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Blu-ray Rezension: “Captain Kronos – Vampirjäger“

Von , 5. Juli 2017 06:41

Als es in einem Dorf zu seltsamen Todesfällen kommt, ruft der Landarzt Dr. Marcus (John Carson) seinen alten Armeekameraden Captain Kronos (Horst Janson) zu Hilfe. Dieser reist mit seinem Freund, den kauzige Professor Hieronymus Grost (John Cater) und der jungen Carla (Caroline Munro) an. Kronos und Grost sind Vampirexperten und erkennen schon bald, dass hier ein unheimlicher Blutsauger sein Unwesen treibt. Die Spur führt zum Anwesen der Familie des verstorbenen Lord Durward…

Wenn ich an Horst Janson denke, denke ich zuerst einmal an die Sesamstraße. Dort hatte ich zu Kinderzeiten meine erste Begegnung mit dem sympathischen, schlaksigen Blonden. Später lernte ich dann, dass er durch eine TV-Serie namens „Der Bastian“ bekannt geworden war, die ich dann auch irgendwann im Fernsehen sah. Lang, lang ist es her. Dass „der Horst“ auch einmal für die Hammer Studios als „Captain Kronos – Vampirjäger“ unterwegs war, hätte ich mir damals nicht einmal träumen lassen. Umso größer waren meine Augen, als vor 13 Jahren der Film erstmals bei Anolis auf einer mittlerweile vergriffenen DVD erschien. Und man muss sagen, der gute Horst Janson macht seine Sache gar nicht schlecht. Schade, dass „Captain Kronos“ an der Kinokasse schneller als ein Stein sank und auch eine angedachte „Captain Kronos“-Serie nie zustande kam. In dieser sollte Kronos scheinbar – nomen est omen – durch die Zeit reisen und in verschiedenen Epochen Vampire bekämpfen. Eine sehr reizvolle Prämisse. Stattdessen landet der talentierte Horst dann bei Samson, Tiffy und Herrn von Bödefeld. Die Filmgeschichte kann manchmal sehr ungerecht sein.

Dass der Film an der Kinokasse so schlecht abschnitt, lag an der mangelnden Vermarktung durch Hammer, die ihn erst zwei Jahre im Regal liegen ließen, um ihn dann schließlich als untere Hälfte eines Double-Features mit „Frankensteins Höllenmonster“ zu „versenden“. Über die Gründe spekulieren die Macher in den sehr guten Extras der neuen Anolis Bluray. Scheinbar gab es da persönliche Animositäten und Eifersüchteleien von Seiten Michael Carreras‘, der damals der Chef von Hammer war. „Captain Kronos“ fällt auch stilistisch aus der Hammer-Horror-Reihe heraus und ist deutlich als das Kind seines Regisseurs und Drehbuchautoren Brian Clemens zu erkennen. Brian Clemens ist der großartige Kopf hinter den wunderbaren und noch heute sehr beliebten Serien „Mit Schirm, Charme und Melone“ und „Die Profis“. Ähnlich wie in diesen beiden Kultserien (hier ist dieses Unwort endlich mal angebracht), gibt es auch in „Captain Kronos“ eine Pre-Title-Sequenz, die den ersten, geheimnisvollen Mord zeigt, der die eigentliche Handlung ins Rollen bringt und den Titelhelden auf den Plan ruft. Auch sonst besitzt „Captain Kronos“ leichte Krimi-Elemente, wenn der Held und sein Sidekick herausfinden müssen, wer und was hinter den unheimlichen Morden steckt. Dabei lernen wir dann, dass es ganz unterschiedliche Typen von Vampiren gibt.

Dieser Dreh gibt Clemens die Freiheit, sich von vielen Vampirmythen zu verabschieden, und seine ganz eigene Vampirwelt zu kreieren. In dieser treiben die Vampire sehr wohl bei Tageslicht ihr Unwesen und saugen den Opfern nicht das Blut, sondern die Jugend und Lebenskraft aus. Auch die Vernichtung eines Vampirs ist nicht ganz so einfach, da muss man sich erst langsam an die richtige Methode herantasten muss. Was zu einer unglaublich makaber-komischen Szene führt, die irgendwo die berühmte Mordszene in Hitchcocks „Der zerrissene Vorhang“ mit skurrilen Monty-Pythons-Humor verheiratet. Überhaupt ist Clemens Herangehensweise eher leichtfüßig und wie seine bekannteste Serie von einem sympathisch-schrulligen schwarzen Humor durchzogen, aber ganz ohne dass der Film in Klamauk kippen würde. Wäre es nicht schon so ausgelutscht, könnte man hier von „typisch britischen Humor“ sprechen.

Horst Jansons Kronos ist eine interessante Figur. Ein geheimnisvoller Ex-Soldat, der durch die Lande zieht, um Vampire zu jagen. Immer wieder gibt es Hinweise auf seine Geschichte. Vor allem erfährt man, dass er im Krieg schwer verwundet und von Doktor Marcus wieder zusammengeflickt wurde – was zu einer schönen Bemerkung seitens Dr. Marcus‘ führt: „I know you have guts. I saw them“. Seine Familie wurde von Vampiren getötet, er selber von seiner verwandelten Schwester gebissen. Ansonsten bleibt der wortkarge Kronos aber mysteriös. Was sind das für seltsame „chinesische Kräuter“, die er da in seiner Pfeife raucht? Was sollen diese merkwürdigen Gesten mit einem Tuch über dem Gesicht, die er da durchführt? Und vor allem, was ist in der heißen Liebesnacht mit Carla passiert, die ihn am Morgen mit aufgeplatzten Lippen und dem Satz „Du warst heute Nacht etwas grob“ begrüßt? Kronos wird in den Kritiken häufig mit den Helden der Italo-Western verglichen. Ein Vergleich, der nicht ganz von der Hand zu weisen ist, wenngleich Kronos von seiner Art her auch ein wenig an Sherlock Holmes erinnert. Nicht von seinen detektivischen Fähigkeiten her (dafür hat er seinen Prof. Grost), sondern mehr von der schrulligen, undurchschaubaren Art her. Britisch halt.

Bis in die Nebenrollen ist der Film perfekt besetzt. Die wunderschöne Caroline Munro ist wie immer eine Augenweide, und obwohl sie in ihrer Rolle auf die Geliebte Kronos‘ reduziert wird, scheint doch immer wieder ihre Stärke und Unabhängigkeit durch. Sie ist bei Kronos, weil sie sich dazu entschieden hat und sie schläft mit ihm, weil sie es will. Zu keiner Zeit aber hat man das Gefühl, sie mache sich von ihm abhängig oder hänge wie ein verliebter Backfisch an seinen Rockschößen. Ebenfalls erstaunlich ist die Rolle des buckeligen Prof. Grost, der für den lustigen „Watson“ prädestiniert wäre. Doch die Figur des Grost bricht aus dieser Stereotype aus. Sein umfangreiches Wissen wird präsentiert und in einigen Szenen blitzt auf, dass hinter der fröhlich-lustigen Oberfläche so manche tragische Untiefe versteckt ist. Ein großartige Rolle für John Cater. Neben dem zuverlässigen John Carson (der wie auch Cater einige Gastrollen in „Mit Schirm, Charme und Melone“ hatte) als Dr. Marcus, hat Brian Clemes noch einen Kollegen aus ganz alten „Schirm, Charme und Melone“-Zeit untergebracht. Ian Hendry war ursprünglich die Hauptfigur der Serie. Derjenige, der mit John Steed zusammenarbeitet und dessen tragisches Schicksal der Serie ihren Originaltitel „The Avengers“ gab. Hendry hat nur eine kleine, für die eigentliche Handlung vollkommen unwichtige Rolle. Er spielt den Kopf dreier Strolche, die Kronos in einer Taverne ins Jenseits befördern sollen. Doch Hendry hinterlässt hier einen bleibenden Eindruck. Und noch ein „Schirm, Charme und Melone“-Urgestein ist dabei. Komponist Laurie Johnson, der das unsterbliche „Avengers-Theme“ komponierte, darf auch zu „Captain Kronos“ die Musik beisteuern, die hier eher im klassischen Orchestergewand, aber nicht weniger eingängig daherkommt.

Nachdem der Film einst Teil ihrer tollen, lange vergriffenen „Hammer“-DVD-Reihe war, hat Anolis ihn neu auf Blu-ray veröffentlicht und noch mit zahlreichen Extras veredelt. Im Gegensatz zur 2003er Veröffentlichung,die lediglich mit einer „Hammer World of Horror“-Episode aufwarten konnte, wurden bei der Blu-ray ordentlich geklotzt. So wurden gleich vier (v-i-e-r!) Audiokommentare mit dazu gepackt. Von einer australischen Scheibe wurde ein Audikommentar mit Shane Briant, John Carson, Caroline Murno, Brian Clemens und Marcus Hearn übernommen. Den zweiten bestreiten Brian Clemens, Ian Wilson und Marcus Hearn. Zudem wurden zwei neue Audiokommentare produziert. Uwe Sommerlad moderiert ein Gespräch mit Hauptdarsteller Horst Janson und der zweite neue Audiokommentar wird von Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz bestritten. Ein besonders Juwel ist auch ein 73-minütiges Gespräch, das Uwe Sommerlad bereits 2003 mit Horst Janson über dessen Karriere und natürlich „Kronos“geführt hat. Ganz besonders hat mir aber das 27-minütigen Treffen von Clemens, Janson, William Hobbs, John Cater, Lois Daine und Caroline Munro, bei einer Sondervorführung des Filmes im März 2008 in Frankreich. Hier unterhalten sich alle bestens gelaunt über den Film und genießen die gemeinsame Zeit. Besonders schön ist es, noch einmal Brian Clemens zu sehen, der leider 2015 verstarb. Laut OFDb befindet sich noch ein 30-minütiger, englischsprachiger (Video-) Kommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz mit auf der Scheibe. Diesen habe ich aber wohl übersehen. Abgerundet wird das alles von dem kompletten Comic zum Film (als animiertes Feature von 18 Minuten), verschiedenen Kinotrailern, Werberatschlägen, Presseheften, Filmprogrammen und Bildergalerien. Und natürlich auch sehr wichtig: Die Bild- und Tonqualität ist auf gewohnt hohem Standard. Das Bild ist scharf und hat gute Schwarztöne. Dabei ist das Bild auch immer „kinogetreu“ und nicht leblos gefiltert. Sowohl der deutsche, wie der englische Ton sind klar und sehr gut verständlich. Die deutsche Tonspur wurde für die 2003er Veröffentlichung (der Film lief hierzulande zuvor nie im Kino, Fernsehen oder Video) angefertigt. Hier darf Horst Janson sich auch endlich selber sprechen, denn für die englische Tonspur wurde er damals (von einer unpassenden und viel zu alt klingenden Stimme) nachsynchronisiert.

Blu-ray Rezension: “Die Bande des Captain Clegg“

Von , 20. Juni 2017 20:17

Die königliche Krone schickt den Marine-Captain Collier (Patrick Allen) in ein kleines Dorf in den Romney-Sümpfen an der Frankreich zugewandten englischen Küstengegend, um dort einer Schmugglerbande das Handwerk zu legen. Diese macht sich den Aberglauben um unheimliche Romney-Moorgeistern zu Nutze, um ungestört ihrem Treiben nachgehen zu können. Im Dorf treffen Collier und seine Männer auf den freundlichen Reverend Dr. Blyss (Peter Cushing), der weitaus mehr ist als er zunächst zu sein scheint. Und welche Verbindung hat der gefürchtete Pirat Captain Clegg, dessen Grab sich auf dem Kirchfriedhof befindet, mit den seltsamen Vorgängen in den Romney-Sümpfen?

