Blu-ray-Rezension: „The Painted Bird“

Irgendwo in Osteuropa während des 2. Weltkriegs. Der kleine Joska (Petr Kotlár) lebt bei seiner Großmutter Marta auf einem abgelegenen Hof. Seine Eltern haben ihn hier hingeschickt, damit er in Sicherheit ist. Als seine Großmutter überraschend stirbt, setzt Joska versehentlich das Haus in Brand. Dann macht er sich ganz allein auf, seine Eltern zu finden. Seine Odyssee führt ihn durch ein Land, in dem ein Menschenleben nur sehr wenig wert ist, grausame Gewalt und Aberglauben regieren, und der Krieg und Holocaust blutige Ernte halten…

Um es kurz zu machen: „The Painted Bird“ ist ein schrecklicher Film. Damit könnte ich es jetzt bewenden lassen und doch würden diese paar lapidaren Worte in eine völlig falsche Richtung weisen. Denn gemeint ist hier, er steckt voller Schrecken, die einem nahe gehen. Nach nicht einmal fünf Minuten hatte ich das Bedürfnis den Film abzubrechen, nachdem gezeigt wurde, wie eine Gruppe Kinder den kleinen Protagonisten Joska völlig grundlos zusammenschlagen , dann ihm sein – scheinbar geliebtes – Frettchen entreißen, es anzünden und sich daran erfreuen, wie das arme, schreiende und noch umherlaufende Tier seinen grausamen Tod findet. Diese Szene erwischt einen wie ein unerwarteter Schlag in die Weichteile. Und es wird von da an nicht besser. Für den armen Joska und den Zuschauer. Fast drei Stunden wird man durch eine Hölle geschleift, die weder Mitgefühl, noch Hoffnung kennt.

Wenn da nicht einmal zu Beginn ein deutsches Kriegsflugzeug am Himmel zu sehen wäre, so könnte man die Geschichte auch zeitlich gar nicht verorten. Die Dörfer, die Menschen, das Zivilisationsferne, das alles wirkt wie das 19. Jahrhundert. Und tatsächlich waren die armen, ländlichen Gegenden in Osteuropa lange – bis in die 50er Jahre – solche Zeitkapseln, in die sich die Moderne nicht vorgewagt hat. Auch örtlich kann man die Handlung des Filmes nirgendwo verankern. Es wird nie erwähnt, wo genau der Film spielt und gesprochen wird „Interslawisch“. Eine künstliche Sprache – vergleichbar mit Esperanto – in der Elemente unterschiedlicher slawischer Sprachen vereint werden.

In „The Painted Bird“ bekommt man einen guten Einblick in die slawische Kultur. In ein seltsames und fast gleichberechtigtes Nebeneinander von archaischen Naturglauben und Katholizismus. Dort gibt es die alte Schamanin, welche in den Dörfern die Funktion einer Ärztin und gleichzeitig einer unfehlbaren Autorität für die spirituellen Dinge ausübt. In den Städten ist es die katholische Kirche, die mit dieselbe Aura der Nichthinterfragbarkeit über das Leben der Menschen herrscht. Beiden vertraut Joska, beide enttäuschen sein Vertrauen. Beide lassen ihn noch mehr leiden. Die Schamanin vollführt ihn ihm ein grausames Ritual als er erkrankt und gräbt ihn bis zum Hals ein, woraufhin Krähen seinen ungeschützten Kinderkopf zerhacken. Der Priester, der es gut mit ihm meint, vermittelt ihn an einen brutalen Päderasten – und will danach seinen Fehler nicht sehen, obwohl er deutlich spürt, dass er Joska in die Hände eines sadistischen Kinderschänders gegeben hat. Doch nicht nur die „geistlichen Autoritäten“ handeln ähnlich.

