Filmbuch-Rezension: Benjamin Moldenhauer “Ästhetik des Drastischen – Welterfahrung und Gewalt im Horrorfilm“

Von , 7. April 2017 16:18

„Ästhetik des Drastischen – Welterfahrung und Gewalt im Horrorfilm“ ist der etwas sperrige Titel eines der interessantesten Filmbücher, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind. Die erweiterte Fassung der Dissertation des Bremer Kulturwissenschaftlers Benjamin Moldenhauer ist ein echter Brocken, der aber gar nicht schwer im Magen liegt, sondern dem Kopf ordentlich Futter bietet, um möglicherweise bereits verkrustete Denkschemata zum Thema Horror und Gewalt aufzubrechen, an die frische Luft zu holen und ordentlich durchzulüften. Dabei wird nicht Altbekanntes wiedergekäut, sondern eine sehr nachvollziehbaren filmästhetische Theorie des Horrorfilms zur Gewalt der Bilder hergeleitet. Dabei gelingt Benjamin Moldenhauer das Kunststück, seinen wissenschaftlichen Text so zu formulieren, dass man als Laie, der nicht im Bereich Kulturwissenschaften oder Psychologie promoviert hat, trotz der vielen Fachbegriffe kein Problem hat, den Kernaussagen zu folgen.

Man muss allerdings auch die Bereitschaft aufbringen, sich von Moldenhauer durch die vielzähligen theoretischen Ansätze, seine Interpretationen und die sich daraus ergebenden neuen Denkansätze führen zu lassen. Das soll heißen: „Ästhetik des Drastischen“ ist keine Strandlektüre und erfordert vom Lesen schon ein gehobenes Maß an Konzentration und geistiger Regheit.

Für mich sehr aufschlussreich und gewinnbringend war vor allem der erste Teil des Buches, welcher sich primär mit der Geschichte des Horrorfilms und seiner Rezeption beim Publikum und in der Theorie auseinandersetzt. Das ist hervorragend formuliert und hergeleitet. Demnach war der Horrorfilm bis 1960 vor allem von dem Verdrängten der Seele, dem freudschen Kampf von Über-Ich, ich und Es geprägt. Eine Deutung, die sich bis heute gehalten hat. Für Moldenhauer stellt aber die Premiere von „Psycho“ im Jahre 1960 eine Zäsur da, da hier ein neues Element dazu kam und dem freudschen Prinzip des „Heimlichen“ und „Unheimlichen“ eine ganz konkrete Angst entgegen gesetzt wurde. Horror heißt hier dann wirklich Schrecken und Angst. Die Filme zielten auf die Erfahrung des Publikums und wollte einen körperliche Reaktion hervorrufen. Primär ging es um die Furcht um die eigene körperliche Unversehrtheit, der Furcht, dass einem selber etwas schlimmes, schmerzhaftes zustoßen könne. Was dies sein könnte, wurde nun „drastisch“ auf der Leinwand gezeigt. Das „Monster“ lebt also nicht mehr in der eigenen Seele, sondern ist Bedrohung von außen, die darauf aus ist uns grausame Schmerzen zuzufügen. Und diese Bedrohung muss nicht zwangsläufig übernatürlicher Herkunft sein, sondern kann ihre Wurzeln auch in dem Grausamen haben zu dem Menschen fähig sind.

Der anschließende Teil, der sich vor allem eine weitergehende Erklärung psychologischer Theorien und die Abrechnung damit ist, wäre meines Dafürhaltens nicht zwangsläufig nötig, um Moldenhauers Theorie des Drastischen nachzuvollziehen, ist für an psychologischer Theorie Interessierte aber ein zusätzliches Bonbon.

In der zweiten Hälfte des Buches wird die Theorie des Drastischen an vier konkreten Beispielen detailliert erläutert. Diese sind Tobe Hoopers „Texas Chain Saw Massacre„, Wes Cravens „Last House on the Left„, Alexandre Ajas „The Hills Have Eyes„-Remake und Rob Zombies „The Devil’s Rejects„. Einerseits erläutert Moldenhauer hier, was diese vier Filme in dem Zuschauer auslösen, andererseits nimmt er den Leser auch gleich mit auf eine Reise durch das Backwoods-Genre, dem Rape’n‘-Revenge-Film, den sogennanten „Torture Porn“, stellt Originale und Remakes gegeneinander und arbeitet die unterschiedlichen Wirkungen der Filme auf den Zuschauer heraus. Besonders interessant sind dabei seine Beobachtungen zu „The Devil’s Rejects“, dem er merklich zwiegespalten gegenübersteht.

Zusammengefasst, eines der spannendsten und geistreichsten Bücher über den oftmals verfemten, häufig einseitig betrachteten oder überpsychologisieren Horrorfilm, das frische und jederzeit gut nachvollziehbare Argumente für eine neue Herangehensweise an die theoretischen Grundlagen dieses Genres liefert. Klare Empfehlung.

Benjamin Moldenhauer Ästhetik des Drastischen – Welterfahrung und Gewalt im Horrorfilm„, Bertz+Fischer, 360 Seiten, € 25,00

„Shin Godzilla“ läuft am 03. und 05. Mai in Bremen

Von , 6. April 2017 20:05

Das „Tanz der Teufel“-Event kürzlich hat es scheinbar vorgemacht. Film-Events mit einem begrenzten Start und nur sehr kurzer Laufzeit scheinen von den Filmverleihen als Möglichkeit gesehen zu werden, nicht nur Werbung für ihre Heimkino-Veröffentlichung zu machen, sondern auch für die Kinos zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Nischenpublikum in größerer Zahl in die Kinos zu locken.

Ich vermute mal, dass es sich finanziell nicht lohnen würde, einen Film wie „Shin Godzilla“ über eine Woche zu zeigen, aber an zwei Tagen (oder einen, wie bei „Tanz der Teufel“, könnte schon überdurchschnittlich viel Publikum an diesen Tagen in den Kinosaal bringen. Dazu müssen nur die Verleihe mitspielen und keine übermäßig hohen Leihgebühren und exorbitante Garantiesummen verlangen.

Generell predige ich ja schon seit Jahren das Mantra, dass die Zukunft des Kinos in einer „Eventisierung“ liegt. Bestes Beispiel auch: Das Open-Air-Kino am Schlachthof, wo wir mit Weird Xperience auch mal über 100 Zuschauer hatten, obwohl wir mit einem gleichen Programm im City 46 oder der etage 3 oftmals mit Zuschauerzahlen im einstelligen Bereich kämpfen mussten. Das Thema wäre einen ganz eigenen Blogbeitrag wert, aber hier soll es nun um dem lang erwarteten „Shin Godzilla“ gehen.

„Shin Godzilla“ ist die japanische Antwort auf das Hollywood-Remake und nach „Final Wars“ im Jahre 2004 der erste „echte“ Godzillafilm in 13 Jahren. Und darum geht es:

In der Bucht von Tokio kommt es zu unerklärlichen Ereignissen: Eine Yacht treibt auf dem Wasser, der Besitzer ist spurlos verschwunden. Zur gleichen Zeit scheint unweit davon wie aus dem Nichts ein Vulkan auf dem Meeresgrund auszubrechen. Doch schnell wird klar, dass die Geschehnisse von einem lebenden Organismus ausgegangen sein müssen. Erste Videos der unbekannten Kreatur tauchen auf: Es ist riesig und bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf die Stadt zu.

