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Filmbuch-Rezension: “Weimarer Kino – neu gesehen“

Von , 26. Juni 2018 12:26

Vom 15. bis 25. Februar 2018 fand auf der Berlinale die Retrospektive „Weimarer Kino – neu gesehen“ statt. 28 deutsche Filme aus den Jahren 1918 bis 1933 wurden gezeigt. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick beschrieb den Ansatz der Retro wie folgt: „Quer durch die Genres dokumentiert die Retrospektive den Zeitgeist der Weimarer Republik und reflektiert Identitätsfragen. Das Spektrum reicht von der schwungvollen Tonfilmoperette über wortwitzige Komödien bis hin zu sozial und politisch engagierten Filmen. Die Filme sind von enormer Frische und Aktualität“. Die gezeigten Filme wurden grob in die drei thematische Schwerpunkte: „Exotik“, „Alltag“ und „Geschichte“ gegliedert.

Das gleichnamige Buch zur Retrospektive hätte jetzt diese Struktur übernehmen können, hat sich aber scheinbar ganz bewusst dagegen entscheiden. Zwar tauchen die genannten Schwerpunkte in den einzelnen Kapiteln wieder auf, doch das Buch spannt einen sehr viel größeren Bogen. Statt sich auf die gezeigten 28 Filme zu konzentrieren, wird versucht, die 15 Jahre des Weimarer Kinos in größeren Blöcken zu beleuchten. Zwangsläufig werden dabei dann nicht nur die unbekannteren Filme erwähnt, sondern auch Klassiker wie „Metropolis“, „Nosferatu“, „Berlin – Symphonie der Großstadt“ oder „Madame Dubary“. Diese stehen allerdings einmal nicht im Fokus, sondern dienen nur der Illustrierung des übergeordneten Themas.

Das erste Essay wurde von Jörg Schöning verfasst und untersucht auf spannende Weise die Historienfilme des Weimarer Kinos, welche zunächst die Französische Revolution, später dann die Zeit nach der deutschen Revolution behandeln. Hierbei ist besonders interessant, wie sich der Fokus über die Jahre verschiebt, und diese Großfilme zum Spiegelbild der politischen Lage in der Weimarer Republik werden. Ebenfalls ausgesprochen lesenswert ist der Beitrag von Philipp Stiasny, der sich den „lebenden Toten, Verlorenen und Heimkehrer des Weimarer Kinos“ widmet. Stiasny arbeitet heraus, wie beherrschend das Thema des aus dem Krieg Zurückkehrenden nach dem ersten Weltkrieg war und wie es auch in Filmen wie „Nosferatu“ Einzug findet, die man nicht unbedingt als Heimkehrer-Metapher im Blick hat.

Annika Schaefer nimmt sich recht nüchtern der Arbeitswelten im Weimarer Spielfilm an. Natürlich werden hier zunächst einmal die Klassiker des kommunistischen Films, wie „Kuhle Wampe“ oder „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“, vorgestellt. Aber das Thema wird umfassender angegangen und Schaefer untersucht auch die Darstellung von Arbeitslosigkeit (für die Menschen der Weimarer Republik ein Albtraum) und die romantisierten Darstellung von Arbeit, beispielsweise in Tonfilm-Operetten. Ioana Crăciuns Kapitel handelt von der Darstellung von Kindheit und Jugend im Weimarer Kino. Der Text ist etwas trocken und erfordert vom Leser eine größere Konzentration. Schwerpunkt ist hier vor allem das Thema Pubertät, weshalb auch Pabsts „Tagebuch einer Verlorenen“ mit Louise Brooks einen größeren Platz einnehmen kann.

Ganz besonders spannend ist Tobias Nagls Abschnitt über Orientalismus und (Post)Kolonialismus, der sich zunächst mit den großen Abenteuer-Serials des Weimarer Kinos beschäftigt, die ihre Heldinnen und Helden in mehrteiligen Spielfilmreihen um die ganze Welt schicken. Aber auch „Opium“ von Robert Renert erweckt Neugier. Die stereotype und rassistische Darstellungsweise exotischer Kulturen, der verklärte Blick in die Kolonien und vor allem die Geschichte „exotischer“ Gesichter im Weimarer Kino, wie der chinesisch-amerikanischen Schauspielerin Anna May Wong und dem afrodeutschen Schauspieler Louis Brody, sind weitere Themen dieses spannenden Kapitels. Ein Höhepunkt des Buches.

