Blu-ray-Rezension: „Direct Contact“

Von , 17. September 2020 16:46

Der ehemalige Marine Mike Riggins (Dolph Lundgren) ist beim Waffenschmuggel erwischt worden und sitzt in einem Gefängnis im Ostblock fest. Eine Chance wieder in Freiheit zu kommen, bietet sich als ihm ein Mitarbeiter der US-Botschaft (Michael Paré) ein Geschäft anbietet: Mike soll im Gegenzug für seine Freiheit die Amerikanerin Ana Gale (Gina May) aus den Händen skrupelloser Entführer befreien. Bald schon entpuppt sich die Mission als Höllenkommando, denn Anas Entführer ist kein der brutale General Drago (Bashar Rahal), der mit seiner bewaffneten Armee das Land im eisernen Griff hat. Doch Mikes Mission gelingt. Allerdings muss er schnell feststellen, dass ihm nicht die ganze Wahrheit gesagt wurde – und schon findet er sich mit Ana von Armee, Mafia und Killern gejagt…

Ich gebe zu, mit den Werken aus der Nu-Image-Fabrik kenne ich mich leider bisher noch gar nicht aus. Dass Nu Image die Nachfolge der legendären Cannon-Produktion antrat, habe ich erst aus Marco Siedelmanns Buch „Stories From the Trenches“ erfahren. Bei der Recherche merkte ich aber, dass ich doch schon einige Filme aus der Action-Schmiede gesehen habe. „Direct Contact“ stammt aus der Nu Image-Unterfirma Millennium Films, die gerne günstig in Bulgarien (wo man ein einheimisches Studio aufgekauft hat) und Südafrika filmen. Auch mit dem Alterswerk des Herrn Lundgren bin ich bisher nicht besonders vertraut. Wobei ich mir hier bereits auf die Fahnen geschrieben habe, mich hier etwas eingehender damit zu beschäftigen, da man über seine 2000er und 2010er Filme häufig gutes hört. Insbesondere, wenn er selber auch hinter der Kamera Platz genommen hat.

Im Falle von „Direct Contact“ hat er darauf verzichtet und dem leider bereits verstorbenen Nu-Image-Co-Gründer Danny Lerner den Regiestuhl überlassen. Was nicht unbedingt ein Vorteil ist. Denn Lerner ist kein besonders inspirierter Regisseur. Eher ein unambitionierter Handwerker. Es gelingen ihm zwar zwei-drei wirklich schöne Einstellungen, der Rest ist allerdings funktionale Routine. Zudem macht er sich auch nicht die Mühe, die Plotlöcher im Drehbuch zu kaschieren und der Film wimmelt von Anschlussfehlern. Immerhin versucht Lerner nicht mehr zu verkaufen als er im Bauchladen hat. Hier wird einfach mal das Gaspedal durchgedrückt und es links und rechts ordentlich krachen und rumsen lassen. Dass dabei einiges an Stock-Footage aus älteren Millennium-Produktionen verwendet wurden, ist mir während des Filmes nicht aufgefallen, und habe ich erst im Nachhinein gelesen. Das Alt-Material ist also ziemlich gut integriert.

Weniger gut integriert ist James Chalke als Bösewicht im Hintergrund. Chalke ist einer der schlechtesten Schauspieler, die ich in den letzten Jahren gesehen habe und man fragt sich ständig, wie er bloß in den Film geraten ist. Oder generell zum Film gekommen. Da er lediglich in Millennium-Produktionen und dort oft zusammen mit Dolph Lundgren auftritt, kann man persönliche Beziehungen vermuten. Dafür reißen Michael Paré und Bashar Rahal als weitere Fieslinge alles wieder raus. Paré passt sehr gut als hinterhältiger Intrigant von der CIA und spielt seinen Part abgeklärt und elegant im schwarzen Mantel runter. Rahal ist als General Drago wirklich hassenswert und ekelhaft. Man fiebert förmlich seinem finalen Abgang entgegen, der gerne spektakulärer hätte ausfallen können. Aber das bleibt dem größeren Namen Paré vorbehalten.

Hauptdarsteller Dolph Lundgren ist ja mittlerweile eine Institution aus den goldenen 80er Jahren, wie sein Kollege Van Damme. Er hünenhafte Schwede kommt hier etwas langsam und gerade in den Kampfszenen etwas hüftsteif rüber. Kein Vergleich mit bereits erwähnten Van Damme oder gar den B-Stars der nächsten Generation wie Scott Adkins. Aber er ist einfach ein sympathischer und sehr charismatischer Kerl, mit dem man gerne mal ein Bier trinken würde. Und dass er sich offensichtlich trotz genannter Defizite nicht doubeln lässt, macht die ganze Sache einfach ehrlicher und liebenswert. Zudem hat der gute Dolph auch schauspielerisch einiges mehr zu bieten als z.B. ein Steven Segal, um jetzt mal ein abschreckendes Beispiel zu nennen.

Gedreht wurde in Bulgarien und vor allem in der Hauptstadt Sofia, was für eine tolle Kulisse sorgt. Bulgarien ist hier allerdings nicht Bulgarien sondern ein fiktives Ostblock-Land namens Goma. Hier laufen die Menschen, welche gerade nicht Uniformen tragen und Menschen erschießen oder in Pelzmänteln zeigen, dass sie zur lokalen Mafia gehören, gerne in Kostümen herum, die wirken, wie aus einem Film über den Holocaust geklaut (was sie wahrscheinlich auch sind). Der Osteuropäer ist also entweder Gangster mit Herz, sadistischer Militär oder das chancenloses Opfer dieser beiden Stereotypen, welches in Armut und Bauernstall lebt. Es leben die Klischees. In den Szenen in den General Drago und seine Männer die wehrlose Landbevölkerung – und hier mit Vorliebe die um ihre Männer trauernden Witwen – ohne ein Zucken der Wimpern abknallen (ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein) weckt tatsächlich Erinnerungen an die unmenschliche Verbrechen der Deutschen im Faschismus. Wahrscheinlich war es auch so intendiert, wobei sich die alte Frage stellt, ob man den Schrecken des Holocaust für Unterhaltungsfilme ausbeuten darf. Ich enthalte mich hier mal.

Aber genug der Kritik. „Direct Contact“ macht Spaß. Er gönnt sich kaum eine Pause und geht immer in die Vollen. Die 91 Minuten verfliegen nur so, und es wird zu keiner Sekunde langweilig. Das alles ist zwar sehr simpel und stumpf, verhehlt dies aber auch nicht und umarmt seinen B-Film-Flair mit beiden Armen. Das Blut spritz in dieser ungekürzten Fassung meterweit, die Stunts sehen gut und spektakulär aus. Die Stimmung passt, und man gibt sich nicht cleverer als man ist. Und vor allem wird hier noch auf echt Handarbeit gesetzt. CGI findet man hier kaum, und wenn die bedauernswerten Stuntman durch die Luft wirbeln fragt man sich unwillkürlich, ob ein Leben in Bulgarien nichts zählt. Doch, „Direct Contact“ bietet guten Spaß für Action-Fans, die die härtere Gangart bevorzugen. Viel bleibt nicht hängen, aber das macht nichts. Kann man „Direct Contact“ dann eben gleich noch einmal gucken.

Das Bild der Blu-ray ist gut, der Ton, welcher auf Deutsch und Englisch vorliegt, dynamisch. Der Film ist SPIO/JK freigegeben worden und im Gegensatz zu einigen früheren Veröffentlichungen komplett ungeschnitten. Leider gibt es außer einigen Trailern keinerlei Extras. Aber das war bei solch einer Produktion auch nicht zu erwarten.

