Nachrichten getagged: Dokumentarfilm

Vorschau: 3. Filmfest Bremen – 22.-24. September in der Schauburg

Von , 26. April 2017 17:55

Vom 22. bis 24. September wird nun schon zum dritten Male das Filmfest Bremen ausgerichtet.

Nachdem in den Vorjahren das Cinemaxx Veranstaltungsort war, wird diesmal in die Schauburg gewechselt.

Und nach einem, bzw. im letzten Jahr schon zwei Festivaltagen, läuft das Filmfest Bremen in diesem Jahr ganz drei Tage lang.

Gezeigt werden wieder Filme von oder mit Bremer Filmschaffenden, Filme mit Bremen als
Drehort oder inhaltlichem Bremenbezug. Darunter sind Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen,
Experimentelles und neue filmische Formate.

Über das reine Filmprogramm hinaus versteht sich das Filmfest auch als Plattform zum aktiven Austausch
zwischen Filmschaffenden und Publikum. Neu ist dabei das SYMPOSIUM BREMER FILM.

Wie auch in den letzten beiden Jahren wird wieder der Kurzfilmwettbewerb KLAPPE!
ausgeschrieben. Eine Woche vor Festivalbeginn, am 15. September 2017, wird das diesjährige
Motto bekanntgegeben. Ab diesem Zeitpunkt haben Interessierte 48 Stunden Zeit, ihren
Filmbeitrag einzureichen und die Chance, die gut dotierten Publikums- oder Jurypreise zu
gewinnen. Alle eingereichten Filme werden im Rahmen des Filmfestes zu sehen sein und auch die
Gewinner bei einer Preisverleihung vor Ort bekanntgegeben.

Der Festivalpass für drei Tage kostet 20 Euro und gilt für alle Filmvorführungen, Panels und
Veranstaltungen im Rahmen des 3. Filmfest Bremen. Tageskarten bzw. Einzelveranstaltungen
kosten 8 Euro. Der Kartenvorverkauf startet im Juni 2017 über Nordwest Ticket und die Bremer
Filmkunsttheater.

DVD-Rezension: „Porn to Be Free“

Von , 29. September 2016 22:37

porntobefree„Porn to Be Free“ zeichnet die unglaubliche Entwicklung des Pornos – von den ersten Fotoshootings und Veröffentlichungen in Underground-Magazinen bis zum Einzug in die Kinos. Europas Freie Liebe und grafischer Sex sind Werkzeuge des Protestes im Kampf gegen Zensur und die bigotte Moral der 70er und 80er Jahre. Neben Interviews mit Zeitzeugen wie dem Porno-Star „Cicciolina“, die später Mitglied im Italienischen Parlament wurde, zeigen Film-Ausschnitte und Aufnahmen von den Dreharbeiten den Moment als Porno revolutionär wurde. (Inhaltsangabe des Verleihs)

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Die Geschichte des pornographischen Films der 70er Jahre verspricht das Cover dieser DVD. Das Bild dazu ist nicht unbedingt passend und erinnert eher als eine moderne Softsex-Weichzeichner-Produktion. Schon hier merkt man deutlich, dass das Label Donau Film, das den Dokumentarfilm „Porn to Be Free“ in Deutschland vertreibt, nicht so recht weiß, was es damit anfangen und welche Zielgruppe nun eigentlich angesprochen werden soll. Ein Dilemma, welches man mit etwas gutem Willen nachvollziehen kann. Tatsächlich ist die Pornoindustrie nur ein Aspekt, der hier behandelt und mit saftigen, höchst expliziten Bildern illustriert wird. Der Originaltitel „Porno & Libertà“ trifft es da besser. Denn es geht vor allem um Politik, Demonstrationen, Happenings… und darum, dass Sex auch immer politisch ist. Der Tenor: Die Pornos haben geholfen, die Menschen aus ihren moralischen Käfigen zu befreien und die Welt positiv zu verändern. Eine Geschichte des pornographischen Filmes ist der Film dann natürlich nicht geworden und sollte es auch gar nicht sein. Im Zentrum des Filmes steht die sexuelle Befreiung in Italien. Und dies ist dann zwar hauptsächlich, aber eben nicht nur, auf den pornographischen Film bezogen. Die Welt außerhalb Italiens wird dann auch weitestgehend ausgespart. Zwar werden kurz auch die US-Produktionen im „Deep Throat“-Gefolge erwähnt und natürlich die Pornofilmwelle aus Dänemark, wo Pornographie als erstes legalisiert wurde. Doch wichtige Länder wie Frankreich oder auch Deutschland fehlen.

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Das Thema an sich ist sehr spannend und zeichnet ein interessantes, größtenteils unbekanntes Bild der sozio-politischen Lage und der alternativen Gegenbewegungen im Italien Ende der 60er und in den 70er Jahre. Die Hauptprobleme liegen aber darin, dass Regisseur Carmine Amoroso schon sehr schnell der rote Faden verloren geht und dann wüst zwischen den unterschiedlichsten Themen hin und her gesprungen wird. Zumindest erscheint es so, wenn man kein genaues Hintergrundwissen um die gesellschaftlichen Probleme und die unterschiedlichen alternativen Gruppen im Italien der damaligen Zeit hat. Hier kommt dann erschwerend hinzu, dass es keine Erklärungen zu den interviewten Personen gibt. Daher weiß man als ahnungsloser Zuschauer auch nicht, wer das ist und was seine/ihre Rolle und Wichtigkeit war. Zudem neigen einige von ihnen zum ausgedehnten Aggit-Geschwafel, dem man schon nach zwei Sätzen nicht mehr folgen kann und will. Aber auch bei den Filmschaffenden fehlt einfach eine sinnvolle Einordnung und eine strengere Gesprächsführung. So sind selbst die Ausführungen eines Lasse Brauns zu seinen Anfängen im Sex-Geschäft teilweise sehr verwirrend, wenn das Basiswissen um die Szene, in der er sich damals bewegte, fehlt. Man fühlt sich oftmals so, als ob einem ein Bekannter sehr blumig Geschichten über seinen Schwippschwager und dessen Freunden erzählt, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat.