Thomas Tode widmet sich dem experimentellen und avantgardistischen Film, der vor allem aus der linken Künstlerszene kam, dessen moderne Filmmethoden dann aber auch im Werbefilm und Mainstream Einzug hielt. Ein interessanter Überblick über ein Feld, welches normalerweise zu oft unter den Tisch fällt. Kai Nowaks schließt das Buch mit dem Kapitel „Umkämpfte Filme – Skandal und Zensur im Kino der Weimarer Republik“ ab. Der Ansatz, die Entwicklung des gesellschaftlichen und politischen Klimas in der Weimarer Republik anhand der Zensurgeschichte des Films nachzuzeichnen, ist ausgesprochen spannend. Wobei die „Skandale“ scheinbar immer „von oben“ zu solchen gemacht wurden. Das zeitgenössische Kinopublikum findet bei dieser Betrachtung weniger Erwähnung. Einiges von dem, was man hier lesen kann, wurde auch bereits in dem vor vier Jahren erschienenen “Verboten! Filmzensur in Europa” abgehandelt.

Neben den acht Hauptkapiteln gibt es noch sechs kurze Abschnitte, in denen jeweils ein/e zeitgenössische/r Filmemacher/in sich einen Film der Weimarer Zeit vornimmt und sich dazu einen analytischen oder einfach persönlichen Text verfasst. Andreas Veiel schreibt über Gerhard Lamprechts „Der Katzenstieg“ (1927), Wim Wenders über „Heimkehr“ (Joe May, 1928) und „Song“, Richard Eichberg, 1934), Dietrich Brüggemann über „Ihre Majestät die Liebe“ (Joe May, 1931), Philipp Stölzl über „Der Favorit der Königin“ (Franz Seiz, 1922), Ulrike Ottinger über „Im Auto durch zwei Welten“ (1927-1931) und Jutta Brückner über die Filme von Ella Bergman-Michel.

Insgesamt ein sehr lesenswertes, facettenreiches Buch, welches weit über einen Retrospektiven-Katalog hinausgeht – ja, die Retrospektive mehr zum Aufhänger für eine eingehende Beschäftigung mit dem Kino in der Weimarer nutzt. Für jeden, der sich für den Film jenseits des bekannten Kanons in dieser Zeit (oder für die Zeit der Weimarer Republik an sich) interessiert, unverzichtbar.

Karin Herbst-Meßlinger, Rainer Rother, Annika Schaefer (Hrsg.) Weimarer Kino – neu gesehen, Bertz+Fischer, 252 Seiten, € 29,00

Filmbuch-Rezension: “Linientreu und populär – Das Ufa-Imperium 1933-1945“

Von , 7. März 2018 22:07

Nach der sehr anregenden Lektüre des Buches „Linientreu und populär. Das Ufa-Imperium 1933–1945“ ist mir wieder eines schmerzlich bewusst geworden. Man soll auf sein Herz und nichts anderes hören. Nach dem Abi stand für mich fest: Ich wollte Geschichte studieren. Das war meine Leidenschaft, mein Leistungskurs und das Fach hatte zu Schulzeiten immer dafür gesorgt, dass der Notendurchschnitt etwas gehoben wurde. Meine Eltern fanden das nicht so gut. Wirtschaft wäre doch eine bessere Wahl. Leider ging ich dann zur Studienberatung und der Herr dort (Tiefensee war sein Name, der sich mir für immer ins Gedächtnis gebrannt hat) hat mir meinen Studienwunsch vehement ausgeredet. Geschichte, nein… da könne man eigentlich gleich zum Arbeitsamt gehen. Aber Wirtschaft.. ja… das wäre die Zukunft. Dumm und naiv wie ich damals war, glaubte ich ihm, erfüllt den Wunsch meiner Eltern, studierte ein Fach, was mich so eigentlich gar nicht richtig interessierte und das Schicksal nahm seinen Lauf. Heute ärgere ich mich darüber sehr und verfluche meine eigene Dummheit. Meinen Kindern werde ich darum immer mit auf den Weg geben: Höre auf Dein Herz – der Rest kommt dann von selber.

