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Blu-ray-Rezension: „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“

Von , 11. Oktober 2018 16:59

Die beiden Polizisten Alfredo (Marc Porel) und Antonio (Ray Lovelock) gehören zu einer Spezialeinheit in Rom an, welche die Straßen vom Verbrechen säubern will. Notfalls auf präventiv durch eine Kugel zwischen die Augen. Als ein Kollege durch die Leute des lokalen Mafiabosses Roberto Pasquini (Renato Salvatori) umgebracht wird, machen sich Antonio und Alfredo daran, Pasquini das Handwerk zu legen und geraten dabei ins Fadenkreuz des Gangsters.

Beim ersten Ansehen von „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ fällt einem erst einmal gepflegt die Kinnlade herunter. Was sich dort von den Augen des unbedarften Zuschauers abspielt ist im Grunde völlig unfassbar. Polizisten benehmen sich wie psychopathische Schulkinder und knallen mit einem frechen Grinsen auf dem Gesicht alles kaltblütig weg, was ihnen vor den Lauf kommt. Ohne Rücksicht auf Verluste unter den Zivilisten, und ohne auch nur einen Gedanken an eine simple Festnahme zu verschwenden. Nein, nur töten macht Spaß. Oder die Autos reicher Bonzen anzuzünden, die sich gerade in dem Spielkasino eines Verdächtigen aufhalten. Warum? Weil! Und wenn da der ein oder andere kleine Handlanger bei draufgeht? Was soll’s? Nebenbei wird die hübsche Kollegin sexuell belästigt oder man rutscht mal hintereinander über die nymphomane Schwester eines Verdächtigen rüber. Lustig ist das Polizisten-Leben!

Dass Regisseur Ruggero Deodato das alles bitterernst gemeint hat und die Taten seiner Protagonisten gut heißt, darf bezweifelt werden. Viel mehr treiben er und sein Drehbuchautor Fernando di Leo das auf die Spitze, was die Poliziotteschi von Leuten wie Lenzi oder Massi vor ihnen schon auf die Leinwand gebracht haben. Der Cop als reinigende Kraft, die auf eigene Faust mit dem Gesocks auf der Straße aufräumt. War Maurizio „Kommissar Eisen“ Merli noch der Watschenverteiler, dem zwar auch der Colt locker an der Hüfte saß, der aber noch ein letztes Bisschen Anstand und Bürgernähe besaß. Das ist hier vollkommen vorbei. Die beiden Posterboys Antonio und Alfredo interessiert eigentlich nur eins, nämlich sie selber. Und da ihnen das Töten solch eine Freude bereitet, sehen sie in ihrem Gegenüber nur das potentielle Opfer ihrer Mordlust. Beide sind Psychopathen reinsten Wassers, was ihr Chef natürlich allzu gut weiß. Halbherzig stellt er sie nach jedem Massaker zur Rede, weiß aber natürlich auch, dass die Beiden für ihn nicht mehr sind als zwei tödliche Waffen, die er bei Bedarf, und ohne mit der Wimper zu zucken einsetzt. So etwas wie Moral kommt in der Welt, wie Deodato sie zeichnet, nicht vor. Da wirkt sogar sein berüchtigter „Cannibal Holocaust“ in dieser Hinsicht etwas sanfter, da es dort mit Prof. Monroe wenigstens eine Figur gibt, die Herz und Gewissen zeigt. So jemanden sucht man in „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ vergebens.

