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Am Freitag: WEIRD XPERIENCE ist zurück und hat etwas GROSSES mit dabei

Von , 10. Mai 2017 21:41

Zusammen mit meinem Kollegen Stefan organisiere ich seit 2011 die Filmreihe WEIRD XPERIENCE. Nachdem wir am Anfang des Jahres einige Schwierigkeiten mit unserem Veranstaltungsort hatten, geht es nun endlich weiter und wir werden einmalig in der Schwankhalle zu Gast sein. Hier der Text dazu, den ich auch auf unserem Weird-Xperience-Blog gepostet habe.

Darauf haben wir alle sehr lange gewartet: WEIRD XPERIENCE ist zurück. Weiter geht es am 12. Mai um 21:30 Uhr. Dann sind wir erstmals in der Schwankhalle zu Gast. Hintergrund ist das Projekt A.r.G.da.Na.ni (Aus rechtlichen Gründen darf Name nicht genannt werden) des Bremer Künstlers Jan van Hasselt, welches am 18. und 19.5. in der Schwankhalle läuft. Ein Ton-Bild-Vortrag über „eine Art Dino mit Stacheln auf dem Rücken, der eine Kulisse aus Miniaturhäusern zertrampelt und einen Schrei ausstößt, der klingt, als wäre ein Grammophon kaputt. Er darf nicht gezeigt werden, und sein Name nicht genannt. Denn die japanische Produktionsfirma Toho achtet peinlich genau auf den Schutz der Trademark. Was fasziniert so an Argdanani? Wer ist er? Und was will er eigentlich hier? Antworten sucht der Filmemacher Jan van Hasselt auf der Bühne und im Video-Interview mit Experten wie Jörg Buttgereit, Sebastian Krehl, Dietrich Kuhlbrodt, Jürgen Palmtag und Christoph Spehr.“ Im Vorfeld hatte uns Jan gefragt, ob wir von WEIRD XPERIENCE nicht einen Film mit diesem ominösen Dino zeigen könnten. Und dieser Bitte sind wir nur zu gerne nachgekommen. Und wir haben sogar dafür gesorgt, dass wir den Namen des Untieres nennen dürfen!

Laut einer alten Legende aus Okinawa, soll wenn ein schwarzer Berg in den Bergen hoch über die Wolken hinaus ragt, ein Monster auftauchen und versuchen, die Welt zu zerstören. Als diese Prophezeiung eintrifft ist es zum allgemeinen Erstaunen Godzilla, der dort als Weltenzerstörer agiert. Erst zertrümmert Godzilla einige Häuser, dann bringt er fast seinen alten Kumpel, den Igel-ähnlichen Anguirus, um. Doch schnell ist das Geheimnis gelüftet. Dieser Godzilla ist gar nicht der echte Godzilla, sondern ein riesiger Roboter namens „King Kong“ (zumindest in der deutschen Fassung), der von Außerirdischen hergestellt wurde, um ihnen zu helfen, die Erde zu unterjochen. Da hat die Menschheit Glück, dass bald schon der echte Godzilla auftaucht und sich schließlich zusammen mit Okinawas Schutz-Gottheit King Caesar dem stählernen Unhold stellt…

Der Ruf der in den 70er Jahren unter der Regie von Jun Fukuda entstanden Godzilla-Streifen mag nicht der beste sein. Tatsächlich sind sie sehr viel bunter, kindischer und lustiger als jene Filme aus den 50er und 60er, für die noch Godzilla-Schöpfer Ishirô Honda verantwortlich war. Wer darüber hinwegsehen kann und sich ein junges Gemüt bewahrt hat, wird aber besonders mit „King Kong gegen Godzilla“ seine Freude haben. Insbesondere, da hier auf nervige Kinderdarsteller verzichtet wurde und mit Mech-Godzilla einer der coolsten Gegner Godzillas seinen ersten Auftritt hat. GoMecha-Godzilla hört in der deutschen Fassung – wie vor ihm schon der Roboter Jet Jaguar – auf den Namen „King Kong“. Ob man in Deutschland – wo der Film am 20. Dezember 1974 anlief – darauf spekulierte, dass er von dem damals erwarteten Erfolg des amerikanischen „King Kong“-Remakes, partizipieren könne oder einfach eine Kontinuität zum Vorgänger herstellen sollte (die 60er Filme waren ja in Deutschland durch einen imaginären „Frankenstein“ im Titel miteinander verbunden) sei dahingestellt.

Trailer für A.r.G.da.Na.ni

„Shin Godzilla“ läuft am 03. und 05. Mai in Bremen

Von , 6. April 2017 20:05

Das „Tanz der Teufel“-Event kürzlich hat es scheinbar vorgemacht. Film-Events mit einem begrenzten Start und nur sehr kurzer Laufzeit scheinen von den Filmverleihen als Möglichkeit gesehen zu werden, nicht nur Werbung für ihre Heimkino-Veröffentlichung zu machen, sondern auch für die Kinos zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Nischenpublikum in größerer Zahl in die Kinos zu locken.

Ich vermute mal, dass es sich finanziell nicht lohnen würde, einen Film wie „Shin Godzilla“ über eine Woche zu zeigen, aber an zwei Tagen (oder einen, wie bei „Tanz der Teufel“, könnte schon überdurchschnittlich viel Publikum an diesen Tagen in den Kinosaal bringen. Dazu müssen nur die Verleihe mitspielen und keine übermäßig hohen Leihgebühren und exorbitante Garantiesummen verlangen.

Generell predige ich ja schon seit Jahren das Mantra, dass die Zukunft des Kinos in einer „Eventisierung“ liegt. Bestes Beispiel auch: Das Open-Air-Kino am Schlachthof, wo wir mit Weird Xperience auch mal über 100 Zuschauer hatten, obwohl wir mit einem gleichen Programm im City 46 oder der etage 3 oftmals mit Zuschauerzahlen im einstelligen Bereich kämpfen mussten. Das Thema wäre einen ganz eigenen Blogbeitrag wert, aber hier soll es nun um dem lang erwarteten „Shin Godzilla“ gehen.

„Shin Godzilla“ ist die japanische Antwort auf das Hollywood-Remake und nach „Final Wars“ im Jahre 2004 der erste „echte“ Godzillafilm in 13 Jahren. Und darum geht es:

In der Bucht von Tokio kommt es zu unerklärlichen Ereignissen: Eine Yacht treibt auf dem Wasser, der Besitzer ist spurlos verschwunden. Zur gleichen Zeit scheint unweit davon wie aus dem Nichts ein Vulkan auf dem Meeresgrund auszubrechen. Doch schnell wird klar, dass die Geschehnisse von einem lebenden Organismus ausgegangen sein müssen. Erste Videos der unbekannten Kreatur tauchen auf: Es ist riesig und bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf die Stadt zu.

Die Behörden müssen schnell handeln, um die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen. Doch in keinem Notfall-Plan der Welt ist geregelt, wie man mit einem unbekannten, gigantischen Monster umgeht. Einem Mitglied der Regierung werden bislang unveröffentlichte Aufsätze eines Forschers zugespielt, die das Geschöpf zu erklären versuchen – und ihm einen Namen geben: Godzilla!

Mit Hilfe der Experten setzt die Regierung alles daran, es zu besiegen, doch der Zerstörungswahn von Godzilla wird immer größer.

Der Trailer und die ersten Bilder zum Film sehen schon mal sehr gut aus. Und „Godzilla“ darf endlich wieder so richtig böse sein. Ich freue mich schon sehr auf den Film, der am 03. und 05. Mai im Kristall-Palast Cinestar auf der großen Leinwand zu sehen wird.

DVD-Rezension: “Die Brut des Teufels“

Von , 22. Februar 2017 06:34

In „King Kong gegen Godzilla“ wurde der Riesenroboter MechaGodzilla vom Original zerstört und seine Einzelteile im Meer verstreut. In „Die Brut des Teufels“ macht sich zunächst ein japanisches U-Boot auf, diese Teile zu bergen. Doch die Mission endet jäh, als das U-Boot von einem geheimnisvollen Monster zerstört wird. Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) und Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) hegen den Verdacht, dass hinter dem Unglück der Titanosaurus stecken könnte. Ein Fabelwesen, welches einst von Wissenschaftler Mafune (Akihiko Hirata) entdeckt wurde. Was keiner weiß: Da ihm damals niemand glauben wollte, macht Mafune nun gemeinsame Sache mit den Außerirdischen, deren Invasionsversuch im vorherigen Film von Godzilla vereitelt wurde. Nun steht ihnen aber außer einem neuen MechaGodzilla auch noch der Titanosaurus für ihre finsteren Pläne zur Verfügung. Dieser wird von Mafunes Tochter Katsura (Tomoko Ai) gesteuert wird. Kann Godzilla wieder einmal die Erde Erde retten?

