DVD-Rezension: “Ninja: Pfad der Rache”

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Casey Bowman (Scott Adkins) leitet in Hongkong einen Dojo und ist mit Namiko (Mika Hijii) verheiratet, die ein Kind von ihm erwartet. Doch als Casey eines Abends nicht da ist, wird Namiko ermordet. Voller Zorn macht sich Casey auf die Suche nach den Mördern, die auch bald stellt und tötet. Casey versucht nun in Thailand im Dojo eines alten Freundes Nakabara (Kane Kosugi) Frieden zu finden. Doch dies misslingt spätestens, als ein Schüler irrtümlich für Casey gehalten und auf die selbe Weise wie Namiko umgebracht wird. Casey versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, was hinter der ganzen Sache steckt. Die Spur führt zu dem Gangsterboss Goro (Shun Sugata), der im birmanischen Dschungel sein Hauptquartier hat.

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Der Ninja-Film war in den frühen 80er Jahren eine populäre Unterkategorie des Actionfilms, die – zumindest in meinem damaligen Bekanntenkreis – einen recht hohen Status genoss. Da wurden dann auch heimlich Wurfsterne gekauft und in der Schulpause der ein oder andere Baum damit malträtiert. Ich muss zu meiner Schande aber gestehen, dass ich bis auf „White Ninja“ mit Franco Nero (den ich aber damals nicht als echten Ninja-Film ansah, da Django und kein Asiat die Hauptrolle spielte) und den zweiten Teil von „American Ninja“ (der ja bei uns ja „American Fighter“ hieß und den ich damals schon ziemlich albern fand), mich nie in diesem Subgenre bewegt habe. So verpasste ich die legendären Filme mit Shô Kosugi und der Ninja als Filmfigur tauchte in meiner Filmerziehung lediglich als Nebenfigur in Shaw-Brothers-Filmen oder ähnlichem auf. In den folgenden Jahren spielte der Ninja im Actionfilme auch keine große Rolle mehr, und tauchte in meiner Wahrnehmung höchstens noch in Form der „Teenage Mutant Ninja Turtles“ oder Parodien wie „Beverly Hills Ninja“ auf.

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So entging mir der Film „Ninja„, den Isaac Florentine 2009 mit Scott Adkins in der Hauptrolle inszenierte. Wahrscheinlich wäre mir auch die Fortsetzung „Ninja: Der Pfad der Rache“ entgangen, hätte ich im Internet nicht so viel Gutes über einerseits Adkins und andererseits das „Ninja“-Sequel gelesen. Adkins war mir im All-Star-Ensemble-Film „Expendables 2“ aufgefallen, wo er eine kleine, aber prägnante Rolle als Handlangers des von Jean-Claude Van Dame gespielten Schurken Vilian inne hatte. Hoch im Kurs der Actionfans steht Adkins seitdem er in der „Undisputed„-Reihe vom „Ninja“-Regisseur Isaac Florentine mitgemacht hat. Nachhaltigen Rum erntete er in dem vierten „Universal Soldier“-Teil „Day of Reckoning„, der von den Kritikern euphorisch gefeiert wurde und aus Regisseur John Hymes (Sohn von Peter Hymes) die große Hoffnung für intelligente und außergewöhnliche Actionfilme machte. Der Engländer Adkins betreibt seit seinem 10. Lebensjahr Kampfsport und hatte nach einigen Gastrollen in britischen TV-Serien seine erste Filmrolle in Hongkong, wo er in dem Jackie-Chan-Film „Spion wider Willen“ auftrat. Es folgten weitere Martial-Arts-Filme in Hongkong, bis er mit seiner Rolle als Antagonist in Isaac Florentines „Undisputed II“ seinen Durchbruch hatte.