Die Behörden müssen schnell handeln, um die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen. Doch in keinem Notfall-Plan der Welt ist geregelt, wie man mit einem unbekannten, gigantischen Monster umgeht. Einem Mitglied der Regierung werden bislang unveröffentlichte Aufsätze eines Forschers zugespielt, die das Geschöpf zu erklären versuchen – und ihm einen Namen geben: Godzilla!

Mit Hilfe der Experten setzt die Regierung alles daran, es zu besiegen, doch der Zerstörungswahn von Godzilla wird immer größer.

Der Trailer und die ersten Bilder zum Film sehen schon mal sehr gut aus. Und „Godzilla“ darf endlich wieder so richtig böse sein. Ich freue mich schon sehr auf den Film, der am 03. und 05. Mai im Kristall-Palast Cinestar auf der großen Leinwand zu sehen wird.

Das Filmforum Bremen zwitschert jetzt auch auf Twitter

Von , 5. April 2017 15:45

Auch ein alter Sack wie ich muss ab und an mit der Zeit gehen. Darum habe ich mich nach anfänglicher Aversion nun auch mal mit Twitter auseinandergesetzt. Ich gebe zu, so ganz habe ich den Nutzen und die Spielregeln noch nicht in Gänze verstanden. Aber das wird hoffentlich noch.

Also, wer mir gerne folgen möchte, der kann dies unter https://twitter.com/FilmforumBremen gerne tun.

Nachruf: Radley Metzger (1929-2017)

Von , 4. April 2017 16:22

Radley MetzgerUnd wieder muss ich unerwartet einen Nachruf schreiben. Noch dazu einen, der mich besonders traurig stimmt, da ich zumindest einmal die Chance hatte, den Verstorbenen einmal persönlich zu erleben. 2010 war Radley Metzger auf dem 17. Internationalen Filmfest Oldenburg zu Gast, wo ihm eine Retrospektive gewidmet war. Begenet bin ich ihm damals nur durch Zufall. Als „Oldenburg-Novize“, wusste ich noch nicht, wo man, wann sein sollte. Und da ich mich in der „filmlosen Zeit“ vor der ersten Vorstellung des Tages langweilte, warf ich einen Blick in die VIP-Lounge. In der Lounge hatte man einen Beamer aufgebaut und als ich rein kam, lief dort gerade Radley Metzgers „Carmen, Baby“, ein Film der gar nicht zur Retrospektive gehörte. Nach dem Film guckte Radley Metzger auch noch persönlich vorbei und plauderte etwas aus dem Nähkästchen. Was wunderbar war, da der Mann nicht nur unglaublich sympathisch, sondern auch einem verschmitzten Schalk im Nacken ausgestattet war. Dann wurde – begleitet von seinen humorvollen Anmerkungen – noch ein „Making-Of“ seines Filmes „Score“ gezeigt, an dessen Anschluss Metzger noch eine DVD aus der Tasche zauberte, die ein – wie er ankündigte – sehr gelungenes Interview mit ihm enthielt.  Auf seine Frage, ob jemand Interesse hätte dies zu sehen, antworteten die Anwesenden natürlich unisono mit „Ja!!!“. Leider bin ich ja von Natur aus sehr schüchtern und konnte mich nicht überwinden, meinen Helden meiner frühen „Filmausbildung“ und des erotischen Films in den 60er und 70er Jahren generell anzusprechen. Worüber ich mich heute noch ärgere.

Ein  Jahr später sah ich ihn erneut in Oldenburg. Da saß er dann zusammen mit Matthew Modine in der internationale Jury. Leider war der Ort an dem wir uns trafen nicht dafür geeignet, um endlich mal allen Mut zusammenzunehmen und ein paar Worte an Radley Metzger zu richten. Wir begegneten uns nämlich auf der Toilette des Casablanca-Kinos. Damals fiel mir allerdings schon auf, dass er im Vergleich zum Vorjahr sehr gealtert und gebrechlich schien. 2013 war er nochmal in Oldenburg, um seinen Film „The Image“ in einer neuen remasterten Version vorzustellen. Aber da kreuzten sich unsere Wege leider nicht mehr.

2014 wurde ich von der  geschockt über die Nachricht, dass ausgerechnet dieser Film in Deutschland verboten wurde. Metzgers Meisterwerk „The Image“ – welches bisher nur bei der amerikanischen Firma „Synapse“ auf DVD veröffentlicht wurde – wurde am 30. Januar 2014 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, kurz BpjM, indiziert und auf ihre berüchtigte Liste B gesetzt, auf der nur Filme (Musik, Spiele, Bücher usw.) stehen, bei denen von schwerer Jugendgefährdung und der Annahme einer strafrechtlichen Relevanz ausgegangen wird. Und am 02. April 2014 beschlagnahmt das Amtsgericht Fulda die amerikanische „Synapse“-DVD. Metzgers „The Image“ verstosse angeblich gegen § 131 StGB, woraus folgt, dass er „grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt.“ Ich kann beim allerbesten Willen keinen der oben genannten Punkte in diesem Film sehen – es sei denn bereits das Zeigen sado-masochistischer Praktiken (die ja unter Einverständnis beider Parteien geschehen) ist bereits eine „grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeit“. Dann müssten aber auch Filme wie der im selben Jahr entstandene „Die Geschichte der O“ oder „9 1/2 Wochen“ auf der Liste B landen. Mir ist auch nicht bekannt, dass 2013 in Oldenburg jemand wegen dieses Filmes in Ohnmacht gefallen oder vor lauter Empörung die Festivalsleitung angezeigt hätte. Richtig ärgerlich wurde die ganze Geschichte, wenn man damals in einer Diskussion auf Facebook aus berufenem Munde hören konnte, dass bereits eine deutsche Veröffentlichung des neu gemasterten Filmes unter Beteiligung von Radley Metzger persönlich in Vorbereitung war. Angesichts der sehr dünnen Verbreitung von Metzgers Filmen in Deutschland (es sind hierzulande bis heute gerade einmal „Das lüsterne Quartet“, „Camille 2000“ und „Die Katze und der Kanarienvogel“ auf DVD erschienen), wäre dies nicht nur großartig gewesen, sondern hätte möglicherweise zu einer kleinen und längst überfälligen „Radley-Metzger-Renaissance“ führen können, die bis heute nicht wirklich stattfand.

