Category: Allgemein

Bericht von der Verleihung des 14. Bremer Filmpreises an Caroline Champetier

Von , 21. Januar 2012 20:24

Am vergangen Donnerstag wurde zum 14. Mal der Bremer Filmpreis verliehen. Die diesjährige Auszeichnung ging an die französische Kamerafrau Caroline Champetier.

Caroline Champetier

Auch diesmal konnte ich wieder bei der feierlichen Zeremonie in der Oberen Halle des Alten Bremer Rathauses dabei sein. Und wie jedes Jahr, war die Veranstaltung wieder sehr gut besucht. Ich frage mich manchmal, wo die ganzen Gäste herkommen. Okay, die Fördermitglieder des Kommunalkinos sind eingeladen, aber die machen sicherlich nur einen kleinen Bruchteil der Gäste aus. Ich vermute mal, dass die Sparkasse Bremen, die mit der “Gut für Bremen-Stiftung” den Filmpreis erst möglich macht, eine ganze Menge Einladungen an Großkunden und Partner raus schickt. Was vielleicht auch erklärt, warum so viele Leute zur Verleihung kommen, aber nur so wenige ins Kino, um sich dort die Filme der Preisträger anzuschauen.

Die Veranstaltung begann aufgrund technischer Probleme mit 20 Minuten Verspätung. Das kann immer mal vorkommen und soll hier von mir auch nicht kritisiert werden. Was ich allerdings an dieser Stelle einfach mal erwähnen muss, ist die Tatsache, das es keinen Conferencier gibt. Was dazu führt, dass Leute auf- und wieder abtreten, von denen man keine Ahnung hat, wer das ist und in welcher Verbindung sie zum/zur Geehrten stehen. Beispielsweise trat hier ein freundlicher, grauhaariger Herr mit Gitarre als musikalisches Rahmenprogramm auf, der weder vorgestellt wurde, noch scheinbar genau wusste, wie sich der Ablauf gestalten wird. Der Mann war wirklich ein begnadeter Musiker und sicherlich auch niemand “von der Straße”. Von daher wäre es schon der Respekt geboten, ihn vernünftig anzusagen und auch zu erklären, warum gerade er ausgewählt wurden, das musikalische Rahmenprogramm zu bestreiten. Auch einige Abstimmungsfehler im Verlauf des Programms, könnten dadurch vermieden werden. Aber wie dem auch sei, auch so war es wieder einmal eine nette Veranstaltung und diesmal auch wieder unterhaltsamer als im letzten Jahr.

Dies lag natürlich an den Rednern. Nach der Begrüßung der Gäste durch Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (deren Rede merkwürdig konfus ausfiel) in Vertretung für den kurzfristig verhinderten Bürgermeister Jens Böhrnsen, sprach der Botschaftsrat und Leiter des Institut Francais d’Allemange, Charles Malinas, die Grußworte an die Preisträgerin. Dabei war M. Malinas dankenswerterweise nicht übermäßig förmlich, sondern charmant und voller echt französischem Esprite.  Karl-Heinz Schmid vom Kommunalkino leitete dann zu vier Filmausschnitten aus dem Werk der Preisträgerin über.

Die liebevolle Laudatio hielt Sophie Maintigneux. Mme Maintigneux ist ebenfalls Kamerafrau und hat auch häufig mit Caroline Champetier zusammengearbeitet. Zudem scheint die beiden eine echte Freundschaft zu verbinden. Dementsprechend war die Laudatio auch sehr warmherzig und mit einigen Anekdoten gespickt. Da Sophie Maintigneux sehr viel in Deutschland arbeitet, trug sie die Laudatio in Deutsch mit einem sehr charmanten Akzent vor. Die Laudatio war auch nicht zu lang oder wiederholte nur, was man vorher schon dreimal gehört hatte. Das hat man in den Vorjahren doch ab und an auch anders erlebt. Daher: Applaus für Mme Maintigneux!

Sophie Maintigneux

Die Preisübergabe wurde dann, wie immer, von Dr. Tim Nesemann von der Sparkasse Bremen professionell und nicht ohne Humor durchgezogen.  Die Preisträgerin Caroline Champetier hielt dann noch eine kurze (von einer Dolmetscherin übersetzte) Dankesrede, in der sie sich als ausgesprochen sympathisch erwies und u.a. eine im Saal anwesenden junge Kamerafrau aufforderte, in einigen Jahren auch ganz vorne zu stehen und einen Preis entgegen zu nehmen.

