Nachrichten getagged: Ishirô Honda

Blu-ray-Rezension: „Das Grauen schleicht durch Tokio“

Von , 16. April 2017 12:45

Während eines heftigen Regenfalls gerät der Drogenschmuggler Misaki in Panik und schießt wild um sich, dann wird er von einem Taxi erfasst – und verschwindet. Nur seine Kleidung bleibt von ihm übrig. Die Polizei unter der Führung des Inspektors Tominaga (Akihiko Hirata) steht vor einem Rätsel. Tominaga vermutet, dass Misaki einem Bandenkrieg zum Opfer fiel und konzentriert seine Ermittlungen auf die Freundin Misakis, die Nachtclubsängerin Chikako Arai (Yumi Shirakawa). Diese wird auch von der Tokioter Unterwelt bedrängt, die ebenfalls auf der Suche nach Misaki ist. Bald schon verschwinden immer mehr Personen. Da schaltet sich der junge Wissenschaftler Dr. Masada (Kenji Sahara) ein, der glaubt, die seltsamen Vorgänge hingen mit einer hohen Strahlungsdosis zusammen. Doch die Polizei glaubt ihm nicht. Erst als die Polizisten selber einer grünen, schleimartigen Masse gegenüberstehen, schenken sie Masada Gehör…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Für viele ist der Name Ishirō Honda lediglich mit seiner bekanntesten Kreatur „Godzilla“ verknüpft, die er 1954 auf die Leinwand hievte und damit einen Film schuf, der es ins kollektive Pop-Bewusstsein der Menschheit geschafft hat. Auch durch die mittlerweile insgesamt 28 Nachfolgefilme, einer Zeichentrickserie, Gastauftritt in TV-Serien, zwei US-Remakes (okay, wenn man streng ist, dann nur einem), Comics, Werbespots und, und, und. Dabei war Honda zwar an vielen, aber längst nicht allen Godzilla-Filmen beteiligt. Schon bei der Fortsetzung „Godzilla kehrt zurück“ übernahm Motoyoshi Oda den Regiestuhl. Danach gab es erst einmal eine lange Pause und Honda hatte erst 1962 bei „Die Rückkehr des King Kong“ wieder mit dem großen Grünen zu tun. Zwischenzeitlich erschuf er auch andere, legendäre Monsterfilme, deren Hauptfiguren wie Mothra oder Rodan sich später auch in der Godzilla-Serie wiederfinden sollten. Und er inszenierte einige SF-Horrorfilme, von denen „Das Grauen schleicht durch Tokio“ einer der Bekanntesten ist.

Im Grunde gehört „Das Grauen schleicht durch Tokio“ zu dem kleinen, aber feinen Subgenre des Body-Melt-Films, der seine Anfänge u.a. in dem britischen Hammer-Film „Schock“ hatte und dann in den 80ern mit Werken „Street Trash“ oder „Body Melt“ einen drastischen Höhepunkt feierte. Und natürlich spielt „Das Grauen schleicht durch Tokio“ auch auf den großen amerikanischen Kassenerfolg „Der Blob“ an. Er verbindet damit Elemente von „Der Blob“ mit „Schock“ und vermischt dies mit einer großen Prise Yakuza-Film. Tatsächlich drängt sich der Yakuza-Anteil gerade in der ersten Hälfte so stark in den Vordergrund, dass man die „Flüssigen Menschen“ (der Originaltitel des Filmes lautet recht treffend „Die Schönheit und der flüssige Mann“) fast schon vergisst. Zumal sie zunächst auch nicht direkt gezeigt werden. Panische Gesichter, Schüsse und dann zurückgelassene Kleidung ohne menschlichen Inhalt – das ist alles, was man zu sehen bekommt. Die Polizei mag keine andere Möglichkeit als einen Gangsterkrieg in Betracht ziehen, so dass die Staatsmacht lange im Dunkeln tappt, während der Zuschauer schon lange weiß, wer hier durch Tokio schleicht. Oder auch nicht. Denn die Geschichte um die schleimig-grüne Flüssigkeit ist trotz ewig langer Erklärungen des erst spät in die Handlung eingreifenden jungen Helden Masada etwas konfus. Was ist diese grün-schleimige Flüssigkeit? Ein Wesen, welches fremde Leben assimiliert? Die kollektive Existenz der Opfer? Oder verwandelt es jedes einzelne Opfer in einen Geist? Letztere tauchen ja dann auch öfter mal auf. Und warum scheint „das Grauen“ einen Rachefeldzug für das erste Opfer, den Drogenschmuggler Misaki, zu führen?