Radley Metzger begann seine Karriere in den späten 50er und frühen 60er Jahren, indem er europäische Arthouse-Produktionen von Bergmann oder Rossellini für den amerikanischen Markt aufbereitete, kürzte und den „sensationellen “ (sprich sexuellen) Inhalt in den Vordergrund schob. Diese „europäische“ Ausbildung merkt man dann auch in seinen ersten eigenen Spielfilmen, welche er dann auch konsequenterweise in Europa drehte, an. „Carmen, Baby“ (1967) ist ein wichtiger Meilenstein, weil Metzger sich erstmals dazu entschloss, den Film in Farbe zu drehen. Als „sexiest film with no nudity“ bescherte ihm der Film den größten finanziellen Erfolg seiner Karriere. Um Kosten zu sparen, realisierte Metzger viele seiner Filme in Europa, die er zudem vornehmlich im gutbürgerlichen Milieu ansiedelte. Aus diesem Grund wird er auch gerne als „Aristokrat der Erotik“ bezeichnet. „Therese und Isabelle“ (1968) wird als sein bester Film gehandelt: Basierend auf Violette Leducs autobiographischem Roman schildert er eine aufkeimende Liebe in einem Mädcheninternat. Der Film erschien auch in Deutschland, erhielt hervorragende Kritiken und gilt ebenso wie „Das lüsterne Quartet“ (1970) als ein Meisterwerk des erotischen Films. Metzger arbeitete mehrfach mit dem deutschen Kameramann Hans Jura zusammen, der in den sechziger Jahren zweimal mit dem Bundesfilmpreis für seine herausragenden Fähigkeiten als Kameramann ausgezeichnet wurde.

The Lickerish Quartet (1970)1973 drehte er mit Christiane Krüger und Siegfried Rauch in den Hauptrollen den empfehlenswerten „Evita Peron“-Schlüsselfilm „Sie nannten ihn kleine Mutter„, bevor er ein Jahr später mit „Score“ die Grenzen des erotischen Films schon leicht verschob.

Danach folgten 1974-78 einige Filme, welche dann ganz eindeutig im pornographischen Bereich angesiedelt waren. Aber auch hier leistete Metzger (unter dem Pseudonym Henry Paris) Außerordentliches. Er drehte keine platten Pornos, nein, seine Filme waren hochwertige und sehr stylische Spielfilme mit pornographischem Inhalt. Vor allem „The Opening of Misty Beethoven„, aber auch „The Private Afternoons of Pamela Mann“ und „Barbara Broadcast“ sind Klassiker und absolute (ähem) Höhepunkte des Genres, welche man sich so heute gar nicht mehr vorstellen kann. Großes Kino, dort wo man es normalerweise nicht (mehr) erwartet.

Camille 2000 (1969)In den „Paris“-Jahren drehte er nur einen Film unter eigenem Namen: Den oben schon erwähnten „The Image“ (aka „The Punishment of Anne“). Eine ernsthafte und hocherotische Auseinandersetzung mit dem Thema sexuelle Abhängigkeit und Sadomasochismus. Nach dieser Phase trat Metzger dann eigentlich nur noch mit dem Gruselkrimi-Remake „Die Katze und der Kanarienvogel“ (prominent besetzt mit Edward Fox und Honor Blackmann), sowie 1984 mit „The Princess and the Call-Girl“ (den ich allerdings nicht kenne) in Erscheinung. Seitdem hat sich Radley Metzger aus dem Filmgeschäft zurückgezogen.

Radley Metzger starb bereits am 31. März im stolzen Alter von 88 Jahren in New York.

Das Bloggen der Anderen (03-04-17)

Von , 3. April 2017 20:58

bartonfink_type2– Der erste April ist überstanden, die teilweise aufwändigen und trotzdem doch sehr lahmen Scherze aufgelöst. Ich hoffe mal, in meine wöchentliche Übersicht ist kein Aprilscherz gerutscht und wenn doch, wäre er dann wohl um einiges besser gemacht als das Zeugs, welches am Samstag Facebook überflutete.

– In Graz fand die Diagonale, das Festival des österreichischen Films statt. Michael Sennhauser von Sennhausers Filmblog war zu Gast und hat u.a. so interessant klingende Filme wie „Das unmögliche Bild“ und den letzten Film von Michael Glawogger (der während der Dreharbeiten leider verstarb – ein gewaltiger Verlust für das Kino), „Untitled“, gesehen.

– Auch Joachim Kurz von B-Roll war auf der Diagonale und hat seine Eindrücke hier zusammengefasst. Sonja Hartl befasst sich mit den Getriebenen in Aki Kaurismäkis Filmen. Mal wieder ein Thema: Wie das große Online-Angebot an Filmkritik generell verändert hat und wie die Spieler auf diesem Markt agieren. Niedergeschrieben von Rajko Burchardt. Und Lucas Barwenczik schreibt darüber, wie heute Filmklassiker geschaut werden und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben.

– Christoph Hochhäusler macht sich auf seinem Blog Parallel Film darüber Gedanken, warum in unserer Zeit apokalyptische Filme so hoch im Kurs stehen. Außerdem hat er Hans Jürgen Pohlands Jazzfilm „Tobby“ von 1961 für sich entdeckt.

– Rainer Kienböck von Jugend ohne Film weilt in Venedig und meint anlässlich eines Museumsbesuchs: „Es ist mir ein Rätsel, weshalb Filmarchivare und -kuratoren sich so selten an den Kustoden der Kunstmuseen und den Archivaren der naturwissenschaftlichen Sammlungen orientieren, die über Jahrhunderte Maßnahmenkataloge erarbeitet haben, wie mit ihren Werken angesichts eines wandelnden medialen Umfelds umgegangen werden soll. Ebenfalls erstaunlich, wie wenig man in Fragen der Werktreue, oder in kniffligen Konflikten, wie dem zwischen Original und Faksimile auf die Kunstgeschichte rekurriert.“

– Manfred Polak schreibt auf Whoknows presents ausführlich und gewohnt interessant über eine eher unbekannte Größe des British New Wave: Desmond Davis. Hier konkret an zwei Filmen, die nach Vorlagen von Edna O’Brien entstanden.

– Auch Sascha von Die seltsamen Filme des Herrn Nolte hat ein wenig bekanntes Juwel für sich entdeckt: „The Rocking Horse Winner“, den Anthony Pelissier 1949 nach einer Vorlage von D.H. Lawrence inszenierte.

– gabelinger gesteht auf Hauptsache (Stumm)Film, dass er alten, überkandidelten Hollywood-Musicals aus der Glanzzeit der Filmindustrie liebt. Den von ihm vorgestellte „Garden of the Moon“ findet er zwar nicht bedeutend, aber beglückend. (Über sein Marx-Brothers-Bashing hülle ich aber mal besser den Mantel des Schweigens).

– 2x Fulci gibt es bei funxton. Während er „Wolfsblut“ (der noch ungesehen bei mir Zuhause liegt) zu routiniert und profillos empfindet , ist er von „Die Nackte und der Kardinal“ (zu recht!) sehr begeistert.

– Oliver Nöding rechnet auf Remember It For Later mit „Airport“ und dem 70er-Big-Budget-Katastrophenfilm als Ganzes ab. Auch das frühe Chuck-Norris-Vehikel „A Force of One“ hat ihm nicht so recht gemundet.

– Christian bespricht auf Schlombies Filmbesprechungen den japanischen Gruselkrimi „Das Dorf der acht Grabsteine“ und kann seine Faszination trotz aller Kritik nicht verbergen. Und mit seiner Liebe zu „Halloween III – Season of the Witch“ läuft er bei mir offene Türen ein.