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Dies ist vor allem deshalb ärgerlich, weil man deutlich spürt, dass bei dem Thema sehr viel mehr drin gewesen wäre, als Carmine Amoroso herausholt. Wenig hilfreich ist dabei auch die sehr einseitige Darstellung. Immer wieder wird auf ein großes Happening in Mailand 1976 Bezug genommen, welches als so etwas wie die große Wende in der Art und Weise, wie in Italien mit Sex, freier Liebe und auch Neo-Feminismus und LGBT-Rechten umgegangen wurde. Wobei sich meiner Kenntnis entzieht, ob dieses Treffen von Hippies, Underground-Künstlern und Aktivisten wirklich solch ein alles umwälzendes Ereignis war, wie es dargestellt wird. Und ob es wirklich so stark im kollektiven Gedächtnis Italiens verankert ist, wie in den Erinnerungen der damals Beteiligten, die von Amoroso ausgiebig ins Bild gesetzt werden. Zudem ist die Hauptthese des Films, nämlich dass die Pornographie vor allem ein Mittel war, um gegen Zensur und religiöse Moralvorstellungen zu rebellieren, ziemlich naiv. Zwar befeuern Pioniere wie Lasse Braun dieses Darstellung mit ihren romantisierten Erinnerungen. Dass dahinter aber auch ein knallhartes Geschäft stand (und steht), wird mit keiner Silbe erwähnt. Konsequenterweise endet die Rückschau dann auch Ende der 70er Jahre. Die Industrialisierung der Pornographie wird komplett ausgespart. Auch das Überlappen von Exploitationfilm und Hardcore-Pornographie in den Filmen eines Joe D’Amatos findet ebenfalls keine Erwähnung. Von D’Amato wird einmal im Hintergrund ein Ausschnitt aus „Orgasmo Nero“ eingeblendet. Ein Andrea Bianchi wird in einem Satz als Autor eines pornographischen Magazins erwähnt. So bleibt am Ende dann nur so etwas wie falsche Revolutions-Romantik.

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Die Geschichte des Pornofilms erzählt Carmine Amorosos Dokumentarfilm mitnichten. Vielmehr versucht er Sittengemälde des Italiens der späten 60er und der 70er Jahre zu zeichnen. Dabei wird das Aufkommens des Pornofilms als eine Art Initialzündung für eine sexuelle Befreiung dargestellt, bei der der Porno dann zu einem Instrument des politischen Kampfes wurde. Andere Aspekte der Pornofilmindustrie werden konsequent ausgespart. Dabei verliert Regisseur Amoroso allerdings öfter mal den roten Faden. Auch wäre eine deutlichere Einordnung in den historischen Kontext wünschenswert gewesen.

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Die DVD aus dem Hause Donau Films ist sehr ordnetlich geworden. Bei den historsichen Szenen ist das Bild dann auch (gewollt) sehr historisch, die Interview-Szenen und Zwischensequenzen sind aber state of the art. Der Ton kommt bei diesem Dokumentarfilm natürlich zumeist von vorne, wo die Interviewten ihre Geschichten erzählen. Man kann den Film auf italienisch mit deutschen Untertiteln oder mit einem guten deutschen voice-over anschauen. Extras gibt es bis auf den italienscihen Trailer keine.

2. Filmfest Bremen – 24./25. September im Cinemaxx

Von , 22. September 2016 21:14

ffb2016Filmfestivals gibt es viele. Fast immer sind sie nach der Stadt benannt in der sie stattfinden. Doch beim „Filmfest Bremen“ ist der Name gleich dreifach Programm. Denn hier werden ausschließlich Filme gezeigt, die von oder mit Bremer Filmschaffenden realisiert wurden, Filme über Bremen und Filme mit Bremen als Drehort. Vergangenes Jahr fand das Festival das erste Mal statt und war scheinbar ein voller Erfolg, denn in diesem Jahr gibt es nicht nur eine zweite Auflage, sondern des wurde sogar noch verlängert. Das 2. Filmfest Bremen geht ein ganzes Wochenende lang und zwar vom 24. bis zum 25. September 2016. Dann werden im Bremer Cinemaxx Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, Experimentelles und neue filmische Formate gezeigt.

Moderiert wird das Filmfest in diesem Jahr von Jessica Bloem (Radio Bremen) und Malte Janssen (Radio Bremen). Alexandra-Katharina Kütemeyer (geschäftsführende Redakteurin des Weser-Kurier) moderiert das Panel »Netzflimmern« beim Symposium Fokus Bremer Film. Entstanden ist die Idee des Filmfests aus der gemeinsamen Arbeit Bremer Filmschaffender. Am Anfang standen Ilona Rieke vom Filmbüro Bremen e. V. und Matthias Greving und Mike Beilfuß (nebenbei ehemaliger Chef-Redakteur des wunderbaren Filmmusik-Magazins „Cinema Musica„, welches ich immer gerne mal mitgenommen hatte, als es noch im Bahnhofsbuchhandel erhältlich war) von der Produktionsfirma Kinescope Film. Alle drei waren sich einig, dass es neben den bereits bestehenden Plattformen zur Vernetzung von Bremer Filmemachern auch eine öffentliche Werkschau geben müsste, um den Bremer Film einem breiteren Publikum vorstellen zu können.

Das Filmfest beginnt am Samstag um 12:00 Uhr mit dem Symposium Fokus Bremer Film: „TALENT CORNER – Die nächste Generation Bremer Filmemacher/Innen stellt sich vor“. Offizieller Beginn ist um 19:00 Uhr mit dem Dokumentarfilm „Die Prüfung“. Es folgen mit „Als Hollywood in der Heide lag“ ein weiterer Dokumentarfilm, das Ergebnis des 48-Stunden-Filmwettbewerbs und ab 24:00 die lange Kurzfilm-Nacht zum Thema „Raumfahrt“.Am nächsten Tag geht es mit dem Klassiker „Ein Platz an der Sonne“ von 1951 weiter. An George Stevens‘ Drama mit Montgomery Clift, Elizabeth Taylor und Shelley Winters war der Bremer Hans Dreier für das Szenenbild verantwortlich. Gezeigt wird eine 35 Millimeter-Kopie. Wow! Ich wusste gar nicht, dass das Cinemaxx noch entsprechende Projektoren hat. Finde ich super! Danach noch eine Spielfilm: „Yarden/The Yard“ und die Musik-Doku „I’ll Play For You“ über die polnische Geigerin Wanda Wilkomirska, die auch anwesend sein wird. Weiter geht es mit Kurzfilmen und dem Missbrauchs-Drama „Die Hände meiner Mutter“ von Florian Eichinger mit Jessica Schwarz, welches auch gerade auf dem Filmfest in Oldenburg lief. Eine letzte Runde Kurzfilme schließt das Festival dann ab.