Auch ihre Anhänger nehmen sich nichts in ihrer Ablehnung gegenüber allem Fremden. Der hübsche, feingesichtige Joska, südländisch wirkend mit seinem dunkleren Teint, den schwarzen Haaren und dunklen Augen, ist ein Fremder in dieser Welt. Er ist der im Titel genannte „bemalte Vogel“. In einer Szene trifft Joska auf einen Vogelfänger. Dieser bemalt einen gefangenen Vogel mit weißer Farbe und entlässt ihn scheinbar in die Freiheit. Der Vogel kehrt zu seinem Schwarm zurück. Doch weil er nun „anders“ ist, wendet sich der Schwarm gegen ihn und hackt ihn zu Tode. So ergeht es auch Joska. Wo er auftaucht, wendet sich die Gemeinschaft gegen ihn. Die abergläubischen Dorfbewohner, den er als Sklave der Schamanin begegnet, halten ihn für einen, der mit Dämonen im Bunde ist. Später wird ihn einer in einen Fluss schubsen, was er nur knapp überlebt. Vermissen wird ihn aber niemand. Nicht einmal die Schamanin. Als er für den Priester als Messdiener arbeitet, stolpert er einmal beim Rückwärtsgehen und die Bibel fällt zu Boden, woraufhin die aufgebrachte Menge – die ihn schon vorher geschnitten hat – einen Grund gefunden hat, ihrer vorher mühsam unterdrückten Wut und Hass gegen alle andersartigen ihn in eine ekelhafte Jauchegrube wirft.

Die Dinge, die dem vielleicht 10jährigen Joska widerfahren sind fast unerträglich mitanzusehen. Regisseur Václav Marhoul zeigt unsagbare Brutalität, emotionsloses Abschlachten Unschuldiger, Kindesmissbrauch, das Töten von Säuglingen, Vergewaltigung, Sodomie – das völlige Zerstören des Gegenübers. Keine Gnade, keine Hoffnung, kein Lichtschein am Ende des Tunnels. Eine Welt in der Mitgefühl grausame Konsequenzen hat. Menschen ihrer Menschlichkeit beraubt werden und vom Stärkeren benutzt oder zerstört werden. Dass man dies als Zuschauer durchsteht liegt einer Distanzierung durch die Art der Inszenierung. Marhoul kleidet seinen Film in teilweise betörend schöne schwarz-weiße Bilder. Die dadurch entstehende Künstlichkeit, der Verweis auf das Medium Film, machen das visuelle Erleben der Grausamkeiten halbwegs erträglich, da einem durch die hohe Ästhetisierung immer wieder deutlich gemacht wird: Es ist „nur“ ein Film.

Dafür verzichtet Marhoul komplett auf Musik. Die Ereignisse werden also nicht extern emotional aufgeladen. Zudem gibt es keinen inneren Monolog der Hauptperson oder einen übergeordneten Erzähler, der das Geschehen ordnet. Der Zuschauer muss sich das selber erarbeiten und sich seine Gedanken machen. Vor diesem Hintergrund ist die schauspielerische Leistung des kleinen Petr Kotlár, der bei Beginn der Dreharbeiten erst 9 Jahre alt war, umso mehr zu loben. Auch wenn sein Joska zu Beginn nur sehr wenig spricht und dies im Laufe des Filmes fast komplett einstellt, sieht man ihm jederzeit an, was in ihm vorgeht und wie sich sein Wesen durch die schrecklichen Erlebnisse verändert.

Überhaupt hat Marhoul dahingehend ein gutes Händchen bewiesen. Insbesondere die beeindruckenden Laiendarsteller*innen und hierzulande eher unbekannten Schauspieler*innen machen ihre Sache hervorragend. Dass Marhoul mit Udo Kier und Julian Sands (beide absolut diabolisch) auf der einen, und Harvey Keitel, Barry Pepper und Stellan Skarsgård auf der anderen auch international sehr bekannte Gesichter dabei hat, hilft wieder ein wenig bei der Distanzierung zu der niederschmetternden Handlung. Es ist dann eben wie gesagt „nur“ ein Film. Man könnte aber auch argumentieren, dass das plötzliche Auftauchen dieser „Hollywood-Gesichter“ einen etwas aus dem Sog des Filmes zieht.