– Auch diese Woche wieder sehr lesenswert: Witte’s wöchentliche Tipps. Fuego! Psyched by a 4D-Witch! The Velvet Vampire! Und, und, und…

Blu-ray-Rezension: „Milano Kaliber 9“

Von , 29. März 2017 19:38

Ein dilettantischer durchgeführter Raubüberfall hat Ugo Piazza (Gastone Moschin) hinter Gitter gebracht. Wegen guter Führung wird er nach drei Jahren entlassen und umgehend von seinen alten Kumpanen in Empfang genommen. Kurz vor Ugos Verhaftung verschwanden nämlich 300.000 US-Dollar und der Mailander Gangsterboss „der Amerikaner“ (Lionel Stander) hat Ugo in Verdacht, diese beiseite geschafft zu haben. Nun wird Ugo Schritt auf Tritt von dem Schläger Rocco (Mario Adorf) und seinen Leuten verfolgt, die versuchen ihn unter Druck zu setzen. Doch Ugo scheint sich nur nach einem ruhigen Leben mit der wunderschönen Nelly (Barbara Bouchet) zu sehnen. Doch der Druck auf Ugo wächst und schon bald sieht er sich gezwungen, wieder für den „Amerikaner“ zu arbeiten. Doch gleich der erste Job geht schief, und die Leichen fangen sich an zu türmen…

Milano Kaliber 9“ ist für mich ein besonderer Film. Es war damals der Film, der mich in das Genre des Poliziottesco, des italienischen Polizeifilms, einführte. Der mich von der ersten Sekunde lang mitgerissen hat. Mich nicht wieder losließ und noch lange nach dem Schlussbild beschäftigte. Der zu meiner Messlatte für alle weiteren Poliziotteschi wurde und welche vielleicht in wenigen glücklichen Fällen erreicht, nie jedoch überboten wurde. Dabei hatte es der Film bei mir zunächst nicht leicht. Angefixt durch das Buch „Der Terror führt Regie“ von Karsten Thurau und Michael Cholewa, welches ich irgendwann um 1999 herum auf einer Filmbörse mitgenommen hatte (wenn mich mein Gedächtnis nicht ganz trügt), waren meine Erwartungen an den Film schon extrem hoch. „Der Terror führt Regie“ damals das erste Buch in Deutschland, welches sich überhaupt mit dem Poliziottesco beschäftigte und von daher für mich ein sehr wichtiges Werk, denn es eröffnete mir ein Genre, mit welchem ich mich bisher noch nicht beschäftigt hatte. Das war noch in einer Zeit, in der das Internet zwar schon Einzug in das allgemeine Leben hielt, aber Filmfreunde tatsächlich noch ihr Wissen noch vor allem aus den – spärlichen – Publikationen zum Thema europäisches Genrekino speisten. Der Säulenheiliger des Autoren-Duos war Fernando di Leo, sein zentrale Meisterwerk „Milano Kaliber 9“.

Dann hatte ich endlich „Milano Kaliber 9“ im Videorekorder. Eine Kopie des alten deutschen VHS-Tapes. Vielleicht die zweite oder dritte. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich die her hatte, das Bild war jedenfalls noch erstaunlich gut. Da war man zu den wilden, prä-DVD-Zeiten auch anderes gewohnt – was man aber ohne viel Murren schluckte, nur um endlich mal den begehrten Titel, über den man zuvor nur mal irgendwas gelesen hatte, sehen zu können. Egal wie. Und, holla, allein der Anfang von „Milano Kaliber 9“ hatte es dermaßen in sich, dass ich den Film auch dann als Meisterwerk tituliert hätte, würde der Rest aus Schwarzbild bestanden haben. Diese furiose Montage, in der in nur fünf Minuten zu der kongenialen Musik von Luis Bacalov die Geschichte eines fehlgeschlagenen Geldschmuggels und den brutalen Konsequenzen erzählt wird, gehört bis heute für mich zu den großartigsten Filmanfängen aller Zeit. Gleich ganz oben dort mit jenem von Orson Welles‘ „Im Zeichen des Bösen“ oder Leones „Spiel mit das Lied vom Tod“. Vor einigen Jahren gab es im Bremer Kommunalkino mal kurzzeitig ein kleine Gruppe, die sich in regelmäßigen Abständen traf, um Filme anhand von Filmausschnitten vorzustellen und zu diskutieren. Leider habe ich es nur einmal geschafft, an dieser kurzlebigen Veranstaltung teilzunehmen. Das Thema war „Filmanfänge“. Ich hatte natürlich „Milano Kaliber 9“ im Gepäck und danach war es sehr ruhig im Raum und man sah viele heruntergeklappte Kinnladen. Bildungsauftrag erfüllt.

Nun ist „Milano Kaliber 9“ bei filmArt erstmals in Deutschland in HD erschienen. Zeit Mailand mal wieder einen Besuch abzustatten, nachdem ich den Film nun schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatte. Und was war das für ein Wiedersehen. Wie beim ersten Mal traf mich die Rasanz und Gewalt der ersten Minuten wie ein Hammer. Mario Adorf liefert in seiner Darstellung des Rocco eine der besten Leistungen seiner an überragenden Darstellungen nicht gerade armen Karriere ab. Er spielt nicht, er ist. Dieses schleimig-einschmeichelnde, dass in der nächsten Sekunde in erschreckend rohe Brutalität umschlägt. Hier der narzisstische Clown mit den viel zu großen Gesten, dort der hitzköpfige, aber in der Wahl seiner Mittel erschreckend kontrollierte Gewaltmensch. Und am Ende die einzig ehrliche Figur in diesem Film Noir voller Intrigen, Masken und Machtspielchen. Rocco mag ein extrem gefährlicher, stets gewaltbereiter Schläger sein, dem ein Menschenleben nichts bedeutet. Der ohne mit der Wimper zu zucken wortwörtlich über Leichen geht. Aber er gibt niemals vor, jemand anderer zu sein als der, der er ist. Rocco ist immer Rocco, womit er sich von den anderen Figuren in dieser Geschichte unterscheidet.

Überhaupt diese Schauspieler, die Regisseur und Autor Fernando di Leo für sein Poliziottesco-Debüt zusammengetrommelt hat. Allen vorweg der unglaubliche Gastone Moschin, der ein wenig an eine primitivere Version von Jason Statham erinnert. Er versprüht pure Körperlichkeit, wenn er seinen massiven Leib, dieses unbewegte, wie festgemeißelte, grobschlächtige Gesicht durch Mailand schiebt. In jeder Szene nimmt er sich einfach den Raum, den er braucht – ohne dass er sich groß anstrengen müsste. Es ist fast nicht zu glauben, dass dieser aus grobem Fels gehauene Mann auch in der leichten Muse daheim war. Zwei Jahre zuvor hatte er so wunderbar einen spleenigen, britischen Landpolizisten in Michele Lupos schönen „Konzert für eine Pistole“ gespielt und im selben Jahr wie „Milano Kaliber 9“ gab er als Nachfolger von Fernandel (der während der Dreharbeiten verstarb) den Don Camillo! Übrigens mit „Kaliber 9“-Gegenspieler Lionel Stander als Peppone. Um gegen diese Naturgewalt anzuspielen, braucht es ganz besondere Schauspieler, und die Leo hat sie. Neben dem fantastischen Mario Adorf quasi als Gegenentwurf zu Moschins Ugo Piazza, ist da der alt gewordene Philippe Leroy als Killer im Ruhestand. Ruhig, überlegt und von einer schweren Melancholie durchzogen. Frank Wolff, als wütender Kommissar mit althergebrachten, faschistischen Ansichten. Urgestein Lionel Stander als Gangsterboss „Amerikaner“ – irgendwo zwischen Güte und knallharter Skrupellosigkeit. Und letztendlich auch die göttliche Barbara Bouchet in der Rolle ihres Lebens. Von ihrem ersten Auftritt als Erotik-Tänzerin – der niemanden auf dem Sitz halten dürfte – bis hin zum großen Finale, als sich plötzlich ihr schönes Gesicht in eine gierige Hexenfratze verwandelt.

