03. Mai: “Faust II Reloaded”-Premiere im City 46 – mit Gast Dominique Horwitz

Von , 2. Mai 2012 15:48

Nachdem der Film “Faust II Reloaded” seine Weltpremiere schon am 29. Mai 2010 im Bremer CineStar hatte und er im Juni 2010 auf dem Filmfest Emden, sowie als Eröffnungsfilm im August 2010 auf dem Kurzfilmfestival “Filmsalat 9″ in Verden lief, hat er jetzt – ganze zwei Jahre später – auch einen ganz regulären, bundesweiten Kinostart bekommen.

In Bremen läuft der Film ab morgen im City 46. Zur morgigen Premiere am 03. Mai um 20:30 Uhr werden Regisseur Eike Besuden, Albert Schmitt (Kammerphilharmonie), Mitglieder des Schulorchsters der GSO, Tenever Brass und der großartige Schauspieler Dominique Horwitz zu Gast sein.

Am Samstag um 20:00 Uhr sind als Gäste nochmals Eike Besuden, sowie Karsten Gundermann (Komponist der Oper Faust II) geladen.

Weitere Termine: So. 6.5. + Mo. 7.5. um 20:00 Uhr;  Di. 8.5. um 20:30 Uhr und Fr. 4.5. + Mi. 9.5. um 18:00 Uhr.

„Ein unmögliches Projekt“, sagt die Regisseurin Julia Haebler.
„Oh nee, nicht schon wieder dieselbe Szene“, sagen die Schüler.
„Eine total schräge Idee, bei der ich gern dabei bin“, sagt Dominique Horwitz, der Faust spielt.
Nicht Faust I, den viele kennen. Hier geht es um Faust II, den kaum jemand kennt und schon zu Goethes Lebzeiten als unspielbar galt. Das Stück heute auf die Bühne zu bringen, kann nur mit außergewöhnlichem Engagement funktionieren. Eine Schule, ein Weltorchester und ein ganzer Stadtteil in Bremen haben sich zusammengetan, um die Idee des Komponisten Karsten Gundermann open air auf die Bühne zu bringen: Eine gerappte Sprechoper mit 500 Schülern auf und hinter der Bühne, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Dominique Horwitz in der Hauptrolle.
Goethe zwischen Hochhausschluchten und das in einem Stadtteil, in dem fast nur Ausländer wohnen und jede zweite Familie von Hartz IV lebt, das ist couragiert und gewagt, aber erfolgreich? Ein Beispiel für andere? Einfühlsam blättert der Film durch die Hindernisse des Schulalltags mit den Anforderungen eines großen Orchesters, verwoben mit den ungeahnten Möglichkeiten dieses Stadtteils.
„Faust II reloaded“ begleitet die Schüler in den letzten drei Monaten vor der Aufführung, bei den Proben, in Musikstunden, beim Kostüme nähen und allen anderen Vorbereitungen für das große Ereignis. Nerverei, Chaos, Genöle und Null Bock stehen dabei neben der Aufregung, der Leidenschaft und dem Biss, das Unmögliche doch zu schaffen. Neben dem Filmteam von Eike Besuden ist eine Schülergruppe mit mehreren Kameras dabei, das Abenteuer zu dokumentieren und sie haben dafür hinreißende Szenen gefunden.

Quelle: http://www.pinguin-film.de

Empfehlenswerter “Zeit”-Artikel von Dominik Graf zum Stand des Deutschen Kinos

Von , 1. Mai 2012 18:08

Anbei möchte ich einen, meiner Meinung nach, sehr treffenden Artikel empfehlen, den Dominik Graf in der “Zeit”, anlässlich des Deutschen Filmpreises, zum aktuellen Stand des deutschen Kinos geschrieben hat.