Weitere Infos gibt es hier.

„24 Std. Filmfest Bremen“ am 4./5. September im Cinemaxx

Von , 26. August 2015 23:53

105493Am vergangenen Sonntag kam ich zufällig an einem großen Plakat vorbei, auf dem „24 Stunden Filmfest Bremen“ stand. Ich gebe zu, da blieb mein Herz kurz stehen. Sollte sich hier tatsächlich ein Filmfest wie in Hamburg, Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Lübeck oder Emden (um nur mal ein paar zu nennen, die im Gegensatz zu unserer geliebten Hansestadt ein Filmfest auf die Beine stellen) etablieren wollen? Und warum zur Hölle weiß ich da nichts von?

Zuhause wurde gleich mal die alte Tante Google angeworfen und siehe da, es gibt eine Homepage (www.filmfestbremen.de) auf der ein „Erstes Filmfest Bremen“ angekündigt wird, welches 24 Stunden vom 4. bis zum 5. September im Bremer Cinemaxx stattfindet. Mit den oben genannten Filmfesten hat dies aber eher wenig zu tun. Hier wird „BREMER“ groß geschrieben, weniger „Filmfest“. Dies spiegelt sich schon in der Beschreibung auf der Homepage wieder: „Das 1. Filmfest Bremen: der 24 Stunden-Filmmarathon. In Bremen. Über Bremen. Von Bremern. Für Bremer. Eine ganztägige Tour de Force durch das filmische Schaffen in der Hansestadt. Quer durch alle Genres und verschiedene Jahrzehnte. Gespickt mit bekannten Gästen. Mit Anekdoten über die lokale Filmhistorie. Und einem eigenen Kurzfilmwettbewerb. “. D.h., es werden „Spiel- und Dokumentarfilme, Genre- und Kurzfilme, ebenso wie aktuelle Produktionen für Kino und Fernsehen mit Klassikern der Bremischen Filmgeschichte und Nachwuchsarbeiten“ gezeigt.

Das klingt schon mal sehr spannend. Ein Blick auf den Spielplan relativiert die Aussage „Klassiker der Bremischen Filmgeschichte“ und „Quer durch verschiedene Jahrzehnte“. Große Produktionen wie der 1964 in Bremen gedrehte „Der Boss hat sich was ausgedacht“ mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg und Gert Fröbe fehlt hier genauso wie „Ich bin ein Elefant, Madame“ von Zadek, Fassbinders „Bremer Freiheit“, „Meines Vaters Pferde“ mit Curd Jürgens oder zumindest „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin.

Das Gros der Filme sind Dokumentarfilme mit Bezug zu Bremen, zumeist aus dem Themenbereich Musik. An Spielfilmen habe ich lediglich „Summertime Blues“ von 2009 entdeckt. In dem Film von Marie Reich geht es um einen Teenager, der nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter nach England zieht. Immerhin eine Co-Produktion mit Bremedia. Ausserdem wird ein 45-minütiger Horrorfilm von Daniel Flügger gezeigt: „Dead Past“ von 2010. Außerdem gibt es noch eine „Lange Nacht der Künste“, die mit Arbeiten der Hochschule für Künste bestritten wird, ein „Talent Corner“ mit Nachwuchsarbeiten, Bremer Kurzfilme und einen Wettbewerb.

Bei diesem Wettbewerb müssen die Teilnehmer innerhalb von 48 Stunden Kurzfilme bis max. 5 Minuten Länge zu einem vorgegebenen Motto erstellen. Der Film muss auf jeden Falle einen Bezug zu Bremen haben. Sei es Drehort, Wohnsitz der Filmemacher oder Inhalt des Films. Alle Genres sind willkommen. Die Bekanntgabe des diesjährigen Mottos erfolgt am Donnerstag, den 03.09.2015 um 15 Uhr auf www.filmfestbremen.com. Die fertigen Filme werden am Samstagnachmittag (05.09.) im Festival-Kino uraufgeführt. Über die Gewinner entscheiden eine Fachjury und das Publikum per Abstimmung, sowohl im Kinosaal als später auch online. Anmelden kann man sich auf der oben genannten Homepage.

Insgesamt als eine gute Sache, wenn auch nicht das, was ich mir jetzt unter einem „Bremer Filmfest“ vorgestellt hätte. Trotzdem ist es sehr schön, dass hier überhaupt mal was passiert, und ich wünsche den Veranstaltern und allen Teilnehmern alles Gute und großen Zulauf.

DVD-Rezension: “Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films“

Von , 18. April 2015 19:03

ElectricboogalooDer Dokumentarfilm des Australiers Mark Hartley berichtet über den unglaublichen Aufstieg und Fall der Cannon Group und ihrer Chefs Menahem Golan und Yoram Globus. Dafür hat Hartley zahlreiche Weggefährten der Beiden befragt und seinen Film mit vielen zeitgenössischen Interviews und reichlich Filmausschnitten aus der Welt der Cannon-Filme angereichert.

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Wer in den 80ern aufgewachsen ist und das Glück hatte, bereits so alt zu sein, dass er in eine der Videothek durfte, die gerade wie Pilze aus dem Boden schossen – oder wer zumindest einen Freund mit älteren Bruder hatte – der wird fast zwangsläufig mit den Produktionen des Hauses Cannon aufgewachsen sein. Noch heute sieht man öfter mal Menschen fast ausschließlich männlichen Geschlechts mit T-Shirts herumlaufen, auf denen das Cannon-Logo prangt. Chuck Norris, Michael Dudikoff und immer wieder Charles Bronson waren die Helden jener Tage. In preisgünstig heruntergedrehten Action-Krachern, die aber immerhin weitaus teurer aussahen als so manches, was heutzutage größtenteils am Computer entsteht, zeigten sie den Bösewichtern, wo Bartel den Most holt. Die Actionfilme der Cannon Group sind noch heute Legende, da vergisst man schon mal, dass sich Cannon auch auf dem Feld des Erotikfilms und des Musicals versucht hat. „Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films“ räumt mit diesem Missstand auf.

