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Blu-ray-Rezension: „Fascination“

Von , 17. Mai 2019 09:08

Frankreich, Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Dieb Marc (Jean-Marie Lemaire) hat eine Verbrecherbande betrogen und befindet sich nun auf der Flucht vor dieser. Zuflucht findet er in einem von einem Wassergraben umgebenen Château. Dort trifft er auf seine wunderhübsche junge Frauen: Elizabeth (Franca Mai) und Eva (Brigitte Lahaie). Während Elizabeth ihn vor einem geheimnisvollen Gast warnt, der um Mitternacht erwartet wird, versucht Eva ihn zu halten, indem sie ihn verführt. Mittlerweile hat die Bande Marc aufgespürt und bezieht außerhalb des Château Stellung.

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Nach dem relativen Erfolg seines hierzulande auch als Zombie-Schocker verkauften, melancholischem Infizierten-Drama „Die Foltermühle der gefangenen Frauen“ aka „Zombis – Geschändete Frauen“, kehrte Jean Rollin zu den Anfängen seiner Karriere zurück. Wobei nicht ganz. Ebenso wie „Die Foltermühle der gefangenen Frauen“ kein richtiger Zombie-Streifen ist (trotz Versatzstücken des Genres, so ist „Fascination“ auch kein richtiger Vampirfilm, obwohl natürlich auch er mit den Mythen des Blutsaugerfilms arbeitet. Tatsächlich sind hier aber keine übernatürlichen Wesen, sondern die Mitglieder eines Blut-Kults unterwegs. Diesen hat es scheinbar wirklich gegeben, wenn auch nicht in der Form, in der ihn der Film präsentiert. Aber die merkwürdig surreale Szene, in der zu Beginn des Filmes fein angezogene Damen der hohen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts in einem blutgetränkten Schlachthof stehen und in Weingläsern Ochsenblut trinken, hat seine Wurzeln in einer obskuren Therapie, die ein französischer Arzt seinen anämischen Patienten anbot.

Die Szene ist zugleich das erste starke, sich unauslöschlich ins Gehirn brennende Bild, welches Rollin in diesem Film erschafft. Das zweite ist natürlich die nackte Brigitte Lahaie, die in einen schwarzen Umhang gehüllt mit der Sense jagt auf ihre Opfer macht. Diese gehören zu den ikonischen Darstellungen in Rollins Filmkarriere. Bilder, die das Kino des Jean Rollin definieren. Seltsam aus dem Rahmen gefallen. Bedrohlich, aber auch höchst erotisch. Erschreckend, aber von einem unwiderstehlichen Reiz. Gerade für die Darstellung des nackten Todesengels fand Rollin dabei seine perfekte Muse: Die wundervolle Brigitte Lahaie, die er zuvor bereits in „Die Foltermühle der gefangenen Frauen“ perfekt zu inszenieren wusste. Auch dort ist es die Lahaie, die einem als erstes in den Sinn kommt, wenn man sich an den Film zurückerinnert. Wie sie in einer Hommage an Mario Bava mit zwei großen Dobermännern in das rechte Licht gerückt wird. Das seltsame entrückte, was auch ihre Darstellung in „Fascination“ ausmacht. Rollin hatte die Lahaie bei einem seiner Ausflüge in den pornographischen Film kennengelernt und war von ihr auf Anhieb, ja, fasziniert.

Und das zurecht. Brigitte Lahaie war in den 70ern die Königin des französischen Erwachsenenfilms. Vielleicht nicht offiziell, aber in der Rückschau und im Herzen ihrer Bewunderer auf jeden Fall. Wie kaum eine andere Darstellerin war sie in diesen Filmen mit Eleganz und Stil bei der Sache. Brigitte Lahaie erzeugt ganz von selbst eine den Zuschauer gefangennehmende Aura, die nicht von dieser Welt scheint. Sie ist gleichzeitig keine klassische Schönheit und dennoch überirdisch schön. Hier ähnelt sie tatsächlich der zuvor erwähnten Gothic-Horror-Ikone Barbara Steele. Dass der Schöpfer sie noch mit einer atemberaubenden Figur gesegnet hat, spielt da nur die zweite Rolle. Insgesamt sieben Mal spielte sie unter Rollin (den Hardcore-Film“Vibrations sexuelles“ mitgezählt). Immer schlafwandelt sie durch die Filme, als wäre sie gar nicht von dieser Welt. Was perfekt in das cineastische Reich des Jean Rollin passt. Unbedingt sollte man die Filme im Original sehen, um Brigitte Lahaies helle, aber doch auch mysteriösen Stimme zu lauschen. Und ihr Auftritt als Sensenfrau gehört wie Karloffs Frankenstein, Lugosis Dracula oder Barbara Steeles Asa ins große Buch der unvergesslichen Horrorikonen.