Der deutsche Film wirkt trotz seines stetig zunehmenden formalen Könnens in der überwiegenden Masse wie eine Palette von Besinnungsaufsätzen. Der Ton der Filme scheint sich anzugleichen. In der Inszenierung regieren der flach gehaltene Ball, möglichst wenig Filmmusik und das Diktat von (oft grandioser) Authentizität in Schauspiel und Kameraführung. Im Einzelnen ist das imponierend – doch in der Menge ergibt sich ein irritierend monotoner Eindruck. Zu viel Kunst, zu viel gute Absicht? Nicht unproblematisch für die notwendigen Alleinstellungsmerkmale all solcher Filme auf dem Markt. (…)

Es muss vielleicht sogar etwas wie eine neue »Vision« von möglicher Massenware her. Wo sind weltweit boomende Genres wie Fantasy im deutschen Film? Nicht existent. Trotz mindestens einem halben Dutzend erstklassiger hiesiger Romanautoren auf diesem Gebiet. Trotz einer deutschen Fantasy- und Horror-Tradition, die wie der Nibelungenschatz darauf wartet, gehoben zu werden. (…)

Der Verlust an Trivialität ist dramatisch. Die selbst gewählte Seriosität des deutschen Gegenwartsfilms widerspricht der Sehnsucht nach Spektakel, nach brüllendem Gelächter, nach Jahrmarkts-Schock – alles Grundwesenszüge des Kinos. Negiert wird der böse, kreischende Anteil filmischen Erzählens, jener kreativ explosive Todestrieb, der stets auch zu herrlich »schlechten« Filmen führte. (…)

Die heißeste, triefendste, nachgerade verzweifeltet-schönste Kinoleidenschaft findet sich bei uns heute in den Cinephilen-Blogs. Von deren Kenntnis und geschmacklichem Enthusiasmus können die deutschen Filmhochschulen nur träumen. Dort, im Web, tragen die deutschen Filmgötter allerdings ganz andere Namen als in der offiziellen Verlautbarungskultur: Es sind Regie-Ekstatiker wie Will Tremper, Alfred Vohrer, Rolf Olsen, Zbyněk Brynych, Eckhart Schmidt und Klaus Lemke. Hier ist das Reich des Verbotenen, das einst auch noch in Grünwalder Fernsehserien hausen durfte und das nun mit Stumpf und Stiel in der Förderkultur ausgerottet wird. (…)

Quelle: zeit.de

Den vollständigen Artikel “Die Grauen… das Grauen” findet man unter: http://www.zeit.de/2012/18/Deutscher-Filmpreis/seite-1

Gerade die hier von mir zitierten Passagen sprechen mir doch sehr aus der Seele. Insbesondere den letzte Absatz über die Blog-Kultur kann ich nur unterschreiben. In Blogs und Foren wie Deliria Italiano oder Dirty Pictures mit hunderten von Mitgliedern werden Regisseure wie Vorher, Olsen und vor allem auch Brynych gepriesen. Es stimmt nämlich nicht, dass sich heute niemand mehr für deutsches Kino interessiert. Im Gegenteil, gerade genannte Regisseure werden heutzutage von den Filmfans kultisch verehrt. Und dies nicht erst seit gestern. Und hier ist es gerade interessant, dass von den heute noch aktiven Regisseuren eigentlich nur zwei einen ähnlichen Status besitzen. Nämlich Klaus Lemke und…  Dominik Graf.

Teilt Ihr Grafs Ansichten? Oder liegt er mit seinen Thesen falsch?

Kleine Änderung…

Von , 1. Mai 2012 17:02

Da ich einen Schwerpunkt seit Kurzem auch auf Filmbesprechungen lege, habe ich mich entschlossen mein liebgewonnenes Internet-Pseudonym “Arkadin”, zumindest hier in meinem Blog, abzulegen. Gerade wenn es um die eigene Meinung geht, findet ich es ein wenig problematisch, sich quasi hinter einem Pseudonym zu “verstecken”. Daher ist ab jetzt jeder Artikel mit meinem Klarnamen unter- bzw. überschrieben.

Ab 07. Mai: Balkan Cinema Filmfestival Bremen 2012 im Cinema Ostertor

Von , 30. April 2012 21:14

Am 07. Mai beginnt die dritte Ausgabe des alljährlichen Balkan Cinema Filmfestivals im Cinema Ostertor.

