Das Bloggen der Anderen (31-01-22)

Nach einer ausgiebigen Auszeit kehrt Das Bloggen der Anderen und auch dieser Blog aus dem Winterschlaf zurück. Der Grund, weshalb ich den gerade jetzt die Pause beendet ist ein sehr trauriger. Gestern habe ich in den sozialen Medien gelesen, dass der Blogger Michael Schleeh, dessen Blog Schneeland ich immer sehr gerne gelesen und auch häufig hier verlinkt habe, verstorben ist. Ich möchte hier ein letztes Mal zu seinem Blog verlinken und Euch einladen, sich seine Texte vor allem über das japanische und indische Kino – die weiterhin online sein werden – noch einmal durchzulesen. Es lohnt sich. Sehr.

Der Kinogänger hat auf seinem Blog einen Nachruf auf Hardy Krüger verfasst.

– Und Peter Harting erinnert auf out takes an den ebenfalls kürzlich verstorbenen bayrischen und anarchistischen Filmemacher Herbert Achternbusch.

– Gerade ist Paul Thomas Andersons neuer Film „Licorice Pizza“ (den ich auch noch unbedingt sehen möchte) in den Kinos gestartet. Anlass für Sebastian Seidler den Filmemacher auf kino-zeit.de einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Und Christian Neffe hat sich Alfred Hitchcocks allerersten selbstverantworten Spielfilm „The Pleasure Garden“ angesehen und weiß interessantes zu berichten.

– Wer erinnert sich noch an 1991? Filmlichtung hilft mit den fünf (kommerziell) erfolgreichsten Kinofilmen des Jahres auf die Sprünge. Ich habe die übrigens alle fünf damals im Kino geschaut. Platz ein war sogar mein erstes Date mit meiner damaligen Freundin.

– Oh, ein Eurocrime-Film, der mir auf den ersten Blick gar nichts sagt! Da lese ich doch auf Nischenkino schnell mal in Bluntwolfs Review zu „In den Klauen der Mafia“ rein.

– Totalschaden von Splattertrash widmet sich mit „Ein streunender Hund“ einem frühen Akira Kurosawa.

– „Il boia scarlatto“ aka „Der scharlachrote Henker“ war einst schwer zu bekommen. Doch seit einiger Zeit gibt es eine deutsche Blu-ray-Veröffentlichung, die Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte bespricht.

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Mein ganz persönlicher Jahresrückblick 2021

Vielleicht ist es keine so brillante Idee, den üblichen Jahresrückblick zu verfassen, wenn man sich gerade in einer eher melancholisch-ausgelaugten Phase befindet. Aber 2021 geht zu Ende und irgendwie hat man ja das Gefühl, man müsste noch vor dem 31.12. Bilanz ziehen.

Fangen wir gleich mal mit dem offensichtlichsten Thema an: Dieser Blog. Den habe ich in letzter Zeit sehr vernachlässigt. Vor allem „Das Bloggen der Anderen“ musste in den letzten Wochen wieder dran glauben. Diese Rubrik, die gleichzeitig Segen und Fluch ist. Segen, weil ich dadurch einige Blogger kennengelernt habe und viele den Blog nur wegen dieser Rubrik kennen/ansehen. Fluch, weil sie mich dazu zwingt, jeden Montag recht viel Zeit dort hinein zu investieren. Ob ich gerade Lust habe oder nicht. Okay, dadurch zwingt man sich, etwas zu schreiben – ansonsten wäre es hier wohl noch ruhiger geworden. Aber gerade in diesem Jahr war wieder zu beobachten, dass die Anzahl der Kolleg*innen, die sich regelmäßig hinsetzen, um ihre Blogs mit originellem Inhalt zu füllen, nochmal wieder abgenommen hat. Geblieben sind größtenteils nur die reinen „Rezensionen-Seiten“. „Nachwuchs“ ist nicht in Sicht. Auch das Interesse an „Das Bloggen der Anderen“ ist merklich erlahmt. Sodass ich mich oft gefragt habe: „Hat das überhaupt noch Sinn?“ Vor allem, da ich einerseits familiär und beruflich stark eingespannt war, andererseits aber auch so recht viel über Film geschrieben oder mich anderweitig verwirklicht habe.

Dieses Jahr habe ich fünf Booklets geschrieben (drei davon sind leider noch immer nicht erschienen, da die Veröffentlichung – Stand jetzt – in das 2. Quartal 2022 verschoben wurde), drei Videofeatures produziert, vier Audiokommentare (mit)eingesprochen (da kommen zwei ebenfalls erst 2022 auf den Markt). Zwei Beiträge für ein wahrscheinlich 2022 erscheinendes Buch verfasst. Zwei Podcasts für die 35MM aufgenommen. Gast in zwei weiteren Podcasts gewesen. Mit meinem Weird-Xperience-Kollegen Stefan vier YouTube-Sendungen aufgenommen. Den Chefredakteur-Posten bei der 70MM übernommen. Für die 35/70MM insgesamt sieben Artikel und noch ein paar Kleinigkeiten verfasst. Daneben im Kino diverse Einleitungen gehalten und mich noch um weitere Sachen gekümmert.

Das war vielleicht etwas viel, denn ich fühle mich derzeit ziemlich ausgelaugt und kämpfe damit, endlich mit dem nächsten 35MM-Artikel zu beginnen. Vielleicht liegt diese allgemeine Müdigkeit (neben dem Corona-Frust und andern Ärgernissen), aber auch daran, dass ich mich mit all diesen Dingen ja auch öffentlich mache und damit aus dem Schutz der eigenen, sicheren Höhle heraustrete. Und da draußen wird man halt auch nicht immer umarmt. Tatsächlich musste ich in 2021 einiges aushalten, was mich zutiefst frustriert und traurig gemacht hat. Das ging im Januar gleich damit los, dass ich aufgrund einer Buchrezenion vom Herausgeber/Autoren übel angegangen und beleidigt wurde. Dachte ich erst, ich stecke diesen Kinderkram so weg, habe ich doch gemerkt, dass das ziemlich Substanz gekostet hat. Im Mai gab es noch einmal ein sehr unerfreuliches Ereignis, welches mich ebenfalls sehr verletzt und lange auf unangenehme Weise beschäftigt hat. Zudem muss man natürlich auch mit scharfer Kritik zu Sachen leben, die man mit viel Liebe und Herzblut erstellt hat. Und da ich eher eine auf Ruhe und Harmonie bedachte Seele bin, frage ich mich immer häufiger: Warum tust Du Dir das alles an? Vielleicht sollte man das alles lassen, sich „ins Private“ zurückziehen und lediglich mit guten Freunden mal in gemütlicher Runde über Filme quatschen. Etwas was in diesem zweiten Seuchen-Jahr auch viel zu kurz gekommen ist. Zumal es über die ganzen Filmsachen hinaus noch mehr gibt, womit ich mich beschäftige (beispielsweise um mir einen letzten großen Lebenswunsch zu erfüllen) oder ich mich hier im Stadtteil engagiere. Andererseits liebe ich Film noch immer über alle Maßen, und muss mich aus dieser tiefen Liebe hinaus einfach damit beschäftigen und möchte mich darüber auch mit Gleichgesinnten austauschen. Und sind diese ganzen Sachen, die ich da mache, nicht auch genau das, wovon ich früher immer geträumt habe? Es bleibt schwierig. Schauen wir mal, wie es aussieht, wenn sich die Stürme des Jahres 2021 gelegt haben, wieder die Sonne scheint und hoffentlich irgendwann der schreckliche Corona-Wahnsinn auf ein erträgliches Maß zurückgegangen ist. Ich ruhe mich jetzt erst einmal ein paar Tage aus.

