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Schauburg: „Sie nannten ihn Spencer“ mit Regisseur Karl-Martin Pold

Von , 19. Juli 2017 15:31

Am nächsten Mittwoch, dem 26. Juli, feiert um 21:00 Uhr die Mischung aus Roadmovie und Dokumentarfilm „Sie nannten ihn Spencerin der Schauburg Vorpremiere. Mit dabei ist Regisseur Karl-Martin Pold.

„Sie nannten ihn Spencer“ handelt von zwei riesigen Bud-Spencer-Fans, die sich ihren Lebenstraum erfüllen wollen: Einmal ihr Idol persönlich kennenlernen. Dazu unternehmen die Beiden eine Reise quer durch Europa, bei der sie zahlreiche Weggefährten von Carlo Pedersoli, wie Spencer mit bürgerlichem Namen heißt, treffen, darunter dessen kongenialen Leinwandpartner Terrence Hill oder Hills deutschen Synchronsprecher Thomas Danneberg.

Der knapp über zweistündige Film erscheint fast genau ein Jahr nach dem Bud Spencers Tod, was sich erst einmal nach einem schnellen cash in anhört. Tatsächlich aber arbeitete Regisseur Karl-Martin Pold insgesamt acht Jahre intensiv an seinem Film, der letztendlich nur durch ein sehr erfolgreiches Crowdfunding und die Unterstützung zahlreicher Bud-Spencer-Fans realisiert werden konnte.

Ich möchte hier nicht verschweigen, dass ich über den Film bisher sehr gemischte Kritiken gelesen habe, die von absoluter Begeisterung bis zu sehr enttäuschten Verrissen reichen. Am nächsten Mittwoch kann sich aber ja jeder Interessierte in der Schauburg selbst ein Bild von dem Film machen und den anwesenden Regisseur mit Fragen bombardieren.

Nachruf: Bud Spencer (1929-2016)

Von , 28. Juni 2016 22:19

buddy3Es will in diesem Jahr kein Ende nehmen. Noch freudetrunken ob des sensationellen Sieges der Isländer über England und deren Einzug ins Viertelfinale der EM, schaute ich auf Facebook nach, was wohl die Freunde und Bekannten so dazu schreiben. Und augenblicklich war meine gute Laune verflogen. Was sich wie ein Lauffeuer auf Facebook verbreitete waren keine fröhlichen Sprüche über die Isländer (und Seitenhiebe auf die Engländer), sondern die Nachricht, dass Bud Spencer gestorben ist. Heute, am Tag danach, reißt der Strom der Beileidsbekundungen noch immer nicht ab. Fast jeder fühlt diesen tiefen Drang, seine ganz persönliche Erinnerung an Carlo Pedersoli, dem Mann der sich Bud Spencer nannte, zu teilen. Ich habe nur kurz darüber nachdenken müssen, wo Bud Spencer Spuren in meinem Leben hinterlassen hat. Da war einer meiner ersten Kinobesuche – der einzige mit meinem Onkel, wenn ich mich recht erinnere. Wir sahen „Buddy haut den Lukas“. Dann ein Besuch bei meiner Cousine, deren Freund einen Videorekorder hatte, um endlich mal „Vier Fäuste für ein Halleluja“ zu sehen, von dem mein Vater mir immer erzählt hatte. Film und Besuch sind mir lebhaft in Erinnerung geblieben. Sich mit dem Schulkameraden auf dem Sportplatz treffen und ein improvisiertes „Football“-Spiel auszutragen – weil wir alle am Vorabend „Sie nannten ihn Mücke“ gesehen haben.

buddy4Jeder scheint Bud geliebt zu haben (bisher las ich tatsächlich nur einen einzigen äußerst geschmacklosen Kommentar zu seinem Tod). Für alle war Bud Spencer ein Stück Kindheit. Der große Held. Kein Superheld, nein, sondern ein sehr, sehr menschlicher Held. Mit all seinen Fehlern und Makeln. Der sich aber nie unterkriegen und – für Kinder wichtig – sich auch nicht von Autoritätspersonen und Regeln aufhalten ließ. Der einfach das tat, was alle Kinder auch gerne machen würden. Einfach mal nicht auf die Eltern hören. Dass Bud Spencer seinen Figuren seit dem ersten gemeinsamen Film mit Terence Hill („Gott vergibt – Django nie“), spätestens aber nach den großartigen „Die linke und die rechte Hand des Teufels“ (mein Lieblingsfilm der Beiden) mit einem großen, goldenen Herzen ausstattete, machte ihn zu dem geliebten Onkel, mit dem man Pferde stehen wollte (tatsächlich ist er in den ersten Spaß-Western ja auch dann konsequenterweise ein Pferdedieb).