Eine gewisse Melancholie erfasst einen, wenn man „Die Brut des Teufels“ anschaut. Was natürlich nicht vom Film induziert wird. Der ist wie fast immer ein Garant für gute Unterhaltung. Doch es ist das Ende eine Ära. Auch wenn dies zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch niemand ahnen konnte. Nach dem durchaus erfolgreichen „King Kong gegen Godzilla“ kehrte der große Ishirō Honda auf den Regiestuhl zurück. Honda hatte 1954 den ersten „Godzilla“-Film inszeniert und blieb der Serie nicht nur bis Ende der 60er treu, sondern bracht noch zahlreiche andere Kaijū-Klassiker wie „ Die fliegenden Monster von Osaka“ (mit dem Flugsaurier Rodan), „Mothra bedroht die Welt“ (mit der gleichnamigen Riesen-Motte) oder „ Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ auf den Weg. 1970 hatten Honda mit „Monster des Grauens greifen“ an seinen bis dahin letzten Spielfilm gedreht. Für „Die Brut des Schreckens“ wurde er fünf Jahre später noch einmal zurückgeholt. Es sollte sein letzter eigenständiger Spielfilm bleiben. In den 80er und 90er Jahre arbeitete er ausschließlich als enger Mitarbeiter seines guten Freundes und Kollegen Akira Kurosawa.

Als eigentlich recht geschickten Schachzug brachten die Produzenten gleich noch MechaGodzilla wieder zurück. Jenes Monster, dass beim letzten Film so gut eingeschlagen hatte. Alle Zeichen standen also auf Erfolg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die große Zeit der Kaijū war vorbei. Daran konnten auch Godzilla, sein Schöpfer Ishirō Honda und der MechaGodzilla nichts ändern. Der Sinn der Leute stand nach härterem Stoff und nicht den kindlichen Freuden endloser Prügeleien zwischen Männern in Monsterkostümen. Selbst der Gag, das Drehbuch des Filmes mittels eines landesweiten Wettbewerb zu finden, wodurch die Gewinnerin Yukiko Takayama die einzige weibliche Godzillla-Autorin wurde, half. Der Film sank an der Kinokasse wie ein Stein. Gerade mal 980.000 Besucher wollten den neuen Godzilla-Film sehen. Das war ein neuer Minus-Rekord. Toho stellte daraufhin die Produktion von Monsterfilmen ein. Erst zu seinem 30jährigen Jubiläum sollte Godzilla in „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ wieder aus der Versenkung auftauchen. Doch da waren dann schon neue Zeiten angebrochen.

„Die Brut des Teufels“ schließt direkt an „King Kong gegen Godzilla“ an. Zwar muss zwischen beiden Filmen einige Zeit vergangen sein – wie anders hätten die Außerirdischen ihren MechaGodzilla wieder zusammensetzen und von Dr. Shinji Mafune eine neue Steuerung einbauen lassen können? – doch die Handlung nimmt tatsächlich, wenn auch oberflächlich – Bezug auf den Vorgänger. Was gut und schlecht ist. Positiv wirkt sich die Rückkehr von MechaGodzilla aus und es ist schön, einmal eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe zu sehen. Andererseits ist „Die Brut des Teufels“ quasi ein Remake des vorangegangenen Films, der sich ja auch schon kräftig in der Geschichte der Reihe bediente. So ist es wieder eine Invasion von Außerirdischen, die die Erde bedroht. Wieder bemächtigen sie sich eigentlich harmloser Monster und verwandeln sie in Berserker. Wieder werden Wissenschaftler entführt. Wieder taucht Godzilla aus dem Nichts auf, um den Tag zu retten. Alles wie gehabt und schon etwas zu oft gesehen. Kein Wunder, dass sich beim Publikum gewisse Ermüdungserscheinungen einstellten.

Dabei gibt sich Honda alle Mühe, die Reihe wieder auf einen neuen, alten Kurs zu bringen. Das quietschbunte der Jun-Fukada-Filme ist passé. Zwar versprüht MechaGodzilla noch immer vielfarbige Feuerstrahlen, aber der Look des Filmes ist eher sachlich trist. Gedeckte, blasse Farben herrschen vor und passen gut zu dem ernsthaften Ton, den Honda anschlägt. Wobei „ernsthaft“ selbstverständlich relativ gesehen werden muss. Die Geschichte ist noch immer hanebüchen und beste Sonntagnachmittag-Kater-Unterhaltung. Aber auf einen kindlichen Helden oder Slapstickeinlagen wurde erfreulicherweise verzichtet. Dafür gibt es einige Szenen, die man so zuvor noch in keinem Godzilla-Film gesehen hat. Sei es, dass jemand von blutigen Einschüssen förmlich durchsiebt wird oder – ein absolutes Novum! – kurz nackte Brüste zu sehen sind. Diese sind zwar offensichtlich aus Plastik, aber immerhin.

Für dies Konzentration auf eine erwachsenere Science-Fiction-Thriller-Handlung zahlt der Zuschauer dann aber auch einen Preis. Lange muss er warten, bis die Monster endlich ihre großen Auftritte haben. Das neue Ungetüm, Titanosaurus darf zwar schon zu Anfang sein hübsch-hässliches Seepferdchen-Haupt erheben, der Hauptdarsteller Godzilla (abgesehen von einem rasanten Zusammenschnitt des finales Kampfes aus „King Kong gegen Godzilla“, welcher die Brücke zwischen beiden Filmen schlägt) schaut allerdings erst vorbei, als der Film schon die Hälfte seiner Spielzeit hinter sich hat. Dann steht der große Grüne plötzlich mitten auf dem Kampffeld und gibt den beiden fremdgesteuerten Bösewichten saures. Dieses ausufernde Gekloppe geht dann auch bis zum Ende des Filmes, immer wieder unterbrochen und aufgelockert durch die Aktionen der menschlichen Darsteller, die versuchen, die außerirdische Invasion mit konventionellen Mitteln wie aus dem Agentenfilm zurückzuschlagen. Da kommt dann keine Langeweile auf und der Film steuert flott seinem Ende – und damit dem Ende der ersten Staffel zu. Und wenn am Ende Godzilla einsam in den Sonnenuntergang schwimmt, hat der Fanboy eine kleine Träne im Augenwinkel. Das Ende einer Ära.

Mit „Die Brut des Teufels“ endet die sogenannte Showa-Staffel mit den klassischen Godzilla-Filmen. Zudem ist es der letzte Spielfilm des Godzilla-Schöpfers und legendären Kaiju-Regisseurs Ishirō Honda. Dieser lenkt die Reihe wieder in ernsthaftere Bahnen, was die Reihe aber nicht vor dem Absturz an der Kinokasse und dem vorläufigen Exitus bewahren konnte. Schade, denn der gerade in der zweiten Hälfte sehr temporeiche Film liefert wieder gute Monsterunterhaltung und entfernt sich deutlich von der zuvor Einzug gehaltenen Infantilisierung.

Wie schon in den vorherigen Veröffentlichungen ist die neue Ausgabe der Kaiju-Klassiker von Anolis vorbildlich und ein großer Quell der Freude für den Fan japanischer Monsterfilme. Wie gehabt liegen auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Die Bildqualität ist gut und übertrifft die vorheriger Veröffentlichungen bei weitem. Der Ton liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras gibt es diesmal „nur“ zwei statt drei Audiokommentare. Den einen bestreiten Florian Bahr und Label-Chef Ivo Scheloske. Beim zweiten Audiokommentar haben Jörg Buttgereit und Alex Iffländer hörbar viel Spaß und pfeffern sich Anekdoten rund um Godzilla, Kaiju-Filme und ihre eigenen Erlebnisse mit eben jenen um die Ohren. Weitere Extras sind die alte Super-8-Fassung des Filmes (schön, dass das wieder mit an Bord ist), der deutsche und der japanische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Auch sehr schön ist wieder das informative 20-seitge Booklet von Ingo Strecker geworden, welches auch den zweiten Teil des Interviews von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

DVD-Rezension: “King Kong gegen Godzilla“

Von , 25. Januar 2017 20:03

Laut einer alten Legende aus Okinawa, soll wenn ein schwarzer Berg in den Bergen hoch über die Wolken hinaus ragt, ein Monster auftauchen und versuchen, die Welt zu zerstören. Als diese Prophezeiung eintrifft ist es zum allgemeinen Erstaunen Godzilla, der dort als Weltenzerstörer agiert. Erst zertrümmert Godzilla einige Häsuer, dann bringt er fast seinen alten Kumpel, den Igel-ähnlichen Anguirus, um. Doch schnell ist das Geheimnis gelüftet. Dieser Godzilla ist gar nicht der echte Godzilla, sondern ein riesiger Roboter namens „King Kong“ (zumindest in der deutschen Fassung), der von Außerirdischen hergestellt wurde, um ihnen zu helfen, die Erde zu unterjochen. Da hat die Menschheit Glück, dass bald schon der echte Godzilla auftaucht und sich schließlich zusammen mit Okinawas Schutz-Gottheit King Caesar dem stählernen Unhold stellt…

Im Angesicht der aktuellen Veröffentlichungen in Anolis vorbildlicher Kaiju-Classics-Reihe, fragt man sich ernsthaft, weshalb die 70er-Jahre-Godzilla-Filme solch einen schlechten Ruf besitzen.  Mit „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ (Review hier) im Jahre 1966 übernahm Jun Fukuda die Serie von ihrem Schöpfer Ishirô Honda und passte sie Schritt für Schritt den Sehgewohnheiten des jüngsten Publikums an. Was sich insbesondere in quietschbunten Filme mit nervigen halbwüchsigen Protagonisten niederschlug. Diese „Infantilisierung“ des geliebten Monsters, welches in den ersten Filmen noch eine echte Bedrohung war und nun langsam, aber sicher zum Cartoon-Helden und Kinderfreund mutierte, nehmen ihm viele heute noch sehr übel. Zudem war für Fukuda auch der nervtötende Kinderdarsteller obligatorisch, der dem neuen Zielpublikum als Identifikationsfigur angeboten wurde. Höhepunkt dieser Entwicklung war dann der herrlich kindische „King Kong – Dämonen aus dem All“ (Review hier), der entweder als Tiefpunkt der Serie oder schwer unterhaltsames Monstergekloppe auf Kindergartenniveau – was in diesem Fall gar nicht negativ gemeint ist – angesehen werden kann. Man kann von Fukuda halten was man möchte, seine Filme sind immer hübsch laut, bunt und sprechen das Kind im Manne (Frauen spielen hier immer nur eine stark untergeordnete Rolle) an.