Dass ich den Blog immer wieder habe schleifen lassen, schlägt sich auch auf die Besucherzahlen nieder, wenn auch nicht so stark, wie ich erwartet hätte. Immerhin stehen 2021 nur ganze 49 Artikel den 68 Artikeln gegenüber, die ich 2020 veröffentlicht habe. Da sind knapp 12% weniger Besucher und eben soviel weniger Sitzungen gegenüber 2020 gar nicht so schlimm. Wobei es auch wieder drei extreme Tage gab, die aber wohl auf Hacker-Versuche zurückzuführen sind, da dort jeweils hunderte von Seitenzugriffe innerhalb nur einer Stunde stattfanden. Ansonsten sind die erfolgreichsten Artikel des Jahres 2021 alles alte Bekannte: Der „Erfahrungsbericht Imax“ von 2011, das Interview mit Cinemabilla-Besitzer Jens Schmidt von 2019 und die „Maliza“-Rezi aus 2017.

Höhepunkte des Jahres waren einmal das Internationale Filmfest in Oldenburg, welches nicht nur qualitativ sehr hochwertig war, sondern wo man aufgrund der vielen Gäste und Zuschauer das Gefühl hatte, Corona nähere sich dem Ende und die Normalität hält wieder Einzug (welch ein Trugschluss). Und dann natürlich das Deliria-Italiano-Forentreffen in Freiburg, bei dem einfach alles gestimmt hat: Die Leute, die Location, die Filme und letztendlich auch die wunderbare Stadt. Davon zehre ich heute noch. Dafür ist aber auch viel wieder ausgefallen. Besonders betrüblich: Der Mondo-Bizzar-Weekender in Düsseldorf. Und zum Buio Omega habe ich es aus diversen Gründen auch wieder nicht geschafft.

Unsere Reihe Weird Xperience im Cinema Ostertor hat es auf gerade mal drei Vorstellungen in 2021 gebracht. Die waren aber toll. Besonders unser „Comeback“ mit „Zombie – Dawn of the Dead“, bei dem eine Superstimmung herrschte und es ein großes Hallo gab. Und dass so viele zu „Sexual-Terror der entfesselten Vampire“ gekommen sind, war natürlich auch etwas, was mir noch immer ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubert. Nicht zu vergessen das 2. HyperHorrorHapping in unserer alten Wirkungsstelle dem City46, bei dem wir eingeladen worden waren um eine Einführung zu „Videodrome“ zu halten und dann bis sehr spät in der Nacht noch mit anderen Filmfreunden zusammensaßen und quatschten. Das war auch sehr, sehr schön.

Erstaunlicherweise habe ich in diesem Jahr unglaubliche 224 Filme geschaut. Wow. Das sind nochmal 13 mehr als letztes Jahr und das war schon außerordentlich gewesen. Tja, man merkt daran halt auch, dass andere Freizeitaktivitäten aufgrund der Pandemie wegfallen. Hier die obligatorischen Listen:

Top 10 aktuelle Filme (Produktionsjahr 2020/2021)

1. Titane* (Julia Ducournau, 2021) – meine Rezension
2. The Green Knight* (David Lowery, 2021)
3. Pig* (Michael Sarnoski, 2021) – meine Rezension
4. Harmur* (Anton Kristensen & Ásgeir Sigurðsson, 2021) – meine Rezension
5. Anchorage* (Scott Monahan, 2021) – meine Rezension
6. Dune: Part One* (Denis Villeneuve, 2021)
7. The Suicide Squad* (James Gunn, 2021)
8. The Mitchells vs the Machines (Michael Rianda & Jeff Rowe, 2021)
9. Felkészülés meghatározatlan ideig tartó együttlétre (Lili Horvát, 2020)
10. Ulbolsyn (Adilkhan Yerzhanov, 2020)

* im Kino gesehen

Top 10 ältere Filme (nur Erstsichtungen)

1. Voyna i mir (Sergey Bondarchuk, 1965) – meine Rezension
2. O.K. (Michael Verhoeven, 1970) – meine Rezension
3. Hagazussa (Lukas Feigelfeld, 2017)
4. Dragged Across Concrete (S. Craig Zahler, 2018)
5. Przesluchanie (Ryszard Bugajski, 1989)
6. Kladivo na carodejnice (Otakar Vávra, 1970)
7. Turksib (Victor A. Turin, 1929)
8. Unter den Brücken (Helmut Käutner, 1946)
9. Act of Violence (Fred Zinnemann, 1948)
10. Run All Night (Jaume Collet-Serra, 2015)

Ich wünsche allen meinen Leser*innen einen guten Rutsch ins neue Jahr! Bleibt gesund! Wir lesen/sehen uns wieder in 2022!

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„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 44 erhältlich

Noch nachgereicht: Die neue 35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin ist da! In der Nummer 44 geht es im Titelthema diesmal um die MGM. Da ich da nicht besonders sattelfest bin, habe ich mich sehr über die vielen interessanten und spannenden Artikel der Kollegen zu diesem Thema gefreut, bei denen ich auch noch eine Menge gelernt habe.

Ich selber habe mich mit dem britischen Zweig der MGM beschäftigt und dort insbesondere mit den vier „Miss Marple“-Filmen, die ich schon in der Kindheit geliebt und nun einer kritischen Betrachtung unterzogen habe.

Hier der komplette Inhalt des Heftes:

Heft #43 kann man HIER für € 6,00 zzgl. Versand beziehen.

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Filmbuch-Rezension: Jörg Buttgereit “Japan – Die Monsterinsel (erweiterte Neuauflage)“

Vor einigen Jahren ließ ich mir – kurz bevor es Out-of-Print ging – zu Weihnachten Jörg Buttgereits Buch „Japan – Die Monsterinsel“ von 2006 schenken. Eines, welches ich umgehend verschlungen habe, und das mir endlich mal einen vernünftigen Überblick über die Welt das Kaiju, also des japanischen Monsterfilms, gab. Die „Godzilla“-Reihe war mir natürlich bekannt. Wie viel Filme es da gab, konnte man auch locker im Internet recherchieren. Aber wie das so ist, manchmal braucht man einfach etwas haptisches. Ein schönes, altmodisches Nachschlagewerk, das man auf den Nachttisch legen kann oder bei Bedarf aus dem Regal ziehen, um darin herum zu schmökern. Zudem wollte ich einmal wissen, was es denn über die beliebte Riesenechse hinaus noch so in der bunten Welt der Kaiju gab. Wie diese Filme eventuell zusammenhingen und welche spannenden Hintergründe es da gab. All dies lieferte mir „Die Monsterinsel“.