Erstmals arbeitet Rollin bei „Fascination“ mit dem Komponisten Philipp D’Aram zusammen, der im selben Jahr seine ersten Soundtracks (für die Claude-Zidi-Komödie „Die Schlafmütze“ und „Unmoralische Engel“ des großen Walarian Borowczky, einem – wie Rollin – der Protagonisten der Immoral Tales die in den 70er Jahren in Europa entstanden) produziert hatte. Er löste damit Pierre Raph als Rollins Stammkomponisten ab und seine teilweise rockigen, teilweise experimentellen Sounds sollten den Klang der Rollin-Filme bis zu seinem letzten Film „Le masque de la Méduse“ definieren. Mit Ausnahme von der Lahaie, die bereits Kameraerfahrung mitbrachte, stehen die meisten der Schauspieler hier erstmals vor der Kamera. Man merkt dies deutlich, wenn sie etwas steif und ungelenk agieren. Was allerdings die unwirkliche Atmosphäre unterstützt, die in „Fascination“ vorherrscht. Alle wirken, als stammten sie aus einer anderen, unwirklicheren Welt, die mehr die Projektion eines Traumes ist, als in einer realen Historie verwurzelt. Wozu auch die Kostüme der Handelnden beitragen, die gerade bei den Verbrechern und „Helden“ Marc – wenn man bösartig sein möchte – an Faschingskostüme erinnern. Bei den Damen des Blut-Kults an Fetisch-Gewänder. Aber nie an etwas, was jemand im realen Leben tragen würde oder getragen hat. Hier kommt bereits Rollins Liebe zum Pulp-Roman und Comic zum Vorschein, die er Mitte der 80ern in seinen Filmen noch intensiveren sollte.

All dies zusammengenommen ergibt einen Film, der für heutige Sehgewohnheiten vielleicht etwas sperrig daher kommt und in einer ungünstigsten Situation eine partywütige „Geil-voll-der-Trash“-Fraktion (wie unlängst beim Mondo Bizarr in Düsseldorf bei der Vorführung des weitaus zugänglicheren, aber auch viel traurigeren „Foltermühle“ erlitten) zum ungepflegten Grölen bringen würde. Aber der cinephile Connaisseur entdeckt hier einen Film, der die Erinnerung an einen Traum am Ende einer Herbstnacht, die man während eines Lyrik-Semsters bei Kerzenschein mit französischer Pulpliteratur und einer guten Flasche Rotwein verbracht hat.

Dies ist die nunmehr siebte Folge der bei Wicked Vision erschienen Reihe „Jean Rollin Collection“. Und wie den Veröffentlichungen zuvor, merkt man dem Mediabook die Liebe an, die hier hineingeflossen ist. Für die deutsche HD-Premiere des Films wurde der Film von Wicked Vision noch einmal neu vom Originalnegativ abgetastet. Und das merkt man auch. Das Bild ist wirklich sehr gut und verliert auch nicht seinen „film look“. Auch beim Ton braucht man keine Abstriche zu machen. Dieser liegt jeweils auf Deutsch und Französisch sowohl in DTS-HD High Resolution Audio 2.0 Stereo und Dolby Digital 2.0 Stereo vor. Wobei die französische Tonspur zu präferieren ist, da sie natürlicher klingt und zudem die Stimme von Brigitte Lahaie einfach besser zu ihrer Rolle passt. Weiter geht es mit den reichlichen Extras. Das (sehr) kurze Grußwort von Brigitte Lahaie würde ich jetzt nicht dazu zählen, da ist das Intro durch Jean Rollin schon interessanter. Spannend auch die beiden Features „Die Musik von „Fascination“ mit Philippe d’Aram“ und „In Erinnerung an Natalie Perrey“. Ein Interview mit Jean Rollin gehört ebenfalls zu den Extras. Besonders gefreut habe ich mich über die Jean-Rollin-Episode „Virgins and Vampires“ aus der großartigen britischen TV-Reihe „Eurotika“, deren Folgen man zwar auch im Netz, dort aber in z.T. erbarmungswürdiger Qualität findet. Eher von historischem Interesse sind die geschnitten Sexszenen. Einmal mit Brigitte Lahaie und Jean-Marie Lemaire dann mit der Lahaie und einem Mitglied der Verbrecherbande. Dabei handelt es sich um alternative Einstellungen aus den im Film enthaltenden Szenen. Scheinbar nur gedreht, um genügend Schnittmaterial für die letztendlich inkludierten Szenen zu haben. Bildergalerie, deutscher und Original-Trailer runden das Bild ab. Ferner gibt es noch ein sehr spannendes, 24-seitiges Booklet für das vor allem Pelle Felsch verantwortlich zeichnet. Dieses habe ich erst nach dem Erstellen dieser Review gelesen und mich darüber gefreut, dass wir beide dieselben Eindrücke haben. Die zwei zusätzlichen Seiten von David Renske hätte es danach nicht mehr unbedingt gebraucht, ich habe aber positiv zur Kenntnis genommen, dass er hier seinen sonstigen bewusst schnodderigen Stil etwas zurückgenommen hat.

