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Mein persönlicher Jahresrückblick 2011

Von , 23. Dezember 2011 11:06

2011 neigt sich langsam, aber sicher, dem Ende zu. In der Luft liegt der Geruch von Spekulatius und Silvester-Böllern. Zeit für mich, das vergangenen (filmische) Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.

Im Kino blieben die großen Überraschungen aus. Die üblichen Verdächtigen haben ihre neusten Werke souverän nach Hause gebracht, größere Ausfälle waren nicht zu verzeichnen. Liegt es daran, dass ich dieses Jahr bei der Filmauswahl ein ganz gutes Händchen hatte oder dass ich es leider nicht geschafft habe, mehr als nur ein Filmfestival zu besuchen? Richtige Flops hatte ich in 2011 nicht dabei. Zwar war der ein oder andere Film dabei, der mir nicht so gut gefallen hat, aber wirklich verärgert hat mich keiner. Was mich allerdings geärgert hat: Wie eben schon erwähnt, habe ich es – nach dem festivalreichen Vorjahr – diesmal nur auf einem einzigen Filmfest war. Insbesondere schmerzt mich, es nicht nach Lübeck geschafft zu haben. Aber das war dieses Jahr leider zeitlich überhaupt nicht drin. Ich hoffe 2012 wird das wieder anders sein.

Vielleicht hat sich aber auch gerade durch die erzwungene Festival-Abstinenz die Flop-Rate so stark minimiert, dass ich diese Rubrik in diesem Jahr gar nicht mit aufführe. Bei den Top 10 Kinofilmen habe ich bis zum Schluss mit mir gerungen, welcher Film es auf Platz 1 schafft. Letztendlich ist es ein Film geworden, der in Deutschland zwar bereits im November 2010 anlief, in vielen anderen Ländern (u.a. in Polen, wo ich ihn gesehen habe) erst 2011. Mit diesem kleinen Kunstgriff schafft er es dann auch in meine Jahresbestenliste: “Somewhere” von Sofia Coppola schiebt sich knapp vor Lars Von Triers “Melancholia” auf die Pole Position. Obwohl ich “Melancholia” als verkappten “autobiographischen Schlüsselfilm” (man ersetzte in der ersten Hälfte Justine mit Von Tier und die Hochzeit – auf der Justine trotz ihrer schlechten psychischen Verfassung von allen gezwungen wird “mitzuspielen” und “fröhlich und dankbar” zu sein, mit einem x-beliebigen Filmfestival. Da versteht man Von Tiers Auftritt in Cannes plötzlich) sehr mochte, hat mich Coppolas minimalistischer Film über die innere Leere doch länger und intensiver beschäftigt.

Die beiden schönsten “filmrelevanten” Ereignisse waren für mich einerseits das International Filmfestival in Oldenburg, wo ich einige nette Menschen getroffen habe, und andererseits das 2. Offizielle Forentreffen des “Deliria Italiano“-Forums in Frankfurt, wo ebenfalls viele mir bereits sehr ans Herz gewachsene Leute zugegen waren.

Was nicht so toll war: Ich habe es nicht geschafft Woody Allens “Midnight in Paris” zu schauen, da ich bis zum Schluss darauf spekuliert habe, dass der irgendwo im O-Ton läuft. Und in diesem Jahr war ich zeitlich so stark bei anderen, nicht-filmischen, Dingen eingespannt, dass sich auch mein Filmkonsum drastisch um fast ein Drittel verringert hat. Na ja… aber vielleicht ist das ja auch nicht soooo schlecht. So ist man eben gezwungen, sich auf das wesentliche zu konzentrieren.

Aber genug der langen Vorrede. Hier meine persönlichen Bestenlisten 2011.

Top 10 Kinofilme 2011

1. Somewhere (Sofia Coppola)
2. Melancholia (Lars Von Trier)
3. 22 mei (Koen Mortier)
4. Black Swan (Darren Aronofsky)
5. Carnage (Der Gott des Gemetzels) (Roman Polanski)
6. Cave of Forgotten Dreams (Höhle der vergessenen Träume) (Werner Herzog)
7. Rózyczka (Jan Kidawa-Blonski)
8. La piel que habito (Die Haut in der ich wohne) (Pedro Almodóvar)
9. Le Havre (Aki Kaurismäki)
10. Rango (Gore Verbinski)