Zur Eröffnung läuft am Montag, den 07. Mai um 18:30 Uhr die deutsch-kanadische Co-Produktion “Whistleblower – In gefährlicher Mission” von Larysa Kondracki. Gespickt mit internationalen Stars wie Rachel Weisz, Vanessa Redgrave, Monica Bellucci erzählt der auf wahren Begebenheiten beruhende Spielfilm von der Polizistin Kathryn, die sich im Auftrag der UN im Nachkriegs-Bosnien aufhält und auf illegalen Frauenhandel von UN-Mitarbeitern stößt. Als sie den Skandal aufdecken will, gerät sie selbst in tödliche Gefahr.

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Weiter geht es am 13. Mai um 18:45 Uhr mit der Dokumentation “Ceija Stojka” über die gleichnamige Malerin, Autorin und Sängerin.

Es folgen:

16. Mai, 18:45, Mein Haus stand in Sulukule, eine Dokumentation über den Istanbuler Stadtteil Sulukule, der als die älteste Romasiedlung Europas gilt.

23.Mai, 18:45,  Cinema Komunisto. Dokumentation über Titos “Hollywood des Ostens”.

30. Mai, 18:45, Revision. Dokumentation über den geheimnisvollen Tod zweier junger Leute an der deutsch-polnischen Grenze.

Am Dienstag, den 15. Mai wird zudem noch ein Programm mit drei Kurzfilmen gezeigt.

Näheres zum Balkan Cinema Filmfestival Bremen 2012, sowie das Rahmenprogramm, findet man hier.

DVD-Rezension: “Point Blank – Aus kurzer Distanz”

Von , 30. April 2012 20:34

Der Krankenpfleger Samuel führt ein glückliches Leben. Seine wunderschöne Frau ist hochschwanger und er selbst steht kurz vor einer Prüfung, die ihn beruflich weiterbringen wird. Doch dann bricht diese heile Welt plötzlich zusammen. Seine Frau wird entführt und er gezwungen, einen geheimnisvollen, unter Polizeibewachung stehenden, Patienten aus dem Krankenhaus zu schmuggeln. Und so muss Samuel plötzlich mit allen Mitteln um das Leben seiner schwangeren Frau kämpfen. Verfolgt von Gangstern, korrupten Cops und der Polizei. Seine einzige Hilfe ist der geheimnisvolle Fremde…

Wie bereits in seinem großen Erfolg, dem Thriller „Pour Elle“ (Ohne Schuld), der gerade in Hollywood als „72 Stunden – The Next Three Days“ mit Russell Crowe verfilmt wurde, geht es auch in Fred Cavayés neuem Film  um einen normalen Durchschnittsmenschen, der unvermittelt  in eine kriminelle Welt gezogen wird.

Allerdings sollte man bei Cavayés rasantem Action-Thriller „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ möglichst schnell sein Gehirn auszuschalten. Zu groß sind nämlich die Unmöglichkeiten und Logikfehler, die der Regisseur und Drehbuchautor seinem Publikum zumutet. Das beginnt bereits beim explosiven Einstieg in den Film. Da wird ein schwerverletzter Mann von zwei Killern verfolgt. Er kann sich kaum auf den Beinen halten und schleppt sich verzweifelt voran. Trotzdem gelingt es den beiden Sprintern hinter ihm nicht, ihn einzuholen. Dann wird  der Verletzte auch noch von einem dahinrasenden Motorrad angefahren und fliegt gut und gerne 20 Meter durch die Luft (ein nicht sehr überzeugender CGI-Effekt). Trotzdem kann er einige Szenen später vom Krankenbett aufspringen, rennen und kämpfen als sei nichts passiert. Selbstverständlich sollte man bei Actionfilmen nie die Logikfrage stellen. Auch Hitchcock waren die „Logikkrämer“ ja ein Graus. Aber wenn man so offensiv, wie hier in „Point Blank“, immer wieder neue und immer größere Unwahrscheinlichkeiten auftischt, muss man mit einem gewissen Murren des Publikums rechnen. Immerhin kann man  Cavayé attestieren, dass er das Tempo seines Filmes so hoch hält, dass man nicht immer zum Nachdenken kommt.

