Das Bloggen der Anderen (18-01-16)

Von , 18. Januar 2016 21:17

bartonfink_type2– Leider war dies mal wieder eine sehr traurige Woche und gleich drei Todesfälle gab es zu betrauern. Der Tod David Bowies kam für mich – wie wohl wirklich für jeden anderen auch – vollkommen überraschend und hat mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Seit letztem Montag läuft Bowie bei mir in Dauerrotation und mit jedem neuen Lied wird mir klar, wie groß der Verlust für die Musikwelt und tatsächlich auch für mich persönlich ist. Da Bowie auch in einigen Filmen aktiv war, gibt es natürlich auch in der deutschsprachigen Filmblog-Szene Menschen, die an ihn erinnern. Ganz persönlich Joachim Kurz auf B-Roll,  und in kürzerer Form bei Der Kinogänger. Ebenfalls aus dem Nichts kam die Todesmeldung vom großartigen Alan Rickman (für mich neben Vincent Price das beste Argument, einen Film im Originalton anzuschauen). Auch hier fand Der Kinogänger passende Worte, ebenso wie Oliver Lysiak von den Fünf Filmfreunden, Maximilian Kosing von Cereality und Juli von Pieces of Emotion. Im stolzen Alter von 91 Jahren ist auch eine deutsche Leinwandlegende der 50er, Ruth Leuwerik, verstorben. Ihrer gedenkt nicht nur Sebastian vom Magazin des Glücks, sondern auch sehr ausführlich Udo Rotenberg mit einem schönen Stück über ihren Film „Immer wenn der Tag beginnt“ auf Grün ist die Heide.

– Noch nachgereicht: Der Jahresrückblick von Hard Sensations, der mit seinem Listenwahnsinn dem Jahresrückblick, der in der letzten Woche vorgestellten Kollegen von Eskalierende Träume, in nichts nachsteht. Ferner schreibt Alex Klotz über den portugiesischen Film „The Crime of the Old Village“ von 1964 und Guido Rohm führt ein fiktives Zwiegespräch über Nikias Chryssos „Der Bunker“.

„Der Bunker“ (läuft übrigens am 11. März in Bremen innerhalb unserer Reihe „Weird Xperience“) hat es auch Oliver Nöding von Remember It For Later sehr angetan. Ferner gibt es hier noch einige Berichte vom 14. Hofbauer-Kongress, wo nach dem niederschmetternden „Die Spalte“ gleich der unbeschreibliche „Mädchen beim Frauenarzt“ des Namenspatrons gezeigt wurde. Und mit der John-Ford-Retro geht es auch weiter, u.a. mit „Up the River“ in dem Spencer Tracy seine erste Filmrolle und Humphrey Bogart seine erste Hauptrolle hatte.

Noch einmal „Der Bunker“, diesmal empfohlen von Oliver Armknecht auf film-rezensionen.de. Des Weiteren im Fokus: „Anomalisa“, der neue Film von Charlie Kaufman, „eine gewöhnliche Geschichte um einen vom Leben gelangweilten Mannes mithilfe einer sehr ungewöhnlichen Stop-Motion-Technik“, die Oliver besonders gut gefallen hat.

– Weit weniger enthusiastisch, aber immer noch gut wird „Anomalisa“ von Ronny Dombrowski auf cinetastic.de besprochen.

„The Lobster“ habe ich auf vielen Bestenlisten des Jahres 2015 gesehen und was Vitellone über den Film auf Die drei Muscheln schreibt, klingt danach, dass ich mir dieses surreale Werk des mit „Dogtooth“ bekannt gewordenen Griechen Yorgos Lanthimos unbedingt mal anschauen sollte.

– Auf Duoscope nähern sich Marco und Bianca aus zwei ganz unterschiedlichen Blickwinkeln dem Film „The Danish Girl“.

– Sonja Hartl interviewt auf B-Roll Amy Berg, die nun nach Kurt Cobain und Amy Winehouse eine Dokumentation über ein weiteres Mitglied des 27er-Clubs in die Kinos gebracht hat: Janis Joplin.  Leon Frisch schreibt anlässlich von „The Revenent“ über das Verhältnis Mensch/Natur im Film. Lucas Barwenczik sinnt auf wie gewohnt sehr lesenswerte Art und Weise über die Frage nach, ob es zu lange Filme gibt.

– Patrick Holzapfel stellt auf Jugend ohne Film den Filmemacher Sharunas Bartas vor.

– „Ich war noch nie an Lauheit interessiert. Das ist für mich gleichbedeutend mit Langeweile. Lieber versaue ich einen Film auf großartige Weise, als einen ’netten‘ Film zu machen“ sagt der französische Filmemacher Guillaume Nicloux im Interview mit Französischer Film.de

– Man kann die Welt ebenso in Chaplin- und Keaton-Menschen aufteilen, wie in Katzen- und Hunde-Menschen. Ich gehöre zu den Keaton-Menschen und habe darum fasziniert den Artikel von david auf Whoknows presents gelesen, der in dem unbekanntem Slapstick „A Sea Dog‘s Tale“ Spuren einer verworfenen Keaton-Idee gefunden hat.

– Volker Schönenberger setzt sich auf Die Nacht der lebenden Texte mit Tod Brownings Klassiker „Feaks“ auseinander.

– Schlombie konnte die mit bisher unbekannte, tschechische Westernparodie „Limonaden Joe“ nicht überzeugen. Ich bekomme jedoch bei seiner Review auf Schlombies Filmbesprechungen durchaus Lust drauf.

– Erinnerungen 1: symparanekronemo bespricht „Speed“, den ich seit seiner Kinoaufführung eigentlich gar nicht mehr so richtig wiedergesehen habe. Damals empfand ich den Film aber als höchst beeindruckende Actionrakete. Wäre spannend, was ich heute darüber denke.

Dass „Gulag“ ein TV-Film war, wie ich jetzt bei funxton gelernt habe, wusste ich gar nicht, als ich den mit Freunden irgendwann in der zweiten Hälfte der 80er auf Video gesehen habe. Ich weiß aber noch, dass wir uns darunter eher etwas Härteres vorgestellt hatte. Immerhin: Ich kann mich heute noch daran erinnern, den damals auf VHS gesehen zu haben. Von daher…

– Erinnerungen 2: „Alienkiller“ von John McNaughton habe ich damals auch gesehen, auch wenn ich mich gar nicht mehr an die Handlung erinnern kann, sondern nur an das Gefühl, den gar nicht so schlecht gefunden zu haben, wie er damals nach „Henry“ aufgenommen habe. Heiko Hartmann von Allesglotzer hilft meinem Gedächtnis auf die Sprünge.

– Irgendjemand hat kürzlich die deutsche Lederhosen-Sex-Klamotte „Graf Dracula (beißt jetzt) in Oberbayern“ (mit Gianni Garko!!!) ziemlich verrissen. Totalschaden von Splattertrash ist etwas gnädiger. Beim grandiosen „Coffy -Die Wildkatze“ mit der furiosen Pam Grier gibt es dann aber keine zwei Meinungen.

– Alex Matzkeit hat auf real virtuality wieder interessante Links hauptsächlich aus der englischsprachigen Blogosphäre gesammelt.

Eine Antwort für “Das Bloggen der Anderen (18-01-16)”

  1. david sagt:

    „Ich gehöre zu den Keaton-Menschen“
    Ich wußte doch, dass du zu den Guten gehörst 🙂
    Herzlichen Dank wieder einmal für die Erwähnung – und die vielen spannenden Lesetipps (Leseliste ist gleich wieder voll…)!

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