Das Bloggen der Anderen (14-09-20)

Von , 14. September 2020 21:42

Da wollte ich doch nach der langen Pause wieder mit meinem Blog durchstarten, da wurde ich durch Krankheit gleich wieder aus dem Verkehr gezogen. Jetzt ist alles soweit überstanden, und es kann weitergehen.

– Eines der wahrscheinlich schönsten Filmfestivals (und alter Sehnsuchtsort von mir) ist das Il Cinema Ritrovato in Bologna. Robert Wagner schreibt auf critic.de über die in diesem Jahr aufgrund von Corona etwas anderer Ausgabe. Till Kadritzke wiederum hat sich zwei Filme aus dem diesjährigen Festival in Toronto vorgenommen. Und das Berliner Arsenal zeigt im September alle Kinofilme von Michael Mann. Grund für Tilman Schumacher diese einmal Revue passieren zu lassen.

– Bluntwolf hat im Nischenkino den Killerkaninchen –Klassiker „Night of the Lepus“ angesehen. Muss ich auch mal irgendwann gucken. Recht häufig habe ich dahingegen Argentos „Neunschwänzige Katze“ gesehen (also, den Film). Nicht sein stärkster, aber gewiss auch nicht sein schwächster. Bluntwolf findet ihn auch ungerechterweise unterschätzt.

– Luciano Emmer sagte mir bisher nichts, dank Sebastian vom Magazin des Glücks bin ich jetzt aber schlauer. Er stellt vier Spielfilme vor, die Emmer zwischen 1950 und 1954 realisiert hat.

– Volker Schönenberger empfiehlt auf Die Nacht der lebenden Texte den tschechischen Spielfilm „Hexenhammer“ von 1970, der kürzlich bei Ostalgica erschienen ist. Da ich die englische Blu-ray beim letzten Arrow-Sale geschossen habe, werde ich mich jetzt auch mal zeitnah mit diesem Meisterstück beschäftigen. /

Filmsucht.org ist begeistert von Nicolas Rays „In A Lonley Place“ in dem Humphrey Bogart die Hauptrolle spielt. Ich erinnere mich, dass der Film im alten Goldmann/Citadel-Buch über „Bogart und seine Filme nicht gut weg gekommen ist, aber in den letzten Jahren zu Recht als vergessenes Meisterwerk rehabilitiert wurde.

Bob Fosses „Star 80“ habe ich noch nicht gesehen, erinnere mich aber SEHR gut an die Bilder der nackten Mariel Hemingway in der Cinema. Hey.. da war ich 13… NATÜRLICH erinnere ich mich daran. Nach funxton begeisterten Review des Filmes, muss den Rest wohl auch mal anschauen. Auch „La Tua Presenza Nuda!“ muss – glaubt man funxton – eine Sichtung wert sein. Ist notiert.

– Auch „Bohemian Rhapsody“ habe ich noch nicht gesehen. Und bisher auch kein Interesse gehabt. Denn erwartet habe ich genau das, was Oliver Nöding auf Remember It For Later über den Film schreibt.

„Kin-dza-dza!“ haben wir mal für Weird Xperience im Auge gehabt, uns aber nicht recht darunter etwas vorstellen können. Nach Oliver Armknechts positiver Besprechung auf film-rezensionen.de weiß ich zwar mehr. Schlauer bin ich aber auch nicht.

Vorschau: Das 27. Internationale Filmfest Oldenburg

Von , 12. September 2020 13:29

Was für ein seltsames Jahr so ganz ohne Festivals. Wobei zumindest was die Musik angeht, das Überseefestival bei uns in Bremen bewiesen hat, dass man mit Enthusiasmus, tollen Helfern und guten, kreativen Ideen ja immerhin ein abgespecktes Alternativprogramm auf die Beine stellen kann, welches den größten Schmerz lindert und den Menschen etwas Zuversicht und Hoffnung gibt. Auch wenn es nicht „the real thing“ ist.

Bei dem Internationalen Filmfest Oldenburg (16. bis 20. September) sieht es ähnlich aus. Auch hier ließ man sich von Corona nicht in die Knie zwingen und entschloss sich früh, ein hybrides Filmfestival anzubieten, welches einerseits die Möglichkeit bietet, Festivalatmosphäre vor Ort zu schnuppern und anderseits moderne Technik zu nutzen, um auch die am Filmfest teilhaben zu lassen, die nicht ins Kino möchten/können. Ich bin selber kein großer Freund davon, selber ganze Filmfestivals zu streamen. Das wäre für mich immer eine zweite Option, da das Kinoerlebnis und das „Weggucken“ auf dem kleinen Laptop-Screen zwei ganz unterschiedliche Dinge sind, wobei letzteres dem Werk der Künstler meistens nicht gerecht wird. Doch das ist mein persönliches Gefühl und ich freue mich, dass das Filmfest Oldenburg solch eine Möglichkeit anbietet.

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich dieses Jahr nach Oldenburg fahren werde. In diesem Jahr werden nur drei Kinos bespielt und diese haben natürlich aufgrund der Hygeniemaßnahmen nur begrenzte Kapazitäten. Daher ist das Risiko nach Oldenburg zu fahren und dann mit leeren Händen dazustehen und unverrichteter Dinge wieder zurück nach Bremen fahren zu müssen recht groß. Zwar werden wohl Lounges eingerichtet, in denen man (also die Presse) die Filme auf dem Laptop streamen kann, aber das kann man auch ohne den Aufwand Zuhause machen und das hat – siehe oben – für mich nicht viel mit Festivalstimmung zu tun. Andererseits bin ich seit 2009 treuer Gast des Festivals und großer Fan. Das Filmfest Oldenburg gehört für mich immer zu den Höhepunkten des Jahres und darauf in 2020 verzichten zu müssen, würde schon stark schmerzen. Wie gesagt – noch schwanke ich.

Das hat mich aber nicht davon abgehalten, mich ausführlich mit dem diesjährigen Programm auseinanderzusetzen. Hier meine Tipps für dieses Jahr bzw. die Filme, die ich mir gerne ansehen würde. Die Texte habe ich aus den Pressemitteilungen übernommen.

ALONE, USA 20, von John Hyams (Internationale Premiere)
Seine Filme setzen zur Zeit den Maßstab im amerikanischen Actionkino. In »Alone« erzählt John Hyams eine atemlose Jagd, in der jede Punchline und jeder Twist die Suspenseschraube anziehen und den Zuschauer nicht mehr vom Haken lassen. Ein echter Wirkungstreffer.

AMERICAN THIEF, USA 20, von Miguel Silveira (Internationale Premiere)
Eine geheime Verschwörung, die die Präsidentschaftswahlen 2016 zum Scheitern bringen soll, ist das Bindeglied zwischen einem jungen Hacker, einem abtrünnigen Verschwörungs-Vlogger und einem mysteriösen Programmierer künstlicher Intelligenz. Miguel Silveiras hybrider Spielfilm wurde von 2015 bis 2018 um wahre Ereignisse in New York City herum gedreht. Die fiktionale Welt kollidiert hier mit der Realität, da die Schauspieler als ihre fiktionalen Figuren Zeugen der realen Ereignisse werden und auf diese reagieren. Das Ergebnis ist ein elektrisierender Thriller, der einen Blick auf einen polarisierenden Moment in der amerikanischen Geschichte wirft.