Aber was wären diese tollen Schauspieler und die souveräne Regie Fernando di Leos ohne seine anderen Mitstreiter, die aus „Milano Kaliber 9“ solch einen kraftvollen, unvergesslichen Film gemacht haben. Ohne Kameramann Franco Villa (dessen Lied man nicht laut genug singen kann, wie ich es bereits anlässlich des Western „Mörder des Klans“ tat, wo dieser viel zu unbekannte Meister hinter der Kamera bereits sein großes Können zeigte. Schade, dass er später im Bodensatz des italienischen Exploitationkinos versank), der genau weiß, wie man mit den Schatten spielt. Wie man den Eindruck einer Szene noch verstärken kann, indem die Kamera leicht in die Untersicht gebracht wird bringt. Der im richtigen Moment ganz nah dran an den Gesichtern und Figuren ist. Der Mailand diese raue, triste Antlitz verleiht. Ohne Amedeo Giomini, der mit seinem Schnitt den Actionszenen diese unerhörte Dynamik gibt. Und natürlich – die Musik. Was Luis Bacalov zusammen mit der Prog-Rock-Gruppe Osanna hier zum Film beisteuert, hebt diesen noch einmal auf ein ganz anderes Level. Ein Soundtrack für die Ewigkeit. Wie bei der eingangs beschrieben Geldübergabe mit jedem Wechsel der Träger die Musik von neuem anschwillt und aus den Boxen birst – das geht unter die Haut. Oder jene Musik, welche Barbara Bouchets erotischen Auftritt begleitet. Melodien für die Ewigkeit. Schade, dass der tollen Veröffentlichung nicht auch noch der Soundtrack beiliegt. Aber das ist schon ein sehr hehrer Wunsch. Man muss filmArt dankbar sein, dass „Milano Kaliber 9“ nun in einem hervorragenden HD-Bild vorliegt, welches all die großen Qualitäten dieses Meisterwerkes noch einmal deutlich hervorhebt.

Ein zeitloser Klassiker des italienischen Gangsterfilms. Keine Maurizio-Merli-Haudrauf-Action, sondern ein desillusionierter Film Noir, bei dem alles stimmt. Von den überragenden Schauspielern bis zur aufpeitschenden Musik. Selten was das ausgelutschte Wort vom „Muss see“ so angebracht wie hier.

„Milano Kaliber 9“ ist die Jubiläumsnummer 10 der „Polizieschi Edition“ aus dem Hause filmArt und endlich mal wieder ein echtes Schwergewicht. Die Scheibe kommt als Blu-ray-/DVD-Kombi daher und hat den Film in der ungekürzten Originalfassung (102 Minuten, die Stellen ohne Synchronisation wurden untertitelt) und der deutschen Kinofassung (95 Minuten) daher. Bild und Ton sind sehr gut. Positiv sei vermerkt, dass der Film bei aller Brillanz seinen „Kinolook“ behält und somit lebendig und nicht totgefiltert aussieht. Beim deutschen Ton hat man allerdings das Gefühl, dass hier etwas zu viel Atmo raus gefiltert wurde. Das klingt manchmal etwas flach. Sehr angenehm und informativ ist die 15-minütige Einführung in den Film, in der Prof. Dr. Marcus Stiglegger das am film beteiligte Personal vorstellt. Sehr interessant sind auch die halbstündige Dokumentation „Calibro 9“ – quasi ein Making-Of – und das 39 Minuten lange Featurette „Fernando DiLeo – Die Entstehung des Genres“ in dem Fernando di Leo über seine lange Karriere Auskunft gibt. Beide Features befinden sich auch auf der Raro-Veröffentlichungen (USA und Italien). Leider wurde auf das Feature „Scerbanenco noir“ (über den Autoren der Vorlage), welches in den internationalen Veröffentlichungen auch enthalten war, hierzulande verzichtet. Ferner sind noch Trailer (leider nicht der deutsche), ein Musik-Video der Gruppe Salem’s Pop (welches zu der Tanz-Szene mit Barbara Bouchet das Hauptthema des Filmes remixt, verfremdet und mit vielen Scratch-Effekten versieht – ist nicht so mein Ding) und ein sogenanntes Artbook mit dem kompletten deutschen Kinoaushang.

Das Bloggen der Anderen (27-03-17)

Von , 27. März 2017 18:02

bartonfink_type2– Wie in der Vorwoche war auch diesmal wieder sehr wenig im Netz los. Dementsprechend kurz wird die Übersicht wieder. Starten möchte ich mit einer Herausforderung, der sich Christian Witte von Witte’s wöchentliche Tipps stellte. Er zog mal eben ein 24-Stunden-Filmmarthon durch, währenddessen er 15 Filme am Stück guckte. Da wird man doch glatt ein wenig neidisch, dass man mittlerweile so ein alter Sack ist, dass einem solche schönen Schnappsideen nicht im Traum mehr einfallen würden. Ich bin ja schon froh, wenn ich in der Woche einen Film ohne einzuschlafen hinbekomme. Wie es sich gehört, hat er auch brav Protokoll geführt.

– Morgen Luft stellt auf Cinematographic Tides den Kurzfilm „Next Floor“ vor, den Shooting-Star Denis Villeneuve 2008 inszenierte. Tja, und wer am Ende dann noch die „Einstürzenden Neubauten“ in sein Blog-Posting mit unterkommt, den verlinke ich gleich doppelt so gerne.

– Den Tod Tomas Milians hat Heiko Hartmann von Allesglotzer zum Anlass genommen, sich noch einmal dessen tollen Film „Die Kröte“ vorzunehmen.

– Christian von Schlombies Filmbesprechungen findet, dass Warren Beattys „Dick Tracy“ absolut eine Wiederentdeckung verdient hat. Meine Erinnerungen an den Film sind nur sehr schwach (und bunt), aber ich glaube, Schlombie hat Recht.

Funxton hat einige Filme mit Stewart Granger gesehen, die ihm alle sehr gut gefallen haben. Die Spitzenposition nimmt bei ihm aber mit einer 10/10-Wertung „Gefährten des Grauens“ von 1952 ein.

Samuel Fullers „Park Row“ hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm. Dank der enthusiastischen Besprechung auf Drei Cineasten hat sich dies nun aber geändert.

– Einen Film, den ich bisher nur vom Namen her kenne und – natürlich – von seinem super catchy Titelsong, das ist „Gina Wildkatze“. Eine Zeitlang meinte ich sogar, den dazugehörigen Film gäbe es gar nicht. Totalschaden von Splattertrash hat ihn aber irgendwo ausgegraben. Nun, eine lange und schwierige Suche lohnt wohl nicht, sehen würde ich ihn trotzdem mal gerne.