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Regisseur Mark Hartley ist Australier und hat dem Exploitation-Kino seiner Heimat, dank seines Dokumentarfilm „Not Quite Hollywood“, nicht nur ein Denkmal gesetzt, sondern es auch weit über die Grenzen eines nur begrenzten Fankreises hinaus bekannt gemacht. Danach wandte er sich dem philippischen Exploitationfilm zu und stellt die herrliche Doku „Machete Maidens Unleashed“ fertig, die für das wilde Filipino-Kino dasselbe tat, wie „Not Quite Hollywood“ für die „Ozploitation“. Nun also richtet Hartley seinen Blick nach Hollywood und selbstverständlich nicht auf die großen Studios MGM, Warner oder Paramount, sondern auf ein Paar von filmverrückten Israelis, die glaubten, im Konzert der Großen lauthals mitsingen zu können: Menahem Golan und Yoram Globus. Ihre Cannon Group wurde von den Großen belächelt und verschmäht, doch ihre Filme fanden ihr Publikum. Natürlich kann man über die Güte der Filme streiten und über die Produktionsbedingungen nur den Kopf schütteln, doch eines kann man nicht: Menahem Golan und Yoram Globus absprechen, sie hätten nicht mit der fiebrigen Leidenschaft echter Cineasten gehandelt.

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Hartley stellt Cannon in eine Linie mit den heutigen Hollywood-Indies Miramax und Nu Image. Damit liegt er nicht falsch. Menahem Golan und Yoram Globus haben eine Menge Dinge begonnen, die heute gang und gebe sind. Z.B. nach Cannes zu fahren und einen Film nur aufgrund eines Posters und eines reißerischen Titels zu verkaufen, ohne dass eine Drehbuch, oder überhaupt eine Idee worum der Film gehen könne, vorlag. Auch die Art und Weise, wie Menahem Golan und Yoram Globus ihr Imperium führte war zur damaligen Zeit außergewöhnlich. Da wurden Filme am laufenden Band rausgehauen, Menahem Golan und Yoram Globus mischten sich immer wieder lautstark in die Produktion ein und warfen das Geld mit vollen Händen raus, um noch mehr Filme zu produzieren oder mal eben fast alle Theatersäle in England zu übernehmen. Was Menahem Golan und Yoram Globus waren, das sind echte Typen, wie man sie heute nicht mehr oft findet. Und so strahlt Hartleys Dokumentation – trotz aller auch kritischen Worte – eine ungeheure Faszination und Sympathie für die beiden Israelis aus, die gerne in Hollywood dazugehören wollten und nach Respekt rangen, aber für die Amerikaner immer wie exzentrische und etwas ungehobelte Emporkömmlinge wirkten, die man nicht ernst nehmen könne.

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Mark Hartley nimmt die beiden ernst und setzt ihnen ein Denkmal, welches allerdings nie zur Heldenverehrung kommt. Vor die Kamera hat er mehrere Dutzend ehemalige Mitarbeiter und Geschäftspartner geholt, die nicht immer nur freundliche Dinge über Menahem Golan und Yoram Globus zu berichten wissen. Auch die Schauspieler, die hier Anekdoten zum Besten geben, sind häufig nicht gut auf die Beiden zu sprechen. Laurene Landon aus „America 3000“ verbrennt sogar vor laufender Kamera ihre VHS-Kopie des Filmes. Zwei Dinge fallen auf: Drei Schauspieler, die das Gesicht von Cannon geprägt haben, tauchen nur in Filmausschnitten auf, sind aber nicht an den Interviews beteiligt. Einmal Chuck Norris, dann Jean-Claude Van Damme und schließlich Sylvester Stallone, der Mitte der 80er einen unglaublichen Deal mit Cannon machte, die ihm immens viele US-Dollar für drei Filmen gaben, von denen aber dann gleich der erste – „Over the Top“ – fürchterlich floppte. Am schmerzlichsten vermisst man aber Chuck Norris, der sich heute scheinbar von den ultrabrutalen Cannon-Filmen distanziert, die seinen Mythos begründeten. Norris war damals zusammen mit Charles Bronson DER Cannon-Schauspieler. In „Electric Boogaloo“ wird erzählt, dass alle Drehbücher damals auf einen von zwei Stapeln kamen. Einen für Norris und einen für Bronson. Zum anderen ist es fast schon penetrant, wie stark die Cannon-Filme von allen Beteiligten abgewertet werden, die sie fortwährend als „shit“, „junk“ und „rubbish“ bezeichnen. Die Fans der alten Actionkracher werden hierzu sicherlich eine andere Meinung haben.

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Hartley pflegt in „Electric Boogaloo“ den Stil, den er schon in „Not Quite Hollywood“ und „Machete Maidens Unleashed“ etabliert hat. Viele Köpfe erzählen interessante Dinge über ihre Zeit mit und bei Cannon. Die Statements werden rasant aneinander geschnitten und mit Filmszenen unterfüttert, so dass ein zügiger Fluss entsteht. Dieser trägt dazu bei, dass man das Gefühl hat, eine stringente Geschichte und nicht viele Anekdoten zu hören. Allerdings ist Hartleys Tempos teilweise so hoch, dass man nur mit größte Mühe identifizieren kann, wer nun eigentlich was erzählt hat und welche Funktion dieser Menschen bei Cannon ausübte. Durch die hohe Faktenfülle schwirrt einem auch schon mal der Kopf. Aber die Geschichte der Cannon Group verläuft eben auch nicht linear, sondern hat viele Schlenker und spannende Nebenschauplätze, die in den 95 Minuten der Dokumentation gar nicht alle beleuchtet werden können. Neben den offensichtlichen Themen wie die frühe Karriere Menahem Golans und Yoram Globus‘ in Israel und den weltweiten Erfolg ihrer „Eis am Stiel“-Reihe und den Actionfilmen, werden auch die Musicals – insbesondere der erfolgreiche Tanzfilm „Breakin‘“, die Erotikfilme mit einer damals kokain- und alkoholabhängigen Sylvia Kristal erwähnt.

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Wichtig ist auch Cannons verzweifelter Versuch mit ambitionierten Filmen aus der Arthouse-Ecke, einen respektablen Ruf zu verschaffen. So wird oftmals vergessen, dass Menahem Golan und Yoram Globus auch Filme von Barbet Schröder, Franco Zeffirelli – der höchsten Lobes für Menahem Golan und Yoram Globus ist -, John Cassavettes, und unglaublicherweise auch Jean-Luc Godard produzierten. Genützt hat es ihnen nichts. Cannon blieb als Schmuddel-Schmiede verrufen. Der letztendliche Untergang des Imperiums wird von Harltey recht schnell abgehandelt. Zum Bankrott führten schließlich zu teure Prestige-Projekte, die an der Kino-Kasse floppten. Wie „Superman 4 – The Quest For Peace“ oder „Captain America“. Heute kaum fassbar, dass Cannon damals, lange vor der großen Comichelden-Welle, die Rechte an den populärsten DC- und Marvel-Figuren hatte. Hartley erwähnt einmal sogar einen „Spider-Man“-Film, der aber nicht über das Planungsstadium hinaus kam. „Electric Boogaloo“ endet dann mit einer wunderbaren Note. Eine Texttafel informiert darüber, dass Menahem Golan und Yoram Globus nicht am Film partizipierten, weil sie – als sie von Hartleys Projekt hörten – sofort selbst einen Dokumentarfilm über ihre Cannon Group in Auftrag gaben – und dieser ganz im alten Cannon-Style das „Original“ im Rennen um den Starttermin um ganze drei Monate schlug.