Obwohl der Film alle Möglichkeiten für ein großes Spektakel mitbringt, kehrt Honda mit schöner Regelmäßigkeit zu unzähligen Dialogszenen zurück. Ständig sitzt das Polizei-Team zusammen, verhört jemanden oder stellt Theorien auf, von denen man weiß, dass sie nicht stimmen. Diese Tendenz zur Geschwätzigkeit bremst den Film immer wieder aus. Dabei versteht sich Honda ja eigentlich auf finstere, ebenso wie auf bunte Bilder. Eine nächtliche Attacke auf die Nachtclub-Sängerin Chikako oder die Seeleute auf dem Geisterschiff sind entsprechend düster oder im letzteren Falle auch tatsächlich unheimlich inszeniert. Die Musikszenen im Nachtclub stören überraschenderweise nicht, sondern sind bunte Farbtupfer in einer eigentlich recht grimmigen Geschichte. Auch davon hätte man gerne etwas mehr gesehen, stattdessen darf man sich dann wieder minutenlang pseudo-wissenschaftliche Vorträge anhören. Wenn „das Grauen“ dann aber zuschlägt, wird man für das lange Warten entschädigt. Zwar klafft die Qualität der Spezialeffekte weit auseinander – von peinlich-lieblos bis beeindruckend-explizit – doch Honda beweist ein gutes Händchen für die, zugegeben rar gesäten, Höhepunkte seines Films. Und bei den eher absurden Momenten (wenn beispielsweise ein Polizist eine Fensterscheibe zerschlägt, obwohl das Fenster direkt neben ihm offen steht und generell alle minutenlang und natürlich ziemlich erfolglos auf die Flüssigkeit schießen) bin ich mir sicher, dass sie von Honda mit einem Augenzwinkern absichtlich so eingebaut wurden.

Auch wenn das große Finale nicht nur etwas enttäuschend, sondern vor allem arg auch unübersichtlich ausfällt, und wenn weitaus mehr geredet als gehandelt wird, kann man „Das Grauen schleicht durch Tokio“ durchaus mögen. In einem der ersten Cinemascope Farbfilme der Toho merkt man noch die Freude, mit der Honda die neuen Möglichkeiten zumindest visuell ausprobiert. Sehr schön auch die hübschen Modelle des Tokioter Hafens, die am – dem Publikum der internationalen Fassung vorenthaltenen – Ende ein Raub der Flammen werden. Diese internationale Fassung ist gut sieben Minuten kürzer als die japanische Fassung. Es fehlen hier vor allem Dialogszenen, die entweder gänzlich getilgt oder stark gekürzt wurden. Was dem Film durchaus gut tut, auch wenn dadurch viele Bezüge zu den Atombombenversuchen der Supermächte verloren gehen. Stark gestrafft wurden auch die Tanz- und Gesangszenen im Nachtclub, sowie das Schicksal einer Tänzerin, die dem grünen Killerschleim zum Opfer fällt. Die Anolis-Scheibe bietet beide Fassungen an. Welche man bevorzugt, dürfte Geschmackssache sein. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Auch wenn „Das Grauen schleicht durch Tokio“ unter allzu vielen Dialogszenen leidet und das Drehbuch nicht wirklich glänzt, ist der Film doch für Freunde der japanischen Produktionsgesellschaft Toho und ihres bekanntesten Regisseurs Ishirō Honda essenziell. Aber auch alle anderen können mal einen Blick riskieren, selbst wenn die wirklich gelungen Szenen gegenüber den geschwätzigen klar in der Unterzahl sind.

Der neueste Eintrag in „Die Rache der Galerie des Grauens“ reiht sich in die wundervollen Präsentationen dieser Reihe ein. Von der Bildqualität her gibt es bei diesem 60 Jahre alten Film nichts zu kritisieren. Insbesondere in der Blu-ray-Version sind die Farben kräftig und das Bild sehr klar – ohne dabei etwas von seinem „Film-Look“ einzubüßen. Wie bereits oben geschrieben, liegt der Film sowohl in der langen Japanfassung, als auch in der gestrafften Internationalen Fassung (auf der die deutsche Kinofassung beruht) vor. Die Unterschiede werden hier eingehend beschrieben. Aber Vorsicht, Spoiler-Gefahr. Neben der deutschen, japanischen (nur bei der Japanfassung) und englischen (nur bei der Internationalen Fassung) Tonspur, kann man auch wieder zwischen zwei Audiokommentaren wählen. Dr. Rolf Giesen und Jörg M. Jedner konzentrieren sich vor allem auf die Auswertungsgeschichte japanischer Filme in Deutschland, während das bewährte Trio Jörg Buttgereit, Bodo Traber und Alexander Iffländer sich auf ähnlich gelagerte Produktionen der Toho und ihre Bedeutung konzentrieren. Der deutsche Trailer, eine Bildergalerie, Werbematerial und das gut geschriebene, 16-seitiges Booklet von Jörg M. Jedner und Jo Steinbeck runden diese schöne Veröffentlichung ab.