Denkt man an Hammer, denkt man zuallererst an die berühmten Horrorfilme, welche die klassischen Monster der Universal Studios in neues, farbiges Licht rückten. Fans kommen sicherlich noch die von Clouzots „Die Teuflischen“ inspirierten, von Freddie Francis umgesetzten Psychothriller in den Sinn. Doch das Studio produzierte in seiner Glanzperiode noch sehr viel mehr. Neben einige „Robin Hood“-Streifen auch Piratenfilme. „Die Bande des Captain Clegg“ fällt zwischen diese beiden Genres. Sein Anti-Held ist Pirat, seine Bande Schmuggler – er selber sieht sich als eine Art Robin Hood, der gegen die Krone kämpft und den armen Leuten zu Reichtum verhilft. Und somit liegt die Sympathie des Zuschauers dann auch ganz klar bei dem doppelgesichtigen Geistlichen Dr. Blyss und nicht bei dem gewissenhaften Captain der Krone, der mit seinen Männern versucht, dem Schmuggler-Treiben ein drastisches Ende zu setzen. Dr. Blyss wird dabei von dem Hammer-Star Peter Cushing gespielt, der selber ein großer Fan der Vorlage war und sichtlich Freude an der Rolle hat.

Peter Cushing zeigt in „Die Bande des Captain Clegg“, was ihn so großartig machte. Brille auf und er ist der liebenswürdige, stets gütig lächelnde Vikar. Ein Mann, dem man ohne weiteres sein Haus anvertrauen würde, und der eine große Wärme ausstrahlt. Brille ab und aus Cushing wird augenblicklich der harte Chef einer Schmuggler-Bande, hinter dessen eisblauen Augen das Gehirn wie eine Maschine arbeitet. Zwischen diesen beiden Gesichtern liegt kein Atmenzug und Cushing überzeugt mit beiden gleichermaßen. Für Cushing war der Dr. Blyss eine Traumrolle, denn er war schon lange ein Fan der Bücher über Dr. Syn und sein Alter Ego Captain Clegg, welche diesem Film zugrunde lagen. Bereits 1937 gab es eine erste Verfilmung mit George Arliss und 1963 folgte eine weitere durch das Walt Disney Studio. Hier spielte Patrick „Nummer 6“ McGoohan die Hauptrolle. Da die Hammer-Produktion lediglich die Rechte am ersten „Dr. Syn“-Buch hatte, Disney aber die an den Figuren, musste Dr. Syn kurzfristig in Dr. Blyss umbenannt werden. Alle anderen Charaktere konnten allerdings ihre Namen behalten. Cushing selber versuchte sich immer wieder ins Drehbuch einzubringen und schrieb einige Jahre später selber ein auf den „Dr. Syn“-Romanen beruhendes Drehbuch, welches allerdings nie realisiert wurde. Selbst wenn man die Darstellungen von Arliss und McGoohan kennt, Peter Cushing IST einfach Dr. Blyss. Zu jeder Sekunde sieht man ihm seine Begeisterung und Spielfreude an. Sogar die zahlreichen Stunts führte er augenscheinlich zum Großteil selber aus.

Nah dran Peter Cushing die Schau zu stehlen ist Hammer-Veteran Michael Ripper, der in „Die Bande des Captain Clegg“ seine großartigste Darbietung zeigt. Der im Laufe seiner Karriere auf mal größere, mal kleinere Nebenrollen abonnierte Schauspieler, spielt hier die wahrscheinlich größte Rolle seines Lebens und lässt sich diese Chance nicht entgehen. Sieht man Ripper als Sargmacher Jeremiah Mipps, mag man kaum glauben, dass die Filmgeschichte keine Hauptrolle für ihn bereit hielt. Sympathisch, augenzwinkernd, aber auch hart durchgreifend, wenn es sein muss Im großen Finale möchte man fast mit ihm mit weinen. Aber auch die anderen Schauspieler gehen in ihren Rollen auf. Sei es der blutjunge Oliver Reed, der hier zwar weit hinter seinen ungeheuer charismatischen King aus „Sie sind verdammt“ zurückbleibt, dessen beeindruckende Präsenz aber auch hier in jederzeit spürbar ist. Oder der mehr als solide Patrick Allen welcher als Captain Collier eigentlich der nominelle Held der Geschichte sein müsste. Da aber die Sympathien der Filmemacher und des Drehbuchs ganz klar bei den Schmugglern liegen, bleibt für ihn nur der Platz eines klugen und sehr menschlichen Antagonisten, wobei der wahre Schurke der Geschichte der intrigante, eifersüchtige Barbesitzer Mr. Rash ist, welcher von Martin Benson herrlich widerlich gegeben wird. Allein die schöne Yvonne Romain bleibt etwas blass und ist mehr Ausstattungsstück als eigenständiger Charakter. „Die Bande des Captain Clegg“ ist eben ein reiner Männerfilm, der mit Frauen nicht viel anfangen kann.

Obwohl formell nicht dem Horrorfilm zuzurechnen, herrscht auch in „Die Bande des Captain Clegg“ eine Hammer-typische, unheimlich Atmosphäre vor. Diese wird von den „Moorgeistern“ verbreitet. Eine wahrlich schauerliche Gruppe von Geisterreitern, die auf ihren skelettierten Pferden durch das neblige Moor reiten und selber nur aus Gerippe und Totenschädel zu stehen scheinen. Zwar wird recht schnell verraten, dass es sich bei den Moorgeistern um sehr irdische Phänomene im „Misfits“-Outfit handelt, trotzdem sind die Szenen in denen sie auftauchen recht gruselig und beeindruckend gefilmt. Auch für den stämmigen „Mulatten“, zunächst noch ein besonders bedauernswerter Charakter, wird in der zweiten Hälfte des Films zu einem unheimlichen Todesengel, der immer wieder aus den Schatten auftaucht, um jemanden zu meucheln. Dies sind aber nur die Sahnehäubchen auf einen durchweg unterhaltsamen und kurzweiligen Film, der sein Herz auf dem rechten Fleck hat und vor allem auch wegen Peter Cushings exzellenter Darbietung und den pointierten Dialogen zwischen ihm und seinem Feind von der Marine noch heute viele Freunde hat.

Die schöne Blu-ray Veröffentlichung des Hauses Anolis lässt diesen schönen Film in ganz neuer Pracht erstrahlen. Auch der glasklare Ton macht Freude. Neben der guten deutschen Synchronfassung ist natürlich auch der O-Ton an Bord. Richtig punkten kann die Blu-ray in Punkto Ausstattung. War die alte DVD von Koch Media mehr oder weniger „bare bones“, so wird hier groß aufgefahren. Zunächst findet man hier einen informativen Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Volker Kronz. Hochinteressant ist auch das Featurette „The Making of Captain Clegg“ (32 Minuten). Und sehr hübsch geraten ist das kurze „Die Kutschen des George Mossman“ (7 Minuten), wo man viel über den Mann erfährt, der Hammer mit Kutschen ausstattete. Sonst gibt es noch den US- und deutscher Trailer, sowie britische, deutsche und französische Werberatschläge und eine Bildergalerie. Alles in allem wieder eine tolle Veröffentlichung für einen wirklich schönen Film.

Blu-ray-Rezension: „Angriff der Riesenkralle“

Von , 3. Mai 2017 20:22

Während er mit seinem Flugzeug einen Radartest durchführt, glaubt der der Elektronikingenieur Mitch MacAfee (Jeff Morrow) ein riesiges UFO zu sehen. Wieder am Boden, glaubt ihm niemand die Geschichte. Weder die augenblicklich gestarteten Militärflugzeuge, noch die Radarstationen haben etwas ungewöhnliches feststellen können. Doch kurze Zeit später häufen sich die Sichtungen eines gigantischen, vogelähnlichen Gebildes – ohne dass dieses von den Radars erfasst wird. Da die Maschinen der Piloten, die mit dem unheimlichen Phänomen in Berührung gekommen sind, abstürzen und von den Piloten keine Spur zu finden ist, bleibt MacAfee der einzige Augenzeuge. Zusammen mit der Mathematikerin Sally Caldwell (Mara Corday) wird er nach New York beordert. Auf dem Weg dorthin wird ihr Flugzeug allerdings von einem gewaltigen Vogel attackiert…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Ich muss es zugeben. Mir hat „Angriff der Riesenkralle“ sehr gut gefallen. Trotz oder wegen des Marionetten-Truthahns? Sowohl als auch. „Angriff der Riesenkralle“ ist ein ganz wunderbares Beispiel für einen B-Film, dessen Drehbuch viel größere Ambitionen hat, als es das lausige Budget hergibt. Ein riesiger Greifvogel, der Düsenjets angreift und Fallschirmspringer als kleine Häppchen zwischendurch verspeist. Der dazu noch eine Welttournee hinlegt und neben Washington, noch London und Paris in Schutt und Asche legt. Massenpanik! Maximale Zerstörung! Heute ein klarer Fall für Emmerich und Co.! 1957 ein Stoff für den Produzenten Sam Katzman und seinen zuverlässigen Routinier Fred F. Sears hinter der Kamera. Der Name Sam Katzman ist mir noch aus Zeiten ein Begriff, als ich mich intensiv mit dem Filmschaffen des Kings, Elvis Presley, beschäftigt habe. Dort wurde hinter dem Namen Katzman immer der Titel „King of the Quickies“ gehängt. Und das war nicht schmeichelhaft gemeint. Schließlich war er als Produzent für den angeblich schlechtesten Elvis-Film „Verschollen im Harem“ verantwortlich. Wie „Angriff der Riesenkralle“ auch so ein Fall, in dem die Ansprüche des Drehbuch (Elvis sah sich nach dessen Durchsicht in einer Rolle, die eines Rudolfo Valentino würdig gewesen wäre) und die gering budgetierte Wirklichkeit zwar weit auseinanderklafften, der Dreh aber ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen wurde.

Dabei war Katzman in den 50er für so schöne wie legendäre B-Filme wie „Fliegende Untertassen greifen an“ und „Das Grauen aus der Tiefe“ verantwortlich. Beide wurden mit Hilfe des Stop-Motion-Gurus Ray Harryhausen realisiert. Harryhausen sollte auch die Effekte für „Der Angriff der Riesenkralle“ anfertigen, was dann aber aus Kostengründen scheiterte. Wäre Harryhausen mit an Bord gewesen, würde „Der Angriff der Riesenkralle“ heute sicherlich in einer Liga mit den vorgenannten Filmen spielen und einen anders gelagerten Kultstatus genießen, als es nun der Fall ist. Denn statt Geld in die Riesenkreatur, die hier einen Ein-Vogel-Krieg gegen die Menschheit führt, zu stecken, wurde nach kostengünstigeren Möglichkeiten gesucht und diese in Mexiko gefunden. Was dort aber fabriziert wurde, hat der wunderbare Filmgelehrte Christian Keßler in seinem empfehlenswerten Buch „Wurmparade auf dem Zombiehof“ Schorsch Schnabel genannt. Eine hässliche Marionette, die aussieht wie eine verunglückte Mischung aus Lämmergier und Truthahn, wobei sie von beiden nicht das Beste mitbekommen hat. An deutlich sichtbaren Fäden wird sie mal von links, dann von rechts durch das Bild gezogen und erinnert in den Momenten, in denen sie auf ihrem Nest oder dem Empire State Building (für ein Riesenmonster natürlich Standesgerecht) in der Tat verdächtig an Urmel aus dem Eis. Aber, trotz des putzigen, ja in der Tat hochgradig Lächerlichen (was hat man sich bloß bei diesem Federschmuck auf dem Kopf gedacht, der aussieht wie ein Staubwedel in der Mauser?) Aussehens hat dieses Vogelmonster Charme und Charakter. Und dies hundertfach mehr, als die seelenlosen CGI-Hai, die „Trash“-Schmieden im Dutzend jeden Monat auf den Markt werfen. Wenn es am Ende sein unvermeidliches Schicksal trifft, dann hat man wirklich Mitleid mit ihm.