Es wäre interessant herauszufinden, ob es jemanden gibt – heute oder in der Zeit der Filmpremiere – die in Antonio und Alfredo so etwas wie Helden oder gar Vorbilder sieht. Diesem Menschen möchte man allerdings nicht über den Weg laufen. Die gute deutsche Synchro versucht das blutig-misanthropische Treiben mit flotten Sprüchen noch etwas abzumildern, allerdings verstärken diese noch das Unwohlsein nur, welches einen beim Betrachten der Aktionen beider Herren befällt. Wenn beispielsweise Antonio eine Zeugin erst einen Kinnhaken verpasst und dann noch meint „Noch so ’n Scherz und du kannst dein Frühstück aus der Schnabeltasse lutschen“, dann wirkt das nicht cool, sondern im höchsten Maße sadistisch. Und am Ende sind die beiden hübschen Unsympathen nicht nur eitel, selbstverliebt, skrupellos, psychopathisch und übergriffig, sondern auch ziemlich dumm. Ohne das beherzte und ebenso kaltblütige Eingreifen ihres Bosses würden sie nämlich in 1000 Fetzen zerrissen werden. Weshalb? Weil sie lieber eine hübsche Blondine vergewaltigen, als auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, weshalb der Gesuchte nicht zugegen ist.

Aber nicht nur in Bezug auf die (Anti)Helden ihres Filmes, rechnen Deodato und di Leo mit dem klassischen Poliziottesco ab. War dieser bereits durch eine gewisse Epidodenhaftigkeit gekennzeichnet, so zerschlagen die Beiden ihren „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ in einzelne Stücke, die nur notdürftig durch die Suche nach Pasquini als roten Faden zusammengehalten werden, oftmals aber gar nichts mit diesem zu tun haben. Dadurch, dass „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ die typischen Muster eines Poliziottesco gnadenlos übertreibt, legt er dessen Strukturen und oftmals diskussionswürdigen Elemente frei, wie eben gute Satire den Finger auf die Wunde legt, indem sie die Missstände auf die Spitze und darüber hinaus treibt. Dass „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ aber trotzdem hervorragend als Poliziottesco und Actionfilm funktioniert motiviert dazu, hier vielleicht mal genauer hinzuschauen, was diese Filme eigentlich aussagen und welche Methoden sie propagieren. Und – auf den Zuschauer zurückgeworfen – weshalb er das auch gerne mal so richtig geil findet. Natürlich ist es okay, Poliziotteschi oder Actionfilme zu mögen und ihren nicht zu leugnenden Unterhaltungswert sehr zu schätzen. Aber es ist sicherlich nicht verkehrt, sich immer wieder bewusst zu machen, dass das eben eine Fantasiewelt ist, die dort kreiert wird und man solche reaktionären und gewaltgeilen Typen wie einen Merli in der realen Welt eben nicht unbedingt antreffen möchte. Von Antonio und Alfredo ganz zu schweigen.

In seinem schier unfassbaren „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ arbeitet Ruggero Deodato mit einer Technik, die später auch Paul Verhoeven bei „Starship Troopers“ anwenden sollte. Zusammen mit seinem Drehbuchautor Fernando di Leo treibt er unter dem Deckmantel rasanter Action und brachialen Unterhaltung die  „Law & Order“-Mentalität anderer Poliziotteschi auf die Spitze, legt so das darunterliegende Gedankengut frei und stellen es in Frage.

Mit „Eiskalte Typen auf heißen Öfen“ macht filmArt das Dutzend in ihrer Polizieschi Edition voll. Dafür wurde das Bild des Filmes neu abgetastet und ist nun – wie man in diversen Internetforen ließt – dem der englischen Bluray überlegen. Diese liegt mir zwar nicht zum Vergleich vor, doch es besteht wirklich kein Grund zur Beschwerde. Das Bild ist sehr gut, ohne seinen „Filmcharakter“ zu verleugnen. Hier hat der technische Partner LSP-Medien wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Auch der Ton ist klar und gut verständlich. Nichtsynchroniserte Stellen liegen auf Italienisch mit deutschen Untertiteln vor. Neben der deutschen ist noch die italienische und die englische Tonspur dabei, sowie ein sehr informativer und kurzweiliger Audiokommentar von Pelle Felsch und Oliver Nöding, der nur zum Ende hin etwas fahrig wird. Eine „unzensierte Deutsche Kinofassung“ ist auch dabei, wobie ich jetzt nicht sagen kann, inwieweit diese sich von dem Hauptfilm unterscheidet – wenn sie doch unzensiert ist. Als Special-Feature gibt es noch die von Ray Lovelock gesungenen Lieder „Maggie“ und „Won’t Take Too Long“, die über einem Foto von ihm abgespielt werden. Englischer Vor- und Abspann und diverse Trailer runden die Extras ab. Hervorzuheben ist noch das wirklich fette Booklet von Martin Beine, welches auch wunderbar bebildert ist.

