Category: Internet

Zurück aus der Güllegrube 2: “Fantastic Four” von 1993

Von , 27. April 2010 15:09

Es war einmal…. ein deutscher Produzent namens Bernd Eichinger, der für seinen Verleih Constantin-Film Mitte der 80er Jahre die Verfilmungsrechte für eine Superhelden-Comic namens “Fantastic Four” (hierzulande bekannt unter “Die fantastischen Vier“) aus dem Hause Marvel kaufte. Der Mann hatte ein gutes Näschen, sollten doch 20 Jahre später gerade die Comic-Verfilmungen mit den Marvel-Superhelden (wie “Spider-Man” oder den “X-Men”) DIE Kassenschlager werden. Wie gut, wenn man da die Rechte an der beliebtesten Marvel-Held-Truppe hat.

Leider wären Anfang der 90er die Rechte an der Verfilmung ausgelaufen – wenn bis dahin kein “Fantastic Four”-Film gedreht worden wäre. Wiederum hatte Herr Eichinger ein gutes Gespür. Nein, noch war die Zeit nicht reif. Was also tun? Kurzerhand ließ Eichinger in Co-Production mit dem legendären Roger Corman für 1,2 Mio. Dollar mit einem Regisseur, der zuvor nur zwei B-Trash-Klopper gedreht hatte, und einigen unbekannten Fernseh-Schauspielern einen “Fantastic Four”-Film runterkurbeln, um die Vertragsklausel zu erfüllen. Dieser Film war in Wirklichkeit aber nur dazu da, um die Rechte an den Figuren zu verlängern und mitnichten, um in die Kinos (oder zumindest direct-to-video) zu kommen.

Kaum abgedreht, verschwand der Film, ohne auch nur eine einzige öffentliche Aufführung gehabt zu haben, für immer in irgendeinem staubigen Lager. Manche munkeln, weil er so unterirdisch schlecht sein soll, dass man ihn niemanden zumuten wollte.

Obwohl als “Film, den niemand gesehen hat” zu einigem Insider-Ruhm gekommen, wurde er auch nachdem Eichinger 2005, für das ungefähr 100fache des Budgets, den “richtigen” Film produziert hatte, niemals irgendwo gezeigt oder veröffentlicht.

D.h. irgendwo muss doch irgendjemand an den Film herangekommen sein, denn auf YouTube kann man sich den legendären “Abschreibungsfilm” in voller “Pracht” und in 8 jeweils 10minütige Schnipsel gestückelt ansehen. Viel Spaß dabei :)

Zum Appetit machen (oder verderben – je nach Geschmack) schon mal der Trailer:

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Und hier die Links zu den Einzelteilen des Films, so wie sie auf YouTube zu finden sind:
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“Die große Stille und der laute Markt” – Studie über den Film “Die große Stille”

Von , 26. Februar 2010 13:54

Gefunden über kino-zeit.de

Auf der Homepage der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen kann man sich als PDF eine Studie über den Dokumentarfilm “Die große Stille” von Philip Gröning herunterladen, die im Auftrag der Filmstiftung NRW von Susanne Grüneklee erstellt wurde.

Die große Stille” ist nicht nur vom Inhalt her ein hochinteressanter Film. Eine dreistündige Dokumentation um das Leben in einem Kloster. Durch das Schweigegelübde der Mönche gibt es keine Dialoge; es gibt auch keine Musikuntermahlung, außer der Gesänge der Mönche; es durfte nicht mit großem Team und künstlicher Beleuchtung gedreht werden… und trotzdem findet der Film weltweit seine Zuschauer.

Allein in Deutschland sahen ihn 200.000 Menschen im Kino, weltweit wurde der Film in 27 Länder verkauft, u. a. in die USA, Mexiko, Südkorea und Neuseeland. Er lief auf den Festivals in Venedig, Toronto und Sundance, wo er mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Außerdem gewann er den Europäischen Dokumentarfilmpreis, den Deutschen Kamerapreis und den Bayerischen Filmpreis.

Quelle: kino-zeit.de

Ich selbst konnte das Phänomen in Polen beobachten, wo er in einem Warschauer Kino fast ein Jahr lang zu sehen war.

In ihrer Studie beschreibt Susanne Güneklee die Entstehungsgeschichte des Filmes von der Idee bis zur Umsetzung; von den zahlreichen Schwierigkeiten, die den Film immer bis kurz vor den Abbruch trieben; den eisernen Willen des Filmemachers Philip Gröning, an seinem Film festzuhalten und keine Kompromisse einzugehen; und sie untersucht, wie der Film trotz aller Widrigkeiten und völlig entgegen der scheinbaren “Marktgesetze”, zu so einem großen internationalen Erfolg werden konnte.

Lesenswert!