Natürlich ist das Buch aufgrund der Herangehensweise – Japan-Experte Jörg Buttgereit sammelte Freunde um sich, die dann über einen dieser Filme ein kurzes Essay schreiben – teilweise sehr heterogen. Unter den klingenden Namen derjenigen, die sich am Buch beteiligten sind der leider viel zu früh verstorbene Hans Schifferle, Christian Keßler, Markus Stiglegger und Olaf Möller; „Splatting Image-Recken wie Bodo Traber, Stefan Höltgen und Ingo Strecker; sowie Buttgereit-Weggefährten wie Daktari Lorenz und Franz Rodenkirchen und noch viele andere. Da reiht sich Fachwissen und Liebe zum Kaiju, neben die erste Entdeckungen dieser Welt und das manchmal etwas spöttische Erstaunen darüber. Daraus ergibt sich aber ein bunter und abwechslungsreicher Reigen. Auch wenn ich vorgezogen hätte, dass Jörg Buttgereit alle Texte selber geschrieben hätte, da er nicht nur über einen lebendigen Schreibstil, sondern auch viel Hintergrundwissen verfügt.

Das Buch selber gibt einen hervorragenden Überblick über die Welt der „Kaiju“ und wird mit zahlreichen Interviews aufgewertet. Teils mit den Machern hinter den klassischen Kaijus, aber auch Jan de Bont, der Kameramann des US-“Godzilla“ von 1994 steht Rede und Antwort. In Deutschland ist „Die Monsterinsel“ sicherlich DAS Standardwerk und daher jedem Liebhaber dieser Filmgattung ans Herz gelegt. Aber lohnt sich auch das „Upgrade“, wenn man bereits die Ausgabe von 2006 besitzt? Die Antwort ist ein klares J-ein. Im Vergleich zur älteren Ausgabe ist das Buch stark geschrumpft, dafür aber auch dicker geworden. Gewichen ist das schöne Hardcover, dafür wirkt „Die Monsterinsel“ nun sehr viel kompakter. Dadurch sind die Bilder auch kleiner geworden, dafür jetzt aber auch besser über das ganze Buch verteilt. Hauptgrund für einen Neukauf wäre die Aufnahme einiger Titel, die zuvor nicht berücksichtigt wurden (wie der nordkoreanische „Pulgasari“, der mit einem Interview mit Special-Effects-Regisseur Teruyoshi Nakano daherkommt), sowie natürlich aller relevanten Filme, die nach 2006 erschienen sind. Hier sind vor allem die US-Filme aus dem „Monsterverse“ genannt, wie der aktuelle „Godzilla Vs. Kong“. Aber auch die neuen „Godzilla“-Animes oder „Der große Japaner“ von Hitoshi Matsumoto. Verzichtet wurde auf den DVD-Index, wann und wo welcher Film in Deutschland erschienen ist. Höchstwahrscheinlich, da die meisten Scheiben mittlerweile nicht mehr (zumindest zu bezahlbaren Preisen) zu bekommen sind. Fazit: Wer sich für japanische Monsterfilme interessiert und „Die Monsterinsel“ von 2006 noch nicht im Regal stehen hat, für den ist diese Neuauflage ein klares „must have“. Ein „Upgrade“ kann man machen, ist aber nicht zwingend notwendig.

Jörg Buttgereit Japan – Die Monsterinsel (erweiterte Neuauflage), Martin Schmitz Verlag, 432 Seiten, € 30,-

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Filmbuch-Rezension: Christian Keßler „Hollywood Blackout – Sternstunden des amerikanischen Noir-Kinos (1941 – 1961)“

Letztes Jahr um diese Zeit hatte es mich dahingerafft. Irgendwo hatte mich dieses Corona-Virus erwischt, und ich lag erst einmal tagelang danieder und war danach zur Selbstisolation gezwungen. Zu dieser Zeit half mit Christian Keßlers Buch „Gelb wie die Nacht – Das italienische Thrillerkino von 1963 bis heute“, um die Tage gut über die Runden zu bekommen. Meine täglichen Gänge vom Bett zum Sessel und zurück verbrachte ich häufig mit diesem Buch unter dem Arm. Nun ist fast genau ein Jahr später ein neues Buch von Christian Keßler auf den Markt gekommen. Diesmal ist es nicht gelb, sondern seinem Thema angemessen in tiefes Schwarz gehüllt.

Denn es geht um den „Film Noir“. Ein weites, sehr fluides Thema. Denn in der Vergangenheit wurde so unterschiedliche Filme wie „Tote schlafen fest“, „Todsünde“ und „Unter Verdacht“ diesem „Genre“ zugeordnet. Dies in Anführungszeichen, weil es gar kein echtes Genre ist, sondern wie man an den genannten Filmen sieht, eher eine Unterart vielfältiger Genres wie Detektivfilm, Drama und Kostümfilm. Aufgestülpt wurde dieser Begriff einer bestimmten Art von Filmen erst Jahre nachdem diese in die Kinos gekommen waren. Wie man am Namen hört, von den Franzosen. „Film Noir“ ist ein faszinierendes Thema, welches in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen eine Nischendasein fristet. Was daran liegen mag, dass die Hochzeit des Noir, nämlich die 40er und 50er, leider zu jenen Jahrzehnten gehören, die abseits einiger Nischenveröffentlichungen (oder billiger Ramsch-DVDs) gerne totgeschwiegen wird. In den einschlägigen Streaming-Portalen finden diese so gut wie gar nicht statt, die großen Studios bringen ihre klassischen Filme nicht mehr für das Heimkino heraus. Vielleicht noch die allseits bekannten Vertreter, aber gerade die kleinen B-Produktionen (oder heute unbekannteren A-Produktionen) fallen dabei unter den Tisch. Zwar gab es hierzulande einmal von Koch Media eine Reihe namens „Film Noir“-Collection in der 25 sehr unterschiedliche Filme, wie der britische „Chicago Joe und das Showgirl“ von 1990 oder der grandiose Gruselfilmklassiker „Der unheimliche Gast“ erschienen, aber eben auch viele Noir-„Must-have“ wie „Rächer der Unterwelt“ oder „Die Narbenhand“. Kürzlich brachte UCM.ONE die Reihe Édition Film Noir heraus, die bisher neun Filme umfasst, deren thematische Brandbreite manchmal auch den Rahmen des Film Noir sprengt. In der „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ beschäftigten sich in der Vergangenheit Oliver Nöding und vor allem auch Noir-Experte Matthias Merkelbach (auf dessen vorbildliche Homepage Der Film Noir ich hier gerne verweisen möchte) immer wieder mit dem Film Noir, und Robert Zion trug dort eine Reihe zum Noir-Western (quasi die Nische in der Nische) bei.