DVD-Rezension: „Gefangene Frauen“

Von , 3. August 2014 20:37

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Als eine UNO-Kommission ihren Besuch ankündigt, bekommt der Militär-Präsident eines Landes „irgendwo in Südamerika“ (Will Stoer) Fracksausen. Denn in seinem Land müssen viele verschleppte Europäerinnen in den örtlichen Bordellen anschaffen. Aber seine Mätresse (Karine Gambier) hat aber die rettende Idee. All diese Frauen sollen gefangengenommen und auf die Insel Tago Mago – genannt „die Ratteninsel“ – gebracht werden. Dort bleiben sie dann für die Dauer des UNO-Besuchs eingesperrt. Und weil es ihr Spaß macht, übernimmt sie Aufgabe der Gefängnisleitung gleich selber…

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Nachdem Produzent Erwin C. Dietrich mit den von Jess Franco zwischen 1975 und 1977 inszenierten „Frauengefängnis“-Filmen gutes Geld verdient hat, legte er selber unter seinem Regie-Pseudonym Michael Thomas im Jahre 1979 noch einmal nach. Der Titel „Gefangene Frauen“ mag nun nicht besonders originell sein, verrät aber alles darüber, was man in seinem Film zu erwarten hat. Im Gegensatz zu Jess Francos oftmals nihilistischen und brutalen Vertretern, nimmt sich das Frauengefängnis in „Gefangene Frauen“ allerdings relativ zahm aus. Zwar gibt es auch hier die üblichen Folterungen mit Wasserspritze und Peitsche, aber doch sehr zurückgenommen. Und wenn Eric Falk einmal als fieser Wärter eine Gefangene mit dem Rohrstock vertrimmt, so sieht dieser eher wie ein viel zu groß geratener Strohhalm aus und das Ganze erinnern doch eher an Schmierentheater – wozu insbesondere Eric Falks unglaubliche Grimassen beitragen. Da hat Jess Franco mit einem Drahtgestell, einem Plastikeimer und einer wie am Spieß kreischenden Lina Romay doch mit ebenso wenigen Mitteln eine ganz andere Wirkung erzielt.

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Überhaupt wirkt das Gefängnis nicht so, als ob hier wirklich jemand um sein Leben bangen müsste. Einmal stellt eine der Insassinnen sogar einen Fluchtversuch in Frage, da man es doch eigentlich ganz gut hätte und jeden Abend Herrenbesuch bekommen würde. Gerade jener „Herrenbesuch“ stößt allerdings ziemlich sauer auf. Auch wenn es „nur“ ein Film ist. Wenn nachts die Wachen in die Gefängniszelle eindringen, um mit den dort einsitzenden Damen Sex zu haben, so ist diese ganz klar der Plan einer Vergewaltigung. Dann die Damen darüber juchzen zu lassen, dass sie endlich mal wieder ein paar Männer haben und „Sex wie Brot und Wasser“ brauchen, halte ich für bedenklich und auch im Rahmen der Dietrichschen Fantasiewelt mit seinen dauergeilen Frauen, weder für lustig, noch unterhaltsam. Hier werden übelste Macho-Phantasien bedient und ein dermaßen schiefes Frauenbild vermittelt, dass man sich dies gut hätte sparen können. Und wenn die schlimmste Bestrafung darin besteht, dass sich nun alle nackt ausziehen müssen, dann ist wahrscheinlich die Teilnahme an einer TV-Show ala „Big Brother“ heutzutage härter als der Aufenthalt auf der „Ratteninsel“ Tago Mago.