Bericht vom 4. Mondo-Bizarr-Weekender in Düsseldorf – Tag 3

Von , 11. Februar 2018 14:39

Kaum zu glauben, aber wahr. Der letzte Tag des Ausflugs nach Düsseldorf war angebrochen. Es hieß die Sachen zusammenpacken und Abschied nehmen. Nach einem guten Frühstück (am Sonntag wurde sich scheinbar besondere Mühe gegeben), checkten wir aus und suchten uns in der Nähe des Kinos einen Parkplatz, um später so schnell wie möglich zur Autobahn zu gelangen. Schließlich mussten wir in Osnabrück pünktlich einen Zug bekommen und nach dem Stau während der Hinreise, wollten wir kein Risiko eingehen. Um 13:30 ging es auch schon los. Ich hätte erwartet, dass um diese Uhrzeit eher weniger Filmbegeisterte den weg aus dem Bett finden würden – aber die Black Box war so gut gefüllt, wie am ersten Tag. Wow.

So ein Windhund – Welch zauberhafte Überraschung! Von „So ein Windhund“ hatte ich vor der Ankündigung für das Mondo Bizarr noch nie etwas gehört. Zwar war mir der Film „Slalom“ ein Begriff, aber lediglich in Form seines wundervoll-catchy Titelsongs, der sich auf diversen meiner Ennio-Morricone-Samplern befindet. Und ja, ich dachte in der Tat immer, dabei würde es sich um einen reinen Skifahrer-Film handeln. Dass „Slalom“ eine Komödie im Eurospy-Gewand ist, die zum größten Teil in Ägypten spielt, war mir nicht bewusst. Auch nicht, dass „Slalom“ hierzulande als eben „So ein Windhund“ einen Kinostart hatte und – wie ich aus berufenem Munde erfuhr – als VHS im falschen Bildformat und mit grauenhaften Cover als „Das Geheimnis am Nil“ in deutschen Videotheken landete. Beim Mondo Bizarr sahen wir den Film im vollen Breitwandformat und in einer wundervollen, farbenfrohen 35mm-Kopie, die aussah, wie frisch gezogen und mitnichten so, als wäre sie über 50 Jahre alt.

Der Film beginnt tatsächlich in einem Ski-Gebiet und als locker-flockige Komödie um zwei Ehemänner mit großen Freiheitsdrang (Flirten, Flirten, Flirten), die immer wieder Mittel und Wege finden, sich von der vermeintlichen Knute des Ehejochs zu befreien. Gespielt werden die beiden Schwerenöter von Vittorio Gassman und – Überraschung – Schurken-Darsteller Adolfo Celi, der selben Jahr als Emilio Largo James Bond in „Feuerball“ das Leben schwer machte. Hier offenbart er eine herrliche komödiantische Ader. Gassman und er ergänzen sich vorzüglich und man fragt sich, warum die beiden nicht öfter zusammen gecastet wurden. Leider verschwindet Celi recht bald aus dem Film – beziehungsweise verschwindet Gassman aus dem Skigebiet und wird nach Ägypten entführt, wo der Film dann seine bondesque Wendung nimmt. Aus den Bond-Filmen kennt man auch die wunderschöne Daniela Bianchi, die hier eine wichtige, wenn auch leider eher kleine Rolle als zwielichtige Agentin inne hat.

