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Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2017

Von , 23. Dezember 2017 12:26

Seitdem ich meinen Blog vor nunmehr neun Jahren begann, pflege ich die Gewohnheit, das (Schreib)Jahr mit einem Rückblick auf die letzten 12 Monate zu beschließen. Dies soll auch diesmal der Fall sein. Es gibt mir nämlich die schöne Gelegenheit, das Jahr auch für mich selber Revue passieren zu lassen. Ich kann mich dabei an Dinge zu erinnern, die ich fast schon wieder vergessen hätte, aber auch schauen, was ich mir 2016 für 2017 vorgenommen hatte – und was ich letztendlich davon umgesetzt habe. Was ich mir damals vom neuen Jahr gewünscht habe, und wie es wirklich gekommen ist.

Alles zusammengenommen, war 2017 ein recht durchschnittliches Jahr ohne besondere Höhepunkte. Was keine so schlechte Meldung ist, denn besondere Tiefpunkte, wie ganz besonders in 2015 und teilweise auch in 2016, bleiben erfreulicherweise aus. Die Sorgen sind zwar nicht weniger geworden, aber die Familie ist gesund und die Existenzängste verlaufen in ganz normalen Bahnen.

Schaue ich zurück auf das, was ich im letzten Jahr an dieser Stelle schrieb, so ist aus den ganzen guten Vorsätzen wenig geworden. Immerhin, das Booklet für „Die toten Augen des Dr. Dracula“ ist tatsächlich erschienen und erfüllt mich noch immer mit gewissen Stolz. Da hätte sich gerne noch mehr draus entwickeln können, tat es dann aber nicht. Aber vielleicht liest hier ja jemand mit, der einen Autoren für das Booklet einer anstehenden Veröffentlichung sucht. Ich stände bereit. A

us dem Buchprojekt, welches ich Ende 2016 wieder angeschoben hatte, wurde auch nichts. Was daran liegt, dass sich der von mir ausgeguckte Partner als ausgesprochen unzuverlässig herausgestellt hat, und ich dann irgendwann auch keine Lust mehr verspürte, da hinterherzulaufen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und ich habe mittlerweile jemand anderen gefunden, der Lust und Interesse hätte. Ich denke mal, da passiert dann in 2018 etwas. Gehofft hatte ich auch, dass das Fulci-Buch, für das ich 2014 (!) zwei Artikel geschrieben hatte, irgendwann erscheint. 2017 ist man als Autor weiter vertröstet worden, aber ich hege nicht allzu viel Hoffnung, dass da nächstes Jahr endlich irgendwas passiert. Dafür scheint mir, nach allem was man so inoffiziell hört, die Situation hinter den Kulissen zu verfahren.

Mit einer Enttäuschung begann das Jahr auch für die Kinoreihe Weird Xperience, die ich mit meinem tollen Kompagnon Stefan mache. Ende letzten Jahres schrieb ich noch: „So wird es im ersten Halbjahr drei Kooperationen geben“. Davon fielen die ersten beiden ins Wasser. Was aber nicht unseren Kooperations-Partnern, sondern unserer damaligen Heimat, der etage3 lag, die unsere Termine – ohne uns Bescheid zu geben – anderweitig vergab. Ganz schlimm war es dann im März, als wir einmal zusammen mit den tollen Leuten von „Unknown Pleasures“ eine kombinierte Filmvorstellung/Partynacht geplant hatten und nur wenige Stunden (!) vor Veranstaltungsbeginn alles absagen mussten. Bezüglich der Gründe, will ich hier keine schmutzige Wäsche waschen und mit dem Finger auf andere zeigen. Uns hat das Ganze zumindest so sehr geärgert und frustriert, dass wir der etage3, wo wir uns immer so wohl gefühlt hatten, den Rücken kehrten. Immerhin waren wir im Mai noch in der Schwankhalle zu Gast, wo wir ein kleiner Teile des wunderbaren A.r.G.da.Na.ni.-Projekts des Filmemachers und Künstlers Jan van Hassel sein durften. Und im Juni gab es wieder zwei Termine bei unserem sehr netten und sympathischen Gastgeber Olli vom Open-Air-Kino am Schlachthof. Leider spielte dieses Jahr erstmals das Wetter so gar nicht mit, was nicht nur zu einigen kurzfristigen Verschiebungen, sondern dadurch bedingt auch relativ wenige Zuschauer führt. Spaß gemacht hat es aber trotzdem wieder, auch weil wir dort immer so nett aufgenommen werden. Nach diesem turbulenten Jahresbeginn, haben wir seit September eine neue Heimat im ältesten Programmkino Deutschlands, dem Cinema im Ostertor gefunden. Endlich zurück in einem richtigen Kino! Aber auch mit dem Druck, eine vernünftige Anzahl Zuschauer zu liefern. Was uns leider nicht wirklich gelang. Argentos „Opera“ und der Anime-Klassiker „Perfect Blue“ blieben hier unter den Erwartungen, der für das Cinema eigentlich perfekt passende „Eyes of My Mother“ erwies sich sogar als desaströs. Und als wir im Dezember mit Julia Ostertag einen sehr engagierten Gast hatten und Werbung wie noch nie für ihren Film „Dark Circus“ gemacht haben – schlug das Wetter zu und lies Bremen in einem Schneetreiben untergehen. Trotzdem war die Vorstellung recht gut besucht (für die äußeren Bedingungen sogar sehr gut), aber ohne die Wetterkapriolen hätten wir sicher nochmal deutlich mehr Zuschauer gehabt. Trotzdem gehen wir 2018 in die Verlängerung und werden noch einmal drei Monate lang die Möglichkeit haben zu beweisen, dass es möglich ist, in Bremen ein „anderes Kino“ zu machen. Ich hoffe sehr, dies wird vom Publikum honoriert.

Schön war es, dass ich im Juni endlich mal einige Kollegen aus der 35-Millimeter-Redaktion, sowie unseren neuen Chefredakteur Clemens kennenlernen konnte. Auch die Kinobesuche in Hamburg zu „Monster machen mobil“ und ganz besonders „Hard-Boiled“ habe ich sehr genossen. Die cineastischen Highlights waren auch in diesem Jahr wieder das Filmfest in Oldenburg, welches ich diesmal erstmals drei Tage lang besuchte und das mich mit einer gut bis sehr gut kuratierten Filmauswahl beglückte, und das unglaublich tolle Deliria-Italiano-Forentreffen in München, wo die Bande liebgewonnener Gesichter das legendäre Werkstattkino heimsuchte. Ich finde es noch immer unglaublich, wieviel Euphorie und familiäre Herzlichkeit bei diesen Treffen herrscht, obwohl doch so viele unterschiedliche Menschen da zusammenkommen, die sonst – bis auf die gemeinsame Filmleidenschaft – kaum oder keine Verbindungen haben. Doch für drei Tage fühlt man sich trotzdem unter Freunden und vermisst diese dann auch ganz schrecklich, wenn es wieder gen Heimat geht. Mit „regulären“ Kinobesuchen jenseits dieser Events und unserer eigenen Reihe sah es allerdings noch finsterer aus als im Vorjahr. Gerade einmal habe ich es einfach mal so ins Kino geschafft.

Der generelle Filmkonsum ist auch wieder deutlich runtergegangen. Zwar nicht auf die 132 Filme aus 2014, aber 136 ist sicherlich die zweitniedrigste Wert seit 35 Jahren. Was aber auch dran lag, dass ich die Zeit anderweitig genutzt habe, um Anfang des Jahres noch einmal die ersten beiden Staffeln von „Twin Peaks“ zu schauen und dann die phantastische dritte Staffel zu sehen, welche es locker auf Platz 1 meiner Top10-Liste schaffen würde – wäre es ein Film und nicht (nominell) eine TV-Serie. Vielleicht das Beste, was ich je in diesem Format gesehen habe. Da ich jetzt Prime habe, habe ich auch „American Gods“ geguckt (fand ich ganz gut) und noch so ein bisschen hier und dort. Und die alten „Der Fahnder“-Folgen habe ich auch immer wieder gerne mal reingeworfen. Da ich in der Zeit nicht gleichzeitig Filme gucken konnte, ist es also kein Wunder, dass der Konsum nach unten zeigt.