DVD-Rezension: “Die Brut des Teufels“

Von , 22. Februar 2017 06:34

In „King Kong gegen Godzilla“ wurde der Riesenroboter MechaGodzilla vom Original zerstört und seine Einzelteile im Meer verstreut. In „Die Brut des Teufels“ macht sich zunächst ein japanisches U-Boot auf, diese Teile zu bergen. Doch die Mission endet jäh, als das U-Boot von einem geheimnisvollen Monster zerstört wird. Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) und Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) hegen den Verdacht, dass hinter dem Unglück der Titanosaurus stecken könnte. Ein Fabelwesen, welches einst von Wissenschaftler Mafune (Akihiko Hirata) entdeckt wurde. Was keiner weiß: Da ihm damals niemand glauben wollte, macht Mafune nun gemeinsame Sache mit den Außerirdischen, deren Invasionsversuch im vorherigen Film von Godzilla vereitelt wurde. Nun steht ihnen aber außer einem neuen MechaGodzilla auch noch der Titanosaurus für ihre finsteren Pläne zur Verfügung. Dieser wird von Mafunes Tochter Katsura (Tomoko Ai) gesteuert wird. Kann Godzilla wieder einmal die Erde Erde retten?

Eine gewisse Melancholie erfasst einen, wenn man „Die Brut des Teufels“ anschaut. Was natürlich nicht vom Film induziert wird. Der ist wie fast immer ein Garant für gute Unterhaltung. Doch es ist das Ende eine Ära. Auch wenn dies zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch niemand ahnen konnte. Nach dem durchaus erfolgreichen „King Kong gegen Godzilla“ kehrte der große Ishirō Honda auf den Regiestuhl zurück. Honda hatte 1954 den ersten „Godzilla“-Film inszeniert und blieb der Serie nicht nur bis Ende der 60er treu, sondern bracht noch zahlreiche andere Kaijū-Klassiker wie „ Die fliegenden Monster von Osaka“ (mit dem Flugsaurier Rodan), „Mothra bedroht die Welt“ (mit der gleichnamigen Riesen-Motte) oder „ Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ auf den Weg. 1970 hatten Honda mit „Monster des Grauens greifen“ an seinen bis dahin letzten Spielfilm gedreht. Für „Die Brut des Schreckens“ wurde er fünf Jahre später noch einmal zurückgeholt. Es sollte sein letzter eigenständiger Spielfilm bleiben. In den 80er und 90er Jahre arbeitete er ausschließlich als enger Mitarbeiter seines guten Freundes und Kollegen Akira Kurosawa.

Als eigentlich recht geschickten Schachzug brachten die Produzenten gleich noch MechaGodzilla wieder zurück. Jenes Monster, dass beim letzten Film so gut eingeschlagen hatte. Alle Zeichen standen also auf Erfolg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die große Zeit der Kaijū war vorbei. Daran konnten auch Godzilla, sein Schöpfer Ishirō Honda und der MechaGodzilla nichts ändern. Der Sinn der Leute stand nach härterem Stoff und nicht den kindlichen Freuden endloser Prügeleien zwischen Männern in Monsterkostümen. Selbst der Gag, das Drehbuch des Filmes mittels eines landesweiten Wettbewerb zu finden, wodurch die Gewinnerin Yukiko Takayama die einzige weibliche Godzillla-Autorin wurde, half. Der Film sank an der Kinokasse wie ein Stein. Gerade mal 980.000 Besucher wollten den neuen Godzilla-Film sehen. Das war ein neuer Minus-Rekord. Toho stellte daraufhin die Produktion von Monsterfilmen ein. Erst zu seinem 30jährigen Jubiläum sollte Godzilla in „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ wieder aus der Versenkung auftauchen. Doch da waren dann schon neue Zeiten angebrochen.

„Die Brut des Teufels“ schließt direkt an „King Kong gegen Godzilla“ an. Zwar muss zwischen beiden Filmen einige Zeit vergangen sein – wie anders hätten die Außerirdischen ihren MechaGodzilla wieder zusammensetzen und von Dr. Shinji Mafune eine neue Steuerung einbauen lassen können? – doch die Handlung nimmt tatsächlich, wenn auch oberflächlich – Bezug auf den Vorgänger. Was gut und schlecht ist. Positiv wirkt sich die Rückkehr von MechaGodzilla aus und es ist schön, einmal eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe zu sehen. Andererseits ist „Die Brut des Teufels“ quasi ein Remake des vorangegangenen Films, der sich ja auch schon kräftig in der Geschichte der Reihe bediente. So ist es wieder eine Invasion von Außerirdischen, die die Erde bedroht. Wieder bemächtigen sie sich eigentlich harmloser Monster und verwandeln sie in Berserker. Wieder werden Wissenschaftler entführt. Wieder taucht Godzilla aus dem Nichts auf, um den Tag zu retten. Alles wie gehabt und schon etwas zu oft gesehen. Kein Wunder, dass sich beim Publikum gewisse Ermüdungserscheinungen einstellten.