Warum ich das schreibe? Weil ich mich nach den vielen filmtheoretischen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, mich bei dem filmhistorischen Buch „Linientreu und populär. Das Ufa-Imperium 1933–1945“ augenblicklich puddelwohl gefühlt und es in einem Rutsch verschlungen habe.

Wie der Titel schon sagt, beleuchtet das Buch die Zeit von 1933 bis 1945, als die Ufa zunächst um die Gunst der neuen Machthaber in Deutschland buhlte, trotzdem aber vor allem als wirtschaftliches Unternehmen agierte. Bald schon wurde es von den Nationalsozialisten allerdings gänzlich vereinnahmt und dem staatlich kontrollierten Konzern Ufa-Filmgesellschaft GmbH (trotz der Namensähnlichkeit gerade nicht identisch mit der Ufa AG) zugeschlagen. Das durchdachte und sehr gut gegliederte Buch beginnt mit einem informativen und durch Dokumente belegten Überblick darüber, wie die Ufa die Machtübernahme 1933 erlebte und zunächst glaubte, ein paar Zugeständnisse würden reichen, um die Geschäfte normal weiterzuführen. Diesem Artikel von Rainer Rother folgt dann ein folgerichtig ein von Friedemann Beyer verfasstes Porträt der Ufa unter der Ägide des rechts-national Zeitungsverlegers Alfred Hugenberg, der die Ufa 1927 übernahm und auf einen national-konservativen Kurs brachte. Hugenberg war auch Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei, die zusammen mit den Nationalsozialisten 1933 die Regierung bildete. Hugenberg war dabei kurzzeitig Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ernährung im Kabinett Hitler.

Aus der Perspektive der Publikumsnachfrage und weniger des Filmangebots beleuchtet Joseph Garncarz die Filmproduktion der Ufa und räumt mit einigen Vorurteilen auf. Roel Vande Winkel nimmt sich dem ungemein spannenden Thema an, wie die Ufa in den Jahren 1939 bis 1945 ins europäische Ausland expandierte, immer den Spuren der Wehrmacht folgend und vom Verbot ausländischer Filmen profitierend. Da wurde der Krieg genutzt, um sich einen eigenen Monopolmarkt zu schaffen. Dazu passend: Christophe Gauthies Porträt des Raoul Ploquin, einer durchaus schillernden Persönlichkeit, und der Alliance Cinématographique Européenne. Ebenfalls hoch interessant. Da freut es mich, dass am Ende dieses Artikels eine zukünftige, größere Studie zu diesem Thema angekündigt wird.

Wenig weiß man vom NS-Kulturfilm für den immerhin ein Visionär und Pionier wie Walter Ruthmann arbeitete. Ein nahezu unbekanntes, aber auch wichtiges Kapitel, dem sich Kay Hoffmann annimmt. Dazu passt gut Annika Schaefers Text über die Inszenierung von Arbeit und Arbeitern im NS-Spielfilm. Faszinierend fand ich den Vergleich dreier NS-Erfolgsfilme, die alle drei nach denselben drei Erfolgsformeln funktionierten: „Frauen, Krieg und Flieger“. Schön herausgearbeitet von Elissa Mailänder. Ein guten Einblick in das Star-System der Ufa – oder zumindest den Versuch ein solches in Deutschland zu etablieren, de facto gab es da außer Hans Albers aber niemanden, den man auch international hätte vermarkten können – gibt der Text von Tobias Hochscherf. Brigitte Jacob und Wolfgang Schäche berichten über das gigantische Bauprojekt der „Filmstadt Babelsberg“, welches dann niemals durchgeführt wurde. Rolf Aurich ergänzt dies noch um die tatsächlich entstandene Ufa-Lehrschau und die kurzlebige, mit vielen hochfliegenden Plänen gestartete Deutsche Filmakademie, die beide in Babelsberg als Teil der „Filmstadt“ installiert wurden.

