Ich bin gerade darüber gestolpert, dass am 5.6. (Uhrzeit weiß ich leider noch nicht) in der Schauburg der Film “Bedways” von seinem Regisseur und Drehbuchautor RP Kahl vorgestellt wird.
“Bedways” hatte seine Premiere bei der diesjährigen Berlinale als Abschlussfilm der Sektion “Perspektive deutsches Kino”. Produziert und am Drehbuch mitgeschrieben hat übrigens Torsten Neumann, der Leiter des höchst empfehlenswerten Oldenburger Filmfestes (auch genannt, “das deutsche Sundance”).
Sehr hübsch finde ich den “Tour-Blog“, den RP Kahl eingerichtet hat, um seine Kinotour durch Deutschland zu doku- und kommentieren. Ich bin schon auf den Bremer Eintrag gespannt..
Am 8. April zeigt die Schauburg als Vorpremiere die iranisch-deutsche Co-Produktion “Zeit des Zorns”, der in der diesjährigen Berlinale, unter seinem internationalen Titel “The Hunter”, im Wettbewerb lief. Die Veranstaltung beginnt um 21:00 Uhr und der Regisseur des Filmes, Rafi Pitts, wird dabei anwesend sein.
Rafi Pitts (“Die fünfte Jahreszeit“, “Sanam“, “Abel Ferrara: Not Guilty” und “Zemestan – It’s Winter” ) ist einer der wichtigsten Vertreter des jungen, neorealistischen iranischen Kinos. Seine Filme zeichnen ein Bild der iranischen Gegenwart zwischen nationaler Geschichte und globalem Kontext, loten klischeefrei und präzise gesellschaftliche Veränderungen aus und schaffen eine eigene und ganz neue Vision politischen Filmemachens.”
Quelle: programmkino.de
Zum Inhalt des Filmes:
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis versucht Ali mühsam, in Teheran wieder Fuß zu fassen. Er nimmt eine Anstellung als Nachtwächter an, um seine Familie ernähren zu können. Als seine Frau und seine Tochter bei einem Schusswechsel zwischen Polizei und Demonstranten während öffentlicher Unruhen versehentlich getötet werden, hat Ali nichts mehr zu verlieren. Er tötet zwei Polizisten und flüchtet in die Wälder. Bald wird er gestellt und verhaftet. Doch damit ist die Jagd noch nicht zu Ende.
Quelle: bremerfilmkunsttheater.de
Und hier noch der Trailer:
Gestern stand in der Online-Ausgabe der Kreiszeitung unter der Überschrift “Die Berlinale auf Platt und in 3D” ein interessanter und gut geschriebener Artikel von Wilfried Hippen, über die jährlichen Werbe Infoveranstaltungen der Nordmedia auf der Berlinale.
Ganz wunderbar fand ich dabei folgende, sehr treffende, Bemerkung von Herrn Hippen:
So mancher unabhängige (will sagen, extrem von Fördergeldern abhängige) Filmemacher aus dem Norden wird wieder mit gemischten Gefühlen an das gute Büffet gegangen sein und sich dabei ausgerechnet haben, wie viele der abgelehnten kleinen Filmprojekte mit dem dafür ausgegebenen Geld hätten gefördert werden können.
Ferner wird über einige Filme aus Niedersachsen/Bremen berichtet, die von der Nordmedia gefördert wurden und bei den Infoveranstaltungen vorgestellt wurden. Wie die Arbeiten einer 3D-Produktionsfirma aus Hannover, die bei “Avatar” mitgearbeitet hat und nun den deutschen 3D-Animationsfilm “Die Konferenz der Tiere” produziert hat.
Auf der Berlinale lief in der Reihe “Perspektive Deutsches Kino” der Film “Bedways“, der in Oldenburg produziert (und laut IMDb in Berlin gedreht?) wurde.
Auf dem “European Film Market” wurde der Kurzfilm „It‘s up 2 U“ der Bremer Filmemacherin Ulrike Westermann gezeigt, der eigentlich als langer Dokumentationsfilm über die hochindustrielle Nahrungsherstellung und deren Alternativen geplant war, aber dann mangels ausreichender Finanzierungsunterstützung zu einem 14-minütigen Kurzfilm runter geschnitten wurde. Hier wurde von der Nordmedia eine plattdeutsche (!!!) Version gefördert, die ihren ganz “eigenen Charme” haben soll.
Wer sich mehr für das Thema interessiert, dem empfehle ich, den kompletten Artikel zu lesen.
Wer sich für Film und Filmgeschichte interessiert, sollte sich den 12.2. bereits seit langem dick im Kalender markiert haben.
An diesem Tag findet die Welturaufführung des neu rekonstruierten “Metropolis” statt. Zur Erinnerung, seit der Uraufführung in Berlin 1927 ist der Film immer wieder z.T. dramatisch gekürzt worden und die Urfassung galt jahrzehntelang als verschollen, bis im vorletzten Jahr in Buenos Aires eine Fassung entdeckt wurde, die fast alle verschollenen Elemente enthielt.
Seitdem sitzt die Friedrich-Murnau-Stiftung an der Rekonstruktion des Filmes. Diese ist nun pünktlich zum Start der 60. Berlinale abgeschlossen worden und die “neue” Fassung feiert am 12.2. Premiere, sowohl auf der Berlinale, als auch zeitgleich in Frankfurt/Main.
Nun ist es für Normalsterbliche ja etwas schwierig an einem der beiden Ereignisse teilzunehmen. Aber Gott sei Dank gibt es ARTE. Also flugs ein paar filmbegeisterte Freunde angerufen, genug Häppchen organisiert und für ausreichend Getränke gesorgt: Am 12.2. ab 20:15 Uhr startet auf ARTE der große “Metropolis”-Abend. Nach einigem Vorgeplänkel beginnt um 20:40 der erste Höhepunkt der Saison: Die Welturaufführung des rekonstruierten “Metropolis” live aus dem Berliner Friedrichstadtpalast, wo der Film vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Dirigent Frank Strobel begleitet wird. Strobel war es auch, der die Originalpartitur von Gottfried Huppertz für die “neue” Fassung rekonstruiert und angepasst hat.
Einem großartigen Fernsehabend steht eigentlich nichts mehr im Wege!
Und wer noch Lust hat, kann sich dann im Anschluss an den Film die Dokumentation “Die Reise nach Metropolis” von Artem Demenok über die Restaurierung des Films ansehen.