Der schlechte Ruf von „King Kong gegen Godzilla“, gerade auf englischsprachigen Seiten, mag damit zu tun haben, dass der Film Übersee scheinbar eine legendär schlechte Synchronisation verpasst bekam. Demgegenüber werden einem in der deutschen Fassung zwar einige flapsige Sprüche entgegen geworfen, allerdings von sehr gut ausgebildeten und bekannte Sprechern wie Arne Elsholz, Thomas Danneberg oder Michael Chevalier. Für seinen fünften und letzten Godzilla-Film verzichtet Fukuda auf den kleinen, aufgeregten Monsterfreund, was viele Zuschauer sicherlich aufatmen lässt. Worauf er nicht verzichtet ist das ausufernde Spektakel, welches diesmal noch dadurch verstärkt wird, dass die Monster bunte Strahlen verschießen können und so für viele farbenfrohe Explosionen sorgen. Vielleicht dem Umstand geschuldet, dass der Horror- und Monsterfilm generell in den 70er Jahren viel von seiner Unschuld verloren hatte und mit sehr viel drastischeren Bildern aufwartete als es noch 10 Jahre zuvor der Fall war, haben sich in „King Kong gegen Godzilla“ auch einige überraschend blutige Szenen einschlichen, die man so aus der Serie bisher nicht kannte. Da wird Anguirus der Kiefer abgerissen und wenn „King Kong“ Godzilla attackiert, schwappt das Blut nur so aus unsere Helden heraus. Ein Anblick an den man sicher erst gewöhnen muss und der dann erst in der Heisei- und noch mehr in der Millenium-Staffel wieder aufgenommen wurde.


Godzillas Gegner hört in der deutschen Fassung – wie vor ihm schon der Roboter Jet Jaguar – auf den Namen „King Kong“. Ob man in Deutschland – wo der Film am 20. Dezember 1974 anlief – darauf spekulierte, dass er von dem damals erwarteten Erfolg des amerikanischen „King Kong“-Remakes, partizipieren könne oder einfach eine Kontinuität zum Vorgänger herstellen sollte (die 60er Filme waren ja in Deutschland durch einen imaginären „Frankenstein“ im Titel miteinander verbunden) sei dahingestellt. „King Kong“ ist in Wahrheit natürlich einer der populärsten Gegner Godzillas: Mecha-Godzilla. Mecha-Godzilla sollte noch in der Fortsetzung „Die Brut des Teufels“ auftauchen, sowie drei weitere Auftritte in späteren Staffeln haben. Und Mecha-Godzilla macht auch tatsächlich eine Menge Spaß, wie er immer neue Gadgets hervorzaubert und den echten Godzilla schwer zusetzt. Das dritte Monster im Film ist King Caesar, ein Mischung aus Drache und Kuschelhund. Der sieht erst mal lustig aus, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn King Caesar ist dem Beschützer der Insel Okinawa nachgebildet. Eben diese war bis zwei Jahre vor Dreh des Filmes von den Amerikaner besetzt und zum Armeestützpunkt gemacht worden. Infolge der Besetzung mussten viele Einwohner Okinawas, die eine eigenen Kultur und Sprache haben, zwangsweise nach Japan umsiedeln. Erst 1971 fiel die Insel wieder an Japan zurück. Man muss also nicht besonders stark nachgrübeln, für wenn die affengesichtigen Invasoren aus dem Weltall mit ihrer Superwaffe Mecha-Godzilla stehen. Japan und Okinawa werfen die Invasion zumindest mit vereinten Kräften zurück.


Die Affengesichter, die zum Vorschein kommen, wenn die Außerirdischen ihr Leben aushauchen, erinnern an die „Planet der Affen“-Masken, sehen allerdings sehr viel preisgünstiger aus. Auch fasst man sich als westlicher Zuschauer an den Kopf, wenn der große Showdown durch eine sich endlos ziehende Gesangseinlage hinausgezögert wird. Da wird manch einer gleich die große „Hahaha-Trash“-Keule rausholen. Auch kann man bemäkeln, dass die „böse Aliens wollen die Erde erobern“-Geschichte nach so vielen ähnlich gelagerten Godzilla-Filmen ziemlich ausgelutscht ist. Man kann sich aber auch entspannt zurücklehnen und das unterhaltsame Pulp-Spektakel (inklusive sinisteren und ultracoolen Geheimagenten mit Sonnenbrille und hochgeschlagen Trenchcoat-Kragen in XXL) einfach nur genießen. Denn eines ist der Film nicht: Langweilig. Da ist immer etwas los. Da wird jemand gefangen genommen, ist auf der Flucht oder legt sich mit den Affenmenschen aus dem Weltraum an. Und am Ende haben dann ja auch die Monster ihren großen Auftritt. Mission erfüllt.

Der Ruf der in den 70er Jahren unter der Regie von Jun Fukuda entstanden Godzilla-Streifen mag nicht der beste sein. Tatsächlich sind sie sehr viel bunter, kindischer und lustiger als jene Filme aus den 50er und 60er, für die noch Godzilla-Schöpfer Ishirô Honda verantwortlich war. Wer darüber hinwegsehen kann und sich ein junges Gemüt bewahrt hat, wird aber besonders mit „King Kong gegen Godzilla“ seine Freude haben. Insbesondere, da hier auf nervige Kinderdarsteller verzichtet wurde und mit Mech-Godzilla einer der coolsten Gegner Godzillas seinen ersten Auftritt hat.

Auch der neuste Eintrag in Anolis‘ Kajiu-Classics-Reihe hält das gewohnt hohe Niveau. Auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Wobei sich die Unterscheide allein auf die Titel-Sequenzen beziehen. Ansonsten sind beide Fassungen diesmal identisch. Die Bildqualität ist gut, nur bei einigen wenigen Szenen hat man das Gefühl es könnte auch etwas schärfer sein. Der Ton ist gut und liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras stechen zunächst einmal die drei (!) Audiokommentare hervor. Auf der Scheibe mit der deutschen Fassung findet sich der Audiokommentar von Thorsten Rosemann, in den ich leider noch nicht hineingehört habe. Auf der Scheibe mit der japanischen Fassung kann man Florian Bahr hören, der sehr konzentriert und faktenorientiert vorgeht, dafür aber auch ein Maximum an Informationen bereithält. Der zweite Audiokommentar hier wurde von Jörg Buttgereit, Ingo Stecker und Alex Iffländer eingesprochen wurde. Da geht zwar manches auch mal drunter und drüber, aber er ist auch amüsant, verbreitet gute Laune und wartet auch mit einigen interessanten Anekdoten auf. Weitere Extras sind eine 10-minütige Aufnahme, die Jörg Buttgereit auf einer Godzilla-Convention gefilmt hat, bei der sich jemand als Mecha-Godzilla verkleidet. Dann die alte Super-8-Fassung des Filmes (so etwas mag ich ja sehr gerne). Der deutsche, japanische und italienische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Nicht vergessen sollte man auch das sehr schöne und informative 20-seitge Booklet, welches einen Text von Ingo Strecker und ein Interview von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

DVD-Rezension: “King-Kong – Dämonen aus dem Weltall“

Von , 27. April 2016 17:47

daemonen_aus_dem_weltallDurch die Atombombentests der Menschen fühlt sich das Unterwasserreich Seetopia bedroht. Um die Menschen zur Beendigung der Tests zu zwingen, beschwören sie das Monster Megalon. Zudem bemächtigen sie sich der neueste Erfindung des Erfinders Goro Ibuki (Katsuhiko Sasaki), des Roboters King Kong, und programmieren diesen so um, dass er Megalon zu den Menschen führt. Doch Goro gelingt es „King Kong wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dieser fliegt zu daraufhin auf die Monsterinsel, um Godzilla um Hilfe zu bitten. Dieser nimmt zusammen mit „King Kong“ den Kampf gegen Megalon auf, welcher allerdings Verstärkung vom Weltraum-Monster Gigan bekommt…

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King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ gilt gemeinhin als einer der schlechtesten Godzilla-Filme der ersten Staffel, die von 1954 bis 1975 dauerte. Meines Erachtens zu unrecht. Gut, dem Film wurde gewaltsam jegliche Ernsthaftigkeit ausgetrieben und aus Godzilla ein hüpfendes, Kung-Fu-kämpfendes, nettes Monster von Nebenan gemacht. Zudem griff man auch wieder auf eine nervige Kinderfigur zurück. Doch „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ versucht dabei erst gar nichts anderes zu sein, als quitschbunte und naive Unterhaltung, an der sowohl Kinder, als auch Kind gebliebene Erwachsene ihren Spaß haben können. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ vereint und bestätigt eigentlich alle Vorurteile in sich, die der Laie landläufig Godzilla-Filmen gegenüber hat. Doch gerade dadurch wird er fast schon zum essentiellen Godzilla-Film. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist genau diese bestimmte, fast schon verschüttete Erinnerung, die man an die nachmittäglichen Godzilla-Filme hatte. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ strahlt diese kindliche Freude an bizarr-lustig aussehende Monster und deren stundenlanges Gekloppe aus.