BLACK JADE, USA 20, von Guy Longstreet (Weltpremiere)
Die höchsten Ideale und tiefsten Schrecken Amerikas verflechten sich im Debütfilm von Guy Longstreet. Darin spielt Gareth Koorzen Raymond Sykes, einen Schriftsteller mit großen Träumen, der für einen Neuanfang mit seiner Frau Dorothy nach Los Angeles gezogen ist. Doch alte Wunden und Ressentiments werden wieder aufgewühlt, als Dorothys Schwester Adel den beiden einen unerwarteten Besuch abstattet. Ein Abstieg in Rays innere Welt voller Angst, Fantasie und Paranoia, wo die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit sich aufzulösen beginnt.

THE FIVE RULES OF SUCCESS, USA 20, von Orson Oblowitz (Europäische Premiere)
»X« hat zwar keinen Namen, aber dafür fünf Regeln – und jede Menge Probleme. Gerade aus dem Gefängnis entlassen, legt ihm eine feindselige Gesellschaft Steine in den Weg. Mit den Stilmitteln des Undergroundkinos entwirft Oblowitz ein Höllengemälde voller Unsicherheit und Ungerechtigkeit. Wildes Kino zwischen Underground und Genre.

HAPPY TIMES, USA/ITA/ISR 19, von Michael Mayer (Deutschlandpremiere)
Mit »Happy Times« erschafft Regisseur Michael Mayer eine kurzweilige Splatter-Komödie, die im absolut richtigen Maße übertreibt. Es gelingt dem Film perfekt, die Symptome einer saturierten Gesellschaft darzustellen und weit in die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche vorzudringen.

THE JESUS ROLLS, USA 19, von John Torturro (Deutschlandpremiere)
Eine kurzweilige und unwiderstehlich charmant aus der Zeit gefallene Hommage an das wilde Kino der 70er Jahre und die Auferstehung vom Bowling-Anarchisten »The Jesus«, der schrägsten Figur aus dem an Absurditäten nicht armen Oeuvre der Coen Brothers.

THE LONG WALK, LAO 19, von Mattie Do (Deutschlandpremiere)
Mattie Do ist eine der aufregendsten Filmemacherinnen unserer Zeit und ihr dritter Film eine magische Geistergeschichte, die sich traumwandlerisch an die Seite von Peter Weirs »Picknick at Hanging Rock« gesellt: ein Film so schön, dass er süchtig macht.

THE LONGEST NIGHT, ARG 20, von Moroco Colman (Weltpremiere)
Moroco Colman kehrt nach Oldenburg zurück, um die Weltpremiere seines herzzerreißenden zweiten Spielfilms zu feiern. Inspiriert von wahren Begebenheiten erzählt der Film die Geschichte des berüchtigsten Serienvergewaltigers in der Geschichte Argentiniens, der in der Universitätsstadt Córdoba lebte, wo er zwischen 1985 und 2004 mehr als 93 Frauen vergewaltigte, während er ein Doppelleben als engagierter Ehemann und Vater führte. Die Tapferkeit einer jungen Frau, die 20 Jahre lang in der Öffentlichkeit verborgen war, wird ein Raubtier fangen, das sich der Polizei entzog und eine Revolution inspirierte.

THE MADNESS INSIDE ME, USA 20, von Matthew Berkowitz (Weltpremiere)
Madison arbeitet als forensische Psychiaterin in New York. Nachdem ihr Mann ermordet wird, gelingt es ihr, den Täter zu identifizieren, doch im letzten Moment zieht sie ihre Aussage zurück. Von nun an verfolgt sie den inzwischen freigelassenen Mörder auf eigene Faust.

MIRACLE FISHING, USA 20, von Miles Hargrove (Internationale Premiere)
Nur mit den Bildern der alten VHS Videokamera zusammengestellt, ist »Miracle Fishing« berührender und packender als alles, was Hollywood mit seinen Megabudgets fertigbringt. Das Tagebuch einer Entführung und das Portrait einer wunderbaren Familie und ihrer Freunde.

PRECARIOUS, USA 20, von Weston Terray (Internationale Premiere)
Ein filmisches Juwel, das der Story und seinen Figuren so viel Raum im noch kleinsten Tunnel gewährt, dass man nur zu gerne mit ihnen durch die fantastischen Labyrinthe irren und sich durch die düstersten Gänge zwängen möchte.

SAVAGE STATE, FRA/CAN 19, von David Perrault (Deutschlandpremiere)
Ein feministischer Western, so sinnlich und erzählerisch ungezähmt wie Sam Fullers Klassiker »Forty Guns«. Eine französische Familie auf dem Ritt ostwärts. David Perrault wirbelt das Western Genre auf und legt den Colt in Frauenhände.

SHE DIES TOMORROW, USA 20, von Amy Steimetz (Internationale Premiere)
Schlimmer als die Angst ist nur die Angst vor der Angst. Und Angst ist vor allem eines: ansteckend. Amy ist fest davon überzeugt, dass sie morgen sterben wird und langsam aber sicher infiziert der destruktive Gedanke ihr gesamtes Umfeld wie ein bösartiger Virus.

SHORTA, DEN 20, von Frederik Louis Hviid & Anders Ølholm (Deutschlandpremiere)
Die Polizeibeamten Jens und Mike sind auf Routinepatrouille im Ghetto von Svalegården, als die Nachricht vom Tod eines jungen Mannes in Polizeigewahrsam über das Radio eintrifft und die aufgestaute Wut der örtlichen Jugend enfesselt. Plötzlich sind die beiden Polizisten Freiwild und müssen um einen Ausweg aus dem Ghetto kämpfen.

DIE STIMME DES REGENWALDES, SUI 19, von Niklaus Hilber (Deutschlandpremiere)
Ein leidenschaftlicher Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes und ein Umweltaktivist, der zur Zielscheibe eines ganzen Landes wird.

UNTIMELY, IRN 20, von Pouya Eshtehardi (Europäische Premiere)
Hamin ist ein junger Gefreiter, der seinen Militärdienst auf einem Wachturm an der Grenze zwischen Iran und Pakistan leistet. Ungeduldig wartet er auf einen freien Tag, um an der Hochzeitsfeier seiner Schwester teilzunehmen und gerät in einen Streit mit seinem Kommandanten. Oben im Wachturm lässt Hamin die vergangenen Jahre und die Dinge, die ihm und seiner Schwester seit ihrer Kindheit widerfahren sind, Revue passieren.

Die Retrospektive ist in diesem Jahr Wilhelm Friedkin gewidmet. Hierzu interessant:

Live-Gespräch mit William Friedkin
Als besonderes Highlight wird William Friedkin im Rahmen eines großen virtuellen Live-Gesprächs nach Oldenburg zugeschaltet. Das Gespräch wird ohne Paywall allen Interessierten zugänglich gemacht werden.

Internetforum Deliria-Italiano.de: Umzug und 11. Forentreffen in Karlsruhe

Von , 27. August 2020 18:30

Der/die eine oder andere hat es sicherlich schon mitbekommen – für den Rest hier noch einmal zur Info: Das wundervolle und extrem liebenswürdige Internetforum DELIRIA-ITALIANO.DE ist umgezogen und seit einigen Wochen unter der Adresse https://www.deliria-italiano.org erreichbar.

