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Filmbuch-Rezension: „Fantastisches in dunklen Sälen – Science Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film“

Von , 16. Januar 2019 13:36

Dem Buch „Fantastisches in dunklen Sälen – Science Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film“ bin ich zunächst mit Skepsis begegnet. Einerseits ist das Thema phantastischer Film in Deutschland ein ausgesprochen spannendes, welchem ich mit großem Interesse folge. Anderseits wird gerade aus dem Umfeld des sogenannten „Neuen Deutschen Genrefilm“ häufig nur über fehlende Filmförderung gejammert, wodurch den Filmemachern die Hände gefesselt würde. Und wenn dann mal etwas aus dem Umfeld kommt, ist es der Versuch, Hollywood-Hochglanz-Genre mit weitaus geringeren Mitteln nachzuahmen und die eigene Herkunft zu kaschieren. Was zwangsläufig nicht funktioniert. Dabei gibt es unglaublich tolle und kreative Ansätze, wenn man sich einmal die Mühe macht über den „Horror“-, „Action-“ oder „Thriller“-Rand zu schauen. Man muss sich nur mal die Mühe machen und offen sein für neue/andere Einflüsse.

Daher hat es mich sehr gefreut, dass gerade diesen sperrigen Werken, die ohne Förderung entstehen konnten und einen frischen, ganz eigenständigen Wind ins trübe Hinterherhecheln und Gemecker bringen, ein hochinteressantes und sehr lesenswertes Kapitel gewidmet wird. Unter dem Begriff „German New Weird“ subsumiert Tobias Haupts Filme wie Till Kleinerts „Der Samurai“, Nikias Chryssos‘ „Der Bunker“ und Sebastian Hilgers „Wir sind die Flut“. Alles wunderbare, ganz eigenständige Werke, die Hoffnung machen, dass hier etwas in Deutschland heranwächst, was neu, risikobereit, eigensinnig und fesselnd ist. Was sich eben nicht in Schubladen stecken lässt und mehr mit dem Hier und Jetzt (auch in Deutschland) zu tun hat, als diese typischen Genre-Filme, die auf schrecklich ironische Art und Weise ausgelutschte Genrestandards wiederkäuen und krampfhaft„auf amerikanisch“ machen. Hier kann man noch so exzellente Filme wie „Wild“ oder auch „Der Nachtmar“ mit aufnehmen.

Der Band beginnt mit einem historischen Abriss von Filmemacher Huan Vu (der selber den fantastischen „Die Farbe“ gemacht hat, eine der besten Loveraft-Verfilmungen, die gar nicht vorgibt in den USA zu spielen, sondern die Handlung auf kreative und logische Art und Weise nach Deutschland transferiert, wo der Film ja auch entstand) über Fantastik und Genrefilm in Deutschland. Dieser gibt einen guten Überblick über den heimischen Genrefilm, auch wenn einige Themen, wie z.B. der Kulturkampf im 3. Reich zwischen einem faschistischen Expressionismus und der Linie Rosenberg nicht in dem Maße eingegangen wird, wie ich es mir erwünscht hätte. Doch dies wäre für einen ersten Überblick wohl auch zu speziell und detailliert gewesen. Vielleicht kommt da ja noch irgendwann eine längere Analyse. Spannend ist das Thema ja.

Prof. Dr. Markus Stiglegger greift das Thema noch einmal auf, beleuchtet es aber unter Aspekt der Genretheorie und definiert erst einmal, was überhaupt ein Genrefilm ist, bevor er deutsche Filme darauf abklopft, in wie weit sie dem Bergriff Genre überhaupt entsprechen. Einen Schwerpunkt der Betrachtung legt er dabei auf „Der Nachtmahr“ und die „German Angst“-Episode von Michal Kosakowski, die er als typische, neuen deutschen Genrefilme definiert.

Lars R. Krautschick kommt in seinem Beitrag „Sozialkritik unter asozialen Bedingungen“ zunächst zu der überraschenden Erkenntnis, dass in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts mehr deutsche Genrefilme produziert werden, als in der Weimarer Republik (was ich ohne eine genaue Erhebung zunächst einmal bezweifeln würde). Er fragt sich dabei, ob dies ein Ausdruck einer speziell deutschen Angst wäre, die auf diese Weise verarbeitet wird. Hierzu schaut er sich die Filme „Rammbock“, „Blutgletscher“, „Beyond the Bridge“ und „Der Nachtmahr“ genauer an, um am Ende zu dem meiner Meinung nach diskussionswürdigen Fazit zu kommen, dass die neuen deutschen Genrefilme keine speziell deutsche Angst, sondern generelle, weltweit anzutreffende Ängste verarbeiten. Was seiner Meinung nach auch daran liegt, dass mit diesen eher globalen Ängsten auch eine internationale Vermarktung leichter fällt.