Nun also gibt es auch „Hollywood Blackout – Sternstunden des amerikanischen Noir-Kinos (1941 – 1961)“ von Christian Keßler, welches sicherlich noch einmal eine ganz neue Gruppe zu Noir-Fans konvertieren kann. Denn Christian Keßler ist vor allem für seine großartigen Verdienste um den italienischen Exploitationfilm der 70er Jahre bekannt. Mit seinen heute legendären Kolumnen in der „Splatting Image“ hat er den Filmgeschmack vieler Filmfreunde positiv beeinflusst und Filme ins Rampenlicht geschoben, die vorher keine große Lobby hatten. Auch wichtig: Das Buch „Die läufige Leinwand“ über den US-Pornofilm der 70er, sein erstes Buch für seinen heutigen Stamm-Verlag Martin Schmitz. Diesem folgten viele weitere höchstempfehlenswerte Bücher, die ich hier im Blog auch alle mit größtem Vergnügen besprochen habe. Zuletzt – wie oben erwähnt – das Buch über den Giallo-Film. Dass sich Christian Keßler nun dem Film Noir zuwendet, also dem US-amerikanischen Film der 40er und 50er Jahre, mag da zunächst einmal (angenehm) überraschend erscheinen. Was es allerdings nicht ist, führt man sich vor Augen, dass Christian Keßler selber schon mal einen Fuß in das „Noir“-Genre bzw. in die Hardboiled-Romanen, die oftmals die Grundlage der Filme lieferten, gestellt hatte. An dieser Stelle sei darum auf seine beiden wunderbaren humoristischen Krimis um den Bremer Kommissar Ernst hingewiesen: „Aalglatt über Leichen“ und „Elfmeter für Ernst“, die auf extrem unterhaltsame Weise die Tradition des harten amerikanischen Detektivromans ala Chandler oder Hammett persiflieren und mit typischen „Keßlerismen“ würzen.

„Hollywood Blackout“ beginnt anders als „Gelb wie die Nacht“ mit einer Einführung, die den Begriff Noir zunächst einmal erklärt und zeitgeschichtlich einordnet. In der aber auch klar gemacht wird, wie vielfältig der Begriff „Film Noir“ angewandt wird, dass „Hollywood Blackout“ keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und zudem die Grenzen des Begriffes auch mal dehnt, wenn es dem Autoren angebracht scheint. Wobei dies nicht als Arroganz oder Besserwisserei auszulegen ist, sondern hier Christian Keßler einfach seinem Herzen folgt. An dieser Stelle muss generell einmal ein großes Lob ausgesprochen werden (welches nicht nur für „Hollywood Blackout“ sondern all seine Filmbücher gilt): Im Internet hat sich leider eine teilweise recht aggressive Form der Rechthaberei durchgesetzt. Es wird mit Absolutismen um sich geworfen. Was der Experte nicht mag ist per se schlecht. Wer etwas anderes behauptet, der wird niedergemacht und ihm schlichtweg die Kompetenz sich zu äußern abgesprochen. Ein andauerndes eitles „Ich, ich, ich“, welches auf die Dauer extrem zermürbend ist. Von solchen narzisstischen Ausfällen ist Christian Keßler weit, weit entfernt. Man merkt seinen Texten zu jeder Zeit die tiefe Liebe zum Thema an und die unbedingte Freude, diese mit seinen Leser*innen zu teilen. Das ist nicht nur wunderbar entspannt zu lesen, sondern reizt einen auch weit mehr sich selber auf Entdeckungsreise zu begeben, als ein autoritäres Predigen der eigenen Ansichten. Gerade dieses neugierige und ergebnisoffene an die Hand nehmen des Lesers und dieses „das Feuer weitergeben“ ist es, was Christian Keßler – im Gegensatz zu anderen, die immerfort nur ihre eigene absolute Wahrheit verkünden wollen – relevant macht. Insbesondere, wenn er sich in Genres begibt, die möglicherweise einer Vielzahl seiner treuen Stammleser*innen noch unbekannt sind. Wie hier eben der Film Noir.

Das Buch ist chronologisch nach Datum der Erstaufführung aufgebaut. Christian Keßler bespricht in mal längeren, mal kürzeren Texten über 200 Filme von „Entscheidung in der Sierra“ („High Sierra“, 1941) bis „Alles auf eine Karte“ („Underworld, U.S.A.“, 1961). Wie gewohnt mischen sich dabei seine eigenen Einschätzungen zum Film mit filmhistorischer Einordnung und Wissenswertes/Anekdoten über die beteiligten Personen mit einer lebensfrohen Freude daran, dies in eine sehr lebendige und humorvolle Sprache zu gießen. Was zu einem abwechslungsreichen, niemals langweiligen Lesefluss führt. Und auch dazu, dass man das Buch schlecht aus der Hand legen kann, weil man ständig denkt „Über einen Film lese noch, dann klappe ich es aber zu. Ist ja schon spät.… Okay, noch einen… aber wirklich nur noch einen“. Zudem – und das ist wie immer das größte Kompliment – macht es eine unbändige Lust darauf, sich die Filme auch anzusehen. Gerade jetzt vor Weihnachten dürften die Wunschzettel vieler Leser*innen mit Film-Noir-Boxen aus dem In- und Ausland gefüllt sein. Mission erfüllt, Herr Keßler! Ich freue mich schon auf das nächste Buch und bin sehr gespannt, in welche Gefilde mich der Kapitän dann schippern wird.

Christian Keßler „Hollywood Blackout – Sternstunden des amerikanischen Noir-Kinos (1941 – 1961)“, Martin Schmitz Verlag, 376 Seiten, gebunden, farbige Abbildungen, € 35,00

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Blu-ray-Rezension: „Krieg und Frieden“

1805, Sankt Petersburg: auf einer Soiree der Hofdame Anna Pawlowna trifft sich die Gesellschaft zum Plausch über die politische Lage. Napoleon hält Europa weiter in Atem, während Russland sich rüstet, um an der Seite Österreichs schließlich in die Schlacht bei Austerlitz zu ziehen. Und so beginnt eines der größten Historienepen der Literatur- und Filmgeschichte, das uns vom Kaiserpalast bis in eine Bauernhütte und von den großen europäischen Schlachtfeldern über eine weihnachtliche Schlittenfahrt bis hinein ins brennende Moskau führt und uns dabei vom russischen Leben und der russischen Seele in all ihren Facetten erzählt. (Quelle: Bildstörung)

Als Bildstörung ankündigte Sergei Bondartschuks „Krieg und Frieden“ als Nummer 40 ihrer Drop-Out-Reihe zu veröffentlichen, war ich erst einmal überrascht. Passt das? Normalerweise zeichnet sich diese Reihe ja durch ungewöhnliche Filme jenseits des Mainstreams aus. Mit Namen wie Borowczyk, Zulawski, Jodorowsky oder Magenschwingern wie „Komm und Sieh“ oder „Der Boxer und der Tod“. Ein 7-stündiges, großbudgetiertes, Oscar-prämiertes Epos nach einem berühmten Bestseller der Literaturgeschichte passt da erst einmal nicht ins Bild. Doch vertrauend auf die Kuratoren dieser Reihe, welche mich bisher nie enttäuscht haben, habe ich mich dann doch an dieses gewaltigen Brocken gewagt. Und mir wurden die Augen geöffnet, was für ein Meisterwerk ich ohne den Einsatz der Bildstörung-Macher verpasst hätte. Auch, was „geöffnet“, neun, aufgerissen ist das besser Wort. Von der ersten Sekunde an habe ich mich in diesen ungewöhnlichen Monumental-Film verliebt. Daher mag meine Rezension hier an manchen Stellen nicht mehr objektiv sein (aber welche ist das schon?) und mein enthusiastischer Überschwank hier und da mit mir durchgehen. Um es kurz zu machen: Über die seine ganze Länge von 422 Minuten marschierte „Krieg und Frieden“ unaufhaltsam in die ganz oberen Regionen meiner Allzeit-Lieblingsfilme.