Das wichtigste und erschütterndste Kapitel dieses Buches widmet sich Zwangsarbeit bei der Ufa von 1940 bis 1945. Ich kann allen nur Almuth Püschel aufwühlenden Text ans Herz legen. Es ist ungemein wichtig, sich auch über dieses dunkle und oftmals unterschlagene Kapitel zu informieren. Jens Westemeiers Bericht über die Erinnerungen des niederländischen Zwangsarbeiters Piet Reijnens rundet diesen Themenkomplex dann ab. Auch wenn man Reijnens Erinnerungen (u.a. berichtet er von Snuff-Filmen, die die Ufa als Lehrstücke für die Wehrmacht produziert haben soll) nicht immer 1:1 glauben darf (sie widersprechen sich oft und sind nachprüfbar falsch – was mit seiner Traumatisierung zusammenhängen kann), geben sie doch ein Zeugnis davon, was die Zwangsarbeit bei der Ufa mit einer menschlichen Seele angerichtet hat. Zuletzt geht es in Jörg Schönings Artikel um die skandalöse Geschichte der Ufa nach dem 2. Weltkrieg, als der Konzern Spielball unterschiedlichster politischer und kapitalistischer Interessen wurde.

Fazit: „Das Ufa Imperium“ ist ein ebenso spannendes wie aufschlussreiches Buch, welches die legendäre Ufa von Seiten beleuchtet, die weniger bekannt sind und in der „offiziellen“ Geschichtsschreibung auch eher am Rande behandelt werden. Und damit für alle filmgeschichtlich Interessierte eine Pflichtlektüre.

Rainer Rother und Vera Thomas (Hrsg.) Linientreu und populär – Das Ufa-Imperium 1933-1945″, Bertz+Fischer, 224 Seiten, € 17,90

Filmbuch-Rezension: “Glorious Technicolor“

Von , 27. März 2015 15:51

glorioustechnicolorDas Thema der diesjährigen Berlinale-Retrospektive hieß „Glorious Technicolor“ und genauso heißt auch der Begleitband, der bei Bertz+Fischer erschienen ist. Wie es sich für das Thema gehört, und man es auch von Bertz+Fischer gewohnt ist, ist der Band sehr treffend illustriert. Allerdings wären hier großflächige Fotos, welche die ganze Magie von Technicolor wiedergeben, wünschenswert gewesen. Da das Buch aber nur in einem kleineren Format von 21,5 x 22,5 cm erschien, wirken die Bilder nicht so beeindruckend, wie es bei einem opulenten Bildband der Fall gewesen wäre. Oftmals sind auch mehrere kleine Bilder über eine Seite verteilt. Aber „Glorious Technicolor“ hat auch nicht den Anspruch ein hübscher Bildband zu sein, sondern Informationen über die Geschichte des Technicolor-Verfahrens, und auch des Farbfilms als solchen zu liefern. Und hier punktet das Buch dann auch. Von der Gründung der Firma Technicolor über die ersten Experimente mit dem Farbfilm über den rasanten Aufstieg in den 30er Jahren, als Technicolor der Inbegriff für Hollywood-Farbfilme wurde, bis zu seinem langsamen Tod in den 50ern, als es von anderen Systemen abgelöst wurde.

Da viele unterschiedliche Autoren Essays zu diesem recht eng gesteckten Thema beitragen, finden sich in den Artikeln auch viele Wiederholungen. Immer wieder wird auf die ersten Versuche mit Farbe eingegangen, die technischen Hintergründe, die unterschiedlichen Modi und die ganz besondere Rolle von Natalie Kalmus, der Ex-Frau des Firmengründers Herbert T. Kalmus, die akribisch darüber wachte, dass die Filmemacher Technicolor optimal einsetzten. Sie griff dabei tief in die Dreharbeiten ein und gab bei der Verwendung von Technicolor vor, wie die Ausstattung, die Kleidung und das Make-Up der Darsteller auszusehen hatten. Eine faszinierende Person mit hohen ästhetischen Ansprüchen an das von ihr propagierte Farbverfahren und die Leute, die damit arbeiteten.