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Mit „Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films“ setzt Mark Hartley seine wundervolle Exploitation-Trilogie fort. Mitunter sorgt der schnelle Schnitt und die Unmengen auftretender Personen dafür, dass man den Überblick verliert, wer denn nun genau was zu berichten weiß. Auch irritiert, dass von den Beteiligten kaum jemand ein gutes Haar an den Cannon-Produktionen lässt. Darüber hinaus ist „Electric Boogaloo“ aber ein unterhaltsamer und faszinierender Trip in die nähere Vergangenheit und macht Lust darauf, mal wieder einen dieser alten Chuck-Norris-Klopper einzulegen.

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Die Bildqualität ist in den Interview-Sequenzen hervorragend, bei den verschiedenen Filmausschnitten natürlich schwankend, jenachdem, was für eine Quelle genutzt wurde. Das lässt sich aber sehr gut verschmerzen. Die deutsche Fassung ist mit Voice-Over, wobei die verschiedenen Personen auch von einer Handvoll verschiedener Sprecher gesprochen werden. An Extras gibt es eine 13-minütige Sektion mit „Deleted and Extended Sequences“, in welcher der Charles-Bronson-Slasher-Cop-Crossover „10 To Midnight“ und „Norman Mailers „Tough Guys Don’t Dance“ diskutiert werden. Ferner Informationen über den damals geplanten „Spider-Man“-Film gegeben, der „Captain America“-Film und der 3D-Film „Treasure of the Four Crowns“ besprochen und eine länger Version des Interviews mit Michael Dudikoff gezeigt werden. In der knapp einminütgen „Menahem Golan Impersations“ imitieren einige Personen den Cannon-Gründer, in dem 40-Sekünder „Mark’s T-Shirt Collection“ zeigt Cutter Mark Helfrich zwei Cannon-T-Shirts und erzählt jeweils eine Anekdote dazu. Und „Roy und John lesen aus ihrer Lieblingskritik“ ist genau das und dauert 1:50 Minuten.

Originalfassungen in Bremen: 11.07.13 – 17.07.13

Von , 10. Juli 2013 22:48

So groß merkt man die Sommerpause gar nicht. Die Liste mit den O-Fassungen ist noch immer angenehm lang und wartet nächsten Mittwoch mit einem echten Highlight auf. In der Schauburg gibt es erst Nicolas Winding Refns Meisterwerk „Drive“ und dann seinen neuen, sehr zwiespältig aufgenommenen Film „Only God Forgives“. Aufgrund der extrem polarisierenden Kritiken – und weil ich Refn sehr gerne mag – bin ich extrem gespannt. Leider ist Mittwochs 23:00 Uhr bei mir nicht machbar – aber es gibt ja hoffentlich noch andere Gelegenheiten.

Die Unfassbaren – Now You See Me – Cinemaxx, Do., Fr.-Mi. immer 19:50 – Vier Bühnenmagier (Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco) tun sich als moderne Robin Hoods zusammen, um mit ihren Shows Geld zu stehlen und dieses dem Publikum zu geben. Ihnen auf den Fersen sind Mark Ruffalo und Morgan Freeman. die bisherigen Kritiken kann man nur als „lauwarm“ bezeichnen und in der Schauburg-Sneak fiel der Film auch eher durch. Andererseits ist die IMDb-Bewertung mit 7.5 recht hoch. Regie führt Action-Spezialist Louis Leterrier.

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Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, Fr. um 20:00 und So. 19:30 (in 3D) – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

World War Z – Cinemaxx, Di., 16.7. um 20:15 -Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach “Zombie” roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und “Seuche” trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie “Outbreak” oder “Contagion“. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll “World War Z” aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc “Wackelkamera” Forster auf dem Regiestuhl, der “Ein Quantum Trost” so nachhaltig versaut hat.

Feu (Feuer) 3D – Cinemaxx, Do., 11.7. um 20:00 – Mischung aus Show und Doku aus dem Pariser „Crazy Horse“.

7 Tage in Havnaa – Schauburg, So., 14.7. um 21:00 – Französisch-spanischer Episodenfilm, in dem sieben renommierte Regisseure (u.a Benicio Del Toro, Laurent Cantet und Gaspar Noe!) aus unterschiedlichen Ländern ihren persönlichen Blick auf Havanna werfen. Mit Josh Hutcherson, Daniel Brühl und dem Regisseur Emir Kusturica. Lief im April schon mal beim Kuba Festival.

Drive – Schauburg, Mi., 17.7., 21:00 – Letztes Jahr im Kino gesehen und es war ein ziemlich schönes Erlebnis, welches den Film auf Platz 2 meiner Jahres-Charts katapultiert hat. Windings zweitbester Film nach „Valhalla Rising„. Ein guter Start für ein Nicolas Winding Refn Double-Feature mit seinem neuen Film „Only God Forgives“, der im Anschluss läuft.

Only God Forgives – Schauburg, Mi., 17.7., 23:00 – Tjaaaa…. Ich freue mich ja schon ziemlich drauf, aber die bisherigen Meinungen sind so extrem gespalten, wie ich es in letzter Zeit bei keinem Film gesehen habe. In Cannes einmündig zerrissen und auch danach häufig von harscher Kritik überzogen, mehren sich zur Zeit auch die Stimmen derer, die ihn vehement verteidigen. Scheinbar gibt es hier nur Gut und Böse und nichts dazwischen. Ich bin gespannt.

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Das Glück der großen Dinge – Gondel, So., 14.7. um 21:00 – Modernisierte Verfilmung des Romans „Maisie“ von Henry James aus dem Jahr 1897. Zwei Eltern kämpfen bei der Scheidung um das Sorgerecht ihrer kleinen Tochter, ohne dabei irgendeine Rücksicht auf ihr Seelenheil zu nehmen. Mit Julianne Moore und Steve Coogan.