Ob das Aussehen der Marionette nun ein Unfall oder Kalkül war, lässt sich wohl nicht mehr herausfinden. Aber es passt perfekt zum großen Wurf des Drehbuchs, welcher vom Budget in keinster Weise umgesetzt werden kann. Trotzdem haben die Macher nicht etwa die kostspieligen Szenen zusammengestrichen, sondern Mittel und Wege gefunden, diese epischen Bilder für den Preis eines Butterbrotes nachzustellen. Das erinnert dann an eine Bande aufgeweckter Kinder, die am Weserstrand „Laurence von Arabien“ nachdrehen. Für die große Massenzerstörung wird auf ganz offensichtliches Stock-Footage und Ausschnitten aus anderen Filmen (vor allem Katzmans eigenen „Fliegende Untertassen greifen an“ zurückgegriffen. In Schauspieler deklamieren Dialoge, wie aus einem Shakespeare-Stück und agieren so ernsthaft, als gelte es einen Oscar zu gewinnen. Auch wenn man Jeff Morrows immer reichlich skeptisch dreinblickenden Gesicht ansieht, dass er zumindest ahnt, was am Ende rauskommt. Auch wenn niemand, aber auch wirklich niemand der Darsteller sicherlich eine Vorstellung davon hatte, wie das Riesenmonster, das die alle bedroht, am Ende aussehen wird. Der Legende nach sah Morrow es erstmals bei der Premiere in seiner Heimatstadt und als das Publikum in schallendes Gelächter ausbrach, flüchtete er schnell aus dem dunklen Kinosaal, um nicht erkannt zu werden.

Aber auch jenseits des wirklich unglaublichen Monsters funktioniert der Film als kuscheliger Unterhaltungsfilm. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt. Zwar nimmt man dem älteren und nicht durch übermäßige Attraktivität glänzenden Jeff Morrow und der überaus sympathischen Mara Corday das Liebespaar nicht ab, aber sie agieren hier wie gute Freunde, die sich einfach mögen und auch gerne mal necken. Irgendwie fühlt man sich hier an die frühen Scully & Mulder erinnert. Auch wenn die 50er-Hollywood-Konventionen natürlich vorsehen, dass sich die kühle Wissenschaftlerin in den draufgängerischen Typen verliebt. Generell hat man das Gefühl, dass sich die Darsteller gut verstanden haben und auf dem Set eine angenehme Atmosphäre herrscht. Oft wird freundschaftlich auf den Arm oder den Rücken geklopft. Auch die beiden Generäle spielende Morris Ankrum und Robert Shayne machen den Eindruck alte Kumpels zu sein. Ein weiteres Plus ist das von Paul Gangelin und Samuel Newman verfasste Drehbuch, das in die Vollen geht und sich für nichts zu schade ist. Völlig ungezügelt wird der Riesenvogel dann noch zum außerirdischen Supermonster mit Antimaterieschild gemacht. Da fehlt komplett die Schere im Kopf, was geht und was nicht. Da wird einfach gemacht. Zusammengehalten wird das Ganze von Fred F. Sears routinierter Regie. Der Mann der als vielbeschäftigter Schauspieler in Klein.- und Kleinstrollen in Hollywood begann, drehte in nur fünf Jahren führte er in 29 Spielfilmen Regie. Meistens Western, aber auch Musikfilme wie der Billy-Haley-Film „Außer Rand und Band“ oder den bereits erwähnten „Fliegende Untertassen greifen an“. Leider verstarb er schon 1957 mit nur 44 Jahren an Gehirnblutung. „Angriff der Riesenkralle“ war einer seiner letzten Filme.

„Angriff der Riesenkralle“ ist ein durchweg sympathischer Film, der weitaus mehr vom Kuchen abbeißt, als er kauen kann. Und das sehenden Auges. Legendär ist er durch die unglaubliche Marionette geworden, die so was wie einen außerirdischen Riesen-Truthahn darstellen soll. Aber der Film hat ganz anderere Qualitäten. Figuren, denen man gerne beim manchmal doch absurden Treiben zuschaut, ein hohes Tempo, eine sehr solide Regie und vor allem ein Drehbuch, welches von vornherein Vollgas gibt und einen großen Science-Fiction-Monster-Katastrophenfilm konzipiert, auch wenn der Produktion gar nicht die Mittel zur Verfügung stehen, um das alles adäquat umzusetzen. Aber irgendwie hat man es dann doch versucht – und ein schwer unterhaltsames Stückchen klassischen B-Film geschaffen. Mit einem wahrlich unvergesslichen Filmmonster.

Auch mit der neusten Veröffentlichung seiner „Rückkehr der Galerie des Grauens“ versorgt Anolis Monster- und Horrorfans mit einer kleinen Rarität. Zumindest in Deutschland dürfte „The Giant Claw“ noch relativ unbekannt sein. Erst 1996 – also 39 Jahre nach seiner Herstellung – erlebte der Film unter dem Titel „Angriff der Riesenkralle“ auf RTL seine Deutschland-Premiere. RTL ließ auch die deutsche Synchronfassung herstellen, die wie leider sehr viele TV-Synchronisationen zwar routiniert, aber auch recht leblos und klinisch klingt. Neben dieser deutschen Fassung hat die mal wieder vorbildliche „Anolis“-Scheibe aber auch einen sehr sauberen Originalton mit dabei, der hier vorzuziehen ist. Auch die Bildqualität ist vom Feinsten und eigentlich schon zu gut für diesen Film. Dr. Rolf Giesen spricht in seiner Einführung dann auch von „falscher HD-Aufbereitung“ – womit er allerdings meint, dass durch das kristallklare Bild die Fäden deutlich zu erkennen sind, an der die vogel-Marionette durch das Bild gezogen wird. In den alten 35mm-Versionen wäre das in dieser Deutlichkeit nie zu erkennen gewesen. Anolis stellt diese missverständliche Aussage bezüglich „falscher Aufbereitung“ dann auch noch einmal auf einer Texttafel klar. Wie schon gewohnt, gibt es auch wieder zwei Audiokommentare. Auf dem ersten sind Ingo Strecker (der auch das informative 16-seitige Booklet schrieb) und Thomas Kerpen zu hören. Auf dem zweiten das bewährte Trio Dr. Rolf Giesen, Uwe Sommerlad und Label-Chef Ivo Scheloske. die mexikanische und spanische Titelsequenz, sowie der US-Trailer runden diese wie gewohnt schicke Edition ab.

Blu-ray-Rezension: „Das Grauen schleicht durch Tokio“

Von , 16. April 2017 12:45

Während eines heftigen Regenfalls gerät der Drogenschmuggler Misaki in Panik und schießt wild um sich, dann wird er von einem Taxi erfasst – und verschwindet. Nur seine Kleidung bleibt von ihm übrig. Die Polizei unter der Führung des Inspektors Tominaga (Akihiko Hirata) steht vor einem Rätsel. Tominaga vermutet, dass Misaki einem Bandenkrieg zum Opfer fiel und konzentriert seine Ermittlungen auf die Freundin Misakis, die Nachtclubsängerin Chikako Arai (Yumi Shirakawa). Diese wird auch von der Tokioter Unterwelt bedrängt, die ebenfalls auf der Suche nach Misaki ist. Bald schon verschwinden immer mehr Personen. Da schaltet sich der junge Wissenschaftler Dr. Masada (Kenji Sahara) ein, der glaubt, die seltsamen Vorgänge hingen mit einer hohen Strahlungsdosis zusammen. Doch die Polizei glaubt ihm nicht. Erst als die Polizisten selber einer grünen, schleimartigen Masse gegenüberstehen, schenken sie Masada Gehör…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Für viele ist der Name Ishirō Honda lediglich mit seiner bekanntesten Kreatur „Godzilla“ verknüpft, die er 1954 auf die Leinwand hievte und damit einen Film schuf, der es ins kollektive Pop-Bewusstsein der Menschheit geschafft hat. Auch durch die mittlerweile insgesamt 28 Nachfolgefilme, einer Zeichentrickserie, Gastauftritt in TV-Serien, zwei US-Remakes (okay, wenn man streng ist, dann nur einem), Comics, Werbespots und, und, und. Dabei war Honda zwar an vielen, aber längst nicht allen Godzilla-Filmen beteiligt. Schon bei der Fortsetzung „Godzilla kehrt zurück“ übernahm Motoyoshi Oda den Regiestuhl. Danach gab es erst einmal eine lange Pause und Honda hatte erst 1962 bei „Die Rückkehr des King Kong“ wieder mit dem großen Grünen zu tun. Zwischenzeitlich erschuf er auch andere, legendäre Monsterfilme, deren Hauptfiguren wie Mothra oder Rodan sich später auch in der Godzilla-Serie wiederfinden sollten. Und er inszenierte einige SF-Horrorfilme, von denen „Das Grauen schleicht durch Tokio“ einer der Bekanntesten ist.

Im Grunde gehört „Das Grauen schleicht durch Tokio“ zu dem kleinen, aber feinen Subgenre des Body-Melt-Films, der seine Anfänge u.a. in dem britischen Hammer-Film „Schock“ hatte und dann in den 80ern mit Werken „Street Trash“ oder „Body Melt“ einen drastischen Höhepunkt feierte. Und natürlich spielt „Das Grauen schleicht durch Tokio“ auch auf den großen amerikanischen Kassenerfolg „Der Blob“ an. Er verbindet damit Elemente von „Der Blob“ mit „Schock“ und vermischt dies mit einer großen Prise Yakuza-Film. Tatsächlich drängt sich der Yakuza-Anteil gerade in der ersten Hälfte so stark in den Vordergrund, dass man die „Flüssigen Menschen“ (der Originaltitel des Filmes lautet recht treffend „Die Schönheit und der flüssige Mann“) fast schon vergisst. Zumal sie zunächst auch nicht direkt gezeigt werden. Panische Gesichter, Schüsse und dann zurückgelassene Kleidung ohne menschlichen Inhalt – das ist alles, was man zu sehen bekommt. Die Polizei mag keine andere Möglichkeit als einen Gangsterkrieg in Betracht ziehen, so dass die Staatsmacht lange im Dunkeln tappt, während der Zuschauer schon lange weiß, wer hier durch Tokio schleicht. Oder auch nicht. Denn die Geschichte um die schleimig-grüne Flüssigkeit ist trotz ewig langer Erklärungen des erst spät in die Handlung eingreifenden jungen Helden Masada etwas konfus. Was ist diese grün-schleimige Flüssigkeit? Ein Wesen, welches fremde Leben assimiliert? Die kollektive Existenz der Opfer? Oder verwandelt es jedes einzelne Opfer in einen Geist? Letztere tauchen ja dann auch öfter mal auf. Und warum scheint „das Grauen“ einen Rachefeldzug für das erste Opfer, den Drogenschmuggler Misaki, zu führen?