Internet-Tipp: lost-films.eu

Von , 4. Februar 2010 15:23

Wer sich ein wenig mit der Filmgeschichte auskennt, der weiß, dass aus den ersten 35 Jahren des Mediums nur ein Bruchteil der Filme überlebt haben. Ca. 80 % aller Filme zwischen 1895 und 1930 gelten heute als “verloren”. Und einige existieren nur noch in zum Teil stark gekürzten Rumpffassungen. Das prominenteste Beispiel hierfür ist “Metropolis”, der 80 Jahre lang auch nur in einer gekürzten Fassung gezeigt werden konnte und bei dem vor Kurzem durch einen Zufall zusätzliches Filmmaterial in Argentinien entdeckt wurde.

Doch leider ist das eine Ausnahme. Die meisten Filme bleiben verschollen. Sei es, weil sich mittlerweile die frühen Filmrollen auf Nitratbasis zersetzt haben oder weil sie einst vernichtet wurden, um Platz in den Filmlagern der Studios zu schaffen. Die große Hoffnung der Filmhistoriker und Filmliebhaber liegt darin, dass vielleicht in irgendwelchen finsteren Archiven oder Privatsammlungen noch einige Schätze vor sich hin stauben.

Hier setzt ein neues Projekt an, welches von der Deutschen Kinemathek in Berlin ins Leben gerufen wurde. Unter lost-films.eu wurde eine Online-Plattform ins Leben gerufen, die für jeden zugänglich ist und auf der jeder selber ein wenig Detektiv spielen kann.

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Zurück aus der Güllegrube: Das “Star Wars Holiday Special”

Von , 23. Dezember 2009 14:26

Hola, die Waldfee! Zum Fest der Liebe bin ich noch über ein ganz besonderes Präsent gestolpert.

Ich war, seitdem ich im Januar 1982 “Das Imperium schlägt zurück” im Kino gesehen habe, jahrelang riesengroßer Star-Wars-Fan. So mit Spielzeugfiguren und allem Drumherum. Trotzdem habe ich von einem “Star Wars Holiday Special“, welches am 17.November 1978 im us-amerikanischen Fernsehen gelaufen ist, bis heute nichts gehört. Weder Gerüchte, noch sonst irgendetwas. Dieser erste offizielle “Star Wars”-Spin-Off wurde einfach totgeschwiegen, obwohl alle Darsteller der ersten Trilogie mitgemischt haben und das “Special” immerhin die Geburtstunde des beliebten Charakters “Boba Fett” markierte.
Wie kann das sein? Ganz einfach: Es war so grottenschlecht, dass alle Beteiligten peinlich berührt dieses Special unter den Teppich gekehrt haben und nichts mehr davon wissen wollten.

Jetzt ist diese ungeheure Peinlichkeit wieder aufgetaucht. Das Internet ist halt gnadenlos und vergisst nichts. Der Internet-Filmkritiker “That Guy With Glasses” hat sich dieses fast schon surreal-psychedelischen Albtraums angenommen. Man muss es einfach sehen, um es glauben zu können.

In diesem Sinne: Viel Spaß und frohe Weihnachten mit dem “Star Wars Holiday Special” von 1978.

Eine Bremer Erfolgsgeschichte: Die OFDb.de

Von , 16. Dezember 2009 10:08

Man lernt doch immer wieder etwas Neues. So wusste ich bis gestern nicht, dass die auch von mir häufig frequentierte Filmdatenbank OFDb.de ein Bremer Gewächs ist.

Diese Neuigkeit habe ich durch Zufall auf der Homepage des “Weser Kuriers” gefunden. Möglicherweise stand der Artikel auch schon Sonntag in der Print-Ausgabe, aber leider hatte ich da keine Zeit, diese durchzublättern.

(…) Informatik und Filme seien immer schon sein (Sascha Immes) Hobby gewesen und so beschloss der Bremer vor zehn Jahren eine Informationsseite über Medienzensur zu programmieren und zu veröffentlichen.

„Womit ich damals nicht annähernd gerechnet hatte, das war die enorme Resonanz auf mein kleines Projekt. Praktisch vom ersten Tage an entstand eine treue Fangemeinde, die sich für die Mitarbeit an der ‚großen Filmdatenbank‘, wie ich die Anwendung damals betitelt habe, begeistern konnte“, erzählt Imme. Angespornt von dem positiven Feedback stürzte er sich voller Enthusiasmus in die Weiterentwicklung der Filmdatenbank.

Bis 2004 sein ehemaliger Studienkollege und Freund André Kreutzträger den Vorschlag gemacht hat, sich mit der Online Filmdatenbank selbständig zu machen. Sascha Imme war damals Trainee bei einem Versicherungsunternehmen und betrieb die Datenbank als Hobby nebenher. „Nach vielen Gesprächen und langen Nächten stand dann die Entscheidung fest: Gemeinsam mit André wagte ich mit der OFDb den Schritt in die Selbständigkeit“, sagt Sascha Imme. (..)

