DVD-Rezension: “Rush”

Von , 31. Januar 2013 16:20

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„Eine große Katastrophe hat die Erde verwüstet, der Tod hielt reiche Ernte. Die Überlebenden vegetieren dahin und kämpfen verzweifelt um ihre Existenz. Die neue “Weltregierung” besteht aus einer Clique skrupelloser Banditen, die schwer bewaffnet Jagd auf Männer und Frauen machen und sie in Arbeitslager stecken. Dort wird Rauschgift angebaut, das zweimal wöchentlich an alle verteilt wird. Apathisch dämmern die Menschen dahin – an Flucht ist nicht zu denken. Die Felder sind verwüstet, die Städte zerstört, die Wälder verbrannt, die Hölle kann nicht schlimmer sein. An wenigen Stellen auf der Erde hat die “Weltregierung” den Boden reaktiviert und Bäume gepflanzt, aber zu diesen Wäldern haben nur ein paar Bonzen Zutritt.

Doch die Herrschenden haben ihre Rechnung ohne Rush gemacht, eine schier unbändige Kampfmaschine. Er kämpft den Kampf seines Lebens – Rush ist nicht zu stoppen!“ (Covertext)

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Rush“ wurde in der aktuellen „Splatting Image“ besprochen. Und zwar in der sogenannten „Baddie-Ecke“, in der ausgesucht schlechte Filme ihre Heimat finden. Nun, ein Meisterwerk ist „Rush“ wirklich nicht. Ja, noch nicht einmal ein halbwegs anständiger Film. Ganz im Gegenteil. Aber er ist auf seine Art sehr unterhaltsam und Trash der feinsten Sorte. Gleich zu Beginn, wenn ein Erzähler dazu anhebt, bedeutungsschwer über die Zukunft zu schwadronieren, in der ein „paar hundert Soldaten“ die verbliebenen „zwei Millionen Menschen“ mit Hilfe einer Droge kontrollieren, ahnt man, wohin die Reise geht. Ist man nach diesem epischen Auftakt dann in einer Kiesgrube angekommen und hat die Bekanntschaft mit Rush gemacht, der seine mühevoll aufgezogene Pflanze bis aufs Blut (das ist wörtlich zu verstehen) verteidigt, ist man sich aber ganz sicher, wie das Reiseziel heißt: C-Film-Hölle.

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Hier passt erst einmal nichts zusammen: Weder Rushs Gefährt – ein umgebauter Golfwagen, der sich bestenfalls mit „niedlich“ beschreiben lässt -, noch der Schnitt, der Rush eben noch in seiner Sandgrube zeigt, während sich sein Blick schon mitten in den von einer üppigen Vegetation überwucherten (aha?) Ruinen einer Stadt befindet. Die Schergen der Bösen benutzen irgendwelche Detektoren, um die Überlebenden aufzuspüren. Dabei ist nicht ganz klar, wer hier die lustigen Geräusche macht, die an Lippenfürze erinnern: Die Detektoren oder doch die Schergen. Klar ist das alles schrecklich billig und doof, aber auch auf angenehme Weise lustig und unterhaltsam.

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Regisseur Tonino Ricci ist nun wahrlich nicht sonderlich talentiert, aber er scheint das Herz auf dem rechten Fleck zu haben und sich seiner Unzulänglichkeiten bewusst zu sein. Er versucht diese gar nicht erst zu kaschieren. Ähnliches gilt für seinen Hauptdarsteller Bruno Minniti, der zwar muskulös und drahtig ist, aber dessen Muskeln natürlich nicht die Ausmaße annehmen, welche das Cover zu suggerieren versucht. Auch seine Kampfposen erinnern eher an Parodien auf das Genre, und so drängt sich der Verdacht auf, dass „Rush“ sowieso nie ernst gemeint war, sondern von allem als Persiflage auf das bereits untergehende „Endzeit-Genre“ zu verstehen ist. Warum sonst würde der Oberbösewicht aussehen, wie Professor Honigtau-Bunsenbrenner aus der „Muppet Show“. Weshalb sonst schmiert Gordon Mitchell zum Stein erweichen und werden seine Kampfszenen von einem Double übernommen, ohne dass irgendjemand auch nur den halbherzigen Versuch unternimmt, dies irgendwie zu kaschieren? Ob die Dialoge schon in der O-Fassung derartig grenzdebil waren, wie sie den Figuren von den (übrigens durchaus professionellen und bekannten) Sprechern in den Mund gelegt wurden, kann ich nicht nachvollziehen. Die deutsche Synchro ist auf jeden Fall ein Quell der Unfassbarkeiten.

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Leider hat das Drehbuch bereits nach 45 Minuten der Handlung nichts mehr hinzuzufügen, darum wird Rush erst einmal in den Wald geschickt (Wald! Okay, das muss der in der Einführung genannte „Bonzenwald“ sein, denn eigentlich soll es doch gar keine Vegetation mehr geben), wo er Rambo-mäßig („Rambo“ war gerade ins Kino gekommen und an dessen Erfolg kann man sich ja ruhig auch mal dranhängen) seine Feinde mit selbstgebauten Fallen erledigt und am Ende mit einem Traktor (!) eliminiert. Danach dreht er noch mit einem geklauten Jeep ein paar Ehrenrunden durch das Gefangenenlager (Ricci zeigt wirklich alle Arten, wie man einen Jeep filmen kann), prügelt sich mit Mitchell bzw. dessen Double und dann ist der Film nach 75 Minuten auch aus. Danach heißt es für den Zuschauer Hirn auslüften und „Rush 2“ einwerfen, der ebenfalls gerade eben bei CMV erschien.

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„Rush“ ist Trash reinsten Wassers. Als „richtiger“ Film jenseits all dessen, was man als „gut“ bezeichnen würde, aber als spaßiger Endzeit-Müll ohne Anspruch eine unterhaltsame Angelegenheit, wenn einem denn der Sinn nach solch einem ultrabilligen Kasperletheater steht. Ich habe mich mit dieser Bombe aus Italien jedenfalls recht gut amüsiert.

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Als Extra wurde in sehr schlechter Qualität eine erweiterte Szene (auf Englisch mit japanischen (?) Untertiteln) mit draufgepackt, die etwas mehr über die fehlende Vegetation und Rushs Gegner aus der Kiesgrube am Anfang erklärt. Das Schönste extra ist aber Christian Keßlers Audiokommentar, der oftmals launig abschweift, aber neben guter Laune auch viele interessante Infos und Anekdoten verbreitet. Die Bildqualität ist natürlich nicht gestochen scharf, sondern einem italienischen Action-Klopper aus den frühen 80ern absolut angemessen. Außer dem deutschen Ton ist noch die englische Tonspur enthalten.

