Nachrichten getagged: Charlie Chaplin

Frohes neues Jahr… und weiter geht’s!

Von , 6. Januar 2011 19:55

Ich hoffe alle meine Leser sind gut ins neue Jahr gekommen.

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten mich wieder im tristen Alltag zurechtzufinden, hat mich das Hamsterrad jetzt wieder :(

Für das neue Jahr habe ich mir für das “Filmforum Bremen” so einiges vorgenommen. Aber da man über ungelegte Eier noch nicht sprechen soll, verkneife ich mir dies auch hier. Lasst Euch einfach mal überraschen, wenn es soweit ist.

Den Jahreswechsel habe ich im Ausland verbracht und es nach 17 Jahren geschafft, endlich mal wieder die Cinémathèque française zu besuchen. Ich kannte nur die alte Cinémathèque nahe Trocadéro und war nun in der neuen Cinémathèque in Bercy. Ein beeindruckendes Gebäude, aber den Charme und vor allem die bewegte Geschichte der alten Cinémathèque spürt man hier leider gar nicht mehr. Natürlich habe ich auch nach den Überresten der alten Cinémathèque gesucht, aber da hat mir mein Gedächtnis böse Streiche gespielt. Zwar habe ich etwas gefunden, von dem ich sicher war, das es der alte Eingang war – die Recherche Zuhause hat mir aber gezeigt, dass das höchstens ein abgelegener Nebeneingang war. Schade, hätte ich mich doch mal vorher informiert.

Die Cinémathèque française

Das aktuelle Programm der Cinémathèque française

Was DVDs angeht ist Frankreich übrigens Paradies und Hölle zugleich. So viele tolle Filme in wunderbaren Editionen, die in Deutschland entweder gar nicht oder nur in suboptimaler Form erhältlich sind. Da läuft einem solange das Wasser im Munde zusammen, bis man die DVD umdreht und feststellt, dass der Ton ausschließlich auf Französisch ohne Untertitel vorliegt. Wer (wie ich) also nur ein paar Brocken Schul-Französisch kann, bricht dabei in Tränen aus. Ich hätte so viele Lücken schließen können, habe letztendlich aber nur zwei Filme von Jacques Demy (Les parapluies de Cherbourg und Les demoiselles de Rochefort, beide mit englischen Untertiteln) mitgenommen. Ersteren gibt es auch in einer schönen deutschen Ausgabe bei Kinowelt – und wie ich jetzt gesehen habe, zu fast identischem Preis. Ach ja, und eine DVD-Box mit den 1914er Keystone-Filmen von Charlie Chaplin habe ich auch gekauft. Damit habe ich Chaplin jetzt endlich komplett. Die Keystone-Filme gab es ja zuvor zum größten Teil nicht auf DVD, und wenn dann nur in katastrophaler Verfassung. Die DVDs sind auch auf Deutsch und werden sicherlich bald als Arte-Edition erscheinen. Zumindest kann man schon als Option “Deutsch” auswählen und bekommt dann den bekannten “Arte Stummfilm Edition”-Vorspann. Einziger Wermutstropfen – das schöne Booklet ist (natürlich) komplett auf französisch.

Ein Schock bekam ich, als ich Montag wieder nach Hause kam und den Weser Kurier aufschlug. Im Feuilleton wurden die kulturellen Highlights für 2011 aufgelistet. Und welche Highlights wurden dort im Ressort Film aufgeführt? Pirates of the Caribean 4, Harry Potter 8, Transformers 3 usw. Kein neuer Arononfsky, keine Coen Brothers… um nur mal die jetzt bald anlaufenden Filme zu nennen. Von dem für Ende Mai angekündigten neuen Film von Lars von Trier mal ganz zu schweigen. Mann, mann, mann…

Nachbetrachtung: Der Stummfilmabend am 25.6. im Kino 46

Von , 28. Juni 2010 20:07

Eigentlich sollte der folgende Text Teil eines neuen “Filmtagebuch”-Eintrags werden. Zusammen mit einer Review des Films “Shopping Girls”. Aber jetzt ist er so lang geworden, dass ich a) keine Zeit mehr für die “Shopping Girls” habe und b) er es eigentlich wert ist, einen eigenständigen Artikel zu bilden.

Am vergangenen Freitag gab es einen Stummfilmabend im Kino 46. Das Kino war leider nicht voll. Aber das war klar, bei diesen Temperaturen und vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig bei der WM Chile gegen Spanien spielte. Trotzdem war die Veranstaltung recht ordentlich besucht, wobei ein Großteil der Zuschauer sicherlich Verwandte und Freunde der vortragenden Musiker waren.

Zunächst gab der Organisator des Abends, Ezzat Nashashibi, eine, wie ich finde, zu kurz geratene Einführung. Was ich schmerzlich vermisste waren Hintergrundinformationen zu dem Unikurs, dessen Abschluss der Abend war (etwas, was ich nur wusste, weil ich mich vorher im Netz informiert hatte), was genau Ziel des Kurses war, eine etwas ausführlichere Vorstellung der Vortragenden und ihrer Rolle, wie es zu der Idee zu dem Event kam. Da die jungen Studenten selber auch etwas mundfaul waren, erfuhr man auch hier nichts weiter über sie selber, ihre musikalischen Wurzeln und weshalb sie überhaupt an diesem Abend auftraten. Auch wäre es sehr schön gewesen, wenn man zumindest erfahren hätte, wieso sie gerade diese Filme vertont haben. War das vorgegeben oder eine persönliche Auswahl? Besonders frustrierend war dies bei dem vorzüglichen Gitarrenduo, welches “The Tramp” begleitete. Hier kam lediglich der lapidare Hinweis, dass die beiden nicht zum Kurs gehörten und durch Zufall dabei waren. Auch hier wäre etwas mehr Information sehr nett gewesen.

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