Was macht „Krieg und Frieden“ so besonders? Zum einen ist es das schiere Ausmaß des Aufwands, der hier betrieben wurde. Sergei Bondartschuk konnte sichtlich aus dem Vollen schöpfen. Ich zitiere hier mal das Label: „Sieben Jahre Produktionszeit, vier Jahre Dreharbeiten, hunderte Schauspieler, über 12.000 Statisten, tausende Kostüme und 23 Tonnen Schwarzpulver lassen das monumentale Ausmaß der teuersten Filmproduktion der Sowjetunion, die Sergei Bondartschuk 1962-67 als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller verantwortete, dennoch nur erahnen. Allein die Schlacht bei Borodino, bei der Bondartschuk seinen ersten von zwei Herzinfarkten während der Dreharbeiten erlitt, verschlang zwei Jahre Drehzeit.“ Der Film war also oberste Staatssache. Die sowjetische Armee unterstützte ihn, Geld schien keine Rolle zu spielen. Da würde man befürchten, dass das Ergebnis glatt und staatshörig würde. Ein Werbefilm für die UdSSR unter dem Banner „Tolstoi“. Doch weit gefehlt. „Krieg und Frieden“ hat Ecken und Kanten und hält sich sehr dicht an die literarische Vorlage von Leo Tolstoi, die in ihrer endgültigen Form 1869, also mitten in der zaristischen Zeit, erschien. Natürlich singt „Krieg und Frieden“ eine Hohelied auf den russischen (nicht sowjetischen, das ist ein Unterschied) Geist. Nun könnte man argumentieren, dass das Projekt den sowjetischen Machthabern schon von daher gut gefallen haben muss, weil es ja zeigt, dass Russland sich nie vom mächtigen Westen (Napoleon) einnehmen lässt. Vielleicht auch, weil die Abwehr des napoleonischen Feldzuges auch Assoziation zum Sieg über Nazideutschland weckt. Wie man liest war der Hauptgrund aber, dass Tolstoi auch in der UdSSR ein hochverehrter Dichter der Nation blieb und Hollywood in den Augen der Sowjets mit seiner Version der Geschichte von „Krieg und Frieden“ 1958 vieles falsch gemacht hat. Nun wollte man zeigen, dass man es besser kann.

Obwohl mir die US-Fassung von King Vidor mit Audrey Hepburn, Mel Ferrer und Henry Fonda (immerhin auch mit 208 Minuten von beachtlicher Länge) bei meiner bisher einzigen und nunmehr über 30 Jahre zurückliegenden Sichtung gut gefallen hatte, verblasst sie doch gegen Bondartschuks Vision. Das Faszinierende an seinem „Krieg und Frieden“ ist, welche Experimentierfreudig Bondartschuk an den Tag legen durfte. Wenn die Kamera in die Wolken aufsteigt oder wie ein Irrwisch über Schlachtfelder oder Ballsäle rauscht. Wenn seine Farbgestaltung häufig Erinnerungen an die in Italien zu selben Zeit entstehenden Gothic-Horror-Filme erinnert. Oder an das japanische Kino dieser Zeit. Bondartschuk nutzt auch das Split-Screen-Verfahren, wie man es später dann bei Brian de Palma sieht. Wenn Figuren nächtens durch kalte, leere Paläste wandern, dann ist das manchmal schon ein ganz eigener Film. Stanley Kubrick muss sich den Film sehr genau angeschaut haben, auch wenn er in einem Interview in dem Buch „The Filmdirector as Superstar“ über Bondartschuks „Krieg und Frieden“ harsch urteilt: „It was a cut above the others, and did have some very good scenes, but I can’t say, I was overtly impressed. (…) It was a disappointing film, and doubly so because it had the potential to be otherwise.“ Dabei entdeckt man in „Krieg und Frieden“ zahlreiche Bilder, die auch vom späteren Kubrick hätten stammen können. Von der Detailbesessenheit und der akkuraten Nachbildung von Schlachten in „Barry Lyndon“ als offensichtlich seelenverwandten mal abgesehen. Aber Bondartschuk nutzt, wie Kubrick, häufig geometrisch exakte Einstellungen. Beim Spiel mit den Distanzen zwischen den Figuren oder die Einsamkeit von Personen in großen, kahlen, abweisenden Räumen ist man häufig an die später entstandenen „2001“ oder „The Shining“ erinnert. Vielleicht spricht Kubrick deshalb so herablassenden von Bondartschuks Film, damit niemand auf die Idee kommt, das Genie hätte sich von jemand anderem inspirieren lassen.

Neben seinen perfekt komponierten Bildern, weiß Bondartschuk aber auch Emotionen und Wärme in seinen Film zu bringen. Unvergesslich die Szene, in der Natascha Rostowa in einer Jagdhütte zum Spiel der Musik beginnt zu tanzen und ihr alter Onkel sie auf der Geige begleitet. Soviel Lebensfreude, soviel Liebe und Intimität traut man einem Film, in dem die Menschen zu tausenden auf dem Schlachtfeld massakriert oder böse manipuliert werden, gar nicht so. Eine Szene für die Ewigkeit. Was auch an der fantastischen Darstellerin der Natascha, der wundervollen Ljudmila Saweljewa, liegt. Kaum zu glauben, dass diese junge Frau zuvor nur als Ballerina gearbeitet hatte und so gut wie keine Filmerfahrung besaß. Wie sie Natascha als naiv-romantischen Wildfang, später dann als heißblütige Geliebte und am Ende als von Schicksalsschlägen gezeichnete Frau spielt ist großes Kino. In ihrer Art und Ausstrahlung ähnelt sie sehr der US-Natascha Audrey Hepburn, behält dabei aber immer etwas zerbrechlich-enthusiastisch-kindliches. Regisseur Bondartschuk schlüpft selber in die wichtige Hauptrolle des Pierre Besuchow und wirkt mit seiner massigen, aber doch etwas linkischen Gestalt, den traurig-zweifelnden Augen und der verdrucksten Art sehr viel überzeugender in seiner Rolle als es der etwas zu gut aussehenden, ein Tick zu selbstsichere Henry Fonda in King Vidors Film tat. Wjatscheslaw Tichonow kann es als kühler, etwas steifer und zu verkniffener Fürst Andrei Bolkonski locker mit Mel Ferrer aufnehmen, der allerdings als Bolkonski ebenfalls sehr gut besetzt war. Auch wenn ihn nicht so sehr der innere Zwang ansieht, den Tichonow in jeder Szene verströmt. Aber auch die anderen Darsteller reihen sich mühelos in die Riege großartiger Verkörperungen der vielen, vielen wichtigen Rollen ein. Jeder Einzelne hätte seinen eigenen Film verdient.