Barbara Flückiger gibt zunächst einen guten, manchmal sehr technisch geratenen Überblick über die Zeit der Firmengründung und den ersten von Technicolor entwickelten Farbfilmsysteme. Vom additiven Zwei-Fahren-Verfahren 1918, welches allerdings ein Reinfall war, über erste Erfolge mit Technicolor Nr. II ab 1922 , den Durchbruch mit Technicolor Nr. III 1927, welches allerdings noch immer eine Zwei-Farben-Verfahren war, den beiden Vorläufern aber weit überlegen. Scott Higgins schreibt über das darauf folgende Drei-Farben-System Technicolor Nr. IV, welches ab 1932 zum Einsatz kam und mit dem der Farbfilm perfektioniert wurde, die Freiheiten der Filmemacher allerdings auch durch die strengen Vorgaben Technicolors in Bezug auf Hintergrund, Kostüme und Maske etwas eingeschränkt wurden.

Technicolor wurde zunächst vor allem für Musicals eingesetzt, wie Susanne Marschall berichtet. Sie nimmt sich in ihrem Essay der Geschichte des Zeichentrickfilms der Disney-Studios, in denen mit Farbe experimentiert werden konnte, um sich dann den Muscials zu widmen, die durch ihre unglaubliche Farbintensität die Aushängeschilder für Technicolor waren. Am Beispiel von Rouben Mamoulians „Blood and Sand“ zeigt Christine N. Brinckman auf, wie die Möglichkeiten, die Technicolor bot, von den Regisseuren kreativ genutzt wurden um – wie in diesem Falle – die klassische Malerei nachzuahmen. Heather Hackman stellt die These auf, dass das Western-Genre eher seltener mit Technicolor in Verbindung gebracht wird, stellt dann aber dar, welch große Bereicherung Technicolor für den Western war und wie hier der sogenannten „restraint modus“, den Natalie Kalmus einst für diese Art von Filmen festlegte, perfektioniert wurde. Gerade im Werk des großen John Ford, dessen „Der Teufelshauptmann“ hier als Referenz herangezogen wird.

Ausgesprochen spannend ist das Kapitel über die Technicolor-Filme aus Großbritannien, wo das Duo Michael Powell und Emeric Pressburger die Vorgaben Technicolors weit dehnen konnten und so eine ganz neue Art des Farbfilms schufen, die heute noch überwältigt und Vorbildcharakter hat.
Das Kapitel „Die Farben von Technicolor – Von der Entstehung zur Restaurierung“ von Ulrich Ruedel und Kieron Webb ist vor allem für die Leser interessant, die sich vor allem mit den technischen Aspekten im Detail auseinandersetzten möchten. Zum Schluss wirft Dirk Alt einen Blick auf Technicolor in Deutschland, wo es in der Filmherstellung so gut wie vollständig ignoriert wurde und in den 30er Jahren mit Agfacolor ein Konkurrenzprodukt entwickelt wurde.

„Gloroius Technicolor“ ist vor allem für Leser zu empfehlen, welche sich für die technische Seite der Filmgeschichte interessieren. Man hätte sich für dieses Thema eine großformatiger Aufmachung gewünscht. Die zahlreichen Redundanzen in den verschiedenen Artikeln lassen sich durch die Essay-Form wohl kaum vermeiden, da viele Erläuterungen und Erklärungen auf den selben Aspekten aufbauen. Es langweilt aber auf die Dauer etwas. Bezüglich der Geschichte von Technicolor und dessen Einfluss auf die Filmgeschichte lässt das Buch aber keine Fragen offen.

Connie Betz, Rainer Rother, Annika Schaefer, Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Hg.) “ Glorious Technicolor, Bertz+Fischer, 180 Seiten, 178 Fotos, € 25,00

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