– Auf Grün ist die Heide beschäftigt sich Udo Rotenberg mit einer weiteren Zusammenarbeit von Regisseur Alfred Weidenmann und Autor Heinz Reinecker, die später so manchen „Derrick“ zusammen machen sollten. Nach dem NS-Propagandafilm „Junge Adler“, arbeiteten sie nach dem Krieg zusammen an dem preisgekrönten dokumentarischen Kurzfilm „Weg in die Freiheit“ über die Resozialisierung im Strafvollzug.

– Olga Galicka schreibt auf B-Roll über zwei Filme, die sich mit dem Schicksal junger Flüchtlinge. Beide Filme klingen sehr sehenswert und das Lesen der Inhaltsangaben hat mich bereits recht bewegt. Andreas Köhnemann gibt einen kurzen Überblick über die Filme, die sich aktuell „based on a true story“ nennen.

– Ebenfalls „based on a true story“ ist der Film „Barry“, der sich mit den frühen Jahren Barack Obamas beschäftigt. Victoria Steiner hat den Film sehr genau unter die Lupe genommen und auf Blickabtausch eine sehr lesenswerte Rezension geschrieben.

– Ich bin ja immer wieder dankbar für gute Tipps aus dem aktuellen Horrorkino, welches meiner Meinung nach schon seit längerem sehr viel mehr Masse als Klasse produziert. Nicolai Bühnemann empfiehlt auf Filmgazette nachdrücklich „Bedeviled: Das Böse geht online“ und trotz des etwas doofen Titels bin ich nach seiner so positiven Rezension sehr neugierig auf den Film geworden.

– Und auch LZ von screen/read hat eine Empfehlung für mich: „The Monster“ , den ich mir auch gleich mal notiert habe.

– Isabelle Huppert hat einen Film in Süd-Korea gedreht! Eigentlich sogar drei Kleine. Michael Schleeh berichtet auf Schneeland von Hong Sang-soos bereits 2012 entstanden Film „In Another Country“.

Nachruf: Tomas Milian (1933-2017)

Von , 24. März 2017 19:43

Nachrufe zu schreiben ist immer eine ebenso traurige, wie ungeliebte Aufgabe. Darum halte ich mich damit zumeist gerne zurück, es sei denn, es betrifft einen jener Leinwand-Heroen oder Menschen hinter der Kamera, die mir etwas ganz Besonderes bedeuten. Vorgestern verstarb Tomas Milian. Wer sich nur im Entferntesten für das italienische Kino der 60er und 70er Jahr interessiert, der kennt dieses Gesicht. Nun, vielleicht sogar nicht nur dieses eine, denn Milan war ein begnadetes Chamäleon, welches vollkommen mit seiner Rolle verschmolz.

Besonders schön ist dies in Umberto Lenzis „Die Kröte“ zu sehen, wo er eine Doppelrolle spielt. Einmal den langhaarigen Buckligen, aus dem ein aus jahrelangem Spott und Unterdrückung geborener Menschenhass herausbricht (unvergesslich die Szene, in der sich zunächst vor der „feinen Gesellschaft“ zum Clown macht, um sich dann langsam als furchterregender Springteufel zu entpuppen, der bereit ist jeden einzelnen von ihnen mit seiner MG zu durchsieben). Und dann spielte er auch noch den bärtigen, mit einem gewaltigen Lockenkopf versehenen „Monnezza“, der ständiger in er blaue Latzhose steckt und sich lautstark über alles und jeden beschwert. Diesen wild gestikulierenden, lauten und immer ziemlich assigen „Monnezza“ , kannte man bereits aus „Das Schlitzohr und der Bulle“ und „Die Gangster-Akademie“.

1976 transformierte Milian diese Figur in „Die Strickmütze“ in den unkonventionellen, an Al Pacinos „Serpico“ orientierten Polizisten Nico Giraldi. Dem „Hippie Nico von der Kripo“, dem „Superbullen“ und „Schlitzohr“ von dem die deutschen Filmtitel der zwischen 1976 und 1984 enstandenen, 11-teiligen „Nico-Geradi-Reihe“ künden. Hierzulande hieß Geraldi bald schon „Tony Marroni“, die Kastanie, und dürfte unter diesem Namen vielen ein Begriff sein, die sich in den 80ern die den Videotheken herumgetrieben oder Anfang der 90er viel frühes Privatfernsehen geschaut haben. Milians bekannteste Figur, zeigte ihn als sehr körperlichen Schauspieler. Überlebensgroß, schon jenseits der Grenze zum comichaften. Leinwandsprengend, mitunter auch etwas nervig.

Aber Milian konnte auch ganz anders. Still, grüblerisch und ernsthaft in Filmen wie „Der Todesengel“ oder „Don’t torture a duckling“. Bedrohlich als vollkommen außer Kontrolle geratener Giulio Sacchi in Lenzis intensivem „Der Berserker“ oder als sadistischer Chako in Lucio Fulcis „Verdammt zu leben – verdammt zu sterben“. Milian war im Arthouse-Kino eines Michelangelo Antonioni („Identifikation einer Frau“) und Luchino Visconti („Boccaccio 70“ ) ebenso Zuhause, wie in herrlichem Blödsinn wie „Stetson – Drei Halunken erster Klasse“, wo er einen verrückten Samurai verkörperte oder in „Bud, der Ganovenschreck“ als schmierige Gigolo an der Seite von Bud Spencer.

Bei mir hinterließ er den ersten großen Eindruck in Sergio Sollimas erstklassiger Italo-Western-Trilogie „Der Gehetzte der Sierra Madre“, „Von Angesicht zu Angesicht“ und „Lauf um Dein Leben“. Meilensteine des Genres, die auch von Milians fiebriger Darstellung leben. Und natürlich als stoischer Fremder in Giulio Questis surrealistischen Albtraum-Western „Töte Django“.

Mitte der 80er ging der auf Kuba geborene Schauspieler in die USA, wo er schon in den 50er Jahren lebte und sich wie James Dean in den legendären Actor’s Studios ausbilden ließ. Dort war er im Fernsehen in den Serien „Miami Vice“ und „Mord ist ihr Hobby“ zu sehen, aber auch in großen Produktionen wie Sydney Pollacks „Havanna“, Oliver Stones „JFK“ oder Steven Spielbergs „Amistad“. Meist in kleiner Nebenrollen. 2000 holte ihn Steven Soderbergh für „Traffic“ vor die Kamera, wo er noch einmal eine größere Rolle spielte. Dann wurde es still um diesen großen Schauspieler. 2014 hatte er nach neun Jahren Pause noch einmal einen Auftritt in der Komödie „Fugly!“ mit John Leguizamo in der Hauptrolle.

Nun ist die Legende am 22. März in Miami mit 84 Jahren gestorben. Uns aber bleiben seine Filme, die diesen Ausnahme-Schauspieler für immer lebendig halten werden.