Top 10 erstmals gesehene/nach langer Zeit wiedergesehene ältere Filme

1. My Winnipeg (Guy Maddin)
2. A Time to Love and a Time to Die (Zeit zu lieben und Zeit zu sterben) (Douglas Sirk)
3. Mr. Smith Goes to Washington (Mr. Smith geht nach Washington) (Frank Capra)
4. The Man with the Golden Arm (Der Mann mit dem goldenen Arm) (Otto Preminger)
5. Synecdoche, New York (Charlie Kaufman)
6. Na srebrnym globie (Der silberne Planet) (Andrzej Zulawski)
7. Monsieur Verdoux (Charles Chaplin)
8. Match Point (Woody Allen)
9. The Hurt Locker (Kathryn Bigelow)
10. Les demoiselles de Rochefort (Die Mädchen von Rochefort) (Jacques Demy)

Zwei herausragende Dokumentationen

1. Heavy Metal in Baghdad (Suroosh Alvi & Eddy Moretti)
2. Miesten vuoro (Nackte Männer, nackte Wahrheiten) (Joonas Berghäll & Mika Hotakainen)

Top 5 Kurzfilme

1. Unglassed Windows Cast a Terrible Reflection (Stan Brakhage)
2. Christmas U.S.A. (Gregory J. Markopoulos)
3. Kid Auto Races at Venice (Henry Lehrman)
4. C’était un rendez-vous (Claude Lelouch)
5. The Way to Shadow Garden (Stan Brakhage)

Tops & Flops 2010

Von , 23. Dezember 2010 10:06

Und wieder ein Jahr rum. Zeit für einen kleinen Rückblick auf das zurückliegende Filmjahr aus meiner ganz subjektiver Sicht. Dadurch, dass ich in diesem Jahr weitaus öfter im Kino war als 2009 und es vor allem geschafft habe drei Filmfestivals zu besuchen (Oldenburg, Warschau und Lübeck) kann ich diesmal auch mehr aus dem Vollen schöpfen.

Die besten Filme 2010 (Kino)

Wie eben geschrieben: Die Festivals machen es. Dieses Jahr habe ich so viele gute Filme gesehen, dass es mir schwer fiel mich auf nur 10 zu beschränken. Und war Platz 9 letztes Jahr noch eine Verlegenheitslösung und Platz 10 schon gar nicht mehr vergeben, so sieht es dieses Jahr anders aus. Unter jeden dieser Filme kann ich dick “Empfehlung” schreiben und habe auf den Plätzen 11-20 noch einige Perlen, die in den letzten Jahren sicherlich in die Top 10 gerutscht wären. Aber dieses Jahr war einfach zu stark.

1. The Social Network (David Fincher)
2. R (Tobias Lindholm & Michael Noer)
3. Fantastic Mr. Fox (Wes Anderson)
4. Bibliothèque Pascal (Szabolcs Hajdu)
5. Snap (Carmel Winters)
6. How to Train Your Dragon (Dean DeBlois & Chris Sanders)
7. Haarautuvan rakkauden talo (Mika Kaurismäki)
8. The Good Heart (Dagur Kári)
9. Moon (Duncan Jones)
10. Poll (Chris Kraus)

Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Flops 2010 (Kino)

Nur fünf, da ich grundsätzlich ein positiver Mensch bin. Platz 5 ist auch okay, aber im Vergleich zu den anderen Filmen, die ich dieses Jahr geguckt habe, eben am unteren Ende.

1. Un homme qui crie (Mahamat-Saleh Haroun)
2. Galerianki (Katarzyna Roslaniec)
3. El cielo elegido (Víctor González)
4. Pete Smalls Is Dead (Alexandre Rockwell)
5. Robert Mitchum est mort (Olivier Babinet & Fred Kihn)

Die besten Filme, die in die Top 10 2009 gehört hätten – wenn ich sie damals nicht verpaßt hätte…

1. Antichrist (Lars von Trier)
2. Up (Pete Docter & Bob Peterson )
3. The Limits of Control (Jim Jarmusch)
4. Dom zly (Wojciech Smarzowski)

Top 10 wieder oder zum ersten Mal gesehener Filme:

1. Inland Empire (David Lynch)
2. L’année dernière à Marienbad (Alain Resnais)
3. Hadaka no shima (Kaneto Shindô)
4. Possession (Andrzej Zulawski)
5. Valerie a týden divu (Jaromil Jires)
6. Werckmeister harmóniák (Béla Tarr)
7. Nostalghia (Andrey Tarkovskiy)
8. The Holy Mountain (Alejandro Jodorowsky)
9. Petla (Wojciech Has)
10. Night and the City (Jules Dassin)