07.-10.Februar: 1. Musikfilmfestival Bremen

Von , 30. Januar 2013 13:50

plakat_mffZwischen dem 07. und 10.Februar findet im City 46 das erste „Musikfilmfestival Bremen“ statt.

Zusammengestellt wurde die Filmauswahl von den beiden Musikerinnen Julie Comparini (Barock-Sängerin, Schauspielerin, Kooperationen mit dem Ensemble Weser-Renaissance und dem Bremer Kaffeehausorchester) und Alina Rotaru (Cembalo-Spielerin und zur Zeit Lehrbeauftragte an der HfK Bremen für Cembalo, Korrepetition und historische Stimmung).

Schwerpunkte sind bei dieser ersten Auflage Klassik und Punk (!). Das finde ich erst einmal ganz großartig, da mir nichts mehr zuwider ist, als die Einteilung von Musik in seriöses „E“ und populäres (unseriöses?) „U“. Deswegen finde ich es sehr schön, dass beide, mir am Herzen liegenden, Musikrichtungen hier neben-/miteinander präsentiert werden. Schließlich war so manches „Klassische“ zu seiner Zeit Punk und mancher Punk ist heutzutage „klassisch“.

Vorab gab es scheinbar einen Videoclip-Wettbewerb, der aber komplett an mir vorbeigegangen ist. Hier wäre etwas mehr Werbung sicherlich hilfreich gewesen, zumal ich gehört habe, dass es durchaus Leute gab, die gerne mitgemacht hätten, aber davon im Vorfeld nichts wussten.

Insgesamt gibt es vier Programmblöcke:

Musik, Moral und Alter

Zu diesem Bereich werden am Fr. 8.2. zwei Filme des Regisseurs Christopher Nupen gezeigt, die er auch persönlich vorstellt: »Everything is a Present«, ein rührendes Porträt der 109-jährigen Pianistin Alice Sommer-Herz, die während ihrer Gefangenschaft im KZ Theresienstadt über 100 Konzerte gegeben hat; und »We Want The Light«, der sich mit den komplexen Beziehungen zwischen jüdischen MusikerInnen und deutscher Musik auseinandersetzt. In der Matinee am So. 10.2. zeigen die Mitglieder des besonderen Chors »Young@Heart« mit dem Durchschnittsalter von 81 Jahren ihr bevorzugtes Repertoire von Soul, Punk und Pop. Motto: »You’re never too old to rock!«

Geschichte des Punk

Drei Dokumentarfilme zur »Geschichte des Punk« machen die Verbindungen zwischen Musik, Gesellschaft und Politik sichtbar: Am Fr. 8.2. zeigt »The Day the Country Died« die wachsende Anarchopunk-Szene in England der 1970-80er Jahre; am Sa. 9.2. erleben wir den Höhepunkt der Riot grrrl- und Queercore-Bewegung in »She’s Real (Worse Than Queer)« und am So. 10.2. zeigt »Noise and Resistance« die Gegenwart und Zukunftsträume einer modernen, internationalen Punk-Szene.

Klassik neu verfilmt

Dass Punk und Klassik wiederum nicht so unterschiedlich sind, wie man meinen könnte, zeigt Derek Jarmans experimentelle Verfilmung des »War Requiem« von Benjamin Britten (9.2.). Wie verfilmt man klassische Musik, wie kann Oper als Film funktionieren? Antworten darauf geben der Berlinale-Preisträger »U-Carmen eKhayelitsha« am So. 10.2. und Kenneth Branaghs üppige Filmadaption von Mozarts »Zauberflöte« am Sa. 9.2.

Kinderfilme

Zauberhaft ist auch das magische Buch, das der kleine Junge in dem Kinderfilm »Die vier Jahreszeiten des Antoine« zum Leben erweckt. Der Film wird zusammen mit Suzie Templetons Oscar-prämierter Neuerzählung von »Peter und der Wolf« am Sa. 9.2. und So. 10.2. vorgeführt – mit einer musikalischen Einführung von Florian Donderer, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen.

Für mich am Interessantesten scheinen „The Day the Country Died„, „Noise and Resistance“ (lief allerdings gerade vor zwei Wochen auf Arte) und „War Requiem“ bei dem der von mir verehrte Derek Jarman Regie führte. Wenn es meine leider wie immer sehr knappe Zeit zulässt, werde ich mir zumindest diesen Film anschauen.

Der Blog des Musikfilmfestivals befindet sich hier.

Originalfassungen in Bremen: 31.01.13 – 06.02.13

Von , 30. Januar 2013 11:16

War in der vergangenen Woche schon wenig los, so sieht es aktuell noch trauriger aus. Das Alkoholiker-Drama „Flight“ mit Denzel Washington startet im Cinemaxx, und in der Schauburg läuft „Der Geschmack von Rost und Knochen“ vom Franzosen Jacques Audiard, der einst mit „Ein Prophet“ überzeugen konnte. Hoffen wir mal, dass sich die Auswahl an O-Fassungen bald schon wieder bessert.

Flight – Cinemaxx, So., 3.2. um 19:00 – 13 Jahre nach „Cast Away“ hat Robert Zemeckis („Zurück in die Zukunft 1-3„) wieder einen Film mit realen Schauspielern, statt Computeranimationen gedreht. „Flight“ ist ein Alkoholiker-Drama um einen suchtkranken Piloten, der von Denzel Washington gespielt wird. Dafür wurde Washington (ebenso wie Drehbuchautor John Gatins) für den Oscar nominiert.

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Django Unchained – Cinemaxx, Samstag, 2.2. um 19:00 und Schauburg, Sonntag, 3.2. um 21:45 – Quentin Tarantinos Hommage an den Italo-Western, der eigentlich gar keine Hommage an den Italo-Western ist, sondern ein Film über die Sklaverei. Ich bin SEHR gespannt und voller Vorfreude. Ärgerlich nur die Anfangszeiten in den Bremer Kinos. Und Samstag gucke ich ihn endlich! Juchu!!!

Celal Ile Ceren – Cinemaxx, Do.-Di. immer 22:50, Di. auch 19:00 – Türkische Komödie über ein Paar, das seit sechs Jahren zusammenlebt, doch plötzlich kommt Eifersucht ins Spiel und als der Mann heimlich zum Junggesellenabschied geht, eskaliert die Situation.