Dr. Tim Nesemann übergibt den 14. Bremer Filmpreis an Caroline Champetier

Dr. Tim Nesemann, Caroline Champetier, Sophie Maintigneux und Karl-Heinz Schmid

17. Internationales Bremer Symposium zum Film: “Was ist Kino?”

Von , 19. Januar 2012 16:08

Vom 20. bis 22. Januar findet, nun schon zum 17. Mal, das Internationale Bremer Symposium zum Film statt.

Das Thema in diesem Jahr ist die Frage “Was ist Kino?”

Seit langem befindet sich das Kino als Ort, wo die Magie des Films und die ästhetische Erfahrung der Zuschauer aufeinander treffen, in Konkurrenz mit anderen Institutionen wie Fernsehen, Museen oder Computernetzwerken. Was Kino heute ist, ist Thema der Vorträge, Diskussionen und Filme des Bremer Filmsymposiums vom 20. bis 22. Januar sein.

Begleitend zum Filmsymposium finden auch einige Sonderveranstaltungen statt:

· Zwei kuratierte Filmprogramme aus der Sammlung des Arsenal ­Institut für Film und Videokunst e.V., Berlin, und dem Österreichischen Filmmuseum, Wien, zeigen am Sa., 21.1. anhand von Beispielen die Vielfalt des Mediums (Por primera vez ­  – Zum ersten Mal, 14:15 Uhr // The Clock, oder: 89 min Freizeit ­ ÖFM on location, 19:00 Uhr).

Hauptmotive des erzählenden Kinos erklärt »FILM IST. a girl & a gun«, eine Filmcollage des international renommierten Wiener Film- und Videokünstlers Gustav Deutsch (Sa 21.1. / 21:00 Uhr).

· John Smith, vielfach ausgezeichneter britischer Künstler und Professor, eröffnet am Fr., 20.1. zuerst seine Ausstellung »Worst Case Scenario« im Museum Weserburg und präsentiert anschließend im CITY 46 zwei seiner Filme.

· Die Diskussion mit dem Thema »The Art of Projection: Moving Images in Cinema and Museum« bringt John Smith, Ingo Clauss (Museum Weserburg, Bremen), Wulf Herzogenrath (früherer Direktor der Kunsthalle Bremen) und Stefanie Schulte Strathaus (u.a. Ko-Direktorin des Arsenal Berlin) am So., 22.1. um 10:30 Uhr an einen Tisch.

Weitere Infos gibt es hier.

Mehr Details zu den Filmen, die im Rahmen des Symposiums gezeigt werden, findet Ihr in meiner wöchentlichen Liste mit O-Fassungen.

Drei Jahre “Filmforum Bremen”

Von , 29. Dezember 2011 14:05

Seit drei Jahren (einem Monat und ein paar Tagen) ist das Filmforum Bremen jetzt schon im Netz. Nach einem etwas holprigen Beginn (noch als “echtes” Forum, was aber dann relativ fix mangels reger Teilnahme wieder eingestampft wurde), hat sich der Blog gerade in letzten 1,5 Jahren – soweit ich das nach den Besucherstatistiken beurteilen kann – prächtig entwickelt.

Auch die Radiosendung “Cinerama” auf RadioWeser.TV hat positiven Zuspruch gefunden, was mich natürlich sehr gefreut hat. Im nächsten Jahr wird es hier auf jeden Fall eine Fortsetzung geben.

Ferner bin ich – wie ich bereits des Öfteren geschrieben – an dem “Weird Xperience“-Projekt im City 46 beteiligt, was mir auch eine Menge Spaß bereitet.

Es wird also nicht langweilig. Worüber ich mich übrigens sehr freuen würde, wäre mehr Feedback von meinen Lesern. So schreibt man doch zum Teil ziemlich “ins Leere” hinein. Mich würde z.B. sehr interessieren, ob es noch Felder/Schwerpunkte gibt, die für Euch über das bisher Gebotene hinaus wichtig wären oder die hier intensiviert werden sollten. Z.B. mehr Rezensionen, DVD-Vorstellungen, Beiträge zur Filmgeschichte u.ä.

Und wenn ihr bei Facebook seit und Euch einen Beitrag interessiert findet, drückt ruhig mal auf “Gefällt mir” und/oder hinterlasst einen Kommentar. Das gibt mir dann ein Gefühl dafür, welche Beiträge für Euch wichtig sind und welche eben nicht.