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„Gefangene Frauen“ fällt überraschend explizit aus. Bei jeder passenden Gelegenheit fährt die Kamera einer der vier Hauptdarstellerinnen zwischen die Beine und filmt in klinischen Details alles, was es dort zu sehen gibt. Da ist es dann wahrscheinlich ein großer Vorteil, dass alle vier aus dem Pornogeschäft stammen und mit solchem Einsatz keine Probleme haben. Während Nadine Pascal und France Lomay (alias Francette Maillol) keine so große Namen aus diesem Business sind, hat Dietrich mit Karine Gambier und vor allem der wundervollen Brigitte Lahaie gleich zwei Superstars des Genres vor die Kamera geholt. Die weißblonde Gambier spielte schon unter Jess Franco in einigen Dietrich-Produktionen mit. Z.B. als naives Opfer in „Die teuflischen Schwestern“ (Kritik hier) oder eher knallhart in dem unglaublich finsteren „Frauen für Zellenblock 9“. Normalerweise spielte sie immer auf der Seite der Guten, hier nun darf sie einmal richtig böse sein. Wobei sie natürlich in keinster Weise die teuflische Intensität einer Dyanne Thorne in „Greta – Haus ohne Männer“ erreicht. Karine Gambier macht eher den Eindruck eines netten Mädchens, dass sich mal hübsch verkleiden und richtig fies tun darf. Man sieht ihr auch an, dass es ihr Spaß macht.

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Brigitte Lahaie ist unbestritten DER Superstar des französischen Pornos der 70er Jahre. Die mit einem atemberaubenden Körper und einem interessant, exotischen Gesicht gesegnete Französin hat immer wieder den Weg ins seriöse Fach gesucht und kleine Rollen in Filmen wie „I wie Ikarus“ von Henri Verneuil, „Rette Deine Haut, Killer“ von Alain Delon oder „Henry & June“ von
Philip Kaufman inne gehabt. Am Berühmtesten dürfte ihre grandiose Zusammenarbeit mit dem französischen Horror-Poeten Jean Rollin sein. Wenn irgendein Zweifel an ihrem schauspielerischem Talent bestehen sollte, sollte man sich den großartigen „Night of the Hunted“ ansehen. Bei Dietrich war sie in dessen späten Filmen immer wieder in der Hauptrolle zu sehen. Immer mit ihren „Gefangene Frauen“-Co-Stars Nadine Pascal und France Lomay, sowie manchmal auch Karine Gambier. Alle vier haben auch in zahlreichen Pornos zusammen gearbeitet und können fast schon als eingespieltes Team gelten. Nach ihrer aktiven Zeit im Pornogeschäft schrieb sie mehrere erotische Bücher, u.a. eine Autobiographie, und wurde eine erfolgreiche Radiomoderatorin, die täglich auf RMC zwei Stunden lang die Sendung „Lahaie, l’Amour et Vous“ moderiert. In „Gefangene Frauen“ hat sie nicht wirklich viel zu tun, außer ihren göttlichen Körper zu präsentieren.

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Die Geschichte von „Gefangene Frauen“ ist völlig hanebüchen. Da sollen alle Prostituierte – angeblich zahlreiche entführte und in die Prostitution gezwungene Europäerinnen – schnell auf eine abgelegene Insel (im Film das fiktive „Tago Mago“, in der Realität Ibiza) geschafft werden, damit eine UNO-Kommission nicht raus bekommt, was in dem fiktiven südamerikanischen Land vor sich geht. Tatsächlich sind es dann am Ende gerade einmal 16 Damen des horizontalen Gewebes, die sich auf  Tago Mago versammeln. Und diese scheinen auch alle im selben Etablissement gearbeitet zu haben. Und von wegen gezwungen? Die Damen Lahaie, Pascal und Lomay machen zu keinem Augenblick den Eindruck, sie wären in ihrem Job nicht mit großen Enthusiasmus und Spaß bei der Sache. In den Szenen, in denen sie bei der Arbeit vorgestellt werden, wirken sie fast so, als würden sie dafür bezahlen, Sex zu haben und nicht die Freier. Die Geschichte selber ist dann sprunghaft, an einigen Stellen haarsträubend unlogisch und offensichtlich nur Vorwand, nackte Frauenkörper zu zeigen. Was man aber hervorheben muss, ist die schier unglaubliche Chuzpe, mit der Dietrich zu Werke geht. Das ist zeitweise so dreist, dass man ihm nur Respekt zollen kann, sein Ding so durchzuziehen. Das fängt mit der ersten Szene an, die nicht nur überhaupt nichts mit dem „Hauptfilm“ zu tun hat, sondern auch kurzerhand aus seinem eigenen „Die Mädchenhändler“ von 1972 geklaut wurde. Worum es geht? Die Wahl zur „Miss Busen“, was denn sonst? Hübsch auch, wie auf dem Schreibtisch des Präsidenten ein Spielzeugpanzer steht oder der komplette Sturm auf den Präsidentenpalast allein durch die Geräuschkulisse eines Feuerwerks simuliert wird, was den Präsidenten zu der Einsicht führt, er habe da ein „dummes Gefühl“. Und wenn dann die „Rebellen“ den Palast stürmen, sieht das mehr aus wie ein Dummer-Jungen-Streich, als wie eine Militäraktion. Und wenn im Vorspann stolz verkündet wird, die Außenaufnahmen hätten auf Tago Mago stattgefunden, dann darf man auch breit Grinsen.