Der Geschmack von Rost und Knochen – Schauburg, Mi., 6.2. um 21:30 – Französisches Drama von Jacques Audiard („Ein Prophet„). Nachdem sie in einigen Big-Budget-Hollywood-Produktionen zu sehen war, ist die fabelhafte Marion Cotillard nach Frankreich zurückgekehrt und spielt hier eine Schwertwaltrainerin, die bei einem Unfall beide Unterschenkel verloren hat.

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Marina Abramovic: The Artist is Present – City 46, Do., 18:00 und Mo-Mi. um 20:00 – Performancefilm der Künstlerin Marina Abramovic, der zeigt, wie sie 2010 im New Yorker MoMA an einem Tisch im Ausstellungsraum sitzt und die Besucher anschaut.

Sneak Preview – Cinemaxx, Mo., den 04.02. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 04.02. um 21:45

Das war’s leider schon…

Ein paar Gedanken zur aktuellen „Deutsche Filmblogosphäre“-Diskussion

Von , 28. Januar 2013 16:43

bartonfink_type2Seit zwei Wochen macht das Wort von der „Filmblogosphäre-Diskussion“ die Runde. Angestoßen wurde diese von dem Journalisten Alexander Gajic auf seinem Blog „Real Virtuality“, auf dem er „Vier Thesen zur deutschen Filmblog-Sphäre“ postulierte. Nachdem dieser Beitrag beim „BildBlog“ in der Rubrik „6 vor 9“ verlinkt wurde, nahm eine -wie ich finde – sehr fruchtbare Diskussion zur Thema Filmblogsphäre seinen Lauf, an dem ich mich in den Kommentaren auch mal beteiligt habe.

Alexander Gajics Thesen lauten wie folgt:

These 1: Es gibt keine deutsche Film-Blogosphäre

These 2: Den deutschen Netzfilmschreibern fehlen die deutschsprachigen Leitmedien

These 3: Die guten Inhalte, die es gibt, werden nicht gefunden

These 4: Die nervige Trennung zwischen E- und U-Kultur lebt im Netz fort

Zusammenfassend meint Alexander Gajic:

„Bloggen ist in Deutschland immer noch als Niederes Schreiben verpönt. Im Filmbereich liegt das aber auch daran, dass die Film-Blogger keine Lobby haben und sich auch keine Mühe geben, eine zu bilden. Sie mosern lieber herum, statt sich gegenseitig zu unterstützen. Einfacher wäre das natürlich, wenn jemand voranschreiten würde, den es noch nicht gibt, mit dem sich aber FilmwissenschaftlerInnen und Fanboys und -girls gleichermaßen arrangieren könnten. Vielleicht kommt ein derart messianisches Blog eines Tages des Wegs, vielleicht nicht. Aber es könnte auf jeden Fall besser sein, als jetzt. Oder?!“

Dazu hatte ich mir dann auch meine Gedanken gemacht, mehr aus der Sicht eines Bloglesers, denn der eines Blogschreibers. Auch wenn ich mit dem „Filmforum Bremen“ auch zu dieser ominösen „Blogsphäre“ gehöre.

1. Es gibt meiner Meinung nach sehr wohl eine lebendige und vielseitige Bloglandschaft, in der es viele engagierte Blogger gibt, die ihre Blogs regelmäßig mit Leben füllen. In meinem RSS-Reader tummeln sich zur Zeit ca. 80+ Blogs, die ich wöchentlich beobachte, und es gibt sicherlich noch viele mehr, die ich bisher noch nicht entdeckt habe. Das zeigt ja auch, dass es in Deutschland durchaus viele Menschen gibt, die sich nicht nur für Film interessieren, sondern, mehr noch, bereit sind sich hier aktiv einzubringen. Ich brauche auch keine “Gurus”, deren Meinung, die maßgebliche ist. So etwas ist mir auch eher suspekt. Natürlich ist es mir durch meinen Beruf zeitlich nicht möglich, immer alle Blogs im Reader durchzulesen. Darum überfliege ich die kurz die Schlagzeilen und vertiefe mich dann dort, wo ich etwas für mich Interessantes finde. Ich denke einmal, so verfahren die meisten Leser – wenn sie sich nicht eh aus Zeit- oder Bequemlichkeitsgründen auf drei-vier “Stammblogs” festgelegt haben. Ja, mir ist auch schon aufgefallen, dass es in der Tat “Cluster” gibt. Also Blog-”Zirkel”, in denen sich die Macher untereinander kennen, zitieren und kommentieren. Und ich habe auch das Gefühl, dass es zwischen den Clustern kaum Austausch gibt. Ich wüsste aber nicht, was daran schlimm sein sollte. Es sei denn, man besteht darauf, dass die Filmblogwelt nur aus einer bestimmten Anzahl von meinungsbildenden Blogs zu bestehen hat. Das sehe ich aber nicht so. Die Blog-Landschaft sollte eben so heterogen sein, wie das Medium Film selber.

2. Ein Leitmedium brauche ich nicht. Ich evaluierte für mich selber Blogs, die mir wichtig sind. Diese lese ich, weil sie mir zusagen, nicht weil “man” sie lesen muss. Damit fahre ich bisher sehr gut. Überhaupt: Wie soll ein Blog es schaffen, all meine filmischen Interessen zu bündeln? Wie soll so etwas aussehen? Dann müsste man ja zunächst definieren, über welche Filme/Themen solch ein “Leitmedium” zu schreiben hätte und dieser Gedanke ist mir zutiefst zuwider. Bisher übernimmt mein RSS-Reader die Aufgabe, meine Interessen zu bündeln auch sehr gut.

3. Dass gute Inhalte nicht so einfach gefunden werden, stimmt. Hier ist es aber an den Bloggern selber, für Abhilfe zu sorgen. Wer keine Werbung für seinen Blog macht, wird auch nicht gefunden. Dass das nicht einfach ist und ziemlich viel Zeit und Kraft kostet, weiß ich selber. Aber wer meint, etwas zu sagen zu haben, dem sollte es das wert sein. Alexander Gajic schreibt:“Wer sich nicht zu schade dafür ist, einem neuen Trailer zu Film X einen Blogpost zu widmen (vielleicht auch in der Hoffnung auf Klicks), der kann auch die Arbeit eines Kollegen mit einem Blogpost würdigen.” Dazu kann ich nur sagen: Ganz richtig. Wird aber kaum gemacht. Ich habe bei mir selber eine Rubrik, in der ich die – subjektiven – Highlights der Woche aus den von mir beobachteten Blogs verlinke. Das macht zwar sehr viel Arbeit (wodurch ich das nicht regelmäßig schaffe), aber ich finde, diese Art der Belohnung haben gute Beiträge einfach verdient.