Trotz seiner enormen Länge verfliegt die Zeit bei „Krieg und Frieden“ wie im Fluge. Mit offenem Mund starrt man die aufwändigen Massenszenen an, staunt über die bildgestalterischen Experimente, genießt die perfekte Choreographie der zahlreichen atemberaubenden Plansequenzen, lässt sich von Wjatscheslaw Owtschinnikow gewaltiger und trotzdem intimer Musiker mitreißen. Und die Schlachtszenen gehören eh mit zum intensivsten und mitreißensten, aber auch gleichzeitig desillusionierensten was die Filmgeschichte hier zu bieten hat. Kein Wunder also, dass Bondartschuk 1970 für Dino de Laurentiis‘ Produktion „Waterloo“ unter Vertrag genommen wurde. Doch auch jenseits dieser beeindruckenden Kriegsaufnahmen, bleibt so manches für immer im Gedächtnis haften: Nataschas erster Ball, Besuchows Duell im Schnee mit Dolochow, die bereits angesprochene Szene in der Jagdhütte und vor allem das brennende Moskau. Wenn die heiße Glut für einen unheimlichen Sturm sorgt, der schwarzen Ruß durch die Luft wirbelt, das Chaos herrscht und Besuchow verzweifelt versucht das Leben eines Kindes zu retten. Oder die Hinrichtungen, die bei der bloßen Erinnerung einen Kloß im Hals verursachen. Diese Liste könnte noch immer weiter und weiter fortgeführt werden. Ich möchte aber hier mit der unbedingten Empfehlung enden, sich dieses monumentale Meisterwerk selber anzuschauen. Wenn es irgendwie geht, dann auf der großen (je größer, je besser) Leinwand (der großartige Verleih Drop-Out bringt ihn noch einmal in einige wenige Kinos). Denn da gehört er eigentlich hin. Aber diese äußerst gelungene Blu-ray von Bildstörung ist eine durchaus wirksame Ersatzdroge.

Wie gewohnt, ist auch diese Veröffentlichung durch Bildstörung eine Rundum-Sorglos-Paket. Der Film ist in die vier Teile aufgeteilt, die zwischen 1965 und 1967 in die Kinos kam, und die auch so in der DDR liefen. Teil Teil 1: Andrej Bolkonski (146 Minuten) und Teil 2: Natascha (97 Minuten) befinden sich auf der ersten Blu-ray. Teil 3: Das Jahr 1812 (81 Minuten) und Teil 4: Pierre Besuchow (96 Minuten) auf der zweiten Blu-ray. Alle Teile haben einen Vor- und Abspann. Vor dem ersten Teil ertönt noch vor schwarzem Bild eine 2,5-minütige Ouvertüre. Die Restaurierung ist sehr gut gelungen. Nur bei ganz schwarzen Bildern (meistens nach dem Titel) gibt es leichte Wolkenbildung. Sonst sieht das alles sehr gut aus. Der Ton ist auch großartig, besonders in der russischen Originalfassung, die ich empfehlen würde um das russisch-französisch-deutsche Sprachgewirr (welches wichtig ist) mitzubekommen. Höchst interessant sind die Extras, die auf einer Bonus-DVD zu finden sind. Gleich am Anfang gibt es einen schwarz-weißen, 47-minütigen zeitgenössischen Dokumentarfilm des WDR, bei dem ein deutsches Team die Dreharbeiten zum zweiten Teil begleitet. Im Team u.a. Thomas Schamoni. Der Ton ist etwas herablassend und „Krieg und Frieden“ wird auch schon mal als „Kostümschinken“ bezeichnet, doch der Blick von außen ist recht spannend. Die 29-minütige russische „Making-Of Doku“ (überwiegend schwarz-weiß) ist reinste Propaganda und erzählt davon wie grandios und enorm wichtig der Film ist. Da sich die Macher des Filmes gleich zu Beginn als Vertreter des Studios, welches „Krieg und Frieden“ dreht, vorstellen, ist das aber auch zu erwarten. Interessanterweise tauchen hier Material aus der WDR-Doku auf, was die Frage aufwirft, wer sich bei wem bedient hat. Der vierteilige Dokumentarfilm „Sergei Bondartschuk“ ist mit 104 Minuten das längste Extra. Auch dieses ist eine russische Produktion. Man erfährt viel über Bondartschuk und vor allem auch seine politischen Probleme in den späten 80ern. Allerdings ist die Doku von seiner Tochter mitgedreht worden, die auch viel über ihn erzählt. Das Ganze nimmt eine solche übersteigerte Form der Heldenverehrung an, dass man denkt, der gute Sergei hätte mindestens eine Heiligsprechung verdient. Das stört etwas. Dann folgen noch Interviews mit dem genialen Kameramann Anatoli Petrizki (25 Minuten), Co-Drehbuchautor Wassili Lanowoi (9 Min.) und schließlich ein kürzeres Essay über Sergei Bondartschuk, indem er selber zu Wort kommt (14 Min.) Abgeschlossen werden die Extras mit einer älteren, russischen Doku über Lew Tolstoi (22 Min.). Unbedingt erwähnt werden sollte aber auch das exzellente 24-seitige Booklet mit einem Essay von Christine Engel. Hier schreibt sie über Tolstoi, sein Leben und seine philosophischen Ansichten und bettet dies in die Zeit ein, in der Tolstoi lebte und die jene in der sein Mammut-Roman spielt. Und wie das eine durchaus das andere beeinflusst. Eine höchst spannende und aufschlussreiche Lektüre.

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Blu-ray-Rezension: „Kin-Dza-Dza!“

Der Vorarbeiter Vladimir Mashkov (Stanislav Lyubshin) verlässt nach Feierabend noch schnell einmal das Haus, um Besorgungen für die Familie zu machen. Dabei wird er von dem georgischen Studenten Gedevan Alexandrovich Alexidze (Levan Gabriadze) angesprochen, der einem seltsamen, offensichtlich verwirrten Mann (Anatoli Serenko) helfen möchte, der in einem alten Mantel und ohne Schuhe durch Moskau läuft. Dieser behauptet, zurück auf seinen Planeten zu wollen. Dazu habe er eine elektronische Vorrichtung, nur wisse er nicht, welche Nummer die Erde habe und diese bräuchte er, um zurückzukehren. Als Vladimir auf den Knopf der Vorrichtung, drückt, werden er und Gedevan sich plötzlich auf den Wüstenplaneten Plück transportiert. Dort gegebenen sie dem seltsamen Duo Uef (Jewgeni Leonow) und Bi (Juri Jakowlew), die sie mit den merkwürdigen Gepflogenheiten auf Plück vertraut machen…

Wieder einmal bringt das über alle Maße zu lobende Label einen Film auf den deutschen Markt, den man selbst als Freund der Materie nicht unbedingt auf dem Zettel hat. In diesem Fall die sowjetische Science-Fiction-Komödie „Kin-dza-dza!“, welche in ihrem Heimatland zwar Kultcharakter genießt, hierzulande aber so gut wie unbekannt ist. Da der Film auch nicht den Weg in deutsche (weder Ost, noch West) Kinos fand, gibt es auch keine deutsche Synchronisation. Was aber auch nicht so viel ausmacht, da einerseits der Film sowieso seine eigene Sprache entwickelt mit Fantasiewörtern wie „Kyu“ für „Mist“ und „Ku“ (angeblich) für alle anderen Worte. Zudem geht höchstwahrscheinlich eh schon eine Menge Wortwitz durch die Übersetzung verloren. Eine Vermutung, die mangels Kenntnis der russischen Sprache nicht belegt werden kann, allerdings nahe liegt, denn die deutschen Untertitel sind relativ humorlos.