Um die Geschichte des deutschen Science-Fiction-Films geht es in dem Beitrag von Christian Pischel. Er sucht hier nach Verbindungen und Traditionen, die er aber nicht findet. Am Ende bleibt ihm nur festzustellen, dass es in Deutschland (speziell auch der DDR) einige herausragende SF-Filme gab, diese aber nur sporadisch auftreten und es keine zusammenhängenden (oder aufeinander aufbauende) Perioden gab, in denen Science Fiction im deutschen Film eine große Rolle gespielt hätten.

Rasmus Greiner analysiert schließlich ausführlich Jan Speckenbachs „Die Vermissten“.

„Fantastisches in dunklen Sälen “ ist eine spannende Sammlung kompetenter (manchmal kontroverse) Essays zum Thema Science Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film. Manchmal wünscht man sich, die Autoren hätten mehr Platz zur Verfügung, um noch tiefer in die Materie einzutauchen. Manche Inhalte doppeln sich auch leicht, hier wäre es wünschenswert gewesen, die Themenauswahl noch breiter aufzuspannen (vielleicht über die Einschränkung „Genrefilm“ hinaus). Beispielweise findet man in einer Fußnote der Einleitung die sehr wichtige Information: Demnach verlassen 50% der Zuschauer eine Sneak-Preview, sobald sie bemerken, dass es sich bei der Preview um einen deutschen Film handelt. Daher wäre es spannend, sich einmal auf dieses Phänomen zu konzentrieren. Warum hat der Deutsche Film generell so einen miserablen Ruf in der Heimat? Ein weiteres interessantes Thema wäre in diesem Zusammenhang auch die langsam anrollende Renaissance deutscher (Genre)Filme aus den 60er, 70er und 80er Jahre, die u.a. auch von Labels wie Subkultur oder Festivals wie dem Festival des deutschen psychotronischen Films oder den Hofbauer-Kongressen befeuert wird. Dies ist zwar nicht der Fokus des vorliegenden Buches (welches in erster Linie der Begleitband des letztjährige FILMZ-Symposium ist) wäre aber ein tolles „Fadenaufnehmen“ für ein weiteren Band.

Christian Alexius, Sarah Beicht (Hg.) Fantastisches in dunklen Sälen – Science Fiction, Horror und Fantasy im jungen deutschen Film, Schüren Verlag, 160 Seiten, € 16,90

 

Interview mit Huan Vu – Regisseur von „Die Farbe“ und „Die Traumlande“

Von , 21. April 2014 20:46

dreamlands_by_Elisabeth_Mochner_31Huan Vu (* 1982) studierte an der Hochschule der Medien in Stuttgart-Vaihingen. Noch während des Studiums begann er mit der Arbeit an „Die Farbe“, einer Verfilmung von H.P. Lovecrafts “The Colour Out of Space”, dessen Handlung von ihm nach Deutschland vor und nach dem Zweiten Weltkrieg verlegt wurde. Zunächst als Diplomfilm geplant, wurde das Projekt bald zu groß für den Rahmen der Abschlussarbeit. Daraufhin entschieden Co-Produzent Jan Roth und er, es nach dem Studium mit eigenen Mitteln umzusetzen.

„Die Farbe“ wurde schließlich nach zweijähriger Postproduktion Ende 2010 fertiggestellt und im Eigenvertrieb sowie über Vertriebspartner in Schweden, Finnland und den USA veröffentlicht.

Trotz seines geringen Budgets wurde der Film als “eine der besten und ambitioniertesten Lovecraft-Adaptationen aller Zeiten” (Twitch) bezeichnet und erhielt zahlreiche sehr positive Reaktionen von Lovecraft-Fans wie auch auf Genrefilmfestivals. Auch in Bremen lief „Die Farbe“ schon im Rahmen unserer „Weird Xperience“-Reihe.