Komme ich zu meinem Blog, der teilweise wie ein Mühlstein um meinen Hals baumelte. Der selbstauferlegte Zwang eine wöchentliche Rubrik (Das Bloggen der Anderen) zu füllen, kann manchmal schon zu Ermüdungserscheinungen führen. Insbesondere, wenn gleichzeitig noch die Deadline für die nächste Ausgabe des 35-Millimeter-Retrofilm-Magazins ansteht und Werbung/Organisatorisches für Weird Xperience erledigt werden muss. Mehr als einmal hatte ich dieses Jahr das Gefühl, dass ich da irgendwo mal dringend kürzer treten muss. Aber am Ende wüsste ich nicht wo, da mir alles am Herzen liegt. Am meisten leidet wohl das Blog darunter, obwohl ich im Zeitraum Januar bis November 100 Artikel veröffentlicht habe. Das sind 5 mehr als im Vorjahr (wo es aber auch immer wieder größere Pausen gab). Zu vielem, was ich mir vorgenommen hatte, bin ich dann auch einfach nicht gekommen. Hier wäre gewiss mehr möglich, aber das würde auch bedeuten, dass meine anderen Aktivitäten (und am Ende auch die Familie) darunter leiden würde. Eine Zwickmühle.

Die Entwicklung der Besucherzahlen trugen aber auch nicht dazu bei, mich zu euphorisieren und motivieren. Zwar kann ich keinen Vergleich zum Vorjahr ziehen, da Google Analytics ordentlich an seiner Erfassung gedreht hat und die Google-Bildersuche nicht mehr auf eine Seite, sondern erst einmal auf das eigenen Google-System verweist. Das hatte für mich zur Folge, dass ich von einem Tag auf den anderen dauerhaft 2/3 weniger Besucher hatte. Okay, die neuen, niedrigeren Zahlen sind realistischer und geben mehr Auskunft, wer sich eigentlich für meine geschriebenen Inhalte interessiert, da die „Bildersucher“ rausfliegen… aber die nackten Zahlen, die jetzt nur noch selten am Tag dreistellig sind, machen es einem auch nicht einfacher, sich immer wieder aufzuraffen, um etwas zu schreiben. Mal schauen, wie das nächstes Jahr wird, wenn ich wahrscheinlich noch weniger Zeit habe. Irgendwie muss ich diese dann einfach besser verteilen und akzeptieren, dass mal die eine oder andere Sache liegen bleibt.

Meine Liste mit aktuellen Filmen ist extrem kläglich. Was daran lag, dass ich es weder ins Kino geschafft, noch mich wirklich um Bemusterungen für Rezensionen gekümmert habe (und bei Splendid scheinbar auf die schwarze Liste gerutscht bin. Vielleicht war ich denen ja zu kritisch). Meine zusammengefassten Top 10 (wie in den Vorjahren brauche ich schon zwei Jahre, um auf etwas Masse zu komme) spiegelt schon fast alle Filme wider, die ich aus dem entsprechenden Zeitraum gesehen habe. Spannender waren da schon die „Klassiker“, welche ich 2017 zum ersten Mal sah. Hier fiel es mir extrem schwer, mich auf nur 10 zu beschränken. Auf Platz 10 hätten ebenso gut auch „Laurin“ von Robert Sigl, „Perfect Blue“ von Satoshi Kon, „Island of Lost Souls“ von Erle C. Kenton oder „Endstation Schafott“ von José Giovanni stehen können. Auf eine „Worst-of“-Tabelle verzichtete ich wieder.

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahr 2016/2017)

1. The Neon Demon (Nicolas Winding Refn, 2016)
2. Outrage Coda (Takeshi Kitano, 2017) – meine Besprechung
3. Fashionista (Simon Rumley, 2017) – meine Besprechung
4. Spit’n’Split (Jérôme Vandewattyne, 2017) – meine Besprechung
5. The Eyes of My Mother (Nicolas Pesce, 2016) – meine Besprechung
6. In the Flesh (Kong Pahurak, 2017) – meine Besprechung
7. The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years (Ron Howard, 2016)
8. Midnighters (Julius Ramsay, 2017) – meine Besprechung
9. Maze (Stephen Burke, 2017) – meine Besprechung
10. Dark Circus (Julia Ostertag, 2016)

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

1. Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (Elio Petri, 1970)
2. Marketa Lazarová (Frantisek Vlácil, 1967) – meine Besprechung
3. Under the Skin (Jonathan Glazer, 2013)
4. The VVitch: A New-England Folktale (Robert Eggers, 2015)
5. Sennentuntschi (Michael Steiner, 2010)
6. San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen (Carlo Lizzani, 1976)
7. Mörderland (Alberto Rodríguez, 2014)
8. Mädchen mit Gewalt (Roger Fritz, 1970)
9. Geständnisse (Tetsuya Nakashima, 2010)
10. Alice (Jan Svankmajer, 1988)

Das war es nun für 2017. Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen/sehen uns wieder in 2018!

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2016

Von , 31. Dezember 2016 12:39

Es war ein merkwürdiges Jahr. Ich war ja sicher, dass nach dem für mich sehr schwierigen 2015 das neue Jahr Glück bringen wird. Schließlich sind die geraden Jahre bei mir in der Regel immer gute Jahre gewesen. Der überraschende Tod eines meiner großen Helden, David Bowie, am 10. Januar, war ein Vorzeichen dessen, was da noch alles kommen sollte. Nie werde ich den Augenblick vergessen, als ich von seinem Tod erfuhr. Es war so ein unwirklicher Moment. So wie der, als es am 21. April meinen anderen Musik-Gott erwischte: Prince. Da war es nur folgerichtig, dass der Schnitter am 7. November auch noch Leonard Cohen holte, der mich einst mit seiner Songs durch eine dunkle Zeit begleitete. Mit den ganzen Verlusten im Filmbereich will ich gar nicht erst anfangen. Dafür sind zu viele. Nur zwei, die mich sehr berührt haben, seien hier trotzdem erwähnt: Der große Andrzej Żuławski und natürlich Bud Spencer. Die ganzen humanitären und politischen Katastrophen machen eigentlich auch nicht gerade Mut für die Zukunft.

Für mich selber war es auch kein einfaches Jahr. Die ganzen Umstände um den Hauskauf und den ganzen bösen Überraschungen, die damit einher gingen, ließen mich mehr als einmal zutiefst verzweifeln. Aber es gibt auch gute Dinge. Die Kinder sind gesund und beruflich hat sich die erzwungene Veränderung des letzten Jahres als ausgesprochen positiv herausgestellt. Jetzt macht der Job direkt wieder Spaß. Mal sehen, was das nächste Jahr bringt. Ich sehe für meine persönliche Situation auf jeden Fall nicht mehr ganz so schwarz, wie noch vor genau einem Jahr.

Wie jedes Jahr, schaue ich auf diesmal wieder zurück, was ich mir letztes Jahr an dieser Stelle vorgenommen habe. „Mehr Gedrucktes“ war einer meiner Vorsätze. Nun, bei „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ habe ich regelmäßig Artikel geschrieben. Darunter sind einige, auf die ich recht stolz bin. Mittlerweile bin ich dort auch „stellvertretender Chefredakteur“ geworden, was sich jetzt aber weitaus bedeutungsvoller anhört, als es ist. Trotzdem war es mit der „35 Millimeter“ ein sehr aufregendes Jahr und viele Dinge haben mich lange beschäftigt. Dann gab es noch ein Booklet-Projekt, bei dem ich nicht weiß, ob ich schon drüber sprechen kann. Wenn es soweit ist, werde ich hier aber berichten, worum es sich handelte. Etwas enttäuscht bin ich darüber, dass das Fulci-Buch, zu dem ich vorletztes Jahr zwei Artikel beigesteuert habe, nach einem Jahr noch immer nicht veröffentlicht ist. Aber vielleicht tut sich da ja im nächsten Jahr irgendwann mal was. Für 2017 habe ich mir jetzt vorgenommen, ein größeres Buch-Projekt, welches ich vor vier Jahren auf Eis gelegt hatte, wieder aufzutauen. Einen ersten Schritt habe ich schon gemacht, jetzt warte ich mal ab, was sich da entwickelt.

Viel Freude hat wieder Weird Xperience bereitet. Zweimal (bei „Der Bunker“ und „Turbo Kid“) waren wir sogar nahezu ausverkauft. Dafür waren bei anderen Vorstellungen (wie bei „True Love Ways“) auch mal nur drei zahlende Gäste da. Aber die Reihe macht Stefan und mir noch immer viel Spaß, und die Zusammenarbeit mit der etage3 im Lagerhaus ist auch ausgesprochen herzlich. Das Highlight war in diesem Jahr natürlich wieder das Open Air am Schlachthof, wo bei den beiden „Weird Xperience“-Tagen– trotz düsterer Vorzeichen – auch das Wetter mitgespielt hat. Das Open Air hat immer eine ganz besondere Atmosphäre und bringt uns regelmäßig mehr Gäste als ein ganzes Jahr regulärer Vorstellungen. Das macht Spaß! Vor allem, wenn man so tolle Gastgeber wie das Team von der Schlachthof Kneipe hat. Apropos: Danke auch wieder an Stefan, ohne den das ganze Ding nicht so toll laufen würde. Für 2017 haben wir auch schon so einiges geplant. So wird es im ersten Halbjahr drei Kooperationen gebe, über die dann in den nächsten Tagen auf der Homepage von „Weird Xperience „berichten werden.

