Das Bloggen der Anderen (15-08-16)

Von , 15. August 2016 17:50

bartonfink_type2Der Umzug hat jetzt doch mehr Zeit und Nerven gekostet als erwartet, darum war es hier auch länger still als geplant. Viel in Sachen Film habe ich in der Zeit auch nicht unternommen. Die geschauten Filme lassen sich gerade Mal an einer Hand abzählen und bis auf die Einführung bei der letzten Weird Xperience-Vorstellung war ich auch nicht unterwegs. Dafür habe ich in der Zeit aber mal eine Liste durchgearbeitet, auf der sich – so zumindest der Anspruch- alle deutschsprachigen Filmblogs finden sollten. Das Ergebnis war etwas ernüchternd. Gerade mal drei interessante Blogs habe ich gefunden, die ich nun unter Beobachtung genommen habe. Der Rest war mir entweder bekannt, verwaist oder es waren die üblichen Trailer/Gewinnspiel/“Hot News“-Seiten ohne große Substanz. Und auf kommentarlose Auflistungen gesehener Filme mit Punkte-Bewertungen kann ich auch verzichten. Schade.

– Lorcano! Alle größeren Blogs haben ihre Leute in die Schweiz geschickt, um beim großen „A-Festival“ dabei zu sein. Wer gleich mal wissen möchte, wer die wichtigsten Preise gewonnen hat, der schaut bei Michael Sennhausers Filmblog rein. Michael Sennhauser bespricht auch viele der Filme, u.a. den *Spoiler* Gewinner „Godless“ der Bulgarin Ralitza Petrova, „Bangkok Nites“ des Japaners Katsuya Tomita und – aus Bremer Sicht interessant – das Paula Becker-Modersohn-Biopic „Paula“ von Christian Schwochow, der ihm sehr gut gefallen hat. Ganz im Gegensatz zu Sonja Hartl, die „Paula“ auf B-Roll vor allem als ärgerlich und als vertane Chance wahrgenommen hat.  Beatrice Behn bespricht den koreanischen „The Tunnel“ von Kim Seong-hun, der sich sehr interessant anhört. Gemeinsam schreiben Beatrice Behn und Sonja Hartl über die Retrospektive in Lorcano, die sich unter dem Titel „Geliebt und verdrängt“ mit dem Kino der jungen Bundesrepublik Deutschland 1949-1963 beschäftigt. Hier Teil 2, 3 und der finale Teil 4. Hier besonders spannend: Die Video-Interviews mit Olaf Möller, dem Kurator der Locarno-Retrospektive.  Auch Frédéric Jaeger von critic.de ist in Lorcano. Seine berichtet findet man u.a. hier und hier (mit ebenfalls einem „Paula“-Verriss). Und Hannes Brühwiler fasst das Festival hier noch einmal zusammen.

– Sascha Schmidt interviewt auf Okaeri den Briten Adam Torel, Kopf hinter dem englischen DVD-Label „Third Window Films“, die vor allem japanische Filme veröffentlichen, und in letzter Zeit häufiger auch Produzent japanischer Filme, wie z.B. dem Nippon-Connection-Liebling „Lowlife Love“.

– Peter Hartig schreibt auf out takes über die Dreharbeiten zu Florian Henckel von Donnersmarcks neuem Film „Werk ohne Autor“ und die dabei entstandenen Konflikte zwischen Anspruch des Regisseurs und den gewerkschaftlichen Rechten der Crew. Ein interessanter Blick hinter die Kulissen.

– Warum Teaser die besseren Trailer sind und man letztere meiden sollte, erklärt Alex Matzkeit auf real virtuality.

– Irgendwie scheint mit Jim Jarmusch – der einstige Liebling des US-Independent-Kinos und nach „Broken Flowers“ umjubelter Arthaus-Regisseur – in den letzten Jahren, in denen er es auf gerade einmal zwei Filme in 12 Jahren gebracht hat, vergessen worden zu sein. Timo Kießling hat ihm nun auf cereality ein umfassendes Portrait gewidmet. Christian Witte hat eine recht positive Kritik zur „Extended Version“ des nach dem Kinostart in der Regel recht harsch verrissenen „Superman Vs. Batman“ verfasst.

– Diese Version hat auch Oliver Nöding gesehen und stellt den Film auf Remember It For Later u.a. auch seinen Marvel-Kollegen gegenüber. Einen Vergleich, den „Batman Vs. Sueprman“ bei Oliver um Längen für sich entscheiden kann. Dann  schließt Oliver seine „Police Academy“-Retro mit Teil 7 ab, der für ihn einer der schlechtesten Filme ist, die er je gesehen hat, und hat viele lobende Worte für Roger Fitz‘ „Mädchen mit Gewalt“, der vor Kurzem durch die guten Leute von Subkultur wiederentdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

– Sebastian Schwittay schreibt auf odd & excluded über Ulli Lommels „Wachtmeister Rahn“, den dieser unmittelbar nach „Zärtlichkeit der Wölfe“ für einen Bruchteil des Budgets und vorwiegend mit Laien-Darsteller drehte. Ein Film, den es ebenfalls bald wiederzuentdecken gilt.

– Sven Safarow rehabilitiert auf Eskalierende Träume Giorgio Moroders 84er-Version von „Metropolis“.

– Auf Hard Sensations nimmt sich  Jamal Tuschick zweier aktueller Filme ein. Sein Text zu  Ben Wheatleys „High-Rise“ macht Lust auf den Film, der zu Paul Greengrass‘ „Jason Bourne“ schreckt ab.

– Ein Film, den ich unbedingt irgendwann mal sehen muss: „Perfect Blue“, der Thriller-Animee mit Lynch- und Argento-Einflüssen vom 2010 verstorbenen Satoshi Kon. Hier eine Review von Bluntwolf auf Nischenkino.

– Michael Brandtner setzt sich auf Freude am Film mit dem Anti-Kriegsfilm-Klassiker „Im Westen nichts Neues“ auseinander und findet durchaus nicht nur lobende Worte.

– Kommt nicht ganz so oft vor: Schlombie findet auf Schlombies Filmbesprechungen in seiner „Machine Girl“-Kritik, genau die Worte, die ich auch über den japanischen Billig-Splatter-Irrsinn im Allgemeinen finden würde. Und bei Alfred Vohrers „Der Hexer“ sind wir auch ganz nah beieinander. Den fand ich beim ersten Sehen auch enttäuschend und habe erst später seine Qualitäten für mich entdeckt.

– Im Gegensatz zu allem, was ich bisher über den Film gelesen habe, ist funxtons Urteil über Tom Six‘ „Human Centipede III“ recht positiv ausgefallen. Ich bin überrascht. Des Weiteren schreibt er voller Liebe über zwei Italo-Filmen aus den goldenen 70ern. Dem erst kürzlich erstmal in Deutschland erschienenen „Das Parfüm der Dame in Schwarz“ und den brillanten Gangster-Drama „Revolver“.

– Erst vor einigen Wochen lief „7 Göttinnen“ auch in Bremen, begleitet von den Hauptdarstellerinnen. Auf Daumenkino schreiben drei Kritikerinnen über ihre Sicht auf den Film.

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