Einen besonderen Darsteller hat Marhoul in Aleksey Kravchenko gefunden, der hier einen Rotarmisten spielt. Kravchenko spielte einst Flyora, die Hauptfigur in „Komm und sieh“, der ebenfalls bei Bildstörung erschienen ist (meine Rezension hier), und in mancher Hinsicht wie eine Blaupause zu „The Painted Bird“ wirkt, da er eine ganz ähnliche Geschichte – ein Junge gerät in die Mühlen des Krieges und wird durch die grauenvolle Erlebnisse seelisch zerstört – erzählt. Aber auch wie ein Gegenentwurf zu „The Painted Bird“ wirkt. Direkter, unmittelbarer, wahrhaftiger, weniger distanziert zum Gezeigten. Und noch erschütternder in seiner Wirkung. Denn Marhoul gönnt seinem Helden am Ende den Hauch einer Hoffnung, welcher Aleksey Kravchenkos Flyora nicht vergönnt war.

Bildstörung hat „The Painted Bird“ in perfekter Bild- und Tonqualität veröffentlicht. Da gibt es keinen Grund irgendetwas zu beanstanden. Es gibt eine deutsche Tonspur, empfehlen würde ich aber auf jeden Fall den Originalton in Interslawisch. Auch die Extras sind wie immer absolut vorbildlich. Allem voran eine Dokumentation zur Entstehung des Filmes, die mit 120 Minuten selber mehr als normale Spielfilmlänge hat und ausgesprochen spannend ist. Erzählt wird aus der Perspektive Petr Kotlárs, wie er die Dreharbeiten erlebte. Ergänzt wird dies mit Interviews, die mit Marhoul, der seine Sicht der Dinge präsentiert. Die Kamera begleitet die Dreharbeiten über die vollen zwei Jahre. Es werden keine Schwierigkeiten unterschlagen, einmal ist das Geld alle und niemand weiß wie es weitergeht. Dann will Kotlár hinschmeißen, da er sich die Haare nicht weiter lang wachsen lassen möchte. Man darf nie vergessen und das kommt hier auch gut rüber, dass er eben noch ein kleiner Junge ist, der erst 9 ist als das Abenteuer beginnt und gerade 11, wenn es endet. Klar, dass es für ihn nicht leicht ist und er ab und zu „streikt“. Auch die Techniker*innen aus der zweiten Reihe werden ausführlich vorgestellt. Als einmal gezeigt wird, wie in der Ukraine gedreht wird, bekommt der Film noch einmal einen sehr unbequemen tagespolitischen Bezug. So viel weiter hat sich die Menschheit scheinbar nicht entwickelt. Natürlich wird auch auf die Kontroverse um den Autor der 1965 erschienen Buchvorlage eingegangen. Jerzy Kosinski hatte sein Buch „The Painted Bird“ als seine eigene Autobiographie verkauft. Etwas, was widerlegt werden konnte. Zudem bestehen Zweifel an seiner alleinigen Urheberschaft. Interessanterweise wird Václav Marhoul auch zweimal bei cholerischen Wutausbrüchen gezeigt. Insgesamt ein extrem interessantes und aufschlussreiches Making Of. Das zweite Extra ist ein 90minütiges Werkstattgespräch mit Václav Marhoul, welches 2020 beim goEast-Festival aufgenommen wurde. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie konnte Marhoul nicht vor Ort sein, so dass das Gespräch als qualitativ eher unterdurchschnittlicher, nichtsdestotrotz hochspannender Zoom-Mitschnitt vorliegt. Das 24-seitige Booklet enthält Vorwort von und ein Interview mit Václav Marhoul.

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70 Millimeter – Das Retro-Film-Magazin Nr. 2

Es ist schon etwas länger erhältlich, aber ich komme jetzt erst dazu, auch hier darauf hinzuweisen. Die neue 70MM ist da! Die zweite, die ich als Chefredakteur verantworten durfte. Fühlt sich gut an. Sowohl das Heft, als auch mit so tollen Autorinnen und Autoren zusammenarbeiten zu können.

Alexander Schulz setzt sich in seinem Artikel“ Porn No Chic“ mit dem „Tabu“ Pornographie auseinander. Christoph Seelinger schreibt über den brasilianischen Filmemacher Ivan Cardoso. Science Fiction spielt sowohl in Carsten Henkelmannes Artikel über Dystropien, als auch Katharina Noss Artikel über Spezialeffekte eine Rolle. Tonio Klein weiß einiges Neues über Blake Edwards zu berichten und Lars Johansen kennt sich beim Gerne-Animationsfilm (siehe unser Cover-Motiv) bestens aus. Christian Keßlers Kolumne „Christians Pizza-Stüberl“ gibt es selbstverständlich auch wieder.

