Das Bloggen der Anderen (10-04-17)

Von , 10. April 2017 17:09

bartonfink_type2– Am 22. März verstarb der großartige Tomas Milian, dem ich hier einen längeren Nachruf widmete. Es hat mich etwas enttäuscht, dass diesem Ausnahme-Schauspieler nicht mehr Nachrufe im Netz folgten. Jetzt hat Udo Rotenberg auf L’amore in città Milians Tod zum Anlass genommen, um über einen sehr frühen Film mit dem jungen Milian – der damals vor allem in Filmkunstdramen zu sehen war – zu schreiben:  „Le soldatesse“ von Valerio Zurlini.

Filmlichter hat ein längeres Essay über Waffen im Film veröffentlicht und dabei die kontroverse These aufgestellt, dass die Darstellung von Waffen und der Umgang mit ihnen fest zum Kino gehören. Der Text ist ganz klar als Aufforderung zum Dialog zu verstehen, und der Autor des Essays betont, dass ihm der Austausch mit anderen zu diesem Thema sehr wichtig sei.

– Andreas Köhnemann hat für B-Roll Jakob Lass interviewt. Indirekt sehr Kinorelevant: Sonja Hartl in einem sehr lesenswerten Artikel über Kino-Regisseure, die „Tatorte“ drehen und wie das hier Kino dem TV helfen kann und andersherum  Und Patrick Holzapfel schreibt über den Mythos des „armen Filmemachers“.

– Auf Patricks Blog Jugend ohne Film hat sich Viktor Sommerfeld am Beispiel der Diagonale einige sehr interessante Gedanken über die Arbeit des Kuratierens eines Filmfestivals gemacht.

– Christoph Hochhäusler hat auf seinem Blog Parallel Film einen Beitrag wiederveröffentlicht, den er 2011 für „Revolver“ geschrieben hat. Darin geht es um Federico Fellini und wie sein Name an Bedeutung verloren hat, nachdem er in den 70ern quasi synonym für „Film“ stand. Außerdem hat er noch einen sehr, sehr schönen Text veröffentlicht, indem es zwar vordergründig gar nicht um Film geht, irgendwie aber schon um unzuverlässiges Erzählen, falsche Erinnerungen und  die daraus entstehenden Geschichten, die oftmals schöner als die Wirklichkeit sind.

Funxton bespricht auf seinem Blog Helmut Käutners „Hamlet“-Variante „Der Rest ist Schweigen“ und begeistert sich für „Love To Kill“, der auch als „The Last Horror Movie“ bekannt ist und den ich einst unter dem Titel „Manaic 2“ sah.

– Gerade fand das 19. „Besonders wertlos“-Festival statt. Lukas Foerster war dabei und schreibt auf Dirty Laundry über Uwe Frießners Berlin-Film „Baby“ und Walter Boos „Exorzisten“-Variante „Magdalena – Vom Teufel besessen“.

– Apropos „Exorzisten“-Variante.  Bluntwolf von Nischenkino hat sich mal ganz genau den berüchtigten „House of Exorcism“-Cut des ansonsten wundervollen „Lisa und der Teufel“ angesehen.

– Der österreichische Episodenfilm „Parapsycho – Spektrum der Angst“ – eine der ersten Regiearbeiten von  Peter „Kottan ermittelt“ Patzak – steht normalerweise nicht besonders hoch im Kurs. Ich mag recht gerne und freue mich, dass Mauritia Meyer von Schattenlichter das ganz ähnlich sieht.

– Andreas Eckenfels ist auf Die Nacht der lebenden Texte völlig zu Recht von Jean Rollins tollem „Sexual-Terror der entfesselten Vampire“ angetan.

– JackoXL hat sich auf Die drei Muscheln eines meiner Lieblingsfilme von Wes Craven angenommen: „Die Schlange im Regenbogen“. Ganz so toll wie ich fand er ihn scheinbar nicht (ich hatte ihn aber auch auf 35mm im Kino gesehen), aber trotzdem recht gut.

– Noch ein Film, der einen großen Platz in meinem Herzen hat ist – wie ich glaube ich letzte Woche schon erwähnte – „Halloween 3 – Season of the Witch“. Nicolai Bühnemann gibt dem Film auf filmgazette den hohen Stellenwert, der ihm auch gebührt. Und Wolfgang Nierlin schreibt über die griechisch-deutsche Co-Produktion „Nacktbaden“von Argyris Papadimitropoulos, die sich sehr vielversprechend anhört.

– Sehr bewegend klingt das Alkoholiker-Familien-Drama „Die beste aller Welten“ welches Gastautor Dr. Willy auf Wilsons Dachboden vorstellt.

– Flo Lieb von symparanekronemoi hat Ozu Yasujirōs letzten Film „An Autumn Afternoon“ gesehen, der ihm sehr gefallen hat.

– Oliver Nöding schließt auf Remember It for Later seine „Airport“-Besprechungen mit dem vierten Teil „Airport 80“ ab und stellt den besten Katastrophenfilm der 70er Jahre (und überhaupt) vor: „Das Poseidon Inferno“.

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