4. Kann man so nicht über einen Kamm scheren. Da gibt es solche und solche. Es gibt Blogs, in denen sich alles um den Autoren dreht und mir die Filme nur als Mittel der Selbstdarstellung vorkommen. Hier gibt es dann zwar auch Austausch, aber meistens auf aggressive und mir höchst unsympathische Art und Weise. Da lasse ich die Finger von, weiß aber natürlich, dass gerade diese Seiten durchaus ihre Fans haben. Es gibt aber ebenso viele – wenn nicht mehr – Blogs, die ihre Filmliebe miteinander teilen und auf konstruktive Weise austauschen.

Heute hat das Medienjournal in seinem jeden Montag erscheinenden „Media Monday“ (ein Fragebogen mit sechs Fragen zum Thema Film, welchen Blogger bei sich einbinden können), zwei auf die vier Thesen bezugnehmende Fragen gestellt, die ich hier beantworten werde:

4. Das Thema Vernetzung und Kommunikation spielt ja eine große Rolle, wird jedoch von vielen Seiten als nur unzureichend ausgeprägt eingestuft. Wie ist eure Meinung zu dem Thema und wie könnte man die Vernetzung verbessern? Wie oben schon geschrieben, wenn einem ein Beitrag gefällt, dann sollte man den ruhig verlinken. Sei es auf seinem Blog, Facebook oder was es sonst noch so gibt. Allein schon als Anerkennung dafür, dass jemand eine gute oder zumindest interessante Arbeit abgeliefert hat. Das versuche ich z.B. mit „Das Bloggen der Anderen“ zu erreichen. Leider fehlt mir für diese zeitraubende Zusammenstellung häufig ganz einfach die Zeit, aber der gute Wille ist da. Und man sollte seine Blogroll pflegen. Damit meine ich nicht, willenlos alles aufzunehmen, worüber man stolpert, sondern „tote“ Blogs rauswerfen und wenn einem etwas gefällt, aufnehmen. Gerne würde ich ja auch mehr kommentieren – da ich einerseits aus eigener Erfahrung weiß, wie frustrierend es ist, quasi ins „Nichts“ hinein zu bloggen und ich mich zum anderen auch freuen würde, mit „Gesinnungsgenossen“ in Kontakt zu kommen . Aber auch hier macht mir der Zeitfaktor oft einen Strich durch die Rechnung.

5. Ausgangspunkt im Internet in die weite Welt des Themas Film ist für mich immer wieder die Seite oder das Blog , wenn ich nach Reviews zu einem bestimmten Film suche, schaue ich in der IMDb oder der ofdb rein und hangle mich dann durch die dort hinterlegten Links. Ansonsten schaue ich immer in meinen RSS-Reader, ob irgendwo ein interessanter Beitrag aufgetaucht ist.

Mittlerweile hat Alexander Gajic auf seinem Blog „Real Virtuality“ auch ein Update, bzw. eine Zusammenfassung der Diskussion, verfasst.

Mich würde in diesem Zusammenhang einmal Eure Meinung interessieren. Wie haltet ihr als Leser das mit der „Blogspäre“? Oder ist Euch die ganze Diskussion egal? Bloggt ihr vielleicht selber und unterstützt/widersprecht den Thesen? Gibt es Verbesserungswünsche, die jetzt vielleicht auch konkret das „Filmforum Bremen“ betreffen? Ich würde mich darüber freuen, dazu einmal Eure Kommentare zu lesen.

Interaktive Dokumentation: „WhyGo2Movies“

Von , 24. Januar 2013 16:57

wg2mVielleicht fragt sich der ein oder andere, was aus dem interaktiven Doku-Projekt „Why Go To Movies“ einiger Studenten der Universität Bremen geworden ist, für das ich hier vor genau sieben Wochen einen Aufruf gepostet hatte. Am letzten Samstag wurde es auf dem 18. Internationalen Symposium zum Film vorgestellt. Da ich für die interaktive Doku von einer sehr netten und charmanten jungen Dame interviewt wurde, war ich selbstverständlich neugierig. Ich konnte mir am Samstag glücklicherweise ein paar Minuten freischaufeln, um an der Vorstellung des Projektes teilzunehmen.

Das war jetzt nicht ganz das, was ich erwartet habe. Weniger das mir sehr am Herzen liegende Thema „Why Do We Go To Movies“ stand im Fokus, sondern die technische Seite der interaktiven Dokumentation, was mich jetzt eigentlich weniger interessierte. War aber trotzdem recht informativ. Ich fand es allerdings sehr schade, dass sich auf den Aufruf im Internet scheinbar nur vier Leute gemeldet haben. Aber gut, den Rest haben die engagierten Studenten selber in die Hand genommen.

Vorgestellt wurde das Ganze als „on-going project“, also als sich in der Arbeit befindlich. Die Doku soll weiter gepflegt und noch ausgebaut werden. Was mich zu der Frage führt, wer das Projekt zukünftig betreuen wird.

Da ich von anderen Voraussetzungen ausgegangen war (ich dachte wirklich, es würden Ausschnitte aus der Doku gezeigt, vor allem, weil ich an der Kasse ein Ticket kaufen musste, da die Veranstaltung nicht als Vortrag, sondern Film gewertet wurde), war ich etwas überrascht und unvorbereitet, so dass mir meine Fragen erst im Nachhinein einfielen – und zwar auf dem Nachhauseweg in der Bahn.

Wie gesagt, ich war zeitlich ziemlich eingespannt. Daher habe ich es leider im Anschluss nicht mehr in den Saal 2 geschafft, wo das Projekt für die Dauer des Symposiums als Dauerinstallation aufgebaut war. Vielleicht wäre mir da das ein oder andere noch klarer geworden.

Während des Symposiums bestand für die Teilnehmer noch die Möglichkeit im Saal 2 selber Filme/Statements für die Doku zu drehen und hoch zu laden. Wenn ich mir die Doku jetzt noch einmal anschaue, ist davon – falls das jemand gemacht haben sollte – aber noch nichts hochgeladen worden. Und noch ein letzter Kritikpunkt: Ich finde es nicht selbsterklärend, wie man selber Inhalte hoch laden kann. Zumindest hat sich mir dies trotz intensiver Beschäftigung nicht erschlossen.

