“Whisky mit Wodka“, der neue Film eines der besten deutschen Regisseure, Andreas Dresen, kommt zwar erst am 3. September in die Kinos, lief aber schon auf dem Filmfest München und nun auf dem 44. Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary. Dort wurde er auch prompt mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.
Dies ist nun schon der dritte Preis für Dresen in diesem Jahr, nachdem er bereits für die Regie bei “Wolke Neun” mit dem Deutschen Filmpreis in Gold und eben jener Film auch beim Filmfestival in Triest ausgezeichnet wurde.
Andreas Dresen, dessen neuer Film “Whisky mit Wodka” im Wettbewerb des 44. Internationalen Filmfestivals im tschechischen Karlovy Vary lief, wurde am Wochenende mit dem Regiepreis des Festivals ausgezeichnet, den er persönlich in Empfang nahm. Karlovy Vary zählt neben Cannes, Venedig und Toronto zu den Festivals der A-Kategorie.
Überreicht bekam Andreas Dresen den Preis von Antonio Banderas. Die von Christoph Müller für Senator Filmproduktion produzierte melancholische Komödie “Whisky mit Wodka” erzählt die Geschichte des Schauspielers Otto Kullberg (Henry Hübchen), ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen, der aber gelegentlich zu viel trinkt, weswegen seine Szenen alle doppelt mit einem zusätzlichen, jüngeren Schauspieler gedreht werden. Dresen und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase knüpfen an Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit bei “Sommer vorm Balkon” an: Sensibel und mit und lakonischem Humor erzählen sie von Einsamkeit und Älterwerden, von Chancen und Träumen und von kleineren und größeren Lügen. Senator Filmverleih wird den Film am 3. September in die Kinos bringen.
Quelle: Programmkino.de
Henri-Georges Clouzot hat mit “Die Teuflischen” einen der einflussreichsten Thriller und mit “Lohn der Angst” einen der spannendsten und großartigsten Filme aller Zeiten geschaffen.
1964 wollte er mit Romy Schneider in der Hauptrolle “L’Enfer” drehen. Ein Herzinfarkt brachte ihn zwar nicht um, stoppte aber das Projekt. Obwohl das Drehbuch genau 30 Jahre später von Claude Chabrol verfilmt wurde, bleibt der Ur-”L’Enfer” einer der legendärsten unvollendeten Filme, vergleichbar mit Marilyn Monroes letztem Film “Something’s Got to Give“, Orson Welles’ “The Other Side of the Wind” oder Terry Gilliams “The Man Who Killed Don Quixote“.
Bisher existierten nur einige Fotos, doch die Dokumentarfilmer Serge Bromberg und Ruxandra Medrea ist es jetzt gelungen unbekanntes Filmmaterial zu bergen. Dieses haben Sie zur Grundlage einer Dokumentation über diesen legendären Film gemacht: “L’enfer de Henri-Georges Clouzot“.
Die Doku hatte nun auf dem Münchener Filmfest Premiere und es bleibt zu hoffen, dass Sie auch regulär in den Bremer Programmkinos (oder alternativ auf Arte) zu sehen sein wird.
„(…) “L’enfer” ist eines jener sagenumwobenen Projekte, aus denen nie ein Film wurde, von denen aber Gerüchte und Bilder kursierten, welche die Imagination befeuerten – eines zeigte die junge Romy Schneider in einem strahlend weißen Brautkleid vor nachtblauem Hintergrund mit einer Zellophanfolie um den Kopf. Der Film wurde nie fertiggestellt, weil sein Regisseur Henri-Georges Clouzot während der Dreharbeiten 1964 einen Herzinfarkt erlitt, den er zwar überlebte, dem aber sein Projekt zum Opfer fiel. Nachdem Bromberg gehört hatte, dass die Aufnahmen noch existieren, besuchte er die Witwe des 1977 gestorbenen Regisseurs, die er bekniete, den Schatz bergen zu dürfen. Sie aber wies ihn ab – bis sie ihn mit dem Fahrstuhl nach unten bringen wollte und die beiden zwischen dem zweiten und dem dritten Stock steckenblieben . . . Der seidene Faden, an dem solche Projekte hängen, bestand in diesem Fall aus einem Stahlseil.
Quelle: FAZ
Da hat mal jemand einmal richtig “Arsch in der Hose” bewiesen. Die Jury des Filmfests München unter der Leitung der sympathischen Regisseurin Caroline Link (Oscar für “Nirgendwo in Afrika”), hat sich entschieden in diesem Jahr KEINEN Preis für den besten Film und das beste Drehbuch zu vergeben.
Das renommierte Filmfest München endet mit einem Eklat: Erstmals in der 20-jährigen Geschichte des Förderpreises Deutscher Film hat sich die Jury nicht auf einen Preisträger in der Kategorie Regie einigen können. Auch in der Kategorie Drehbuch gab es am Mittwoch keinen Preis.
Das ist eine Sensation, für die es gute Gründe gibt. Sie hätte sich entschlossen, diese beiden Preise nicht zu vergeben, sagte die Jury um die Regisseurin Caroline Link, den Schauspieler Maximilian Brückner und den Produzenten Uli Aselmann, weil sie nicht glücklich gewesen sei mit der Vorauswahl zu diesen Ehrungen. Diese Vorauswahl hatten die Stifter des mit 60 000 Euro dotierten Förderpreises Deutscher Film getroffen, die gleichzeitig zu den Sponsoren des Münchner Filmfests gehören: der Bayerische Rundfunk (Das Erste), die HypoVereinsbank und Bavaria Film. Caroline Link sprach gar von Bevormundung. Die Jury fand die zur Preisfindung vorgelegte Auswahlliste beschränkt und keineswegs repräsentativ für den jungen deutschen Film der seine Qualität vielfach bewiesen habe. Deswegen habe man, aus Fairness gegenüber allen Kandidaten, entschieden, keine Preise für Regie und Drehbuch zu vergeben. Zudem empfehle man dem Filmfest München, seine Regularien hinsichtlich der Reihe “Neue deutsche Kinofilme” zu prüfen.
Quelle: Berliner Zeitung
Meines Erachtens setzt die Jury hier ein richtiges Zeichen. Mehr zum Thema gibt es bei der Berliner Zeitung und der Zeit.