The United States of Hoodoo – City 46, Do.-Mi. immer 20:00 – Deutsch-amerikanischen Doku über den Schriftsteller Darius James, der die Inspirationsquellen afroamerikanischer Kultur sucht.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.07. um 21:45

Originalfassungen in Bremen: 04.07.13 – 10.07.13

Von , 3. Juli 2013 21:11

Sehr schön. Der neue Almodóvar läuft im O-Ton! Ansonsten warte ich noch immer darauf, dass auch das Cinema langsam mal O-Ton zeigt. Aber man kann nicht alles haben.

Ich – Einfach unverbesserlich 2 – Cinemaxx, Fr. um 17:20 und So.-Di. um 19:45, sowie Do./Sa. ebenfalls 19:45 in 3D – Fortsetzung des recht erfolgreichen Animationsfilms aus dem Hause Universal. Ich habe den ersten Teil nicht gesehen, weiß aber, dass der so seine Fans hat.

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Taffe Mädels – Cinemaxx, Fr.+Mi. um 19:45 – Bescheuerter deutscher Titel für die US-amerikanische Cop-Komödie „The Heat“. Inhalt: Zwei unterschiedliche Charaktere müssen sich zusammenraufen, um einen Fall zu lösen *gähn*. Hier sind es Sandra Bullock als karriereorientierte FBI-Agentin und Shooting-Star Melissa McCarthy als Bostoner Cop mit großer Klappe.

World War Z – Cinemaxx, So.+Di. um 20:15 – Big-Budget-Zombie-Horror. Wer hätte das einst gedacht, wo alles, was nur im Entferntesten nach “Zombie” roch, für den deutschen Videomarkt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Mit Romero oder Fulci haben die modernen Zombies auch nichts mehr zu tun. Und statt Ken Foree oder Al Cliver kämpft heute Brad Pitt gegen die Untoten-Seuche. Und “Seuche” trifft es wohl sehr gut, denn der moderne Zombiefilm ähnelt eher Seuchenfilmen wie “Outbreak” oder “Contagion“. Trotz vieler Nachdrehs und Kompromissen, soll “World War Z” aber doch wider Erwarten recht anständig geworden sein. Trotz Marc “Wackelkamera” Forster auf dem Regiestuhl, der “Ein Quantum Trost” so nachhaltig versaut hat.

Fliegende Liebende – Schauburg, So.+Mi. immer 21:00 – Pedro Almodóvar! Der Neue! Scheinbar eine Rückkehr zu den schrillen Komödien seiner Anfangsjahre. Kann ich so nicht glauben, aber bin trotzdem sehr gespannt. Der Trailer ist schon mal super. I’m sooooo excited!

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Promised Land  – Gondel, So. 7.7. um 21:00 – US-Öko-Drama von Gus Van Sant mit Matt Damon (der auch am Drehbuch mitschrieb) und der großartigen Frances McDormand. Es geht dabei um das umstrittene Erdgas-Förderverfahren “Fracking” und darum, wie ein Gaskonzern skrupellos arme Farmer über den Tisch zieht und deren Land wahrscheinlich verseuchen wird.

Art Spiegelman, Comic-Zeichner – City 46, Sa., 6.7., 20:00 – Im Rahmen der Ausstellung „Comics in der Kunst“ zeigt das City 46 einige Portraits von berühmten Comic-Zeichnern. Den Auftakt macht „Maus“-Autor und -Zeichner Art Spiegelmann…

Moebius Redux: A Life in Pictures – City 46, So., 7.7. um 20:00 – … und ihm folgt mit dem im letzten Jahr leider verstorbenen Moebius (Jean Giraud) eine Legende der französischen Comicszene.

Chico & Rita – City 46, Do., Mo.-Mi. immer 20:00 – Oscar-nominierter Animationsfilm über ein Musikerpärchen, dessen Karriere in den 40er Jahren in Havanna beginnt und sie über New York, Paris und Hollywood nach Las Vegas führt.

Django Unchained – City 46, Do.-Mi. immer 20:30 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei “Inglourious Basterds” oder “Kill Bill, Vol. 2“, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er “schon” zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 08.07. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 081.07. um 21:45

Originalfassungen in Bremen: 11.04.13 – 17.04.13

Von , 10. April 2013 15:55

Mit „Oblivion“ steht ein potentieller Blockbuster in den Startlöchern. Aber ob Tom Cruise noch die Massen anzieht, wird sich zeigen. Des Weiteren klinkt das US-Debüt des Dänen Niels Arden Oplev recht vielversprechend. Vor allem wegen den Damen Rapace und Huppert. Ansonsten ist mal wieder nicht so viel los, was O-Fassungen angeht.

Oblivion – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:00 – Tom Crusises neuer Big-Budget SciFi-Film. Die Plakate habe ich schon überall hängen sehen, aber bisher hatte ich keine Ahnung, worum es da eigentlich geht. So richtig schlau bin ich jetzt auch nicht geworden und versuche mal das wiederzugeben, was ich verstanden habe. In der Zukunft ist die Erde völlig zerstört und die letzten Überreste werden von Aliens geplündert. Im Auftrag ehemaliger Erdenbürger, die nun irgendwo in den Wolken leben, kehrt ein Mann auf die Erde zurück, um die Aliens zu stoppen. Regisseur Joseph Kosinski hat davor nur den schwachen „Tron: Legacy“ gedreht.

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Dead Man Down – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:50 – Action-Thriller mit Colin Farrell, der wunderbaren Noomi Rapace und der noch wunderbareren Isabelle Huppert. Regie führt der Däne Niels Arden Oplev, der auch die „Millenium-Trilogie“ verfilmt hat. In seinem Hollywood-Debüt geht es um einen unbekannten Killer, er die Gang eines Mafiabosses dezimiert. Farrell spielt einen Helfer des Bosses, der den Killer aufspüren soll.

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Canakkale Yolun Sonu – Canakkale – Der unbesiegbare Widerstand – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:45 – Patriotischer, türkischer Kriegsfilm über die Schlacht an der Çanakkale-Front im April 1915.

Ginger & Rosa – Schauburg, So., 14.4., um 19:15 – Drama, das im England der 60er Jahre spielt. Die beiden 16jährigen Freundinnen Ginger und rosa engagieren sich zusammen in der Friedensbewegung. Da beginnt Rosa plötzlich eine Affäre mit Gingers Vater.