Obwohl der Film alle Möglichkeiten für ein großes Spektakel mitbringt, kehrt Honda mit schöner Regelmäßigkeit zu unzähligen Dialogszenen zurück. Ständig sitzt das Polizei-Team zusammen, verhört jemanden oder stellt Theorien auf, von denen man weiß, dass sie nicht stimmen. Diese Tendenz zur Geschwätzigkeit bremst den Film immer wieder aus. Dabei versteht sich Honda ja eigentlich auf finstere, ebenso wie auf bunte Bilder. Eine nächtliche Attacke auf die Nachtclub-Sängerin Chikako oder die Seeleute auf dem Geisterschiff sind entsprechend düster oder im letzteren Falle auch tatsächlich unheimlich inszeniert. Die Musikszenen im Nachtclub stören überraschenderweise nicht, sondern sind bunte Farbtupfer in einer eigentlich recht grimmigen Geschichte. Auch davon hätte man gerne etwas mehr gesehen, stattdessen darf man sich dann wieder minutenlang pseudo-wissenschaftliche Vorträge anhören. Wenn „das Grauen“ dann aber zuschlägt, wird man für das lange Warten entschädigt. Zwar klafft die Qualität der Spezialeffekte weit auseinander – von peinlich-lieblos bis beeindruckend-explizit – doch Honda beweist ein gutes Händchen für die, zugegeben rar gesäten, Höhepunkte seines Films. Und bei den eher absurden Momenten (wenn beispielsweise ein Polizist eine Fensterscheibe zerschlägt, obwohl das Fenster direkt neben ihm offen steht und generell alle minutenlang und natürlich ziemlich erfolglos auf die Flüssigkeit schießen) bin ich mir sicher, dass sie von Honda mit einem Augenzwinkern absichtlich so eingebaut wurden.

Auch wenn das große Finale nicht nur etwas enttäuschend, sondern vor allem arg auch unübersichtlich ausfällt, und wenn weitaus mehr geredet als gehandelt wird, kann man „Das Grauen schleicht durch Tokio“ durchaus mögen. In einem der ersten Cinemascope Farbfilme der Toho merkt man noch die Freude, mit der Honda die neuen Möglichkeiten zumindest visuell ausprobiert. Sehr schön auch die hübschen Modelle des Tokioter Hafens, die am – dem Publikum der internationalen Fassung vorenthaltenen – Ende ein Raub der Flammen werden. Diese internationale Fassung ist gut sieben Minuten kürzer als die japanische Fassung. Es fehlen hier vor allem Dialogszenen, die entweder gänzlich getilgt oder stark gekürzt wurden. Was dem Film durchaus gut tut, auch wenn dadurch viele Bezüge zu den Atombombenversuchen der Supermächte verloren gehen. Stark gestrafft wurden auch die Tanz- und Gesangszenen im Nachtclub, sowie das Schicksal einer Tänzerin, die dem grünen Killerschleim zum Opfer fällt. Die Anolis-Scheibe bietet beide Fassungen an. Welche man bevorzugt, dürfte Geschmackssache sein. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Auch wenn „Das Grauen schleicht durch Tokio“ unter allzu vielen Dialogszenen leidet und das Drehbuch nicht wirklich glänzt, ist der Film doch für Freunde der japanischen Produktionsgesellschaft Toho und ihres bekanntesten Regisseurs Ishirō Honda essenziell. Aber auch alle anderen können mal einen Blick riskieren, selbst wenn die wirklich gelungen Szenen gegenüber den geschwätzigen klar in der Unterzahl sind.

Der neueste Eintrag in „Die Rache der Galerie des Grauens“ reiht sich in die wundervollen Präsentationen dieser Reihe ein. Von der Bildqualität her gibt es bei diesem 60 Jahre alten Film nichts zu kritisieren. Insbesondere in der Blu-ray-Version sind die Farben kräftig und das Bild sehr klar – ohne dabei etwas von seinem „Film-Look“ einzubüßen. Wie bereits oben geschrieben, liegt der Film sowohl in der langen Japanfassung, als auch in der gestrafften Internationalen Fassung (auf der die deutsche Kinofassung beruht) vor. Die Unterschiede werden hier eingehend beschrieben. Aber Vorsicht, Spoiler-Gefahr. Neben der deutschen, japanischen (nur bei der Japanfassung) und englischen (nur bei der Internationalen Fassung) Tonspur, kann man auch wieder zwischen zwei Audiokommentaren wählen. Dr. Rolf Giesen und Jörg M. Jedner konzentrieren sich vor allem auf die Auswertungsgeschichte japanischer Filme in Deutschland, während das bewährte Trio Jörg Buttgereit, Bodo Traber und Alexander Iffländer sich auf ähnlich gelagerte Produktionen der Toho und ihre Bedeutung konzentrieren. Der deutsche Trailer, eine Bildergalerie, Werbematerial und das gut geschriebene, 16-seitiges Booklet von Jörg M. Jedner und Jo Steinbeck runden diese schöne Veröffentlichung ab.

DVD-Rezension: “Die Brut des Teufels“

Von , 22. Februar 2017 06:34

In „King Kong gegen Godzilla“ wurde der Riesenroboter MechaGodzilla vom Original zerstört und seine Einzelteile im Meer verstreut. In „Die Brut des Teufels“ macht sich zunächst ein japanisches U-Boot auf, diese Teile zu bergen. Doch die Mission endet jäh, als das U-Boot von einem geheimnisvollen Monster zerstört wird. Interpol-Agent Murakoshi (Katsumasa Uchida) und Biologe Ichinose (Katsuhiko Sasaki) hegen den Verdacht, dass hinter dem Unglück der Titanosaurus stecken könnte. Ein Fabelwesen, welches einst von Wissenschaftler Mafune (Akihiko Hirata) entdeckt wurde. Was keiner weiß: Da ihm damals niemand glauben wollte, macht Mafune nun gemeinsame Sache mit den Außerirdischen, deren Invasionsversuch im vorherigen Film von Godzilla vereitelt wurde. Nun steht ihnen aber außer einem neuen MechaGodzilla auch noch der Titanosaurus für ihre finsteren Pläne zur Verfügung. Dieser wird von Mafunes Tochter Katsura (Tomoko Ai) gesteuert wird. Kann Godzilla wieder einmal die Erde Erde retten?

Eine gewisse Melancholie erfasst einen, wenn man „Die Brut des Teufels“ anschaut. Was natürlich nicht vom Film induziert wird. Der ist wie fast immer ein Garant für gute Unterhaltung. Doch es ist das Ende eine Ära. Auch wenn dies zum Zeitpunkt seiner Entstehung noch niemand ahnen konnte. Nach dem durchaus erfolgreichen „King Kong gegen Godzilla“ kehrte der große Ishirō Honda auf den Regiestuhl zurück. Honda hatte 1954 den ersten „Godzilla“-Film inszeniert und blieb der Serie nicht nur bis Ende der 60er treu, sondern bracht noch zahlreiche andere Kaijū-Klassiker wie „ Die fliegenden Monster von Osaka“ (mit dem Flugsaurier Rodan), „Mothra bedroht die Welt“ (mit der gleichnamigen Riesen-Motte) oder „ Frankenstein – Der Schrecken mit dem Affengesicht“ auf den Weg. 1970 hatten Honda mit „Monster des Grauens greifen“ an seinen bis dahin letzten Spielfilm gedreht. Für „Die Brut des Schreckens“ wurde er fünf Jahre später noch einmal zurückgeholt. Es sollte sein letzter eigenständiger Spielfilm bleiben. In den 80er und 90er Jahre arbeitete er ausschließlich als enger Mitarbeiter seines guten Freundes und Kollegen Akira Kurosawa.

Als eigentlich recht geschickten Schachzug brachten die Produzenten gleich noch MechaGodzilla wieder zurück. Jenes Monster, dass beim letzten Film so gut eingeschlagen hatte. Alle Zeichen standen also auf Erfolg. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die große Zeit der Kaijū war vorbei. Daran konnten auch Godzilla, sein Schöpfer Ishirō Honda und der MechaGodzilla nichts ändern. Der Sinn der Leute stand nach härterem Stoff und nicht den kindlichen Freuden endloser Prügeleien zwischen Männern in Monsterkostümen. Selbst der Gag, das Drehbuch des Filmes mittels eines landesweiten Wettbewerb zu finden, wodurch die Gewinnerin Yukiko Takayama die einzige weibliche Godzillla-Autorin wurde, half. Der Film sank an der Kinokasse wie ein Stein. Gerade mal 980.000 Besucher wollten den neuen Godzilla-Film sehen. Das war ein neuer Minus-Rekord. Toho stellte daraufhin die Produktion von Monsterfilmen ein. Erst zu seinem 30jährigen Jubiläum sollte Godzilla in „Godzilla – Die Rückkehr des Monsters“ wieder aus der Versenkung auftauchen. Doch da waren dann schon neue Zeiten angebrochen.

„Die Brut des Teufels“ schließt direkt an „King Kong gegen Godzilla“ an. Zwar muss zwischen beiden Filmen einige Zeit vergangen sein – wie anders hätten die Außerirdischen ihren MechaGodzilla wieder zusammensetzen und von Dr. Shinji Mafune eine neue Steuerung einbauen lassen können? – doch die Handlung nimmt tatsächlich, wenn auch oberflächlich – Bezug auf den Vorgänger. Was gut und schlecht ist. Positiv wirkt sich die Rückkehr von MechaGodzilla aus und es ist schön, einmal eine gewisse Kontinuität innerhalb der Reihe zu sehen. Andererseits ist „Die Brut des Teufels“ quasi ein Remake des vorangegangenen Films, der sich ja auch schon kräftig in der Geschichte der Reihe bediente. So ist es wieder eine Invasion von Außerirdischen, die die Erde bedroht. Wieder bemächtigen sie sich eigentlich harmloser Monster und verwandeln sie in Berserker. Wieder werden Wissenschaftler entführt. Wieder taucht Godzilla aus dem Nichts auf, um den Tag zu retten. Alles wie gehabt und schon etwas zu oft gesehen. Kein Wunder, dass sich beim Publikum gewisse Ermüdungserscheinungen einstellten.

Dabei gibt sich Honda alle Mühe, die Reihe wieder auf einen neuen, alten Kurs zu bringen. Das quietschbunte der Jun-Fukada-Filme ist passé. Zwar versprüht MechaGodzilla noch immer vielfarbige Feuerstrahlen, aber der Look des Filmes ist eher sachlich trist. Gedeckte, blasse Farben herrschen vor und passen gut zu dem ernsthaften Ton, den Honda anschlägt. Wobei „ernsthaft“ selbstverständlich relativ gesehen werden muss. Die Geschichte ist noch immer hanebüchen und beste Sonntagnachmittag-Kater-Unterhaltung. Aber auf einen kindlichen Helden oder Slapstickeinlagen wurde erfreulicherweise verzichtet. Dafür gibt es einige Szenen, die man so zuvor noch in keinem Godzilla-Film gesehen hat. Sei es, dass jemand von blutigen Einschüssen förmlich durchsiebt wird oder – ein absolutes Novum! – kurz nackte Brüste zu sehen sind. Diese sind zwar offensichtlich aus Plastik, aber immerhin.