Nun bleibt mir in noch, all meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen!

Wir lesen/sprechen/hören/sehen uns dann 2012 wieder.

Euer,

Arkadin

Mein persönlicher Jahresrückblick 2011

Von , 23. Dezember 2011 11:06

2011 neigt sich langsam, aber sicher, dem Ende zu. In der Luft liegt der Geruch von Spekulatius und Silvester-Böllern. Zeit für mich, das vergangenen (filmische) Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen.

Im Kino blieben die großen Überraschungen aus. Die üblichen Verdächtigen haben ihre neusten Werke souverän nach Hause gebracht, größere Ausfälle waren nicht zu verzeichnen. Liegt es daran, dass ich dieses Jahr bei der Filmauswahl ein ganz gutes Händchen hatte oder dass ich es leider nicht geschafft habe, mehr als nur ein Filmfestival zu besuchen? Richtige Flops hatte ich in 2011 nicht dabei. Zwar war der ein oder andere Film dabei, der mir nicht so gut gefallen hat, aber wirklich verärgert hat mich keiner. Was mich allerdings geärgert hat: Wie eben schon erwähnt, habe ich es – nach dem festivalreichen Vorjahr – diesmal nur auf einem einzigen Filmfest war. Insbesondere schmerzt mich, es nicht nach Lübeck geschafft zu haben. Aber das war dieses Jahr leider zeitlich überhaupt nicht drin. Ich hoffe 2012 wird das wieder anders sein.

Vielleicht hat sich aber auch gerade durch die erzwungene Festival-Abstinenz die Flop-Rate so stark minimiert, dass ich diese Rubrik in diesem Jahr gar nicht mit aufführe. Bei den Top 10 Kinofilmen habe ich bis zum Schluss mit mir gerungen, welcher Film es auf Platz 1 schafft. Letztendlich ist es ein Film geworden, der in Deutschland zwar bereits im November 2010 anlief, in vielen anderen Ländern (u.a. in Polen, wo ich ihn gesehen habe) erst 2011. Mit diesem kleinen Kunstgriff schafft er es dann auch in meine Jahresbestenliste: “Somewhere” von Sofia Coppola schiebt sich knapp vor Lars Von Triers “Melancholia” auf die Pole Position. Obwohl ich “Melancholia” als verkappten “autobiographischen Schlüsselfilm” (man ersetzte in der ersten Hälfte Justine mit Von Tier und die Hochzeit – auf der Justine trotz ihrer schlechten psychischen Verfassung von allen gezwungen wird “mitzuspielen” und “fröhlich und dankbar” zu sein, mit einem x-beliebigen Filmfestival. Da versteht man Von Tiers Auftritt in Cannes plötzlich) sehr mochte, hat mich Coppolas minimalistischer Film über die innere Leere doch länger und intensiver beschäftigt.

Die beiden schönsten “filmrelevanten” Ereignisse waren für mich einerseits das International Filmfestival in Oldenburg, wo ich einige nette Menschen getroffen habe, und andererseits das 2. Offizielle Forentreffen des “Deliria Italiano“-Forums in Frankfurt, wo ebenfalls viele mir bereits sehr ans Herz gewachsene Leute zugegen waren.

Was nicht so toll war: Ich habe es nicht geschafft Woody Allens “Midnight in Paris” zu schauen, da ich bis zum Schluss darauf spekuliert habe, dass der irgendwo im O-Ton läuft. Und in diesem Jahr war ich zeitlich so stark bei anderen, nicht-filmischen, Dingen eingespannt, dass sich auch mein Filmkonsum drastisch um fast ein Drittel verringert hat. Na ja… aber vielleicht ist das ja auch nicht soooo schlecht. So ist man eben gezwungen, sich auf das wesentliche zu konzentrieren.

Aber genug der langen Vorrede. Hier meine persönlichen Bestenlisten 2011.