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Gleichzeitig ist er der Höhepunkt des von Regisseur Jun Fukuda eingeschlagenen Weges, der die Reihe immer weiter in Richtung bunte Kinderunterhaltung drückte und aus Godzilla den Kumpeltyp machte, der immer dann auftaucht, wenn es gilt die Menschheit vor griesgrämigen Monstern zu retten. Da darf er schon mal einen kleinen Freudentanz aufführen oder in Kung-Fu-Postion gehen. Godzilla ist bei Fukuda nicht mehr die Urkraft, welche vernichten will, sondern der nette grüne Riese, mit dem man Spaß haben kann, und der einem Menschen nie ein Haar krümmen würde. Das hat dann zwar überhaupt nichts mehr mit dem ursprünglichen Godzilla zu tun – und noch weniger mit seiner Reinkaration aus den 80er, 90er und 00er Jahren – aber sehr viel mit dem Bild, welches man heute noch immer von Godzilla hat, wenn man früher nur ein paar Filme aus den späten 60ern und den 70ern im Nachmittagsprogramm der Privaten genossen hat.

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Neben der ausgelassenen Albernheit dürfte den Godzilla-Puristen auch die sehr limitierte Rolle ihres Lieblings sauer aufstoßen. Ursprünglich war der Film als Vehikel für den neuen Helden Jet Jaguar, einem flotten Roboter (statt King Kong hätte ihn die deutsche Synchro vielleicht besser Kling Klong nennen sollen), der seine eine Größe verändern kann, geplant. Doch allein auf Jet Jaguar wollte man sich dann doch nicht verlassen, weshalb dann doch noch der populäre Godzilla in den Film gepackt wurde. Ein weiterer Kritikpunkt wären auch – wie beim Vorgänger – die vielen Archivaufnahmen aus älteren Filmen, die die Kosten für die Kämpfe und Zerstörung nach unten drücken sollten. Auch mit dem Design des neuen Monsters Megalon, welches anscheinend von einer Küchenschabe inspiriert und mit ein seltsames Kreuz auf dem Kopf verziert wurde, hat sich die Toho nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Dafür wurde dem aus dem Vorgängerfilm bekannten Kampfhuhn Gigan ein neues, cooleres Aussehen verpasst. Der Film läuft dann auch zielstrebig und ohne größere Höhepunkte seinem fast halbstündigen Endkampf entgegen. Der Anteil der „menschlichen Handlung“ ist dementsprechend oberflächlich und schnell abgehakt.

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Im Grunde erzählt der Film nur wie die mittlerweile altbekannte Geschichte der Außerirdischen (hier zur Abwechslung mal Bewohner eines im Meer versunkenen Kontinents), die mit Hilfe einiger Monster die Kontrolle über die Erde erlangen wollen und schließlich aufgeben müssen, wenn Godzilla ihre monströse Super-Waffe verprügelt hat. Leider wurden die Untersee-Bewohner nicht besonders liebevoll gestaltet. Ein grobschlächtiger Amerikaner mit Seemanns-Tattoo spielt ihren Anführer und darf einmal von einigen Schönheiten umtanzen lassen. Dies übrigens die einzigen weiblichen Figuren in diesem Film, was noch einmal beweist, dass das Zielpublikum präpubertäre Jungs waren, die Monster eben geiler als Mädels finden. Das alles wirkt aber leider auch auffällig billig und lieblos. Auch bei anderen Szenen wurde sich nicht besonders viel Mühe gegeben. Gleich in der Eröffnungsszene wird vergessen, ein Erdbeben durch Wackeln der Kamera zu simulieren, so dass die armen Darsteller scheinbar ohne Grund hin und her stolpern. Doch gerade diese Unzulänglichkeiten, tragen auch zu dem besonderen Charme dieses Filmes bei. „King Kong – Dämonen aus dem Weltraum“ kann man entweder als buntes Spektakel für große Kinder oder peinlichen Tiefpunkt der mit einigem Ernst gestartet Godzilla-Reihe sehen. Nach „King Kong“ durfte der für die Infantilisierung der Reihe hauptsächlich verantwortliche Jun Fukuda noch „.King Kong gegen Godzilla“ inszenieren, bevor „Godzilla“-Vater Ishirō Honda die sogenannten Shōwa-Staffel mit „Die Brut des Teufels“ zu Grabe trug.

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Zugegeben, „King-Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist ein sehr infantiler und recht alberner Vertreter seines Genres. Zudem wurde aus Kostengründen wieder viel altes Material recycelt und die ganze Angelegenheit auf „kinderfreundlich“ inklusive nervigem Göre gebürstet. Trotzdem macht dieser simpel gestrickte Film mit seinem schier endlosen Monster-Gekloppe mit all seinem kindlichen Charme Spaß. Man sollte ihn nur nicht mit den früheren, grimmigeren Einträgen der Serie vergleichen. Das hier ist kunterbunter Kindergeburtstag.  Nicht mehr, nicht weniger. Das kann man mögen oder hassen.

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„King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist nun schon die dreizehnte Folge der wundervollen Kaiju Classics, die von Anolis wieder in einem schicken Metal-Pack und in gewohnt reichhaltiger Ausstattung veröffentlicht wurde. Neben dem höchst informativen und umfangreiches Booklet von Ingo Strecker, hat Anolis wieder zwei Versionen des Filmes in die Veröffentlichung gepackt. Auf DVD 1 befindet sich die japanische Fassung des Filmes mit einem Audiokommentar des bewährten Teams Jörg Buttgereit und Bodo Traber, sowie japanischer Trailer und US Trailer, ein spanischer Werberatschlag und eine Bildergalerie mit japanisch und internationalen Motiven. DVD 2 enthält die deutsche Kinofassung mit einem Audiokommentar von Florian Bahr. Ferner finde man hier den deutschen Trailer, die deutsche Super-8 Fassung, ein Scan des Filmprogramms und eine deutsche Bildergalerie. Das Bild beider Film-Fassungen bietet keinen Anlass zur Kritik und auch der Ton ist – trotz seines Alters – absolut sauber. Wieder eine tolle Veröffentlichung. Nummer 14 kann kommen.

DVD-Rezension: “Frankensteins Höllenbrut“

Von , 4. Februar 2016 18:08

hoellenbrutDer Comic-Zeichner Gengo (Hiroshi Ishikawa) kommt einem gewaltigen Komplott auf die Spur. Bei seinen zukünftigen Arbeitgeber vom Weltkinderland ist er zufällig an ein geheimes Tonband gekommen, welches die schöne Machiko (Tomoko Umeda) auf der Flucht vor seinem Chef in spé verloren hat. Mit Hilfe des Tonbandes findet er heraus, dass das Kinderland als Basis für außerirdischen Invasoren dient. Diese wollen die Menschheit mithilfe der beiden Monster King Ghidorah und Gigan vernichten, und sich die Welt für ihrer Rasse von Insekten-Wesen untertan machen. Höchste Zeit für Godzilla und seinen Kumpel Angilas einzuschreiten und die bösen Mächte aufzuhalten.

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Nachdem der 11. Filme der Godzilla-Reihe, „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ an der Kinokasse durchgefallen und Regisseur Yoshimitsu Banno in die Wüste gejagt worden war, wandte man sich wieder einmal an Jun Fukuda der Ende der 60er den Staffelstab von Ishirō Honda übernommen hatte und schon einige preisgünstige, aber erfolgreiche Godzilla-Filme abgeliefert hatte. Eins war klar: Experimente wie bei den „Teufelsmonstern“ würde es nicht wieder geben. Was bedauerlich war, denn der psychedelisch-surreale „Teufelsmonster“ zählt für mich zu den interessantesten und liebsten Filmen der Reihe. Immerhin ließ man es sich nicht nehmen, auch noch einmal das Thema Umweltverschmutzung in seine Werk mit aufzunehmen, was mit zahlreichen Einstellungen aus dem Vorgängerfilm illustriert wurde. Überhaupt hatte man sich bei „Frankensteins Höllenbrut“ dazu entschlossen, kräftig am Budget zu sparen und zahlreiche Szenen aus älteren Filmen zu recyceln. Was aber zugegeben dem Laien nicht unbedingt gleich auffallen würde – nur wenn man genau hinschaut, bemerkt man, dass sich die Helligkeit der Szenen und Godzillas Aussehen hier und dort verändert.