bud4In Deutschland war Bud Spencer immer ein Weltstar gewesen. Angehimmelt von mehr Fans, als so mancher strahlende und schöne Hollywood-Held. Ja, wo gibt es heutzutage noch jemanden, auf den sich Generationen so stark einigen können? Wobei sein riesiger Erfolg hierzulande sicherlich zu einem teil auch auf seine deutsche Synchronstimme Wolfgang Hess (der vor gerade einmal zwei Monaten ebenfalls verstarb) zurückzuführen. Dieses tiefe Grummeln beherrschte keienr so wie er. Nicht einmal Bud Spencer selber. Und dann ist da natürlich auch Rainer Brandt, der dem Duo Spencer-Hill immer die kessen Sprüche und beliebten Kalauer in den Mund legte (und damit auch so manchen ernsthaften Auftritt Bud Spencers oder Terence Hills versaute). Ich glaube, die Figur Bud Spencer war eine Mischung aus Pedersolis mächtiger Präsenz, Hess‘ Stimme und Brandts Sprüchen. Doch damit ist es jetzt für immer vorbei.

Bud Spencer - etwas näher dran

Bud Spencer – etwas näher dran

Wie populär Bud Spencer hierzulande noch immer war, obwohl er seit dem letzten „typischen“ Bud-Spencer-Film 22 Jahre vergangen waren, konnte man 2011 beobachten. Bud Spencer hatte gerade seine Autobiographie geschrieben (oder vielmehr schreiben lassen) und sein Verlag schickte den damals schon krank wirkenden, aber immer noch voller Energie steckenden Bud Spencer auf große Promo-Tour. Neben TV-Auftritten wurden auch große Autogrammstunden gegeben. Eine davon auch bei Thalia in Bremen. Leider war ich an diesem Tag verhindert und schickte daher meine Frau, um seine Autobiographie zu kaufen und für mich signieren zu lassen. So verpasste ich ein großes Ereignis in meinem Leben, weshalb ich mich heute noch ärgere. Aber meine Frau war erfolgreich, stellte sich tapfer in die schier unendliche Schlange wartender Fans und war erstaunt über die ganze – ja – Hysterie die diesem alten, ihr vollkommen unbekannten Mann entgegengebracht wurde. Und ich halte heute mein Buch mit dem schnell hingeschriebenen „Bud“ in Ehren. Auch wenn diese eher dünne Autobiographie irgendwie flach und unvollständig wirkte. Der Verlag hatte aber Blut geleckt und ließ Bud gleich noch eine Fortsetzung „schreiben“ und dann noch ein Kochbuch. Jedes Mal begleitet von der Ochsentour mit den Signaturen. Ein eher unwürdiges „durch das Dorf treiben“ einer Kuh, die so offensichtlich schnell noch gemolken werden sollte, bevor der Tod zuschlägt. Ich fand das widerlich und habe deshalb den ganzen Zirkus nicht mehr mitgemacht. Bud Spencer hatte etwas anderes verdient, als als kranken, alter Mann wie ein Zirkusbär durch die Manage gezogen zu werden. Auch wenn ihm selber der riesige Zuspruch seiner Fans sicherlich Freude bereitet hat.

Jetzt hat es ein Ende. Und ich vermisse ihn, denn ein Teil des eigenen Lebens, der Kindheit ist gegangen. Ist man erwachsen, wenn die Helden von damals nicht mehr da sind?

Buchrezension: „Bud Spencer – Mein Leben, meine Filme“

Von , 14. Juni 2011 19:52

Sie stürmte sofort an die Spitze der Bestseller-Liste: Die Autobiographie von Bud Spencer. Bei den Signierterminen in Hamburg, Berlin und vor allem in Bremen, kam es zu einem Ansturm der Fans, der dem bei einer Boygroup alle Ehre machen würde. Der Rummel drumherum stimmt also, aber wie es denn nun so das Buch? Ich habe die Biographie jetzt durchgelesen, aber ich bin nicht so wirklich begeistert.

Man kann das Buch zwar ganz gute und schnelle Unterhaltung, aber Buddy (bzw. seine beiden Mitstreiter Lorenzo de Luca und David de Filippi) hält sich bei seiner Lebensgeschichte doch sehr mit tiefer gehenden Informationen zurück. Zum Beispiel wird seine Tätigkeit als Musikproduzent nur mal so am Rande erwähnt. Etwas, was mich sehr wundert.

