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Blu-ray Rezension: „Uninvited“

Von , 19. Oktober 2019 11:55

Aus einem geheimen Laboratorium entkommt eine Katze, die ein tödliches Geheimnis in sich birgt. Sie wird von der jungen Suzanne (Shari Shattuck) gefunden, die mit ihrer Freundin Bobbie (Clare Carey) und eine Gruppe partyfreudiger junger Männer auf der Jacht des zwielichtigen Geschäftsmanns Walter Graham (Alex Cord) eine Kreuzfahrt unternehmen will. Was sie sie nicht wissen, Graham und seine Helfershelfer Mike Harvey (George Kennedy) und Albert (Clu Gulager) sind skrupellose Kriminelle auf der Flucht vor der Steuerbehörde, welche sie nur als Tarnung nutzen wollen. Als es zu Spannungen an Bord kommt, zeigt auch die Katze ihre wahres Gesicht und bald sind schon ihre ersten Opfer zu beklagen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Nein, ein guter Film ist Greydon Clarks „Uninvited“ nicht. Eher einer von der Sorte, bei dem man sich fragt: Was haben sich alle daran Beteiligten nur gedacht? Als ernstzunehmender Horrorfilm funktioniert „Univited“ genau Null. Zu haarsträubend die Geschichte, zu unfassbar die – um es mal positiv auszudrücken – „eigenwilligen“ Effekte. Allein die Prämisse, dass ein kaltblütig morden lassender Finanzjongleur zwei junge Damen und deren männlichen Anhang mit auf sein Schiff nimmt, damit dies unauffälliger wirkt und nicht von den Behörden durchsucht wird, ist schon recht na ja. Dass eine der in einem Hauch von Nichts (bzw. einem Kleid, welches aussieht, als wäre es einer Riesenkatze in die Klauen gekommen) bekleideten Damen dann noch kurz vor dem Betreten der Luxusjacht ein süßes Kätzchen findet, welches aber in Wirklichkeit eine aus einem viele Kilometer weit entfernten Labor entkommen ist, dazu gehört schon viel Fantasie. Aber gut, irgendwie muss die Geschichte ja ins Rollen gebracht werden.

An Bord angekommen, ändert sich der Intelligenzquoten aller Beteiligten nicht wesentlich. Aber man merkt ihren Darstellern durchaus an, dass sie Spaß haben. Die Veteranen Alex Cord (den ich erst vor zwei Wochen in einer ähnlich wilden Darstellung im kruden Giallo „Das Geheimnis des gelben Grabes“ sehen konnte), George Kennedy (professionell bis zum Autopiloten – der Mann hat solche Rollen eben schon 100x gespielt und muss dafür nicht mal die Augen aufmachen) und Clu Galagher (der seinen Part offensichtlich so ernst nimmt, dass er ihn mit voller Hingabe und Sinn für kleine Ticks gibt) geben ordentlich Gas, ohne ihre Figuren dabei der Lächerlichkeit preiszugeben. Besonders Cord balanciert gekonnt auf der feinen grenze zwischen hemmungslosem Overacting und einem freudigen austesten der Grenzen. Das macht den Film sympathisch, den er unterscheidet sich hier eindeutig von einer „trash pour le trash“ Produktion wie z.B. „Sharknado“. Denn Clark ist ein solider Handwerker und als Drehbuchautor ein Mann mit Sinn für das Absurde. Seine Killerkatze-Mär inszeniert er mit Schwung, aber völlig ohne ironisches Augenzwinkern. Auch wenn der Film vor haarsträubenden Szenen nur so wimmelt.

Das fängt schon bei der Katze an, die so überhaupt keine Gefährlichkeit ausstrahlt und immer wieder gefilmt wird, wie sie sich scheinbar gelangweilt fragt, was die komischen Dosenöffner um sie herum da wohl aufführen. Selbst ihre Inkarnation als Killermietz wirkt nicht besonders unheimlich. Vielleicht auch, weil sie sich dann auf magische Weise in etwas verwandelt, was wie ein vergammelter Putzlappen aussieht. Auch die Monsterkatze, die sie scheinbar erst erbricht, und die dann nach getaner Arbeit in den Katzenkörper zurück schleicht, ist nicht wirklich der Stoff, aus dem Albträume sind. Sondern sieht so aus, wie ein verunglückter Muppets-Show-Statist. Das Drehbuch kann sich jetzt nicht entscheiden, ob und auf welche Weise die Katze kontaminiert, mutiert oder ansteckend ist. Die einen sagen so, die anderen so. Scheinbar lässt ein Biss der „Bestie“ die Adern der armen Opfer anschwellen und platzen. Das passiert aber auch, wenn man einen Snack isst, der in der Nähe der Katze lag. Nicht darüber nachdenken. Wenn die Katze in ihrer bösen Inkarnation am Ende die letzten Überlebenden in einem Rettungsboot wieder und wieder angreift, ist sowieso schon der Ofen aus.