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Da es ja in der Vergangenheit immer gut geklappt hat, wurde für „Frankensteins Höllenbrut“ das gute, alte Alien-Invasoren-Motiv reaktiviert. Wir ihre Vorgänger in „Befehl aus dem Dunkel“ geben sich die bösen Außerirdischen als Wohltäter der Menschheit aus, um dann die Filmmonster gegeneinander antreten zu lassen, die dabei quasi im Vorbeigehen Tokio zerstören. Dieser Plan gelingt ihnen auch recht gut und beschert dem Film einige schöne Monster-Fights (wenn auch aufgrund des oben erwähnten Recyclings mit einigem Wiedererkennungsfaktor) und auch ein neues Monster. Gigan sieht zwar aus wie ein überdimensionales Huhn, konnte aber eine solche Popularität erreichen, dass er im nächsten Film, „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ gleich wieder mit dabei ist. Da gerade in der zweiten Hälfte das immer weiter ausufernde Finale die eigentliche Handlung verdrängt, kommen die Freunde des zünftigen old-school Kaiju-Gekloppes voll auf ihre Kosten.

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Obwohl sich „Frankensteins Höllenbrut“ in erster Linie an ein kindliches Publikum wendet, ist er gleichzeitig der brutalste Godzilla-Film bis dahin. War in „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ schon ein Tabu gebrochen worden und die Opfer der Monsterattacken gezeigt worden, so spritzt hier erstmals bei den Monster-Kämpfen das Blut. Gigan schlägt Godzilla seine scharfen Klauen in den Schädel und der Monster-Igel Anguirus macht Bekanntschaft mit der Kreissäge, die in aus Gigans Bauch wächst. Gleichzeitig aber gefällt sich der Film auch in kindlichen Albereien. So unterhalten sich Godzilla und Anguirus in der Originalversion wortreich. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass große Sprechblasen mit japanischen Schriftzeichen eingeblendet werden, die den Dialog – in dem Godzilla ziemlich autoritär auftritt – wiedergeben. In der deutschen Fassung fehlen die Sprechblasen zwar, aber Godzillas Gesten und Töne sind auch hier recht eindeutig als Kommandos an Anguirus zu verstehen. Ob man diese lustige Vermenschlichung der Monster gut findet oder nicht, ist wohl auch eine Frage des Alters.

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Ferner wird weiter an einem neuen Monster-Mythos gestrickt. Alle Monster leben – wie schon in „Frankenstein und die Monster aus dem All„– gemeinsam friedlich auf der Monsterinsel. Diese verlassen sie nur, wenn Not an Mann bzw. Monster ist und die Menschheit vor bösen Monstern geschützt werden muss. Godzilla & Co. sind also nicht mehr die furchterregenden Feinde, sondern so etwas wie eine Super-Eingreiftruppe, wenn der Menschheit Gefahr droht. Da ist es dann auch ganz selbstverständlich, wenn sich die Monster wie Superhelden agieren und sich mit einem fröhlich-energischen „Komm mit, es gibt etwas zu tun“ in die Fluten stürzen, um nach Tokio zu schwimmen. Sie sind also keine Naturgewalten mehr, die über Japan herfallen, sondern so etwas wie Naturgötter. Wobei dieser Ansatz erst in dem sehr viel später entstandenen „Godzilla, Mothra and King Ghidorah“ voll ausgespielt wurde. Die Menschen scheinen sich dessen bewusst und leben in friedlichen Co-Existenz mit den Monstern, was man daran erkennt, dass die Hauptattraktion eines Kinderfreizeitparks ausgerechnet ein „Godzilla-Turm“ ist.

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Den erwachsenen Zuschauer wird es freuen, dass diesmal auf einen nervigen Kinderdarsteller verzichtet wurde und auch die Hauptdarsteller sich nicht von der üblichen Hysterie anstecken lassen, sondern sympathisch und verhältnismäßig kompetent zu Werke gehen. Wer sich die deutsche Tonspur gönnt wird zudem mit einem Best-Of-Synchronsprecher bedient. Alles was in den 70ern hier Rang und Namen hatte, leiht hier den japanischen Schauspielern seine Stimme. Brückner, Danneberg, Martienzen, Chevalier – alle sind sie dabei. Da stört es dann auch nicht, dass Godzilla eines seiner schlimmsten Kostüme tragen muss, die ihn oftmals wie einen überdimensionierten Frosch aussehen lässt. In den vielen Schnippseln aus älteren Filmen sieht er dann ja auch deutlich besser aus. Ein optisches Highlight ist wieder einmal der goldene, dreiköpfige Drache King Ghidorah – überhaupt eines der bestaussehenden Monster des Toho’er kaijun-Universums. Schön auch die Idee, für die Darstellung der insektenförmigen Invasoren echte Kakerlaken in Großaufnahme zu verwenden. Auch dieses dürfte ein Novum in der langjährigen Kaiju-Geschichte sein.

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„Frankensteins Höllenbrut“ mag nicht zu den absoluten Highlights der Serie gehört und durch kostensparendes Recycling alter Filmschnipsel negativ auffallen. Dennoch kann der munterer Monster-Spaß all jenen ans Herz gelegt werden, die sich eine kindliche Freude an den japanischen „Männer in Monsterkostümen“ und ihren endlosen Keilereien bewahrt haben. Dass dabei auf allzu infantilen Humor und Kinder verzichtet wurde, weiß ebenfalls zu gefallen.

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Die in der Reihe „Kaiju Classics“ herausgekommene DVD reiht sich nahtlos in die wunderbaren Veröffentlichungen ein, mit der Anolis in den letzten Jahren die Monster-Fans erfreut hat. Wieder sind zwei Versionen auf zwei DVDs mit dabei. Die ungekürzte, japanische Fassung und die um viel Handlung und blutige Details im Finalkampf verzichtende deutsche Kinofassung. Und selbstverständlich haben wieder viele Experten mitgeholfen und wieder gleich drei Autokommentare eingesprochen. Das Trio Jörg Buttgereit, Alexander Iffländer und Bodo Traber übernehmen, ebenso wie Florian Bahr, die Kommentierung der japanischen Fassung auf Disc 1. Auf der zweiten Scheibe mit der deutschen Kinofassung kommt Torsten Rosemann zu Wort. Ferner im dem sich über beide Discs erstreckendem Bonusmaterial: Der japanische und der deutsche Trailer, eine Super-8-Fassung, Bildergalerien mit japanischen, internationalen und deutschem Material. Nicht zu vergessen, das informative 20-seitige Booklet von Ingo Strecker. Von der Bildqualität her, weiß die Veröffentlichung erwartungsgemäß auch wieder zu überzeugen. Sowohl die deutsche als auch die japanische Fassung erfreuen mit einem klaren Bild und guten Schwarzwerten, wobei die Japan-Fassung leicht die Nase vorne hat. Auch der Ton ist sauber und deutlich, wobei man der deutschen Synchro ihr Alter etwas anhört, wenn man nur genau genug die Ohren spitzt.

DVD-Rezension: “Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“

Von , 14. April 2015 22:13

frankensteinungeheuermeerDer Bruder des jungen Ryôta (Tôru Watanabe) verschwand einst auf hoher See. Durch einen Zufall gerät Ryôta an ein Segelboot und sticht mit den beiden Kumpels Ichino (Chôtarô Tôgin) und Nita (Hideo Sunazuka) sowie dem Dieb Yoshimura (Akira Takarada) in See. Bald geraten sie in ein Unwetter und machen eine erste Bekanntschaft mit dem gewaltigen Hummerwesen Ebira. Auf eine Südseeinsel gespült, stellen sie fest, dass diese als Basis der terroristischen Geheimorganisation „Roter Bambus“ dient, die von der Nachbarinsel Sklaven entführen. Auf der Nachbarinsel befindet sich auch der verschwundene Bruder Yata (Tôru Ibuki). Zusammen mit dem Insel-Mädchen Daiyo (Kumi Mizuno) machen sich unsere Helden auf, den „Roten Bambus“ zu besiegen und die Sklaven zu befreien. Gut, dass auch ein alter Bekannter auf der Insel schlummert…

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1966 war ein wichtiges Jahr für die 1954 gestartete Godzilla-Reihe. Die letzten beiden Filme hatten nicht mehr den großen Erfolg an der Kinokasse, den sich Toho gewünscht hatte. Also wurde beschlossen, den Stil der Reihe grundlegend zu ändern und die Godzilla-Filme zukünftig kostengünstiger herzustellen. Erstes Opfer dieser Entscheidung war Regisseur Ishirô Honda, der zuvor sage und schreibe acht Godzilla-Filme und darüber hinaus zahlreiche weitere Monsterfilme, für Toho inszeniert hatte. Er wurde durch Jun Fukuda ersetzt, der es in der Folgezeit auf fünf weitere Godzillas bringen sollte. Kostensparend wurden auch Kostüme aus den vorangegangenen Filmen wiederverwendet, was Godzilla und vor allem die ebenfalls in „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ auftauchende Motte Mothra, recht schäbig aussehen ließ. Statt auf dem Festland zu spielen, wird die Handlung des neuen Filmes auf eine Südseeinsel verpflanzt, wodurch man sich die teureren Städtemodelle, die regelmäßig unter den Füssen Godzillas platt gemacht wurden, sparen konnte. Dadurch wirkt der Film dann auch weitaus kleiner als seine Vorgänger.