Quelle: weser-kurier.de

Den ganzen Artikel kann man hier lesen.

Hiermit auch meine herzlichen Glückwünsche an Sascha Imme und André Kreuzträger für 10 Jahre OFDb.de. Es freut mich sehr, dass es bei uns in Bremen noch solche tollen Erfolgsgeschichten gibt.

Und es ist auch beruhigend zu sehen, dass es in unserer schönen Hansestadt tatsächlich noch mehr Filmverrückte gibt, die irgendwelche merkwürdigen Seiten ins Internet stellen ;)

Netzfundstücke III

Von , 17. November 2009 15:57

Ganz nett gemacht: Wie sähe es aus, wenn Matrix ein Stummfilm gewesen wäre?

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“Filmwecker”-Funktion auf kino-zeit.de

Von , 13. November 2009 15:53

Die an anderer Stelle schon einmal empfohlene Webseite kino-zeit.de hat sich einen ganz pfiffigen und innovativen Service einfallen lassen.

Und zwar findet man seit kurzem neben den Trailern und Filmkritiken ein “Wecker”-Symbol. Klick man auf dieses, kann man sich von der kino-zeit.de eine Email zuschicken lassen, wann und wo der Film in der Nähe anläuft. Die Idee finde ich sehr gut und bin nur verwundert, dass vorher da noch niemand drauf gekommen ist.

Ihr persönlicher Filmwecker lässt sich ganz einfach stellen. Bei jeder Filmkritik, Trailer oder Galerie finden Sie ein kleines Weckersymbol oben bzw. den Satz “Filmwecker stellen” im Fuß. Darauf klicken, Ihre Email-Adresse und Postleitzahl eingeben, absenden und fertig.

Sobald wir dann eine Vorstellung des gewünschten Films in Ihrer Nähe in unseren Kinoprogrammdaten finden, schicken wir Ihnen eine Email mit dem Kinoprogramm. Und da kino-zeit.de alle Kinos in Deutschland aufführt, können Sie jetzt sicher sein, dass Sie keinen interessanten und spannenden Film mehr verpassen.

Quelle: kino-zeit.de

Internet-Tipp: “Regina Filmtheater 1957-1983″

Von , 28. Oktober 2009 16:40

Bremer meiner Generation (also die in den späten 60ern/frühen 70ern geborenen) erinnern sich sicherlich noch an das Regina Kino in Utbremen. Das Regina hatte damals die größte Leinwand Bremens und zeigte neben aktuellen Filmen auch noch Klassiker des Breitwandkinos, wie z.B. “Die 10 Gebote” oder “Lawrence von Arabien“. Das Kino schloss 1983 und heute ist dem ehemaligen Kinogebäude ein Penny untergebracht. The times, they are a-changin’.

Ich habe hier im Blog schon einmal meine persönlichen Erinnerungen an das “Regina” niedergeschrieben. Leider habe ich es aber bis heute versäumt, auf eine ganz fantastische Webseite über das Regina hinzuweisen. Dort findet man eine absolut vorbildliche Arbeit, welche man im Bremer Staatsarchiv auch in Buchform einsehen kann. Hier findet man wirklich ALLES, was es über das Regina zu berichten gibt. Anekdoten, technische Details, Bilder und vor allem Listen mit ALLEN Filmvorführungen. Also reichlich Material für tagelanges, nostalgisches Stöbern.

PS: Auf der Seite findet man übrigens auch die damalige Kinoanzeigen für “Das Imperium schlägt zurück“, welche beweist, dass der Film damals tatsächlich erst ab 12 Jahre freigeben war. Was mir einige ja nicht geglaubt haben :)

Internet-Tipp: Alte US-Serials auf archive.org

Von , 25. Oktober 2009 16:21

Auf achive.org kann man eine Liste mit alten US-Serials aus den 30er, 40er und 50er Jahren finden, die alle mittlerweile “Public Domain” sind (die Urheberrechte sind also abgelaufen) und die man sich dort als Stream anschauen oder als Datei auf den Rechner laden kann.

Unter diesen Serials (billig produzierte Fortsetzungsfilme, die in der Regel um die zwölf halbstündige Kapitel hatten) findet man solche Kracher wie “The Phantom Creeps” mit Bela Lugosi, “Zorro Rides Again” und “Zorro’s Black Whip” (liefen beide mal als “Western von gestern” im ZDF Vorabendprogramm), “The Green Hornet“, “Flash Gordon Conquers the Universe“, “Radar Men from the Moon” und, und, und…

Netzfundstücke II

Von , 24. Oktober 2009 16:10

Momentan kneift es mich wieder, was freie Zeit für den Blog angeht.

Nichtsdestotrotz möchte ich dieses geniale Netzfundstück niemanden vorenthalten.

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