Generell muss ich zugeben, trotz einer großen Affinität zum osteuropäischen Film oftmals meine Probleme mit dem Humor dieser Werke zu haben. So entlockt mir z.B. der polnische „Seksmisja“ nur ein leichtes Lächeln, während er in seinem Heimatland Lachsalven erntet. Zum ebenfalls polnisches „Rejs“ – einem Kultfilm par excellence – wurde mir gesagt, dass jemand außerhalb von Polen den Film gar nicht verstehen könnte, da er viel mit Wortspielen und typisch polnischen Situationen arbeitet. Interessanterweise geht es mir aber auch beim italienischen und Hongkong-Kino so, dass ich dem lokal extrem erfolgreichen Humor von z.B. Franco & Ciccio oder Stephen Chow sehr häufig ratlos gegenüberstehe. Trotz meiner tiefen Liebe für das Kino dieser Länder. Nun möchte ich „Kin-dza-dza!“ nicht mit beiden letztgenannten vergleichen. Aber der auf dem Cover getätigte Vergleich mit Monty Python und Douglas Adams wird dem Film weder gerecht, und führt zunächst einmal auf die falsche, temporeichere Fährte.

Denn „Kin-dza-dza!“ ist eine überraschend ruhige Satire, die ganz unterschiedliche Lesarten zulässt. Im empfehlenswerten Booklet von Gleb Albert und Daniel Wagner wird die Ambivalenz des Filmes öfter erwähnt. Warnt er nun vor den Gefahren des Kapitalismus und macht sich über die Geldgier der „Westler“ lustig? Oder nimmt er eher die Lebensrealitäten in der sozialistischen Sowjetunion aufs Korn? Um die Frage zu beantworten: In meinen Augen beides, wobei der Schwerpunkt dann doch auf den lokalen Gegebenheiten liegt. So gibt es zwar die „Ecilop“ (rückwärts für das englische Wort „Police“), die einen Schlagen dürfen und Strafen verteilen, aber es gibt auch eine Geheimpolizei. Während die Ecilop Lampen auf dem Kopf tragen, gibt es Gestalten, die ihre Lampen im Inneren ihres Mantels verstecken. Es gibt Mangelwirtschaft, eine Hierarchiesystem, dessen Herkunft niemand kennt oder hinterfragt. Die Aufteilung in Tschatlanen und Patsaken als Herrschende und Beherrschte, welches an die Rassentrennung in den USA erinnert, aber ebenso gut für die Privilegierten im sowjetischen System und an die, welche das von diesen misstrauisch beäugte Fußvolk bilden. Letztendlich ist es aber auch egal, da Georgiy Daneliyas Film einfach in alle Systeme passt, in denen sich Menschen tummeln, die vor allem auf ihren eigenen Vorteil aus sind.

Der Film spielt fast ausschließlich in der Karakum Wüste in Turkmenistan. Dementsprechend karg ist die Landschaft, aber von Daneliya und seinen Ausstattern mit bizarren, aber dennoch vertrauten Bauten und Requisiten bestückt. Nach kurzer Irritation lebt sich der Zuschauer doch schnell in diese Welt ein, in der es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Wer allerdings schenkelklopfenden Klamauk erwartet, ist hier fehl am Platze. Der Film lebt von von seinen satirischen Elementen, die durchaus subtil und niemals allzu plump daherkommen. Aber auch von seinen sympathisch-skurrilen Figuren, die zwar alle sehr speziell und nicht unbedingt ein Zier für eine genossenschaftliche Gemeinschaft sind, denen man aber gerne durch ihre eigenartigen Abenteuer folgt.

Dabei sind vor allem die Figuren Uef und Bi sehr interessant, da sich an ihnen das ganze Absurdum der Plückschen Hierarchie zeigt. Eine elektronische Vorrichtung von der niemand mehr weiß wie sie funktioniert, zeigt an, ob jemand ein herrschender Tschatlan (klingt wie „Charlatan“) oder ein geknechteter Patsak ist. Der ungestüme und weniger kluge Uef wird dadurch zum Herrscher, während der besonnenere und klügere Bi zum Diener wird. Hier entscheidet ein undurchsichtiges und ungerechtes System, wer in der Gesellschaft oben, wer unten ist. Unabhängig von den Qualitäten, die eine Person vorweisen kann. Angesichts dessen, dass auch in unserem Land noch immer die Herkunft – für die man nichts kann – über Bildungsweg und Chancen entscheidet und oftmals die dafür ungeeignetsten, gierigsten Leutchen an der Spitze von Politik oder Unternehmen sitzen, eine auch heute (leider!) gültige Allegorie.

Mit seinen 133 Minuten ist „Kin-dza-dza!“ etwas lang geraten. Doch hat man sich erst einmal an die langsam dahintreibende, oftmals Schleifen drehende Erzählweise gewöhnt, so vergeht die Zeit wie im Fluge. Gegliedert ist der Film in zwei in etwa gleichlange Teile. Wobei der erste Teil mit einer seltsamen Szene endet, die scheinbar nach dem zweiten Teil spielt und den Studenten nach dem Abenteuer zeigt, wie er mit einer seiner Professorinnen über seine Erlebnisse auf Plück redet, einige nichtssagende Beweise für die Existenz des Planeten präsentiert und ihm unterstellt wird, dass er sich das nur ausgedacht habe, um seine lange Abwesenheit und den Verlust der kostbaren Geige zu erklären. Seltsamerweise wird dies weder im zweiten Teil des Filmes, noch im Finale wieder aufgenommen. Die Szene bleibt ein Fremdkörper, der irgendwie nicht wirklich in den Film passt. Die Frage ist, wieso sie dann dort auftaucht? Gab es vielleicht Ideen, den Film nach dem ersten Teil enden zu lassen? Dramaturgisch hätte man das so machen können. Aber weshalb hat man sie dann noch drinnen gelassen, als der zweite Teil vorlag? Weder im Internet, noch in der einschlägigen Literatur habe ich hierzu Informationen gefunden. Mehr noch, nirgendwo wird auf dieses merkwürdige Zwischenspiel, welches den ganzen Film als Fantasie des Studenten entlarven könnte, eingegangen.

Wie dem auch sei. „Kin-dza-dza!“ ist ein sehr interessanter, einfallsreicher und humorvoller Film, dessen vollständigen Qualitäten vielleicht erst bei einer zweiten Sichtung offensichtlich werden. Sich ein wenig intensiver mit der Zeit seiner Entstehung und den damaligen Verhältnissen in der UdSSR zu beschäftigen, hilft möglicherweise auch und ist generell eine lohnende Tätigkeit. Aber auch ohne diese Kenntnisse kann man „Kin-dza-dza!“ genießen und sich in seinen ebenso kargen, wie fantasiereichen Bildern und der seltsamen, aber doch irgendwie allzu vertrauten Absurditäten der „Plückschen“ Gesellschaft verlieren.

