In der “Kreiszeitung” findet sich heute ein interessanter Artikel über das Bremer Angebot an Filmen in der Originalfassung. Wobei sich der Artikel auf das Angebot im Cinemaxx konzentriert und der Schwerpunkt auf den türkischen Filmen liegt.
Hochinteressant ist dabei, dass auch einmal Zuschauerzahlen genannt werden. So scheinen die englischsprachigen Filme doch sehr erfolgreich zu sein, was – glaube ich – jeder, der einmal eine O-Ton-Vorstellung besucht hat, bestättigen kann. Jedes mal, wenn ich da war, ist der Kinosaal sehr gut gefüllt gewesen.
(…) „Wir versuchen, jede Woche mindestens einen Film in Originalversion im Programm zu haben,“ heißt es aus dem Cinemaxx, „das läuft.“ Gegenwärtig etwa „72 Stunden“, der Thriller, in dem eine Angestellte wie aus heiterem Himmel unter Mordverdacht gerät. Und kürzlich erst „Black Swan“, das Drama um die Primaballerina Nina. An die 300 Besucher pro Tag zählte dieser Film. Das internationale Publikum etwa an der Jacobs-Universität machte es möglich.(…)
Quelle: kreiszeitung.de
Ich denke auch, dass die Jacobs-Universität den Trend unterstützt. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, dass es neben den internationalen Studenten auch sehr viele Bremer und Bremerinnen gibt, die einen Film lieber im Original, statt in der deutschen Synchronisation sehen wollen. Aus der persönlichen Beobachtung heraus würde ich sogar sagen, dass der überwiegende Teil des Publikums bei den Originalfassungen in der Tat “Einheimische” sind.
Man darf auch nicht vergessen, dass die Sneak-Preview in der Schauburg (wo die Filme ja auch in der Originalfassung und nicht synchronisiert gezeigt werden) fast jedes mal ausverkauft ist. Und auch die französischsprachige Sneak-Preview im Atlantis läuft so gut, dass nun auch ein zweiter Termin in der “Gondel” etabliert wurde.
Gute Nachrichten aus dem Umland. In diesem Falle aus Wildeshausen. Dort stand das einzige Kino, die Lindenhof-Lichtspiele, nach der Insolvenz des vorherigen Besitzer Heinz Rigbers vor dem Aus. Jetzt ist das Kino gerettet und die Arbeitsplätze der ehemaligen Mitarbeiter gesichert. Das Kino wird in Zukunft von Thomas Ahrens geführt, der seit einem halben Jahr Herrn Rigbers zunächst als unabhängiger Unternehmensberater zur Seite stand und ab Januar auch die Geschäfte in den Lindenhof-Lichtspielen führte.
Der neue Besitzer hat auch schon viele Pläne, wie er die Lindenhof-Lichtspiele in Zukunft noch attraktiver gestalten möchte und sprüht zumindest in den Artikeln, die im Weser Kurier und in der Kreiszeitung erschienen sind, vor Elan und Tatenkraft.
So will er nicht nur die Zusammenarbeit mit den Schulen intensiveren und ab Herbst am Wochenende ein “Frühstückskino” für die ganze Familie anbieten. Vor allem plant er, in digitale Projektoren zu investieren, damit in Zukunft auch in Wildeshausen 3D-Vorführungen stattfnden können.
Ich drücke Herrn Ahrens und all seinen Mitarbeitern kräftig die Daumen, dass die “neuen” Lindenhof-Lichtspiele ein voller Erfolg werden.
Leider hat sich für das “City-Filmtheater” in Bremen, welches ebenfalls Heinz Rigbers gehörte, scheinbar noch immer keine Lösung gefunden. Ich hoffe sehr, dass die geschichte hier ein ähnliches Happy-End nehmen könnte, wie in Wildeshausen. Vor allem für die ehemaligen Mitarbeiter. Noch ein weiteren Rossmann oder Penny in einem ehemaligen Kino braucht schließlich kein Mensch.
Hier noch die Links zu den Artikel im Weser Kurier und der Kreiszeitung. Dort findet man noch mehr und ausführlichere Informationen.
Gestern stand in der Online-Ausgabe der Kreiszeitung unter der Überschrift “Die Berlinale auf Platt und in 3D” ein interessanter und gut geschriebener Artikel von Wilfried Hippen, über die jährlichen Werbe Infoveranstaltungen der Nordmedia auf der Berlinale.
Ganz wunderbar fand ich dabei folgende, sehr treffende, Bemerkung von Herrn Hippen:
So mancher unabhängige (will sagen, extrem von Fördergeldern abhängige) Filmemacher aus dem Norden wird wieder mit gemischten Gefühlen an das gute Büffet gegangen sein und sich dabei ausgerechnet haben, wie viele der abgelehnten kleinen Filmprojekte mit dem dafür ausgegebenen Geld hätten gefördert werden können.
Ferner wird über einige Filme aus Niedersachsen/Bremen berichtet, die von der Nordmedia gefördert wurden und bei den Infoveranstaltungen vorgestellt wurden. Wie die Arbeiten einer 3D-Produktionsfirma aus Hannover, die bei “Avatar” mitgearbeitet hat und nun den deutschen 3D-Animationsfilm “Die Konferenz der Tiere” produziert hat.
Auf der Berlinale lief in der Reihe “Perspektive Deutsches Kino” der Film “Bedways“, der in Oldenburg produziert (und laut IMDb in Berlin gedreht?) wurde.
Auf dem “European Film Market” wurde der Kurzfilm „It‘s up 2 U“ der Bremer Filmemacherin Ulrike Westermann gezeigt, der eigentlich als langer Dokumentationsfilm über die hochindustrielle Nahrungsherstellung und deren Alternativen geplant war, aber dann mangels ausreichender Finanzierungsunterstützung zu einem 14-minütigen Kurzfilm runter geschnitten wurde. Hier wurde von der Nordmedia eine plattdeutsche (!!!) Version gefördert, die ihren ganz “eigenen Charme” haben soll.
Wer sich mehr für das Thema interessiert, dem empfehle ich, den kompletten Artikel zu lesen.