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Godzilla-Fans müssen sich stark in Geduld üben, bis ihr Liebling erscheint. Erst nach 50 Minuten tritt die große Echse in Aktion. Davor schläft sie in einer Höhle auf der Insel. Wenn Godzilla dann endlich erwacht, benimmt er sich recht merkwürdig. Viele seiner Aktionen scheinen gar nicht in das Bild zu passen, welches man sich von dem beliebten Monster bisher gemacht hat. Eine Erklärung dafür liefert die Produktionsgeschichte. Tatsächlich war „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ als King-Kong-Streifen geplant. Godzilla wurde nur eingesetzt, weil er zu diesem Zeitpunkt das populärere Ungetüm war. Und in der Tat benimmt sich Godzilla hier reichlich affig. Er wirft mit Vorliebe Felsbrocken um sich, scheint sich in ein hübsches Insel-Fräulein zu vergucken und darf ganz Kong-like gegen attackierende Flugzeuge kämpfen. Insgesamt hätte der Film mit Kong vielleicht sogar besser funktioniert und die Insel-Landschaft mehr Sinn ergeben. Mit „fremden Charakter“ ausgestattet, vollzieht Godzilla aber auch die Wende hin zum Menschenfreund und Super-Monster, welches die Menschheit, sprich Japan, vor bösen Feinden beschützt.

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Godzillas Feinde sind in diesem Film weniger eindrucksvoll. Mothra taucht kaum auf und gehört sowieso zu den Guten. Ein anonymer Riesenvogel sieht mehr aus wie ein fliegender Staubwedel und wird von Godzilla ebenso schnell geröstet, wie er aus dem Nichts auftauchte. Godzillas Kampf gegen den gefiederten Freund ist obendrein schlecht choreographiert und eher hektisch, als eindrucksvoll. Da ist das Hummerwesen Ebira schon von anderem Kaliber, auch wenn ein riesiger Hummer nun nicht besonders gruselig oder eindrucksvoll daher kommt. Immerhin ist Ebiras Design recht schön geworden und die Szenen am Anfang, wenn man in stürmischer See nur seine gewaltigen Zangen sieht, sehr stimmungsvoll. Ein Highlight auch der brutale Kampf Godzillas gegen Eibra am Ende des Filmes, der sogar unter Wasser geführt wird. Demgegenüber ist das anfängliche Ping-Pong-Spiel der Beiden, welches mit Felsbrocken geführt wird, dann eher lustig und auch ziemlich albern anzusehen. Es wundert nicht, dass es für Eibira bei diesem einen Auftritt bleiben sollte.

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Da die Monster nur eine untergeordnete Rolle spielen, und es auch erst nach der Hälfte des Filmes überhaupt zu nennenswerten Zerstörungsorgien und Schlagabtäuschen kommt, muss sich „Frankenstein und die Monster aus dem Meer“ auf seine „menschliche“ Handlung verlassen. Diese ist zwar an den Haaren herbeigezogen, aber doch recht kurzweilig umgesetzt. Die Chemie zwischen unseren Helden stimmt und der zynische Dieb Yoshimura. Akira Takarada der zuvor auf Helden abonniert war, hat hier einmal eine zwielichtigen, harten Rolle inne, kann eine gewisse Präsenz entfalten. Im Gegensatz zu den Alibi-Figuren anderer kaijus nerven die menschlichen Helden hier, trotz einzelner Klamauk-Einlagen, nicht so sehr und entwickeln im Rahmen der Möglichkeiten auch Charakter. Da die drei nicht einfach so auf einer Insel stranden können, wurde noch eine mysteriöse Geheimorganisation mit in den Topf geworfen. Die nennt sich „Roter Bambus“ und gebärdet sich wie aus einem James-Bond-Film oder vielmehr aus dessen billigen Imitaten der 60er Jahre entsprungen. Was der „Rote Bambus“ da eigentlich treibt, was sein Ziel ist und wieso er über eine eigene Fliegerstaffel verfügt, wird nicht erklärt – ist aber für den Film auch völlig unwichtig. Wichtig ist nur, dass der „Rote Bambus“ böse ist und eine schicke Basis besitzt, die sich vorzüglich zum platt Trampeln eignet.

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Auch wenn „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ nicht zu den besten Godzilla-Filmen zählt, so ist er doch ein wichtiger Wendepunkt in der Geschichte der Serie. Ursprünglich als King-Kong-Film geplant, benimmt sich Godzilla hier reichlich „affig“ und legt den Grundstein für seine weitere Karriere als „Menschenfreund“. Das flotte Tempo der Inszenierung, tröstet über mach ärmlich aussehende Sets und Kostüme hinweg.

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Wie gewohnt lässt die Anolis-Veröffentlichung im Rahmen der „Kaiju Classics“ keine Wünsche offen. Im schicken Steelcase befinden sich gleich zwei DVDs. Eine mit der japanischen Fassung und eine mit der deutschen Kinofassung. Mir sind allerdings bis auf den Vor- und Abspann keine Unterschiede zwischen beiden Fassungen aufgefallen. Auch von der Bildqualität wissen beiden absolut zu überzeugen. Während die japanische Fassung neben der deutschen Synchro noch die englische Synchronisatation und natürlich die zu bevorzugende japanischen Tonspur enthält, ist es bei der Kinofassung nur die deutsche. Die Extras fallen etwas magerer aus als üblich. Die Japan-Fassung enthält wieder einen Audiokommentar des eingespielten Experten-Teams Jörg Buttgereit und Bodo Traber. Dort zu finden ist auch der japanische Trailer und reichlich internationales Werbematerial in einer selbstlaufenden und mit Musik unterlegten Bildgalerie. Sehr schräg ist die knapp 5-minütige, japanische Super-8-Fassung, die nur wenig Material aus „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ enthält, diese aber mit Szenen aus einem anderen Godzilla-Film anreichert und eine ganz andere Geschichte als der eigentliche Film erzählt. Auf der Disc mit der deutschen Kinofassung findet man dann den deutschen Trailer und das deutsche Werbematerial.  Das 20-seitige und hübsch bebilderte Booklet enthält einen gut geschriebenen und höchst informativen Text von Ingo Strecker. Ferner liegt noch ein Gutschein für den Kauf einer späteren Blu-ray-Veröffentlichung bei, der den Preis von € 14.99 auf € 5,99 senkt.

DVD-Rezension: „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“

Von , 13. Februar 2015 21:16

Teufelsmonster
Die Küste vor Tokio ist vollkommen durch Müll und Industrieabfälle verdreckt. Aus dieser Suppe entsteigt ein gigantisches Ungeheuer namens „Hydrox“ (im Original Hedora), welches sich von der Umweltverschmutzung ernährt und eine tödliche Gefahr für die Menschen darstellt. Der Wissenschaftler Dr. Yano ist der erste, der mit dem Monster direkten Kontakt hat. Obwohl er bei der Begegnung schwere Verbrennungen erleidet, macht er sich fieberhaft dran, ein Mittel gegen das stetig wachsende Monster zu entwickeln. Sein kleiner Sohn wiederum scheint eine telepathische Verbindung zu einem anderen Monster zu besitzt: Godzilla. Als Godzilla plötzlich auf der Bildfläche erscheint, um Hydrox zu bekämpfen, wird offenbar, dass Hydrox sogar dem mächtigen Godzilla überlegen ist. Wird es Dr. Yano trotzdem gelingen, die Menschheit vor Hydrox zu retten?

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Ende der 60er Jahre hatten sich die Godzilla-Filme in eine Sackgasse manövriert. Sie hatten den ernsthaften Grundton des Erstlings aufgegeben und sich zu harmloser Kinderunterhaltung entwickelt, die zu allem Übel noch mit reichlich Archiv-Material aufgemöbelt wurde. Als Tiefpunkt gilt „Attack all Monsters“ aus dem Jahre 1969, der als Traum eines kleinen Jungen, vor allem aus Szenen älterer Filme zusammengestellt wurde. Danach machte die Serie erst einmal Pause, um 1971 mit „Frankenstein im Kampf gegen die Teufelsmonster“ zurück zu kehren. Der deutsche Titel ist natürlich ziemlicher Quatsch. Ein Frankenstein taucht hier selbstverständlich nicht auf, und die „Teufelsmonster“ sind in Wirklichkeit nur eins. Wobei, zugeben, noch ein paar Ableger zu sehen sind und in den Raum gestellt wird, dass es noch ein zweites Monster gäbe. Im Original heißt das Monster Hedorah, was vom japanischen Wort von Schlamm oder Schlick abgeleitet wird. In Deutschland hieß es Hydrox und in den USA „the Smog-Monster“. Hedorah wirkt auf den ersten Blick ganz lustig, ist aber für Godzilla ein schier unbesiegbarer und gefährlicher Gegner. Zudem ist Hedorah auch die Materie gewordene Umweltverschmutzung und somit Godzilla nicht unähnlich, der ja einst ebenfalls eine Inkarnation einer von Menschen geschaffenen Gefahr darstellte: Der Atombombe.