Dabei gibt sich Honda alle Mühe, die Reihe wieder auf einen neuen, alten Kurs zu bringen. Das quietschbunte der Jun-Fukada-Filme ist passé. Zwar versprüht MechaGodzilla noch immer vielfarbige Feuerstrahlen, aber der Look des Filmes ist eher sachlich trist. Gedeckte, blasse Farben herrschen vor und passen gut zu dem ernsthaften Ton, den Honda anschlägt. Wobei „ernsthaft“ selbstverständlich relativ gesehen werden muss. Die Geschichte ist noch immer hanebüchen und beste Sonntagnachmittag-Kater-Unterhaltung. Aber auf einen kindlichen Helden oder Slapstickeinlagen wurde erfreulicherweise verzichtet. Dafür gibt es einige Szenen, die man so zuvor noch in keinem Godzilla-Film gesehen hat. Sei es, dass jemand von blutigen Einschüssen förmlich durchsiebt wird oder – ein absolutes Novum! – kurz nackte Brüste zu sehen sind. Diese sind zwar offensichtlich aus Plastik, aber immerhin.

Für dies Konzentration auf eine erwachsenere Science-Fiction-Thriller-Handlung zahlt der Zuschauer dann aber auch einen Preis. Lange muss er warten, bis die Monster endlich ihre großen Auftritte haben. Das neue Ungetüm, Titanosaurus darf zwar schon zu Anfang sein hübsch-hässliches Seepferdchen-Haupt erheben, der Hauptdarsteller Godzilla (abgesehen von einem rasanten Zusammenschnitt des finales Kampfes aus „King Kong gegen Godzilla“, welcher die Brücke zwischen beiden Filmen schlägt) schaut allerdings erst vorbei, als der Film schon die Hälfte seiner Spielzeit hinter sich hat. Dann steht der große Grüne plötzlich mitten auf dem Kampffeld und gibt den beiden fremdgesteuerten Bösewichten saures. Dieses ausufernde Gekloppe geht dann auch bis zum Ende des Filmes, immer wieder unterbrochen und aufgelockert durch die Aktionen der menschlichen Darsteller, die versuchen, die außerirdische Invasion mit konventionellen Mitteln wie aus dem Agentenfilm zurückzuschlagen. Da kommt dann keine Langeweile auf und der Film steuert flott seinem Ende – und damit dem Ende der ersten Staffel zu. Und wenn am Ende Godzilla einsam in den Sonnenuntergang schwimmt, hat der Fanboy eine kleine Träne im Augenwinkel. Das Ende einer Ära.

Mit „Die Brut des Teufels“ endet die sogenannte Showa-Staffel mit den klassischen Godzilla-Filmen. Zudem ist es der letzte Spielfilm des Godzilla-Schöpfers und legendären Kaiju-Regisseurs Ishirō Honda. Dieser lenkt die Reihe wieder in ernsthaftere Bahnen, was die Reihe aber nicht vor dem Absturz an der Kinokasse und dem vorläufigen Exitus bewahren konnte. Schade, denn der gerade in der zweiten Hälfte sehr temporeiche Film liefert wieder gute Monsterunterhaltung und entfernt sich deutlich von der zuvor Einzug gehaltenen Infantilisierung.

Wie schon in den vorherigen Veröffentlichungen ist die neue Ausgabe der Kaiju-Klassiker von Anolis vorbildlich und ein großer Quell der Freude für den Fan japanischer Monsterfilme. Wie gehabt liegen auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Die Bildqualität ist gut und übertrifft die vorheriger Veröffentlichungen bei weitem. Der Ton liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras gibt es diesmal „nur“ zwei statt drei Audiokommentare. Den einen bestreiten Florian Bahr und Label-Chef Ivo Scheloske. Beim zweiten Audiokommentar haben Jörg Buttgereit und Alex Iffländer hörbar viel Spaß und pfeffern sich Anekdoten rund um Godzilla, Kaiju-Filme und ihre eigenen Erlebnisse mit eben jenen um die Ohren. Weitere Extras sind die alte Super-8-Fassung des Filmes (schön, dass das wieder mit an Bord ist), der deutsche und der japanische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Auch sehr schön ist wieder das informative 20-seitge Booklet von Ingo Strecker geworden, welches auch den zweiten Teil des Interviews von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

DVD-Rezension: “Frankenstein – Zweikampf der Giganten”

Von , 3. Dezember 2013 21:28

frankenstein zweikampf dvd3In einer stürmischen Nacht wird ein Fischerboot von einem gigantischen Krake angegriffen. Plötzlich taucht ein affenähnliches, riesiges Monster auf, tötet den Kraken und macht sich über die flüchtenden Fischer her. Nur einer von ihnen überlebt und kann die Geschichte weitererzählen. Das Militär glaubt, dass das friedliche, braunhaarige Monster Frankenstein hinter diesem Zwischenfall steckt. Dieses hatte sich vor Jahren in die Berge zurückgezogen. Doch der Wissenschaftler Dr. Stewart (in der deutschen Fassung Dr. Kitei, gespielt von Russ Tamblyn), der Frankenstein einst aufzog, findet heraus, dass durch Zellteilung ein zweites, grünes Monster entstanden. Als das Militär den „Grünen“ angreift, wird dieser vom „Braunen“ gerettet. Doch bald muss der „Braune“ feststellen, dass der „Grüne“ ein bösartiges Wesen hat, und der Zweikampf der Giganten beginnt.