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Um „Ninja: Pfad der Rache“ zu sehen, muss man den ersten Teil nicht kennen. Es gibt zwar lose Verbindungen, doch der Film funktioniert hervorragend als eigenständiges Werk. Was auffällt ist die angenehm altmodische Schnörkellosigkeit mit der Florentine vorgeht. Die Geschichte verzichtet auf Füllmaterial und Zierrat, sondern spult seine Geschichte wie eine gut geölte Maschine ab. Der Grund, weshalb sich Casey auf den „Pfad der Rache“ begibt, wird in gerade mal 11 Minuten abgehakt. Danach geht es ab nach Birma, wo Casey zügig auf einen mysteriösen Crimelord angesetzt wird und der zweite Teil der Rache beginnt. Auch hier geht es – zum Teil wortwörtlich – Schlag auf Schlag und nach erfüllter Mission gibt es noch einen schnelle Epilog und das war’s dann. Keine unnötige Liebesgeschichte, kein Verlassen des Pfades. Darunter leidet etwas die Charakterisierung des Helden und alle weitere Figuren bleiben eindimensional. Aber der Film will ja auch kein großes Epos, sondern einen kurzweiligen Actionfilm abliefern.

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Während der erste Teil noch – wie man anderen Ortes lesen kann – cartoonmäßig angelegt war, ist „Ninja: Pfad der Rache“ düster und rau. Hier wird keine schöne Welt gezeigt. Alles erscheint wie in einem dreckigen Zwielicht. Und der Kamerawinkel wird stets so gewählt, dass der Bildausschnitt beengend und bedrückend wirkt. So wird Birma, wo jeder für den Crimelord zu arbeiten scheint, und Casey ständig unter Beobachtung steht, zu einem beängstigend klaustrophobischen Ort. Einen bemerkenswerten Kurzauftritt hat hier Vithaya Pansringarm, der strafende Polizist aus Winding Refns „Only God Forgives“. Als General Sung spielt er eine ähnlich abgeklärt, gnadenlose Rolle. Allerdings entreißt sein abruptes und reichlich unspektakuläres Ende der Figur all das Mystische, was zuvor aufgebaut wurde. Ebenfalls etwas verschwendet ist der beeindruckende Shun Sugata als Goro. Jede Szene in der der Finsterling auftritt, wird von seiner großen Präsenz geprägt. Leider taucht er nicht allzu oft auf.

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Wo „Ninja: Pfad der Rache“ punktet, sind die Action-Szenen, die sich dann auch ohne große Verschnaufpausen aneinanderreihen. Dass Isaac Florentine nicht nur Regisseur ist, sondern auch selber eine ganze Menge von Kampfsport versteht, merkt man dem Film jederzeit an. Satt bei den auf CGI, Wire-work oder dynamische Schnittgewitter zu setzen, wird hier noch ganz klassische Mann gegen Mann gekämpft. Die Kamera verliert sich dabei nicht in Detailaufnahmen, sondern hält respektvoll Abstand, um dem Zuschauer zu ermöglichen, die ganze Eleganz und Dynamik der Kämpfenden zu bewundern. So fallen die Kämpfe auch nicht durch spektakuläre Mätzchen, sondern durch Bodenständigkeit und erdigen Realismus auf. Und da nicht nur Adkins ein Meister seiner Kunst ist, sonder auch seine Gegenspieler über überdurchschnittliche Fähigkeiten verfügen, erinnern die Actionsequenzen an die besten klassischen Hongkong-Filme, bevor Computer und Greenscreen Einzug ins Filmemachen hielten.

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„Ninja: Pfad der Rache“ ist ein knackiger, schwer unterhaltsamer und gut gefilmter Kampfsportfilm mit einem physisch überragenden Hauptdarsteller, bei dem die auf das wesentliche reduzierte Geschichte, den Charakteren leider keine Möglichkeit zur Entwicklung gibt. Was dem schauspielerisch limitierten Scott Adkins allerdings zu Gute kommt.Als Actionfilm funktioniert das Ganze ausgezeichnet, auch wenn bis auf die spektakulären Kämpfe kaum etwas im Gedächtnis hängen bleibt.

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Die Splendid-DVD weist ein sehr gutes Bild und dynamischen Ton auf. Im Bonusteil findet man ein 6-minütiges Special, welches zunächst wie ein typisches Werbe-Feature anmutet, aber tatsächlich einige interessante Informationen zu den Dreharbeiten und Regisseur Isaac Florentine liefert. Bei der B-Roll bekommt noch ein paar Eindrücke, wie die Kämpfe entstanden.

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