Für dies Konzentration auf eine erwachsenere Science-Fiction-Thriller-Handlung zahlt der Zuschauer dann aber auch einen Preis. Lange muss er warten, bis die Monster endlich ihre großen Auftritte haben. Das neue Ungetüm, Titanosaurus darf zwar schon zu Anfang sein hübsch-hässliches Seepferdchen-Haupt erheben, der Hauptdarsteller Godzilla (abgesehen von einem rasanten Zusammenschnitt des finales Kampfes aus „King Kong gegen Godzilla“, welcher die Brücke zwischen beiden Filmen schlägt) schaut allerdings erst vorbei, als der Film schon die Hälfte seiner Spielzeit hinter sich hat. Dann steht der große Grüne plötzlich mitten auf dem Kampffeld und gibt den beiden fremdgesteuerten Bösewichten saures. Dieses ausufernde Gekloppe geht dann auch bis zum Ende des Filmes, immer wieder unterbrochen und aufgelockert durch die Aktionen der menschlichen Darsteller, die versuchen, die außerirdische Invasion mit konventionellen Mitteln wie aus dem Agentenfilm zurückzuschlagen. Da kommt dann keine Langeweile auf und der Film steuert flott seinem Ende – und damit dem Ende der ersten Staffel zu. Und wenn am Ende Godzilla einsam in den Sonnenuntergang schwimmt, hat der Fanboy eine kleine Träne im Augenwinkel. Das Ende einer Ära.

Mit „Die Brut des Teufels“ endet die sogenannte Showa-Staffel mit den klassischen Godzilla-Filmen. Zudem ist es der letzte Spielfilm des Godzilla-Schöpfers und legendären Kaiju-Regisseurs Ishirō Honda. Dieser lenkt die Reihe wieder in ernsthaftere Bahnen, was die Reihe aber nicht vor dem Absturz an der Kinokasse und dem vorläufigen Exitus bewahren konnte. Schade, denn der gerade in der zweiten Hälfte sehr temporeiche Film liefert wieder gute Monsterunterhaltung und entfernt sich deutlich von der zuvor Einzug gehaltenen Infantilisierung.

Wie schon in den vorherigen Veröffentlichungen ist die neue Ausgabe der Kaiju-Klassiker von Anolis vorbildlich und ein großer Quell der Freude für den Fan japanischer Monsterfilme. Wie gehabt liegen auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Die Bildqualität ist gut und übertrifft die vorheriger Veröffentlichungen bei weitem. Der Ton liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras gibt es diesmal „nur“ zwei statt drei Audiokommentare. Den einen bestreiten Florian Bahr und Label-Chef Ivo Scheloske. Beim zweiten Audiokommentar haben Jörg Buttgereit und Alex Iffländer hörbar viel Spaß und pfeffern sich Anekdoten rund um Godzilla, Kaiju-Filme und ihre eigenen Erlebnisse mit eben jenen um die Ohren. Weitere Extras sind die alte Super-8-Fassung des Filmes (schön, dass das wieder mit an Bord ist), der deutsche und der japanische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Auch sehr schön ist wieder das informative 20-seitge Booklet von Ingo Strecker geworden, welches auch den zweiten Teil des Interviews von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

Blu-ray-Rezension: „Im Sumpf des Grauens“

Von , 28. Januar 2017 10:19

Die Krankenschwester Jane Marvin (Beverly Garland) hat die Erinnerung an ihr altes Leben verloren. Unter Hypnose offenbart sie aber zwei Psychiatern eine schier unglaubliche Geschichte. In Wirklichkeit heißt sie Joyce Webster und war mit Paul Webster (Richard Crane) verheiratet. Dieser verschwand jedoch auf der Hochzeitsreise, nachdem er ein geheimnisvolles Telegramm erhalten hatte. Joyce macht sich daraufhin auf die Suche nach ihm. Diese führte sie in die kleine Stadt Bayou Landing, mitten im Sumpfgebiet von Louisiana. Hier kommt sie bald hinter die unheimliche Tragödie, welche Paul dazu zwang, unterzutauchen…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Mit fast 60 Jahren Verspätung haben es die „Alligator People“ (so der Originaltitel von „Im Sumpf des Grauens“) endlich nach Deutschland geschafft. Im Rahmen der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ wurde dem Film extra eine deutsche Synchronisation spendiert, die sich durchaus hören lassen kann und weit entfernt ist von diversen Schnellschüssen anderer Labels. Für Qualität spricht hier schon der Name des für die Synchronisation zuständigen Autors. Bodo Traber ist nicht nur durch zahlreiche Texte zum Film (wie beispielsweise in der legendären „Splatting Image“), Booklets und Audiokommentare aufgefallen, sondern auch Autor vieler absolut hörenswerter Hörspiele für den WDR. Wer sich beeilt, kann sich noch immer kostenlos seine Co-Produktion mit Jörg Buttgereit, „Fungus – Pilz des Grauens“ legal aus dem WDR-Hörspielspeicher laden. Soviel Liebe und Mühe seitens des veröffentlichenden Labels kann gar nicht genug gelobt werden. Rechtfertigt es aber auch der Film?

Bei „Im Sumpf des Grauens“ handelt es sich um ein klassisches B-Movie, welches bei der Erstaufführung mit „Die Rückkehr der Fliege“ zusammengekoppelt wurde. Ungewöhnlich ist hierbei das Bildformat. „Im Sumpf des Grauens“ wurde in wundervollem Cinemascope gefilmt und erweckt so einen sehr viel „wertigeren“ (schlimmes Marketing-Wort, welches hier aber durchaus passt) Anschein, als ähnlich gelagerte Produktionen. Von der Handlung her orientiert sich „Im Sumpf des Grauens“ dann auch weniger an den preisgünstigen Horrorschockern, sondern ist mehr im Melodram beheimatet. Wenn auch dieses kräftig mit Science Fiction und dem generell zur Schwermut neigenden Monsterfilm durchmischt wird. So ist der nominelle Bösewicht hier auch mitnichten der zum „Alligator Menschen“ mutierende Paul Webster, sondern vielmehr der halb irre Manon, der an einen Sumpf-Ahab erinnert, einen unbändige Hass auf Alligatoren aller Art hegt, seitdem diese ihn seiner Hand beraubten. Doch nicht nur mit Alligatoren hat Manon so seine Probleme, auch sein überschäumendes Libido lässt ihn schon mal die Kontrolle über die guten Manieren verlieren. Demgegenüber ist der Mad Scientist – in reißerischen Filmen vielleicht ein Irrer mit Gottkomplex – hier ein herzensguter Kerl, der seinen Fehler wieder gut machen möchte.

Auch die anderen Figuren entpuppen sich nach und nach als Menschen, die sich umeinander sorgen und nur das Beste wollen. Frieda Inescorts Auftritt als Mrs. Lavinia Hawthorne wird zwar unheilvoll eingeleitet, aber bald schon stellt man fest, dass hier keine dunkle Seele am Werk ist, sondern ein starkes Mutterherz schlägt. Dementsprechend ist auch das „Monster“ ein lieber, fürsorglicher Ehemann, der seine geliebten Ehefrau den Schrecken der Wahrheit ersparen will. Der „Alligator-Mann“ wird von Richard Crane gespielt. Wirkt er in rein menschlicher Gestalt etwas zu grobschlächtig für seine zarte Mitspielerin Beverly Garland, so ist er doch die ideale Wahl für die Mensch-Alligator-Mutation im mittleren Stadium. Die brillante Maske, für die Dick Smith (der berühmt wurde mit seiner Arbeit für „Der Pate“ und „Taxi Driver“ und später einen Oscar für „Amadeus“ erhielt) verantwortlich zeichnet, passt ausgezeichnet zu seiner kantigen Gesichtsphysiognomie. Es ist nicht ganz klar, ob Richard Crane ein großer Schauspieler war, oder ob ihn seine Maske behindert hat. Aber seine Bewegungen haben etwas unbeholfen-schweres, was seine tragische Verwandlung glaubwürdig wirken lässt. Seine Auftritte sind das Highlight des Filmes, auch weil man sich an dem überzeugenden Aussehen des Alligator-Mannes kaum sattsehen kann. Diese stellen sogar noch Lon Chaney Jr.s euphorische Darstellung des Manon leicht in den Schatten.

In der Rolle der Joyce Webster zeigt Beverly Garland eine solide Darbietung. Sie sticht zwar nicht aus den unzähligen, ähnlich gelagerten Protagonistinnen der 50er-Jahre-B-Film-Heldinnen heraus, aber fällt auch nicht negativ aus. Einzig, dass sie für die Rolle etwas zu viel Hollywood-Charme mitbringt, kann ihr angelastet werden. Regisseur-Veteran Roy Del Ruth begann seine lange Karriere bereits 1920 mit komödiantischen Kurzfilmen mit dem heutzutage vergessenen Jack Cooper. „Im Sumpf des Grauens“ war 39 Jahre später sein vorletzter Kinofilm. Er verstarb zwei Jahre später im Alter von nur 67 Jahren an einem Herzinfarkt. Letzteren muss der Zuschauer bei „Im Sumpf des Grauens“ nicht befürchten. Del Ruth lässt ihn ganz unaufgeregt durch seinen Film gleiten, gibt ihm Zeit die schöne und atmosphärische Kameraarbeit von Karl Struss (auch seit 1920 im Geschäft) zu bewundern, und sich von der traumwandlerischen Stimmung tragen zu lassen. Erst zum Schluss gönnt sich Del Ruth ein dramatisches Feuerwerk und einen echten, fertig mutierten Alligator-Mann, der trotz aller Bizarrerie zu keiner Sekunde glaubhaft wirkt. Dieser sieht dann wirklich aus, wie ein Mann im zu engen Overall, was allerdings auch seinen eigenen, dem Film durchaus angemessenen Charme hat.

„Im Sumpf des Grauens“ ist ein kleines, durchaus charmantes B-Filmchen, welches seinen Fokus weniger auf Horror, als auf Melodram legt. Trotzdem werden auch Monsterfilm-Fans ihre Freude an dem sehr solide erzählten Werk haben, denn neben einem sehr präsenten Lon Chaney Jr., ist es besonders das Make Up des langsam immer mehr mutierenden „Alligator-Mannes“, welches im Gedächtnis bleibt und vollends für das eher lustige Aussehen des fertigen Alligatorenmenschen entschädigt.

Die Nummer 5 der „Rache der Galerie des Grauens“ steht seinen Vorgängern in nichts nach. Wieder merkt man die große Mühe, die sich alle Verantwortlichen gegeben haben. Das fängt mit der eingangs erwähnten, sehr gelungenen Synchronisation an (wobei der ebenfalls sehr klare Originalton etwas weniger steril wirkt), und geht mit dem zweifachen Audiokommentar weiter. Den ersten bestreiten Bodo Traber, Ingo Strecker und Alex Iffländer, die auch noch einmal eingehend auf die Synchronisation eingehen. Der zweite wurde – wie bei der Reihe schon Usus – von den Experten Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad, sowie Anolis-Chef Ivo Scheloske eingesprochen. Ferner gibt es noch ein schönes 16-seitiges Booklet mit einem informativen Text von Ingo Strecker. Ansonsten gibt es an Extras noch den amerikanischen Trailer und eine Bildgalerie. Apropos Bild: Das Bild der Blu-ray ist für einen 60 Jahre alten Film schlichtweg atemberaubend. Sehr scharf, mit sehr guten Schwarzwerten, einem tollen Kontrast und dabei kein bisschen künstlich aussehend.