Top 10 Kinofilme 2011

1. Somewhere (Sofia Coppola)
2. Melancholia (Lars Von Trier)
3. 22 mei (Koen Mortier)
4. Black Swan (Darren Aronofsky)
5. Carnage (Der Gott des Gemetzels) (Roman Polanski)
6. Cave of Forgotten Dreams (Höhle der vergessenen Träume) (Werner Herzog)
7. Rózyczka (Jan Kidawa-Blonski)
8. La piel que habito (Die Haut in der ich wohne) (Pedro Almodóvar)
9. Le Havre (Aki Kaurismäki)
10. Rango (Gore Verbinski)

Top 10 erstmals gesehene/nach langer Zeit wiedergesehene ältere Filme

1. My Winnipeg (Guy Maddin)
2. A Time to Love and a Time to Die (Zeit zu lieben und Zeit zu sterben) (Douglas Sirk)
3. Mr. Smith Goes to Washington (Mr. Smith geht nach Washington) (Frank Capra)
4. The Man with the Golden Arm (Der Mann mit dem goldenen Arm) (Otto Preminger)
5. Synecdoche, New York (Charlie Kaufman)
6. Na srebrnym globie (Der silberne Planet) (Andrzej Zulawski)
7. Monsieur Verdoux (Charles Chaplin)
8. Match Point (Woody Allen)
9. The Hurt Locker (Kathryn Bigelow)
10. Les demoiselles de Rochefort (Die Mädchen von Rochefort) (Jacques Demy)

Zwei herausragende Dokumentationen

1. Heavy Metal in Baghdad (Suroosh Alvi & Eddy Moretti)
2. Miesten vuoro (Nackte Männer, nackte Wahrheiten) (Joonas Berghäll & Mika Hotakainen)

Top 5 Kurzfilme

1. Unglassed Windows Cast a Terrible Reflection (Stan Brakhage)
2. Christmas U.S.A. (Gregory J. Markopoulos)
3. Kid Auto Races at Venice (Henry Lehrman)
4. C’était un rendez-vous (Claude Lelouch)
5. The Way to Shadow Garden (Stan Brakhage)

Der Bremer Filmpreis 2012 geht an die Kamerafrau Caroline Champetier

Von , 14. Dezember 2011 10:10

Vor einer Woche habe ich noch einem guten Bekannten orakelt, dass der Bremer Filmpreis 2012 mit Sicherheit an einen Kameramann gehen wird. Allerdings habe ich da mehr an Anthony Dod Mantle gedacht (gehofft).

Auf die französische Kamerafrau Caroline Champetier wäre ich nie gekommen. Vor allem, weil mir der Name zuvor kein Begriff war. Frau Champetier war bisher nur in französischen Filmen aktiv, von denen die allerwenigsten auch in deutschen Kinos liefen.

Ausnahmen sind “Villa Amalia” (der auch 2010 auf dem Internationalen Filmfest in Oldenburg lief) und vor allem “Von Menschen und Göttern“, der den französischen Filmpreis César und in Cannes den Großen Preis der Jury gewann. Auch in Deutschland lief dieser Film sehr erfolgreich. Für “Von Menschen und Göttern” wurde Frau Champetier für den Europäischen Filmpreis nominiert.

Die Verleihung des 14. Bremer Filmpreises findet am 19. Januar statt.

Ab 2012: “Weird Xperience” – neue Filmreihe im City 46

Von , 4. Dezember 2011 19:39

Manch einer hat es vielleicht schon mitbekommen, dem Rest erzähle ich es sehr gerne. Momentan arbeite ich aktiv an eine Filmreihe mit, die im nächsten Jahr jeden vierten Freitag im Monat im City 46 gezeigt wird.

In dieser Reihe zeigen mein Mitstreiter Stefan Mibs und ich “merk-würdige” Filme zwischen Bahnhofskino und Underground. Dabei wechseln sich monatlich Klassiker aus den 60ern bis frühen 80ern (das ist mehr mein Teil) und Werke aus dem filmischen Untergrund der letzten 30 Jahre (das fällt dann eher in Stefans Bereich) ab.

Als ersten “Appetizer” gibt es bereits im Dezember den japanischen Klassiker “Lady Snowblood” zu sehen. Bei der Vorstellung am 23.12. werden Stefan und ich anwesend sein, um ein wenig über den Film und die “Weird Xperience”-Reihe zu erzählen.

In der Zwischenzeit habe ich schon mal einen Trailer für die Filmreihe gebastelt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Mehr Infos: http://weird-xperience.de

Nachruf: Ken Russell (1927-2011)

Von , 28. November 2011 15:56

Gestern starb der britische Regisseur Ken Russell im Alter von 84 Jahren.