Mademoiselle Populaire – Gondel, So. 14.4. um 20:30 – Französische Liebeskomödie. In den 50er Jahren träumt eine davon, Weltmeisterin im Schreibmaschineschreiben zu werden.

Enjoy The Music – Die Pianistin Edith Kraus – City 46, Sa. 20:30, Mo.-Mi. 18:00 – Portrait der Pianistin Edith Kraus, die einst als Wunderkind galt und dann nach Theresienstadt deportiert wurde. Heute lebt sie in Israel.

Lagos – Notizen einer Stadt – City 46, Sa.+Mi. um 20:00 – Dokumentation von Jens Wenkel über die Hauptstadt Nigerias.

Moderne Zeiten – City 46, So., 14.4. um 20:30 – Charlie Chaplins zeitloser Klassiker. Zwar sein zweiter Tonfilm, doch gesprochen wird noch nicht. Aber der Tramp darf zum ersten Mal singen! In einer wunderbaren Kunstsprache und wahrlich ohrwurmverdächtig.

Working Man’s Death – City 46, Do.+Di. um 20:00 und Fr.+So. um 18:00 – Doku des Filmemachers Michael Glawogger, der auch mit seinen Spielfilmen (z.B. „Nacktschnecken“ oder dessen Fortsetzung „Contact High“ ) sehr erfolgreich ist. Hier geht es um den „Tod der Arbeiterklasse“, die Glawogger in mehreren Ländern beobachtet.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 15.04. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 15.04. um 21:45

Originalfassungen in Bremen: 14.03.13 – 20.03.13

Von , 14. März 2013 11:17

Ganz so lang, wie in der letzten Woche, ist die Liste diesmal nicht. Aber es sieht ganz so aus, als hätten Schauburg und Gondel (!) den Sonntag als O-Ton-Tag für sich entdeckt. Muss man weiter beobachten, aber sieht zur Zeit ganz danach aus. Wer auf Krawumm und Big-Budget-Mainstream steht, für den ist aktuell nicht wirklich was dabei. Dafür gibt es für die Arthouse-Freunde den einen oder andren Leckerbissen. Aus dem Angebot dieser Woche ragt „Hitchcock“ heraus, dem ich allerdings sehr zwiespältig gegenüber stehe. Gründe dafür unten.

Jack and the Giants 3D – Cinemaxx, Mo., 18.3. um 17:00 – Märchenhaftes Fantasy-Spektakel von „X-Men„-Regisseur Bryan Singer. Der junge Jack öffnet versehentlich das Tor zu der Welt der Riesen.

Imaginaerum by Nightwish – Cinemaxx, Mo., 18.3. um 20:00 – Musical-Konzept-Film, das dazu dient, die Lieder der Band „Nightwish“ in Bilder zu kleiden.

Les Misérables – Cinemaxx, So., 17.3. um 19:30 – Aufwändige Verfilmung des Musicals basierend auf dem Roman von Victor Hugo. Regie führt Tom Hooper, der vorletztes Jahr den Regie-Oscar für “King’s Speech” ergattern konnte. Wer schon immer mal Hugh Jackman, Russell Crowe und Anne Hathaway singen hören wollte, ist hier goldrichtig.

Gelmeyen Bahar – Der Frühling ohne Dich – Cinemaxx, So., 17.3. um 22:30 – Türkisches Liebesdrama um eine junge Frau, die zwangsverheiratet werden soll und dann online einen Mann kennenlernt, in den sie sich verliebt.

Canakkale Yolun Sonu – Canakkale – Der unbesiegbare Widerstand – Cinemaxx, Do.-Mi. 20:10 und 23:00 & CineStar immer 23:00 – Patriotischer, türkischer Kriegsfilm über die Schlacht an der Çanakkale-Front im April 1915.

Hitchcock – Cinemaxx, Do. um 19:30 und Mi. um 19:00 & Gondel, So., 17.3. um 21:00 – Da ist es also. Das groß angekündigte „Making Of Psycho“ mit Anthony Hopkins als Hitchcock. Gut, abgesehen davon, dass Hopkins trotz Maske und Fat-Suite überhaupt auch nicht im Entferntesten nach Hitch aussieht (von Fr. Johansson als Janet Leigh gar nicht zu sprechen), habe ich zu viele Hitchcock-Biographien gelesen, dass ich denke, der Film würde mich nur aufregen und ärgern. Beispiel gefällig? Im Film wird ein großes Bohei (zumindest wird das in der Vorberichtserstattung immer wieder betont) darum gemacht, dass Alma Hitchcock die Idee hatte, die Hauptdarstellerin in Psycho möglichst früh umzubringen. Tatsächlich ist das aber schon im Roman von Robert Bloch so. Und mir würde sicherlich noch mehr auffallen, als das ich den Film vorurteilsfrei genießen könnte.

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Nachtzug nach Lissabon – Schauburg, So., 17.3. um 21:15 – Starbesetzte Bestseller-Verfilmung von Bille August (“Das Geisterhaus“), der auf starbesetzte Bestseller-Verfilmungen spezialisiert ist. Mit Jeremy Irons und Martina Gedeck.

No! – Schauburg, Mi., 20.3. um 18:45 – Polit-Drama nach wahren Begebenheiten mit Gael García Bernal.  Um einen Werbefachmann, der 1988 in Chile eine Kampagne zum Sturz des Diktators Pinochet entwirft.

Bürger Havel – Citizen Havel – City 46, Do. 20:30, Fr/Mo/Mi um 18:00 – Beeindruckende Dokumentation über den ehemaligen Präsidenten Tschechiens. Pavel Koutecký begleitete diesen in seiner 10-jährigen Amtsperiode ganz nah mit der Kamera.

Nokan – Die Kunst des Ausklangs – City 46, Di., 19.3. um 20:30 – Der japanische Oscar-Preisträger für den besten fremdsprachigen Film 2009. Es geht um den arbeitslose Cellist Daigo, der einen Arbeit als Leichenwäscher und Bestatter annimmt. Tipp!

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Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 18.03. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 18.03. um 21:45

Originalfassungen in Bremen: 08.03.13 – 13.03.13

Von , 7. März 2013 21:11

Als ich gesehen habe, wie viele O-Fassungen diese Woche laufen, schlugen zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits war ich wirklich froh, so eine lange Liste zu haben (sogar die „Gondel“ ist wieder dabei!), andererseits habe ich gerade sehr wenig Zeit und da kann ich eigentlich so viel Arbeit gar nicht gebrauchen. Daher etwas später als gewohnt, die Übersicht. Da sollte eigentlich für wirklich jeden Geschmack etwas dabei sein.