Blu-ray-Rezension: “Die 13 Söhne des gelben Drachen“

Von , 22. März 2017 06:33

Der Stammesfürst Li Ke Yung (Feng Ku) und seine 13 Generäle, allesamt Söhne und Adoptivsöhne des Patriarchen, gehen gegen Rebellen vor, welche die Hauptstadt Changan besetzt halten. Im Alleingang kann sein jüngster Sohn Li Tsun Hsiao (David Chiang) den gegnerischen General Meng (Bolo Yeung) besiegen, was ihm die Gunst des Vaters und gleichzeitig die Eifersucht seiner Brüder Li Tsun Hsin (James Nam) und Li Kang Chun (Chung Wang) einbringt. Diese machen gemeinsame Sache mit dem Stadthalter des Kaisers Chu Wen (Sing Cheng), der Li Ke Yung zu einem opulenten Siegesmahl einlädt, in der Absicht ihn umzubringen. Nur mit Hilfe seiner treusten Söhne und unter schmerzlichen Opfern kann Le Ke Yung entkommen. Doch die Intrige der beiden abtrünnigen Brüder soll noch mehr Tote fordern…

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

Die 13 Söhne des gelben Drachen“ ist einer jener opulenten Ausstattungsfilme, für die es bei den legendären Shaw Brother Studios vor allem einen Spezialisten gab: Chang Cheh. Und gerade bei solch einer aufwändigen Produktion wie „Die 13 Söhne des gelben Drachen“ erkennt man warum. Scheinbar mühelos manövriert er Hunderte von Statisten und eine fast schon unüberschaubare Anzahl von Pro- und Antagonisten durch eine im Grunde simple, dann durch ihre Episodenhaftigkeit und der Unmenge von Namen, die einem um die Ohren gefeuert werden, doch wieder komplizierte Geschichte. Am Ende aber bekommt der Zuschauer einen Film, der trotz seiner vielen bunten Einzelteile doch wie aus einem Guss wirkt und dem ihm – auch wenn man nicht sofort alle Hintergründe und Verwicklungen erfassen kann – bestens unterhält. Da helfen dann natürlich die gut choreographierten Kämpfe und Massenaufmärsche, die Chang Cheh mit einem fast unfehlbaren Auge für beeindruckende Bilder festhält.

Im Gegensatz zu seinen Filmen „Der Pirat von Shantung “ oder „Duell ohne Gnade“ wirkt „Die 13 Söhne des gelben Drachen“ sogar recht zahm und zurückhaltend. So fließt das Blut nicht gleich von Beginn an in rauschenden Bächen und das Maß an Sadismus, welches für seine Filme häufig typisch ist, bleibt zunächst im normalen Rahmen. Dies gilt vor allem für den ersten Kampf zwischen David Chiang und einem sehr jungen Bolo Yeung oder die „Kommando-Aktion“ von sieben Brüdern, die in die Festung des Gegners eindringen. Das wirkt – gerade im Vergleich zu den beiden voran genannten Titeln – dann fast schon kindertauglich. Aber nur fast. Wenn Chang Cheh erst einmal loslegt, gibt es kein Halten mehr. Gerade zwei Szenen sind es, die hier lange im Gedächtnis haften bleiben. Einmal ein blutiger Kampf auf einer engen Brücke, bei dem Ti Lung versucht, seinen Vater aus den Klauen der Gegner zu retten und wortwörtlich als „Last Man Standing“ immer neue Wellen von Angreifern zurückschlägt. Und dann natürlich die berüchtigte Szene, in der eine der Hauptfiguren von vier Pferden auseinandergerissen wird und seine Einzelteile blutige Spuren im Sand hinterlassen. Gerade weil der Film in Vergleich zu Chang Chehs sonstigen Exzessen recht zurückhaltend bleibt, schockiert gerade diese Szene zutiefst.

Die Geschichte von den „13 Söhnen des gelben Drachen“ spielt lange vor der Zeit, die normalerweise in den Shaw Brothers-Filmen abgehandelt wird, nämlich in der Tang Dynastie (618-907). Dies ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn die Kostümierung der „Heldenhaften“ mit den Fellmützen und -mänteln ist doch etwas ungewohnt. Auch ist man überrascht, dass der Patriarch Li Ke Yung und seine 13 (Adoptiv-)Söhne gegen Rebellen antreten.Denn normalerweise sind es ja die Rebellen, die in den klassischen Hongkong-Filmen die Helden stellten. Zu der Verwirrung trägt auch die Besetzung des Li Ke Yung mit dem charismatischen Ku Feng bei. Dieser ist eigentlich auf durchtriebene, skrupellose Bösewichte abonniert und auch seine farbenfrohe Darstellung hier gestaltet sich durchaus ambivalent. Zwar ist er zum einen natürlich derjenige, auf dessen Seite einen der Film stellt, zum anderen besitzt er auch keine Skrupel seine Söhne, wenn sie die ihnen gestellte Aufgabe nicht nach seinem Willen erledigt haben, kurzerhand zum Tode zu verurteilen. Nein, ein sympathischer Charakter ist dieser Li Ke Yung wahrlich nicht.

Auch seine Söhne begeistern nicht gerade durch übertriebene Freundlichkeit. Allein der von David Chiang gespielte Heißsporn Li Tsun Hsiao ist – trotz aller Arroganz die er ausstrahlt – eine Identifikationsfigur. Ti Lung bringt als Shih Ching Szu zwar auch alle Qualitäten eines stoischen Helden mit, bekommt aber relativ wenig zu tun und spielt hier nur die zweite Geige. Han Chin fällt noch als besonnener Bruder auf, während James Nam möglicherweise ein tragischer Charakter sein soll, allerdings ebenso schleimig unsympathisch bleibt wie der bekannte Schurkendarsteller Wong Chung als durchtriebenster und fieseste Bruder von allen. Die restlichen Brüder dienen eher als Staffage. Was leider im Finale zu einem Problem wird, wenn diese eher gesichts- und farblosen Charaktere plötzlich mit den Bösewichten abrechnen. Da sie zuvor nicht richtig eingeführt und zu lebendigen Figuren aufgebauten wurden, verpufft die Dramatik hier leider ziemlich.

Die Geschichte der 13 Söhne und dem „gelben Drachen“ soll auf wahren Begebenheiten der chinesischen Geschichte beruhen. Allerdings wurden sich – bis auf den historischen Kontext – große fiktionale Freiheiten erlaubt. Diese historischen Geschehnisse scheinen in China durchaus bekannt zu sein, denn 1982 entstand noch eine Fernsehserie um die 13 Generäle des Li Ke Yung, die vom damals noch unbekannten Johnnie To in Szene gesetzt wurde. Im Cast dieser Serie finden sich auch einige weibliche Schauspielerinnen. Solche tauchen in „Die 13 Söhne des gelben Drachen“ so gut wie gar nicht auf. Zwar darf David Chiang kurz einem jungen Mädchen schöne Augen machen, welches die alte Ordnung gegen die Rebellen unterstützt, doch dieses verschwindet fast ebenso schnell aus dem Film, wie es gekommen war. Was schade ist, wird das Mädchen doch von Lily Li gespielt, ein gern gesehenen Gesicht in zahlreichen Shaw Brothers Produktionen. Doch Chang Ches Film sind nun einmal reiner Männerfilm. Und während er in andere Filme meist noch eine dünne Alibi-Liebesgeschichte einbaut (wobei es aufrichtige Liebe und Respekt dann doch nur wieder unter Männer gibt), verzichtet er hier ganz darauf. Zugunsten von viel Pathos, Spektakel, blutigen Verrat und hinterhältigen Intrigen.