DVD-Rezension: “King Kong gegen Godzilla“

Von , 25. Januar 2017 20:03

Laut einer alten Legende aus Okinawa, soll wenn ein schwarzer Berg in den Bergen hoch über die Wolken hinaus ragt, ein Monster auftauchen und versuchen, die Welt zu zerstören. Als diese Prophezeiung eintrifft ist es zum allgemeinen Erstaunen Godzilla, der dort als Weltenzerstörer agiert. Erst zertrümmert Godzilla einige Häsuer, dann bringt er fast seinen alten Kumpel, den Igel-ähnlichen Anguirus, um. Doch schnell ist das Geheimnis gelüftet. Dieser Godzilla ist gar nicht der echte Godzilla, sondern ein riesiger Roboter namens „King Kong“ (zumindest in der deutschen Fassung), der von Außerirdischen hergestellt wurde, um ihnen zu helfen, die Erde zu unterjochen. Da hat die Menschheit Glück, dass bald schon der echte Godzilla auftaucht und sich schließlich zusammen mit Okinawas Schutz-Gottheit King Caesar dem stählernen Unhold stellt…

Im Angesicht der aktuellen Veröffentlichungen in Anolis vorbildlicher Kaiju-Classics-Reihe, fragt man sich ernsthaft, weshalb die 70er-Jahre-Godzilla-Filme solch einen schlechten Ruf besitzen.  Mit „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ (Review hier) im Jahre 1966 übernahm Jun Fukuda die Serie von ihrem Schöpfer Ishirô Honda und passte sie Schritt für Schritt den Sehgewohnheiten des jüngsten Publikums an. Was sich insbesondere in quietschbunten Filme mit nervigen halbwüchsigen Protagonisten niederschlug. Diese „Infantilisierung“ des geliebten Monsters, welches in den ersten Filmen noch eine echte Bedrohung war und nun langsam, aber sicher zum Cartoon-Helden und Kinderfreund mutierte, nehmen ihm viele heute noch sehr übel. Zudem war für Fukuda auch der nervtötende Kinderdarsteller obligatorisch, der dem neuen Zielpublikum als Identifikationsfigur angeboten wurde. Höhepunkt dieser Entwicklung war dann der herrlich kindische „King Kong – Dämonen aus dem All“ (Review hier), der entweder als Tiefpunkt der Serie oder schwer unterhaltsames Monstergekloppe auf Kindergartenniveau – was in diesem Fall gar nicht negativ gemeint ist – angesehen werden kann. Man kann von Fukuda halten was man möchte, seine Filme sind immer hübsch laut, bunt und sprechen das Kind im Manne (Frauen spielen hier immer nur eine stark untergeordnete Rolle) an.


Der schlechte Ruf von „King Kong gegen Godzilla“, gerade auf englischsprachigen Seiten, mag damit zu tun haben, dass der Film Übersee scheinbar eine legendär schlechte Synchronisation verpasst bekam. Demgegenüber werden einem in der deutschen Fassung zwar einige flapsige Sprüche entgegen geworfen, allerdings von sehr gut ausgebildeten und bekannte Sprechern wie Arne Elsholz, Thomas Danneberg oder Michael Chevalier. Für seinen fünften und letzten Godzilla-Film verzichtet Fukuda auf den kleinen, aufgeregten Monsterfreund, was viele Zuschauer sicherlich aufatmen lässt. Worauf er nicht verzichtet ist das ausufernde Spektakel, welches diesmal noch dadurch verstärkt wird, dass die Monster bunte Strahlen verschießen können und so für viele farbenfrohe Explosionen sorgen. Vielleicht dem Umstand geschuldet, dass der Horror- und Monsterfilm generell in den 70er Jahren viel von seiner Unschuld verloren hatte und mit sehr viel drastischeren Bildern aufwartete als es noch 10 Jahre zuvor der Fall war, haben sich in „King Kong gegen Godzilla“ auch einige überraschend blutige Szenen einschlichen, die man so aus der Serie bisher nicht kannte. Da wird Anguirus der Kiefer abgerissen und wenn „King Kong“ Godzilla attackiert, schwappt das Blut nur so aus unsere Helden heraus. Ein Anblick an den man sicher erst gewöhnen muss und der dann erst in der Heisei- und noch mehr in der Millenium-Staffel wieder aufgenommen wurde.


Godzillas Gegner hört in der deutschen Fassung – wie vor ihm schon der Roboter Jet Jaguar – auf den Namen „King Kong“. Ob man in Deutschland – wo der Film am 20. Dezember 1974 anlief – darauf spekulierte, dass er von dem damals erwarteten Erfolg des amerikanischen „King Kong“-Remakes, partizipieren könne oder einfach eine Kontinuität zum Vorgänger herstellen sollte (die 60er Filme waren ja in Deutschland durch einen imaginären „Frankenstein“ im Titel miteinander verbunden) sei dahingestellt. „King Kong“ ist in Wahrheit natürlich einer der populärsten Gegner Godzillas: Mecha-Godzilla. Mecha-Godzilla sollte noch in der Fortsetzung „Die Brut des Teufels“ auftauchen, sowie drei weitere Auftritte in späteren Staffeln haben. Und Mecha-Godzilla macht auch tatsächlich eine Menge Spaß, wie er immer neue Gadgets hervorzaubert und den echten Godzilla schwer zusetzt. Das dritte Monster im Film ist King Caesar, ein Mischung aus Drache und Kuschelhund. Der sieht erst mal lustig aus, hat aber einen durchaus ernsten Hintergrund. Denn King Caesar ist dem Beschützer der Insel Okinawa nachgebildet. Eben diese war bis zwei Jahre vor Dreh des Filmes von den Amerikaner besetzt und zum Armeestützpunkt gemacht worden. Infolge der Besetzung mussten viele Einwohner Okinawas, die eine eigenen Kultur und Sprache haben, zwangsweise nach Japan umsiedeln. Erst 1971 fiel die Insel wieder an Japan zurück. Man muss also nicht besonders stark nachgrübeln, für wenn die affengesichtigen Invasoren aus dem Weltall mit ihrer Superwaffe Mecha-Godzilla stehen. Japan und Okinawa werfen die Invasion zumindest mit vereinten Kräften zurück.


Die Affengesichter, die zum Vorschein kommen, wenn die Außerirdischen ihr Leben aushauchen, erinnern an die „Planet der Affen“-Masken, sehen allerdings sehr viel preisgünstiger aus. Auch fasst man sich als westlicher Zuschauer an den Kopf, wenn der große Showdown durch eine sich endlos ziehende Gesangseinlage hinausgezögert wird. Da wird manch einer gleich die große „Hahaha-Trash“-Keule rausholen. Auch kann man bemäkeln, dass die „böse Aliens wollen die Erde erobern“-Geschichte nach so vielen ähnlich gelagerten Godzilla-Filmen ziemlich ausgelutscht ist. Man kann sich aber auch entspannt zurücklehnen und das unterhaltsame Pulp-Spektakel (inklusive sinisteren und ultracoolen Geheimagenten mit Sonnenbrille und hochgeschlagen Trenchcoat-Kragen in XXL) einfach nur genießen. Denn eines ist der Film nicht: Langweilig. Da ist immer etwas los. Da wird jemand gefangen genommen, ist auf der Flucht oder legt sich mit den Affenmenschen aus dem Weltraum an. Und am Ende haben dann ja auch die Monster ihren großen Auftritt. Mission erfüllt.

Der Ruf der in den 70er Jahren unter der Regie von Jun Fukuda entstanden Godzilla-Streifen mag nicht der beste sein. Tatsächlich sind sie sehr viel bunter, kindischer und lustiger als jene Filme aus den 50er und 60er, für die noch Godzilla-Schöpfer Ishirô Honda verantwortlich war. Wer darüber hinwegsehen kann und sich ein junges Gemüt bewahrt hat, wird aber besonders mit „King Kong gegen Godzilla“ seine Freude haben. Insbesondere, da hier auf nervige Kinderdarsteller verzichtet wurde und mit Mech-Godzilla einer der coolsten Gegner Godzillas seinen ersten Auftritt hat.

Auch der neuste Eintrag in Anolis‘ Kajiu-Classics-Reihe hält das gewohnt hohe Niveau. Auf zwei DVDs liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Fassung des Filmes vor. Wobei sich die Unterscheide allein auf die Titel-Sequenzen beziehen. Ansonsten sind beide Fassungen diesmal identisch. Die Bildqualität ist gut, nur bei einigen wenigen Szenen hat man das Gefühl es könnte auch etwas schärfer sein. Der Ton ist gut und liegt auf deutsch und japanisch vor. Bei den Extras stechen zunächst einmal die drei (!) Audiokommentare hervor. Auf der Scheibe mit der deutschen Fassung findet sich der Audiokommentar von Thorsten Rosemann, in den ich leider noch nicht hineingehört habe. Auf der Scheibe mit der japanischen Fassung kann man Florian Bahr hören, der sehr konzentriert und faktenorientiert vorgeht, dafür aber auch ein Maximum an Informationen bereithält. Der zweite Audiokommentar hier wurde von Jörg Buttgereit, Ingo Stecker und Alex Iffländer eingesprochen wurde. Da geht zwar manches auch mal drunter und drüber, aber er ist auch amüsant, verbreitet gute Laune und wartet auch mit einigen interessanten Anekdoten auf. Weitere Extras sind eine 10-minütige Aufnahme, die Jörg Buttgereit auf einer Godzilla-Convention gefilmt hat, bei der sich jemand als Mecha-Godzilla verkleidet. Dann die alte Super-8-Fassung des Filmes (so etwas mag ich ja sehr gerne). Der deutsche, japanische und italienische Trailer, Werbematerial und eine ausführliche Bildergalerie. Nicht vergessen sollte man auch das sehr schöne und informative 20-seitge Booklet, welches einen Text von Ingo Strecker und ein Interview von Jörg Buttgereit mit dem Spezialeffekte-Mann Teruyoshi Nakano, dem Schöpfer von Mecha-Godzilla, enthält.

DVD-Rezension: „Ausgeburt der Hölle“

Von , 10. November 2016 20:38

ausgeburtEine außerirdische Intelligenz will im Alleingang die Erde erobern. Dazu will es zunächst die Gedanken der Tiere und der nicht ganz so klugen Menschen kontrollieren. Sein Raumschiff geht in der Ödnis der kalifornischen Wüste nieder. Dort hält sich die Familie Kelley gerade so mit ihrer Dattelplantage über Wasser. Besonders die Frau des Hauses, Carol (Lorna Thayer) leidet unter der schlechten Lage und der Einsamkeit so weit draußen. Ihr Frust entlädt dabei sich immer wieder an der Tochter Sandra (Dona Cole). Und dann gibt es noch „Er“, ein stummer Farmarbeiter (Leonard Tarver) der in einem Schuppen lebt. Bald schon kommt es zu unerklärlichen Vorfällen: Die Tieren greifen die Menschen an! Als der Nachbar der Kelleys seiner Kuh zum Opfer fällt, versucht Familienvater Allan Kelley (Paul Birch) Hilfe zu holen…

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Ausgeburt der Hölle“ ist eine jener 50er-Jahre-Billig(st)-Produktionen, die Roger Cormans Ruf als einfallsreicher und effizienter Produzent festigten. Der Film macht große Versprechungen – laut Originaltitel soll er von einer „Bestie mit einer Million Augen“ handeln – die natürlich nie eingehalten werden. Die titelgebende „Ausgeburt der Hölle“ stellt sich als niedliche Puppe heraus, die keine 50cm groß ist. Die „Millionen Augen“ als telepathische Fähigkeiten, die sich aber nur auf Tiere und geistesschwache Menschen anwenden lässt. So fällt „Ausgeburt der Hölle“ dann prinzipiell mehr in die Rubrik Tierhorror, auch wenn hier nur Vögel (fast immer offscreen), eine Kuh, ein Hund und der merkwürdige Typ im Schuppen unter den Einfluss einer teuflischen, außerirdischen Intelligenz fallen. Dabei kann man dann erleben, dass Kühe sich wahrlich nicht besonderes für Grusel und Schrecken eignen. Ebenso wenig wie Hunde, die freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn sie angeblich Menschen bedrohen.