Die Doku ist im Netz SEHR schwer zu finden. Was auch dran liegt, dass sie mal „Why Do We Go to the Movies?“, mal „WhyGo2Movies“ oder „Why Go 2 Movies“ heißt. Google liefert da keine eindeutigen Resultate, sondern verweist nur auf diverse Kinoprogramme (wo die Doku auch als Filmvorführung angekündigt ist) oder die Seite des City 46. Wenn man „WhyGo2Movies“ eingibt, kommt man schon weiter und findet auch einige Videoschnipsel aus der Doku auf YouTube, aber eben nicht das Projekt selber. Darum hier noch einmal für alle Interessierten die direkten Links.

Zur Projekt-Seite der Universität Bremen geht es hier: http://www.film.uni-bremen.de/

Zur interaktiven Doku hier: http://alpha.zeega.org/

Viel Spaß damit.

Originalfassungen in Bremen: 24.01.13 – 30.01.13

Von , 23. Januar 2013 13:00

In dieser Woche sieht es mit Originalfassungen leider ziemlich traurig aus. Zumeist nur alte Bekannte. Allein im City 46 gibt es ein paar frische Highlights. Traurig macht mich auch, dass die Schauburg die O-Fassung von „Django Unchained“ immer erst zu nachtschlafender Zeit (okay, 21:45 ist nicht nachtschlafend, aber bei einem 160-minütigen Film ist man dann um 0:30 durch, dann noch die Nachtlinie um 0:37 bzw. 1:15 nehmen. Super! Für Berufstätige ist das KEINE Alternative. Zudem läuft die O-Fassung nur im kleinen Kino. Buuhhh!). Immerhin, Stefan und ich haben diese Woche wieder eine „Weird Xperience“ am Start. Und da wir diesmal einen aktuellen Film zeigen, ist der auch im Original und damit relevant für diese kleine Rubrik.

Django Unchained – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 21:15 & Schauburg, So. und Mi. um 21:45 – Quentin Tarantinos Hommage an den Italo-Western, der eigentlich gar keine Hommage an den Italo-Western ist, sondern ein Film über die Sklaverei. Ich bin SEHR gespannt und voller Vorfreude. Ärgerlich nur die Anfangszeiten in den Bremer Kinos.

CM101MMXI – Fundamentals – Cinemaxx, So. und Mo. um 22:30 – Türkischer Comedy-Episodenfilm mit dem in seiner Heimat scheinbar sehr populären Komiker Cem Yilmaz.

Celal Ile Ceren – Cinemaxx, Do./Sa./Mi um 19:00 und 22:30, Fr./Di. um 22:30 und So./Mo. um 19:00– Türkische Komödie über ein Paar, das seit sechs Jahren zusammenlebt, doch plötzlich kommt Eifersucht ins Spiel und als der Mann heimlich zum Junggesellenabschied geht, eskaliert die Situation.

Ein Geheimnis – City 46, Fr./Sa./Di. um 18:00 und so. 20:30 – Französisches Drama des leider im letzten Jahr verstorbenen Meisterregisseurs Claude Miller. der 15-jährige Francois kommt Ende der 50er Jahre hinter das schockierende Geheimnis seiner Eltern, die einst im besetzten Frankreich zueinander fanden. Mit den beiden wunderschönen Französinnen Cécile De France und Ludivine Sagnier. Allein dafür lohnt sich schon der Kinobesuch.

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The Man From London – City 46, Do. 18:00 und Mi. 19:00 – Béla Tarrs „kommerziellstes“ Werk ist eine in England gedrehte Adaption des George-Simenon-Klassikers „Der Mann aus London“. Aber was heißt bei Tarr schon „kommerziell“? Er bleibt seinem speziellen Stil auch bei diesem Kriminalfilm treu, auch wenn  „The Man from London“ mit 139 Minuten für Tarr’sche Verhältnisse schon fast ein Kurzfilm ist. Mit Tilda Swinton.

Mondomanila – City 46, Do. 20:30 und So. 18:00 – Nur echt am Sonntag mit Einführung durch Stefan Mibs und meine Wenigkeit. Ein rasantes, völlig irres Kaleidoskop der dunklen Seiten Manilas vom philippinischen Regisseur Khavn, der auch gerne mal mit Lars von Trier verglichen wird.

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Sneak Preview – Schauburg, Mo. 28.01. um 21:45

Französische Sneak Preview, Mi., 30.01. um 21:00 Uhr in der Gondel und um 21:00 Uhr im Atlantis

Bericht von der Verleihung des 15. Bremer Filmpreises an Belá Tarr

Von , 20. Januar 2013 18:40

Eines vorweg, was nichts mit Film oder dem Preisträger des 15. Bremer Filmpreises, Belá Tarr, aber doch etwas mit der Veranstaltung zu tun hat. Jedes Jahr gelingt es den Veranstaltern, großartige Musiker zu engagieren, die für die Eröffnung und die Musik während der Überleitungen von einem Redner zum nächsten zuständig sind. Und jedes Jahr – bis auf den Teufelsgeiger, der bei Alberto Iglesias aufspielte und auch ein persönlicher Freund des großen Komponisten ist – werden diese Musiker nicht erwähnt und stehen etwas verloren im Hintergrund. Okay, bei der Verleihung des Bremer Filmpreises geht es um Film und den Preisträger und nicht um die engagierten Hintergrundmusiker, aber ich finde das trotzdem nicht in Ordnung. Immerhin wurde das Bremer Musikquartett ganz am Schluss dann doch namentlich erwähnt, als Sparkasse-Bremen-Chef Tim Nesemann scheinbar als Einzigem aufgefallen ist, dass dies zuvor nicht geschehen war. Aber das ging etwas im Trubel unter. Darum sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Quartett um die Bremer Band „Café Brunette“ handelte, und ich möchte an dieser Stelle festhalten, dass ich den Vortrag ganz große Klasse fand (ich glaube, das zweite Stück war das Titelthema aus „Lawrence von Arabien“ mit E-Gitarre, Bass, Violine und Akkordeon, aber 100% sicher bin ich mir nicht).

Dies hierzu, zurück zum Film.

Nach den stundenlangen, ausgesprochen repetiven Reden der Vorjahre, kam mir das Programm diesmal angenehm gestrafft vor. Nach einleitenden Worten durch Karl-Heinz Schmid vom Kommunalkino City 46, der seine große Verehrung für den Preisträger Belá Tarr zum Ausdruck brachte, übernahm Staatsrätin Carmen Emigholz – stellvertretend für ihren Chef, unseren Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen, der auch dieses Jahr wieder einmal durch Abwesenheit glänzte. In ihrer Rede ging sie auch mit warmen Worten auf das Kommunalkino City 46 ein und dankte den Mitarbeitern für ihre unermüdliche und – wie man an den Besucherzahlen sieht – auch sehr erfolgreiche Arbeit. Auf den Preisträger wurde natürlich auch eingegangen.