Ich selber habe es mir nicht nehmen lassen, nach 22 Jahren den zweiten Versuch zu starten, einen Artikel über S.F. Brownrigg in einer Zeitschrift unterzubringen. Diesmal mit Erfolg, da die 70MM nicht vorher den Betrieb eingestellt hat. Ganz im Gegenteil. Jetzt geht es erst richtig los!

Heft #2 kann man HIER für € 4,80 zzgl. Versand beziehen.

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Das Bloggen der Anderen (25-04-22)

– Auf kino-zeit.de zieht Bianca Jasmina Rauch die Bilanz der diesjährigen Diagonale, dem Festival des österreichischen Films. Und wer einmal ins Frühwerk von Roger Eggers eintauchen möchte, für den stellt Katrin Doerksen dessen frühesten Kurzfilm „Hansel & Gretel“ vor, den sie dankenswerterweise auch gleich verlinkt hat.

– Jonas Nestroy berichtet auf critic.de vom Festival Visions du Réel in Nyon.

– Mir war gar nicht bewusst, dass Luis Buñuels „Dieses obskure Objekt der Begierde“ und der Josef von Sternberg/ Marlene Dietrich-Film „The Devil is a Woman“ auf demselben 1898 erschienenen Roman „La Femme et le pantin“ von Pierre Louÿs beruhen. Noch weniger, dass dieser sehr häufig verfilmt wurde. Zwei dieser weiteren Verfilmungen stellt Manfred Polak auf Whoknows presents vor.

– „Die 5 und das (musikalische) Übermaß der Liebe in Paul Thomas Andersons Phantom Thread und Licorice Pizza“ lautet der schöne Titel eines Artikels von Sebastian Schwittay, der wunderbarerweise den guten alten Eskalierende Träume–Blog wieder etwas belebt.

– Peter Gutting interviewt auf film-rezensionen.de Andreas Dresen zu seinem neuen Film (mit Bremen –Bezug!).

Albrechts Film Café berichtet von Volker Schlöndorffs Besuch im April 2022 im Zeise Kino Hamburg.

– Sebastian macht auf Nischenkino eine kleine Wong Kar-Wai-Retro mit den Filmen „Days of Being Wild“ und „As Tears Go By“.

Der Kinogänger zeigt sich begeistert von „Der Mörder kam um Mitternacht“ von Édouard Molinaro mit Lino Ventura.

„Freaks“ ist ein absoluter und extrem verstörender Klassiker. Was kann man dazu noch schreiben? Tonio Klein hat auf Die Nacht der lebenden Texte noch einige Worte gefunden.

Tobe Hoopers Spätwerk „Toolbox Murders“ hatte ich damals tatsächlich im Kino gesehen und dort gefiel mir der Film überraschend gut. Lange glaubte ich mit dieser Meinung eher einsam zu sein. Umso mehr freue ich mich, in funxton einen Verbündeten gefunden zu haben.

Fred Olen Rays „Scalps“ kenne ich tatsächlich nur als Video-Cover in der Videothek. Geliehen hatte ich den – glaube ich – nie. Vielleicht kein so großer Verlust, wenn ich Heikos Review auf Allesglotzer lese. Ein Satz muss ich aber mal hervorheben, weil ich ihn sehr passend finde: „Meist liebloser Fraß mit komischem Nachgeschmack, zusammengemantscht von jemanden, der die Theorie gut beherrscht und das Genre nachvollziehbar mag, in der Praxis aber leider scheitert. Quasi wie Eli Roth, nur dass der nicht so viel dreht.“

– Herzlichen Glückwunsch Schlombies Filmbesprechungen zum 10. Geburtstag! Da verweise ich dann auch gleich auf seine Besprechung von „Wer hat Tante Ruth angezündet?“.

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Das Bloggen der Anderen (11-04-22)

– Auf kino-zeit.de legen Sebastian Seidler und Sophia Derda konträre Standpunkte zum Thema „Ist das Streaming der Tod des Kinos?“ dar. Ferner stellt kino-zeit das Programm der Diagonale – Festival des österreichischen Films 2022 vor.