Top 10 Kurzfilme (egal welches Jahr):

1. Taka historia (Pawel Lozinski)
2. Miejsce urodzenia (Pawel Lozinski)
3. Kostka cukru (Jacek Blawut)
4. Szczur w koronie (Jacek Blawut)
5. Vormittagsspuk (Hans Richter)
6. Siostry (Pawel Lozinski)
7. La glace à trois faces (Jean Epstein)
8. Le tempestaire (Jean Epstein)
9. One A.M. (Charles Chaplin)
10. Limousine Love (Fred Guiol)

Die schlechtesten Filme (Erstsichtungen älterer Filme)

1. Nadzieja (Stanislaw Mucha)
2. Nienormalni(Jacek Blawut)
3. Giallo (Dario Argento)
4. Die Screaming, Marianne (Pete Walker)
5. Smic Smac Smoc (Claude Lelouch)

Schönstes Kinoerlebnis:Man Eater” im Hamburger B-Movie. In einer astreinen 35mm-Kopie und zusammen mit den Jungs aus dem “Deliria-Italia”-Forum, welches ich hier nochmal nachdrücklich empfehlen möchte.

Größte Enttäuschung: Alice in Wonderland” von Tim Burton. Da wäre weitaus mehr drin gewesen.

Mein Filmkonsum ist gegebenüber dem vorjahr konstant geblieben. Letztes Jahr habe ich 286 Lang- und Kurzfilme gesehen, in diesem Jahr waren es 290.

Tops & Flops 2009

Von , 21. Dezember 2009 16:31

Das Jahr nähert sich unaufhaltsam seinem Ende. Zeit für die obligatorischen Jahresrückblicke. Zwar habe ich noch vor das ein oder andere Mal ins Kino zu gehen, aber ich bezweifle, dass sich an meinen Besten-/Schlechtesten-Liste noch signifikant etwas tun wird. Darum bin ich mal so frei und poste schon 10 Tage, bevor das Jahr die Lichter ausmacht, meine Jahreslisten.

Die besten Filme 2009 (Kino)

Für Platz 1 werde ich von den “wahren Cineasten” wahrscheinlich ordentlich Dresche bekommen. Aber egal, ich stehe dazu. Kein anderer Film hat mir in diesem Jahr so viel Spaß gemacht, mich mit so glänzenden Augen vor der Leinwand sitzen lassen und zu innerlichen Jubelschreien animiert wie dieser. Darum habe ich auch gar kein schlechtes Gewissen, gerade diesen Film auf Platz 1 zu setzen. Auch wenn man das “eigentlich nicht machen kann”. Ähnliches gilt dann zu einem geringeren Ausmaß auch für meinen Platz 7 ;)

1. Inglourious Basterds (Quentin Tarantino)
2. Das weiße Band (Michael Haneke)
3. The Wrestler (Darren Aronofsky)
4. Jerichow (Christian Petzold)
5. Cztery noce z Anna (Jerzy Skolimowski)
6. Revolutionary Road (Sam Mendes)
7. Star Trek (J.J. Abrams)
8. Gran Torino (Clint Eastwood)
9. Ne te retourne pas (Marina de Van)

Nur 9? Warum keine Top 10? Weil ich in diesem Jahr relativ selten im Kino war und schon Platz 8 und 9 eher Verlegenheitslösungen sind.

Der Film, der auf Platz 10 stehen würde, ist gutes Mittelmaß, aber ich würde ihn hier nur höchst ungern als einen der “Besten” 2009 erwähnt wissen.

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Noch mehr Jahresrückblicke auf 2008

Von , 6. Januar 2009 14:22

Ich muss noch einiges Nacharbeiten, was in den Tagen zwischen 2008 und 2009 liegengeblieben ist.

Hier noch einige der obligaorischen Jahresrückblicke und Bestenlisten 2008.