Meine zwei cineastischen Höhepunkte waren auch 2016 wieder das Internationale Filmfest in Oldenburg und das siebte Deliria-Italiano-Forentreffen. In Oldenburg habe ich zwar nicht Nicolas Cage (oder Amanda Plummer), dafür aber einige hervorragende Filme gesehen. 2016 war ein sehr guter Jahrgang, was die Oldenburger Filmauswahl angeht. Und auch die Atmosphäre war wieder „kuscheliger“ als im Vorjahr. Mit Deliria Italiano waren wir dieses Jahr in Düsseldorf zu Gast. Und es war mal wieder traumhaft. Auch wenn der eine oder andere diesmal schmerzlich vermisst wurde, so waren wir am Ende doch noch einmal mehr als in Wien 2015. Es ist schon der Wahnsinn, dass sich zu diesem Event immer so viele nette, umgängliche und interessante Menschen einfinden. Das gibt doch Hoffnung, dass die Welt nicht ganz so schlecht ist, wie sie immer tut.

Der Blog hier lief 2016 nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht habe. Seit Mitte Januar liegen die Besucherzahlen bis auf wenige Ausreißer konsequent unter denen des Vorjahres. Am Ende waren es 16% weniger Besucher, die sich auf dem Filmforum Bremen umschauten. Woran das liegt?  An den längeren Auszeiten, die ich mir gegönnt habe und damit daran, dass ich 2016 im Zeitraum Januar bis November gerade mal 95 Artikel gepostet habe. Im Vorjahr waren es 140. 32% weniger Artikel = 16 % weniger Besucher. Das macht Sinn. Da ich optimistisch davon ausgehe, dass 2017 mein Privatleben etwas ruhiger wird, werden es hoffentlich auch wieder mehr Artikel werden. Vor allem eine Rubrik möchte ich ausbauen, die bei der Entstehung dieses Blogs vor 8 Jahren ganz weit im Vordergrund stand, aber über die Jahre von mir immer mehr vernachlässigt wurde: Die Bremer Kinowelt. Der Blog heißt ja nicht umsonst Filmforum BREMEN. Hier muss ich mich selber etwas treten, dass ich rechtzeitig über interessante Events und Neuigkeiten informiere.

Bei der Recherche zu diesem Jahresrückblick habe ich festgestellt, dass ich in diesem Jahr 156 Filme gesehen habe. Das sind 24 mehr als letztes Jahres, als ich so wenig sah, wie wahrscheinlich noch nie seit Kindesalter. Dabei hatte ich gedacht, ich hätte dieses Jahr 2015 noch unterboten. Regulär im Kino (Festivals, spezielle Events und Weird Xperience mal ausgenommen) war ich genau zweimal. Bei „The Hateful Eight“ und „The Forbidden Room“. Und ja, ich finde das auch extrem traurig. Dementsprechend habe ich auch kaum aktuelle Filme gesehen. So ist meine Liste für 2016 auch recht schnell zusammengestellt. Wie im Vorjahr fasse ich darunter mal alles zusammen, was aus den Produktionsjahren 2015 und 2016 stammt. * Eine Ausnahme ist „Remake, Remix, Rip-Off“, der von 2014 ist, aber meines Wissens nach erst in diesem Jahr in die Kinos/das Fernsehen kam.

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahr 2015/2016)

  1. Der Bunker (Nikias Chryssos, 2015) – meine Besprechung
  2. Remake, Remix, Rip-Off (Cem Kaya, 2014)*
  3. The Forbidden Room (Guy Maddin, 2015)
  4. Under the Shadow (Babak Anvari, 2016) – meine Besprechung
  5. The Hateful Eight (Quentin Tarantino, 2015)
  6. The Apprentice (Emre Konuk, 2016) – meine Besprechung
  7. She’s Allergic to Cats (Michael Reich, 2016) – meine Besprechung
  8. Turbo Kid (François Simard/Anouk Whissell/Yoann-Karl Whissell , 2015)
  9. Demon – Dibukk (Marcin Wrona, 2015) – meine Besprechung
  10. The Love Witch (Anna Biller, 2016) – meine Besprechung

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

  1. Große Freiheit Nr. 7 (Helmut Käutner, 1944)
  2. Die endlose Nacht (Will Tremper, 1963)
  3. Die Freunde der Freunde (Dominik Graf, 2002)
  4. A Snake of June (Shin’ya Tsukamoto, 2002)
  5. Thief (Michael Mann, 1981) – meine Besprechung
  6. Ida (Pawel Pawlikowski, 2013)
  7. Super (James Gunn, 2010)
  8. Die Unsterbliche (Alain Robbe-Grillet, 1963)
  9. St. Pauli zwischen Nacht und Morgen (José Bénazéraf, 1967)
  10. Heiße Grenze (Robert Parrish, 1959)

Da ich von jedem Regisseur nur einen Film in der Top 10 haben wollte, fielen einige Tsukamotos und Grafs, sowie der tolle „Playgirl“ von Tremper leider unter den Tisch.

Das war es mit 2016. Letztes Jahr schrieb ich: „Ich strecke diesem Jahr den Mittelfinger entgegen und breite meine Arme aus, um 2016 in Empfang zu nehmen“. Diesmal bin ich vorsichtiger und hoffe einfach nur, dass 2017 für uns alle ein gutes Jahr wird. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2015

Von , 31. Dezember 2015 11:44

2015 geht langsam, aber sicher, seinem Ende entgegen. Endlich, möchte ich ausrufen, denn 2015 war für mich kein gutes Jahr. Ganz im Gegenteil. Viele Dinge, die mein Leben seit vielen Jahren prägten, haben ein abruptes Ende gefunden. Und dies leider nicht nur gegen meinen Wunsch, sondern auch aus heiterem Himmel. Noch weiß ich nicht, wie es 2016 weitergehen soll. Ich hoffe einfach, dass sich meine Regel bestätigt und nach einem schlechten ungeraden Jahr, ein gutes gerades Jahr folgt. Auf jeden Fall wird 2016 ein Jahr der Neuanfänge und Veränderungen. Aber ich habe meine Familie, die mich stärkt, und deshalb bin ich sicher, dass ich irgendwann auf dieses verdammt schwere Jahr zurückblicke und sage: Es sollte wohl alles so sein.

Dass mich die ganzen Einschläge Kraft gekostet haben, wird der ein oder andere Leser wohl daran gemerkt haben, dass ich mir öfter mal Auszeiten vom Bloggen gegönnt habe. Und ich irgendwann auch die O-Ton-Rubrik eingestellt habe, weil mir Stress und Ärger im Beruf keine Zeit mehr gegönnt haben, eine regelmäßige, arbeitsintensive Kolumne zu führen. Auch „Das Bloggen der Anderen“ hat ein ums andere Mal darunter gelitten. Was mich besonders ärgert ist es aber, dass ich Bremen so stark vernachlässigt habe. Ich habe kaum Events angekündigt, sogar die eigenen oftmals viel zu spät nachgeschoben. Dabei sollte dies doch der Kern eines Blogs sein, der sich „Filmforum Bremen“ nennt. Hier muss ich schauen, dass ich im nächsten Jahr eine besser Balance finde.

Dafür habe ich dieses Jahr so viele Filmbücher wie noch nie besprochen. Mit dem Nebeneffekt, dass ich 2015 auch gar nichts anderes mehr gelesen habe. Auch hier muss ich schauen, dass ich das etwas zurückfahre, um auch mal wieder Zeit für andere literarische Interessen zu haben. Na ja, zwei Bücher liegen hier noch, danach sollte es aber erst einmal eine Pause geben.

Schaue ich zurück, was ich vor einem Jahr an dieser Stelle geschrieben habe, dann steht da: „Ich möchte hier ein paar mehr Interviews unterbringen.“. Daraus ist leider nichts geworden. Zwar habe ich ein-zwei Anläufe gestartet, aber das ist irgendwie im Sande verlaufen, und dann hatte ich auch die Lust verloren. Mal schauen, ob da 2016 dann was kommt.