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Nach dem erfolgreichen „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ kehrte Kaiju-Kult-Regisseur Ishirō Honda bereits ein Jahr später wieder zu dem braunen Affenmonster zurück und inszenierte 1966 „Frankenstein – Zweikampf der Giganten„. Leider kenne ich den ersten Teil der Monster-Sause, der übrigens auch die erste der bislang neun vorbildlichen Kaiju-Veröffentlichungen von Anolis war, noch nicht. Somit kann ich auch nichts dazu sagen, in wie weit die Fortsetzung auf dem ersten Teil aufbaut. Wie man aber allen Orten liest, so gut wie gar nicht. „Der Schrecken mit dem Affengesicht“ ist hier ein netter Typ und in einer Rückblende sogar als süßer Monchichi zu sehen. Klar, dass sich Kumi Mizuno, in der Rolle der Assistentin von Dr. Stewart, sicher ist, dass ihr Liebling nichts mit dem menschenfressenden Monster zu tun hat, welches Japans Küste unsicher macht. Eingeführt wird der böse „Grüne“ mit einer der stimmungsvollsten Szenen, die mir bisher in einem Kaiju über den Weg untergekommen ist. In einer sturmumtosten Nacht, wird ein Schiff von einem riesigen Kraken angegriffen. Langsam schlängeln sich die Tentakeln auf die Brücke des Schiffs und attackieren den Steuermann. Natürlich sieht der Krake nicht besonders realistisch aus, aber mit den schleimigen Tentakeln hat man sich große Mühe gegeben und der Krake wird auch so gefilmt, dass man ihn zunächst nur teilweise sieht. Dann taucht plötzlich der „Grüne“ auf und kämpft im Unwetter und unter zuckenden Blitzen mit dem riesigen Meeresungetier.

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Gerade das Make-Up des Monsters ist recht gelungen. Zwar glaubt man zu keiner Sekunde, der „Grüne“ könnte „echt“ sein, aber irgendwie haben die Künstler bei Toho es geschafft, das Gesicht des Monsters so zu gestalten, dass es auf den Zuschauer interessant wirkt. Dass der „Grüne“ ein affen-/menschenähnliches Wesen ist und keine Echse/Schildkröte/Motte, gibt den Stuntleuten mehr Freiheit und so staksen die beiden Monster in „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ nicht steif durch die Gegend, sondern können sich in den Kämpfen ordentlich austoben. Auch das gute Gegenstück zum menschenfressenden „Grünen“ (wie er seine Opfer aus der Kleidung lutscht und diese dann ausspuckt ist ein wahres Highlight), der „Braune“, ist schön gestaltet und erinnert entfernt an Dr. Zaius aus „Planet der Affen“, der allerdings zwei Jahre später entstand. Ansonsten bewegt sich die Tricktechnik auf bekannt charmant-naiven Niveau. Es werden keine großen Anstrengungen unternommen, um Spielzeug-Panzer und Puppen-Soldaten oder die Modelbaukulisse der Städte irgendwie zu kaschieren. Im Gegenteil, die Kamera hält voll drauf und zeigt alles in langen Einstellungen, so dass kein Zweifel dran bestehen kann, dass hier in der Spielzeugkiste gewühlt wurde. Aber das gehört bei einem echten Kaiju einfach auch mit dazu.

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Überraschend ist, wie brutal „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ stellenweise ist. Von der oben bereits beschrieben Szene, in der der „Grüne“ Menschen wie kleine Snacks einwirft, abgesehen, sind auch die Szenen, in denen er vom Militär attackiert, wird nicht ohne. Die Geschosse reißen große Wunden in seinen Körper, stellenweise beginnt er zu brennen. Natürlich ist das alles kein Splatter-Niveau und die großen Wunden sind nur rote Flicken auf dem Affenkostüm, aber ich kann mich nicht erinnern, in einem Kaiju das Monster jemals so leiden gesehen zu haben. Da passt dann auch die schöne, sentimentale Szene, in der der gute „Braune“ seinem verletzten Bruder/Sohn/Ableger aufhilft, als dieser schwer verwundet am Boden liegt. Auch wenn die Beiden sich zunächst gut verstehen, bleibt es nicht bei dieser Eintracht. Etwas zu abrupt erkennt der „Braune“ offenbar, was für ein Kuckucksei er sich hier eingefangen hat und beginnt den „Grünen“ mit einem Baum zu verprügeln. Das ist zwar vom Drehbuch etwas holprig gelöst, bereitet aber das große Showdown vor, in dem sich die beiden wie Wrestler durch die Gegend werfen. Ebenfalls merkwürdig mutet das kuriose Finale an, in dem ein plötzlich und scheinbar grundlos auftauchender Unterwasser-Vulkan eine wichtige Rolle spielt. Auch eine viel zu lange Szene, in der eine Nachtklub-Sängerin ein Lied zum Besten geben darf, wirkt etwas gezwungen und bringt den Film unnötigerweise zum Stillstand.