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Das Thema Umweltverschmutzung wird dann auch sehr massiv in „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ angegangen. Es wird geradezu mit dem Zaunpfahl auf das Publikum eingeprügelt. Hedorah ist keine leise Metapher, sondern ein auf Krawall gebürstet Demonstrant mit Megaphon. Dies führt immer wieder dazu, dass der Film bei den Fans nicht besonders gut gelitten ist. Tatsächlich spaltet er das Publikum enorm. Wobei die negativen Argumente nicht von der Hand zu weisen sind. Der Kinderhauptdarsteller, der Bruch etablierter Franchise-Regeln und natürlich die Botschaft, die mit dem Holzhammer daher kommt. Doch löst man sich davon, einen konventionellen Godzilla-Film sehen zu wollen, offenbart sich eine schier wahnsinnige Kraft, die einen mit all ihrem Irrsinn und den beinahe avantgardistischen Einfällen mitreißen kann. Es stimmt, als Godzilla-Film funktioniert „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ eher weniger. So wird Godzilla auch irgendwie in den Film hineingepresst. Warum er überhaupt auftaucht, wird nicht wirklich erklärt. Er ist einfach plötzlich da und prügelt auf Hedorah ein. An einer Stelle wird dies beiläufig und arg fadenscheinig mit einer telepathischen Verbindung des Jungen mit dem grünen Monster erklärt, aber letztendlich ist dies doch nur reine Willkür der Autoren und kein zwingendes Motiv.

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Verabschiedet man sich also von traditioneller Kaiju-Konvention, explodiert einem die Experimentierfreude förmlich vor den Augen. Da wird der Film mit einer beinahe nach James Bond schmeckender Titelsequenz eingeläutet, in der die Sängerin Keiko Mari einen Ohrwurm über die Gefahren der Umweltverschmutzung schmettert, der fast vollständig aus der Aufzählung diverser Giftstoffe besteht. Immer wieder auch werden auf dem Meer treibende Mülllandschaften gezeigt, deren Zentrum eine zerstörte Kleiderpuppe einnimmt. Später führt der Film in eine psychedelisch ausgeleuchteten Discothek, wo ebenfalls eine Version des Liedes zum Besten gegeben wird und einer der Darsteller auf die anderen Besucher Fischköpfe halluziniert. Zwischendurch werden Zeichentricksequenzen wie aus der „Sendung mit der Maus“ eingeblendet, Dia-Vorträge über das Weltall abgehalten und wenn Hedorah über die Stadt fliegt fallen links und rechts skelettierte Körper zu Boden (ein no-go im Godzilla-Franchise, wo sonst nie Tote gezeigt wurden). In einer der schönsten Szenen, gerät eine Protagonist am Fuße des Fuji zu einem spontanen Happening junger Leute mit Musik und Tanz, während die Alten wie Geister hinter den Büschen hocken und das Treiben mit toten Augen beobachten. Und wenn Hedorah wieder Schlamm auf seine Gegner spritzt, erinnert dies an eine heftige Ejakulation.

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Für Regisseur Yoshimitsu Banno, der zuvor als Regie-Assistent bei Ishiro Honda und drehte den Film „Birth of the Japanese Islands“ für die Weltausstellung in Osaka 1970. Dabei lernte er Tomoyuki Tanaka kennen, der den jungen Regisseur mit dem neuen Godzilla-Film beauftragte. Was er bekam gefiel ihm allerdings gar nicht. Am heftigsten missfiel ihm die Szene, in der sich Godzilla plötzlich mit Hilfe seines Atomatmens in die Lüfte erhob. Für Banno sollte es dann auch sein erster und letzter Spielfilm bleiben. Was sehr schade ist, denn die übersprudelnde Fantasie und naive Kreativität hätte man gerne noch in einem weiteren Kontext gesehen. Immerhin taucht Bannos Name 43 Jahre später unter den Produzenten des amerikanischen „Godzilla“-Films von Garth Edwards auf. Doch dieser ist vom enthemmten Irrsinn eines „Teufelsmonster“ denkbar weit entfernt. So aber blieb „Frankenstein in Kampf gegen die Teufelsmonster“ der einzige Blick auf Bannos Fähigkeiten als Regisseur und gleichzeitig der polarisierenste Godzilla-Film der ganzen Reihe, der von der einen Fraktion ebenso vehement abgelehnt, wie von einer kleineren hemmungslos geliebt wird. Trotz und gerade wegen seiner Fehler und der Weigerung nach den Regeln zu spielen.

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Als konventioneller „Godzilla“-Film funktioniert „Frankenstein im Kampf gegen die Teufelsmonster“ nur sehr bedingt, aber als wagemutiges Experiment am Rande des Irrsinns, ohne Rücksicht auf irgendwelche Regeln oder den Geschmack des Publikums, ist er für ein dafür empfängliches Publikum eine sehenswerte, stellenweise fast avantgardistische, Entdeckung. Allerdings sollte man darauf gefasst sein, dass Yoshimitsu Banno einem seine ökologische Botschaft mit dem Dreschflegel einprügeln möchte.

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Mit seiner nunmehr 10. „Kaijun Classics“-Ausgabe hat Anolis wieder einmal einen sehr hohen Standard gesetzt. Von außen nicht ersichtlich, enthält das edle Steelcase nicht nur eine, sondern gleich zwei DVDs, die jeweils mit hochinformativen Extras aufgewertet wurden. Disc 1 enthält die Japanische Fassung des Filmes in einer hervorragenden Bildqualität. Neben der deutschen Synchronisation (fehlende Stellen werden im Original mit Untertiteln belassen), kann der geneigte Zuschauer noch wahlweise einen Audiokommentar mit den renommierten Experten Jörg Buttgereit und Bodo Traber oder Florian Bahr zuschalten. Des weiteren an Bord, ein 11-minütiges Interview mit Yoshimitsu Banno, welches Jörg Buttgereit 2002 geführt hatte. Der japanische und us-amerikanische Trailer sowie schönes internationales Werbematerial sind ebenfalls enthalten. Das Bild der deutschen Fassung auf Disc 2 ist einen Tick schlechter, aber immer noch sehr gut. Hier findet man neben japanischer und deutschen Tonspur, einen Audiokommentar von Monster-Fan Thorsten Rosemann, der schon zu „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ einen AK beisteuerte. Wer es kurz und nostalgisch mag, der kann die – leider rotstichige – 33-minütige deutsche Super-8-Fassung bestaunen. Der deutsche Trailer und deutsches Werbematerial runden die Disc ab. Nicht unterschlagen sollte man auch das sehr schön gewordene, 20-seitige Booklet, welches von Ingo Strecker verfasst wurde. Alles in allem, eine wunderschöne Veröffentlichung, die keine Wünsche übrig lässt.

Blu-ray Rezension: Fünf monströse Godzilla-Filme

Von , 9. August 2014 21:23

Eigentlich war mein Plan, alle nun pünktlich zur neuen US-Version erschienenen „Godzilla“-Blu-rays aus dem Hause Splendid zu besprechen. Da aber leider nicht alle für Rezensionen vorlagen, muss ich mich für meine Reviews mit den Titeln begnügen, die mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

Godzilla_Mecha_IIChronologisch ist somit „Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ der erste Film, der hier besprochen wird. Dieser ist auch der älteste Film der Splendid-Reihe – sieht man von dem ersten „Godzilla“ und „Godzilla kehrt zurück“ ab, die beide in den 50ern entstanden und jetzt ebenfalls neu auf Blu-ray veröffentlicht wurden. Entstanden ist „Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ im Jahre 1993 und sollte ursprünglich der letzte Teil der sogenannten Heisei-Staffel sein, die 1984 mit „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ begann. Tatsächlich folgten aber 1994 und 1995 noch zwei weitere Filme, „Godzilla gegen SpaceGodzilla“ und „Godzilla gegen Destoroyah“, die nun ebenfalls bei Splendid auf Blu-ray erschienen sind. Die römische Zwei im Titel ist irreführend, glaubt man doch automatisch an eine Fortsetzung. Dies ist der Film auch, aber von „Godzilla – Duell der Megasaurier“ (1991) und nicht – wie man annehmen sollte – von dem 1974 in der Showa-Staffel entstanden „King Kong gegen Godzilla“, der im Original ebenfalls „Godzilla Vs. Mechagodzilla“ heißt. Um die Verwirrung komplett zu machen entstand 2002 in der Millenium-Staffel noch ein „Godzilla Against Mechagodzilla“, der ebenfalls bei Splendid auf Blu-ray erschienen ist.