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Dietrich schmuggelt auch immer wieder einige subversive Elemente in seine Filme ein. Hier ist es einerseits eine völlig unfilmische Herangehensweise, mit der er „große Szenen“ regelrecht banalisiert. Wenn Karine Gambier ihren großen Auftritt als Gefängnisdirektorin in engen schwarzem Leder und Nazi-Chic hat, zeigt er vorher, wie sie vom Bett aufsteht, sich völlig unaufgeregt ihre Klamotten anzieht und dann das kleine Zimmer verlässt. Was ihrem folgenden Auftritt natürlich jegliche Wucht nimmt. Solche kleinen Dinge lässt Dietrich häufig einfließen. Gelungen auch seine Darstellung des südamerikanischen Regimes. Natürlich wirkt das Ganze eher wie Kasplere-Theater. Doch wenn ein Präsident dem anderen folgt, nur das Bild an der Wand ausgetauscht wird, ansonsten aber das Leben genauso weiter geht, wie bisher, dann wirkt dies schon fast wie ein bissiger Kommentar gegenüber Militärdiktaturen und ihren Protagonisten. Und dann steht der nächste Anwärter auf den Posten auch schon in den Startlöchern. Natürlich kann man da noch immer nicht von einem guten Film sprechen, aber immerhin gibt es für den Freund europäische Exploitationware hier und dort etwas unterhaltsames zu entdecken.

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Mit „Gefangene Frauen“ wollte Erwin C. Dietrich noch einmal Kasse im Genre der „Frauengefängnisfilme“ machen. Das Resultat ist dabei sehr viel zahmer ausgefallen, als die von ihm produzierten und von Jess Franco abgedrehten Exemplare dieser Gattung. Dietrich legt den Fokus aus viel, viel nackte Haut und hat mit Porno-Stars wie der wunderbaren Brigitte Lahaie und Karine Gambier hierfür die richtigen Darsteller gefunden. Hier und da schmuggelt Dietrich dabei einige augenzwinkernde Elemente mit ein, was die Freunde des klassischen Bahnhofskino-Films zu schätzen wissen.

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Das Bild der Ascot Elite DVD ist recht gut. Der Ton liegt in 5.1. auf Deutsch und Englisch vor., sowie in der originalen, deutschen 2.0.-Fassung. Sehr gelungen sind die Extras geraten. Einmal gibt es die 14-minütige Fortsetzung des bereits bei „Rolls Royce Baby“ enthaltenen Interviews. Diesmal natürlich mit dem Fokus auf „Gefangene Frauen“, aber Eric Falk erzählt auch viel über seine Filmkarriere und die Arbeit mit Dietrich. Das ist sehr interessant und unterhaltsam mit anzusehen. Ferner gibt es ein fast halbstündiges Portrait und Interview mit dem Stammkamera der von Dietrich produzierten Filme, Karl Baumgartner, der nicht nur die Kamera führte, sondern auch Ko-Produzent, Verleiher und Regisseur in einer Person war. Hörenswert und teilweise schwer unterhaltsam ist auch der Audiokommentar mit Erwin C. Dietrich und Eric Falk. Allerdings kann man Dietrich teilweise schwer verstehen und am Anfang scheint er auch etwas zu weit vom Mikro entfernt zu sitzen. Aber Eric Falk, der zahlreiche Anekdoten beisteuert und hörbar gut drauf ist, allein ist schon eine Schau für sich. Ferner ist wieder das Buch „Mädchen, Machos und Moneten“, sowie ein älteres Interview mit Erwin C. Dietrich aus der „Splatting Image“ im CD-ROM-Teil zu finden. Ein Wendecover mit alternativem Motiv gibt es auch noch.

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