– Und auf critic.de hat Jonas Nestroy bereits die ersten Filme der Diagonale gesehen und besprochen.

– Mal etwas Leichtes zwischendurch. Filmlichtung stellt einige „seltsame Cameo Auftritte“ vor.

– Irgendwann muss ich mich auch einmal in die seltsame Welt des amerikanischen Komikers Rudy Ray Moore begeben. Bluntwolf von Nischenkino hat sich „Petey Wheatstraw, the Devil’s Son-In-Law“ zur Brust genommen.

– Und auf Die Nacht der lebenden Texte hat sich Tonio Klein einmal mit der französischen OSS 117-Reihe (inklusive der Parodien mit Jean Dujardin) beschäftigt.

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Das Bloggen der Anderen (04-04-22)

Das Bloggen der Anderen ist wieder zurück aus einer kleinen Zwangspause, die von zahlreichen Deadlines und anderen Projekten – die nicht unbedingt alle etwas mit Film zu tun haben – geprägt war. Ich habe jetzt nicht mehr gesehen, was so alles in meiner Abwesenheit in den deutschsprachigen Filmblogs los war. Ich hoffe mal mehr als in der aktuellen Woche, die extrem ruhig war.

Filmlichtung ist einer der wenigen Blogs, die sich noch mit allgemeinen Fragen und Themen beschäftigen. Diesmal geht es ihm um die Frage, was ein Remake und was eine Neuadaption ist und wo da der Unterschied ist.

– Nicht ganz uneigennützig weise ich mal auf die begeisterte „The Dark and the Wicked“-Besprechung von Rouven Linnarz auf film-rezensionen.de hin. Der der Film läuft nämlich kommenden Sonntag im Bremer Kino Cinema Ostertor und meine Wenigkeit gibt eine Einführung.

– „Verdammt zu leben, verdammt zu sterben“ ist ein nihilistischer Spät-Italo-Western von Lucio Fulci, den ich sehr gut finde, der mir aber noch immer in der Sammlung fehlt. Heikos Review auf Allesglotzer bestätigt mich darin, diese Lücke bald zu schließen.

– Nochmal Italien, diesmal aber ein leichterer Ton. Den gediegenen Agatha-Christie-Gedächtnis-Giallo „Konzert für eine Pistole“ mochte ich schon immer sehr gerne. Bluntwolf von Nischenkino auch. Schön.

– Und zu guter Letzt möchte ich noch auf Tonio Kleins schönen Text zu dem mir bisher unbekannten Kavallerie-Western „Vorposten in Wildwest“ auf Die Nacht der lebenden Texte hinweisen.

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„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 45 erhältlich

Wahnsinn. Die 35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin steuert langsam aber sicher auf seine 50. Ausgabe zu. Gerade erschienen: Die Ausgabe 45, die sich mit dem Animationsfilm in all seinen Facetten, Formen und Farben widmet.

Ich habe diesmal über die großartige Lotte Reiniger geschrieben, der wir auch das Covermotiv verdanken. Zu Lotte Reiniger gibt es übrigens eine schöne Dauerausstellung im Filmmuseum Düsseldorf, dem ich beim letzten Mondo-Bizarr-Weekender im hauseigenen Kino Black Box einen erneuten Besuch (mit Schwerpunkt diesmal natürlich auf der Reiniger-Ausstellung) abgestattet habe. Außerdem gebe ich zusammen mit den Kollegen Christoph Seelinger und Clemens Williges meine Eindrücke vom wunderbaren „Der letzte Mann“-Stummfilmkonzert des Landesjugendorchesters Bremen im Goethetheater wieder.

Und die Artikel der Kolleg*innen sind ganz wunderbar geworden und laden zum langen Schmökern ein. Und es sind auch viele neue cinephile Stimmen dabei. Es lohnt sich also. Lohnt sich sogar sehr. 🙂

Heft #45 kann man HIER für € 6,00 zzgl. Versand beziehen.

 

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Das Bloggen der Anderen (14-03-22)

– Patrick Holzapfel von Jugend ohne Film hat sich immer wieder die ersten Minuten von Hiroshi Shimizus „Nakinureta haru no onna yo“ angesehen und dabei einiges für sich entdeckt.