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Um den Film in Amerika besser vermarkten zu können, wurde wieder ein us-amerikanischer Schauspieler verpflichtet, was ja seit dem ersten „Godzilla“ (wo Raymond Burr in die US-Fassung rein geschnitten wurde) fast schon Tradition hat. Stand beim ersten Teil Nick Adams zu Verfügung (der auch in „Befehl aus dem Dunkeln“ – meine Review hier – mitmachte), so ist es hier Russ Tamblyn, der gerade mit „West Side Story“ und „Bis das Blut gefriert“ international sehr erfolgreich war. Laut Booklet soll er sich bei den Dreharbeiten auch wie ein großer Star gefühlt und vor allem aufgeführt haben. Seine Arroganz hatte aber auch ein Preis. Als er in die USA zurückkehrte, fand er sich auf einmal in der berüchtigten Trash-Schmiede von Al Adamson wieder, für die er in zahlreichen Exploitation-Filmen mitwirkte. Nachdem er bis in die 80er Jahre im B-Film und TV-Sumpf stecken geblieben war, feierte er 1990 in der Kult-Serie „Twin Peaks“ ein kleines Comeback und war kürzlich auch in kleinen Rollen in „Drive“ und „Django Unchained“ zu sehen. In „Frankenstein – Zweikampf der Monster“ merkt man Russ Tamblyn, in der Rolle des Dr. Stewart, an, dass er nicht sonderlich viel Interesse für den Film aufbringt, aber Profi genug ist, seine Rolle – die eigentlich nur Sichwortgeber ist, um die Handlung voranzutreiben – souverän runter zu spielen. Die restlichen Darsteller sind zu Statistenrollen verdammt, bis auf Kumi Mizuno als Akemi, Dr. Stewarts Assistentin, die aber zum größten Teil auch nur in der Gegend herumsteht oder gerettet werden muss. Die Stars des Filmes sind eindeutig der „Braune“ und der „Grüne“.

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Woher der Name „Frankenstein“ hier kommt, bleibt unklar. Wie zu lesen ist, spielte das klassische Monster im ersten Teil tatsächlich eine Rolle, da sein Herz in den „Braunen“ verpflanzt wurde – der dort noch einen gänzlich anderen Charakter hatte. In „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ wird diese Vorgeschichte allerdings mit keinem Wort erwähnt, wie es überhaupt so gut wie keine Anknüpfpunkte an „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ gibt. Viel mehr fühlt man sich – auch durch das äffische Aussehen der beiden Monster – eher an „King Kong“ erinnert, der dann auch gleich zweimal direkt zitiert wird. Einmal, wenn der „Grüne“ sich die oben erwähnte Sängerin schnappt und diese auf seiner Handfläche hochhebt, und dann, wenn der „Braune“ Akemi rettet und auf einem Felsenplateau absetzt. Sollte man glauben, dass der Name „Frankenstein“ nur ein Marketing-Gag des deutschen Verleihs ist, dann wird man durch die japanische Tonspur eines Besseren belehrt. Hier wird die ganze Zeit über von „Frankenstein“ gesprochen. Dies aber mit einem so niedlichen Akzent, dass es sich wirklich lohnt, dort mal reinzuhören.

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„Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ ist ein vergnüglicher – für einen Kaiju teilweise sogar ungewöhnlich düsterer – Monsterfilm, der den Fan dieser Filmgattung bestens unterhält. Die menschlichen Protagonisten sind blasse Stichwortgeber, die Stars bleiben der „Braune“ und der „Grüne“. Diese sind liebevoll gestaltet und häufiger als im Genre gewohnt im Bild. Die naiven Trickeffekte, die jederzeit deutlich als Spielzeuge und Miniaturmodelle zu erkennen sind, gehören zum Charme des Filmes einfach dazu.