Nachdem der alte Provider des Forums seit Jahren nur Mist gebaut hat, nie erreichbar war, Werbung eingespielt hat (obwohl für Werbefreiheit bezahlt wurde) und sich in den letzten 12 Monaten als extrem unzuverlässig erwiesen hat (ständig brachen die Server zusammen und das Forum war über viele Tage ebenso wenig erreichbar wie der Herr Provider), haben die Admins die Sache jetzt selber in die Hand genommen und haben einen Provider gesucht. Hier muss man vor allem den großartigen buxtebrawler erwähnen, der den ganzen, gar nicht so unkomplizierten Umzug mal eben nebenbei und allein durchgezogen hat. Chapeau!

Da ein regelmäßiges Backup gemacht wurde, sind auch alle alten Beiträge gerettet worden. Das neue Forum erstrahlt im bekannten alten Glanz und selbst minimale Kinderkrankheiten wurden in Windeseile ausgebessert.

An dieser Stelle sei auch auf das 11. Öffentliche Deliria-Italiano-Forentreffen hingewiesen, welches in diesem Jahr im wunderschönen Filmtheater Schauburg in Karlsruhe am 16. und 17. Oktober 2020 stattfinden wird. Natürlich unter Corona-Bedingungen und mit Hygienekonzept.

Gezeigt werden an diesen zwei Tagen die Filme „Suspiria“ (!!!), „Sieben Goldene Männer“, „Friedhof ohne Kreuze“ und „Cassandra Crossing“. Alles natürlich wie gewohnt von 35mm, kompetent eingeführt und mit Verlosungen. Ich freue mich schon wie Bolle!

Alle Infos zum Event hier: https://www.deliria-italiano.org/gialli-f1/elftes-offizielles-forentreffen-deliria-oever-karl-t12144-s120.html#p219028

Nach aktuellem Stand (davon ausgehend, dass bis dahin die Corona-Maßnahmen weder anziehen, noch sich lockern) stehen im riesigen Kinosaal 100 Sitzplätze zur Verfügung. Früh planen lohnt sich also.

DVD-Rezension: „Als Hitler den Krieg überlebte“

Von , 26. August 2020 20:42

Hitler (Fritz Diez) ist es gelungen alle zu täuschen. Sein Selbstmord war nur vorgetäuscht, und nun wartet er auf Schloss Lilienburg in der Schweiz ab, dass seine Zeit wieder kommen wird. Dieses private Sanatorium gehört Professor Doktor Rolf Harting (Jirí Vrstála), der Hitler bei seiner Flucht half. Doch Harting und seine Männer haben ihre ganz eigene Pläne mit dem selbsternannten „Führer“. Er soll für seine unzähligen Verbrechen und die Millionen Tote grausam büßen. Für ihren Plan benötigen sie allerdings den Prager Doktor Josef Herman (Karel Höger), der einem verstorbenen Leibarzt Hitlers namens namens Wollmann ähnelt. Dieser wird kurzerhand von Hartings Gruppe entführt. Und da gibt es um das Schloss herum noch Partisanengruppen ehemaliger Nazis, die ihren Diktator zurück haben wollen.

Kann man bei Zbynek Brynych eigentlich noch immer von einem „Geheimtipp“ sprechen? Seit vielen Jahren schon ist „dieser wundersam fröhliche tschechische Herr“ (so der Titel eines wunderbaren Featurettes auf der Bildstörung-Blu-ray von „Die Weibchen“) in den Kreisen der Filmliebhaber ein Begriff. Umso mehr verwundert es, dass es außer „Die Weibchen“ bisher kaum weitere Auswertungen seiner Filme auf DVD oder gar Blu-ray gibt. Zwar kann man seine legendären Inszenierungen früher „Der Kommissar“- oder „Derrick“-Folgen in entsprechenden Serien-Boxen finden, doch gerade seine in Deutschland gedrehten Spielfilme „O Happy Day“ und vor allem „Engel, die ihre Flügel verbrennen“ fehlen schmerzlich. Immerhin, mit etwas Suchen findet man bei nicht ganz umstritteneren Anbietern noch die DVDs „KZ Theresienstadt – Transport aus dem Paradies“ und „Höllentor Sahara 1943“, aber das war es bis jetzt schon. Umso schöner ist es, dass Brynychs grandioser „Als Hitler den Krieg überlebte“ nun in einer anständigen DVD-Veröffentlichung bei Ostalgica erschienen ist.

„Als Hitler den Krieg überlebte“ ist eine eigenwillige politische Parabel, bei der man sich unwillkürlich fragt, wie solch ein Film 1967 in der Tschechoslowakei entstehen konnte. Die Umkehrung mit der Brynych arbeitet (die ehemaligen Gegner der Nazis sind die Faschisten von heute, während die alten Nazis plötzlich die Gestalt idealistischen Widerstandskämpfer einnehmen) ist leicht als Gleichnis auf die Machtverhältnisse in den sogenannten Ostblock-Staaten der Nachkriegszeit zu dechiffrieren. Hier wie dort bedienen sich diejenigen, die eigentlich mit den alten Gegnern abrechnen wollen und für eine „bessere Welt“ stehen, der Methoden der Faschisten. Strenge Hierarchien, kein Widerspruch duldend, Überwachung, Gewalt, Folter, Weltherrschaftsanspruch. Das Leben eines Menschen zählt nichts, überall lauern Feinde. Auch in den SS-Uniformen scheinen sich Harting und seine Männer sehr wohlzufühlen. Es geht also immer weiter mit dem Totalitärismus – egal welches Gesicht er sich gibt. So offensichtlich die Gruppe um Harting für die Machthaber des Ostblocks stehen, so interessant ist die Frage, wenn die faschistische Gruppe um Inge repräsentiert. Jung, gut aussehend und voller fanatischem Idealismus mag man an radikalisierte Gruppen der Studentenbewegung denken, die ja tatsächlich in den 70ern in den Terrorismus drifteten. Die Aussage des Filmes ist daher recht eindeutig: Faschismus verbirgt sich hinter vielen unterschiedlichen Gesichtern.

Als Stimme der Vernunft dient in dieser Parabel ein Wissenschaftler: Der Arzt Dr. Herman. Diese Stimme wird aber zwischen den verschiedenen Fraktionen zerrieben und letztendlich mundtot gemacht. Es ist kein optimistisches Bild, welches Brynych hier zeichnet. Im Gegenteil. Die Welt ist schlecht und wer die Chance hat, die Macht zu ergreifen, wird dies ohne zu zögern tun, dabei über Leichen gehen und eine totalitäres Schreckenssystem etablieren. Wirkliche Alternativen gibt es nicht. Diejenigen, die an Werte wie Demokratie, Menschlichkeit, Mitleid und Gerechtigkeit glauben, werden zu Spielbällen derjenigen, die eben jene Werte mit Füßen treten oder gleich ganz pervertieren. Der Originaltitel (und deutsche Alternativtitel) bedeutet „Ich, die Gerechtigkeit“ – ein Anspruch, den Harting erhebt und gleichzeitig so dreht, dass eben nur er – der „Führer“ der Bewegung – die einzige Deutungshoheit über den Begriff „Gerechtigkeit“ besitzt, der ihn gleichzeitig dazu befugt, sein System der Unterdrückung, Unterwerfung und Folter zu etablieren.