Beschäftigt man sich mit Bud Spencers Leben, so bietet es reichhaltigen Stoff für einen dicken Wälzer. Ein dicker Wälzer ist die Autobiographie aber wahrlich nicht geworden. Die vielen, sehr unterschiedlichen, Stationen seines Lebenslaufs werden gerade mal angerissen und wenn Buddy dabei Anekdoten aus diesem spannenden Leben erzählt, so wirken sie irgendwie unrund und.. ja… auch uninteressant. So, als ob ihm jetzt unbedingt noch war lustiges oder tief schürfendes zu einem Thema einfallen müsse. Das wirkt dann manchmal etwas sehr verkrampft und „gewollt“.

Auch sein Understatement, was seine schauspielerischen Fähigkeiten angeht, kommt zwar anfangs noch sehr sympathisch rüber, aber wenn er es dann zum x-ten wiederholt, merkt man schon, dass er damit halt SEHR gerne kokettiert. Auch über Dreharbeiten und Kollegen erfährt man so gut wie nichts. Okay, dass Lee Van Cleef ein alkoholkranker Unsympath war, das z.B. schon. Aber wie so viele andere Geschichten, bietet diese kurze Anekdote Buddy vor allem die Möglichkeit, sich als der gutmütiger, schlitzohriger Kerl in Szene zu setzten. Grundsätzlich stößt mir das etwas auf. Alles, was er erzählt, dient letzten Endes dazu, ihn in einem Licht dastehen zu lassen, welches dem Bild, das seine Fans zu ihm haben, ziemlich genau entspricht.

Klar gibt es auch leichte Selbstkritik, aber diese bezieht sich fast ausschließlich auf sein jüngeres Ich (welches er in einem, wie ich finde, etwas verunglückten Pro- und Epilog trifft), das er als arrogant und selbstverliebt beschreibt. Oder eben – wie schon erwähnt – auf seine mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten. Schade, es wäre weitaus mehr drin gewesen, insbesondere bei so einem abwechslungsreichen und ungewöhnlichen Leben. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann noch eine Biographie, die nicht nur an der Oberfläche kratzt und vor allem von einem Autoren verfasst wurde, der weniger subjektiv an die Sache rangeht. Kurz und gut: Die Autobiographie ließt sich zwar so weg, aber wirklich erhellend ist sie nicht.

Buddy war da! Heute signierte Bud Spencer in Bremen seine Autobiographie

Von , 15. April 2011 20:11

Es gibt manchmal Tage, an denen Beruf und Hobby, Brötchenerwerb und Leidenschaft, ziemlich unglücklich kollidieren. Heute war so ein Tag. Statt zu Bud Spencer in die Thalia-Filiale in der Obernstr. zu gehen, musste ich – auch angesichts meines nahenden Urlaubs Mitte nächster Woche – noch so einiges abarbeiten. 🙁 Aber, es hat sich eine herzensgute Person geopfert, um für mich ein Buch mit Autogramm und ein paar Bilder vom Event zu besorgen: Meine geliebte Ehefrau. Daher hier noch einmal ein ganz, ganz dickes „DANKE SCHÖN“, denn es war für sie wirklich eine ungeheure Strapaze.

Da ich persönlich nicht anwesend war, gebe ich hier einmal wieder, was sie mir berichtet hatte. Sie war bereits gegen 14:00 Uhr bei Thalia, um schon mal vorab zwei Bücher (eins für mich, eins für einen guten Bekannten) zu besorgen. Danach schaute sie noch für 20 Minuten in einen anderen Laden hinein und als sie wieder zu Thalia zurück kam, hatte ich schon eine Schlange gebildet, die vom Treppenabgang zum Untergeschoss, wo die Autogrammstunde stattfand, bis zum Eingang reichte. Dort verharrte sie tapfer für die nächsten 1,5 Stunden. Das ist wahre Liebe.