Zurzeit versucht Huan Vu über Crowdfunding (siehe meinen Artikel hier) Geld für sein neustes Projekt, den ambitionierten „Die Traumlande“, wieder nach Vorlagen von H.P. Lovecraft, zu sammeln. Ich habe dies zum Anlass genommen, mit Huan Vu (nicht nur) über das „Traumlande“-Projekt zu sprechen.

Filmforum Bremen: Vorweg erst einmal vielen Dank, dass Du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Kommen wir gleich zur ersten Frage: Wie bist Du zum Film gekommen und wer sind Deine Vorbilder?

Huan Vu: Ich habe mich erst relativ spät so richtig für das Filmfach entschieden, das war erst nach dem Abitur. Aber ich habe natürlich schon immer eine große Liebe für Kinofilme gehabt, und vor allem natürlich gerade auch für Genrefilme, speziell Science-Fiction, Fantasy und Horror.

Ein grundsätzliches Vorbild ist schwierig zu benennen, aber zu meinen Lieblingsfilmen gehören z.B. „Akira“, „Alien“, „12 Monkeys“ und „Children of Men“. Man sieht also, ich mag es düster und raffiniert.

Seit Deinem Spielfilm „Die Farbe“ – der ja viele gute Kritiken bekam und mir auch sehr gut gefallen hat – sind vier Jahre vergangen. Was hast Du in der Zwischenzeit gemacht?

Erst einmal die viele Freizeit genossen! Nein, da wir den Film im Eigenvertrieb auf den Markt gebracht hatten, gab es für mich eine ganze Menge Neues zu lernen und es hat mir auch großen Spaß gemacht, die vertriebstechnische Seite mal kennenzulernen, Verträge mit Distributionspartnern im Ausland durchwälzen, DVDs eigenhändig eintüten und zur Post bringen (was ich immer noch sehr stolz tue), usw. usf. Außerdem war diese Zeit garniert durch zahlreiche Festivalteilnahmen, und so konnte ich nach den Jahren der Arbeit nun auch viel reisen, andere Filmemacher kennenlernen und vor allem die Reaktion des Publikums erleben. Das hat mir selbst sehr viel gegeben und darin bestärkt, weiterzumachen.

Dafür brauchte ich aber einen passenden Stoff, in den ich mich so verlieben könnte wie in „The Colour Out of Space“. Auf Anhieb fündig wurde ich jedoch nicht und es hat dann einige Zeit gedauert, bis ich erkannte, dass ich mich von dem Gedanken zu lösen hatte, unbedingt eine einzelne Erzählung zu verfilmen. Stattdessen kam dann die Idee auf, die Traumlande-Geschichten zu bündeln und die von Lovecraft erschaffene Welt als Grundlage für eine eigene Geschichte heranzunehmen.

Im Sommer 2013 drehten wir dann die Teaser-Trailer und bereiteten die aktuell laufende Kampagne vor.

Wie bist Du auf die Idee zu „Die Traumlande“ gekommen und wovon wird der Film handeln?

„Celephaïs“ ist eine meiner Lieblingsgeschichten von H.P. Lovecraft, sie handelt von einem einsamen, alten, sterbenden Mann, der in den Traumlanden jedoch König ist und dort auf ewig weiterlebt. Ich liebe den Weltschmerz darin, die Melancholie und die Hoffnung auf Erlösung. Es ist auch eine der wenigen Geschichten aus seinem Werk, die zwischenmenschlich eine Verbindung zum Protagonisten aufbaut.

In unserem Film wird es einen Waisenjungen geben, der anno 1907 auf einen ganz ähnlichen alten Mann trifft und mit ihm in die Traumlande gelangt. Dort muss er sich Prüfungen unterstellen, um die Nachfolge als zukünftiger König antreten zu können. Als es zum Zwist kommt, muss er sich entscheiden, ob er das Werk der Großen Träumer bewahren oder ob er sich mit einer mysteriösen antagonistischen Macht aus dem umgebenden Chaos verbünden und die Traumlande zerstören möchte.

Nach „Die Farbe“ basiert „Die Traumlande“ wieder auf Geschichten von H.P. Lovecraft. Was bedeutet Lovecraft für Dich und was ist Deine Meinung zu anderen Lovecraft-Verfilmungen, wie z.B. denen von Stuart Gordon? Hast Du da einen Favoriten?