Obwohl Brynych in diesem Film noch nicht jenes exzentrisches und delirierendes Feuerwerk abbrennt, wie z.B. in „Die Weibchen“ oder späteren „Derrick“-Folgen, zeigt dieser Film bereits seine hohe Kunst. Die Kamera ist immer dicht dran an den Gesichtern, jede Einstellung ist so komponiert, dass sie beispielsweise in Dialogszenen nicht im harten Schuß-Gegenschuß sondern filmisch-bewegt umsetzt. Brynych forscht die Möglichkeiten aus, die ihm das Bild bietet, erfindet immer wieder neue, spannende Tableaus und haucht ihnen eine faszinierende Dynamik ein. Die harten schwarz-weiß Kontraste erinnern an die frühen „Kommissar“-Folgen, wie z.B. die Episode „Die Schrecklichen“, welche eine ähnlich bedrohlich-traumgleiche Atmosphäre versprüht, wie „Als Hitler den Krieg überlebte“. Man spürt deutlich, dass Brynych große Freude daran hatte, mit Bildern zu experimentieren und in jeder Einstellung das Besondere zu suchen.

Unterstützt wird er dabei von großartigen Schauspielern. Besonders Angelica Domröse sticht hervor, als Mischung aus geheimnisvoller Femme Fatale und leidenschaftlicher Rebellin. Die Domröse hat ein wunderbares, abgründiges Gesicht, welches die Kamera einfach liebt. Vergleichbar einer spröden Romy Schneider. Wenn sie die Möglichkeit gehabt hätte, in den 60ern nach Frankreich zu gehen und dort die richtigen Regisseure zu treffen, sie hätte ein ähnlich großer Star werden können. So wurde sie immerhin mit „Die Legende von Paul und Paula“ in der DDR zum Star. An ihrer Seite spielt ihr damaliger Ehemann Jirí Vrstála mit viel dunklem und furchteinflößendem Charisma den Harting. Sein Landsmann Karel Höger verkörpert mit väterlichem Gestus und einer skeptischen Distanziertheit die einzige positive Figur des Filmes, den moralisch standhaften, aber letztendlich erfolglosen Dr. Herman. Eine besondere Erwähnung verdient der aus Thüringen stammende Fritz Diez, der nicht nur eine unfassbare Ähnlichkeit mit Hitler hat, sondern auch dessen Habitus perfekt imitiert. Fast glaubt man sich tatsächlich eines Wiedergängers dieses Verbrechers gegenüber. Diez spezialisierte sich offenbar auf Hitler-Porträts und verkörperte Hitler in mehreren Filmen der DEFA, als auch in ausländischen- und Fernsehproduktionen. Wenn man der IMDb Glauben schenkt ganze 14 Mal.

Endlich liegt ein weiterer Film des großartigen Tschechen Zbynek Brynych in einer soliden DVD-Veröffentlichung vor. Brynych politische Parabel über die Verhältnisse im sogenannten Ostblock der 60er Jahre ist ebenso intelligentes, wie kurzweiliges Kino mit überzeugenden Darstellern und bereits allen Zutaten, die in den letzten Jahr(zehnt)en zu einer Wiederentdeckung Brynychs führten.

Leider liegt der Film von Ostalgica lediglich auf DVD vor. Diese ist aber durchaus empfehlenswert. Das Bild ist scharf, die Kontraste sehr gut. Es gibt einige kleine Filmschäden, welche manche fanatische Pixelzähler vielleicht bemängeln würden, für mich aber durchaus zur Atmosphäre und Kino-Look des Filmes beitragen. Der Ton ist gut verständlich und liegt in Deutscher Synchronfassung und der tschechischen Originalfassung vor. Bei letzterer wurde aber leider bei den Untertiteln gespart, sodass diese Originalfassung für nicht tschechisch sprechende Menschen mehr oder weniger für die Katz ist, auch wenn der Anteil an deutschen Dialogen recht hoch ist. Sehr schade. Da tröstet die sehr gute DDR-Synchro nur ein wenig, da hier jetzt plötzlich alle akzentfreies Deutsch sprechen, während in der Originalfassung eben eine Mischung aus Deutsch und Tschechisch gesprochen wird, was auch mehr Sinn macht. Vor dem Film gibt es ein Intro von 3:12 Minuten, welches anhand einer Kompilation alter Wochenschauen (?) eine zeitliche Einordnung gibt. Leider ist das Bildmaterial hier nicht optimal und recht verschwommen. Ansonsten gibt es außer Trailern für das Ostalgica-Programm keinerlei weitere Extras.

„35 Millimeter“-Magazin: Ausgabe 38 erhältlich

Von , 25. August 2020 16:21

Unglaublich aber wahr: Das „35 Millimeter – Das Retro-Filmmagazin“ hat bereits seine 38. Ausgabe veröffentlicht. Seit der Ausgabe 10 bin ich regelmäßig dabei, und ich kann es selbst kaum glauben, dass ich bereits so viel zu dieser tollen Zeitschrift beitragen durfte. Wen es interessiert, der findet oben rechts unter dem Reiter „Veröffentlichungen“ eine Übersicht meiner bisherigen Artikel für das Heft.

Die Nr. 38 beschäftigt sich im Schwerpunkt mit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wurden mit fünf Seiten eingeräumt, auf denen ich einerseits über die Folgen des Krieges in Polen und den Warschauer Aufstand, andererseits über die Aufarbeitung dessen durch die Polnische Filmschule in den 50ern schreiben konnte. Aber auch die Beiträge der Kollegen sind wieder einmal hochspannend. Leider wurde diese Ausgabe durch ein tragisches Ereignis überschattet. Unser geschätzter Redaktionskollege Markus Nowak (aka Doc Alucard von badmovies.de) verstarb für alle vollkommen überraschend kurz vor Drucklegung des Magazins. Sein wie immer lesenswerter Beitrag über den Nordafrikafeldzug im britischen Kino ist somit sein letzter Beitrag für uns gewesen, und wir werden seine Stimme in zukünftigen Ausgaben sehr vermissen. Mach’s gut, Markus. Wo immer Du jetzt auch bist!

Hier die komplette Inhaltsübersicht:

Heft #38 kann man HIER für € 6,00 zzgl. Versand beziehen.

Das Bloggen der Anderen (24-08-20)

Von , 24. August 2020 20:14

Da ich mein Blog jetzt so lange wie noch nie zuvor ruhen gelassen habe (und das auch mal ganz entspannend fand), sich mittlerweile aber einige Texte und Infos auf der Festplatte gesammelt haben, die ich gerne noch diesen Monat veröffentlichen möchte, und ich generell denke, ein Lebenszeichen wäre jetzt langsam mal nicht schlecht, kehre ich etwas eher als geplant aus den „Blogferien“ zurück. Ich beginne mit einer neuen Ausgabe des „Bloggen der Anderen“. Was jetzt auch nicht so viel Stress macht, da die Kolleginnen und Kollegen scheinbar größtenteils auch noch andere Dinge im Kopf haben, als zu bloggen.

Der Kinogänger informiert uns darüber, was für den Herbst an Kinostarts – Stand jetzt – so alles geplant ist. Mal schauen, was davon dann in zwei, drei Monaten noch übrig ist.

– Eine unfassbare Lücke klafft bei mir in Bezug auf Antonio Margheritis „Jäger der Apokalypse“. Ich meine, ich hätte mal den Anfang gesehen, doch die Inhaltsangabe, die Volker Schönenberger auf seinem Blog Die Nacht der lebenden Texte gibt, lassen mich einerseits daran zweifeln, machen mich gleichzeitig neugierig auf den Film, der tatsächlich ganz weit oben auf der „Unbedingt-Nachholen“-Liste steht.