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Das fehlende Budget merkt man an allen Ecken und Enden. Dass der sinistere Außerirdische als Ausgangspunkt für seine Invasion keine Großstadt, sondern ein gottvergessenes Fleckchen Erde irgendwo im Niemandsland wählt, ermöglicht es Corman und seinen „Einmal und nie wieder“-Regisseur David Kramarsky – von Haus aus eigentlich Produzent – das Ganze als Kammerspiel mit sehr reduziertem Personal zu drehen. Die Darsteller bemühen sich dann auch redlich, die dünne Geschichte und die teilweise haarsträubenden Dialoge mit einem souveränen Ernst zu füllen. Allerdings lässt sie dabei das von Tom Filer verfasste Drehbuch ein ums andere Mal im Stich. So wird die Mutter zunächst als frustrierte Ehefrau mit eifersüchtigem Hass auf die Tochter eingeführt, nur um diesen potentiell spannenden Konflikt schnell wieder zu vergessen. Der Vater darf das Hohelied auf die amerikanischen Familienwerte anstimmen und dass er seine Frau und Tochter allein mit einem unheimlichen Kerl, der der Tochter heimlich nachstellt und in seinem Schuppen unzählige Pin-Up-Poster anstarrt, zurücklässt, ist auch weniger glaubhaft.

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Doch um Glaubhaftigkeit geht es hier auch gar nicht, sondern um Ökonomie. Und wie hier mit den nicht vorhandenen Mitteln umgegangen wird, nötigt einem doch einigen Respekt ab. Auch wenn das Resultat eher komisch als gruselig geraten ist. Die schönste Innovation ist es da sicherlich, dass das unheimliche Funkeln in den Augen der unter Einfluss stehenden Tiere, durch einfaches Zerkratzen des Filmmaterials entstand. Und dass der Höhepunkt der außerirdischen Bedrohungsszenarien – ein Angriff tausender Vögel auf einen Pick-Up-Truck – einfach nur erzählt, aber nicht gezeigt wird. Das muss man sich auch erst einmal trauen. Trotz seiner kurzen Spielzeit von nur 75 Minuten muss man „Ausgeburt der Hölle“ allerdings auch einige Längen attestieren, die daraus resultieren, dass man die Zeit mit Elementen des Familiendramas strecken wollte, was leider gar nicht funktioniert.

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Mehr ein faszinierendes Stück Filmgeschichte als ein wirklich guter Film. „Ausgeburt des Bösen“ ist ein Paradebeispiel für die Ultra-Low-Budget Filme der 50er, für das Schüren von falschen Erwartungen durch Titel und Werbung, sowie der Kunst ohne Geld doch irgendwie einen Film auf die Beine zu stellen. Für den geneigten Filmfreund daher durchaus interessant.

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Der Film ist als Nummer 4 in der Anolis-Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ erschienen. Die Bildqualität ist erstaunlich gut. Viel besser, als es der Film eigentlich verdient. Was die Extras angeht, so hat Anolis dem Film gleich zwei Audiokommentare spendiert. Einen mit Wicked-Vision-Chef Daniel Peree und Ingo Strecker. Und der zweite mit Dr. Rolf Giesen. Neben der deutschen Kinofassung ist noch die amerikanische Kinofassung enthalten, die sich beide minimal voneinander unterscheiden. Der „Bonus“ der deutschen Fassung ist es vor allem, dass sich hier die leuchtenden Augen der besessenen Tiere finden, welche durch ein zerkratztes Negativ entstanden. Ferner gehören zu den Extras noch eine animierte Bildergalerie mit seltenem Fotomaterial, sowie der deutsche und der amerikanische Trailer zum Film. Ein 16-seitiges Booklet von Ingo Strecker mit vielen Abbildungen und interessanten Hintergrundinformationen runden die Veröffentlichung ab.

Blu-ray Rezension: „Schrei, wenn der Tingler kommt“

Von , 7. September 2016 21:27

tinglerDer Pathologe Dr. Warren Chapin (Vincent Price) entdeckt, dass im Rückgrat eines jeden Menschen eine Wesen existiert, welches von der Angst seines Wirtes lebt. Gelingt es dem Wirt nicht, vor Angst zu schreien, so wächst das Wesen – den Chapin „Tingler“ nennt – heran und bricht ihm die Wirbelsäule. Fasziniert von Tingler versucht Dr. Chapin zusammen mit seinem Assistenten David Morris (Darryl Hickman) alles, um das geheimnisvolle Wesen näher zu untersuchen. Sogar vor einem gefährlichen Selbstversuch schreckt er nicht zurück. Erst die Leiche einer taubstummen Frau bringt ihm den Durchbruch. Doch nun ist der Tingler frei…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

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William Castle war ein hervorragender Showman. Einer, der Kino als Spektakel begriff und den Zuschauern eben dieses bieten wollte. Jemand, der erkannt hatte, dass das Kino ein besonderes Erlebnis sein musste, um der Tendenz der Menschen, sich Zuhause vor dem Fernseher einzuigeln, entgegen zu wirken. Der wusste, das Kino dazu etwas bieten musste, was der Fernseher nicht liefern konnte: Ein großartiges, gemeinsames Erleben. Daher spickte er seine Filme mit Gimmicks, die dieses Gemeinschaftsgefühl befeuerten, den Kinopalast zu einem echten Erlebnisort machten. Wenn heute über Kinokrisen und die Generation-Download gesprochen wird, dann liegt der Gedanke nahe, dass so jemand wie Castle fehlt. Der derzeitige 3D-Hype könnte auf seinem Mist gewachsen sein. Wobei er wohl noch Steinchen auf die Zuschauer geworfen hätte, um das dreidimensionale Spektakel noch zu steigern und den Zuschauern etwas zu bieten, was über den Film hinausgeht.

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Nachdem Castle bei seinem Film „Das Haus auf dem Geisterhügel“ noch Skelette durch den Kinosaal ziehen lies, ging er bei „Schrei, wenn der Tingler kommt“ noch einen Schritt weiter. Er ließ in einigen Kinos kleine Elektroschocker an die Kinosessel einbauen. Wenn dann im Film der Tingler in ein Kino eindrang, drehte seinen Hauptdarsteller Vincent Price auf der Leinwand das Licht aus und forderte die Zuschauer auf, so laut wie möglich zu schreien, um den Tingler zu verschrecken. Dies muss damals ein wunderbares Schauspiel gegeben haben. Schade, dass diese Erfahrung bei Sichtung der Blu-ray natürlich auf der Strecke bleibt. Doch auch jenseits dieser Gimmicks, hat „Schrei, wenn der Tingler kommt“ so einiges zu bieten, was sich auch heute noch im heimischen Wohnzimmer lohnt, anzusehen. Vor allem die schauspielerischen Leistungen. Natürlich ist die Geschichte, die der Film erzählt, ziemlich hanebüchen und ganz darauf ausgerichtet, in den oben beschrieben Passagen das Publikum zum Mitmachen anzuregen. Doch statt daraus ironischen Trash zu machen, wie es heute wohl – leider – der Fall wäre, nimmt der Film seine unwahrscheinliche Geschichte durchaus ernst.

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Vincent Price spielt den Wissenschaftler Dr. Warren Chapin als leidenschaftlichen, aber nicht verbohrten oder gar wahnsinnigen Forscher. Im Gegenteil, auch wenn das Drehbuch ihn in zwei Wendungen als eiskalten Bösewicht darstellt, so ist er doch das genau Gegenteil. Er leidet unter der Untreue und der herablassenden Arroganz seiner Ehefrau. Wenn er ihr dies dann heimzahlt, kann der Zuschauer großes Verständnis für Dr. Chapins Tat aufbringen. Dass sich diese dann nur als Finte entpuppt, spricht für die Warmherzigkeit, mit der Vincent Price seine Rolle anlegt. Auch seine fast schon kindliche Begeisterung, wenn er den Tingler entdeckt, bringt man nicht unbedingt mit dem Bild eines mad scientist in Verbindung. Price spielt sympathisch, einnehmend und vor allem mit ausgesuchter Eleganz. Es macht einfach Freude ihm zuzusehen und zu lauschen, wie er die verrücktesten Sätze völlig ohne camp oder Theatralik spricht. Aber auch Philip Coolidge in der Nebenrolle des kleinen, unscheinbaren und doch ganz und gar nicht unwichtigen Olli Higgins spielt sehr fokussiert und lebensecht. Keine Spur von Übertreibung, die man in einem B-Film über einen zu groß geratenen Ohrenkneifer eigentlich erwarten könnte.

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Denn der Tingler selber ist da fast schon ein Schwachpunkt des Filmes. Obwohl sein Name durchaus eine sexuelle Konnotation erwarten lässt, ist das Vieh einfach nur hässlich und erinnert in der Tat fatal an einen Dermaptera. Warum der Tingler seinen Wirtskörper (oder überhaupt irgendjemanden) töten will, bleibt natürlich auch ungeklärt. Aber ohne diesen Kniff gäbe es eben keine gruselige Geschichte. Daher sollte man die Natur und die Motive des Tinglers nicht allzu sehr hinterfragen. Dafür gibt es auch viel zu viele andere schöne Momenten in „Schrei, wenn der Tingler kommt“, die nichts mit dem titelgebenden Untier zu tun haben. Beispielsweise eine spektakuläre Sequenz, in der eine Figur zu Tode geängstigt wird und plötzlich rotes Blut in das schwarz-weiß-Bild schwappt. Oder Dr. Chapins LSD-Trip. Der erste überhaupt in einem Mainstream-Film. Soweit man Castles Werk überhaupt dem Mainstream zuordnen will. Ganz bezaubernd ist natürlich auch die Idee, dass die taubstumme Ehefrau von Olli Higgins ein Kino leitet, in dem ausschließlich Stummfilme gezeigt werden. Allein dafür muss man „Schrei, wenn der Tingler kommt“ lieben.

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Auch die Interaktion zwischen Vincent Price und der schönen Patricia Cutts als Chapins bösartige Gattin Iabel sorgt für wohlige Höhepunkte. Neben der Cutts als durchtriebenes Luder verblasst die „gute“ Pamela Lincoln und auch der ehemalige Kinderstar Darryl Hickman als jugendlicher Held bleibt arg farblos. In der interessanten Begleit-Doku „Scream For Your Life“ erfährt man, dass der (zu) junge Hickman nur besetzt wurde, weil er zu diesem Zeitpunkt mit Newcomerin Lincoln verheiratet war, und man ihm weiß machte, seine Anwesenheit sei dringend erforderlich, um dem Neuling Sicherheit zu geben. Am Ende spielte Hickman dann ohne Gage mit. Des weiteren muss man noch Judith Evelyn erwähnen, die die taubstumme Kinobesitzerin mit großen, expressionistischen Gesten spielt. Evelyn hat mit Vincent Price in einige Stücken am Broadway gespielt und wurde auf dessen speziellen Wunsch hin gecastet. Zwar hebt sie sich durch ihren bedingungslosen Einsatz von dem Rest der doch eher ruhig-souverän agierenden Schauspieler ab, doch vergegenwärtigt man sich, dass die von ihr gespielte Dame eine großer Freund des Stummfilms ist, passt das dann doch wieder ausgezeichnet. Evelyns bekannteste Rolle ist übrigens auch stumm. Sie spielt die selbstmordgefährtete „Miss Loneyhearts“ in Hitchcocks Meisterwerk „Das Fenster zum Hof“.