Der gutaussehende Gassman ist wahnsinnig gut ins einer Rolle des notorischen Hallodris. Immer ein wenig großkotzig, selbstverliebt und unverschämt manövriert er sich spielend in aus den unmöglichsten Situationen, wobei er aber immer absolut sympathisch bleibt. Zeitweilig erinnert er da an Jean Dujardin in seiner Paraderolle als OSS 117. Unterstützt wird Gassmans perfekt getimtes Spiel von einer sehr guten und flotte deutschen Synchronisation durch die Hermes Studios, die gerade nicht auf brandtsche Kalauer setzt, sondern den Humor des Filmes übersetzt, ohne dabei im Klamauk zu enden. Wie generell gesagt werden muss, dass „So ein Windhund“ es mit spielerischer Leichtigkeit schafft, die Balance zwischen Komödie, Agententhriller und Action zu halten. Eine große Kunst, die häufig nicht gelingt.

Das größte „Geheimnis am Nil“ ist eigentlich, wieso dieser tolle und unglaublich unterhaltsame Film so ein Schattendasein führt, ja selbst Italofreunden fast gänzlich unbekannt ist. Hier sollte mal eines der einschlägigen Labels Abhilfe schaffen. Ich für meinen Teile habe mir jetzt erst einmal vorgenommen, mehr Vittorio-Gasman-Filme zu schauen. „Verliebt in scharfe Kurven“ liegt schon bereit.

Der Hongkong Cop – Wenn man schon fast vergessen hat, warum man vor 20 Jahren diese Actionfilme, die aus Hongkong in die deutschen Videotheken schwappten, so sehr geliebt hat, dann lohnt sich eine Auffrischung. Auch wenn sie einen ein wenig traurig stimmt, angesichts dessen, was heute so an Actionfilmen – auch aus Hongkong – zu uns kommt. Der Hongkong-Actionfilm hat sich immer mehr den amerikanischen Standards angepasst. Schnelle, verwirrende Schnitte, viel CGI und ein geleckter Look.

Zu der Zeit, als „Der Hongkong Cop“ entstand, waren die Zeiten rauer. Wenn hier gekämpft wird, hat man nicht das Gefühl, das Tempo und die Künste der Schauspieler würden nur im Schnitt entstehen, sondern, dass man the real deal vor sich hat. Die Actionsequenzen sind gerade deshalb so atemberaubend, weil sie richtig weh tun. Und der Schnitt (der hier ebenfalls ein hohes Tempo hat, aber nicht das Auge verwirrt) ist so perfekt gesetzt, dass er einen infernalischen Takt vorgibt, man aber jederzeit den Überblick behält und den Kampfkünsten der Kontrahenten mit offenem Mund folgt. Und natürlich ist da auch dieses übergroße Pathos und der naive Humor, was man sich heute gar nicht  mehr trauen würde.

„Hongkong Cop“ und Konsorten sind totales Bewegungskino. Die legitimen Nachfolger der frühen Action-Komiker, besonders eines Buster Keatons. Da ist man dann dankbar, dass dieser Dampfzug ab und zu anhält, um einem mit niedlichen Szenen wie die, in der Michael Wong (heißt im Film genauso, wie im richtigen Leben) der großartigen Michelle (auch hier sparte man sich einen Rollennamen und bekannte die Figur nach der atemberaubenden, hier noch sehr jungen Michelle Yeoh) auf nervig-plumper Weise den Hof macht, Raum zum Atmen zu geben. Dann setzt er sich wieder mit Vollkraft wieder in Bewegung und stürzt sich in die nächste überwältigende Schlacht. Und wenn einen dann die letzte Explosion aus dem Film geblasen hat, sitzt man dann mit einem seligen Lächeln im Saal und weiß, was Kino ist.