Aber man kann auch positives vermelden. So hat der Film einen sehr schönen Score, der ganz typisch ist für einen Horrorfilm aus den 80ern. Ein repetitives, aber eingängiges Thema mit viel Synthesizer. Die schauspielerischen Leistungen sind, wie die Regie, allesamt solide. Auch wenn die drei Stars natürlich hervorstechen. Mit den beiden Damen (insbesondere Shari Shattuck hat mir gut gefallen) hat man auch zwei Hingucker dabei, die sich zwar etwas prüde geben (keine Nacktheit), aber wie oben beschrieben, unfassbare Klamotten zur Schau tragen. Auch die männlichen Darsteller machen ihre Sache recht gut. Die Kameraarbeit könnte etwas innovativer sein, fällt jetzt aber auch nicht unangenehm auf.

Auch wenn er nicht wirklich gelungen ist: Angesichts der vielen himmelschreiend unlogischen Stellen hat man hier viel zum Schmunzeln und in der richtigen Umgebung mit den richtigen Leuten, kann man mit „Uninvited“ sicherlich gemeinsam viel Spaß haben. „Uninvited“ erschien ursprünglich in CMVs „Trash Collection“ und da passt er auch gut hin.

Die Bildqualität der Blu-ray ist so la-la. Wobei die Direct-to-video-Filme aus den späten 80ern ja immer diesen ausgebleichten, leicht verschwommenen Look hatten. Von daher wird es hier wahrscheinlich auch keine bessere Version geben. Passt auch irgendwie zum schraddeligen Film. Die deutsche Synchro wertet den Film auf, in der Originalfassung kommt es häufiger zu Tonschwankungen, welche aber deutlich an der Aufnahme liegen (sie schwankt bei Schuss und Gegenschuss). Bei den Extras hat man sich mehr Mühe gegeben, als der Film wahrscheinlich verdient hätte. Zwar gibt es kein Featurette, aber dafür einen Audiokommentar von Tom Burgas und Christoph N. Kellerbach, Alternativer Anfang und Ende, sowie fast 8 Minuten Erweiterte / Entfernte Szenen. Das 16-seitige Booklet von Christoph N. Kellerbach ist auch recht gut geworden.

Blu-ray Rezension: „Alien Shock“

Von , 25. Juli 2015 20:58

alienshockIrgendwo in der Wildnis der USA fallen ein Jäger (Cameron Mitchell) und sein Sohn (Darby Hinton) merkwürdigen Objekten zu Opfer, die an Frisbee-Scheiben mit Zähnen erinnern. Kurze Zeit später machen sich vier Jugendliche auf, um an einem Waldsee in dieser Gegend zu campen. Doch zwei von ihnen werden auch schnell Opfer der Kreaturen. Beiden Überlebenden (Tarah Nutter und Christopher S. Nelson) versuchen in einer nahegelegenen Kneipe Hilfe zu holen, doch niemand glaubt ihnen ihre wilde Geschichte. Bis auf einen halbirren Vietnam-Veteranen (Martin Landau) und einem passionierten Jäger (Jack Palance)…

Der Originaltitel dieses Filmes, „Without Warning“, lügt. Denn die Protagonisten dieses Low-Budget-SF-Horror-Streifens werden mehr als einmal gewarnt, nicht zu dem See in der Wildnis zu fahren. Dummerweise sind es nicht gerade vertrauenswürdige Figuren, die sie davon abhalten wollen, denn diese beiden – der versoffen durchgeknallte Fred „Sarge“ Dobbs und der knorrige Jäger Joe Taylor – werden von Martin Landau und Jack Palance gespielt. Zwar haben beide einmal einen Oscar für die beste Nebenrolle gewonnen, doch nicht für diesen Film, sondern sehr viel später in ihrer Karriere. Als „Alien Shock“ gedreht wurde, befanden sich beide an einem toten Punkt in ihrer Karriere. Jack Palance war ein gern gesehener Bösewicht-Darsteller im klassischen Noir- und Westernkino der 50er Jahre gewesen, bevor er sich Ende der 60er nach Europa aufmachte, wo er zahlreiche italienische Produktionen mit seiner unnachahmlichen Präsenz bereicherte. In den USA allerdings war er nur sporadisch zu sehen, und als Ende der 70er seine italienische Karriere beendet war, dauerte es erst einmal ein paar Jahre, bis er sich wieder in die A-Liga hoch gekämpft hatte.Martin Landau genoss in den 60ern enorme Popularität durch seine Rolle in „Kobra, übernehmen Sie“. Allerdings verlor er diese durch – wie die Produzenten meinten – überzogene Gehaltsforderungen. Auch die heute Kult-Status genießende britische TV-Serie „Mondbasis Alpha 1“ konnte seine Karriere nicht richtig ankurbeln, da diese nach der zweiten Staffel aus Kostengründen eingestellt wurde. So musste auch er 1980 sehen, wo er blieb. Die Oscar-Nominierungen für Francis Ford Coppolas „Tucker“ und Woody Allens „Verbrechen und andere Kleinigkeiten“, sowie die finale Belohnung für seine wunderbare Darstellung des Bela Lugosi in „Ed Wood“, waren ja noch in weiter Ferne.