Nach einer gelungenen Einführung seines Protagonisten Samuel, ausgesprochen sympathisch von Gilles Lellouche als „Herr Jedermann“ gespielt, geht es beherzt zur Sache. Bis zum Schluss wird dem Zuschauer kein Durchatmen mehr gegönnt. Dabei profitiert der Film nicht nur von dem sympathischen Lellouche, sondern vor allem durch die großer Präsenz von Roschdy Zem, der hier das geheimnisvolle Opfer aus dem Auftakt gibt. Sein Hugo Startet würde durchaus  einen eigenen Film verdienen. Ein professioneller Einbrecher, der scheinbar über die besten Kontakte in der Pariser Unterwelt verfügt und gleichzeitig eiskalt über Leichen geht. Von Zem mit einer Mischung aus Brutalität, eiskalter Professionalität  und Eleganz angelegt. So ist man fast ein wenig enttäuscht, wenn er mal kurz aus der Handlung verschwindet und diese sich ganz auf Samuels verzweifelte Suche nach seiner Frau konzentriert.

Der in der Werbung gezogene Vergleich zu Hitchcock ist natürlich Quatsch. Auch wenn der Film mit dessen Lieblingsthema, des unschuldig von der Polizei Verfolgten, spielt, so liegen doch Welten zwischen der brachialen Action hier und den fein ausgearbeitet Schreckenszenarien des großen Meisters. „Point Blank“ ist im besten Sinne des Wortes bodenständig, ganz ohne einen größeren Anspruch zu haben, als nur rasant zu unterhalten.  Dies gelingt ihm auch sehr gut und gerade daher ist es ärgerlich, dass auf das Drehbuch nicht mehr Sorgfalt verwandt wurde.  Auch die sinistere Rolle des Polizei-Kommandanten Werner hat man so schon tausendmal gesehen, zuletzt in dem im April erschienenen „Sleepless Night“, mit dem sich dieser Film nicht nur die hohe Geschwindigkeit, sondern das Thema der verzweifelten Suche nach einer Geisel (hier die hochschwangere Ehefrau, dort der minderjährige Sohn) teilt. Insgesamt kommt der angenehm kurze und damit auch kurzweilige „Point Blank“ als rasante Achterbahnfahrt daher, bei der man allerdings nicht allzu sehr nachdenken und die Fähigkeit besitzen sollte, auch mal beide Augen zuzudrücken.

Die DVD der Firma Koch Media lässt keine Wünsche offen. Ein gestochen scharfes Bild und ein sehr dynamischer Ton sorgen für Freude. Als Extra gibt es ein 50-minütiges Making-Of, welches einen sehr guten und informativen Blick auf die anstrengenden Dreharbeiten gewährt. Einzig Regisseur Fred Cavayé klopft sich im Interview etwas zu häufig selber auf die Schulter.

Die DVD und die BluRay sind ab dem 25.Mai im Handel erhältlich.

28. April im City 46: Ein Gruselklassiker bei “Stummfilm plus zwei”

Von , 27. April 2012 13:45

Am morgigen Samstag, den 28. April um 20:30 Uhr, heißt es im City 46 wieder Stummfilm plus zwei.

Ezzat Nashashibi hat wieder einen Kollegen eingeladen, mit ihm zusammen einen Stummfilm zu begleiten. Diesmal ist der Klarinettist Martin Kratzsch zu Gast. Martin Kratzsch ist Gründungsmitglied des Bremer Klarinettenquartetts. 1993 gründete er zusammen mit fünf anderen Musikern die Klezmergruppe Klezgoyim. Seither produzierte Klezgoyim 5 CDs mit traditioneller Klezmer Musik und eigenen Kompositionen.

Diese Liebe zur Klezmermusik passt ganz hervorragend zum morgigen Stummfilm. Denn gezeigt wird Paul Wegeners “Der Golem, wie er in die Welt kam“. Im Prager Ghetto des 16. Jahrhunderts erschafft Jogi Rabbi Loew mit magischen Kräften eine mächtige Lehmfigur und haucht ihr Leben ein. Dieser Golem soll die jüdischen Gemeinde vor Bösem schützen.