Außerdem schrieb ich: „Generell hoffe ich auch, dass ich 2015 auch etwas mehr Schreibarbeit jenseits des Blogs unter die Leute bringen kann. Vor allem würde ich hier gerne wieder im Bereich „Gedrucktes“ etwas machen.“ Das hat sehr gut geklappt. Ich habe regelmäßig lange Artikel in dem Print-Magazin „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ unterbringen dürfen und bin dort mittlerweile auch in den Kreis der redaktionellen Mitarbeiter geholt worden. Was zwar ein Haufen Mehrarbeit zum Bloggen darstellt, aber auch Freude macht. Ferner habe ich gerade zwei Beiträge für ein Buch fertiggestellt, welches im nächsten Jahr erscheinen soll. Und bin in zwei weitere Buchprojekte aus dem selben Haus involviert. Dieser Vorsatz ist also in Erfüllung gegangen, worüber ich mich wirklich sehr, sehr freue.

Was mich auch sehr glücklich gemacht hat, war unsere Filmveranstaltung „Weird Xperience“ in diesem Jahr. Nicht nur haben wir in der etage 3/Kulturzentrum Lagerhaus eine neue Heimat gefunden, wo wir sehr freundlich und mit vielen Freiheiten aufgenommen wurden, sondern wir waren auch beim Open-Air-Kino am Schlachthof aktiv, wo wir so viele Zuschauer wie noch nie begrüßen konnten, und ebenfalls mit sehr netten und sympathischen Menschen zu tun hatten. Einziger Wermutstropfen war das „Obscure Filmfestival“ im City 46, wo wir es trotz eines tollen Filmprogramms nicht geschafft habe, die Menschen ins Kino zu locken. Bremen ist eben für außergewöhnliche Filme ein verdammt hartes Pflaster und wenn dann noch draußen der Sommer ausbricht, hat man schlechte Karten. Mein Dank geht an dieser Stelle auch noch einmal an meinen großartigen Mitstreiter Stefan!

Meine zwei cineastischen Höhepunkte im Jahr waren wieder das Internationale Filmfest in Oldenburg und das Deliria-Italiano-Forentreffen. Während Oldenburg mir diesmal irgendwie unspektakulär und kühl vorkam (was vielleicht auch daran lag, dass es genau in einer extrem stressigen und frustrierenden Phase auf meiner Arbeit lag, und es mir einfach nicht gelang, richtig abzuschalten), war das Forentreffen, welches in diesem Jahr in Wien stattfand, mal wieder ein Traum. Hervorragende Filme, supernette Leute, viel Spaß, tolle Gespräche und alles wieder viel zu schnell vorbei. Dazu noch eine umwerfende Stadt, die ich das erste Mal richtig besucht habe. Perfekt.

Was meinen Filmkonsum angeht, war dieser in diesem Jahr so niedrig, wie nie zuvor. Meine bisherige Tiefmarke aus dem letzten Jahr, habe ich noch einmal um 14 Filme unterboten und komme nur noch auf magere 132. Das ist weit weniger als die Hälfte von dem, was ich noch vor fünf Jahren in einem Jahr angeschaut habe. Bedenkt man allerdings den Stress und Ärger, den dieses Jahr bot, dann wundert es mich nicht so sehr. Entsprechend „dünn“ fällt dieses Jahr auch meine Top10 aus. Hier unterscheide ich in diesmal wieder zwischen aktuellen und älteren Filmen. Bei den aktuellen Filmen habe ich mal alles rein geworfen, was 2014 und 2015 produziert wurde, ohne nachzuprüfen, ob der Film auch erst 2015 seine Deutschland-Premiere hatte. Im Kino erlebte Filme kommen dabei fast gar nicht vor, da ich es – Festivals außen vor – nur ganze 3x ins Kino geschafft habe. Ja, ich schäme ich. Auch das muss nächstes Jahr anders werden.

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahr 2014/2015)

 

1. Mad Max: Fury Road (George Miller, 2015)
2. Ich seh, ich seh (Severin Fiala & Veronika Franz, 2014)
3. The Guest (Adam Wingard, 2014) – meine Kritik
4. Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance) (Alejandro González Iñárritu, 2014)
5. Young Ones (Jake Paltrow, 2014) – meine Kritik
6. The Voices (Marjane Satrapi, 2014) – meine Kritik
7. Dixieland (Hank Bedford, 2015) – meine Kritik
8. Spectre (Sam Mendes, 2015)
9. Among the Living (Alexandre Bustillo & Julien Maury, 2014) – meine Kritik
10. German Angst (Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski & Andreas Marschall, 2015)

Da ich Freunde habe, die meine Nr. 3, 4, 5, 8 und 9 so richtig, RICHTIG mistig finden, behaupte ich mal, das meine Liste in diesem Jahr durchaus kontrovers ausgefallen ist. Kann ich aber gut mit leben. Ich habe halt auch nicht viel gesehen.

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

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1. Love Exposure (Shion Sono, 2008) – meine Kritik
2. Sie sind verdammt (Joseph Losey, 1963) – meine Kritik
3. Miami Blues (George Armitage, 1990) – meine Kritik
4. Der Tod weint rote Tränen (Hélène Cattet & Bruno Forzani, 2013)
5. On the Job (Erik Matti, 2013) – meine Kritik
6. Tag ohne Ende (Anthony Mann, 1957)
7. Coherence (James Ward Byrkit, 2013) – meine Kritik
8. Only Lovers Left Alive (Jim Jarmusch, 2013)
9. Von Pferden und Menschen (Benedikt Erlingsson, 2013) – meine Kritik
10. Welt am Draht (Rainer Werner Fassbinder, 1973)

Die mochte ich alle sehr gerne. Weitaus mehr, als viele der Filme in der „Top10 aktuelle Filme“-Liste. Und ich bin gerade selber ziemlich überrascht, dass die Hälfte aus 2013 ist. War wohl doch ein guter Jahrgang.

Ein „Worst of“ gibt es nicht, denn ich möchte das Jahr auf einer positiven Note enden lassen.

Das war es mit 2015. Ich strecke diesem Jahr den Mittelfinger entgegen und breite meine Arme aus, um 2016 in Empfang zu nehmen.

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2014

Von , 22. Dezember 2014 00:08

Die Feiertage stehen vor der Tür und wieder neigt sich ein weiteres Jahr dem Ende zu. Zeit ein wenig inne zu halten und noch einmal Revue passieren zu lassen, was 2014 so alles passiert ist.

Fange ich einmal mit dem Blog an. Da kann ich nur mehr als zufrieden sein. Im Vergleich zu 2013 hatte ich vom 1.1. bis 19.12. unglaubliche 67% mehr Nutzer und Seitenaufrufe. Das motiviert. Überhaupt scheint sich das „Filmforum Bremen“ (trotz des uncoolen und regional ausgerichteten Namens) im Netz durchaus etabliert zu haben. Was ich auch an diversen filmrelevanten Anfragen merke. Zwar habe ich mein Ziel, in 2014 die 250 Facebook-Fans zu knacken, knapp verfehlt. Aber 248 sind ja auch nicht so schlecht und das Jahr ist ja erst in 10 Tagen zuende.

Zwar konnte ich 2014 aus Zeitgründen nicht alles umsetzen, was ich mir Ende letzten Jahres für den Blog vorgenommen hatte, aber dann sind das eben die guten Vorsätze für 2015. Dann möchte ich hier ein paar mehr Interviews unterbringen. Die Interviews, die ich dieses Jahr führen konnte, haben mir viel Spaß gemacht, und ich freue mich auch, wenn ich hier interessanten Menschen und Projekten eine Plattform geben kann. Einige Leute, die noch nichts von ihrem Glück wissen, habe ich da schon auf dem Zettel.

Generell hoffe ich auch, dass ich 2015 auch etwas mehr Schreibarbeit jenseits des Blogs unter die Leute bringen kann. Vor allem würde ich hier gerne wieder im Bereich „Gedrucktes“ etwas machen, da ich – obwohl ich zur „Online Community“ gehöre – doch gerne etwas „Handfestes“ vor der Nase habe und leidenschaftlicher Sammler von Filmzeitschriften und -büchern bin. Da hatte ich dieses Jahr auch schon Kontakte geknüpft, aber dann fehlte mir hierfür leider doch die Zeit.