– Bluntwolf empfiehlt auf Nischenkino Jess Francos frühen WIP-Film „Der heiße Tod“ und wie ich sehe, gibt es da eine 3-Disc-Edition aus den USA – da muss ich gleich mal in den einschlägigen Shops stöbern. Ich bin ja auch gerade dabei mich mit dem Werk des Jazz-Musikers Sun Ra bekannt zu machen und arbeite mich gerade durch die 50er und frühen 60er Jahre. Den Film „Space is the Place“ von 1974 hatte ich dementsprechend noch nicht auf dem Schirm, aber nach Videohuettes Review ist der auch in den Einkaufskorb gewandert. Und zu guter Letzt gesteht Sebastian, dass er noch nie einen Jerry-Lewis-Film gesehen hätte (!!!). Leider hat er dann mit dem eher schwachen „Ein Forschmann an der Angel“ angefangen, der ihm dann auch nicht besonders gefallen hat. Meine Bitte an Sebastian: Bitte weiterforschen! Am Besten gleich mit dem wundervollen „The Ladies Man“!

– Lustigerweise hat auch Filmklassiker aus Hollywood gerade Jerry Lewis am Wickel. Doch auch hier gibt es eher Kritik an „Der Bürotrottel“, welcher oftmals als idealer Einstieg gesehen wird.

– Wenn es etwas Grusliges aus den 90er sein soll, dann empfiehlt funxton „Campfire Tales“, einen Omnibus-Film aus den USA, den er ausgesprochen charmant findet.

– Oliver Nöding bricht auf Remember It For Later eine Lanze für Michael Bays „Bad Boys II“, den er nicht trotz, sondern gerade wegen seinen problematischen Elementen mag.

Schlombies Filmbesprechungen fühlen sich von Ulli Lommels „Boogey Man“ recht gut unterhalten und sind von Cronenbergs King-Verfilmung „Dead Zone“ begeistert.

Nachruf: Ennio Morricone (1928-2020)

Von , 6. Juli 2020 17:20

Ennio Morricone ist tot. Seine Musik lebt weiter. 91 Jahre ist er geworden. Vor einigen Jahren wollte ich zu einem seiner Konzerte nach Hamburg. Habe dann aber zurückgezogen. Zu teuer. Niemanden gehabt, der mitgekommen wäre. Schon damals wusste ich, dass ich das einmal bereuen werde. Und so ist es jetzt auch.

Ennio Morricone. Der erste Filmkomponist, den ich beim Namen kannte. Der erste, von dem ich mir später eine LP geholt habe. Damals, als der Saturn noch in der Faulenstr. war. Dort wo heute Allnatura ist. Das war „The Untouchables“. Und ich weiß noch genau, wo das Fach war. Und wie oft ich den Soundtrack gehört habe, damals noch Zuhause im Jugendzimmer. Geliebt habe ich Ennio und seine Musik aber schon vorher.

Ennio Morricone. Das erste Mal habe ich ihn gehört, als ich 1980 oder 1981 bei Onkel und Tante übernachtet habe. Meine Cousine (fünf Jahre älter) hatte eine LP mit Morricone-Stücken. Warum weiß ich gar nicht, war doch eigentlich nicht so ihres. Das war so ein typischer Sampler. Ich weiß gar nicht mehr wie der hieß, ich meine aber da war der berühmte Monument Valley Felsen drauf gezeichnet. Die Platte habe ich mir ausgeliehen, auf Tape gezogen und dann rund um die Uhr gehört. Da war, wenn ich mich recht erinnere, seine Western-Scores drauf, aber auch „The Ballad of Sacco & Vanzetti“, die mich schon damals ergriffen hat.

Ennio Morricone. „Here’s to you..“ Die Kassette im Walkman habe ich mich dann immer weggeräumt und im Gedanken Szenarien entworfen, wie ich gerne mit meinen Freunden als Film umgesetzt hätte. Alles irgendwie „Zwei glorreiche Halunken“-Rip-Offs, die ich gerne auf den Wiesen im Blockland umgesetzt hätte. Ist natürlich nie etwas draus geworden, weil ich für so etwas nicht meinen Hintern hochbekommen habe. Wie später beim Morricone-Konzert. Auch eine Lektion fürs Leben. Wenn Du etwas willst – tue es! Meinen Film habe ich dann später gedreht, das war allerdings nicht so ein romantisches Erlebnis wie das, was ich mir mit Ennios Score auf den Ohren als 10- oder 12-jähriger ausgemalt habe.

Ennio Morricone. Im Internetzeitalter habe ich mir dann alles mögliche Morricone-Zeugs bestellt. Da gab es plötzlich wundervolle Zusammenstellungen von Cherry Red oder DRG. Die Platte meiner Cousine habe ich allerdings nie wiedergefunden.

Heute hat Ennio Morricone diese Welt verlassen. Noch so ein „Unsterblicher“ von dem man glaubte, er sei einfach immer da. Das macht mich traurig. Und erinnert mich daran, dass ich mir noch seinen Soundtrack zu „The Hateful 8“ zulegen wollte. Ich glaube, dass mache ich gleich mal. Ich habe ja mittlerweile gelernt, dass man nichts aufschieben soll. Man weiß nie, ob es noch einmal eine zweite Gelegenheit gibt. Auch bei Unsterblichen nicht.

Blu-ray-Rezension: „Crash“

Von , 23. Juni 2020 17:43

Der Filmproduzent James Ballard (James Spader) verursacht einen Verkehrsunfall, bei dem ein Mann ums Leben kommt. Selber schwer verletzt, beginnt Ballard nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus eine Affäre mit Helen Remington (Holly Hunter), der Witwe des Getöteten. Über sie wird er mit einer Gruppe von Leuten bekannt gemacht, die tödliche Autounfälle berühmter Persönlichkeiten nachstellen und sexuelle Erregung empfinden, wenn Autos fatal ineinander krachen. Anführer dieser Gruppe ist der geheimnisvolle Vaughan (Elias Koteas), den Ballard bereits im Krankenhaus kennengelernt hat, als Vaughan seine Wunden fotografieren wollte. Ballard erliegt immer mehr der Faszination für Vaughan und schließlich stößt auch Ballards Ehefrau Catherine (Deborah Kara Unger) zu der Gruppe der Unfall-Fetischisten.

Anmerkung: Alle Screenshots stammen von der ebenfalls enthaltenen DVD, nicht der Blu-ray.

In meiner Erinnerung war “Crash” immer mit einer Farbe verbunden: Einem eiskalten Blau. Und ich gebe zu, vor dem Wiedersehen mit “Crash” tatsächlich etwas gefröstelt zu haben. Zwar war es gut 20 Jahre her, dass ich Cronenbergs Film – damals noch zu VHS-Zeiten aus der Videothek ausgeliehen – gesehen habe, aber viele Szenen waren mir noch immer sehr präsent. Und noch mehr dieses seltsame Gefühl, welches sich mit dem Film verband. Eine Faszination, aber auch etwas Unangenehmes, was man nicht direkt fassen konnte. Figuren, die man nicht oder gerade doch verstand, wobei man letzteres vielleicht nicht unbedingt vor sich selbst zugeben möchte. Cronenbergs Figuren sind egozentrisch, ohne Empathie. Sie kreisen um sich selbst, zusammengehalten nur von der gemeinsamen Suche nach Befriedigung und etwas, was ihre leere Existenz füllt. Beim Ehepaar Ballard ist es zunächst der Sex. Tagsüber suchen sie sich ihre Abenteuer. Sie lässt sich in einem Flugzeughangar von einem Mechaniker oral verwöhnen, doch ihr Interesse gilt nicht dem Mann hinter ihr, sondern der kalten, glatten Oberfläche des Flugzeugs vor ihr. Er fällt förmlich über eine Mitarbeiterin her, tierisch, ohne Freude, ganz dem schnellen eigenen Höhepunkt entgegen strebend – der ihm dann doch verwehrt wird. Am Abend versuchen sich die Ballards dann mit ihren Erlebnissen gegenseitig heiß zu machen, was auch nur bedingt funktioniert. Echte Leidenschaft füreinander? Fehlanzeige. Eher hat man das Gefühl, dass man sich gerne übertrumpfen möchte und sich seine Geschichten mehr für sich selber und zur Bestätigung der eigenen Libido erzählt.