Filmsucht.org erinnert an Luchino Viscontis Filmdebüt „Ossessione“.

– Tonio Klein hat auf Die Nacht der lebenden Texte ganz genau bei „Absolute Power“ von und mit Clint Eastwood hingeschaut und einen langen und sehr positiven Text über diesen Film geschrieben.

– Über Paul Verhoeven „Benedetta“ habe ich jetzt schon auf berufenen Mündern sowohl positives als auch negatives gehört. Funxtons Filmbesprechung fällt aber eindeutig in die erstere Kategorie und macht mich jetzt doch neugierig.

– Hui, Filmlichtung empfiehlt trotz einiger wahrgenommener Schwächen „Willies Wonderland“ mit Nicolas Cage. Dann muss der jetzt auf jeden Fall endlich her.

– Der deutsche Science-Fiction-Film von 1969 „Das Rätsel von Piskov“ sagte mir vorher gar nichts. Aber die Review auf Schlombies Filmbesprechungen klingt so vielversprechend, dass der jetzt auch auf den Einkaufszettel gewandert ist.

– Innerhalb eines halben Jahres zweimal auf 35mm gesehen. Das reicht mir jetzt auch erst einmal mit dem „New York Ripper“. Trotzdem habe ich Bluntwolfs lange Besprechung auf Nischenkino gerne gelesen.

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Das Bloggen der Anderen (07-03-22)

Letzte Woche hatte ich aufgrund der aktuellen Ereignisse weder die Kraft, noch die Muße mich mit so etwas wie Film oder gar dem Schreiben darüber zu beschäftigen. Wenn ich mir so anschaue, was in den deutschsprachigen Filmblogs los war (oder eben nicht), so erging es mir nicht allein so. Jetzt zu sagen „Aber das Leben muss ja weitergehen“, ist natürlich grundfalsch. Nein, es geht nicht so weiter wie bisher. Aber ich habe für mich entdeckt, dass es mir gut tut, neben der Angst, Sorge, Trauer und Wut über das, was da gerade geschieht, ab und zu auch andere Gedanken in den Kopf zu lassen. Das hilft meiner seelischen Hygiene. In diesem Sinne:

– Der große Mario Bava ist ein Fixstern in meiner filmischen Erweckung gewesen. Sein „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ habe ich erst spät gesehen, aber die Bilder waren durch Programm-Zeitschriften und der sehr lebhaften Wiedererzählung meiner Cousine Anfang der 80er schon lange in meinem Kopf. Und das Booklet für die Koch-Media-Veröffentlichung von „Die toten Augen des Dr. Dracula“ war das erste, welches ich schreiben durfte. Dazwischen liegen viele Jahre des Staunens und Entdeckens. Christian Neffe stellt den Großmeister auf kino-zeit.de aufgrund einer kleinen Retrospektive auf Mubi noch einmal vor. Und Sonja Hartl hat einen ausführlichen und interessanten Artikel über Drehbuchautorinnen in Hollywood geschrieben.

– Zum 100. Geburtstag von Pier Paolo Pasolini hat sich Volker Schönenberger auf Die Nacht der lebenden Texte ausführlich mit dessen letztem Film „Die 120 Tage von Sodom“ auseinandergesetzt.

– Es gibt ja immer einige Blogs, bei dem man persönlich weiß, dass die dort vertretenen Meinungen sich oftmals mit den eigenen decken. Bei mir gehört der sympathische Blog Schattenlichter dazu. Daher war ich sehr gespannt, was dort über das neue Werk von Dario Argento – „Dark Glasses“ – zu lesen ist.

– Bluntwolf schreibt auf Nischenkino über einen Film, den ich gerne von 35mm im Kino – den Trailer durfte ich so schon mal bestaunen – sehen würde. „Der Vernichter“ von Umberto Lenzi mit Tomas Millian als „Rambo“ (ja, wirklich!).

– Rouven Linnarz schreibt auf film-rezensionen.de über „Dracula in Parkistan“, den man derzeit noch in der Arte-Mediathek sehen kann, und Oliver Armknecht über Claire Denis „Trouble Every Day“, den man am kommenden Sonntag in Bremer Kino Cinema Ostertor sehen kann (die kleine Eigenwerbung sei hier gestattet).