Ohne eine strenge Führung und in dem Bewusstsein eh nur in irgendwelchem Quatsch mitzuspielen, drehen die beiden, damals gerade verblassenden, Stars mächtig auf und verlegen sich auf wilde Grimassen. Insbesondere Martin Landau spielt, als ob es um sein Leben ginge. Oder zumindest die Weltmeisterschaft in Schaum vor dem Mund und Augenrollen. Jack Palance hingegen bewahrt sich seine stählerne Würde und erweckt zunächst den Anschein, seine Figur könnte auf der falschen Seite stehen. Doch dann entpuppt er sich schließlich doch noch als Held und einzig vernünftige Stimme in dieser Geschichte. „Alien Schock“ kombiniert Motive des Backwood-Films, mit einem typischer Slasher und natürlich einer Priese Horror und Science Fiction. Das in Deutschland titelgebende Alien, könnte ebenso gut ein axtschwingender Irrer sein. Was den Film nicht großartig ändern, dem Publikum allerdings einige Höhepunkte vorenthalten würde. Da sind einmal die „fliegenden Teufel“ (ein deutscher Alternativtitel des Filmes lautet auch „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“), die mörderischen Waffen des Aliens. Diese sind quasi Frisbee-Scheiben mit den Eigenschaften der Facehugger aus den Alien-Filmen. Auch wenn man man bei der guten Bildqualität einer Blu-ray sehr deutlich die Drähte erkennen kann, an denen sie hängen, sind diese kleinen Biester sehr gelungen. Wenn sie minutenlang versuchen, sich durch die Frontscheibe eines Autos zu bohren, hat man auch ausführlich Gelegenheit, das handgemacht Design zu bewundern. Der eigentliche Butzemann hinter den unheimlichen Vorgängen wird allerdings erst sehr spät enthüllt. Es handelt sich um ein hochgewachsenes Alien mit blauem Kugelkopf, welches an die Science-Fiction-Klassiker der 50er Jahre erinnert und damit irgendwie aus der Zeit gefallen scheint. Gespielt wird es von Kevin Peter Hall, der sieben Jahre später auch in das Kostüm des „Predator“s schlüpfen sollte. Ein schöner Zufall, denn „Alien Shock“ nimmt das Handlungsgerüst jenes Actionklassikers vorweg, nur dass hier keine schwerbewaffnete Söldnertruppe, sondern die aus Slashern wie „Freitag, der 13.“ bekannte Teenie-Brut eingesammelt wird.

Diese bleiben dann auch in etwa so blass, wie ihre Kollegen aus dem zeitgleich entstandenen Film. Auch wenn sich unter ihnen der zukünftige TV-Star David Caruso in viel zu engen Shorts befindet. Aber gegen Palance und Landau anzuspielen, ist auch nicht ganz einfach. Hinter der Kamera befindet sich Dean Cundey, der zur selben Zeit die Kamera bei John Carpenters großen Klassikern führte und später mit Steven Spielberg u.a. bei „Jurassic Park“ zusammenarbeitete. Seine Kameraarbeit bei „Alien Schock“ ist solide und erinnert nur in seltenen Momenten an die großartige Arbeit, die er im selben Jahr z.B. bei „The Fog – Nebel des Grauens“ leistete. So bleibt die schönste und stimmungsvollste Szene dann auch die, in der das Alien auf einer bodennebelumwabberten Waldlichtung steht. Das Drehbuch gönnt sich einige Verschnaufpausen und eine ziemlich deplatzierte Szene mit einem trotteligen Pfadfinder-Leiter, weiß aber insgesamt in seiner naiven Geradlinigkeit gut zu unterhalten. Insbesondere, wenn Landau, Palance und ihre Dorfmitbewohner auftauchen. Unter diesen befinden sich dann auch gern gesehene Veteranen wie Neville Brand und Ralph Meeker. Und gleich am Anfang hat auch der unverwüstliche und Genre-Film gestählte Cameron Mitchell einen Auftritt als Jäger, der seinem verweichlichten Sohn das Töten von Tieren nahebringen will. Das passt alles gut zusammen und sorgt für ein echtes B-Movie-Drive-In-Feeling.

Das Bild der bei CMV/New Vision Films erschienenen erstmaligen Blu-ray-Auswertung ist für einen 35 Jahre alten Low-Budget-Streifen vollkommen in Ordnung. Der Ton liegt in drei Variationen vor: Dem englischen Originalton und zwei deutschen Synchronisationen. Einmal die alte VHS-Synchro und dann eine, die vom ZDF vorgenommen wurde, etwas enger an der englischen Vorlage ist, dafür mit weniger markanten Stimmen aufwartet. Welche deutsche Fassung man bevorzugt, ist da persönlicher Geschmack. Mir gefiel die VHS-Fassung etwas besser. Besser aber natürlich, man schaut den Film gleich im Original. Als Extras gibt es noch einen Audiokommentar des Regisseurs Greydon Clark, sowie die übliche Bildgalerie und einen Trailer.

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