Dieser eklatante Mangel an Empathie stößt zunächst einmal von den Figuren ab, die sich in einem ganz eigenen Kosmos zu bewegen scheinen. Als James einen tödlichen Unfall verursacht und eine Leiche durch seine Windschutzscheibe kracht, verspürt er weder Schrecken, Angst oder Ekel, sondern nur ein erstauntes Interesse an dem Toten. Vielmehr erregt ihn die entblößte Brust der Fahrerin im verunglückten Wagen. Dass er fahrlässig einen Menschen umgebracht hat, scheint ihn nicht weiter zu beschäftigen. Und wenn, ist es für ihn eher Kollateralschaden auf dem Weg zu einer neuen, sexuellen Erfahrung. Der Chance seine im Grunde langweilige Existenz mit einem erregenden Gefühl zu füllen. Vielleicht wirklich einmal so etwas wie Ekstase zu empfinden. Verstörenderweise scheint es allen Figuren um Ballard herum so zu gehen. Sogar für die Witwe von Ballards Opfer scheint der tote Ehemann nicht viel mehr zu sein als ein Spielzeug, welches jetzt kaputt gegangen ist, aber schnell gegen ein neues ersetzt werden kann. Und tatsächlich sieht man sie bald schon beim Sex mit dem “Mörder“ ihres Mannes. Diese im Grunde irrationale und „falsche“ Verhaltensweise verstört und entfremdet ebenso, wie die „Shows“ um Vaughan herum, in denen tödliche Autounfälle als Amüsement und zur Erregung des Publikums nachgestellt werden. Und eine fast schon surreale Szene, in der die Protagonisten in einer unwirklichen Unfallszenerie herumwandern, neugierig die Opfer bestaunen, sich in erotischen Posen vor den blutverschmierten Autos fotografieren oder sich fasziniert unter die Schwerverletzten mischen.

Man kann mit den Figuren in „Crash“ im wahrsten Sinne des Wortes nicht „warm werden“. Sie bleiben kalt, fremd, ja auch ein wenig unheimlich (denn wer möchte im wahren Leben schon solchen emotionalen verkrüppelten, ich-fixierten Menschen begegnen) und abstoßend. Aber Cronenberg lässt uns in ihre Welt schauen ohne zu werten. Man blickt hinein, wundert sich, ist durchaus fasziniert, versucht hinter den Sinn des Ganzen zu kommen, muss sich sein eigene Gedanken zum Gesehenen machen. Cronenberg nimmt einen nicht väterlich an die Hand und führt einen herum. Er stößt einen hinein in diese seltsam-verwirrende Welt und lässt einen dort allein mit seinen Gefühlen zurück. Dies macht die Stärke von „Crash“ aus. Es ist kein bequemer Film. Keiner in dem man sich wohl fühlt. Das Verhalten der Figuren beunruhigt einen, macht einen vielleicht auch wütend. Aber es lässt einen nicht gleichgültig. Es trifft einen im Inneren, macht etwas mit einem.

Tatsächlich Leidenschaft findet man selten in „Crash“. Wenn die Figuren miteinander Sex haben, geschieht dies meist auf eine seltsam distanzierte Weise. Kaum blicken sie sich dabei ins Gesicht. Meisten wird der Beischlaf von hinten vollzogen, voneinander abgewandt. Befindet sich die Gesichter dann doch einmal zugewandt, verschließt man die Augen, um sich wieder ganz auf sich selbst zurückzuwerfen. Es scheint auch immer um Kontrolle zu gehen. Man kontrolliert seine Lust, seinen Höhepunkt. Der andere ist Mittel zum Zweck. Einzig in der Sexszene zwischen James und Vaughan scheint es so etwas wie ein Interesse an dem Anderen, an dessen Körper zu geben. Ja, wenn schon nicht Liebe (zu so etwas sind die Menschen in „Crash“ gar nicht mehr fähig), dann doch zumindest Interesse und Neugier. Auch bei Vaughan geht es um Kontrolle. Um kontrollierten Kontrollverlust. Vaughan schafft ein Umfeld, welches er kontrolliert, aber welches zu einer Situation führt, deren Ausgang er nicht kennt. Das verschafft ihm seinen Kick. Sei es nun beim Nachstellen von Verkehrsunfällen, wenn er mit seinem im Laufe des Filmes immer mehr zerbeulten Wagen Jagd auf andere macht oder eben beim Sex die aktive Rolle an James abgibt. Bei allem was er tut steht nur ein Mensch im Mittelpunkt: Vaughan. Alle anderen dienen nur dazu, ihm seine ihm eigene Befriedigung zu verschaffen.

„Crash“ ist ein bedrückender Kommentar auf die Entfremdung der Menschen, den Verlust des Mitgefühls, die konsequent selbst vorangetriebene Vereinsamung. Den Rückzug in einen Raum, der einen noch mehr von seinen Mitmenschen trennt: Das Auto, welches als Exoskelett der Egomanen wird. Zur mächtigen Verlängerung des eigenen Körpers. Ein typisches Thema bei Cronenberg. Die Technik, die den menschlichen Körper verändert, mit ihm verschmilzt. Hier treibt der Mensch diese Veränderung selbst voran. In fatalen Unfällen wird der Körper durch das Auto deformiert, verändert, mechanischer gemacht. Gut sehen an der Figur der Gabrielle, welche sich nur noch mit Krücken fortbewegen kann, deren Gelenke von künstlichen Schrauben gehalten, deren Körper durch ein Korsett in Form geschnürt wird – und an deren Oberschenkel sich vaginaartige Narbenwucherungen gebildet haben. Oder an James selber, dessen Beine nach dem Unfall von unzähligen Schrauben gehalten werden. Das Verschmelzen mit den Fahrzeugen, das auf sich selbst zurückgeworfene Selbst im Inneren der Maschine, der „Crash“ mit anderen und der Tod als ultimativer Orgasmus, weil man zum liebevolle Verschmelzen mit einem geliebten Anderen gar nicht mehr in der Lage ist, sondern in einer lieblosen und (Selbst)optimierungsfixierten Welt selber schon Maschine geworden. Davon erzählt „Crash“ und es ist keine optimistische, sondern eine zutiefst bedrückende Geschichte.