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Das Bloggen der Anderen (21-02-22)

– Berlinale, Berlinale, Berlinale. Jonas Nestroy berichtet auf critic.de von Filmen in den Sektionen Encounters und Panorama. Ebenfalls dort verfassen Studierende des Seminars „Schreiben über Film – Berlinale 2022“ Kurzkritiken über Filme aus den Sektionen Forum, Panorama, Generation und Perspektive Deutsches Kino. Hier, hier und hier. Auf out takes fasst Peter Hartig diverse Stimmen über den Ablauf der diesjährigen Berlinale zusammen. Und auf kino-zeit.de stellt Christian Neffe die Berlinale-Lieblinge der Redaktion vor.

– Ebenfalls auf der Berlinale lief der neue Argento. Sebastian von Nischenkino hat „Dark Glasses“ dort gesehen und ist eher zwiegespalten. Sein Kollege Bluntwolf hat derweilen sich nochmal „Giallo“ an gesehen, der ihm nicht wirklich gemundet hat.

– Interessanterweise hat sich auf Die Nacht der lebenden Texte Tonio Klein sich ebenfalls dieses vielgeschmähten Argentos angenommen und kommt zu einem ziemlich konträren Urteil. Spannend.

Der Kinogänger hat einen Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Ivan Reitman verfasst.

Filmlichtung erklärt „Titane“ zu einem der besten Filme der letzten Jahre. Sehe ich ja auch so, doch der Weg dorthin ist bei uns beiden recht verschieden, was ich wiederum sehr interessant finde.

– Bei „Eternals“ sind sich funxton und ich uns sehr einig. Viel anders hätte ich diese Kritik auch nicht geschrieben.

– Kürzlich ist der sehr tolle „Tote Zeugen singen nicht“ endlich im Heimkino erschienen. Darüber freue ich mich sehr und Schattenlichter augenscheinlich auch.

– Heiko von Allesglotzer revidiert seine Meinung zu „Das Auge des Bösen“.

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Das Bloggen der Anderen (14-02-22)

– Björn Koll, Geschäftsführer von Salzgeber, gibt in einem offenen Brief einen Einblick in die großen Probleme kleiner Verleiher. Diese Probleme hängen stark mit den Förderstrukturen in Deutschland zusammen. Der erhellende Text findet sich auf out takes.

– Robert Wagner berichtet auf critic.de weiterhin vom Rotterdam Film Festival 2022, während sich seine Kolleginnen und Kollegen in Berlin tummeln. Anne Küper in der Woche der Kritik. Till Kadritzke bei den Encounters 2022 und im Forum Special 2022.

– Wer sich für die Geschichte der Berlinale interessiert, kann darüber etwas auf kino-zeit.de nachlesen. Und Christian Neffe gratuliert Alexander Kluge zum 90. Geburtstag.

– In dieser Woche sind Ivan Reitman und Douglas Trumbull verstorben. Der Neon-Zombie erinnert an sie.

– Rochus Wolff hat auf seinem Blog Butt-kicking Babes ein altes Interview (2012) mit Jennifer Lynch online gestellt.

– Und auf seinem Kinderfilmblog schreibt er darüber, wie er mit seinen Kindern Sam Raimis ersten „Spider-Man“ geschaut hat und weshalb der gut funktioniert hat.

– Apropos „Spider-Man“. Auf Filmlichtung kann man ein interessantes frühes Konzept des „Green Goblin“ anschauen.

– Christian Keßler hat ein tolles Buch über den Film Noir geschrieben. Dutzende weitere Texte, die es nicht ins Buch geschafft haben, hat er nun auf Urlaub im Schrank online gestellt.

– David von Whoknows presents fährt meinen schönen Bericht vom 7. Terza-Visione-Festival des italienischen Genrefilms fort, der Ende August in Karlsruhe stattfand. Lesenswert!

– Dazu irgendwie passend: „Der Sizilianer“ vom tollen Carlo Lizzani mit einem durchaus ungewöhnlich besetzten Bud Spencer und Lamberto Bavas unterhaltsamer Spät-Giallo „Das unheimliche Auge“ werden von Bluntwolf auf Nischenkino kritisch besprochen.

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