dieses Blogs etwas Sorgen. Wenn ich auf die Zugriffsraten schaue, dann verzeichnet der Blog in letzter Zeit immer weniger Besucher. Das mag “saisonbedingt” sein, es kann an der Auswahl der Themen (die ja zum Teil sehr speziell sind) liegen, am neuen Design oder es ist am Ende purer Zufall.

Wie dem auch sei, es muss etwas passieren.

Darum habe ich mir überlegt, neben den üblichen, trockenen Veranstaltungshinweisen und Neuigkeiten aus dem filmrelevanten Bremer Tagesgeschehen, auch eine wöchentliche Kolumne zu schreiben. Da ich allerdings nicht unter einer exhibitionistischen Schreib -Diarrhöe leide, die mich zwingen könnte hier exzessiv jedes kleinste und intimste Detail meines Privatleben an die Öffentlichkeit zu zerren, wird sich diese Kolumne vor allem auf Erlebnisse bei Kinobesuchen, oder ähnlichen Veranstaltungen, und die Filme, die ich so im Laufe der Woche gesehen habe, beschränken. Also frisch ans Werk.

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Mehr zu Lars von Triers “Antichrist”

Von , 11. September 2009 15:26

Noch so etwas wie ein Nachtrag zu meinem Posting gestern. “Antichrist” wird ja zur Zeit in wirklich allen Medien auf das Ausführlichste rezensiert, interpretiert und diskutiert. Ich habe aus dem Wust an Material einmal zwei Interviews mit ihm herausgesucht, die ich sehr interessant finde.

Auf “Spiegel Online” ist ein längeres Interview zu finden, in dem sich Von Trier auf die ihm eigene Art als kranker Geist inszeniert und die Interviewer ein wenig provoziert. Ich glaube zwar, dass Von Trier wirklich an einer Depression leidet, aber auch, dass er gerne damit kokettiert, um ein Kunstfigur “Von Trier” zu kreieren. Auf diese Weise muss er von seinem wahren Selbst nicht zuviel preisgeben. Im Spiegel-Interview bezeichnet sich Von Trier als Controll-Freak – und ich glaube, er genießt die Kontrolle, die er so über das öffentliche Bild des Regisseurs Von Trier hat. Denn die Journalisten schnappen nur allzu gern nach den Brocken, die er ihnen hinwirft, da sie so wunderbar zum Image des “genialen Verrückten” passen. Hier ist er dem großen Alfred Hitchcock nicht unähnlich, der ja auch die Kunstfigur “Hitch” erschuf, welche in Interviews so wunderbar zu unterhalten verstand, aber ihm auch gleichzeitig einen Schutz bot, um nicht zu persönlich zu werden. Und noch eins ist beiden gemeinsam: Man hört ihnen verdammt gerne zu :)

Richtig zu hören gibt es Lars von Trier dann in einem 41 minütigen Audio-Interview, welches auf der Homepage der Zeitschrift “Cargo” zur Verfügung gestellt wird. Auch sehr empfehlenswert.

Ferner gibt es noch zwei Texte zum Film, in denen sich die literarischen Schwergewichte Daniel Kehlmann und Elfriede Jelinek mit dem Film “Antichrist” auseinander. Den Kehlmann Text kann man auf der Homepage der “Zeit” nachlesen, den von Jelinek gibt es bisher nur in der Printausgabe der Zeitschrift “Cargo” (also los zum Kiosk und kaufen, denn die Zeitschrift lohnt sich sowieso). Eine Zusammenfassung beider Texte ist in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht worden und auf Filmportal.de zu lesen.

Kritik zur “Antichrist”-Kritik im “Weser Kurier”

Von , 10. September 2009 16:29

Warum tue ich as nur immer wieder? So langsam müsste ich es doch gelernt haben! Lese nie die Kritiken im “Weser Kurier”, wenn Du den Film noch nicht gesehen hast!!! Aber heute morgen war ich noch etwas schläfrig und da arbeitet das Gehirn etwas langsam. Somit rutschte mein Blick unglücklicherweise auf die heutige “Antichrist“-Kritik von Rainer Mammen.

Ah, Lars von Trier – einer meiner absoluten Lieblingsregisseure. Da ist natürlich der Reflex schnell da, einen Text über Von Triers neusten, in den Medien heiß diskutierten (wobei, die herbei geschriebene “Kontroverse” gibt es eignetlich gar nicht, da der Film überall einstimmig als Meisterwerk hochgejubelt wird) Werk zu lesen. Oh, die Strafe folgte sogleich auf dem Fuße. Gut, einige Plot-Punkte sind bekannt und wurden bereits ad nauseam durch die Presse getrieben, aber zumindest das Ende wurde bisher durchaus diskret behandelt. Und womit beginnt Mammens Kritik? Genau. In bester “Weser Kurier”-Tradition mit einer genauen Beschreibung eben dieses. Das ist genauso, als hätte man damals kurz vor dem Deutschlandstart eine Kritik des Filmes “The Sixth Sense” mit den Worten begonnen: “Am Ende stellt sich also heraus, dass der Protagonist den ganzen Film über tot war” (wobei ich mich erinnere, dass die Kritik “Weser Kurier” damals genau dies tat, indem sie gleich am Anfang einen Plot-Twist versprach, der für Kenner des Filmes “Jacob’s Ladder” keine Überraschung sein dürfte. Aha? Danke!)