Mir gefallen die beiden Filme unserer Kollegen von der H.P. Lovecraft Historical Society sehr gut: „The Call of Cthulhu“ im Stile eines 20er Jahre Stummfilms und „The Whisperer in Darkness“ im Stile eines 40er Jahre Film Noir. Wer die beiden Verfilmungen noch nicht kennt, sollte unbedingt mal einen Blick drauf werden (z.B. in unserem Online-Shop *hust*).

„Dagon“ fand ich über weite Strecken auch durchaus gelungen, nur zum Ende hin schwächelt er leider etwas.
H.P. Lovecraft bedeutet mir sehr viel, da es bei ihm sehr viel mehr um existentielle Angst geht als um eine körperliche wie in den meisten Horrorfilmen. Es ist eben genau dieser gruselige Gedanke des „Cosmic Horror“: Was, wenn all das, woran man als moderner aufgeklärter Mensch glaubt, nicht wahr ist? Und eine schreckliche Wahrheit darauf wartet, offenbart zu werden?

Der deutschsprachige Genrefilm führt ja hierzulande ein ziemliches Schattendasein. Du hast ja nicht nur selber Filme gedreht, sondern Dich mit der Initiative „Neuer Deutscher Gernefilm“ auch sehr stark für das Genre als solches in Deutschland eingesetzt. Wenn man sich das Kino- und das diesjährige Berlinaleprogramm ansieht, gibt es da ja eine kleine Welle, die ja auch Mainstreamfilmemacher und -schauspieler mit einschließt („Das finstere Tal“ (Andreas Prohaska), „Stereo“(Maximilam Erlenwein), „Der Samurai“(Till Kleinert)). Hat sich dort bereits ein Netzwerk gebildet, indem ihr Euch auch austauscht?

Stimmt, den Neuen Deutschen Genrefilm habe ich als Filmemachergruppe vor knapp zwei Jahren mitgegründet, das habe ich vorhin unterschlagen. Von den drei genannten ist Till Kleinert Mitglied in unserer Runde. Zu unseren Zielen gehört es den Genrefilm in den deutschsprachigen zu stärken und darauf hinzuweisen, dass wir hierzulande ein Mehr an kultureller Vielfalt benötigen. Das deutsche Filmfördersystem hat seit Jahrzehnten eine Monokultur von fernsehkompatiblen Dramen, Krimis und Komödien entwickelt und weite Teile des genre-affinen Publikums verloren, und das kann so nicht weitergehen.

Im Bereich Fantasy haben wir z.B. folgende deutsche Fantasyfilme zu verbuchen:

„Die Unendliche Geschichte“ (1984)
„Momo“ (1985)
„Krabat“ (2008)
„Mara und der Feuerbringer“ (2014)

Da ist keine besonders stattliche Liste und die riesige Lücke zwischen den 80ern und der Gegenwart ist unglaublich – wie viele Sozialdramen, Krimis und Beziehungskomödien hat es in der Zeit gegeben?

Außerdem auch hier stark erkennbar, dass alle genannten Filme eher Richtung Young Adult bzw. Märchenfilm gehen. Falls wir „Die Traumlande“ umsetzen können, dann werden wir etwas machen, das es so hier noch nie gegeben hat.

Wenn es Genrefilme einmal in Deutschland auf die große Leinwand schaffen, werden sie leider in der Regel – trotz aller Qualität – vom hiesigen Publikum ignoriert. „Das finstere Tal“ wäre ein aktuelles Beispiel dafür. Woran liegt dies Deiner Meinung nach, und wie glaubst Du mit „Die Traumlande“ dem entgegenwirken zu können?

Grundsätzlich ist es sehr begrüßenswert, dass die etablierte Filmindustrie in jüngerer Zeit nun auch gegensteuert und mehr Vielfalt und auch dunklere Stoffe zulässt. Der Misserfolg der Bestseller-Romanverfilmung „Das Finstere Tal“ war natürlich sehr schade mit anzusehen, der Film hätte mehr verdient gehabt. Es fehlt das Vertrauen des Publikums. Das wird noch einige weitere Versuche benötigen, bis der deutsche Genrefilm größeren Zulauf erhält, so wie der Genrefilm in Frankreich, Spanien, Großbritannien oder Skandinavien.

Und ich glaube auch, dass der Filmverleih X-Filme kein zielgruppengerechtes Marketing unternommen hat. Man hat versucht den Film an das übliche Arthouse-Publikum zu bringen, welches mit einem bleihaltigen Western aber offenbar eher wenig anfangen kann. Bei der Vorführung, in der ich war, wurden sogar kleine Informationsheftchen ausgeteilt, in denen – ich übertreibe etwas – erklärt wurde, was ein Western ist.

