Das Bloggen der Anderen (04-05-13)

bartonfink_type2– Ich hatte ja schon selber die Ehre, von Sebastian in seinem Review-Corner zu meinem Blog befragt zu werden. Diesmal wird der Intergalactic Ape Man und sein Blog „Intergalaktische Filmreisen“ vorgestellt.

– Und hier kommt der Apeman gleich selbst zu Wort: Er bespricht auf seinem Blog Intergalaktische Filmreisen einen meiner absoluten Lieblingsfilme: „Blut an den Lippen“ (der im Übrigen in Kürze bei Bildstörung in einer großartigen Edition erscheinen wird – dazu wird es dann hier auch einen längeren Text geben). Außerdem nimmt er sich auch einen Klassiker des japanischen pinku eiga vor: „Flower & Snake“. Noch so ein Gebiet, in das ich mich mal tiefer einarbeiten muss.

– Passend zu der baldigen Veröffentlichung von „Blut an den Lippen“ bespricht The Nolte auf Die seltsamen Filme des Herrn Nolte den anderen phantastischen Film von Harry Kümmel: „Malpertius“. Einem Statement muss ich allerdings vehement widersprechen: „Denkt man als Cineast an unser zuweil eh wenig beachtetes Nachbarland Belgien, so fällt einem nicht unbedingt viel dazu ein.“ Das stimmt so überhaupt nicht. Neben den Brüdern Dardenne, haben gerade in den letzten Jahren eine Vielzahl belgischer Filme nicht nur international für Aussehen gesorgt, sondern sogar den Weg auf deutsche Leinwände gefunden. Ich denke da z.B. an „Die Beschissenheit der Dinge“, „Bullhead“ oder gerade aktuell „The Broken Circle“.

– Endlich finde ich mal eine Ausrede den Blog Deep Red vorzustellen. Dort bespricht Mathias den österreichischen Slasher „In 3 Tagen bist Du tot“ von 2006, der gut in die momentane Diskussion passt, dass es ein neues deutsch(sprachiges) Genrekino geben sollte.

– Thilo Röscheisen hat auf Drama-Blog einige sehr kluge und interessante Dinge zum Thema „Warum der deutsche Film so ist, wie er ist“ geschrieben. Zwar stimme ich nicht mit all seinen Thesen überein und finde manches diskussionswürdig (insbesondere den Teil über den Genrefilm), aber ich finde, es lohnt sich auf jeden Fall seinen Text zu lesen und sich auf dieser Grundlage seine eigenen Gedanken zu machen.

– Letztes Jahr haben wir auf unserem Phantastival als deutsche Premiere eine 35mm-Kopie von „Berberian Sound Studio“ gezeigt. Leider vor einer sehr überschaubaren Handvoll von Leuten. Die Reaktionen nach dem Film waren durch die Bank weg eher enttäuscht. Warum das so war, erklärt recht gut die Review von Ronny Dombrowski auf cinetastic.de.

– Wie schon ein paar Mal hier erwähnt, habe ich ja ein Herz für Martin Faltermeiers „Zombies from Outer Space“, der ebenfalls auf dem Phantastival lief und noch immer keinen Verleih für eine Heimkinoauswertung hat, aber seit über einem Jahr SEHR erfolgreich über die Dörfer tingelt. Eine weitere Review findet sich nun bei Mann beisst Film. Die Besprechung ist sehr objektiv und spart trotz einigen Lobes auch nicht mit durchaus berechtigter Kritik.

– Comic-Verfilmungen sind ja seit einigen Jahres DAS große Ding. Dass die Idee der Comic-Verfilmung aber schon fast so alt ist wie das Kino selber, beweist jetzt Sir Donnerbold in einem langen, interessanten und höchst informativen Aufsatz auf seinem Blog Sir Donnerbolds Bagetellen.

– Am 27. April fand im Mannheimer Cinema Quadrat eine Grindhouse-Nacht statt. Dort wurde der Jess-Franco-Klassiker „Frauengefängnis“ und Mino Loys Superheldenfilm „Flashman“ gezeigt. Screenshot war dabei und bespricht beide Filme. Ausserdem wird der Tod des großen Meisters zum Anlass genommen, noch einmal über dessen „Eugenie“-Verfilmung zu sprechen.