Die Blu-ray des Labels Bildstörung ist mal wieder makellos. Auch wenn sicherlich der eine oder andere wieder über den nicht vorhandenen Ton meckert. Was für mich aber kein Manko darstellt, da ich eh Filme fast immer im Original mit Untertiteln schaue. Das Bild ist schlicht und ergreifend perfekt. Besser geht es bei einem fast 40-jährigen Film nicht. Das wirkt sehr frisch ohne dabei den Kino-Look zu töten. Die sehr klare und natürlich klingende russische Tonspur wurde nicht künstlich aufgemotzt, sondern liegt im Linear PCM 2.0 vor. Während auf der Blu-ray mit dem Film lediglich Trailer als Bonus zu finden sind, schöpft die beiliegende Bonus-Blu-ray aus dem Vollen. Was immer man auch über den 2019 verstorbenen Regisseur Georgiy Daneliya wissen möchte, erfährt man hier. Sei es in einem 14-minütigen Interview oder zwei TV-Specials des russischen Fernsehens (39 und 44 Minuten), Leben und Schaffen werden von allen Seiten beleuchtet, wobei Schwerpunkte immer auch auf seinem bekanntesten Werk „Kin-Dza-Dza!“ liegen. Und das empfehlenswerte 28-seitige Booklet mit aufschlussreichen Texten von Gleb Albert und Daniel Wagner erwähnte ich ja bereits.

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Das Bloggen der Anderen (02-11-21)

Ungewohnter Weise gibt es „Das Bloggen der Anderen“ diesmal auf einem Dienstag. Wie ich schon schrieb, ist der Montag bei mir aktuell immer voll mit anderen Aktivitäten, sodass das eigene Bloggen sich hinten anstellen muss. Zudem gab es auch wieder einmal nicht so viel zu berichten.

– Auf Schattenlichter wird wieder ein sehr schöner Vergleich „Drehorte früher“ – „Drehorte heute“ gemacht. Diesmal für Jean Rollins schönen „Les raisins des mortes“, dessen sehr phantasiereichen deutschen Titel ich hier nicht wiederhole.

– Okay, Das Wes-Anderson-Portrait ist wieder so halbe Promo mit Einkaufs- und Streaminglinks, aber immerhin von Christian Neffe auf kino-zeit.de kompetent geschrieben, weshalb ich das hier mal mit aufnehme. Auch, weil es diese Woche fast nichts anderes gibt.

– Zviad Gamsachurdia stellt auf critic.de Robert Bressons „Lancelot, Ritter der Königin” vor, der nun endlich bei uns auf DVD und Blu-ray erscheinen ist.

– Wie auch ich, war Volker Schönenberger von Die Nacht der lebenden Texte sehr von „Pig“ mit Nicolas Cage begeistert. Danke hier auch für die Erwähnung. Und apropos „Erwähnung“. Jede Kritik die den tollen „Die Farbe“ von Huan Vu erwähnt, muss natürlich auch verlinkt werden.

– Hätte ich „Sukkubus – Den Teufel im Leib“ nicht zusammen mit dem demnächst erscheinenden „Abwärts“ bestellt, läge die Scheibe mit diesem 1989 von Georg Tressler inszenierte Almen-Grusler auch schon bei mir. So macht funxton begeisterter Text die Wartezeit noch härter. Und Danke an dieser Stelle für seine überschwängliche Empfehlung (10/10) von „Mr. Klein“, der damit umgehend auf meinen Einkaufszettel wanderte.

– Zum Abschluss noch zwei Filme aus Italien, die Bluntwolf auf Nischenkino vorstellt. Von „Betrachten wir die Angelegenheit als abgeschlossen“ habe ich schon viel Gutes gehört und Bluntwolfs Besprechung bestätigt dies noch einmal. „Deep Red“ braucht man nicht mehr groß vorstellen und lustigerweise ist mir heute auch die neue UHD aus England ins Haus getrudelt. Da lese ich das doch gerne noch einmal zur Einstimmung.

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Es ist da! 70 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin Nr. 1

Es ist vollbracht und liegt nun nach meinem kleinen Urlaub bei mit Zuhause. Die erste reguläre Ausgabe des „70 Millimeter“-Magazins. Eine Zeitschrift, die sich ganz auf die Filmgeschichte zwischen den Jahren 1966 und 1975 (dem Jahr in dem mit „Der weiße Hai“ das Blockbuster-Kino moderner Prägung seinen Anfang nahm) konzentriert. Und zugleich das erste Heft überhaupt, welches ich als Chefredakteur verantworte.

Der Weg zu dieser Ausgabe war nicht immer einfach, manchmal sogar schmerzhaft – aber das Resultat hat sich in meinen Augen vollauf gelohnt. Ich bin superstolz auf „das Baby“ und danke unserem Herausgeber Jörg Mathieu und „35 Millimeter“-Chefredakteur Clemens Williges für die Unterstützung und manchem guten Rat.

Ich mache mich jetzt gedanklich schon mal an die Nr.2 und empfehle derweil die Artikel von Bernward Knappik über den Biker-Film, Matthias Merkelbach über Gene Hackmans Neo-Noirs, Tonio Klein über die Frage der Selbstjustiz in „Dirty Harry“, Christoph Seelinger über das Kino des Senegals, Roman Widera über die „Sasori“-Serie, Lars Johansen über das Jahr 1968 im Italo-Western, Clemens Williges über den wunderbaren Film „Viy“ und Christian Keßlers Kolumne „Christians Pizza-Stüberl“. Ich selbst habe mir erlaubt etwas über den frühen Klaus Lemke beizusteuern.

Ich hoffe sehr, den Leserinnen und Lesern gefällt die Nr.1 ebenso sehr wie mir und freue mich auch gespannt auf Feedback.

Heft #1 kann man HIER für € 4,80 zzgl. Versand beziehen.

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Das Bloggen der Anderen (18-10-21)

Bevor ich Ende der Woche wieder in den Urlaub verschwinde, wollte ich diese kleine Rubrik zumindest für heute wieder mit Leben füllen. Und da die bloggenden Kolleginnen und Kollegen derzeit auch eher still sind, ist das auch schnell gemacht.

– Auf kino-zeit.de hat Maria Wiesner einen Zweiteiler über die Kulturschaffenden der Weimarer Republik verfasst, die in den 30er Jahren nach Hollywood geflüchtet sind. Für Filminteressierte, die da nicht so tief im Thema sind sehr interessant und gut geschrieben. Teil 1 gibt es hier, Teil 2 dort.

– Bluntwolf erinnert auf Nischenkino an Mario Bavas großartigen „Planet der Vampire“ (von dem ich mir so langsam mal eine Blu-ray wünsche).

– Den 1959 entstandenen „Terror is a Man“ kenne ich zwar noch nicht, bin nach Heikos Besprechung auf Allesglotzer aber durchaus neugierig darauf geworden. Dr.-Moreau-Geschichten gehen bei mir ja immer und Filme von den Philippinen sowieso.

– An „Ex-Drummer“ habe ich mich bisher heute nicht so recht ran getraut. Dass dies ein Versäumnis ist, ist mir durchaus bewusst. Nicht erst nach der Kritik auf Filmsucht.org.

– Wo ich mich durchaus ran trauen würde ist „Willy’s Wonderland“ mit Nicolas Cage. Nicht nur weil ich den Nic ins Herz geschlossen habe, sondern weil der Film auch extrem polarisiert. Die Review von Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte ist eine der ganz wenigen positiven Reaktionen auf den Film. Und klingt nach etwas, was mir durchaus Freude bereiten könnte. Ich bin gespannt.

– Als ich den Trailer von „Malignant“ im Kino gesehen habe, habe ich gedacht „Mann, mann, mann… das ist nix“. Mittlerweile habe ich von einigen vertrauenswürdigen Quellen gehört, dass mein erster Eindruck hier wohl viel zu negativ war. Auch was funxton über James Wans Werk schreibt, klingt durchaus interessant.

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