Staatsrätin Carmen Emigholz

Staatsrätin Carmen Emigholz

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Karl-Heinz Schmid,
Kommunalkino City 46

Die Laudatio auf ihn hielt der Filmhistoriker Ulrich Gregor, der Belá Tarr Ende der 80er Jahre für ein größeres Publikum entdeckte und im Westen bekannt machte. Zudem ist Gregor Gründer der Freunde der Deutschen Kinemathek und des berühmten „Arsenal“-Kinos in Berlin, sowie 1980-2000 Leiter des Internationalen Forums des jungen Films auf der Berlinale, wo auch erstmals im Westen die Filme Belá Tarrs für Aufsehen sorgten. Sein Vortrag war sehr interessant, überhaupt nicht anbiedernd (wie das bei einer Laudatio ja manchmal der Fall ist), sondern informativ und sachlich. Und – auch nicht ganz unwichtig – nicht zu lang.

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Laudator Ulrich Gregor

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Ulrich Gregor, Filmhistoriker

Statt mehreren Filmausschnitten wurde diesmal „nur“ ein 10-minütiger Ausschnitt aus dem 7,5-stündigen „Satantango“ gezeigt. Meiner Meinung nach auch die einzige Möglichkeit, Belá Tarr und seinen einzigartigen Filmstil vorzustellen. Ich habe auch gleich wieder Lust bekommen, mir einen Tarr-Film anzusehen. Die Ehre, den Preis an Belá Tarr zu übergeben, hatte wie in den Vorjahren Tim Nesemann, dessen kurze Rede wieder sympathisch und unterhaltsam war. Allein seine kurze Bemerkung, dass natürlich nicht sichergestellt werden kann, dass die Sparkasse auch weitere 15 Jahre den Bremer Filmpreis sponsern wird, ließ kurz die Stimmung etwas sinken.

Auftritt Belá Tarr. Der ging erst einmal – was ich noch bei keinem Preisträger erlebt habe – auf die Künstlerin zu, die den Bremer Filmpreis in diesem Jahr speziell für Belá Tarr gestaltet hat, und umarmte sie. Eine schöne Geste. Seine Dankesrede war eine nette Anekdote über die Schwierig- und Widrigkeiten bei einem Filmdreh. Schön war zu sehen, dass Belá Tarr sichtlich berührt war. Insgesamt wirkte Tarr sehr bescheiden, und ich finde es sehr schade, dass er beschlossen hat, keine weiteren Filme mehr zu drehen.

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Belá Tarr und die Künstlerin

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Tim Nesemann und Belá Tarr

Danach ging’s ans Buffet. Und auch hier wiederhole ich mich gerne: Ich fände es sinnvoller, wenn das Geld für Catering und Bedienung ans Kino fließen würde, aber das gehört wohl dazu. Ebenso, wie die vielen Leute und vor allem aufgedonnerten Damen, die sicherlich seit Jahren keinen Kinosaal mehr von innen gesehen haben und keine Ahnung haben, wer Belá Tarr eigentlich ist. Na ja..

Zwei Dinge hatte ich mir vorgenommen: Ein Autogramm von meinem Helden zu bekommen, und ein Foto mit ihm zu machen. Ganz Fanboy-mäßig. Geklappt hat es mit dem Autogramm, aber nur weil mein Kumpel Wolfgang das mal eben in die Hand genommen hat (Danke, Wolfgang!). Dabei hatte ich dann auch meinen „Stardust-Memories-Moment“, von mir so benannt nach dem Film, in dem Woody Allen einen Regisseur spielt, der ständig von seinen Fans belästigt wird, die ihm sagen, wie sehr sie seine Filme mögen. Statt also die Gelegenheit beim Schopfe zu packen, ein paar Worte mit einem von mir verehrten Künstler zu wechseln, habe ich nur ein „I just love your movies“ rausgekriegt. Wie peinlich. Belá Tarr ging dann auch gleich weg, um sich etwas zu essen holen. Er versprach zwar „I’m back in a moment“, aber daraus wurde natürlich nichts, ebenso aus dem Foto. Aber mir war es jetzt auch unangenehm, mit der Kamera in der Hand hinterher zu hecheln, wie ein Backfisch, und den Meister zu nerven. Nun gut, dafür habe ich einige schöne Gespräche mit anderen Gästen geführt. Das war auch sehr nett. Aber „I just love your movies“… Du meine Güte!!!

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Tim Nesemann & Belá Tarr

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Preisträger Belá Tarr

Das Bloggen der Anderen (20-01-13)

Von , 20. Januar 2013 13:47

bartonfink_type2Die Liste mit den Links habe ich bereits am Freitagnachmittag erstellt, komme aber erst heute dazu, darüber einige Worte zu verlieren. Von daher kann es sein, dass die hier vorgestellten Blogs bereits neuere Artikel veröffentlicht haben, die hier noch nicht berücksichtigt sind.

– Endlich gibt es Lebenszeichen vom DVDuell, einem Blog dem ich lange gefolgt bin, auf dem sich aber in den letzten Monaten wenig bis nichts mehr tat. Diese Woche hat Christian Liemke ein recht witziges Filmchen namens „Arnold Schwarzenegger voices Darth Vader“ und einen Vortrag des amerikanischen Filmwissenschaftlers David Bordwell mit dem Titel “How Motion Pictures Became the Movies“ verlinkt. Ich hoffe da kommt in Zukunft wieder mehr.

– Auf Equilibrium kann man den Trailer zum neuen Film von Werner Herzog anschauen: Happy People – A year in the Taiga.

– Wer noch nicht genug von Jahresrückblicken und Bestenlisten hat, der wird auf Eskalierende Träume fündig. Dort haben alle „Eskalierende Autoren“ zurückgeblickt. Zudem findet man hier einen interessanten Essay von Andreas über die aktuellen Filmformate im Kino, u.a. am Beispiel von The Hobbit und The Master.

– Seine Bestenliste 2012 hat auch Martin Beck auf Reihe Sieben nachgeschoben.

– Und auch auf The Wayward Cloud wird auf das vergangene Jahr 2012 geschaut.

– Ein Film, der mir sehr am Herzen liegt, ist die Dokumentation „Searching for Sugarman“, für die man nicht genug Werbung machen kann. Eine Kritik von Björn Schneider findet sich auf Filme Welt.

– Auf Filmlandschaft.net gibt es einen ausführlichen Vorbericht für die Berlinale 2013.