Das britische Magazin “Sight & Sounds” hat 50 Kritiker nach den besten Filmen 2008 befragt. Das Ergebnis ist überraschen:

1. Hunger (Steve McQueen, UK)
2. There Will Be Blood (Paul Thomas Anderson, USA)
3. WALL-E (Andrew Stanton, USA)
4. Gomorrah (Matteo Garrone, Italy9
5. (tie) A Christmas Tale (Arnauld Desplechin, France) + The Class (Laurent Cantete, France)
7. Of Time and the City (Terence Davis, UK)
8. Happy-go-lucky (Mike Leigh, UK)
9. (tie) The Headless Woman (Lucrecia Martel, Argentina/France/Italy/Spain) + Let the Right One In (Tomas Alfredson, Sweden)

Die restlichen Plätze und den Jahresrückblick findet man hier.

Die Süddeutsche Zeitung hat unter dem Titel “Unsere magischen Momente” auch eine Liste mit den besten Filmen und schönsten Momenten 2008 erstellt. Hier zu lesen.

Ähnliches hat auch die FAZ online gestellt. Hier findet man unter dem Titel “Augenblick, verweile doch” “Unsere Kinomomente 2008“.

Und die “Welt” hat eine etwas polemische Liste mit den ihrer Meinung nach schlechtesten Filmen 2008 veröffentlicht.

Tops & Flops 2008

Von , 25. Dezember 2008 15:35

Jetzt habe ich es doch noch geschafft, meine persönliche Liste mit Tops & Flops 2008 zu erstellen.

Leider war ich in diesem Jahr nicht so oft im Kino, wie gerne gewollt hätte. So habe ich es z.B. in diesem Jahr das erste Mal seit langem nicht mehr geschafft, auch nur ein einziges Filmfestival zu besuchen. Das merkt man natürlich jetzt auch stark bei der Kino-Bilanz 2008. So sind bei den Kino Top 10 Filmen einige Kanditen dabei, die in den vergangenen Jahren keine Chance gehabt hätten. Anderseits gilt das Gleiche auch für die Flops.

Weitaus mehr wurde von mir in 2008 mein Heimkino in Beschlag genommen. Hier lag der Hauptschwerpunkt in diesem Jahr auf Kurzfilmen, weshalb ich hierfür zwei eigene Rubriken eingeführt habe.

Aber genug der langen Rede. Hier ist meine ganz persönliche Bilanz 2008.

TOP 10 – Kino

1. Le scaphandre et le papillon (Julian Schnabel)
2. No Country for Old Men (Joel & Ethan Coen)
3. Du levande (Roy Andersson)
4. Atonement (Joe Wright)
5. Burn After Reading (Joel & Ethan Coen)
6. The Dark Knight (Christopher Nolan)
7. There Will be Blood (Paul Thomas Anderson)
8. I’m Not There (Todd Haynes)
9. WALL·E (Andrew Stanton)
10. Katyn (Andrzey Wajda)

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Für den Wunschzettel: “VIDEO WATCHDOG’s Favorite DVDs of 2008″

Von , 15. Dezember 2008 15:25

Tim Lucas, der Kopf hinter dem brillanten US-Magazin “Video Watchdog“, hat zusammen mit seiner Redaktion und Gast-Autoren (u.a. Ramsey Campbell) die Top 5 DVD-Veröffentlichungen 2008 ausgewählt.

Dabei wurden nicht nur US-Veröffentlichungen, sondern auch Import DVDs bewertet.

Die Auszeichung “VIDEO WATCHDOG’s Favorite DVD of 2008″ hat mit drei Nennungen die Box “Icons of Horror: Hammer Films” von Sony gewonnen. Die Box enthält zum ersten mal auf DVD: “The Two Faces of Dr. Jekyll“, “The Gorgon“, “Scream of Fear” (aka “Taste of Fear”) und “The Curse of the Mummy’s Tomb“. Alle vier Filme sind einzeln auch in Deutschland erschienen (“The Curse…” sogar schon seit einigen Jahren).  

Das wäre jetzt nicht unbedingt meine Wahl gewesen, aber nun ja…

Die komplette Liste gibt es hier.

Vor etwas länger Zeit hat auch das britische Magazin “Sight & Sounds” seine Bestenliste 2008 veröffentlicht. Diese ist hier zu finden.

In deutschen Landen hat sich die “Welt Online” an einer Liste mit den besten deutschen DVD-Veröffentlichungen versucht. Der Resultat findet man hier. Bemerkenswert ist, dass die “Herbert Achternbusch: 5 Filme”-Box es schafft, sowohl bei den “Tops” als auch bei den “Flops” zu erscheinen und die gerade erschienene Box “Pedro Almodóvar: Die große Edition” gleich 4x erwähnt wird.

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