Die Figur des künstlich erschaffenen Menschen erinnert natürlich stark an den Frankenstein-Mythos. Und tatsächlich findet sich in James Whales berühmter Frankenstein-Verfilmung von 1931 mit Boris Karloff einige deutlich vom “Golem” inspirierte Szenen. Dies ist sicherlich dem legendären Kameramann Karl Freund zu verdanken, der sowohl beim “Golem” als auch bei “Frankenstein” die Kamera führte.

Regisseur und Hauptdarsteller Paul Wegener, der 7 Jahre zuvor bereits mit “Der Student von Prag” einen der Klassiker des Horrorfilms abgeliefert hatte, war vom Golem so fasziniert, dass er gleich drei “Golem”-Filme drehte und in allen dreien selber den Golem spielte. Heute ist aber nur noch dieser dritte Film bekannt, die beiden früheren gelten als verschollen.

Zu dem gewaltigen Erfolg des Filmes – er war einer der internatonal erfolgreichsten deutschen Stummfilme überhaupt – trugen auch die expressionistischen Bauten bei, die von dem berühmten Berliner Architekten Hans Poelzig erschaffen wurden.

Originalfassungen in Bremen: 26.04.12 – 02.05.12

Von , 26. April 2012 15:44

Wer in dieser Woche gerne Filme im Originalton ansehen möchte, hat fast schon die Qual der Wahl. Neben einem ganzen Schwung von Filmen aus den unterschiedlichsten Ländern im Kommunalkino, zeigt das Cinemaxx den Blockbuster der Saison auf Englisch: “The Avengers”. Der feuchte Traum aller Comicboys. Also nichts wie ab ins Kino!

Marvel’s The Avengers – Cinemaxx, Do./Sa.-Mi. immer 19:30, Fr. um 22:30 – Das Gipfeltreffen der Superhelden. Seit nunmehr fünf Filmen wird auf dieses Ereignis hingearbeitet. Iron Man, Hulk, Thor und Captain America müssen ein Team bilden, um die Welt zu retten. Zusätzliche Hilfe erhalten Sie von der Black Widow und Hawkeye. Für Marvel-Fans ein MUSS. Regie führt das neue Wunderkind Joss Wheadon (Kopf hinter den TV-Serien Buffy und Firefly).

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Iron Sky – Cinemaxx, Fr. 19:30, So./Di. 23:00 – “Sie kommen in Frieden”. SF-Satire um Nazis vom Mond. Mehr über den Film: hier.

Freaks – City 46, Do., 26.04. 20:30 – Selten wurde ein Film so verfolgt, zensiert und verboten wie dieser Klassiker von Todd Browning (Dracula) aus dem Jahre 1931. Noch heute hat er nichts von seiner Kraft verloren und weiß immer noch zu schocken. Nichts für schwache Nerven.

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Ibiza Occident – City 46, Fr., 27.04. 20:30 – Dokumentation über das Nachtleben auf Ibiza und die dort boomende elektronische Musik.

Underwater Love – A Pink Musical – City 46, Fr. und Sa. um 22:30 – Sex, Musik, Fischgeister. In der Reihe “Weird Xperience” gibt es diesmal Seltsames aus Japan zur Musik der Berliner Band Stereo Total. Kommen und gucken. Am Freitag wieder mit Einführung.

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Flamenco - City 46, Sa., 28.04. 18:00 – Dokumentation der spanischen Regie-Legende Carlos Saura über den ausdrucksvollen Tanz.

Un, dos, tres, al escondite inglés – City 46, Sa. 28.04. 20:00 – Spansicher Spielfilm von 1969 über eine Gruppe Jugendlicher, die alles daran setzt ein schreckliches, aber populäres, Lied zu boykottieren.

20 centímetros – City 46, So., 29.04. 20:30 – Spanischer Film über einen narkoleptischen Transvestiten, der sich in den flotten Fruchthändler verliebt und sich in Musical-Nummern träumt.

Akira Kurosawas Träume – City 46, So./Mo. um 18:00 Uhr und Di./Mi. 20:30 – “Träume” ist ein Episodenfilm, der auf wahre Träume seines Meister-Regisseurs Akira Kurosawas zurückgeht und Kindheitserinnerungen, Ängste und Hoffnungen miteinander verbindet.