Um Viertel nach 4 ging es dann langsam voran. Buddy saß, wie gesagt, im Untergeschoss. Dort ging es dann wie am Fließband. Vorgelassen wurden nur Leute, die das Buch in der Hand hatten. Extrawünsche gab es nicht. Eine Dame nahm das Buch im Empfang, legte es Buddy vor, eine zweite reichte es dann wieder zurück. Unterschrieben wurden mit „Bud“. Das war’s dann. Meine Frau sagte noch, als sie dran war hätte er auf deutsch gesagt: „Ich bin jetzt müde“. Wieder auf der Straße habe die Schlange mittlerweile bis fast zur Sögestr. (!!!) gereicht und da war es erst 16:40!  Wahrscheinlich dachten sie, es gäbe noch welche, aber die Bücher waren wohl schon alle um 15:20 restlos ausverkauft. Wer also vorher eine Stapel gekauft hätte, der wäre jetzt sicherlich ein reicher Mann geworden.

Einen weiteren detaillierten Bericht der Bremer Autogramm-Stunde kann man von „Michael“ in den Kommentaren zur Ankündigung lesen. Das deckt sich ziemlich genau mit dem, was ich von meiner Frau gehört habe.

Hier noch ein paar Bilder, die meine Frau für mich geschossen hat.

"Bud Spencer signiert ausschließlich seine Biographie"

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Buddy kommt! Autogrammstunde mit Bud Spencer im April

Von , 10. März 2011 10:52

Ich gebe zu, ich habe es am Anfang für einen Scherz gehalten. Bud Spencer besucht Deutschland, um seine Autobiographie „Mein Leben, meine Filme“ vorzustellen und tut dies in Berlin, Hamburg und… Bremen! Jawohl, auch ins kleine, bescheidene Bremen führt der Weg der großen Ikone des italienischen Unterhaltungsfilms. Als ich davon das erste Mal durch Onkel Joe vom Deliria-Italiano-Forum hörte, konnte ich es nicht wirklich glauben. Mittlerweile scheinen die Termine festzustehen und Herr Pedersoli (so sein bürgerlicher Name) wird am 15. April in einer der beiden Thalia-Buchhandlungen in der Innenstadt (ob Söge- oder Obernstr. weiß ich leider noch nicht) anwesend sein, um seine Buch zu signieren. Als Zeit stehen 17:00 und 18:00 Uhr im Raum.

UPDATE: Die Signierstunde findet im Thalia in der Obernstr. ab 16:00 Uhr statt.

Warum auch Bremen mit auf dem Programm steht, erklärt sich, wenn man weiß, dass „Buddy“auch auf der Gästeliste der Radio Bremen Talkshow „3nach9“ steht, die ebenfalls am 15.April ausgestrahlt wird.

Bud Spencer wurde 1929 als Carlo Pedersoli in Neapel geboren. Nach einigen Jobs, die ihn bis nach Südamerika führten, hatte er erste Erfolge als Schwimmer in der italienischen Olympia-Mannschaft. Er nahm an den Olympischen Spielen 1952 und 1956 teil. Nach seiner Sportkarriere wurde er Anfang der 60er Musikproduzent und komponierte auch zahlreiche italienische Schlager.
Die große Wende im Leben des Herrn Pedersoli kam 1967. In diesem Jahr wurde er von einem Bekannten, dem Regisseur Giuseppe Colizzi, angeheuert um in dem Italo-Western „Gott vergibt.. wir beide nie“ eine der beiden Hauptrollen zu spielen. Sein Partner in diesem Film: Terence Hill. Die Mischung funktionierte so gut, dass Colizzi noch drei weitere (damals noch weitgehend ernsthafte) Italo-Western mit den beiden drehte.


1970 übernahm dann der Regisseur Enzo Barboni das Duo und konzipierte um sie herum die beiden großen Spaß-Western-Klassiker „Die linke und die rechte Hand des Teufels“ und „Vier Fäuste für ein Halleluja„. Ab da war die Kombo Spencer/Hill endgültig etabliert und in der Folgezeit wurde noch zahllose Filme mit den beiden gedreht, die allerdings – das muss man gestehen – mit der Zeit immer schwächer wurden.

Bud Spencer war auch als Solo-Künstler erfolgreich. Zunächst in Nebenrollen in ernsthaften Filmen (z.B. dem Italo-Western „Heute ich… morgen Du“ oder Dario Argentos „Vier Fliegen auf grauem Samt„), dann später mit seiner „Plattfuß“-Serie oder Filmen wie „Sie nannten ihn Mücke„. In letzter Zeit hat Bud Spencer viel fürs Fernsehen gearbeitet und spielte die Hauptrolle in TV-Serien wie „Extralarge„, „Zwei Engel mit vier Fäusten“ oder aktuell „I delitti del cuoco“ (die noch nicht in Deutschland gelaufen ist).

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