Die Zeit fehlte mir auch, um ins Kino zu gehen. Abgesehen von unserer Kinoreihe „Weird Xperience“, dem Internationalen Filmfest in Oldenburg, den „Monster machen mobil“ in Hamburg und natürlich dem wunderbaren „Deliria-Italiano“-Forentreffen in Nürnberg, habe ich es genau einmal ins Kino geschafft: Zu „Godzilla“, der eine recht gemischte Angelegenheit war. Das muss 2015 definitiv auch besser werden, denn „Kino. Dafür werden Filme gemacht“. Und wo ich gerade bei „Weird Xperience“ bin. Dass unsere Reihe Mitten in der Saison im Zuge eine Programmreform vom Kommunalkino mangels genügend Besuchern auf Eis gelegt wurde, gehört zu den schmerzlichsten Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren machen musste. Das tat sehr weh, insbesondere, da es nach der Sommerpause mit der Besucherzahl bei „Nude on the Moon“ und „Videodrome“ deutlich bergauf zu gehen schien. Aber auch wenn uns das Kommunalkino in der bisherigen Form nicht mehr haben will – irgendwie wird es auch 2015 weitergehen, und ich bin schon sehr gespannt auf ein mögliches „Weird Xperience Reborn“. Stay tuned!

Toll waren natürlich wieder das Deliria-Italiano-Forentreffen mit vielen lieben und sympathischen Menschen, welches dieses Jahr in Nürnberg stattfand und sich immer mehr wie ein großes Familientreffen anfühlt. Und auch das Internationale Filmfestival in Oldenburg glänzte wieder durch eine einladende und heimelige Atmosphäre, bei der man sich sehr willkommen und wie bei alten Freunden fühlt.

Was die Filme angeht, hinke ich 2014 ordentlich hinterher. Da sich mein Filmkonsum fast ausschließlich auf Klassiker oder Heimkino-Premieren beschränkte, fällt es mir auch schwer, meine jährliche Top10-Liste für 2014 zu erstellen. Zu viele (okay, eigentlich alle) interessanten Kinofilme, auch die meiner Lieblingsregisseure, habe ich in diesem Jahr schlicht und einfach verpasst. Überhaupt habe ich in diesem Jahr mit gerade einmal 146 Filmen so wenig wie noch nie geschaut. Zum Vergleich: 210 waren es noch 290. Deshalb werde ich auch in diesem Jahr keine Unterscheidung zwischen aktuellen und alten Filmen machen und alles in eine Liste packen. Dafür gibt es dann auch 15 Titel.
Hier ist sie.

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1. Der heilige Berg (Alejandro Jodorowsky, 1973), Kritik hier.
2. Hany (Michal Samir, 2014), Kritik hier.
3. Die Killer (Robert Siodmak, 1946)
4. The Return of Captain Invincible (Philippe Mora 1983)
5. Spider Baby, Or: The Maddest Story Ever Told (Jack Hill, 1967)
6. Der nackte Kuss (Sam Fuller, 1964)
7. Töte, Django (Giulio Questi, 1967), Kritik hier.
8. Liebe und Tod im Garten der Götter ( Sauro Scavolini, 1972), Kritik hier.
9. Deep End (Jerzy Skolimowski, 1970)
10. Das Vaterspiel (Michael Glawogger, 2009)
11. Herzflimmern (Louis Malle, 1971), Kritik hier.
12. Careful (Guy Maddin, 1992)
13. Der Start (Jerzy Skolimowski, 1967)
14. Drug War (Johnnie To, 2012), Kritik hier.
15. Poklosie (Wladyslaw Pasikowski, 2012)

Ein“Worst of“ gibt es dieses Jahr nicht. Natürlich habe ich auch schlechte Filme gesehen, aber die haben mir in der Mehrzahl zumindest Spaß gehabt. Dann gab es noch ein paar „Egale“, aber die waren jetzt nicht so mies, dass man sie auf eine „Die-schlechtesten-Film-Liste packen sollte. Geärgert hat mich zumindest in 2014 kein Film und auf dieser positiven Note möchte ich dass Jahr dann auch beschließen.

Ich wünsche allen meinen Lesern ein paar schöne und geruhsame Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ich mache jetzt erst einmal Urlaub vom Bloggen und bin dann ab dem 12. Januar wieder für Euch da.

Eurer Marco

Meine (nicht repräsentativen) Tops & Flops 2013

Von , 24. Dezember 2013 01:04

Wie in meinem ganz persönlichen Jahresrückblick geschrieben, war es für mich ein außergewöhnlich aufregendes Jahr. Weshalb mir die Zeit zum Filmegucken leider fehlte, und mein Filmkonsum auf einem (für meine Verhältnisse) erschreckenden Minimalwert gerutscht ist. Von daher kann man bei meiner Liste, noch weniger als in den Vorjahren, von einer „Bestenliste“ sprechen, da ich das Gefühl habe, gerade die „Besten“ verpasst zu haben. Da ich es dieses Jahr auch so gut wie gar nicht ins reguläre Kinoprogramm (von Festivals ganz zu schweigen) geschafft habe, nehme ich in die Top10 für 2013 auch Videopremieren mit auf. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass aufgrund der relativ geringen Anzahl der zu bewertenden Filme, es viele in die Top10 geschafft haben, die dort unter „normalen Umständen“ vielleicht nicht anzufinden gewesen wären.

Mein Top 10-Kinofilme/-Videopremieren 2013:

act_of_killing1. The Act of Killing (Joshua Oppenheimer)– Review hier.

2. Only God Forgives (Nicolas Winding Refn) – Der Film wird ja sehr häufig angefeindet, und ich kann die schlechten Kritiken nachvollziehen. Trotzdem hat der Film mich auf eine merkwürdige Reise mitgenommen und eine Saite zum Schwingen gebracht, die ich rational nicht erklären kann. Vielleicht mag ich ihn auch deshalb so gerne, weil er in der Regel eben soviel einstecken muss, wie seine armselige Hauptfigur.

3. Django Unchained (Quentin Tarantino) – Noch so ein Film, der gerne verrissen wird. Ich habe mich aber über die vollen 2,5 Stunden bestens amüsiert und fühlte mich sowohl gut, als auch intelligent unterhalten. Was will man mehr?

4. Maniac (Franck Khalfoun) – Review hier.

5. Gravity (Alfonso Cuarón) – Endlich einmal ein Film, für den sich der 3D-Aufschlag lohnt. Imposante, mitreißende Bilder.

6. Vanishing Waves (Kristina Buozyte)- Review hier.

7. Across the River (Lorenzo Bianchini) -Aus einem Minimum ein Maximum an Horror und Spannung heraus geholt. Gefiel mir.

8. John Dies At the End (Don Coscarelli) – Review hier.

9. I Declare War (Jason Lapeyre/Robert Wilson) – Review hier.

10. Autumn Blood (Markus Blunder)– Review hier.

 

Top 10 Wieder- oder Neugesehen

black book1. Das schwarze Buch (Anthony Mann, 1949) – Review hier

2. Bronson (Nicolas Winding Refn, 2008) – Ja, auch dieses Jahr sind meine Listen wieder Nicolas Winding Refn-lastig. Aber bis auf „Bleeder“ habe ich jetzt alle durch, wodurch die Chance, dass das nächstes Jahr wieder so aussieht, relativ gering ist.

3. Blut an den Lippen (Harry Kümel, 1971)– Review hier

4. Femina ridens (Piero Schivazappa, 1969) – Review hier.

5. Singapore Sling (Nikos Nikolaidis, 1990) –Review hier.

6. Pusher II (Nicolas Winding Refn, 2004)– Mein Liebling in der Pusher-Trilogie und eine Sternstunde für Mads Mikkelsen.

7. Mondomanila (Khavn, 2010)– Ein Film, der mich wirklich geschockt hat. Khvan hält voll drauf auf das Elend und trotzdem hat man nicht das Gefühl, Elendes-Voyeurismus zu frönen. Radikal und böse.

8. Der Räuber (Benjamin Heisenberg, 2010)– Gutes und intensives deutschsprachiges Genrekino.

9. Zelig (Woody Allen, 1983) – Er will doch nur dazugehören. Kennen wir das nicht alle?

10. Wesele (Wojciech Smarzowski, 2004)– Sehr böse polnische Satire auf Korruption, Gier, Macht und vieles mehr.

 

Die schlechtesten 5 (ich habe zwar noch mehr schlechte Filme gesehen, aber die haben Spaß gemacht. Über diese hier habe ich mich entweder geärgert oder war maßlos gelangweilt)

Red-Sword1. Red Sword (Naoyuki Tomomatsu) – Aus einem ultra-trashigen, aber witzigen, Rotkäppchen-gegen-Werwölfe-Film wird plötzlich ein billiger Softporno, der nicht nur durch seine schier unendliche, langweilig gefilmte Sexszene nervt, sondern vor allem durch die widerlichen sexistischen Sprüche, die die Macher ihren Figuren in den Mund gelegt haben.