Cirkus Columbia – City 46, Di./Mi. 20:00 – Aus der neuen Reihe “Ostwärts” im City 46. Ein Mann kehrt Ende der 90er Jahre nach Herzegowina zurück, nachdem die Kommunisten abgelöst sind. Wohlhabend geworden macht er sich gleich daran, seine Ansprüche durchzusetzen.

Jane Eyre – City 46, Do./Fr./Di./Mi. um 18:00, Mo. 20:30 – Brandneue Verfilmung von Charlotte Brontës Klassikers der englischen Literatur von Cary Fukunaga. Groß besetzt mit Mia Wasikowska, Michael Fassbender und Judi Dench.

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Sneak Preview – Schauburg, Mo., 30.04., 21:45

DVD-Rezension: “Incite Mill – Jeder ist sich selbst der Nächste”

Von , 25. April 2012 22:03

Aufgrund eines Zeitungsinserats, welches eine fürstliche Entlohnung verspricht, finden sich 10 sehr verschiedene Personen in einem futuristischen Gebäude, irgendwo weit weg von der Zivilisation, ein. Das Experiment, an dem sie teilnehmen sollen, klingt simpel. Sie sollen sieben Tage unter strengen Regeln in dem Gebäude verbringen, ohne sich gegenseitig umzubringen. Doch was einfach klingt, ist aber schwieriger als gedacht. Bald schon taucht die erste Leiche auf und plötzlich weiß niemand mehr, wem er vertrauen kann….

Von einem wahrlich innovativen Film kann man bei „Incite Mill – Jeder ist sich selbst der Nächste“ auf keinen Fall sprechen. Er nimmt bekannte Motive aus Werken wie „Cube“, „Battle Royal“ oder auch „Saw“, mischt diese mit „Big Brother“-Paranoia wie in „Unsichtbare Augen“. Dass er im Grunde nur eine Variation bekannter Versatzstücke ist, scheint aber durchaus gewollt zu sein. Zitiert er doch überdeutlich den Ursprung aller „Zehn kleine Negerlein“-Filme, nämlich Agatha Christies „Ten Little Indians“; dieser Zusammenhang wird nicht nur durch die zehn Indianer-Figuren im Speisesaal des Gebäudes versinnbildlicht, sondern einmal auch von einer Figur ausgesprochen (wobei diese – zumindest in der deutschen Fassung den Alternativtitel „And then there were none“ nennt).

Nichtsdestotrotz weiß der Film auf seinen ausgetretenen Pfaden äußerst spannend zu unterhalten. Leider gibt es aber auch einige Szenen, die wie nachträglich eingefügt wirken und die zuvor aufgebaute Stimmung unterlaufen und der Geschichte einiges an potentieller Kraft nehmen. Einmal wird dem nominellen Helden ein innerer Monolog untergeschoben, der scheinbar alle Zweifel über seine Integrität zunichtemachen soll. Dies ist aber schon von daher unglücklich, als damit die Atmosphäre totaler Paranoia untergraben wird. Denn der Film zieht seine ungeheure Spannung gerade daraus, dass man eigentlich ohne Ausnahme KEINER Figur trauen kann. Reizvoll ist auch, dass die Schlüsse und Auflösungen, die der Film aufgrund von Indizien oder einzelnen „Geständnissen“ anbietet, völlig falsch sein können, da zu keiner Sekunde klar ist, wer die Wahrheit erzählt und wer nur eine Rolle spielt. Einer Figur nun eine eindeutig positive Helden-Rolle zuzuordnen, widerspricht diesem Konzept. Da das Stilmittel des inneren Monologs später auch nicht wieder aufgegriffen wird, kann man von einem nachträglichen Kunstgriff ausgehen. Ähnlich verhält es sich mit einer Szene, welche kurz außerhalb der „Paranoia-Hauses“ spielt und zwei Jugendliche zeigt, die mit den Worten „Guck mal, krass“, das Geschehen im Haus über ihre Handys verfolgen. Dies wirkt nicht nur aufgesetzt und wie ein Fremdkörper, sondern nimmt dem Film durch seine gezwungene Erklärung auch das Vage, Mysteriöse, welches zuvor so ungemein zur paranoiden Spannung beitrug.