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Auch ohne seine Gimmicks ist William Castles „Schrei, wenn der Tingler kommt“ ein charmantes Stück Gruselkino mit viel Zeitkolorit und einer gut aufgelegten Besetzung. An dieser Stelle soll auch noch einmal auf den ausgezeichneten und sehr modern klingende Soundtrack von Von Dexter gelobt werde. Da macht es auch nicht viel aus, wenn das titelgebende Monster nicht ganz so überzeugend ausgefallen ist.

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Mit dem dritten Teil seiner Reihe „Die Rache der Galerie des Grauens“ ist Anolis mal wieder ein Volltreffer gelungen, welcher das Herz aller Freunde klassischen 50er-Jahre-B-Horrors höher schlagen lässt. Lange musste man warten, bis der legendäre „Tingler“ auch hierzulande die heimischen Bildschirme unsicher macht. Das Warten hat sich gelohnt, denn die Blu-ray (eine DVD ist auch noch mit dabei) besticht durch ein sehr scharfes Bild. So scharf, dass man leider auch deutlich die Fäden erkennen kann, an denen der Tingler fortbewegt wird. Zudem ist nun der Kontrast zwischen dem „normalen“ Bild und der Szene mit der Badewanne voller rotem Blut ausgesprochen stark. Dies irritiert zunächst, ist jedoch aufgrund des Verfahrens, mit dem Castle diese Schock-Szene realisierte, wohl nicht anders machbar. Laut Wikipedia hat Castle die Szene auf Farbfilm gedreht und dafür das Set und seine Schauspielerin schwarz-weiß streichen lassen. Dies gehört aber wohl ins Reich der Fabeln, da die Szene eher so wirkt, als ob der farbige Teil des Bildes vor einer Leinwand gestanden hätte, auf dem der schwarz-weiße Film abläuft. Dies war zumindest meine erste Assoziation. Der Ton liegt in einer guten, zeitgenössischen Synchronisation und auf Englisch vor. Wie bei jedem Film mit Vincent „The Voice“ Price ist letzteres natürlich vorzuziehen. Auf der Extras-Seite wird man auch glücklich. Herzstück ist die oben bereits erwähnte Doku „Scream For Your Life“. Zudem gibt es noch gleich Audiokommentare. Der erste wurde von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad eingesprochen, der zweite von Ingo Strecker und Robert Zion. Neben diversen Trailern und einer alternativen Fassung der „Scream!“-Kinoszene für Autokinos, wurde noch die deutsche Kinofassung mit auf die Blu-ray gepackt. Diese ist knapp eine Minute kürzer als die Blu-ray-Fassung, wobei mir aber – bis auf die deutschen Titel – keine großen Unterschiede aufgefallen sind. Ein Booklet mit einem Text von Dr. Rolf Giesen rundet diese feine Ausgabe ab.

DVD-Rezension: “King-Kong – Dämonen aus dem Weltall“

Von , 27. April 2016 17:47

daemonen_aus_dem_weltallDurch die Atombombentests der Menschen fühlt sich das Unterwasserreich Seetopia bedroht. Um die Menschen zur Beendigung der Tests zu zwingen, beschwören sie das Monster Megalon. Zudem bemächtigen sie sich der neueste Erfindung des Erfinders Goro Ibuki (Katsuhiko Sasaki), des Roboters King Kong, und programmieren diesen so um, dass er Megalon zu den Menschen führt. Doch Goro gelingt es „King Kong wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dieser fliegt zu daraufhin auf die Monsterinsel, um Godzilla um Hilfe zu bitten. Dieser nimmt zusammen mit „King Kong“ den Kampf gegen Megalon auf, welcher allerdings Verstärkung vom Weltraum-Monster Gigan bekommt…

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King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ gilt gemeinhin als einer der schlechtesten Godzilla-Filme der ersten Staffel, die von 1954 bis 1975 dauerte. Meines Erachtens zu unrecht. Gut, dem Film wurde gewaltsam jegliche Ernsthaftigkeit ausgetrieben und aus Godzilla ein hüpfendes, Kung-Fu-kämpfendes, nettes Monster von Nebenan gemacht. Zudem griff man auch wieder auf eine nervige Kinderfigur zurück. Doch „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ versucht dabei erst gar nichts anderes zu sein, als quitschbunte und naive Unterhaltung, an der sowohl Kinder, als auch Kind gebliebene Erwachsene ihren Spaß haben können. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ vereint und bestätigt eigentlich alle Vorurteile in sich, die der Laie landläufig Godzilla-Filmen gegenüber hat. Doch gerade dadurch wird er fast schon zum essentiellen Godzilla-Film. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist genau diese bestimmte, fast schon verschüttete Erinnerung, die man an die nachmittäglichen Godzilla-Filme hatte. „King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ strahlt diese kindliche Freude an bizarr-lustig aussehende Monster und deren stundenlanges Gekloppe aus.

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Gleichzeitig ist er der Höhepunkt des von Regisseur Jun Fukuda eingeschlagenen Weges, der die Reihe immer weiter in Richtung bunte Kinderunterhaltung drückte und aus Godzilla den Kumpeltyp machte, der immer dann auftaucht, wenn es gilt die Menschheit vor griesgrämigen Monstern zu retten. Da darf er schon mal einen kleinen Freudentanz aufführen oder in Kung-Fu-Postion gehen. Godzilla ist bei Fukuda nicht mehr die Urkraft, welche vernichten will, sondern der nette grüne Riese, mit dem man Spaß haben kann, und der einem Menschen nie ein Haar krümmen würde. Das hat dann zwar überhaupt nichts mehr mit dem ursprünglichen Godzilla zu tun – und noch weniger mit seiner Reinkaration aus den 80er, 90er und 00er Jahren – aber sehr viel mit dem Bild, welches man heute noch immer von Godzilla hat, wenn man früher nur ein paar Filme aus den späten 60ern und den 70ern im Nachmittagsprogramm der Privaten genossen hat.

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Neben der ausgelassenen Albernheit dürfte den Godzilla-Puristen auch die sehr limitierte Rolle ihres Lieblings sauer aufstoßen. Ursprünglich war der Film als Vehikel für den neuen Helden Jet Jaguar, einem flotten Roboter (statt King Kong hätte ihn die deutsche Synchro vielleicht besser Kling Klong nennen sollen), der seine eine Größe verändern kann, geplant. Doch allein auf Jet Jaguar wollte man sich dann doch nicht verlassen, weshalb dann doch noch der populäre Godzilla in den Film gepackt wurde. Ein weiterer Kritikpunkt wären auch – wie beim Vorgänger – die vielen Archivaufnahmen aus älteren Filmen, die die Kosten für die Kämpfe und Zerstörung nach unten drücken sollten. Auch mit dem Design des neuen Monsters Megalon, welches anscheinend von einer Küchenschabe inspiriert und mit ein seltsames Kreuz auf dem Kopf verziert wurde, hat sich die Toho nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Dafür wurde dem aus dem Vorgängerfilm bekannten Kampfhuhn Gigan ein neues, cooleres Aussehen verpasst. Der Film läuft dann auch zielstrebig und ohne größere Höhepunkte seinem fast halbstündigen Endkampf entgegen. Der Anteil der „menschlichen Handlung“ ist dementsprechend oberflächlich und schnell abgehakt.

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Im Grunde erzählt der Film nur wie die mittlerweile altbekannte Geschichte der Außerirdischen (hier zur Abwechslung mal Bewohner eines im Meer versunkenen Kontinents), die mit Hilfe einiger Monster die Kontrolle über die Erde erlangen wollen und schließlich aufgeben müssen, wenn Godzilla ihre monströse Super-Waffe verprügelt hat. Leider wurden die Untersee-Bewohner nicht besonders liebevoll gestaltet. Ein grobschlächtiger Amerikaner mit Seemanns-Tattoo spielt ihren Anführer und darf einmal von einigen Schönheiten umtanzen lassen. Dies übrigens die einzigen weiblichen Figuren in diesem Film, was noch einmal beweist, dass das Zielpublikum präpubertäre Jungs waren, die Monster eben geiler als Mädels finden. Das alles wirkt aber leider auch auffällig billig und lieblos. Auch bei anderen Szenen wurde sich nicht besonders viel Mühe gegeben. Gleich in der Eröffnungsszene wird vergessen, ein Erdbeben durch Wackeln der Kamera zu simulieren, so dass die armen Darsteller scheinbar ohne Grund hin und her stolpern. Doch gerade diese Unzulänglichkeiten, tragen auch zu dem besonderen Charme dieses Filmes bei. „King Kong – Dämonen aus dem Weltraum“ kann man entweder als buntes Spektakel für große Kinder oder peinlichen Tiefpunkt der mit einigem Ernst gestartet Godzilla-Reihe sehen. Nach „King Kong“ durfte der für die Infantilisierung der Reihe hauptsächlich verantwortliche Jun Fukuda noch „.King Kong gegen Godzilla“ inszenieren, bevor „Godzilla“-Vater Ishirō Honda die sogenannten Shōwa-Staffel mit „Die Brut des Teufels“ zu Grabe trug.

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Zugegeben, „King-Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist ein sehr infantiler und recht alberner Vertreter seines Genres. Zudem wurde aus Kostengründen wieder viel altes Material recycelt und die ganze Angelegenheit auf „kinderfreundlich“ inklusive nervigem Göre gebürstet. Trotzdem macht dieser simpel gestrickte Film mit seinem schier endlosen Monster-Gekloppe mit all seinem kindlichen Charme Spaß. Man sollte ihn nur nicht mit den früheren, grimmigeren Einträgen der Serie vergleichen. Das hier ist kunterbunter Kindergeburtstag.  Nicht mehr, nicht weniger. Das kann man mögen oder hassen.

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„King Kong – Dämonen aus dem Weltall“ ist nun schon die dreizehnte Folge der wundervollen Kaiju Classics, die von Anolis wieder in einem schicken Metal-Pack und in gewohnt reichhaltiger Ausstattung veröffentlicht wurde. Neben dem höchst informativen und umfangreiches Booklet von Ingo Strecker, hat Anolis wieder zwei Versionen des Filmes in die Veröffentlichung gepackt. Auf DVD 1 befindet sich die japanische Fassung des Filmes mit einem Audiokommentar des bewährten Teams Jörg Buttgereit und Bodo Traber, sowie japanischer Trailer und US Trailer, ein spanischer Werberatschlag und eine Bildergalerie mit japanisch und internationalen Motiven. DVD 2 enthält die deutsche Kinofassung mit einem Audiokommentar von Florian Bahr. Ferner finde man hier den deutschen Trailer, die deutsche Super-8 Fassung, ein Scan des Filmprogramms und eine deutsche Bildergalerie. Das Bild beider Film-Fassungen bietet keinen Anlass zur Kritik und auch der Ton ist – trotz seines Alters – absolut sauber. Wieder eine tolle Veröffentlichung. Nummer 14 kann kommen.

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