– Auf filmosophie schreibt dennis ein schönes Essay, in dem er am Beispiel der „Zurück in die Zukunft“-Trilogie aufzeigt, dass wir immer etwas Handfestes benötigen, um uns unsere eigene Existenz beweisen zu können.

– Thomas Groh war, wie auch ich, beim vierten „Monster machen mobil“-Event in Hamburg. Schade, dass man sich nicht gesehen hat. Aber gut, ich wüsste jetzt auch nicht, nach wem ich Ausschau halten sollte. Schade, aber vielleicht ergibt sich ja beim fünften „Monster machen mobil“ mal die Gelegenheit. Bis dahin gibt es auf filmtagebuch seine Eindrücke von drei tollen Tagen.

Das Magazin des Glücks nimmt sich acht Lang- und einen Kurzfilm von Tim Burton vor. Darunter auch mein Lieblings-Burton: „Big Fish“.

– Ich mag es ja sehr gerne, wenn ein Text in Form eines Dialoges geschrieben ist. Auf Eskalierende Träume diskutieren Simon Frauendorfer und Sano Cestnik über Ernst Hofbauer und seinen Film „Marie – Nur die Nacht war Zeuge“. Mir hat dieses Zwiegespräch eine Menge Freude bereitet.

Couchmonster kritisiert einen Artikel, der im aktuellen Spiegel (Ausgabe 18/2013) stand. Darin ging es um den Trailer als Marketinginstrument. Interessantes Thema, über das man sicherlich noch einiges schreiben kann.

Allesglotzer macht auf den wunderbaren britischen Podcast „El Diabolik’s World of Psychotronic Soundtracks“ aufmerksam, der regelmäßig sehr, sehr coole Soundtracks vorstellt.

– Patrick Holzapfel hat auf Jugend ohne Film einen Liebesbrief an Michelle Williams geschrieben. Ferner beschäftigt er sich mit Essen und Ekel im Film.

L’Amore in città hat mal wieder einen unbekannten, aber nichtsdestotrotz sehr interessanten Film ausgegraben: Den Gefängnisfilm „Vergewaltigt in Ketten“ von 1961. Mit den sehr jungen Nino Manfredi, Gian Maria Volonté und Mario Adorf. Der reißerische deutsche Titel hat übrigens nur wenig mit dem Film zu tun.

– In der Filmgazette ist ein längerer Text von Alexander Lohninger über den gerade frisch mit dem Deutschen Filmpreis für sein Lebenswerk ausgezeichneten Werner Herzog erschienen.

– Auf Hard Sensations schreibt Joris Julius-Sabinus über „Judex“ vom großen George Franju. Noch so ein Film, der schon sehr lange auf meiner Einkaufsliste steht. Silvia Szymanski knüpft sich „Tree of Life“ vor, den sie als „persönlichen Unwohlfühlfilm“ bezeichnet.

– Regisseur Christoph Hochhäusler schreibt in seinem Blog Parallel Film darüber, wie er in seiner Kindheit mit Film und Kino in Kontakt kam. Auf real virtuality antwortet Alexander Gajic darauf, indem er den Faden aufnimmt und über seine Kindheitserinnerungen berichtet. Eine schöne Idee, die hoffentlich noch einige Nachahmer findet.

– Auf Whoknowspresents erzählt Manfred Polak von einem Film, der 1945 NICHT gedreht wurde. Wie es dazu kam ist eine hochinteressante Geschichte über die letzten Tage des Krieges und der ersten Zeit danach.

– Ciprian David hat auf Negativ einen Artikel mit dem Titel „Schmier 101“ verfasst. Darin geht es um das goEast-Festival, Sleaze, Exploitation, die jugoslawische schwarze Welle und so einiges mehr. Unbedingt lesenswert.

– Über die Geschichte und – auch politische und wirtschaftliche – Bedeutung von Filmfestivals, ihre Strukturen und Mechanismen, hat Filmwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Elsaesser beim Regensburger Filmfest Heimspiel referiert. Seinen Vortrag kann man auf critic.de nachlesen.

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6 Antworten zu Das Bloggen der Anderen (04-05-13)

  1. Einem Statement muss ich allerdings vehement widersprechen: „Denkt man als Cineast an unser zuweil eh wenig beachtetes Nachbarland Belgien, so fällt einem nicht unbedingt viel dazu ein.“ Das stimmt so überhaupt nicht.