– Weiter geht es mit gabelingebers Besprechungen früher Buster-Keaton-Kurzfilme auf Hauptsache Stummfilm. Diesmal ist Convict 13 dran.

– Was mich extrem gewundert hat, ist die Tatsache, dass der Tod des großen japanischen Regisseurs Nagisa Oshima gar kein großes Echo in der deutschen Blogsphäre hinterlassen hat. Ich selber habe keinen Nachruf geschrieben, da ich von Oshima einfach zu wenig kenne (leider! Wird aber nachgeholt!). Auf Japankino wird dieser traurigen Pflicht aber nachgekommen.

– Die Bryan-Edgar-Wallace-Filme waren eine Möglichkeit für Artur Brauner und seine CCC, sich an den gewaltigen Erfolg der Edgar-Wallace-Reihe der Rialto zu hängen, ohne dafür Ärger bezüglich der Rechte an Edgar Wallace zu bekommen. Auf Magazin des Glücks werden einige dieser Imitate vorgestellt.

– Auf screenread geht es um die Frage, wer für den berühmten Duschmord in Psycho verantwortlich war: Hitchcock, Drehbuchautor Joseph Stefano oder… Robert Bloch!

– Bis heute bin ich mir unsicher, was ich eigentlich von „Amer“ halte. Nach dem Kinobesuch war ich enttäuscht, aber irgendwie ist der Film in meinem Hirn kleben geblieben. Eine Zweitsichtung ist daher definitiv geplant. Auf La vie cinephile ist Paul sich sicher, dass diese sich aber nicht lohnen würde.

– Auf Drei Cineasten beginnt Hoffmann mit einer Fassbinder-Retrospektive. Los geht’s mit RWFs Erstling „Liebe ist kälter als der Tod“.

Themroc hat eine 45-minütige Schweizer Doku von 1972 über den Italo-Western gefunden.

DeepRed stellt die TV-Serie „Hammers House of Horrors“ vor. Das letzte Lebenszeichen der legendären britischen Horrorfilm-Schmiede Anfang der 80er. Heute ist Hammer ja wieder, u.a. mit die „Die Frau in schwarz“, aktiv.

– Manfred Polak bespricht auf whoknowspresents Jean Renoirs frühen Film „Toni“, der schon viele Elemente des Neorealismus vorwegnimmt.

– Eckhard Heck stellt auf Hard Sensations Steven Spielbergs unterschätzten „Sugarland Express“ vor, während sich Silvia Szymanski & Maria Wildeisen in einem ausführlichen und persönlichen Dialog Ingmar Bergmans „Die Jungfrauenquelle“ und dessen quasi-Remake „Last House on the Left“ von Wes Craven vornehmen. Diese Dialogform finde ich ausgesprochen gelungen und frage mich, warum so etwas nicht öfter gemacht wird.

– Italo, Italo, Italo: Viele neue Reviews auf L’Amore in città. In der bewährten, ausführlichen Form werden zwei Western, ein Giallo und ein Poliziottesco besprochen: „Navajo Joe“ (da kommt demnächst auch was hier im Blog),“Django gegen Sartana“, „Something Creeping in the Dark“ und „Killer Cop“.

18. Internationales Bremer Symposium zum Film: „Zuschauer? – Zwischen Kino und sozialen Netzwerken“

Von , 17. Januar 2013 14:44

Heute startet mit der Überreichung des Bremer Filmpreises an Béla Tarr das diesjährige, international renommierte Bremer Symposium zum Film. Das Thema in diesem Jahr ist: „Zuschauer? – Zwischen Kino und sozialen Netzwerken“. Die Vorträge beginnen morgen, Freitag, den 18.01. um 14:00 Uhr mit der Begrüßung durch Karl-Heinz Schmid vom Kommunalkino City 46.

Zuschauer_innen sind konstitutiv für den Film – ob sie sich in Kinosälen einfinden, einer Filmaufführung im Café beiwohnen oder aber an einem anderen öffentlichen Ort zu einem »Public Viewing« zusammenkommen. Inzwischen bilden sich auch Zuschauerschaften durch soziale Netzwerke. Anders formuliert: ohne Zuschauer_innen ist Film nicht zu denken – weder als Bedeutungskonstruktion noch als soziale Praxis. Durch neue Präsentations- und Distributionsformen verändert und diversifiziert sich das Publikum und bildet heute unterschiedliche Formen einer Zuschauerpraxis aus. Allerdings hat sich Zuschauerschaft in der Geschichte des Films schon häufig gewandelt. Das 18. Internationale Bremer Symposium zum Film greift diesen Wandel auf und fragt nach den Zuschauer_innen zwischen Kino und sozialen Netzwerken.

Was hier abschreckend hochgestochen und kompliziert formuliert wurde (und mit diesem schrecklich korrekten „_innen“) meint, dass es beim Symposium um die Beziehung zwischen Publikum und Kino geht. Was macht Kino aus, wie besorgt man sich heute sein „Filmerlebnis“ und wie verändern neue Möglichkeiten Filme zu erleben einerseits die Filme selber und andererseits die Menschen, die sie schauen. Also ein wirklich spannendes Thema, welches mich auch selber als alten – vielleicht auch altmodischen? – „Kino-Fetischisten“ sehr interessiert.

Mit Beiträgen von:

Janet Staiger / University of Texas / Austin (USA) // Guillaume Soulez / Université Sorbonne Nouvelle / Paris (F) // Josep Maria Català / Universitat Autònoma de Barcelona / Barcelona (ES) // Matthias Frey / University of Kent / Canterbury (GB) // Heide Schlüpmann / Goethe Universität Frankfurt / Frankfurt (D) // Wolfgang Weileder /Newcastle University (GB)

Specials

In zwei korrespondierenden Kurzfilmprogrammen präsentiert Christine Rüffert (Universität Bremen) am Fr. 18.1. um 16:15 Uhr und Sa. 19.1. um 14:30 Uhr Experimentalfilme, in denen die Rolle der Zuschauer thematisiert wird.

Das Kurz- und Stummfilmprogramm »A House is Not a Home«, kuratiert von Karola Gramann (Kinothek Asta Nielsen e.V.) vertieft filmisch die Frage nach der Bedeutung des weiblichen Publikums für Film und Kino als Kulturformen. Fr. 18.1. um 20:00 Uhr, begleitet von Ezzat Nashashibi am Klavier.

»Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull« (USA 2008, Regie: Steven Spielberg, 121 Min., OF , Fr. 18.1. / 22:00) war nach 19-jähriger Pause der 4. Teil der Kultfilmreihe um den Archäologen Indy. Dass er darin eine Atomexplosion überlebt, indem er sich in einem Kühlschrank versteckt, prägte einen neuen Begriff: »Nuking the Fridge« steht unter Cineasten seitdem für den Moment, in dem ein Film offenkundig völlig realitätsfern wird – was aber echte Fans nicht abschreckt, wie Janet Staiger es in ihrem Vortrag um 17.45 Uhr am Nachmittag analysiert.

Während des gesamten Symposiums ist im Kino 2 des City 46 das interaktive Dokumentarfilmprojekt »Why Do We Go to the Movies?« zu sehen. Es ist das Ergebnis eines Filmpraxiskurses der Universität Bremen unter Leitung von Stefano Odorico.

Das jahrhundertealte Gewölbe der Ostkrypta des Bremer St. Petri Doms wird am Samstagabend um 20:00 Uhr zum Spielort des Kurzfilmprogramms: »Religiöses Flimmern. Filme in der Krypta«, kuratiert und präsentiert von Klaas Dierks (Universität Bremen). Das anschließende Programm »Demnächst hier«, kuratiert und präsentiert von Klaas Dierks, zeigt kurze Filme über das Kino als Ort (im City 46 ab 22:00 Uhr).

»Der Vorführ-Effekt« widmet sich dem Kino aus der Perspektive der Filmvorführer und eröffnet Einblicke in ihre Arbeit, die den Kinozuschauern in der Regel verborgen bleiben. (D 2001, Regie: Carsten Knoop, 55 Min.) Sa. 19.1. / 10:30

2012-12_c46_symp2013_PlakatAuf die weiteren Dokus, die während des Symposiums laufen, habe ich schon unten in dem Posting über Originalversionen in Bremer Kinos hingewiesen. Besonders gespannt bin ich allerdings auf das interaktive Dokumentarfilmprojekt „Why Do We Go to the Movies?“, für das ich auch interviewt wurde.

Weitere Infos und das Programm gibt es hier: http://www.city46.de/symposium/programm.html

Originalfassungen in Bremen: 17.01.13 – 23.01.13

Von , 17. Januar 2013 13:57

Volles Programm dank des 18. Bremer Filmsymposiums, das uns einige hochspannende Dokumentationen über das Kino beschert. Django schießt eine Woche lang im Cinemaxx und einmal in der Schauburg. Leider startet sein Rachefeldzug immer relativ spät, was bei einem solch langen Film eher suboptimal ist, wenn man am nächsten Tag früh raus muss. Ansonsten findet sich das CineStar nach langer Zeit mal wieder in der O-Ton-Liste, wenn auch „nur“ wieder mit einer türkischen Komödie.

Django Unchained – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 20:50 & Schauburg, So., 20.01. um 21:45 – Quentin Tarantinos Hommage an den Italo-Western, der eigentlich gar keine Hommage an den Italo-Western ist, sondern ein Film über die Sklaverei. Ich bin SEHR gespannt und voller Vorfreude.

Der Hobbit 3D – Cinemaxx, Sa. 19.01. 16:30 – Ich mochte den. War in etwa so, als ob man “Herr der Ringe” noch einmal guckt. Keine großen Überraschungen und alles so wie gewohnt. Also, wer “Herr der Ringe” mag, wird auch mit dem “Hobbit” viel anfangen können. Wer “Herr der Ringe” nicht mag, wird auch durch den “Hobbit” nicht zum Fan. Martin Freeman als Bilbo fand ich super, aber das habe ich auch so erwartet.

CM101MMXI – Fundamentals – Cinemaxx, Do.-Mi. immer 22:50 – Türkischer Comedy-Episodenfilm mit dem in seiner Heimat scheinbar sehr populären Komiker Cem Yilmaz.

Karaoglan – Cinemaxx, So. und Di. um 23:00 – Türkischer Historienfilm/Liebeskomödie über den Angriff der Mongolen 1238, der nur durch die Einigung der türkischen Staaten verhindert werden kann. Und die soll durch eine Heirat stattfinden.

Celal Ile Ceren – Cinemaxx, Do.-Mi. 17:00, 20:00 und 23:00 & Cinespace, Do.-Sa. 14:20, 17:10, 20:00, 22:55, So.-Di. wie zuvor nur nicht um 22:50, Mi. 17:10 und 20:00 – Türkische Komödie über ein Paar, das seit sechs Jahren zusammenlebt, doch plötzlich kommt Eifersucht ins Spiel und als der Mann heimlich zum Junggesellenabschied geht, eskaliert die Situation.

Silver Linings – Schauburg, Mi., 23.01. um 19:15 – Ungewöhnlich romantische Komödie um einen bipolar gestörten Mann, der nach acht Monaten in einer Anstalt zu seinen Eltern zieht und einer depressiven Frau, die ihren Ehemann bei einem Unfall verloren hat. Regie führt David O. Russell, der schon mit dem tollen “Three Kings” und “I Heart Huckabees” bewiesen hat, dass er “normale” Stoffe ungewöhnlich und intelligent umsetzen kann.

Cinemania – City 46, Do., Mo. und Di. immer um 18:00 – US-Doku über fünf New Yorker Kinofans, die ihr ganzes Leben ihrer Leidenschaft untergeordnet haben und bis zu fünf Filme pro Tag im Kino ansehen. Hochinteressant und würde ich gerne sehen. Leider kann ich mein Berufsleben nicht meiner Leidenschaft unterwerfen und 18:00 ist da zu früh für mich. Schade.

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Die werckmeisterschen Harmonien – City 46, Di.+Mi. um 20:30 – Ungarischer Spielfilm des Trägers des Bremer Filmpreises 2013: Béla Tarr. Ein langsamer und surrealer Film voller Wahnsinn und Melancholie. Mein Lieblingsfilm von Tarr.

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Shirin – City 46, So./Mi. um 18:00 und Mo. 20:30 – Experimenteller Film des iranischen Filmemachers Abbas Kiarostami. 113 Frauen schauen sich einen Kino-Film an. Die Zuschauer wissen nicht, was die Frauen sehen, sondern beobachten nur deren Gefühlsregungen.

Side by Side – City 46, So. 20.01. um 20:30 – Von Keanu Reeves moderierte und produzierte Doku über den Umbruch vom analogen zum digitalen Kino. Mit zahlreichen Interviews mit berühmten Filmemachern, Kameramännern und Cuttern. Auch sehr interessant!

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Sneak Preview 3D – Cinemaxx, Mo., den 21.01. um 20:00

Sneak Preview – Schauburg, Mo., den 21.01. um 21:45

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