Ob wir es mit „Die Traumlande“ besser machen können, das steht natürlich in den Sternen. Aber wir wenden uns denke ich an das richtige Publikum und wir machen diesen Film auch gezielt für dieses Publikum.

Hast Du für „Die Traumlande“ eigentlich Filmförderung beantragt?

Wir würden nach einer erfolgreichen Kampagne dann auch Filmförderung beantragen.

Leider ist es ungewiss, ob man den Zuschlag erhält, gerade auch bei einem Projekt wie diesem. Deswegen haben wir auch ein derart hohes Crowdfunding-Ziel – nur so können wir sichergehen, den Film wie geplant hinzubekommen, notfalls auch ohne Fördermittel.

„Die Traumlande“ sollen – ebenso wie „German Angst“, ein anderes deutsches Genreprojekt – auf Englisch mit einem internationalen Darstellerensemble gedreht werden. Erst im Anschluss wird eine deutsch synchronisierte Fassung erstellt. Warum dieses Vorgehen? Warum nicht mit deutschen Schauspielern auf Deutsch arbeiten?

Da haben wir lange gehadert, es war keine leichte Entscheidung. Mit einer englischsprachigen Fassung haben wir bessere Chancen, auch Lovecraft-Fans aus dem Ausland als Unterstützer für dieses Projekt zu gewinnen. Und was die späteren Auswertungsmöglichkeiten betrifft, habe ich ja in den vergangenen Jahren gesehen, wie schwierig es mit untertitelten Filmen ist (und „Die Farbe“ ist obendrein auch noch schwarz-weiß!).

Außerdem haben wir uns gesagt, dass eine Synchronisation wie bei einem Hollywood-Film hierzulande von den meisten nicht ganz so kritisch gesehen wird wie z.B. bei den US-Amerikanern.

Die Dreharbeiten zu „Die Traumlande“ werden inklusive Postproduktion wahrscheinlich an die drei Jahre dauern. Außer im Studio soll auch in Island, Kroatien und der Türkei gedreht werden. Wie bewältigt man ein so großes Projekt über eine so lange Zeit? Wird Dir nicht manchmal mulmig, wenn Du daran denkst?

Durchaus, aber ich denke durch unsere hinzugewonnene Erfahrung können wir das stemmen. Außerdem sind für das Ausland auch eher kleine Szenen vorgesehen, mit wenigen Darstellern vor Landschaften, die es hier in Deutschland nun einmal nicht gibt.

Als Independent-Filmemacher bin ich es ja gewohnt mit geringsten Mitteln große Bilder und Momente erzeugen zu müssen, das werden wir hier auch so handhaben müssen.

Und zu Letzt: „Die Traumlande“ werden über Crowdfundig finanziert. Hier hast Du ein ambitioniertes Ziel von 200.000 Euro ausgeben. Warum und wie soll man dieses Projekt unterstützen?

Man sollte „Die Traumlande“ unterstützen, wenn man in Sachen Filmkultur hierzulande mal etwas ändern und mal etwas bewegen möchte. Hier ist die Chance dazu beizutragen, etwas ins Rollen, und auch etwas ins Wanken zu bringen.

Helfen kann man uns, indem man die Kunde von diesem Projekt verbreitet, an alle Freunde, Bekannte, Verwandte, an alle, die etwas mit Phantastik anfangen können, und vielleicht auch an diejenigen, die damit eher wenig am Hut haben.

Und dann natürlich, indem man uns dabei hilft, dem großen Ziel näher zu kommen. Für eine Fördersumme von 20 EUR erhält man eine 2-Disc DVD oder Blu-ray des fertiggestellten Films – 20 EUR und wir sind alle zusammen einen Schritt näher, Geschichte zu schreiben.

Danke Huan für das informative und nette Gespräch.

Die Homepage von „Die Traumlande“ findet man unter: http://www.the-dreamlands.com/de/ Die Crowdfunding-Kampagne unter: https://www.indiegogo.com/projects/the-dreamlands#home

Crowdfunding-Projekt: „Die Traumlande“ von Huan Vu

Von , 16. April 2014 21:23

Ab und zu poste ich hier interessante Crowdfunding-Projekte. Natürlich liegen einem die Einen mal etwas mehr als die Anderen am Herzen. Hier nun ein Projekt, welches ich selber gerne unterstütze und auf das ich mich bereits ungemein freue. Huan Vu macht sich nach dem tollen „Die Farbe“ an seine zweite Lovecraft-Verfilmung: „Die Traumlande“.