2. Frankenstein’s Army (Richard Raaphorst) – Review hier.

3. Gallowwalkers (Andrew Goth) – Review hier.

4. Wild 7 (Eiichirô Hasumi) – Review hier.

5. Afterparty (Miguel Larraya) – Review hier

Total Film präsentiert: „50 Amazing Films You’ve Probably Never Seen“

Von , 12. Juli 2013 14:56

viyEs gibt ja viele Liste im Internet mit „vergessenen Klassikern“ oder „obskuren Filmen, die man unbedingt sehen muss“, die am Ende immer nur die üblichen Verdächtigen versammeln. Die Listen mit „wilden und verrückten Filmen“, die regelmäßig auf „einestages“ bei „Spiegel Online“ gepostet werden, sind da solche Beispiele für.

Die englische Webseite „Total Film“ hat jetzt aber eine mal wirklich überraschende und hilfreiche Liste veröffentlicht: „50 Amazing Films, You’ve Probably Never Seen„. Und ich muss zugeben, da waren selbst für mich einige Unbekannte dabei, die sich sehr spannend anhören. Z.B. der russische „Viy“ oder der koreanische „The Yellow Sea„. Und „Beyond The Black Rainbow“ würde sich sicherlich gut in unserer „Weird Xperience“-Reihe im Kommunalkino City 46 machen. Andere Filme kenne ich zumindest vom Namen her. „Horrors Of Malformed Men“ und „Mystics In Bali“ z.B. liegen schon seit Jahren als VHS-Kopien bei mir Zuhause und wollen geschaut werden. Und „The Friends Of Eddie Coyle“ hat mir erst kürzlich ein guter Mensch mit seinen wärmsten Empfehlungen in die Hand gedrückt.

Das verfluchte Haus“ habe ich sogar hier schon mal besprochen. Und gerade jetzt sitzte ich an der DVD-Review eines anderen Films, der zu den „50 Amazing“ gehört. Welcher das ist, werdet ihr in Kürze sehen.

Andere Filme, die ich dem geneigten Leser ans Herz legen möchte, wären der großartige „Der Leichenverbrenner„,  „Night of the Devils“ und „Night Train Murders„, von denen es leider (noch) keine vernünftigen, deutschen DVDs gibt, dafür hochwertige US-Importe. Sowie der russische Anti-Kriegsfilm „Come and See„, den ich selber noch nicht gesehen habe, von dem ich aber hörte, dass er das „Anti“ in „Antikriegsfilm“ im Gegensatz zu manch anderen Vertretern dieser Gattung sehr ernst nimmt. Ansonsten gibt es in der Liste – die offenbar von einem großen Freddie-Francis-Fan zusammengestellt wurde – aber auch noch so einiges mehr, an tollen Sachen zu finden.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

Mein persönlicher Jahresrückblick 2012

Von , 27. Dezember 2012 20:32

Alle Jahre wieder heißt es kurz vor Silvester innehalten und das Jahr Revue passieren lassen. Was war gut, was war schlecht. Ich selber kann sagen: Sehr viel war gut, nur weniges schlecht. In der Tat war 2012 für mich ein sehr schönes und erfolgreiches Jahr, voller schöner Erinnerungen.

Der Blog läuft ausgesprochen gut und findet immer mehr Leser, was mich sehr freut. Dabei hat vielleicht auch geholfen, dass er zweimal in der Zeitung auftauchte. Insgesamt bin ich mit der Entwicklung zur Zeit mehr als zufrieden. Nur die Interaktion mit den Lesern könnte etwas mehr sein. Aber darüber beklage ich mich ja jedes Jahr. Also, Feedback und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. 🙂

Ein persönliches Highlight war sicherlich zunächst einmal das dritte Deliria-Italiano-Forentreffen, welches in diesem Jahr in Bremen stattfand, und bei dem ich daher weitaus mehr als bei den vorherigen involviert war. Umso mehr freut es einen dann, wenn alles wie am Schnürchen läuft und man überall glückliche Gesichter sieht. Überhaupt war es wieder eine große Freude, die Leute vom Deliria-Italiano-Forum wiederzusehen. Ein wirklich sympathischer und begeisterungsfähiger Haufen, den ich nicht missen möchte.

Dann gab es ja aber auch noch das Phantastival, das ich zusammen mit Alfred und Stefan auf die Beine gestellt habe. Auch ein absolutes Highlight für mich und ein großer Spaß.  Vier tolle Tage mit großartigen Menschen! Da freue ich mich schon auf eine mögliche Wiederholung im nächsten Jahr.

Ferner geht nun das erste Jahr „Weird Xperience“ zu Ende. Morgen wird es das letzte Mal auf dem alten Platz um 22:30 Uhr eine Vorstellung mit Einführung geben. Ab nächstes Jahr sind wir dann sonntags um 18:00 Uhr auf Sendung. Da  bin ich schon gespannt, wie sich das auf die Besucherzahlen auswirkt. Gerade in der zweiten Hälfte des Jahres ließen diese ja etwas nach. Trotzdem, ich fand jeden Abend schön und hoffe sehr, dem Publikum hat es ebenso viel Spaß gemacht, wie Stefan und mir, sich den „merkwürdigen Erfahrungen“ hinzugeben.

Als viertes war dann noch das Internationale Filmfest in Oldenburg, welches auch wieder ein schönes Happening mit vielen netten Leuten war. Mir macht es wirklich von Jahr zu Jahr mehr Spaß.

Und da sind dann natürlich auch noch die Filme. Was wäre ein Jahresrückblick ohne die obligatorischen „Bestenlisten“. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass es sich bei den nun folgenden „Top“-Listen natürlich NICHT um die besten Filme des Jahres handelt. Dafür habe ich a) zu viel verpasst und b) bin ich dieses Jahr besonders subjektiv bei der Bewertung.

Zwei Regisseure habe ich 2012 für mich entdeckt, auf deren weitere Werke ich extrem gespannt bin:  Nicolas Winding Refn und Quentin Dupieux, die es beide sowohl in die Kino-, als auch in die Neu-/Wiedergesehen-Liste ganz nach oben geschafft haben.

Los geht’s:

Mein Top 10-Kinofilme:

Hugo Cabret

1. Hugo Cabret (Martin Scorsese) – Ein zauberhafter Film über die Liebe zum Kino und zum Geschichtenerzählen. Ein endlich mal großartiger Einsatz von 3D und eine magische Atmosphäre. Ein Kinderfilm für große Kinder.

2. Drive (Nicolas Winding Refn) – Ein Film, der mich quasi in die Leinwand gesaugt hat. Perfekt in der Inszenierung, gradlinig, schnörkelos und mit einem genialen Soundtrack.

3. Wrong (Quentin Dupieux) – An diesem Film ist alles falsch und das macht ihn so großartig. Urkomischer Surrealismus, wie ich ihn liebe. Hier steht weiter unten was drüber.

4. Moonrise Kingdom (Wes Anderson) – Ähnlich wie “Hugo” eigentlich ein Kinderfilm. Und gleichzeitig schön nostalgischer Wes-Anderson-Quatsch mit einem Soundtrack zum Verlieben. Ganz großes Nostalgiekino über eine Vergangenheit, die es so nie gab, aber hätte geben sollen.

5. A torinói ló (Béla Tarr) – 2,5 Stunden mit nur 30 Einstellungen, schwarz-weiß, monotone Musik, es passiert fast nichts und die täglichen Handlungen (wie Anziehen, Essen, Kochen, Wasser holen) werden in aller Ausführlichkeit wieder und wieder gezeigt. Schwere Kost, die sich aber lohnt, denn hat man die 2,5 Stunden überstanden und haben sich die apokalyptischen Bilder im Hirn festgesetzt, kann man sich ihnen nicht mehr entziehen und der Film fängt an zu wachen und zu wachsen, bis er das ganze Hirn ausfüllt. Hypnotisch trifft es wohl ganz gut.

6. Holy Motors (Leos Carax)- Auf Platz 6, weil ich bisher noch nicht weiß, was das eigentlich war… und es mir einfach nicht aus dem Kopf geht.

7. Skyfall (Sam Mendes)– Bond is back. Review hier

8. Onna no kappa (Shinji Imaoka) – Der Beweis, dass man mit etwas Fantasie und Respektlosigkeit, einer abgedrehten Geschichte und toller Musik auch für sehr wenig Geld einen tollen Film machen kann. Nicht perfekt, aber sehr sympathisch.

9. Cabin in the Woods (Drew Goddard) – Ist zwar nicht das Meisterwerk, das so mancher herbei schreiben möchte, aber ein sehr gelungener und intelligenter Genrefilm. Review hier.