Regisseur Hideo Nakata, der mit seinem wegweisenden „Ring“ vor 14 Jahren die J-Horror-Welle erst so richtig in Gang brachte, verzichtet wohltuend auf allzu vordergründige Effekte und Spielereien. Er ist mehr kühler Beobachter. Dies unterstützt die Handlung enorm. Auch die Schauspieler wissen zu überzeugen, auch wenn sie nicht besonders gefordert werden, da man sowieso nie weiß, ob ihre Figuren jetzt nur eine Rolle spielen oder nicht. Dadurch wirken einige darstellerische Unebenheiten (insbesondere beim Laien-Schauspieler. Takurô Ohno) auf positive Weise irritierend. Zusammengefasst ist „Incite Mill“ ein ausgesprochen spannender Paranoia-Thriller, der mit etwas mehr Konsequenz auch in einer Liga mit seinen großen Vorbilder hätte spielen können.

Die deutsche Synchro bietet Durchschnitt, aber bei japanischen Filmen empfiehlt es sich sowieso immer, die Originalfassung zu wählen. Das sollte aufgrund der vorhandenen deutschen Untertitel auch kein Problem sein. Das Bild in 1:1,85 ist scharf, wenn auch etwas farbarm, was aber an der künstlerischen Gestaltung des Regisseurs liegt. Neben den üblichen Trailern beinhaltet die DVD von Sun Entertainment ein ausgesprochen gelungenes Extra. Ein einstündiges Making-Of, welches komplett aus der Sicht von Takurô Ohno erzählt wird. Takurô Ohno kam durch einen Casting-Wettbewerb zu seiner Rolle und hatte vorher keinerlei Filmerfahrung. Für ihn ist es also auch das erste Mal auf einem Filmset, und er schildert sehr offen und nicht immer schmeichelhaft für ihn seine Erfahrungen. Insbesondere Regisseur Hideo Nakata ist zunächst überhaupt nicht begeistert von ihm, aber so langsam wächst Takurô ins Team hinein, ohne dass die harte Arbeit hinter den Kulissen verschwiegen oder gar romantisiert wird. Sehr interessant. Vom reißerischen Cover sollte man sich übrigens nicht täuschen lassen, da es so gut wie nichts mit dem Film zu tun hat.

Filmfestivals in Deutschland

Von , 20. April 2012 17:37

Was gibt es in Emden, Eckernförde, Neustrelitz, Husum, Weingarten, Landau usw. usw., aber nicht in Bremen? Genau: Ein Filmfestival.

Hier gibt es eine eindrucksvolle Grafik vom Zeit Magazin, wo und wie viele Filmfestivals in Deutschland stattfinden.

Im Dreieck zwischen Hamburg (8), Oldenburg (2) und Hannover (3) herrscht gähnende Leere. Wann ändert sich das endlich mal!?!

 

DVD-Rezension: “Sleepless Night – Nacht der Vergeltung”

Von , 20. April 2012 16:03

Vincent ist ein korrupter Pariser Cop. Zusammen mit seinem Partner zieht er einen Raubüberfall auf einen Drogenlieferanten durch. Doch die Strafe folgt auf dem Fuße. Der bestohlene Drogenbaron entführt Vincents Sohn und fordert ihn auf, die Drogen zu ihm in seinen riesigen Musikclub zu bringen. Doch für Vincent geht alles schief, da sich nach und nach immer mehr Parteien im Club einfinden, die alle ein spezielles Interesse an den Drogen haben. Bald schon kämpft Vincent nicht nur um seinen Sohn, sondern ums nackte Überleben.