Cronenberg gelingt all dies in wundervoll ambivalenten Bildern einzufangen, die seinen Stammkameramann Peter Suschitzky ebenso wunderschön, wie erschreckend abstoßend gestaltete. Wunden, Blut und Verstümmelungen werden als ästhetische Alternativen zum klassischen Schönen gezeigt. Die Schauspieler leisten Unfassbares und zeigen einen großen Mut. Nicht nur in Bezug auf die Nacktheit des Körpers, sondern auch der Seele. Insbesondere die wunderschöne, immer etwas geheimnisvoll und undurchsichtig wirkende Deborah Kara Unger muss hier hervorgehoben werden. Gerade in der Szene, in der ein zunächst harmloses Liebesspiel mit Vaughan auf dem Rücksitz zu einer brutalen Vergewaltigung entwickelt, die von ihrem Ehemann mit einer Mischung aus Neugier und Erregung beobachte wird. Wie sie die tiefe Verletzung ihrer Seele und ihres Körpers zeigt ist beeindruckend. Aber auch Spader, der mit seinem Yuppie-Image spielt, eigentlich zu jugendlich und beinah kindlich wirkt, aber eben auch die perfekte Verkörperung der seelenlosen, ich-bezogenen 90er ist, die auch Monstren wie Brett Easton Ellis‘ Patrick Bateman erschaffen konnten. Wie überhaupt „Crash“ eine große Nähe zu „American Psycho“ besitzt, der ähnlichen Themen bearbeitete. Ebenfalls fantastisch: Holly Hunter. Und interessant: In einer Szene nimmt sie während eines gemeinsamen „Videoabend“ sexuelle Handlungen an James und der von Rosanna Arquette ebenfalls großartig gespielten Gabrielle vor, während sie sich von Bildern von Autocrash stimulieren lässt. Eine ähnliche Szene gibt es in Jörg Buttgereits „Nekromantik 2“ und irgendwie reizt es einen auch, gerade diese beiden Filmen, in denen es um spezielle Fetische und aber auch die Vereinsamung geht, miteinander in Verbindung zu setzen. Und was wäre „Crash“ ohne die packende und ebenso simple, wie hochkomplexe Musik Howard Shores, die in jede gute Soundtrack-Sammlung gehört? „Crash“ ist ein allen Bereichen ein unbequemes Meisterwerk, auf das es lohnt, sich einzulassen.

Das Mediabook von Turbine wird dem absolut gerecht. Endlich kann man „Crash“ in jener Brillanz sehen, die der Film verdient. Das Bild der Blu-ray ist kristallklar, ohne artifiziell zu wirken. Der Ton ohne Beanstandungen und gerade Shores kongenialer Soundtrack bekommt den Raum, den er benötigt. Das Mediabook erschien in zwei Cover-Varianten. Das oben abgebildete, über welches ich mal den Mantel des Schweigens ausbreitete und das alte Kinoplakat mit Spader und Hunter im Auto. Die Extras sind ausgesprochen interessant. Herzstück ist ein fast einstündiges Gespräch zwischen Cronenberg, seinem späteren Stammschauspieler Viggo Mortensen und einem Mitarbeiter des tiff auf dem Toronto International Filmfestival. Mortensen durfte sich zwei Film aus dem tiff-Archiv aussuchen und wählte (neben Dreyers „Passion der Jeanne D’Darc“) eben „Crash“. Er leitete kompetent in den Film ein und holt später Überraschungs-Gast Cronenberg auf die Bühne, um mit ihm vor allem über „Crash“ zu sprechen. Das ist alles sehr sympathisch, unterhaltsam und vor allem informativ. Weiter geht es mit jeweils um die 25-Minuten langen, aktuellen Interviews mit Kameramann Peter Suschitzky, Produzent Jeremy Thomas, Komponist Howard Shore und Casting-Director Deirdre Bowen, die allesamt auch sehr detailliert und interessant über „Crash“ sprechen und dabei allesamt sehr sympathisch erscheinen. Da macht es großen Spaß zuzuhören. Älter sind 11 Minuten mit Aufnahmen von den Dreharbeiten und kurze Promo-Interviews, die zum Kinostart mit Cronenberg, Autor Ballard, James Spader, Holly Hunter, Deborah Kara Unger und Elias Koteas geführt wurden. Wunderbarerweise wurden noch drei neuere Kurzfilme von Cronenberg mit auf die Scheibe gepackt: The Nest (2013), Camera (2000) und At the Suicide of the Last Jew in the World in the Last Cinema in the World (2007). Letzteren konnte man schon mal bei Arthaus in der Kurzfilm-Sammlung „Chacun son cinéma – Jedem sein Kino“ sehen, „Camera“ war Teil des „Videodrome“-Mediabooks von Koch und „The Nest“ war bisher nur auf YouTube zu sehen. Hervorheben möchte ich noch das sehr ausführliche und informative 40-seitige Booklet (mehr Book, als -let) von Stefan Jung und Christoph N. Kellerbach.

Das Bloggen der Anderen (22-06-20)

Von , 22. Juni 2020 18:43

– In der vergangenen Woche verstarb Sir Ian Holm. Der Kinogänger würdigt den britischen Schauspieler mit einem ausführlichen Nachruf.

– Tötet das Digitale den Kinosaal? DOK.fest-München-Leiter Daniel Sponsel hat auf critic.de eine interessante Antwort darauf. Er meint, nein. Aber es müsse ein nebeneinander und kein Gegeneinander geben. Lesenswert!  Ebenfalls auf critic.de findet sich Nicolai Bühnemanns Besprechung des „Rabid“-Remakes von den Soska Sisters. Und der erste Text, in dem ich etwas Gutes darüber lese. Lohnt sich doch ein Blick?

– Auf Daumenkino schreibt Sarah Schild über zwei Filme, die scheinbar auf der Berlinale liefen. Beide klingen sehr spannend und die Texte haben mir auch gut gefallen. Obwohl ich bei „Demons“ (aus Singapur) zunächst tatsächlich verwundert dachte, hier würde auf Daumenkino tatsächlich der Lamberto-Bava-Film besprochen. Der zweite Film ist der deutsche Film „O Beautiful Night“ von Xaver Böhm.

– Bluntwof bespricht auf Nischenkino einen meiner liebsten Gialli: Lucio Fulcis „A Lizard in a Woman’s Skin“. Und Sebastian bricht eine Lanze für “Vampire’s Kiss” mit einem jungen Nicolas Cage.

– Noch einmal Nicolas Cage. Diesmal der Ältere. Filmlichtung über „Color Out of Space”.

– Gerade vorgestern habe ich Sidney Lumets „Network“ das erste Mal gesehen und mir vorgenommen, endlich auch mal die hier schon lange, lange herumstehende DVD von „Tödliche Entscheidung“ einzulegen – da wird genau dieser Film von Tonio Klein auf Die Nacht der lebenden Texte besprochen.

„When Worlds Collide“ ist durch die entsprechende Textstelle in ersten Song der „Rocky Horror Picture Show“ unsterblich geworden. Filmklassiker aus Hollywood stellt den dazugehörigen Film vor.

“Under the Silver Lake” von David Robert Mitchell konnte Oliver Nöding von Remember It For Later nicht überzeugen.

– Auch gerade vor zwei Wochen quasi als Auftakt einer geplanten privaten „Liam-Neeson-als-Actionstar“-Retro beide geschaut: „Taken 2“ und „Taken 3“. Funxton fand beide Film nicht so dolle. Ich wäre da etwas gnädiger, aber Olivier Megatons Regie ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Na ja…

– Alte Männer im Rache-Modus. Den Vater aller „Rotseher“ hat sich Schlombies Filmbesprechungen vorgenommen,. „Death Wish 4: The Crackdown“ und „Death Wish 5: The Face of Death“ standen hier auf dem Programm.

– Gerade in den USA geordert: „Maniac“. Und wenn ich Splattertrashs Review lese, freue ich mich ganz besonders auf die Scheibe.

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