In „Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ wird aus den Resten des in „Godzilla – Duell der Megasaurier“ besiegten Mecha-King Ghidorah ein mechanischer Godzilla gebaut, der von Piloten der G-Force gesteuert wird. Mit Hilfe eines raketenbetriebenen Fliegers kann dieser sogar noch in einen Super-Mechagodzilla verwandelt werden. Hat die Menschheit nun eine Wunderwaffe gegen Big G? Zeitgleich wird auf einer abgelegenen Insel ein Ei gefunden, welches von einer Gruppe Wissenschaftler untersucht werden soll. Beschützt wird dieses Ei von der riesigen Flugechse Rodan. Als urplötzlich Godzilla auftaucht und sich mit Rodan einen wilden Kampf liefert, nutzen die Wissenschaftler die Gelegenheit, um mit dem Ei zu verschwinden. Wie sich herausstellt, befindet sich in diesem Ei ein Baby-Godzilla, der auch kurz darauf schlüpft und mit Godzilla in einem telepathischen Kontakt steht. Tatsächlich taucht Godzilla auch bald in Kyoto auf und macht sich auf die Suche nach dem Kleinen. Die Chance für die G-Force ihren Super-Mechagodzilla auszuprobieren…

„Godzilla Vs. Mechagodzilla II“ gilt als einer der besten späteren Godzilla-Filme, und dies durchaus zu recht. Die Effektszenen sind Weiter lesen 'Blu-ray Rezension: Fünf monströse Godzilla-Filme'»

DVD-Rezension: „Befehl aus dem Dunkel“

Von , 23. Juni 2012 14:57

Hinter dem Saturn wurde ein geheimnisvoller, neuer Planet namens „X“ (in der deutschen Fassung Alpha 707) entdeckt. Die NASA und ihr japanisches Gegenstück schicken ihre beiden besten Männer, den Japaner Fuji und den Amerikaner Glenn, um den Planeten zu untersuchen. Auf „X“ angekommen, werden die beiden von den dortigen Bewohnern empfangen. Diese leben unter der Planetenoberfläche, wohin sie vor vielen tausend Jahren aufgrund des Monsters Ghidora geflohen waren, welches auf „X“ sein Unwesen treibt. Die Außerirdischen schlagen Fuji und Glenn einen Handel vor. Sie wollen die beiden Monster Godzilla und Rodan aus ihren Verstecken, in denen diese seit Jahrtausenden schlafen, befreien und auf „X“ transferieren, damit sie dort Ghidora in die Flucht schlagen. Als Gegenleistung bekommt die Erde ein Heilmittel gegen Krebs. Die Erdregierung (sprich Japan) stimmt dem zu und tatsächlich können Godzilla und Rodan mit vereinten Kräften Ghidora von „X“ vertreiben. Doch im Geheimen haben die Außerirdischen ganz andere Pläne mit den Monstern…

Nun schon zum siebten Mal veröffentlicht Anolis einen japanischen Monsterfilm (in der Landessprache Kaiju genannt) in einem edlen Steelbook. „Kaiju Classics“ nennt sich die Reihe, die sich bei Freunden des Genres großer Beliebtheit erfreut. Das ist auch verständlich, denn zur liebevollen Aufmachung gesellen sich informative Extras, wie ein sympathischer und lehrreicher Audio-Kommentar mit Deutschlands Kaiju-Experten Numero Uno, Jörg Buttgereit, und Bodo Traber. Als weiteres Extra gibt es ein Interview (16:46 Minuten) mit dem japanischen „Monsterdarsteller“ Ryu Hurrikane. Dieser hat zwar nichts mit „Befehl aus dem Dunkel“ zu tun gehabt, aber in den 90ern in einigen „Kaiju“-Filmen diverse Monster gespielt. Seine Statements über sein Selbstverständnis als Monster-Darsteller und wie er in seine Rollen hineinfindet, dürfte aber für alle Stuntmen in Gummikostümen repräsentativ sein. Zwei Trailer (deutsch und japanisch) runden die Extras ab.

Ferner befindet sich im 2-DVD-Set neben der ungekürzten Originalfassung (die in der deutschen Fassung fehlenden Szenen – immerhin 12 Minuten – wurden im Original belassen und untertitelt), auch noch eine DVD mit der alten deutschen Kinofassung und einem Easter Egg. Das Bild ist seinem Alter entsprechend zwar nicht brillant, aber um Längen besser als das, was einem gewisse Billig-Labels ab und an zumuten. Zudem wurde auch die korrekte Ration von 1:2,35 eingehalten. Ein besonders Lob gilt auch dem schönen und informativen 20-seitigen Booklet mit einem Text von Ingo Strecker.

Trotz gleich dreier Monster, ist „Befehl aus dem Dunkel“ weniger eine Monster-Party, als vielmehr ein Außerirdischen-Invasionsfilm. Die Monster Godzilla, Rodan (eine Art Flugsaurier) und Ghidora (ein drachenähnliches Geschöpf mit drei Köpfen) haben nur kleine Nebenrollen. Tatsächlich treten sie nur zweimal auf. Einmal auf dem geheimnisvollen Planeten X und dann zum großen Finale auf der Erde. Letzteres hat es dann aber in sich. Mit einer kindlichen Lust an der Zerstörung werden Miniaturlandschaften platt gewalzt. Godzilla und Rodan arbeiten gemeinsam gegen Ghidora und das Ganze hat dann schon etwas von Show-Catchen. Wer das Kind in sich selbst bewahrt hat, der kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Auch wenn Godzillas etwas albern wirkende Freudentänze schon die Entwicklung vorwegnehmen, die der Charakter in den folgenden Filmen nehmen sollte. Weg von dem tödlichen Giganten des Originals, hin zu der kinderfreundlichen Knuddel-Echse der späteren Jahre.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt also auf der Invasion der Außerirdischen. Die Ausstattung der Raumbasis auf dem Planeten X ist spartanisch, aber effizient. Make-Up und Kostüme der Außerirdischen wurden ebenfalls einfach, aber ansprechend gehalten. Natürlich wirken die Kostüme heute eher belustigend als beeindruckend, aber wir befinden uns im Jahr 1965 und dort sind diese noch nicht ganz so sehr das lustige Klischee gewesen, als welches sie uns heute anmuten. Und dies macht ja auch den großen Charme dieses Filmes aus. Die Modellarbeiten sind wie immer deutlich als solche zu erkennen, sind aber so liebevoll gestaltet, dass man sich in diesem „Miniaturwunderland“ einfach wohl fühlt.

Erstaunlich ist die Rolle der Frau in diesem Film. Japan hin oder her, ich glaube nicht, dass man auch dort heute noch mit solch sexistischen Klischees durchkommen könnte. Das ist wirklich eine ganz andere Zeit gewesen. Als die böse Außerirdische von ihren Kameraden zur Rede gestellt wird, warum sie Befehle nicht befolgte und den Menschen half, entschuldigt sie sich mit dem ungeheuren Satz: „Ich kann doch nichts dafür, dass ich nur eine Frau bin“. Die Schwester des japanischen Helden wird von diesem unter der Knute gehalten und darf ihren Freund nicht treffen, da dieser keine Erfolge vorzuweisen hat. Heutzutage wäre der tyrannische Bruder der Böse, hier aber ist er der strahlende Held. Ja ja, die gute, alte Zeit.

Dazu gesellt sich der von dem Amerikaner Nick Adams dargestellte Astronaut Glenn. Immer einen kessen Spruch auf den Lippen und eine Frau im Arm ist er das Abziehbild des westlichen Macho-Helden. Weniger James Bond, mehr Matt Helm. Dabei passt Nick Adams mit seiner eher schmächtigen Statur und dem leicht rattenähnlichen Gesicht eigentlich gar nicht in diese Rolle. Aber in diesem verrückten Film, in dem man eh nichts besonders ernst nehmen sollte, passt er dann doch wie die Faust aufs Auge. Nick Adams hatte schon im Vorjahr in dem japanischen Monsterfilm „Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ (ebenfalls in der Anolis Kaiju-Classics Reihe erschienen) den Quoten-Amerikaner, der wichtig für die internationale Vermarktung war, gegeben. Und er sollte dies noch einmal, in dem nie in Deutschland erschienenen Spionage-Vehikel „The Killing Bottle„, tun. Berühmt geworden ist er durch eine Nebenrolle im James-Dean-Klassiker „.. .denn sie wissen nicht, was sie tun„. Seinen Durchbruch hatte er allerdings in der, in den USA höchst populären, Western-Serie „The Rebel„, wo er die Titelfigur Johnny Yuma gab. 1964 war er sogar mal für den Oscar für die beste Nebenrolle (in „Rufmord“ von Boris Sagal) nominiert. 1968 starb er dann leider unter mysteriösen Umständen, wahrscheinlich an einer Überdosis.

In Deutschland wurde der Film als „basierend auf dem Roman von Hans Dominik“ beworben. Hans Dominik war ein deutscher SF-Autor, der sich in den 20er Jahren einer hohen Beliebtheit erfreute. In den 60er Jahren sollte scheinbar sein Roman „Befehl aus dem Dunkel“ verfilmt werden. Als dieser Plan scheiterte, wurde kurzerhand “ Kaijû daisensô“, was übersetzt „Krieg der Monster“ heißt, zu „Befehl aus dem Dunkel“ umgedeutscht. Natürlich ist dieser künstlich hergestellte Bezug völliger Quatsch.

Ziemlicher Quatsch ist auch einiges, was in „Befehl aus dem Dunkel“ passiert. Nach Logik oder Plausibilität sollte man hier besser gar nicht anfangen zu suchen. Bei einigen Zufällen braucht man schon viel guten Willen und ein sonniges Gemüt, um diese zu schlucken. Aber der Film ist ja auch nicht als anspruchsvolles Filmwerk, sondern als pure Unterhaltungsware konzipiert worden. Und als solche funktioniert er ganz prächtig. Schön, dass ein Label wie Anolis sich dieses Genres angenommen hat und die Fans mit hochwertigen Produkten versorgt. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Veröffentlichung.

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