Was soll das? Die Kritik ist an sich gut und fundiert geschrieben und kommt vor allem auch ohne diesen heftigen Spoiler aus. Warum stellt man ihn also der Kritik ohne Vorwarnung vorweg? Macht es Herrn Mammen einfach nur diebisch Spaß? Man sollte es fast annehmen, da er am Ende des Textes einen Epilog erwähnt, nur um auch diesen en detail zu beschreiben. Okay, ich möchte Herrn Mammen mal folgendes Motiv unterstellen: Vielleicht wollte er den Zuschauern vorsätzlich vor vollende Tatsachen stellen, damit dieser sich nicht durch eine klassische “Suspensegeschichte” ablenken lässt, sondern seinen Blick voll und ganz auf das Wesentliche, nämlich das psychologische Spannungsfeld zwischen den beiden Protagonisten konzentriert. Aber irgendwie zweifle ich an solch edlen Beweggründen und tippe auf reine Boshaftigkeit.

Neue Kinowelt-DVDs im Februar, März und April 2009

Von , 22. Dezember 2008 14:30

Kinowelt bringt Anfang nächsten Jahres einige interessante DVDs heraus.

So wird Brian De Palmas neuster Film “Redacted” (für den er in Venedig den Silbernen Löwen als bester Regisseur erhielt und der auch für den Goldenen Löwen nominiert war) am 13. Februar als Kauf-DVD veröffentlicht. Der Film handelt am Beispiel einer Vergewaltigung eines irakischen Mädchens durch Angehörige der US-Truppen davon, wie die moderne Berichtserstattung von den Medien manipuliert wird.

Im März folgen dann “Love Happy“, der letzte Film der Marx Brothers (sollte eigentlich ein Solo-Werk von Harpo werden, der dann aber noch Chico mit an Bord holen konnte und Groucho zu einer kleinen Nebenrolle überredete). Ferner: Fellinis “Ginger und Fred” (war vor einiger Zeit schon bei CMS erschienen) und Bergmans “Szene einer Ehe” & die Fortsetzung, der TV-Film ”Sarabande“, als Arthaus Premium.

Im April kann man sich dann über die “Carl Theodor Dreyer”-Box freuen (wird vorrausichtlich nach die Filme “Vredens dag“, “Ordet“, “Du skal ære din hustru” und ”Gertrud” enthalten, siehe hier), sowie Bunuels “Die obskure Objekt der Begierde” als Arthaus Premium Premiere und die von alle Fans lange ersehnte “Mit Schirm, Charme und Melone“-Box. Letztere ist angekündigt als “Season 1″, was natürlich absoluter Quatsch ist, da die erste Staffel nicht mehr existiert. Wahrscheinlich startet man mit den Emma-Peel-Folgen, also der Season 4.  Wong Kar-Wai erhält eine “Arthaus Close-Up”-Box, wo wahrscheinlich wieder einmal (wie bei den anderen “Close Up”-Boxen) ältere Auflagen mit neuer Verpackung auf dem Markt geschmissen werden. Und Lars Von Triers göttlicher “Breaking the Waves” wird auch noch einmal jetzt als “Arthaus Premium”-Edition durch das Dorf getrieben.

11. Bremer Filmpreis geht an Nina Hoss

Von , 12. Dezember 2008 14:40

Wie heute der Weser Kurier verkündete, wird der Bremer Filmpreis 2009 an die Schauspielerin Nina Hoss verliehen. Über die Wahl kann man sicherlich geteilter Meinung sein, zumindest stehen die Chance aber gut, dass der Preisträger dieses Jahr den Preis auch persönlich abholen wird. Zur Erinnerung: Der Preisträger 2008, der großartige Lars Von Trier, hatte sein Kommen kurzfristig abgesagt. Mit Udo Kier war aber ein höchst unterhaltsamer und charmanter “Ersatz” gefunden worden, der den Preis in Vertretung für Herrn Von Trier annahm und einige kurzweilige Anekdoten zum Besten gab.

 

“Der 11. Bremer Filmpreis geht an die Schauspielerin Nina Hoss. Er wird von der Kunst- und Kulturstiftung der Sparkasse Bremen in Kooperation mit dem Kino 46 verliehen und ist mit 8000 Euro dotiert. Hoss gehört zu den Schauspielerinnen, die auf der Bühne wie auf der Leinwand gleichermaßen Erfolge feiern. Für ihre Yella in Christian Petzolds Drama wurde sie dieses Jahr mit dem Deutschen Filmpreis geehrt, 2007 mit dem Silbernen Bären. Zurzeit ist sie im Kino in “Anonyma – Eine Frau in Berlin” zu sehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung, Nina Hoss habe es in der kurzen Zeit von zwölf Jahren Leinwandpräsenz geschafft, das deutsche Kino durch ihre Präzision und Ernsthaftigkeit, aber auch durch ihre erstaunliche Breite an Ausdrucksformen zu bereichern. Die Preisverleihung findet am 15. Januar in der Oberen Rathaushalle statt, das “Internationale Symposium zum Film” vom 16. bis 18. Januar.”

Quelle: Weser Kurier

Und für das “International Symposium zum Film” sollte man jetzt auch schon einmal anfangen, den Zeitraum vom 16.-18. Januar 2009 in seinem Terminkalender freizuschaufeln ;)

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