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Die von Anolis im Rahmen ihrer Kaiju-Classics-Steelbook-Reihe herausgebende Veröffentlichung, lässt das Herz eines jeden Fans höher schlagen. Die Doppel-DVD enthält nicht nur die ungekürzte japanische Originalfassung und den gekürzten deutschen Kino-Schnitt, sondern auch noch die US-Version, die sich wiederum von den anderen beiden unterscheidet. Alles in guter Bildqualität. Der Ton ist auch in Ordnung, klingt allerdings im japanischen O-Ton etwas flach. Die Untertitel der japanischen Version scheinen übrigens auf einer Übersetzung der japanischen Tonspur zu basieren, unterscheiden sie sich doch zum Teil deutlich von der deutschen Synchronisation. Für die Veröffentlichung wurden gleich zwei Audiokommentare eingespielt. Bei der japanischen Fassung geben Ingo Strecker und Jörg Buttgereit viele Hintergrundinfos über den Film preis (leider in keiner optimalen Tonqualität, aber wenn man den Kommentar laut genug dreht, versteht man alles) und bei der deutschen Kinofassung durfte der Kaiju-Fan Thorsten Roseman (der Stimme nach zu urteilen offensichtlich ein Hamburger) vor das Mikrophon und erstmals einen Audiokommentar einsprechen. Unter den Extras befinden sich noch zwei Super-8-Fassungen, Trailer, Filmprogramm, Bildergalerien und Werberatschläge. Nicht vergessen sollte man auch das sehr gut geschriebene und informative 20-seitiges Booklet von Ingo Strecker. Die Edition ist auf 1.500 Stück limitiert.

DVD-Rezension: „Befehl aus dem Dunkel“

Von , 23. Juni 2012 14:57

Hinter dem Saturn wurde ein geheimnisvoller, neuer Planet namens „X“ (in der deutschen Fassung Alpha 707) entdeckt. Die NASA und ihr japanisches Gegenstück schicken ihre beiden besten Männer, den Japaner Fuji und den Amerikaner Glenn, um den Planeten zu untersuchen. Auf „X“ angekommen, werden die beiden von den dortigen Bewohnern empfangen. Diese leben unter der Planetenoberfläche, wohin sie vor vielen tausend Jahren aufgrund des Monsters Ghidora geflohen waren, welches auf „X“ sein Unwesen treibt. Die Außerirdischen schlagen Fuji und Glenn einen Handel vor. Sie wollen die beiden Monster Godzilla und Rodan aus ihren Verstecken, in denen diese seit Jahrtausenden schlafen, befreien und auf „X“ transferieren, damit sie dort Ghidora in die Flucht schlagen. Als Gegenleistung bekommt die Erde ein Heilmittel gegen Krebs. Die Erdregierung (sprich Japan) stimmt dem zu und tatsächlich können Godzilla und Rodan mit vereinten Kräften Ghidora von „X“ vertreiben. Doch im Geheimen haben die Außerirdischen ganz andere Pläne mit den Monstern…

Nun schon zum siebten Mal veröffentlicht Anolis einen japanischen Monsterfilm (in der Landessprache Kaiju genannt) in einem edlen Steelbook. „Kaiju Classics“ nennt sich die Reihe, die sich bei Freunden des Genres großer Beliebtheit erfreut. Das ist auch verständlich, denn zur liebevollen Aufmachung gesellen sich informative Extras, wie ein sympathischer und lehrreicher Audio-Kommentar mit Deutschlands Kaiju-Experten Numero Uno, Jörg Buttgereit, und Bodo Traber. Als weiteres Extra gibt es ein Interview (16:46 Minuten) mit dem japanischen „Monsterdarsteller“ Ryu Hurrikane. Dieser hat zwar nichts mit „Befehl aus dem Dunkel“ zu tun gehabt, aber in den 90ern in einigen „Kaiju“-Filmen diverse Monster gespielt. Seine Statements über sein Selbstverständnis als Monster-Darsteller und wie er in seine Rollen hineinfindet, dürfte aber für alle Stuntmen in Gummikostümen repräsentativ sein. Zwei Trailer (deutsch und japanisch) runden die Extras ab.

Ferner befindet sich im 2-DVD-Set neben der ungekürzten Originalfassung (die in der deutschen Fassung fehlenden Szenen – immerhin 12 Minuten – wurden im Original belassen und untertitelt), auch noch eine DVD mit der alten deutschen Kinofassung und einem Easter Egg. Das Bild ist seinem Alter entsprechend zwar nicht brillant, aber um Längen besser als das, was einem gewisse Billig-Labels ab und an zumuten. Zudem wurde auch die korrekte Ration von 1:2,35 eingehalten. Ein besonders Lob gilt auch dem schönen und informativen 20-seitigen Booklet mit einem Text von Ingo Strecker.