Die fantastische Welt von Oz – Cinemaxx, So.-Sa. und Mi. immer um 19:45 – Sam Raimis Verfilmung der Vorgeschichte vom  „Zauberer von Oz“ – oder „Das zauberhafte Land“, wie der große Filmklassiker von 1939 bei uns heißt. Mit James Franco, Michelle Williams und Mila Kunis sind auch ein paar Jungstars der Indie-Szene dabei. In einigen Foren wird die seelenlose  Künstlichkeit der Bilder beklagt. Aber da sollte sich jeder selber ein Bild machen.

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Hänsel und Gretel: Hexenjäger 3D – Cinemaxx, So., 10.03. um 20:20 – Und wieder eine Idee, die sich auf dem Papier so bescheuert anhört, dass sie schon wieder funktionieren könnte. Nach ihrer aus Grimms Märchen bekannten, ersten Begegnung mit der bösen Hexe, sind Hänsel und Gretel professionelle und sehr coole Hexenjäger geworden. Dann spielt noch die gute Famke Janssen mit und die Hexenjäger werden vom immer zuverlässigen Jeremy Renner und der schönen Gemma Arterton gegeben. Allein, wenn mich doch der Trailer etwas mehr überzeugen könnte hier kein ideenloses CGI-Schlachtfest von der Stange zu bekommen…

Django Unchained – Cinemaxx, Di. 12.3. um 19:40 – Meine Ultrakurzkritik: Hat mich über die volle Distanz sehr gut unterhalten. Ich war zwar nicht weggeblasen wie bei “Inglourious Basterds” oder “Kill Bill, Vol. 2“, aber die Zeit verging wie im Fluge und ich war überrascht als er “schon” zu Ende war. Schauspieler toll (besonders Samuel L. Jackson), Musik klasse, Anspielungen nett. Doch, mochte ich. Unbedingt im Original gucken!

Les Misérables – Cinemaxx, So., 10.03. um 19:30 –Aufwändige Verfilmung des Musicals basierend auf dem Roman von Victor Hugo. Regie führt Tom Hooper, der vorletztes Jahr den Regie-Oscar für “King’s Speech” ergattern konnte. Wer schon immer mal Hugh Jackman, Russell Crowe und Anne Hathaway singen hören wollte, ist hier goldrichtig.

Gelmeyen Bahar – Der Frühling ohne Dich – Cinemaxx, Fr.-Mi. immer 22:30 – Türkisches Liebesdrama um eine junge Frau, die zwangsverheiratet werden soll und dann online einen Mann kennenlernt, in den sie sich verliebt.

Kelebegin Rüyasi – The Butterfly’s Dream – Cinemaxx, Fr., 17:30 und So-Mi. um 17:30 – Türkische Liebestragödie vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs.

Romantik Komedi 2 – Die romantische Komödie 2 – Cinemaxx, Sa.+So. um 13:15 – Türkische Komödie über eine junge Frau, die verzweifelt auf den Heiratsantrag ihres Freundes wartet und diesem mit Hilfe eines Ratgebers auf die Sprünge helfen will.

Nachtzug nach Lissabon – Cinemaxx, Mo., 11.3. um 19:45 & Schauburg, So., 10.3. um 21:15 – Starbesetzte Bestseller-Verfilmung von Bille August („Das Geisterhaus„), der auf starbesetzte Bestseller-Verfilmungen spezialisiert ist. Mit Jeremy Irons und Martina Gedeck.

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No! – Schauburg, Mi., 13.3. um 21:00 – Polit-Drama nach wahren Begebenheiten mit Gael García Bernal.  Um einen Werbefachmann, der 1988 in Chile eine Kampagne zum Sturz des Diktators Pinochet entwirft.

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Hyde Park am Hudson – Gondel, So., 10.03. um 20:45 – Bill Murray spielt US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der 1939 das britische Königspaar George VI und Elizabeth (genau, das aus „“King’s Speech“) empfängt und einen Kulturschock der besonderen Art verpasst.

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Liebe – City 46, Sa./So./Di/Mi. immer 18:00 – Michael Hanekes großes Meisterwerk aus dem letzten Jahr. Goldene Palme in Cannes, Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Mit Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva.

Deaf Jam – City 46, So., 10.03., 20:30 – Video-Doku über die gehörlose Schülerin Aneta aus New York, deren Eltern aus Israel eingewandert sind. Sie trifft in der »Spoken Word Slam-Szene« auf die hörende Tahani, eine Slam-Poetin, die aus Palästina stammt.

Die große Illusion – City 46, Fr., 7.3. um 18:00 – Der große Kriegsfilmklassiker von Jean Renoir. Mit Erich von Stroheim und einem jungen Jean Gabin.

Fahrstuhl zum Schafott – City 46, Mi. 13.3.. um 20:00 – Noch ein großer Klassiker. Louis Malles Film noir mit der großartigen  Jeanne Moreau und der treibenden Musik von Miles Davis. Ein gnadenlos spannender, schlichtweg fantastischer Film.

It’s a Free World – City 46, Sa., So. und Di. Um 20:00 – Vom Altmeister des britischen Sozialdramas, Ken Loach. Zwei Freundinnen machen eine Arbeitsvermittlungsagentur auf und geraten zwischen die Fronten von Menschenhändlern, skrupellosen Unternehmen und ausgebeuteten Arbeitern.

Maelström – City 46, Fr. um 20:30 und Mo. um 18:00 – Kanadischer Spielfilm über eine wohlhabende  25-jährige, die tagsüber mehrere Boutiquen führt und nachts in den exklusivsten Clubs der Stadt feiert. Ihre  innere Leere füllt sie mit Alkohol und wilden Partys. Eines Tages verschuldet sie angetrunken einen Verkehrsunfall.

Rachels Weg. Aus dem Leben einer Sexarbeiterin – City 46, Mo. 11.3. um 20:30 –Australische Doku über eine Prostituierte, die als Kunden Menschen mit Behinderungen hat.

Zwillingsbrüder. 53 Szenen einer Kindheit – City 46, Mi., 13.3. um 20:30 – Schwedische Doku um ein Zwillingspaar. Gustav ist groß, Oskar dagegen kleinwüchsig.

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 11.03. um 21:45

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