„Roland, ein Waisenjunge mit einer schwierigen Vergangenheit, wird von einem mysteriösen alten Mann in eine andere Welt geführt, die über Jahrtausende hinweg von den großen Träumern der Menschheit im Schlaf erschaffen wurde. Dort herrscht der alte Mann als König und er möchte Roland zu seinem Nachfolger ausbilden.

Doch Roland gelingt es nicht den dunklen Schatten zu überwinden, der auf ihm lastet, und er muss sich entscheiden, ob er seine Fähigkeiten dafür einsetzen will, um die Traumlande weiter zu vergrößern, oder um zu zerstören, was andere errichtet haben.“

Huan Vu hat für seinen Film selbst das Drehbuch geschrieben und sich hierfür auf H.P. Lovecrafts Kurzgeschichten „Celephaïs“, „The White Ship“, „The Strange High House in the Mist“ und „The Dream-Quest of Unknown Kadath“ bezogen.

Die ersten Teaser, die bereits im Netz veröffentlicht wurden, versprechen einen sehr atmosphärischen Film. Wer Vus „Die Farbe“ kennt, konnte sich ja bereits ein Bild von Vus Ansatz machen, Stimmung und Inhalt der lovecraftschen Erzählung möglichst werkgetreu umzusetzen – was gerade im Fall Lovecraft nicht einfach ist und bisher nur wenigen Filmemachern wirklich gelungen. Da „Die Farbe“- neben den Filmen der H.P. Lovecraft Historical Society – zu den schönsten Lovecraft-Verfilmungen gehört, darf man bei „Die Traumlande“ die Latte ruhig hoch ansetzen.

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Was mich nur etwas ärgert ist nur Folgendes:  „Gedreht werden soll auf Englisch mit einem internationalen Darstellerensemble, welches im Zuge der Vorproduktion gecastet wird. Im Anschluss wird eine deutsch synchronisierte Fassung mit renommierten Sprechern erstellt.“ Da hat Vu mit der „Farbe“ das Lovecrafsche Grauen von Providence in die deutsche Provinz geholt und mit deutschen Darstellern besetzt – und nun die genaue Kehrtwende. Gibt es in Deutschland keine talentierte Schauspieler? Muss man immer jemanden aus Übersee holen? Das habe ich mich schon bei „German Angst“ gefragt. Wahrscheinlich befürchtet man, die Filme sonst nicht ins Ausland verkaufen zu können. Da lobe ich mir dann einen „Blutgletscher“, in dem sogar Dialekt gesprochen wird.

Aber wie dem auch sei. Etwa die Hälfte des Films soll in einem Studio in Deutschland gedreht werden, die andere Hälfte an der Ostseeküste und anderen Außendrehorten mit passenden Landschaftsmotiven, wie z.B. Island, Kroatien oder die Türkei. Das klingt schon mal super.

Die Fertigstellung des voraussichtlich 120-minütigen Films soll Ende 2016 erfolgen. Die Postproduktion kann jedoch aufgrund von Verzögerungen und/oder notwendigen Nachdreharbeiten auch bis 2017 andauern. Das Crowdfundig-Ziel ist mit € 200.000,- sehr ambitioniert. Wer aber auf die indiegogo-Seite geht, kann genau nachvollziehen, wofür es gebraucht wird. Was ich sehr positiv finde, sind die „Belohnungen“ für die edlen Spender. Im Gegensatz zu einigen anderen Projekten, die ich hier in der Vergangenheit auch vorgestellt habe, sind diese ihr Geld auch wert und man muss keine 50 Euro „investieren“, um am Ende eine DVD des Filmes zu bekommen. Hier reichen Euro 20 für eine Doppel-DVD oder Blu-ray und das finde ich absolut fair.

Ich habe jedenfalls meinen Obolus schon.entrichtet und harre nun sehr gespannt der Dinge, die da kommen.

Hier geht es zur Crowfunding-Seite: https://www.indiegogo.com/projects/the-dreamlands#home

Und hier zur Homepage des Filmes: http://www.the-dreamlands.com/de/

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