Endgame – „Endgame“ war bereits der zweite Joe-D’Amato-Film des Wochenendes, was mich ganz besonders freute. Auch hier zeigte sich, dass D’Amatos Filme im Kino eine ganz andere Wirkung entwickeln als Zuhause vor der Glotze. Man wird ihnen mehr ausgeliefert. Man lässt sich nicht ablenken, fummelt im Internet rum oder geht zwischendurch raus. Weshalb man sich auch mehr auf sie einlässt. Ich kann mir vorstellen, dass „Endgame“ – den ich hier das erste Mal sah – auf dem Bildschirm – oder noch schlimmer Laptop – von vielen als langweilig empfunden wird. Ja, D’Amato ist kein großer Action-Zauberer. Sein Kino ist nicht kinetisch, sondern beobachtend. Und so beobachtet D’Amato auch hier seine Figuren, wie sie durch eine Welt gehen, die nicht überall spektakulär ist, sondern zum größten Teil tatsächlich aus den immer gleichen Gängen und Kiesgruben besteht. Aber bei D’Amato hat dies einen besonderen Flow, auf den man sich einlassen muss. Tut man dies, wird man reichlich belohnt.

Hier sehen wir Al Cliver als schlechtgelaunten (Anti)Held Ron Shannon dabei zu, wie er sich von Punkt A nach Punkt B bewegt. Wobei wir sicher sein können, dass sich D’Amato für Punkt B wieder etwas besonderes ausgedacht hat. Eine Gruppe Mutanten mit Hundenasen; ein Fischmensch, der bei einer Vergewaltigung förmlich aus dem Mund laicht; verweste Leichen an den Ratten knabbern und vieles mehr. Mittendrin D’Amatos bevorzugten Schauspieler. Natürlich Laura Gemser (hier unter dem Pseudonym Moira Chen), der riesige George Eastman und ein schlafwandelnder Al Cliver, der sich bei fast jeder Szene, die etwas Bewegung erfordert, doublen lässt. Die Geschichte, die Elemente von „Das Millionenspiel“, „Mad Max 2“ und „Rollerball“ vereint, kann eine gewisse sozialkritische Intention zugute gehalten werden. Letztendlich ist sie aber nur der Motor, um D’Amatos morbide Wunderwelt zu durchqueren, die auf absurde Weise in sich vollkommen stimmig ist. Wenn man dann nach knackigen 80 Minuten wieder in die reale Welt entlassen wird, bereut man es fast. Aber mit dem Gedanken an den oben genannten Fischmenschen auch nur fast.

Und damit war der Mondo Bizarr Weekender nach drei Tagen und acht Filmen vorbei. Zeit für ein Resümee. Die Veranstaltung hat mir ausgesprochen gut gefallen, was nicht nur an meiner tollen Reisegruppe lag, sondern am Publikum und Veranstalter insgesamt. Es war wunderbar zu sehen, wie viele Leute sich für diese Art von Festivals begeistern können. Es herrschte eine freundlich-positive Stimmung. Gerade bei solchen Sachen besteht ja immer die Gefahr, dass Schlefaz-Jünger angelockt werden, die erbarmungslos Quatschen, wie besoffen Gröhlen und das Ganze als „Trash“ abfeiern. Das war hier überhaupt nicht der Fall. Zwar wurde auch hier herzhaft gelacht. Aber immer MIT dem Film, nicht über ihn. Man fühlte sich also wie Zuhause und inmitten einer großen Familie. Auch sehr schön: Die sehr sympathischen und interessanten Einführungen von Oliver Nöding und Marc Ewerts, der den – wie ich finde sehr schönen und passenden – Begriff des „Atmosphärefilms“ schuf, den ich gerne übernehme. Und auch mein Kompliment an alle Leute hinter den Kulissen, die für einen perfekten Ablauf sorgten. Danke dafür, und ich sage einfach mal: Bis zum nächsten Jahr!