Frédéric Jardins „Sleepless Night“ ist ein sehr solider französischer Action-Thriller. Vor diesem Film drehte Jardin ausschließlich Komödien. Damit ist die „Weiße Nacht” (Originaltitel) nun sein Gesellenstück im dramatischen Fach. Und dieses ist ihm gut gelungen. Zwar hält die Geschichte keine großen Innovationen bereit, weiß aber kurzweilig zu unterhalten. Jardin bringt zunächst seine Figuren in Position, dann lässt er sie losrennen und schaut was passiert. Dass er dabei zeitweise die Logik etwas außer Kraft setzt und seine Charaktere gerne den komplizierten, statt den einfachen, Weg nehmen, kann man verzeihen. Sonst wäre der Film wahrscheinlich schon nach 20 Minuten zu Ende. Allerdings zieht sich der Film dadurch auch etwas, denn die Figuren müssen ihre Flucht/Hetzjagd immer wieder von vorne beginnen. Immer wieder enden ihre Aktionen in Sackgassen oder werden in letzter Sekunde vereitelt. Dies strapaziert insbesondere zum Ende hin etwas die Geduld des Zuschauers und eine Straffung hätte hier vielleicht gut getan.

Der Film profitiert davon, dass er an einem Ort spielt und ab dem Betreten des Clubs fast in Echtzeit spielt. So kann immer wieder überraschend ein Gegner Vincents um die Ecke schauen. Auch die vielen Hinterzimmer und labyrinthartigen Treppenhäuser des Clubs sind reizvoll gestaltet. Die Schauspieler bieten eine solide Leistung, wenn auch die Zeichnung der Schurken (insbesondere die des korsischen Clubbesitzers) ins Stereotyp abkippt. Leider vernachlässigt Jardin hier den großartigen Birol Ünel, der einst in Fatih Akins großartigem „Gegen die Wand“ die kraftvolle männliche Hauptrolle spielte und damit bleibenden Eindruck hinterließ. Hier fungiert er als Kinski-Wiedergänger. Rolle, Mimik, Körperhaltung und explosive Aggressivität sind eindeutig eine Hommage an den großen Klaus. Ünel besitzt in diesem Film sogar eine äußerliche Ähnlichkeit mit Kinski. Er teilt aber auch dessen häufiges Leinwand-Schicksal, indem er nur als dekorative Figur im Hintergrund genutzt wird und ihn schließlich ein typisches Kinski-Ende ereilt.

Vincent wird überzeugend von dem in Berlin geborenen, Stand-Up-Comedian Tomer Sisley verkörpert, der in Frankreich durch die dort sehr erfolgreich gelaufene Comic-Verfilmung „Largo Winch” und deren Fortsetzung zum Filmstar aufgestiegen ist. Auf der Seite der Guten befindet sich neben Vincents Sohn Tomas nur noch Julien Boisselier als junge, ehrgeizige Polizistin Lacombe. Allerdings bleibt Boisselier in dieser Rolle blass und nervt.

Positiv fällt auf, dass eine potentielle Liebesgeschichte sofort im Keim erstickt wird. Damit gerät der Film nicht in die Gefahr, durch einen unnötigen Subplot seinen Fokus (Vincents verzweifelter Versuch seinen Sohn zu retten) zu verlieren und vermeidet ein kitschiges Happy End. Zwar ist das Ende leider nicht so böse, wie es hätte sein können (hier verließ Jadin oder seine Produzenten scheinbar der Mut), umschifft es aber – wenn auch knapp – gänzlich rührselig zu werden.

 

 

 

 

 

Leider liegt mir zur Beurteilung der DVD von Sun Entertainment nur die Presse-DVD mit „verringerter Bild- und Tonqualität“ vor. Ich muss aber feststellen, dass mir weder in Bild, noch in Ton, irgendwelche einschneidenden Einbußen aufgefallen sind. Schwerer wiegt da schon, dass ich nur die deutsche Synchonfassung sehen konnte, wodurch eine Menge Lokalkolorit durch die verschiedenen Akzente der im Film auftretenden Volksgruppen (Vincent ist algerischer Abstammung, die Bösen kommen aus Korsika oder der Türkei) verloren geht. Die Synchronisation ist in Ordnung, auch wenn Tomas Stimme zu alt und die Nachsynchronisation von Birol Ünel merkwürdig klingt. Extras wird es neben dem Trailer auch auf der regulären DVD nicht geben. Neben der DVD erscheint auch eine BluRay, die allerdings auch ohne Extras daher kommt.

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