10. The Dark Knight Rises The Avengers (Christopher Nolan / Joss Whedon)– So müssen Mainstream-Comicverfilmungen heute aussehen. Reviews hier und hier

 

Top 10 – DVD-Premieren (draufklicken, dann geht es zu meiner Review)

shame

1. Shame (Steve McQueen)
2. Ichimei (Takashi Miike)
3. Rampart (Oren Moverman)
4. Svinalängorna (Pernilla August)
5. Sons of Norway (Jens Lien) – Review folgt
6. Twixt (Francis Ford Coppola)
7. V/H/S (Diverse)
8. The Hunter (Daniel Nettheim)
9. Livide (Alexandre Bustillo & Julien Maury)
10. Doomsday Book (Jee-woon Kim & Pil-Sung Yim)





 

Top 10 Dokumentationen

Searching-For-Sugarman

  1. Searching for Sugar Man (Malik Bendjelloul, 2012) – Feel-Good-Movie of the Year. Absolute Empfehlung!!!
  2. Kovasikajuttu (Jukka Kärkkäinen & Jani-Petteri Passi, 2012)
  3. Woody Allen: A Documentary (Robert B. Weide, 2012)
  4. Gegenschuss – Aufbruch der Filmemacher (Dominik Wesseley, 2008)
  5. Bébé(s) (Thomas Balmès, 2010)
  6. Der andere Blick (Johanna Heer & Werner Schmiedel, 1991)
  7. Machete Maidens Unleashed! (Mark Hartley, 2010)
  8. Schlock! The Secret History of American Movies (Ray Greene, 2001)
  9. Corman’s World: Exploits of a Hollywood Rebel (Alex Stapleton, 2011)
  10. Christopher Lee – Gentleman des Grauens (Oliver Schwehm, 2010)

 

Top 10 Wieder- oder Neugesehen

Valhalla-Rising

1. Valhalla Rising (Nicolas Winding Refn, 2009)  – Wow, was für ein Monster von einem Film. Pure Hypnose, Bildgewaltiges Minimalkino, ein Tritt in den Magen, ein merkwürdiger Traum. Das alles und noch viel mehr. Meisterwerk.

2. Picnic at Hanging Rock (Peter Weir, 1975)  – Noch ein Meisterwek. Wunderschöner Film und kreuzunheimlich, obwohl.. tja.. was passiert da eigentlich? Ganz weit oben in meiner Gunst gerutscht.

3. Sanatorium pod klepsydra (Wojciech Has, 1973) – Meisterwerk, die Dritte. Wer eine stringente, leicht nachzuvollziehende Handlung bevorzugt, den möchte ich hier eindrücklich warnen. Alle Szenen reihen sich völlig assoziativ aneinander und folgen eine absoluten Traumlogik. Um alles zu erfassen oder auch nur ansatzweise zu verstehen, braucht es sicherlich mehrere Sichtungen. Aber was für Bilder! Was für ein Sound-Design! Was für eine im wahrsten Sinne des Wortes „traumhafte“ Stimmung!

4. Spalovac mrtvol (Juraj Herz, 1969)- Grandioser „New Czech Wave“-Film. Kameraarbeit, Schnitt (!), Musikuntermalung, Schauspieler.. alles perfekt.

5. Incident at Loch Ness (Zak Ness)- Großartige „Mockumentary“ mit Werner Herzog, der auch das Drehbuch mitgeschrieben und produziert hat. Hier ist die Grenze zwischen Wahrheit und Unsinn wirklich sehr schmal. Gleichzeitig ein intelligenter Kommentar auf die Verlässlichkeit des Erzählens und Werner Herzogs Methode der „Ekstatischen Wahrheit“.

6. Rubber (Quentin Dupieux, 2010)-  Telekinetische Killer-Reifen, dazu mindestens zwei Metaebenen und vielerlei merkwürdiges, wirres Zeugs, das in einem unglaublich gemächlichen Tempo abgespielt wird. Worum es eigentlich geht? „No reason“!

7. Rekopis znaleziony w Saragossie (Wojciech Has, 1965)- Drei Stunden Geschichten in Geschichten in Geschichten. Visuell extrem beeindruckend, und das verschachtelte, erzählerische Labyrinth zieht einen immer tiefer in den Bann, bis man fast gar nicht mehr aus dem Film herausfindet.

8. Essential Killing (Jerzy Skolimowski, 2010)–Ähnlich radikal minimalistisches Kino wie „Valhalla Rising“, hier allerdings ganz der Vorwärtsbewegung unterworfen.

9. Mais ne nous délivrez pas du mal (Joël Séria, 1971)- Ein böser Film aus Frankreich. Review hier.

10. Shin jingi no hakaba (Takashi Miike, 2002)- Die Miike-Version des Yakuza-Klassikers „Graveyard of Honor“  von 2002. Hält sich von der Story her relativ eng ans Original, holt es aber ins neue Millennium. Grandioser Film über ein Arschloch, von dem man eigentlich von Anfang an hofft, dass ihm jemand endlich eine Kugel in den nutzlosen Schädel jagt.

 

Worst 8 (draufklicken, dann geht es zu meiner Review)

Archeo

1. Arheo (Jan Cvitkovic)
2. Legendary Amazons (Frankie Chan)
3. Piranha 3DD (John Gulager)
4. Battleship (Peter Berg)
5. Guitar Men: The Darkest Secret of Rock’n Roll (Thomas Wind) – Die richtigen Zutaten sind alle da, aber die Inszenierung macht leider alles falsch. Sehr, sehr schade.
6. Snow White and the Huntsman (Rupert Sanders)
7. John Carter (Andrew Stanton)
8. Machete (Robert Rodriguez) – Weniger wäre mehr gewesen… und wenn sie dieses widerliche „Hach, bin ich ein cooler Film“ weg gelassen hätten auch. Potential ist nämlich da, wird aber komplett durch den computeraminierten Schornstein geblasen.



Die größte Enttäuschung:

Prometheus (Ridley Scott)

Happy Birthday, Mr. Bond!

Von , 5. Oktober 2012 15:47

Ja, ich oute mich. Ich bin ein großer James-Bond-Fan. James Bond hat mein Leben als Kinogänger und Filmfreund geprägt. Einige der schönsten Kinoerlebnisse haben mit Bond zu tun. „In tödlicher Mission“ war der erste „Erwachsenenfilm“, den ich allein – ohne meine Eltern oder sonstige Verwandte – im Kino gesehen habe. Mit großen Augen und der Überzeugung: So muss Kino sein! „Der Mann mit dem goldenen Colt“ habe ich in einem mit Eierkartons ausgeschlagenen „Kino“ im Schullandheim gesehen. Dreimal! „Liebesgrüße aus Moskau“ bei einem älteren Bekannten Zuhause auf Video, was für mich auch etwas völlig Neues war. Dann das lange Warten auf „GoldenEye“. Mit zwei guten Freunden gleich zur Premiere, voller Vorfreude rein (damals noch ins wunderbare „Europa“-Kino) und dann dieses Gefühl, wenn endlich wieder das James-Bond-Theme durch das Kino schallte. „Casino Royale“ war der erste Kinofilm, den ich zusammen mit diesem wunderbaren Wesen gesehen habe, das jetzt meine Frau ist. Außerdem war der großformatige Band „Die James-Bond-Filme“ aus der Reihe Goldmann-Citadel mein erstes Filmbuch. Und die „Cinema“, mit Sean Connery in „Sag niemals nie“ auf dem Cover, war meine allererste Filmzeitschrift. Seit 31 Jahren begleitet James Bond nun schon mein filmisches Leben und noch immer verspüre ich dieses leise Kribbeln, wenn ein neuer Film angekündigt wird. Und ich hoffe, das bleibt auch noch lange so.

Heute jährt sich die Premiere des ersten Bond-Films, „Dr. No“, zum 50. Mal. Aus diesem Anlass habe ich mal alle 22 offiziellen Bond-Filme Revue passieren lassen und meine Top & Flop 007 aufgeschrieben. Alles natürlich rein subjektiv.

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Die „Sight & Sound“-Liste der 10 besten Filme aller Zeiten (2012)

Von , 20. August 2012 14:17

Nicht ganz tauschfrisch, aber vielleicht hat es der eine oder andere noch nicht mitbekommen. Seit 1952 veröffentlicht die Filmzeitschrift des Britischen Filminstituts, „Sight & Sounds„, alle 10 Jahre eine Liste mit den – nach Meinung von weltweit befragten Filmkritikern – besten Filmen aller Zeiten.