Unsere Reisegruppe sprang nach dem letzten Film schnell ins Auto und unser Helldriver brachte uns in Rekordgeschwindigkeit nach Osnabrück, wo wir noch genug Zeit für eine kleine Stärkung hatten, bevor wir in den Regionalzug nach Bremen stiegen. Dort kamen wir auch pünktlich an, so dass ich nahtlos in die Nachtlinie umsteigen konnte und um 0:15 Uhr erschöpft, aber glücklich die Haustür hinter mir schloss.

DVD-Rezension: “Die Koch Media Giallo Collection Teil 2″

Von , 19. November 2013 19:32

Giallo-Collection-Teil-2

Da ist sie nun also. Die zweite Giallo-Box aus dem Hause Koch Media. Und wieder gab es bei den Fans im Vorfeld einiges Murren bezüglich der Filmauswahl. Tatsächlich ist wieder nur ein Film von dreien ein waschechter Giallo: „The Child – Die Stadt wird zum Alptraum“. Die anderen beiden Filme finden sich in einschlägigen Nachschlagewerken aber ebenfalls unter „Giallo“. Was auch nicht verkehrt ist, denn „Giallo“ steht in Italien ganz allgemein für „Krimi“ bzw. Thriller. Somit ist die „Giallo Box 2“ keine Mogelpackung. Mittlerweile wird der Begriff „Giallo“ aber mit einer ganz besonderen Art des Thrillers gleichgesetzt. Jener nämlich, die im Gefolge von „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ entstand und als Zutaten möglichst viele stylische Morde – vornehmlich an schönen Frauen -, einen geheimnisvollen Killer mit schwarzen Handschuhen und tolle Filmmusik aufweist. Auf „Blutiger Zahltag“ und „In the Folds of the Flesh“ triff dies nur bedingt zu, weshalb einige Leute diesen Filmen den „Giallo“-Status absprachen und über die Auswahl maulten. Besonders „Blutiger Zahltag“ traf es, der außerdem in Deutschland – wenn auch als Bootleg und in gekürzter Form – bereits verschiedene Veröffentlichungen erfuhr. Auch „The Child – Die Stadt wird zum Alptraum“ war bereits in guter Qualität auf DVD zu kaufen gewesen – allerdings auf einer nicht lizenzierten Scheibe.

Dann erschien kurzfristig ein Cover der Box bei Amazon, auf dem statt „Blutiger Zahltag“ plötzlich Umberto Lenzis „Deadly Trap“ zu lesen war. Das schürte kurz die Verwirrung, stellte sich dann aber als früher Entwurf heraus, der auf geheimnisvollen Wegen ins Netz geraten war. Tatsächlich war ursprünglich „Deadly Trap“ geplant, doch da es hierzu nur ein gekürztes Master gab, wurde der Film erst einmal – für eine Veröffentlichung in einer möglichen dritten Giallo-Box – zurückgestellt. Als Untertitel der finalen Box prangt wieder ein martialischer Schriftzug auf der Vorderseite: „Die spektakuläre Box der blanken Messer“, was wieder völliger Quatsch ist, den potentiellen Käufer tatsächlich auf eine falsche Fährte lockt und zu Enttäuschungen führen könnte. Keine Enttäuschung ist auf jeden Fall die Bild- und Tonqualität der Filme, denn die ist hervorragend.

The Child – Die Stadt wird zum Alptraum (Chi l’ha vista morire, 1972)

In den französischen Alpen wird ein kleines Mädchen von einer mysteriösen, ganz in schwarz gekleideten Frau umgebracht. In Venedig ereilt dieses grausige Schicksal vier Jahre später auch die kleine Roberta (Nicoletta Elmi), Tochter des Bildhauers Franco Serpieri (George Lazenby). Voller Trauer und Selbstvorwürfen Weiter lesen 'DVD-Rezension: “Die Koch Media Giallo Collection Teil 2″'»

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