Chang Cheh verzichtet bei seinem bunten Kostüm-Epos größtenteils auf allzu blutige und sadistische Details, um dem Zuschauer am Ende doch noch ein extrem schmerzhaftes Finale zu bieten. „Die 13 Söhne des gelben Drachen“ bietet darüber hinaus aber auch schön choreographierte Massen- und Schlachtszenen, böse Intrigen und eine Menge Stars.

Auch mit der Nummer 8 ihrer Shaw-Brothers-Collector’s-Edition bleibt sich filmArt treu. Wieder ist es eine BluRay/DVD-Combo. Und wie bei den vorangegangenen Veröffentlichungen innerhalb dieser Reihe weiß das Bild durch eine unglaubliche Klarheit und Brillanz zu bestechen. Der Ton besteht aus der deutschen Neu- und Kinosynchronisation, sowie Mandarin mit zuschaltbaren detuschen untertiteln. Die Neusynchro stammt von 2004 und war notwendig, da in der alten Veröffentlichung satte 30 Minuten Handlung fehlten. Man kan sich aussuchen, ob man den Film nun komplett in der neuen Synchronisation schauen möchte, oder in der Kinofassung, wobei die zahlreichen „Leerstellen“ mit der Neusynchro aufgefüllt werden. Hierzu kann dasselbe wie zu „Die 36 Kammern der Shaolin“ geschrieben werden. Die neue Synchronisation ist gut, aber im Vergleich zu der sehr lebendigen Kinofassung mit seinen markanten Sprechern etwas steril. Allerdings ist der Unterschied nicht ganz so drastisch, wie bei den „36 Kammern“. D.h., wann immer von der Kino- zur Neusynchro gesprungen wird, ist der Bruch zwar merkbar, aber nicht ganz so hart. Als Extras liegt ein Booklet mit dem kompletten deutschen Aushangfotosatz des Films bei. Zusätzlich kann der Zuschauer auch die Fassung der Erstaufführung (von 35mm, 95 Minuten) oder der Wiederaufführung (von 16mm, 80 Minuten) auswählen. Außerdem gibt es noch einen Trailer und eine selbstlaufende Bildergalerie.

Das Bloggen der Anderen (20-03-17)

Von , 20. März 2017 19:27

bartonfink_type2– Da in der vergangenen Woche nicht allzu viel in der „Blogosphäre“ los war, möchte ich die freien Platz gleich mal nutzen, um mal wieder auf den schönen Blog Witte’s Wöchentliche Tipps hinzuweisen. Einmal, weil mir diese bunte Sammelsurium trotz (oder gerade wegen) einiger unterschiedlicher Ansichten sehr gefällt und dann, weil ich selber weiß, wie anstrengend es ist, eine wöchentliche Rubrik zu unterhalten.

Ein ähnliches Konzept, aber nicht ganz so regelmäßig, verfolgt auch Michael Scheck auf Hauptsache (Stumm)Film. Er bespricht einen Hauptfilm (diesmal „Der Tote lebt“ mit Robert Tylor und Lana Turner) und dann noch etwas kürzer aktuellere Filme.

– Normalerweise ist Nerdtalk ein reiner Podcast und fällt hier deshalb in der Regel raus. Diesmal hat Phil aber etwas schönes getextet und zwar sein Geständnis: „Ich bin ein Abspannsitzenbleiber“.

– Drei Jahre und insgesamt 150 Folgen lang hat Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de in einem großen „Special“ Animationsfilme vorgestellt. Nun ist er am Ende angekommen – was ich schade finde – und hat zum krönenden Abschluss noch einmal einen sehr tollen Tipp: Mamoru Oshiis „Angel’s Egg“, der ihn sehr. Sehr begeistert hat. Ein würdiger Abschluss der Reihe.

– Das Studio Ghibli hat seinen ersten Film in Kooperation mit einer europäischen Produktionsfirma fertiggestellt. Das Ergebnis, Die rote Schildkröte“ , nennt Matthias Holm auf Die Nacht der lebenden Texteeine wunderschöne Erfahrung“.

Ideologie in Filmen und ihre ganz unterschiedliche Deutung – darüber schreibt Lucas Barwenczik auf B-Roll am Beispiel von „Sie leben“ und „Fight Club“. Falk Straub macht sich über das sogenannte „white washing“ in Hollywoodfilmen (hier Scarlett Johansson spielt in „Ghost in the Shell“ eine in der Vorlage asiatische Figur) und die berechtigte/unberechtigte Kritik daran so seine Gedanken. Und Patrick Holzapfel schreibt über das Essen von Blumen im Film. Genau.

– Apropos „Ghost in the Shell“. Wer seine Erinnerungen an den Original-Film auffrischen möchte, der kann dies bei Schlombies Filmbesprechungen tun. Ferner ist Christian auch noch dabei, die Edgar-Wallace-Reihe abzuarbeiten und ist diesmal bei „Die Bande des Schreckens“ gelandet.

– Rainer Kienböck stellt auf Jugend ohne Film den presigekrönten, dreistündigen Dokumentarfilm „Hoop Dreams“ von 1994 vor.

– Ein anderer Dokumentarfilm, „I am not your negro“ von Raoul Peck, wird auf filmgazette von Wolfgang Nerlin ausdrücklich empfohlen.

Short Cuts Totale beschäftigt sich weiterhin mit Ingmar Bergmanns Frühwerk und geht sehr detailliert auf den 1948 entstanden „Hafenstadt“ ein.

– Udo Rotenberg untersucht die Wurzeln der „Commedia sexy all’italiana“ und schreibt auf L’amore in città über „Ich lass‘ mich nicht verführen“ den Dino Risi 1957 nach einem Drehbuch von Pasquale Festa Campanile, der später für das Genre noch sehr wichtig werden sollte.

– Seitdem sich Oliver Nöding von Facebook zurückgezogen hat und nicht mehr regelmäßig seine neusten Besprechungen auf Remember It for Later postet, ist er doch tatsächlich etwas aus meinem Blickfeld geraten. Und ich vermisse auch etwa meinen „täglichen Nöding“. Gut, dass seine Beiträge dann einmal die Woche in meinem Newsfeed-Reader auftauchen. Sonst hätte ich wahrscheinlich seine Texte über Roger Cormans „Bloody Mama“ und Michael Apteds „The Squeeze“ (gerade auf die „Muss-ich-gucken“-Liste gewandert) verpasst.

– Über Denis Villeneuves „The Arrival“ habe ich bisher nur immer zwei Meinungen gelesen: Großartig oder Murks. Funxton sortiert sich mit seiner Besprechung mehr oder weniger in der Mitte ein.

– „Tanz der Teufel“ ist wieder da und Sebastian von Nischenkino hat ihn sich im Kino angesehen. Ich sehe zwar vieles (auch nachdem ich ihn tatsächlich vor zwei Wochen noch einmal im Kino gesehen habe) zwar etwas anders als Sebastian (insbesondere „Man muss jedoch sagen, dass das Drehbuch keinen Pfifferling wert ist, denn der Film ist an manchen Stellen so behämmert dass man nur den Kopf schütteln kann“ möchte ich widersprechen), aber bei Fazit: „Raimi hat damals gezeigt, wie kreativ, unterhaltsam und gleichzeitig angsteinflößend ein low-budget Horrorfilm sein kann“ bin ich wieder ganz bei ihm.

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