Ken Russell gehörte zusammen mit seinen Landsmänner Nicholas Roeg, Derek Jarman und Peter Greenaway zu den bedeutensten zeitgenössischen Regisseuren der Insel. Wie diese schuf er ganz einzig- und eigenartige Bilderwelten.

Seine Verfilmung der Rock-Oper “Tommy” mit seinen Bädern aus Bohnensuppe, seinen grellen Farben und Messiasfiguren auf Schrottplätzen topte er dann (wieder mit Who-Frontmann Roger Daltrey in der Hauptrolle) noch in seinem höchst eigenwilliger, sexuell überhitzter Liszt-Biographie “Lisztomania“.

Überhaupt waren Musikerbiographien sein großes Steckenpferd, wie er mit “The Music Lovers” (über Tschaikowski), “Mahler” und diverse Fernsehfilme, darunter zwei über Edward Elgar. Unter Genrefans dürfte er spätestens seit “Der Höllentrip” und “China Blue” eine feste Größe sein. “Die Teufel” und “Gothic” finden sich auf vielen Lieblingsfilmlisten wieder.

Nachdem er einen Harry-Palmer-Film mit Michael Caine (“Das Milliarden Dollar Gehirn“) gedreht hatte, erlebte er seinen Durchbruch mit der “skandalöse” D.H.Lawrence-Verfilmung “Women in Love“, bei der das erste Mal in einem britischen Film männliche Genitalien auf der Leinwand zu sehen waren.

Auch “Die Teufel” geizte nicht mit Provokationen, wurde angeblich in Italien verboten und die beiden Hauptdarsteller zu drei Jahren Haft verurteilt, falls sie italienischen Boden betreten sollten. Auch wenn diese Geschichte möglicherweise ins Reich der Fabeln gehört, so ist unbestritten, dass es keinen anderen Film mit solch einer langen und komplizierten Zensurgeschichte wie “Die Teufel” gibt.

Neben seiner Filmarbeit inszenierte Ken Russell zahlreiche Opern. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um ihn und er drehte für das Fernsehen und Kurzfilme.

in Deutschland ist sein Werk bisher nur recht spärlich auf dem Heimvideomarkt erschienen. Hoffentlich wird sich dies in Zukunft noch ändern.

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Happy Halloween!

Von , 31. Oktober 2011 21:33

Passend zum Tag der Monster und Geister,
ein kleines Stück vom Meister.
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Und dann nach der Geisterstund’,
geht es noch bei ARTE rund.
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Michele Soavis Meisterwerk “Dellamore Dellamore”, heute Nacht um 0:10 Uhr auf ARTE.

Nachruf: David Hess (1942-2011)

Von , 18. Oktober 2011 13:31

Vor genau 10 Tagen ist plötzlich und unerwartet der amerikanische Schauspieler und Komponist David Hess gestorben. Eigentlich wollte ich daraufhin sofort einen Nachruf schreiben, komme aber erst jetzt dazu. Den Filmfans ist David Hess für seine, im wahrsten Sinne des Wortes “schreckliche”, Darstellung des Psychopathen Krug Stillo in Wes Cravens berüchtigten “Last House on the Left” (dt. Mondo Brutale) bekannt. Hier spielt er den Anführer eine Bande Krimineller, die zwei Mädchen misshandeln und töten. Dieser Charakter des Krug Stillo, die Hess so eindrucksvoll  furchterregend verkörperte, sollte dann zu zwei ähnlich gelagerten Rollen in zwei italienischen Filmen führen. In  “Autostop Rosso Sangue ” (“Wenn Du krepierst, lebe ich” aka “Hitch-Hike”) spielte er neben Franco Nero und Corinne Clery den sadistischen Anhalter und in “La casa sperduta nel parco” (“Der Schlitzer” aka “House on the Edge of the Park”) den bösartigen und doch charmanten Eindringling in eine High Socitey Party. Beide Filme untermauerten seinen Kult-Status und gelten heute als Klassiker des italienischen Exploitation-Kinos. In der Folge spielte er noch in diversen US-Horror-Filme oder TV-Serien kleinere Rollen. In Italien war er zudem in dem eher schwachen Slasher “Body Count” von “Schlitzer”-Regisseur Ruggero Deodato und in Enzo G. Castellaris Versuch der Western-Wiederbelebung “Jonathan of the Bears” neben Franco Nero zu sehen. Was die Fans seiner Filme kaum wissen: Vor und während seiner Schauspielkarriere war David Hess auch ein bekannter und höchst erfolgreicher Musiker. So komponierte er u.a. Elvis Presleys No. 1 Hit “All Shook Up” und war auch später noch für den “King” als Komponist aktiv. Pat Boone hatte 1962 mit dem von Hess komponierten “Speedy Gonzales” einen noch heute oft gespielten Welthit. Auch für den Soundtrack seines berühmtesten Films (“Last House on the Left”) zeichnete er sich verantwortlich. Zweimal nahm er auch hinter der Kamera Platz: In dem 1980 entstanden Slasher “To All A Good Night” (der in Deutschland den schönen Titel: “Goodnight – Die Nacht, als Knecht ‘Blutbrecht’ kam” verpasst bekommen hatte) und letztes Jahr bei der Kurzdoku “Steel Drums, Not Guns” über die Geschichte der Steel Drum. Obwohl David Hess auf der Leinwand immer so bedrohlich wirkte, war er im Privatleben ein sehr sympathischer Kerl, der gerne Filmtreffen besuchte und dort mit seinen Fans stundenlang über alles mögliche quatschte und gerne mal mit ihnen ein Bierchen trank. Kleines Trivia am Rande: Krug Stillo hat seinen Schöpfer Wes Craven so beeindruckt, dass er seinen nächsten großen Leinwand-Bösewicht nach ihm benannte: Freddy KRUGer.