Ich halte ja von solchen Listen nicht so viel und werde mich jetzt auch nicht in den Reigen derjenigen einreihen, die augenblicklich eine „Gegenliste“ mit den „wirklichen Top 10 aller Zeiten“ posten. Ich behaupte mal, dass man einerseits solch einen Anspruch gar nicht erheben kann, wenn man nicht alle Filme aus allen Jahren und Ländern gesehen hat (was natürlich unmöglich ist) und so etwas andererseits auch immer eine subjektive Geschichte ist, die oftmals auch von der Tagesform und persönlichen Vorlieben geprägt ist. Ich glaube, müsste ich so eine Liste erstellen, würde sie alle zwei Tage grundlegend anders aussehen.

Nichtsdestotrotz finde ich solche Listen aber als „Inspirationsquelle“ immer ganz interessant. Mit der Liste selber kann ich gut leben. Immerhin befinden sich mit „Vertigo“, „Citzen Kane“, „Sonnenaufgang“ und „Der Mann mit der Kamera“ gleich vier persönliche Lieblingsfilme mit drauf. „2001“ und „8 1/2“ mag ich auch sehr. Nur „Der schwarze Falke“ halte ich nach wie vor für etwas überbewertet. Wenn Ford, dann „Der Mann, der Liberty Valance erschoss„. Und ich muss jetzt endlich mal diesen Ozu-Film gucken und mir die „Arthaus-Edition“ von „Die Passion der Jungfrau von Orléans“ besorgen.

Hier sind also die Top 10 der „Sight & Sounds“-Liste mit einem neuen Spitzenreiter.

1: Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958)

2: Citizen Kane (Orson Welles, 1941)

3: Die Reise nach Tokyo (Yasujiro Ozu, 1953)

4: Die Spielregel (Jean Renoir, 1939)

5: Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen (Friedrich Wilhelm Murnau, 1927)

6: 2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968)

7: Der Schwarze Falke (John Ford, 1956)

8: Der Mann mit der Kamera (Dziga Wertow, 1929)

9: Die Passion der Jungfrau von Orléans (Carl Theodor Dreyer, 1928)

10: (Federico Fellini, 1963)

 

Neben den Kritikern haben auch die Regisseure ihre besten Filme gewählt. Die Liste sieht etwas anders aus.

1: Die Reise nach Tokyo (Yasujiro Ozu, 1953)

2: 2001: Odyssee im Weltraum (Stanley Kubrick, 1968)

2: Citizen Kane (Orson Welles, 1941)

4: (Federico Fellini, 1963)

5: Taxi Driver (Martin Scorsese, 1976)

6: Apocalypse Now (Francis Ford Coppola, 1979)

7: Der Pate (Francis Ford Coppola, 1972)

7: Vertigo – Aus dem Reich der Toten (Alfred Hitchcock, 1958)

9: Der Spiegel (Andrei Tarkowski, 1975)

10: Fahrraddiebe (Vittorio de Sica, 1948)

Mein persönlicher Jahresrückblick 2011

Von , 23. Dezember 2011 11:06

2011 neigt sich langsam, aber sicher, dem Ende zu. In der Luft liegt der Geruch von Spekulatius und Silvester-Böllern. Zeit für mich, das vergangenen (filmische) Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.

Im Kino blieben die großen Überraschungen aus. Die üblichen Verdächtigen haben ihre neusten Werke souverän nach Hause gebracht, größere Ausfälle waren nicht zu verzeichnen. Liegt es daran, dass ich dieses Jahr bei der Filmauswahl ein ganz gutes Händchen hatte oder dass ich es leider nicht geschafft habe, mehr als nur ein Filmfestival zu besuchen? Richtige Flops hatte ich in 2011 nicht dabei. Zwar war der ein oder andere Film dabei, der mir nicht so gut gefallen hat, aber wirklich verärgert hat mich keiner. Was mich allerdings geärgert hat: Wie eben schon erwähnt, habe ich es – nach dem festivalreichen Vorjahr – diesmal nur auf einem einzigen Filmfest war. Insbesondere schmerzt mich, es nicht nach Lübeck geschafft zu haben. Aber das war dieses Jahr leider zeitlich überhaupt nicht drin. Ich hoffe 2012 wird das wieder anders sein.

Vielleicht hat sich aber auch gerade durch die erzwungene Festival-Abstinenz die Flop-Rate so stark minimiert, dass ich diese Rubrik in diesem Jahr gar nicht mit aufführe. Bei den Top 10 Kinofilmen habe ich bis zum Schluss mit mir gerungen, welcher Film es auf Platz 1 schafft. Letztendlich ist es ein Film geworden, der in Deutschland zwar bereits im November 2010 anlief, in vielen anderen Ländern (u.a. in Polen, wo ich ihn gesehen habe) erst 2011. Mit diesem kleinen Kunstgriff schafft er es dann auch in meine Jahresbestenliste: „Somewhere“ von Sofia Coppola schiebt sich knapp vor Lars Von Triers „Melancholia“ auf die Pole Position. Obwohl ich „Melancholia“ als verkappten „autobiographischen Schlüsselfilm“ (man ersetzte in der ersten Hälfte Justine mit Von Tier und die Hochzeit – auf der Justine trotz ihrer schlechten psychischen Verfassung von allen gezwungen wird „mitzuspielen“ und „fröhlich und dankbar“ zu sein, mit einem x-beliebigen Filmfestival. Da versteht man Von Tiers Auftritt in Cannes plötzlich) sehr mochte, hat mich Coppolas minimalistischer Film über die innere Leere doch länger und intensiver beschäftigt.

Die beiden schönsten „filmrelevanten“ Ereignisse waren für mich einerseits das International Filmfestival in Oldenburg, wo ich einige nette Menschen getroffen habe, und andererseits das 2. Offizielle Forentreffen des „Deliria Italiano„-Forums in Frankfurt, wo ebenfalls viele mir bereits sehr ans Herz gewachsene Leute zugegen waren.

Was nicht so toll war: Ich habe es nicht geschafft Woody Allens „Midnight in Paris“ zu schauen, da ich bis zum Schluss darauf spekuliert habe, dass der irgendwo im O-Ton läuft. Und in diesem Jahr war ich zeitlich so stark bei anderen, nicht-filmischen, Dingen eingespannt, dass sich auch mein Filmkonsum drastisch um fast ein Drittel verringert hat. Na ja… aber vielleicht ist das ja auch nicht soooo schlecht. So ist man eben gezwungen, sich auf das wesentliche zu konzentrieren.

Aber genug der langen Vorrede. Hier meine persönlichen Bestenlisten 2011.

Top 10 Kinofilme 2011

1. Somewhere (Sofia Coppola)
2. Melancholia (Lars Von Trier)
3. 22 mei (Koen Mortier)
4. Black Swan (Darren Aronofsky)
5. Carnage (Der Gott des Gemetzels) (Roman Polanski)
6. Cave of Forgotten Dreams (Höhle der vergessenen Träume) (Werner Herzog)
7. Rózyczka (Jan Kidawa-Blonski)
8. La piel que habito (Die Haut in der ich wohne) (Pedro Almodóvar)
9. Le Havre (Aki Kaurismäki)
10. Rango (Gore Verbinski)

Top 10 erstmals gesehene/nach langer Zeit wiedergesehene ältere Filme

1. My Winnipeg (Guy Maddin)
2. A Time to Love and a Time to Die (Zeit zu lieben und Zeit zu sterben) (Douglas Sirk)
3. Mr. Smith Goes to Washington (Mr. Smith geht nach Washington) (Frank Capra)
4. The Man with the Golden Arm (Der Mann mit dem goldenen Arm) (Otto Preminger)
5. Synecdoche, New York (Charlie Kaufman)
6. Na srebrnym globie (Der silberne Planet) (Andrzej Zulawski)
7. Monsieur Verdoux (Charles Chaplin)
8. Match Point (Woody Allen)
9. The Hurt Locker (Kathryn Bigelow)
10. Les demoiselles de Rochefort (Die Mädchen von Rochefort) (Jacques Demy)

Zwei herausragende Dokumentationen

1. Heavy Metal in Baghdad (Suroosh Alvi & Eddy Moretti)
2. Miesten vuoro (Nackte Männer, nackte Wahrheiten) (Joonas Berghäll & Mika Hotakainen)

Top 5 Kurzfilme

1. Unglassed Windows Cast a Terrible Reflection (Stan Brakhage)
2. Christmas U.S.A. (Gregory J. Markopoulos)
3. Kid Auto Races at Venice (Henry Lehrman)
4. C’était un rendez-vous (Claude Lelouch)
5. The Way to Shadow Garden (Stan Brakhage)

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