    Da möchte ich aus (halbwegs) aktuellem Anlass noch Kümels älteren Landsmann André Delvaux erwähnen. Hypnose-Alex hat vor einiger Zeit zwei Filme von ihm besprochen, und neulich hat Jonathan Rosenbaum noch einen draufgesetzt. Der aktuelle Anlass besteht darin, dass die Belgische Cinematek eine DVD-Box mit 6 seiner 7 Spielfilme sowie einigen Kurzfilmen und Dokus herausgebracht hat, mit dreisprachigen Untertiteln. Die DVDs sind auch einzeln zu bekommen. Da bleiben fast keine Wünsche offen. Aber nur fast, denn aus rechtlichen Gründen fehlt UN SOIR, UN TRAIN.

  2. Pingback: Sein und Nichtsein des deutschen Films | Intergalaktische Filmreisen

  3. Sascha Nolte sagt:

    Einem Statement muss ich allerdings vehement widersprechen: Neben den Brüdern Dardenne, haben gerade in den letzten Jahren eine Vielzahl belgischer Filme nicht nur international für Aussehen gesorgt, sondern sogar den Weg auf deutsche Leinwände gefunden. Ich denke da z.B. an „Die Beschissenheit der Dinge“, „Bullhead“ oder gerade aktuell „The Broken Circle“.

    Hmm, die letzten drei genannten Filme hätte ich auch noch auf dem Schirm gehabt, dann wird’s aber auch schon sehr speziell…
    Die genannten Brüder Dardenne sind mir bis auf den 2002 erschienen „Der Sohn“ tatsächlich kaum ein Begriff und auch der von Herrn Polak genannte André Delvaux ist mir nur durch seinen „Der Mann der sich die Haare kurz schneiden liess“ bekannt.
    Insgesamt wollte ich einfach ausdrücken, dass filmhistorisch Belgien nie die Speerspitze der europäischen Filmindustrie darstellte.
    Über weitere Anregungen, welche sehenswerte Titel aus unserem Nachbarland betreffen, bin ich aber natürlich immer dankbar.

  4. Ex Drummer war doch auch nicht so verkehrt.

    Ich denk mal Belgien geht auch deshalb etwas unter, weil man oft mit Frankreich co-produziert. Dieses frankobelgische hängt doch auch den Comics nach. Andererseits ist der flämische Bereich dann wieder ganz anders, auch weil man dort eher Niederländisch spricht. Diese Zerklüftung macht Filmproduktionen bestimmt nicht einfacher.

  5. Sascha Nolte sagt:

    „Ex Drummer“ hatte ich ja auch in meinem Text als Beispiel für gutes, belgisches Kino bereits neben „Mann beisst Hund“ genannt.
    Das Problem durch Co-Produktionen in die zweite Reihe zu rutschen ist ja auch z. B. in Portugal und Mexiko zuweilen so, wo meist Spanien am Ende die Lorbeeren einheimst…

  6. Marco Koch sagt:

    @Manfred: Oha, den kannte ich gar nicht. Ich habe mir eben die Reviews von Alex durchgelesen und die Filme dürften genau meine Kragenweite sein. Schade, dass „Un soire, un train“ nicht dabei ist. Der klingt besonders verlockend. Aber ich werde mal die Augen offen halten. Danke jedenfalls für den Tipp.
    @Sascha. Na, jetzt ist uns allen dann doch noch eine Menge zu Belgien eingefallen 😉 Der Apeman hat schon recht, viele Filme – gerade aus der wallonischen Region – werden oftmals Frankreich zugeschlagen. Wie z.B. gerade „Der Tag wird kommen“ mit Benoît Poelvoorde. Ich war letztes Jahr in Belgien (Flandern) im Urlaub und dort gibt es in jedem DVD-Geschäft eine – nicht gerade kleine – Sektion nur für belgische Filme – allerdings streng nach Flandern (niederländisch) und Wallonien (französisch) getrennt. Zudem hat mich die große Anzahl von Filmfestivals überrascht. Ich war im September dort, und da schien jeder Ort gerade sein eigenes Filmfestival zu haben. Grundsätzlich finde ich es beachtlich, dass ein so kleines Land eine so, relativ gesehen, hohe Anzahl international beachteter Produktionen hervorbringt. Ähnlich wie Dänemark. Das wollte ich einfach noch mal hervorgehoben haben 🙂

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