Bericht von der Eröffnungsfeier des City 46

Von , 11. Oktober 2011 12:12

Am vergangenen Freitag feierte das Kommunalkino Bremen unter neuem Namen (City 46) und am neuen Standort (im ehemaligen City in der Birkenstr.) seine offizielle Eröffnung. Fotos zu diesem Ereignis habe ich ja gleich noch Freitagnacht gepostet, hier kommt jetzt auch der dazugehörige Text.

Wobei ich vorweg schicken muss, dass ich die Veranstaltung nicht komplett mitmachen konnte, da ich Samstagmorgen recht früh nach Frankfurt fahren musste und es dementsprechend nicht zu spät werden lassen wollte. Aber ich denke, das Meiste habe ich schon mitbekommen.

Zunächst einmal ein paar Worte zum renovierten Kino. Der Look des altehrwürdigen “City” mit seiner Spiegeltreppe ist übernommen worden, was ich sehr begrüße. Noch fehlen ein paar Accessoires an den Wänden, wodurch das Foyer und obere Etage noch etwas kalt wirken. Eine interessante Neuerung ist eine Art “Milchglas-Lichtwand” an der zur Birkenstr. gelegene Seite im ersten Stock, vor dem Eingang zu Saal 1. Da kann man viel mit Licht arbeiten und eine schöne Stimmung zaubern. Nett auch eine Holzkonstruktion mit dem Namen der Stuhlpaten. Eine gute Idee. Sitzgelegenheiten gibt es leider bis auf ein paar Barhocker und Stehtische bisher noch keine, allerdings ist der Raum im Foyer und in der ersten Etage auch sehr begrenzt. Schade, aber nicht zu ändern. Die Toiletten für die Damen befinden sich in der ersten Etage, die für die Herren unten neben dem Foyer.

Der Saal 1 hat sich meiner Meinung nach nicht groß verändert. Natürlich ist er renoviert worden, die Wände sind aber immer noch sehr dunkel, was mir gut gefällt. Die Leinwand ist in der Tat deutlich größer als im Kino 46 und relativ hoch angebracht. Dies hat den Vorteil, dass das nur geringe Gefälle der Kinoreihen sehr gut ausgeglichen wird. Die neuen Kinosessel sind ein Traum. Sehr gemütlich und stabil. Der Abstand zur Vorderreihe garantiert größtmögliche Beinfreiheit. Geht das Licht aus, ist der Saal durch die dunklen Wände richtig dunkel, was ich als ausgesprochen angenehm empfunden habe. Überhaupt fühlt man sich im Kino spontan wohl und es macht nicht mehr den eher kalten, ungemütlichen Eindruck, den das City bei mir immer hinterlassen hat. Einzig, dass es keine Klimaanlage gibt, ist etwas schade. Am Freitag bei vollbesetzten Haus wurde es doch schnell recht heiß. Andererseits… wann ist das Kino schon mal auf den letzten Platz ausverkauft? Das kommt ja (leider!) eher sehr selten vor.

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