Trotz gleich dreier Monster, ist „Befehl aus dem Dunkel“ weniger eine Monster-Party, als vielmehr ein Außerirdischen-Invasionsfilm. Die Monster Godzilla, Rodan (eine Art Flugsaurier) und Ghidora (ein drachenähnliches Geschöpf mit drei Köpfen) haben nur kleine Nebenrollen. Tatsächlich treten sie nur zweimal auf. Einmal auf dem geheimnisvollen Planeten X und dann zum großen Finale auf der Erde. Letzteres hat es dann aber in sich. Mit einer kindlichen Lust an der Zerstörung werden Miniaturlandschaften platt gewalzt. Godzilla und Rodan arbeiten gemeinsam gegen Ghidora und das Ganze hat dann schon etwas von Show-Catchen. Wer das Kind in sich selbst bewahrt hat, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Auch wenn Godzillas etwas albern wirkende Freudentänze schon die Entwicklung vorwegnehmen, die der Charakter in den folgenden Filmen nehmen sollte. Weg von dem tödlichen Giganten des Originals, hin zu der kinderfreundlichen Knuddel-Echse der späteren Jahre.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt also auf der Invasion der Außerirdischen. Die Ausstattung der Raumbasis auf dem Planeten X ist spartanisch, aber effizient. Make-Up und Kostüme der Außerirdischen wurden ebenfalls einfach, aber ansprechend gehalten. Natürlich wirken die Kostüme heute eher belustigend als beeindruckend, aber wir befinden uns im Jahr 1965 und dort sind diese noch nicht ganz so sehr das lustige Klischee gewesen, als welches sie uns heute anmuten. Und dies macht ja auch den großen Charme dieses Filmes aus. Die Modellarbeiten sind wie immer deutlich als solche zu erkennen, sind aber so liebevoll gestaltet, dass man sich in diesem „Miniaturwunderland“ einfach wohl fühlt.

Erstaunlich ist die Rolle der Frau in diesem Film. Japan hin oder her, ich glaube nicht, dass man auch dort heute noch mit solch sexistischen Klischees durchkommen könnte. Das ist wirklich eine ganz andere Zeit gewesen. Als die böse Außerirdische von ihren Kameraden zur Rede gestellt wird, warum sie Befehle nicht befolgte und den Menschen half, entschuldigt sie sich mit dem ungeheuren Satz: „Ich kann doch nichts dafür, dass ich nur eine Frau bin“. Die Schwester des japanischen Helden wird von diesem unter der Knute gehalten und darf ihren Freund nicht treffen, da dieser keine Erfolge vorzuweisen hat. Heutzutage wäre der tyrannische Bruder der Böse, hier aber ist er der strahlende Held. Ja ja, die gute, alte Zeit.

Dazu gesellt sich der von dem Amerikaner Nick Adams dargestellte Astronaut Glenn. Immer einen kessen Spruch auf den Lippen und eine Frau im Arm ist er das Abziehbild des westlichen Macho-Helden. Weniger James Bond, mehr Matt Helm. Dabei passt Nick Adams mit seiner eher schmächtigen Statur und dem leicht rattenähnlichen Gesicht eigentlich gar nicht in diese Rolle. Aber in diesem verrückten Film, in dem man eh nichts besonders ernst nehmen sollte, passt er dann doch wie die Faust aufs Auge. Nick Adams hatte schon im Vorjahr in dem japanischen Monsterfilm „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ (ebenfalls in der Anolis Kaiju-Classics Reihe erschienen) den Quoten-Amerikaner, der wichtig für die internationale Vermarktung war, gegeben. Und er sollte dies noch einmal, in dem nie in Deutschland erschienenen Spionage-Vehikel „The Killing Bottle„, tun. Berühmt geworden ist er durch eine Nebenrolle im James-Dean-Klassiker „.. .denn sie wissen nicht, was sie tun„. Seinen Durchbruch hatte er allerdings in der, in den USA höchst populären, Western-Serie „The Rebel„, wo er die Titelfigur Johnny Yuma gab. 1964 war er sogar mal für den Oscar für die beste Nebenrolle (in „Rufmord“ von Boris Sagal) nominiert. 1968 starb er dann leider unter mysteriösen Umständen, wahrscheinlich an einer Überdosis.

In Deutschland wurde der Film als „basierend auf dem Roman von Hans Dominik“ beworben. Hans Dominik war ein deutscher SF-Autor, der sich in den 20er Jahren einer hohen Beliebtheit erfreute. In den 60er Jahren sollte scheinbar sein Roman „Befehl aus dem Dunkel“ verfilmt werden. Als dieser Plan scheiterte, wurde kurzerhand “ Kaijû daisensô“, was übersetzt „Krieg der Monster“ heißt, zu „Befehl aus dem Dunkel“ umgedeutscht. Natürlich ist dieser künstlich hergestellte Bezug völliger Quatsch.

Ziemlicher Quatsch ist auch einiges, was in „Befehl aus dem Dunkel“ passiert. Nach Logik oder Plausibilität sollte man hier besser gar nicht anfangen zu suchen. Bei einigen Zufällen braucht man schon viel guten Willen und ein sonniges Gemüt, um diese zu schlucken. Aber der Film ist ja auch nicht als anspruchsvolles Filmwerk, sondern als pure Unterhaltungsware konzipiert worden. Und als solche funktioniert er ganz prächtig. Schön, dass ein Label wie Anolis sich dieses Genres angenommen hat und die Fans mit hochwertigen Produkten versorgt. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Veröffentlichung.

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